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Full text of "Geschichte des Singvereines der Gesellschaft der musikfreunde in Wien ; festschrift zum fünfzigjährigen Singvereins-jubiläum"

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Music Library 




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A. V. B8hm: Geschichte des Singvereines 




Die Vorstände des Singvereines 1858 — 1904 






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GESCHICHTE 



DES 



SING VEREINES 



DER 



GESELLSCHAFT DER MUSIKFREUNDE 

IN WIEN 



FESTSCHRIFT 

ZUM 

FÜNFZIGJÄHRIGEN SINGVEREINS-JUBILÄUM 

VON 

PROF. D' AUGUST BOHM EDLEN VON BOHMERSHEIM 

VORSTANDS DBS SINGVEREINES UND VIZEPRÄSIDENTEN DER GESELLSCHAFT 

DER IflJSIKFREUNDE 



WIEN 1908 



ADOLF HOLZHAUSEN 

K. U. K. HOF- UND UNIVBRSITÄTS- BUCHDRUCKER 



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einer Vor- 

nur inso- 
; das Ver- 
:ht. Wenn 



VORWORT 



Am i6. April dieses Jahres war ein halbes Jahrhundert seit der 
Gründung des Singvereines der Gesellschaft der Musikfreunde verstrichen. 

Fünfzig Jahre Singverein bedeuten einen wesentlichen Faktor in 
dem musikalischen Leben Wiens; sie gehören der Musikgeschichte an 
und verdienen es wohl, dem Gedächtnisse der Nachwelt in Gestalt 
einer Denkschrift überliefert zu werden. 

Eine solche ist in diesen Blättern versucht worden. 

Ihr Inhalt kann nicht anders als geschichtlich sein und zerfällt der 
Natur der Sache nach in zwei Teile. 

Den eigentlichen Kern bilden die künstlerischen Leistungen des 
Vereines, die hier jedoch nur aufzählend hingestellt werden können ; 
Eigenlob liegt dem Singvereine fern. 

Den Text bildet die Geschichte des Vereines. 

Daß dabei zum Teil auch die Geschichte der Gesellschaft der 
Musikfreunde selbst behandelt werden mußte, ist bei dem Umstände, 
daß der Singverein einen Zweigverein inmitten* dieses seines Mutter- 
institutes bildet, nur natürlich. Und da der Singverein nicht das Produkt 
einer spontanen Gründung ist, sondern das Endglied einer Kette von 
Entwicklungsvorgängen darstellt, deren erstes Glied in dem Gründungs- 
jahre der Gesellschaft verankert ist, so war es geboten, mit dem Jahre 
1812 zu beginnen, um die Geschichte des Vereines aus seiner Vor- 
geschichte erstehen lassen zu können. 

Es ist indessen die Gesellschaft der Musikfreunde hier nur inso- 
weit in den Kreis der Betrachtung gezogen worden, als es das Ver- 
ständnis der historischen Entwicklung des Singvereines erheischt. Wenn 



IV 

im Vorbeigehen hin und wieder leicht erreichbare Blüten und Früchte 
auch etwas abseits von dem streng vorgezeichneten Wege gepflückt 
wurden, so ist das zu dem Zwecke geschehen, um gleichsam durch 
Entremets und zum Nachtisch einige Abwechslung in die sonst trockene 
Kost zu bringen und die Tafel zu schmücken. Eine Geschichte der 
Gesellschaft selbst liegt jedoch in diesen Blättern nicht einmal mit der 
Beschränkung auf das Konzertwesen vor; höchstens ein Bruchstück 
einer solchen. 

Die Beigabe der Direktionstabellen (Tafel IV und V) könnte 
deshalb hier, in einer Geschichte des Singvereines, auf den ersten 
Blick als überflüssig erscheinen. Den Leser aber wird es vielleicht in 
manchen Fällen interessieren, zu wissen, welche Persönlichkeiten der 
Gesellschaftsdirektion außer den im Text genannten bei dem einen 
oder anderen für die Vorgeschichte oder die Geschichte des Sing- 
vereines bedeutungsvollen Beschlüsse mitgewirkt haben. Das ist aus 
den graphischen Tabellen mit Leichtigkeit zu ersehen. 

Der StoflF ist durchaus aus den Quellen geschöpft : aus den Akten 
der Gesellschaft der Musikfreunde und des Singvereines ; ferner aus den 
gedruckten Jahresberichten und Konzertprogrammen. Andere Druck- 
werke einschließlich Hanslicks Geschichte des Konzert wesens in Wien 
und der beiden Denkschriften von Pohl über die Geseilschaft der 
Musikfreunde und über den Singverein (anläßlich des 25 jährigen 
Jubiläums), sowie der Tagespresse und der musikalischen Zeitungen 
sind nur zum Zwecke einer vorläufigen Orientierung bei der Material- 
schürfung, nur ausnahmsweise bei der Verarbeitung selbst benützt 
worden; in diesen wenigen Fällen ist entweder im Text oder in einer 
Fußnote auf das Original verwiesen. 

Die biographischen Notizen, die nur Verstorbene und meist der 
Allgemeinheit minder geläufige Namen betreffen, sind zum Teil aus 
Czikann und Gräffer, Wurzbach und Riemann, zum Teil aber 
aus den in der Tagespresse erschienenen Nekrologen zusammengestellt. 
Nicht selten ist auch der «Hof- und Staatsschematismus» sowie die 
«Wiener Zeitung» zur Ergänzung herangezogen worden. 

Bei der Zusammenstellung der Solisten in den Aufführungen der 
«Neunten» haben mich die Mitglieder des Sing Vereines Frau Rosa 



Albert und Herr Albrecht Claus durch Mitteilung einiger mir 
fehlenden Programme wesentlich unterstützt. Hiefür sage ich beiden 
herzlich Dank. 

Nicht minder danke ich den Herren Oberfinanzrat Dr. Josef Ritter 
von Bauer und Professor Eusebius Mandyczewski, sowie meinen 
Leitungskollegen Dr. Hugo Botstiber, Kaiserlichem Rat Emil Dill mann 
und Rudolf Hofmann für die Beistellung von Photographien früherer 
Vorstände und Konzertdirektoren behufs deren Reproduktion. 

Im Menschenleben bedeutet die Feier eines fünfzigjährigen Wirkens 
einen Markstein, von dem sich der Blick hauptsächlich in die Ver- 
gangenheit richtet und zumeist nur zögernd in die nächste Zukunft. 
Bei einem Vereine, der zwai' alt wird, aber doch nicht altert, vielmehr 
sich stets erneuert und verjüngt, weil er einem Stromsee mit Zu- und 
Abfluß gleicht, kann der Blick auch hoffnungsfreudig in die weite, 
künftige Ferne schweifen. 

Möge dem Singvereine der Rückblick auf seine ersten fünfzig 
Jahre ein Ansporn sein, rastlos und mit allen Kräften auch fürderhin 
seine hohen Aufgaben zu verfolgen und dabei dem nur asymptotisch 
zugänglichen Ideale künstlerischer Vollendung stets möglichst nahe zu 
kommen. Möge er zum eigenen Heile wie zu dem der Kunst auch 
weiter Polyhymnien opfern und — ewig jung und siegesfroh — der 
Zentenarfeier entgegenschreiten ! 



Wien, den 20. August 1908 



August V. Böhm 



VI 



Berichtigungen und Zusätze 

Seite 2, Zeile 5 von unten : statt Batthyani lies Batthyäny. 

Seite xo, Zeile 12 von oben: Die Mitglieder des Repräsentantenkörpers wurden in der ganzen 
Periode von 1812 — 1851 im Korrespondenzwege gewählt; Generalversammlungen hat 
es damals nicht gegeben. 

Seite 34, Anmerkung, Zeile 3 von unten : statt 1848 lies 1868. 

Seite 64, Zeile 6 von oben : Im ersten Jahre hatten die Gesellschaftsmitglieder, die zugleich Mit- 
glieder des Singvereines sein wollten, aufier dem Gesellschaftsbeitrage von 5 fl. C.-M. 
auch den Abteilungsbeitrag von 3 fi. C.-M. zu leisten. (Vcrgl. über die Aufhebung 
dieser Bestimmung S. 82 — 83 und 86.) 

Seite 68, Zeile 14 von oben : statt das lies dafi. 

Seite 72, Text, Zeile 5 von unten : statt 1858 lies 1859. 

Seite 95, Text, Zeile 2 von unten : statt Ritter Kreißle v. Hellborn lies Kreifile Edler v. Hellborn. 

Seite 144, Zeile 4 von oben : statt Zapor^ lies Zäpory. 

Seite (15) im Verzeichnisse der Mitglieder : statt Frl. Bauer, Auguste v. usw. lies (Frl. Bauer) 
Tanzer, Auguste (v.), A (1885 — 91), seit 1907; und vice versa Seite (27) statt 
Frau Tanzer, Auguste usw. lies Frau Tanzer (v. Bauer), Auguste, A (1885 — 91), 
seit 1907. 

Seite (17) : Frau Helene Forsmann f 3o. September 1908. 



VII 



Inhaltsverzeichnis 



I. Vorgeschichte 



Seite 

I. l8l2 — 1848 I 

Ontogenie des Singvereines ... i 

Tonkünstler-Sozietät 2 

Musikleben im alten Wien ... 2 

Adelige Damengesellschaft ... 4 

Musikfest 1812 5 

Gründung der Gesellschaft der 

Musikfreunde 7 

Statuten 1814 9 

Mitglieder 10 

Organisation 10 

Chorübungsanstalt 10 

Proben 16 

Gesellschafiskonzerte 17 

Abnahme der Mitglieder .... 21 



I. 



öffentliche Konzerte 

Musikfeste 1812 — 1816 

Gelegenheitskonzerte 

Musikfeste 1834 — 1847 

Opernkonzerte 

Abendunterhaltungen 

Konzerte 1812 — 1848 

2. 1848— 1858 

1848 

Notwendigkeit einer Reorgani- 
sierung 

Statuten 1851 

Chorgebrechen 

Chorübungen 

Projekt eines Chorvereines . . . 



Seite 
23 
23 

25 

25 

27 

27 

28 
29 

29 

29 

34 
36 

36 

48 



n. Gründung der Singakademie und des Singvereines 



Gründung der Singakademie . 
Gründung des Singvereines . 



52 
54 



Gesellschaft der Musikfreunde und 
Singakademie 55 



III. Der Singverein 



Organisation 64 

«Bestimmungen» 1858 64 

Differenzen wegen einer Händelfeier 65 
Differenzen wegen der artistischen 

Leitung der Gesellschaft ... 67 

Teilung der artistischen Leitung . 68 

Herbeck artistischer Direktor . 72, 92 

Gründung des Orchestervereines . 73 
Diskrepanzen zwischen Gesell- 
schafts-, Orchester- und Sing- 

vereinsstatuten 76 

Anbahnung neuer Statuten ... 77 

Referat Schöns 78 

Vertagung 79 

Es wird weiter beraten 80 

Generalversammlung der G. d. M., 

29. Sept. 1859 81 

Kompromiß 82 

II. Referat Schöns 83 

Antrag Maraczeks 87 

Statuten der G. d. M. 1860 ... 88 



Statutenänderung der G. d. M. 

1867 — 1869 93 

Generalversammlung der G. d. M., 

7. März 1867 95 

Generalversammlung der G. d. M., 

21. Dez. 1867 95 

Generalversammlung der G. d. M., 

25. Januar 1868 96 

Generalversammlung der G. d. M., 

I. Februar 1868 100 

Generalversammlung der G. d. M., 

18. Juli 1868 104 

Generalversammlung der G. d. M., 

19. Dez. 1868 Z05 

Statuten der G. d. M. 1869 ... 106 
Das neue Musikvereinsgebäude. . 107 
Statuten des Singvereines 1869 . . 108 
Statuten des Singvereines 187 1 . . iii 
Interne Vorgänge im Singvereine . H2 
Statutenänderungen im Singvereine 

1872 und 1876 115 



VIII 

Seite 
Statutenänderung der G. d. M. 

1874— 1877 115 

Statuten der Gesellschaft 1877 . . 117 

Statuten des Sing Vereines 1877. . 119 

Änderung 1880 119 

Änderungsversuch 1893 und 1894 . 121 

Statutenänderung des Singvereines 

1907 123 

2. Die vereinsrechtliche Stellung 
der Damen in der G. d.M. 

und im Singvereine . . i23 

1812 123 

18x4 124 

1846 124 

1851 125 

1860 125 

25. Januar 1868 126 

X. Februar 1868 127 



Seite 

18. Juli 1868 127 

19. Dezember 1868 i3i 

1877 i33 

Singverein ' . i33 

3. Fünfzig Jahre Singverein . . 135 

Proben 135 

VergnUgungsabende 139 

Maifahrten 144 

Sängerfahrten 145 

Serenade in Laxenburg 188 1 ... 148 

Generalproben 148 

Orchester 154 

öffentliches Wirken 157 

Nachlese aus der Vereinsge- 
schichte 171 

Konzertstatistik 175 

Mitgliederzahl und Stimmenver- 
hältnis 176 



Beilagen 

I Die ersten «Bestimmungen» des Singvereines vom 8. April 1858 ... (3) 

II Statuten des Singvereines vom Jahre 1869 (5) 

III Statuten des Singvereines vom Jahre 187 1 (7) 

IV Statuten des Singvereines vom Jahre 1877 (10) 

V Bestimmungen für den Vorbereitungskurs für Chorgesang (i3) 

VI Verzeichnis der Mitglieder des Singvereines 1858 — 1908 (14) 

VII Verzeichnis der Konzerte und Aufführungen unter Mitwirkung des 

Singvereines (38) 

VIII Verzeichnis der vom Singverein gesungenen Werke (51) 

IX Besetzung der Soli bei den Aufführungen einiger größeren Werke . . (81) 



Tafeln 

I Die Vorstände des Singvereines 1858 — 1904 (Porträt -Tableau) . . Titelbild 
II Die Dirigenten des Singvereines 1858 — 1880 (Porträt -Tableau) vor Seite 161 

III Die Dirigenten des Singvereines 1880 — 1908 (Porträt -Tableau) vor Seite 177 

IV Der Leitende Ausschuß der Gesellschaft der Musikfreunde 

i8i3 — 1851 (Graphische Darstellung) 

V Die Direktion der Gesellschaft der Musikfreunde 1851 — 1908 
(Graphische Darstellung) 

VI Der Leitende Ausschuß des Singvereines 1858 — 1908 (Graphi- 
sche Darstellung) 

VII Mitgliederstand des Singvereines 1858 — 1908 (Graphische Dar- 
stellung) 



am Schluße 



IX 



Personenregister 

Die fettgedruckten Seitenzahlen verweisen auf biographische Notizen 



Amadei, Albert Graf von, loi 
Apponyi, Anton Graf von, 2, 

7, 19 
Arnstein, Fanni Freiin von, 4 

Bagge, Selmar, 44, 70, 75 

Barensfeld, Fräulein von, 5 

Barth, Gustav, 34 

Batthyäny, Johann Georg Graf 

von, 7. 

Bauer, Josef Ritter von, 47, 

50, 51, 52, 54» 55, 57, 59, 

64, 65, 72, 75, 77, 79, 80, 
81, 82, 83, 84, 86, 88, 91, 

96, loi, 102, 109, 125, 126, 

127, 135 
Bechtel, Sigismund, 92 
Becker, A. J., 25 
Becker, Moritz Alois Ritter von, 

53, 75, 88, 96, 149 
Benk, Johannes, 170 

Beran, Louis, 174 

Billing Edler von Gemmen, 

Heinrich, 105, 117, 150, 152 
Blau, Albert, 95 
Böhm Edler von Böhmersheim, 

August, (141), (147), (173) 
Böhm, Friedrich, 117 
Bösendorfer, Ludwig, 148 
Botstiber, Hugo, 153 
Brahros, Johannes, 162, i63, 

164, i66, 167 
Breuner, Arnold, 140, 173 
Breuning, Gerhard von, 96 
Chotek, Franz, 139 
Czartoryski, Georg Fürst von, 

96 
Czartoryski, Konstantin Fürst 

von, 88, 96, 98 
Damisch, Heinrich, 167 
Deiller, Josef, 104, 117 
Demmer, Karl, 55 
DessofF, Otto, 96, 155, i63 
Dietrichstein, Johann Baptist 

Fürst von, 2 
Dietrichstein, Moritz Graf von, 

Dillmann, Emil, 169 
Dratschmiedt Edler von Mäh- 
rentheim, Friedrich, 96, io3 



Drexler, Josef, 43, 44, 47, 50, 53, 

54, 59, 72, 79, 83 
Dumba, Nikolaus, 96, 97, 102, 

io3, i63 
Egger, Franz, 22, 31, 39, 44, 

50, 52, 53, 55, 57, 59, 72, 
80, 88, 96, 97, 98, 10 1, 102, 
126, 127, 129, i63 
Egger, Gustav, 3i 
Elisabeth, Kaiserin von Öster- 
reich, 160 
Engel, Alexander von, 95, 97 
Erben, Robert, 139 
Escherich, Kitty von, 167 
Esser, Heinrich, 52, 96 
Eszterhäzy, Franz Graf von, 2 
Exner, Marie, 167 
Foll, Ferdinand, 139 
Forsmann, Helene, 167 
Franck, Ernst, i63, 164 
Franz I., Kaiser von Österreich, 

5,8 
Franz Josef I., Kaiser von Öster- 
reich, (93), (94), (98), 107, 
160, 169 
Fries, Moritz Graf von, 7 
Gaßmann, Florian, 2 
Gebauer, Franz Xaver, 18, 3i 
Gericke, Wilhelm, 147, 148, 
151, 152, 168, 169, 170, 171 
Gerold, Rosa von, 167 
Geymüller, Rosalie von, 5 
Goldmark, Karl, 166 
Grillparzer, Franz, 22, 166 
Gugler, Josef, 92 
Gugler, Therese, 148, 174 
Gunz, Gustav, 64, i36 
Hacker, Franz, 92 
Haimer, Josef, 172 
Hansen, Theophil Ritter von, 

94, 95 
Hanslick, Eduard, 18, 39, 78, 

158, 164 

Hauschka, Vinzenz, 7, i8 

Hecke, Wilhelm, 174 

Heintl, Franz Ritter von, 59 

Heißler, Karl, 76, 161 

Helfert, Josef Alexander Frei- 
herr von, 72, 80, (81), 96,101 



Hellmesberger, Georg, 1, 36 
Hellmesberger, Josef, 35, 38, 

41, 46, 51, 52, 54, 58, 59, 
(66), 67, 68, 69, 70, 71, 72, 

159, 164, 165, i68 
Herbeck, Johann Ritter von, 

54, 55, 57, 58, 64, 67, 72, 
75, 87, 91, 92, i3o, 135, 
i36, 150, 154, 157, 158, 159, 

160, 161, 162, 164, 168, 173 
Heßler, Friedrich, 96, 105 
Heßler, Karl, 128, i3i 
Hirschfeld, Robert, 172 
Höflfer, J. Berthold von, 3 
Hofmann, Georg 6 
Hofmann, Rudolf, 52, iio, 147, 

173 
Hofmann, Raphael, 121 
Hofroannsthal, Ignaz von, 96 
Hora, Julius, 169 
Hörn, Ferdinand, 104 
Hornbostel, Anna von, 167 
Jahn, Frieda, 147 
Jahn, Wilhelm, 168 
Joachim, Amalie, i38 
Joachim, Josef, i38 
Karajan, Helene von, 148 
Karolina Augusta, Kaiserin von 

Österreich, 25 
Kiesewetter Edler von Wiesen- 
brunn, Raphael, 5, 29 
Kirchlehner, Franz, 18 
Klemm, Friedrich, 18, 22, 37 
Koch Edler von Langentreu, 

Adolf, (99), 114, 144 
Koch, Ludwig, iio, 114, Z2l, 

140, 145, 146, 152, 173 
Köstinger, Franz, 169, 171, 172 
Kolisko, Alfred, 173 
Kräl, Eduard, 95, iio, 112, i34 
Krall, Johann Baptist, 42, 51, 

59, 72, 74, 81, 96 
Krapf, Franz, 121 
Kraus, Eugen, 121 
Kreißle Edler von Hellborn, 

Heinrich, 64, 95, i36 
Kremser, Eduard, 168 
Krenn, Alexander, 95 
KrufFt, Nikolaus Freiherr von, 7 



Kunwald, Ludwig, 120 
Lambort, Anna von, 148 
Lambert, Karl Ritter von, 152 
Landskron, Leopold, iSg 
Lannoy, Eduard Freiherr von, 

3i 
Lay, Franz Theodor, 141 
Leitner, Emil, ii3, 134 
Leonhardt, Gustav, 92 
Lewinger, Eduard, 128, i3o 
Lewinsky Josef, 107 
Lewy, Gustav, 52 
Liszt, Franz Ritter von, 137, 166 
Lobkowitz, Josef Fürst von, 

2, 6, 7 
Lobkowitz, Karoline Fürstin 

von, 4 
Löwe, Ferdinand, 170, 172 
Lorenz, Adolf, 52, 114 
Maliin, Johann, iio, 112, 134 
Mandeles, Friedrich, 95 
Mandyczewski, Eusebius, 172 
Manussi Edler von Montesole, 

Ferdinand Karl, 50, 59, 72, 

73, 80 
Maraczek, Karl, 74, 76, 87, 88, 

91, 96 
Martin, Johann, 52 
Maucher, Ignaz, 75 
Mayer, Johann Freiherr von, 96 
Mendclssohn-Bartholdy, Felix, 

26 
Meyer, Gotihelf, 115, 117 
Miller zu Aichholz, August 

Ritter von, 114 
Mohrenberg, Ludwig, iio, 112 
Mosel, Ignaz Edler von, 5, 7, 

12, i3, 15, 16, 27 
Mosenthal, Salomon Hermann 

Ritter von, 96, i63 
Müllner, Franz, iio, 117, 119, 

149, 150 
Neuwirt, Johann, 95 
Nicolai, Otto, 29 
Nigg, Hermann, 121 
Niiius, Julius, 114 
Nottebohm, Gustav, 72 
Olschbaur, Karl Ritter von, 64, 

96, 107, 136 
Palffy, Ferdinand Graf von, 15 
Parmentier, Adolf Ritter von, 

96, 114 
Paul, Ignaz, 33, 34, 50, 54, 68, 

69» 70, 71, 72, 73, 80, 88, 

95, 126 
Pauli, Hilda, 148 



Pawlikowsky, Franz, 145 
Perger, Richard Ritter von, 170 
Pfeiffer, Josef M., 114 
Pichler, Karl, 46 
Pichs, Theodor, iio, 112 
Pohl, Karl Ferdinand, 29, 144, 

145, 148, 168, 169 
Preyer, Gottfried, 88 
Raindl, Viktor Ritter von, 95, 

96, 107, 108, 119, 146, 148, 

149, 150, 151, 165, 169, 171 
Ranzi, Josef, 50 
Rechberger, Leopold, 12 
Recher, Phillipp, 52 
Regenhart von Zäpory, Franz 

Ritter, 144 
Richter, Hans, 167, 168, 169, 170 
Rick, Karl, 52, 53 
Riedl von Riedenau, Franz 

Xaver Ritter, 39, 40, 41, 

42» 50, 54» 57, 58, 69, 72, 76 
Riedl, Therese, 5 
Ries, Ferdinand, 26 
Roesner, Karl, 50, 59, 88 
Rowland, William, 121, 140 
Rubinstein, Anton von, 112, 

165, 166 
Rudolf, Kronprinz von Öster- 
reich, 148, 169 
Salieri, Antonio, 7, 13, 14, 15, 

16, 27 
Schalk, Franz, 145, 170, 171 
ScharfF, Anton, 173 
Scharoch, Michael, 96 
Schickh, Max Edler von, 117 
Schindler, Rudolf, 121, i23 
Schläger, Hans, 52 
Schmidt, August, 52, 114 
Schmiedel, Johann Baptist, 

18,27 
Schön, Eduard, 59, 72, 77, 78, 

80, 83, 84, 85, 96, 128 
Schumann, Klara, 107, i3o, i37 
Schwäger von Hohenbruck, 

Prisca Freiin, 148 
Schwarzenberg, Josef Johann 

Fürst von, 2 
Schwinner, Karl, iio, 112 
Sedlnitzky, Josef Graf von, 

19, 20 
Seel, Josef, 12 
Severin, Karl, 139 
Seyfried, Ignaz Ritter von, 27 
Siegl, Julius Ritter von, i38 
Siegl, Karl Ritter von, 138 
Soini, Paul, 6 



Sonnleithner, Ignaz Ekller von, 

6 
Sonnleithner, Josef, 4, 7, 8, 

12, 123 

Sonnleithner, Leopold Edler 

von, 18, 50, 54, 59, 72, 75, 

80, 88, X05, i3i 
Speidel, Ludwig, i, 70, 159 
Spohr, Ludwig, 17 
Standthartner, Josef, 96 
Stegmayer, Ferdinand, 36, 38, 

4^ 42, 44, 46, 52, 56, 57, 

58, 60 
Steinacker, Karl, 5 
Stockher, Johann Gustav, 96 
Stockher, Stephan, 139 
Streicher, Andreas, 4, 5 
Stubenrauch, Moritz Edler von, 

30.88 
Stumm, Franz, 117 
Sturm, August, 139 
Supp^, Franz von, 76 
Swieten, Gottfried Freiherr 

von, 2 
Titze, Ludwig, 22 
Tost, Johann, 5, 7 
TrauttmansdorfF, Ferdinand 

Fürst von, 3 
Trutter, Josef, 119 
Türck, Josef, 96 
Uhl, Roman, 114 
Unger, Josef, 96, xoo, 127, 129, 

i3o, i3i, i32 
Valker, Georg, 139 
Vrany, Josef, 155 
Wagner, Hans, 139 
Wagner, Richard, 146 
Walcher Ferdinand, 74 
Walter, Alois, 152 
Walther von Herbstenburg, 

Josef Ritter von, 96 
Weigl, Josef, 27 
Weil von Weilen, Josef Ritter, 

107 
Weinwurm, Rudolf i63 
Weiß, Laurenz, 46 
Weissei, Josef, 72, 126 
Wilt, Franz, 96 
Wilt, Marie, 160, 161 
Winkler, Leopold, 141 
Winter, Friedrich, 96 
Wolf, Theodor, 148 
Zellner, Leopold Alexander, 

75, 121, 156, 175 
Zizius, Johann, 7 
Zmcskall, Nikolaus von, 7 



XI 



Literatur 

Nachfolgend sind in chronologischer Ordnung einige der wichtigeren einschlägigen Schriften und 
Werke zusammengestellt — auf Vollständigkeit erhebt dieses Verzeichnis keinen Anspruch. 

Gedanken über den vorgeschlagenen Verein der Musikfreunde in Wien. Wien i8i3 

Blicke auf die Gesellschaft der Musikfreunde des Österreichischen Kaiserstaates und 
deren Kunstleistungen in diesem Jahre. (Allgemeine Musikalische Zeitung, 
Wien, III. Jahrg. 1819, S. 429 — 432, 437 — 439, 445 — 447.) 

Ignaz y. Mosel: Über die unter Leitung des Herrn F. X. Gebauer bestehenden 
Concerts spirituels. (Ebend., IV. Jahrg. 1820, S. 217 — 220.) 

Monatsbericht der Gesellschaft der Musikfreunde des Osterreichischen Kaiser- 
staates. Wien. Zwei Jahrgänge, 1829 und i83o 

(J. B. Weiß): Die Gesellschaft der Musikfreunde des Osterreichischen Kaiserstaates. 
Vom Herausgeber des Osterreichischen Volksfreundes. Wien i83i 

(Johann Ritter v. Lucam): Denkschrift zur 25 jährigen Jubelfeier der Gesellschaft 
der Musikfreunde des Österreichischen Kaiserstaates, durch Aufführung der 
cSchÖpfung» am 5. November 1837. Von einem Kunstfreunde. Wien 1840 

Gr. Ath — s: Die Gesellschaft des Musikvereines des Osterreichischen Kaiserstaates. 
(Allgemeine Wiener Musik-Zeitung, herausgegeben von August Schmidt. Wien, 
III. Jahrg. 1843, S. 445—446, 448—451, 457—458» 465—466-) 

Johann Vesque v, Püttlingen: Über die Gründung eines vaterländischen Konser- 
vatoriums von Staatswegen. (Beilage zur Wiener Zeitung, 1850, Nr. 129) 

Selmar Bagge: Die Gesellschaft der Musikfreunde als Konzertinstitut. (Monats- 
schrift für Theater und Musik, herausgegeben von Josef Klemm. Wien, 
I. Jahrg. 1855, S. 497—503.) 

Leopold V. Sonnleithner: Die Gesellschaft der Musikfreunde des Osterreichischen 
Kaiserstaates. Für die Bibliothek des Gemeinderates von Wien zusammen- 
gestellt. Wien 1857. (Manuskript, in der Bibliothek der Gesellschaft.) 

,C(arl) F(erdinand) Pohl: Zur Chronik des Konservatoriums. (Jahresbericht des 
Konservatoriums der Musik 1860/61, S. 3 — 7; 1861/62, S. 3 — 10) 

Leopold V. Sonnleithner: Musikalische Skizzen aus Alt -Wien. (Rezensionen und 
Mitteilungen über Theater und Musik. Wien. VII, 1861, S. 737 — 741; 753 — 
757; VIII, 1862, S. 4 — 6; 177 — 180; 369 — 375 [dieser Artikel ist, da die 
Familie Sonnleithner selbst betreffend, von Wilhelm Böcking]; IX, i863, 
S. 3o5 — 307; 322 — 325) 



XII 

Eduard Hanslick: Zur Geschichte des Konzert wesens in Wien. I. (Osterreichische 
Revue, Wien, II. Jahrg. 1864, Bd. 4, S. 167 — 195); II. (Ebend., Bd. 5, S. 152 — 
181); III. (Ebend., Bd. 6, S. 121—160); IV. (Ebend., Bd. 8, S. 165—200) 

M(oriz) A(lois Ritter v.) Becker: Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. 
(Österreichische Revue, Wien, V. Jahrg. 1867, 5. Heft, S. 99 — i3o.) 

Konstantin (Fürst v.) Czartoryski: Die Gesellschaft der Musikfreunde und ihr 
Konservatorium. 1859 — 1867. Rückblick eines gewesenen Direktionsmitgliedes. 
Wien 1868 

Eduard Hanslick: Geschichte des Konzertwesens in Wien. Wien 1869. (Ist eine 
Umarbeitung und Erweiterung der vier Aufsätze in der Osterreichischen 
Revue vom Jahre 1864.) 

Eduard Hanslick: Aus dem Konzertsaal. Kritiken und Schilderungen aus zwanzig 
Jahren des Wiener Musiklebens 1848 — 1868. Wien 1869. (Zweite, durch- 
gesehene und verbesserte Auflage 1897.) 

C(arl) F(erdinand) Pohl: Zur Geschichte der Gründung und Entwicklung der 
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und ihres Konservatoriums. (Jahresbe- 
richt des Konservatoriums der G. d. M. in Wien, 1868/69, Wien, 1869, S. i — 16) 

Blätter der Erinnerung an den Bau und die Eröffnung des neuen Hauses der 
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 1870. Wien 1870 

C(arl) F(erdinand) Pohl: Denkschrift aus Anlaß des 100 jährigen Bestehens der 
TonkÜnstlersozietät. Wien 1871 

C(arl) F(erdinand) Pohl: Die Gesellschaft der Musikfreunde des österreichischen 
^aiserstaates und ihr Konservatorium. Auf Grundlage der Gesellschaftsakten 
bearbeitet. Wien 1871 

C(arl) F(erdinand) Pohl: Denkschrift aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des 
Singvereines der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Wien i883 

C(arl) F(erdinand) Pohl: Festschrift aus Anlaß der Feier des 25jährigen 
ununterbrochenen Bestandes der im Jahre 1842 gegründeten Philharmonischen 
Konzerte. Wien 1885 

(Ludwig Ritter v. Herbeck): Johann Herbeck. Ein Lebensbild; von seinem 
Sohne Ludwig. Wien 1885 

Rudolf Hofmann: Der Wiener Männergesangverein. Chronik der Jahre 1843 — 
1893. Aus Anlaß der 50 jährigen Jubelfeier des Vereines und im Auftrage 
desselben verfaßt. Wien 1893 

Robert Hirschfeld: Musik. (Österreichische Rundschau, I. Band, Wien 1904/05, 
S. 107 — H2; II. Band, 1905, S. 377 — 38o.) 

Wilhelm Freiherr v. Weckbecker: Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. 
(Österreichische Rundschau, II. Band, Wien 1905, S. 307 — 322.) 

Karl Demmer: Festschrift der Wiener Singakademie zur Feier des 50jährigen 
Bestandes 1858 — 1908. Wien 1908 



I. Vorgeschichte 



1. 1812—1848 

L/ie Geschichte des Singvereines der Gesellschaft der Musik- Ontogenie 
freunde in Wien beginnt formell mit dem i6. April 1858 als dem ^ mgveremes 
Tage seiner Konstituierung. Genetisch betrachtet reicht sie aber viel 
weiter in die Vergangenheit zurück. 

Ganz richtig hat Ludwig Speidel im Abendblatte der «Wiener 
Zeitung» vom 17. Juni 1858 bemerkt: «Der Singverein ist nicht 
eigentlich neu gegründet worden, er bezeichnet vielmehr nur eine 
Reorganisierung im Schöße der Gesellschaft der Musikfreunde. > 

Tatsächlich bedeutet die Bildung des Singvereines nichts weiter als 
eine Metamorphose der im Jahre 1853 über Georg Hellmesbergers 
Anregung eingeführten oder vielmehr richtiger: wieder eingeführten 
«Chorübungen». Denn auch diese Chor Übungen haben einen Vorgänger 
gehabt, allerdings mit einer längeren Unterbrechung in den dreißiger 
und vierziger Jahren, welchen Zustand des Schlummers man als den 
Puppenzustand des Singvereines bezeichnen könnte. 

Kurz gesagt: Der Singverein wurzelt in der «Chorübungsan- 
stalt» der Gesellschaft der Musikfreunde, wie sie gemäß dem Statuten- 
entwurfe vom Jahre 181 3 und den ersten, von Kaiser Franz I. 
genehmigten Statuten vom Jahre 18 14 bestanden hat und unter dem 
Namen «Singübungsanstalt» auch schon in dem ersten Vorschlage vom 
Jahre 181 2 vorgesehen war. 

Zwar nicht der Form, wohl aber dem Gedanken nach ist also 
der Singverein so alt wie die Gesellschaft der Musikfreunde selbst. 
Der Singverein von heute ist nur das am höchsten entwickelte und 
differenzierte Endglied einer Reihe von Verwandlungen — von Ver- 



Sozietät 



Wandlungen, die indessen mehr die äußere Hülle betroffen haben als 
den Kern, mehr das Kleid als den Körper. Auch der Geschichte der 
Gesellschaft der Musikfreunde als solchen sind wiederholte Verwand- 
lungen nicht fremd ; und sie haben dort sogar tiefer in den Organismus 
und seine Lebensfunktionen eingegriffen als hier. Der Unterschied 
zwischen dem Singverein und der ursprünglichen Chorübungsanstalt 
ist gewiß in jeder Hinsicht geringer als jener zwischen der Gesellschaft 
der Musikfreunde, wie sie heute ist, und wie sie vor fast loo Jahren war. 
Tonkünstler- Die Gesellschaft der Musik fr eundcist nicht das älteste Konzert- 

institut Wiens. Dieser Titel gebührt vielmehr der von dem Hofkapell- 
meister Florian Gaßmann im Jahre 1771 als < Pensions verein für 
Witwen und Waisen österreichischer Tonkünstler» gegründeten «Wie- 
ner Tonkünstler- Sozietät» (1862 reorganisiert unter dem Namen 
«Haydn»). Diese lediglich aus Fachmusikern bestehende Vereinigung 
war in Wien die erste stabile Konzertunternehmung, deren Produktionen 
jedermann gegen Entgelt ohneweiters zugänglich waren. Die Sozietät 
veranstaltete deren jährlich vier, wovon aber die zweite und die vierte 
zumeist nur Wiederholungen der ersten und der dritten waren. Daß 
dies dem Bedürfnisse des seit jeher musikliebenden Wiens auch nicht 
im entferntesten genügen konnte, ist klar. Tatsächlich war zu jener 
Zeit die höchste Pflege der Musik nicht im Berufsmusikertum und in 
der Öffentlichkeit, sondern vielmehr im Dilettantentum und in geschlos- 
senen Privatkreisen zu suchen und zu finden. 
Musikleben Das nichtöffentliche Musikleben stand damals in Wien in höchster 

im a en len gj^g ^^^ ^^ ^^^ einer Reichhaltigkeit, von der wir uns heute kaum 

mehr eine zutreffende Vorstellung zu machen vermögen. In allen 
größeren Familien des Adels und des Mittelstandes wurde wacker 
konzertiert, aber nur für die Freunde der Familie und sonstige geladene 
Gäste. Als erster Anflug zu einem Zusammenschluß auf gesellschaftlicher 
Grundlage sind hier die großen Aufführungen Händelscher Oratorien 
besonders hervorzuheben, die der musikbegeisterte Präfekt der Hof- 
bibliothek Gottfried Freiherr van Swieten in Verbindung mit den 
Fürsten Lobkowitz, Schwarzenberg, Dietrichstein und den Grafen 
Apponyi, Batthyani und Eszterhäzy von 1780— 1 801 teils im Saale 
der Hofbibliothek, teils im Palais des Fürsten Schwarzenberg auf dem 
Mehlmarkte — aber gleichfalls nur für geladene Gäste — veranstaltete. 
Auch die ersten Aufführungen der «Schöpfung» und der «Jahreszeiten» 
sind dieser adeligen Gesellschaft zu danken. 



Daneben hatten allerdings, aber nur in bescheidenem Umfange, 
auch gegen Entgelt zugängliche sogenannte «Liebhaberkonzerte» be- 
standen, insbesondere im Gasthause «zur Mehlgrube» und im Augarten. 
Das berühmteste aber war das «Adelige Liebhaberkonzert» oder 
«Kavalierkonzert», das, 1806 unter dem Protektorate des Fürsten 
Trauttmansdorff gegründet, seine Aufführungen in der damaligen Aula 
der Universität, dem heutigen Festsaale der Kaiserlichen Akademie der 
Wissenschaften veranstaltete, sie im November 1807 begann, aber schon 
nach einer kurzen Zeit der schönsten Blüte am 27. März 1808 mit 
jener denkwürdigen Aufführung der «Schöpfung» beschloß, deren 
Säkularfeier heuer von der Gesellschaft der Musikfreunde durch eine 
an demselben Jahrestage und an demselben Orte im historischen Stile 
veranstaltete Festaufführung begangen worden ist. 

Den kriegerischen Ereignissen, die damals den öffentlichen Auf- 
schwung, zu dem der musikalische Dilettantismus in Wien angesetzt 
hatte, mit rauher Hand gewaltsam unterbrachen, blieb es indessen 
vorbehalten, einige Jahre später auch befruchtend einzuwirken, die 
Wiedergeburt des öffentlichen Konzertierens in die Wege zu leiten und 
die musikalischen Hauskreise Wiens zu einem bleibenden Zusammen- 
schlüsse zu veranlassen, dem es in der Folge beschieden sein sollte, 
die edelsten Früchte zu tragen und zur Reife zu bringen. 

Der Wunsch und das Bedürfnis hiezu waren längst vorhanden. 
Schon die «Vaterländischen Blätter» vom Jahre 1808 wissen über den 
Mangel eines bloß der Musik gewidmeten Institutes in Wien ein er- 
greifendes Klagelied anzustimmen und meinen, daß jeder Fremde das 
Fehlen eines solchen mit Verwunderung wahrnehmen müsse. In der Tat 
war Wien — das musikalische Wien, die Musikstadt par excellence — 
in dieser Hinsicht schon von den meisten größeren Städten des Aus- 
landes überflügelt ; fast allenthalben begegnete man bereits um diese Zeit 
ständigen Orchester- und Chorvereinigungen, unter denen die Gewandhaus- 
konzerte in Leipzig (seit 1781) und die Singakademie in Berlin (seit 1791) 
die bedeutendsten waren. In St. Petersburg war 1802 eine Philharmonische 
Gesellschaft gegründet worden, in Bern 1 804 eine Musikalische Akademie 
sowie in der Schweiz 1808 die Allgemeine Schweizerische Musikgesellschaft, 
gar nicht zu reden von den musikalischen Korporationen Italiens, Frank- 
reichs und Englands ; ja in Osterreich selbst zählte und zählt die bereits im 
Jahre 1 702 von J. Berthold v. HöfFer in Laibach gegründete Philharmoni- 
sche Gesellschaft zu den ältesten musikalischen Vereinigungen überhaupt. 



Es bedurfte also nur noch eines leichten äußeren Anstoßes. 
Adelige Nun woT im Februar 1811 über Anregung der Fürstin Karoline 

von Lobkowitz die «Gesellschaft adeliger Frauen zur Beförde- 
rung des Guten und des Nützlichen» gegründet worden. Diese 
Gründung war zum großen Teile das Werk des damaligen Hoftheater- 
sekretärs Josef Sonnleithner, ^) der denn auch bis zu seinem Tode als 
perpetuierlicher Sekretär der Damengesellschaft fungierte. Unter der 
Patronanz dieser Gesellschaft wurde nun am 12. April 181 2 in dem 
neuen Konzertsaale des Klavierfabrikanten Andreas Streicher ein 
Dilettantenkonzert gegeben, dessen Reinertrag (3ooo fl. W. W.) zur 
Linderung der Not von Blinden und Augenkranken bestimmt war. 
Der glänzende Ausfall dieses Konzertes — besonders der Vokalchor 
von Joh. Abrah. Peter Schulz «Vor Dir, o Ewiger! tritt unser Chor 
zusammen» machte, wie die «Musikalische Zeitung für die Öster- 
reichischen Staaten» berichtet, starken Eindruck — erweckte in Sonn- 
leithner zuerst die Idee, eine Zusammenscharung der zahlreichen Musik- 
freunde zu bewirken, um so mit vereinten Kräften und in großzügiger 
Weise zugleich der Musik und der Humanität zu dienen. 

Diese schöne Idee sollte noch in demselben Jahre verwirklicht 
werden, und zwar wurde diesmal die Ausführung ganz von der be- 
sagten Damengesellschaft in die Hand genommen. Die durch den 
Krieg arg geschädigten Bewohner der Gegend um Aspern sowie die 
Einwohner der durch eine furchtbare Feuersbrunst verheerten Stadt 
Baden bedurften dringend einer ausgiebigen Unterstützung. Da griff 
die Ausschußdame der Frauengesellschaft Fanni Freiin von Arnstein 
den Gedanken Sonnleithners auf und die Gesellschaft beschloß, die 
Bewohnerschaft Wiens durch die Veranstaltung eines noch nicht da- 
gewesenen Monstrekonzertes zur Unterstützung der Notleidenden heran- 
zuziehen. 



') Josef Ferdinand Sonnleithner, geb. 3. März 1766 in Wien, absolvierte die Uni- 
versität, errichtete 1782 in Wien eine Druckerei, die er aber nach zwei Jahren wieder aufgab. 
1787 Kanziist im Geheimen Kabinett des Kaisers, 1790 als Hofkonzipist der Hofkanzlei zu- 
geteilt, dann der Hofkammer. Nach Kotzebues Abgang Hoftheatersekretär von 1804— 1814, 
1815 Hofagent, 1816 Titel und Charakter eines N.-ö. Regierungsrates, 1823 Hofkriegsagent. 
Gest. 26. Dezember i835 in Wien. War auch literarisch tätig, schrieb mehrere Lustspiele und 
Textbücher, so auch für Beethoven das zu «Leonore», das dann später von Friedr. Treitschke 
in das zu «Fidelio» umgestaltet wurde. War, wie wir sehen werden, einer der Hauptgründer 
der Gesellschaft der Musikfreunde und versah auch dort bis zu seinem Tode das Ehrenamt 
eines permanenten Sekretärs. 



über Vorschlag Streichers entschied man sich dahin, Händeis Musikfwt 1812 
Oratorium c Alexanderfest» unter dem Titel «Timotheus, oder die 
Gewalt der Musik» aufzuführen, und zwar mit der vermehrten In- 
strumentierung von Mozart. Die Damengesellschaft verschickte an alle 
bekannten musikalischen Dilettanten gedruckte Einladungen zur Mit- 
wirkung mit dem Ersuchen, ihr noch weitere geeignete Persönlichkeiten 
namhaft zu machen. Ursprünglich wollte man das Konzert im Großen 
Redoutensaale abhalten, doch liefen die Anmeldungen so zahlreich ein, 
daß man bald nach einem größeren Saale Umschau hahen mußte. Da 
war es denn eine große Förderung des Unternehmens, daß Kaiser Franz 
den Prachtraum der Winterreitschule — ein Meisterwerk Fischers von 
Erlach — in einen Konzertsaal umgestalten und festlich ausschmücken ließ, 
die Abhaltung der großen Proben in dem neuen Rittersaale der Hofburg 
gestattete und überdies noch 1000 fl. zu den Kosten beisteuerte. Die 
vorbereitenden Singproben wurden im Palais Lobkowitz abgehalten. 

Am 29. November 1812, mittags 12 Uhr, fand in Gegenwart des 
Hofes und vor fast 5000 Zuhörern die Aufführung statt, die einen so 
außerordentlichen Beifall fand, daß sie am 3. Dezember wiederholt wurde. 

Dirigent war der Hofkonzipist Ignaz MoseP), Partiturnachleser Karl 
Steinacker; bei der ersten Violine dirigierte der Großhändler Johann 
Tost. Am Klavier saß Streicher, der sich um die Zusammensetzung 
und die Ausbildung des Chores besonders verdient gemacht hatte. Die Soli 
wurden vorgetragen von Frau Rosalie v. Geymüller, den Fräulein v. 
Barensfeld und Therese Riedl, den Herren Raphael Kiesewetter^), 

') Ignaz Franz Edler von Mosel, geb. 2. April 1772 in Wien, trat 1801 in den Hof- 
dienst, wo er zum Hofsekretär vorrückte. 1818 Adelstand, 1821 Hofrat und Vizedirektor der 
Hoftheater, 1829 I. Kustos der Hofbibliothek, deren Geschichte er schrieb und 1835 veröffent- 
lichte. Hatte seit frühester Jugend große Neigung zur Musik, mit der er sich praktisch und 
theoretisch viel beschäftigte; spielte Viola und komponierte. War Mitbegründer der Gesell- 
schaft der Musikfreunde und gehörte fast ununterbrochen deren Repräsentantenkörper an. 
Gest. 8. April 1844 in Wien. 

^) Raphael Georg Kiese wetter Edler von Wiesenbrunn, geb. 29. August 1773 zu Holle- 
, schau in Mähren, studierte in Olmütz und Wien die Rechte und trat 1794 i^ ^^^ Kriegskanzlei der 
Reichsarmee unter Erzherzog Karl ein. 1804 zum Hofkriegsrat nach Wien versetzt, wurde er 1807 
zum Hofrate befördert. 1845 beim Übertritt in den Ruhestand geadelt, nach Baden übersiedelt, 
dort gest. am 2. Jänner 1850. Hat sich viel mit wissenschaftlichem Studium der Tonkunst be- 
schäftigt, besonders mit Geschichte der Musik; hat i8o3 bei Albrechtsberger Generalbaß und 
später bei Hartmann Kontrapunkt studiert und war einer der bedeutendsten musikalischen Schrift- 
steller und Kritiker seiner Zeit. Besaß eine reichhaltige Partiturensammlung alter Musik, die er 
der Hofbibliothek vermachte. War 1821— 1843 Präses-Stellvertreter der Gesellschaft der Musik- 
freunde und seit 1843 Ehrenmitglied. 

1* 



Dr. Ignaz Sonnleithner^) — bei der Wiederholung von Josef Fürst 
von Lobkowitz — Paul Soini und Georg Hofmann. Der Chor 
zählte 280, das Orchester 299 Mitwirkende 2), so daß also die Gesamt- 
zahl der Mitwirkenden 590 betrug. Bei der zweiten Aufführung wurde 
nach dem Oratorium noch der Vokalchor «Vor Dir, o Ewiger!» von 
Schulz gesungen und der erste Chor der zweiten Abteilung von 
«Timotheus» wiederholt. 

Die Kosten im Betrage von 3158 fl. abgerechnet, haben die beiden 
Konzerte dem wohltätigen Zwecke einen Reinertrag von 25 9340. W. W. 
zugewendet. 

Eine ausführliche Nachricht über dieses großartige Konzert hat Graf 
Moritz von Dietrichstein ^), der um das Unternehmen hochverdiente 
Kassier der adeligen Frauengesellschaft, in den «Vaterländischen Blättern» 
vom 12. Dezember 18 12 veröffentlicht 4). 



') Ignaz Edler von Sonnleithner, ein Bruder des Josef Sonnleiihner (S. 4), geb. 
3o. Juli 1770 in Wien, vollendete 1791 die juridischen Studien und promovierte 1794. 1795 
Hof- und Gerichtsadvokat, i8o3 Notar, 18 10 Titel eines K. K. Rates und Lehrer der Handels- 
wissenschaft, des Handels- und Wechselrechtes an der K. K. Realschule, später (1815) am 
Polytechnikum. Begründete 1824 die Allgemeine Versorgungsanstalt; 1826 Referent der 
Sparkassa. 1828 Adelstand. Legte 1829 die Advokatur und das Notariat nieder, um sich 
ganz den beiden letztgenannten Instituten zu widmen. Gest. 27. November i83i in Wien. 
War Mitbegründer der Gesellschaft der Musikfreunde und Mitglied deren Repräsentanten- 
körpers bis zu seinem Tode. Gehörte 1815— 1817 dem Leitenden Ausschusse an. 

2) Die Besetzung war: 60 1. und 60 II. Violinen, 37 Violen, 33 Celli, 21 Kontrabässe, 12 Flö- 
ten, 12 Oboen, 12 Klarinette, 12 Fagotte, 2 Kontrafagotte, 12 Hörner, 12 Trompeten, 9 Posaunen, 
4 Pauken und i Große Trommel. Unter den Kontrabässen befanden sich 12, unter den Bläsern 
66 und beim Schlagwerk 4 Berufsmusiker ; alle übrigen Mitwirkenden waren Dilettanten. 

In den Akten der Gesellschaft der Musikfreunde befindet sich ein gestochener Plan: 
«Einrichtung des Orchesters zum großen Dilettantenkonzert am 29. November 1812.» Es ist 
nicht ohne Interesse zu sehen, wie damals die Aufstellung war: Zuvorderst am Podium in der 
Mitte das Klavier mit je einem Cello und Kontrabaß, daneben zu beiden Seiten die Solisten und 
weiterhin links je zwei Klarinette, Oboen und Hörner, rechts je zwei Flöten, Fagotte und Violen 
zur Begleitung der Soli. Dahinter der Chor und zwischen dessen zweiter und dritter Reihe 
der Dirigent. Hinter dem Chor die eine Hälfte der Pauken und der Harmonie und dahinter 
die Violinen und Violen. Hinter diesen der Partiturnachleser und die andere Hälfte der Pauken 
und der Harmonie. Zuhinterst die Große Trommel. Die Celli und Kontrabässe aber waren 
zu beiden Seiten in je vier gesonderten Gruppen über die ganze Tiefe des Podiums verteilt. 

*) Moritz Graf von Dietrichstein- Proskau-Leslie, geb. 19. Februar 1775 in Wien. Trat 
1800 als Oberst aus der Armee aus und war 1815— i83i Obersthofmeister des Herzogs von Reich- 
stadt (Prinzen von Parma). 1819 Hofmusikgraf, 1821 Hoftheaterdirektor, 1826 Präfekt der Hof- 
bibliothek. Trat 1848 in den Ruhestand. Gest. 27. August 1864. War Mitglied des erstgewählten 
Repräsentantenkörpers der Gesellschaft der Musikfreunde und 18 15 Präses -Stellvertreter, 

*) Auch die «Wiener Zeitung» von demselben Tage brachte einen längeren Bericht, 



Die allgemeine Begeisterung, die die MonstreaufFührung des klassischen Gründung 
Werkes Händeis erweckte, benützte Josef Sonnleithner, um seinen längst der Musikfreunde 
gehegten Wunsch nach einer dauernden Vereinigung der Musikfreunde 
Wiens zu verwirklichen. Vereinigt waren sie bereits, und zwar in großer 
Zahl, zu einem bestimmten, wohltätigen Zweck ; es galt nun, diese Ver- 
einigung zu künstlerischen Zwecken auch für die Zukunft zu erhalten. 

Sonnleithner hatte einen «Vorschlag zur Organisierung des 
Dilettantenvereines» ausgearbeitet und in Druck legen lassen, worin 
in 45 Paragraphen die Grundzüge der geplanten Vereinigung entwickelt 
wurden. Danach sollte der Verein «Gesellschaft der Osterreichischen 
Musikfreunde» heißen, lediglich aus Dilettanten und Musikfreunden 
bestehen und in drei Abteilungen zerfallen: in die «Singübungsanstalt», 
in die «Anstalt zur Übung der Instrumentalmusik» und in die «Auf- 
führung größerer und kleinerer Konzerte». Die Gesamtheit der Mit- 
glieder sollte durch 50 Bevollmächtigte vertreten werden, die ihrerseits 
einen engeren Ausschuß zu wählen hätten. 

Unmittelbar nach dem zweiten Konzerte erging an sämtliche Musik- 
freunde und -Freundinnen die Einladung, diesen gedruckten Vorschlag 
zu einem dauerhaften Verein, wenn sie ihn noch nicht erhalten haben 
sollten, in der Kanzlei der Damengesellschaft abzuholen und sich dann, 
wenn sie zum Beitritte geneigt sind, spätestens bis 15. Dezember eigen- 
händig in das hiezu bestimmte Buch einzuzeichnen. Die Aufforderung 
fand starken Anklang: die erste, am 26. Jänner 181 3 ausgegebene Liste 
der bis Ende Dezember beigetretenen Mitglieder enthielt bereits 507 Namen. 

Mit welchem Elan die Gründung der Gesellschaft betrieben wurde, 
kann durch nichts besser illustriert werden als durch den Umstand, 
daß schon von allem Anfang an an die Errichtung eines eigenen 
Konzertsaales gedacht wurde, für den die Pläne und Kostenvoranschläge 
bereits ausgearbeitet waren und in der Kanzlei der Damengesellschaft 
zur Einsicht bereitlagen*). 

Geichzeitig mit der Versendung des Aufrufes war auch um die 
kaiserliche Bewilligung zur Gründung des Vereines eingeschritten worden 



^ Gleich in der ersten, am 28. März i8i3 abgehaltenen Sitzung des mit der Ausarbeitung 
der Verfassung der Gesellschaft betrauten engeren Ausschusses — dem unter dem Vorsitze 
des Fürsten Josef V. Lob kowitz die Herren Anton Graf v. Apponyi, Moritz Graf v. Dietrich- 
stein, Moritz Graf V. Fries, Vinzenz Hauschka, Nikolaus Frh. v. Krufft, Ignaz Mosel, 
Antonio Salieri, Josef Sonnleithner, Johann Tost, Prof. Johann Zizius und Nikolaus 
V. Zmeskall angehörten — wurde einstimmig zu Protokoll gegeben: «Die Gesellschaft ist 



8 

und schon am 22. Jänner 181 3 erging die kaiserliche Entschließung: 
«Ich bewillige die Errichtung dieses Vereines gegen dem, daß Mir der 
Entwurf der Statuten für denselben vorgelegt und Meiner Genehmigung 
unterzogen werde.» 

Ein engerer Ausschuß ^) beriet über diesen Statutenentwurf in 
mehreren Sitzungen vom 28. März bis 25. Mai 181 3. Hierauf wurde 
der Entwurf gedruckt und an die 50 bereits im Dezember im Korre- 
spondenzwege gewählten Bevollmächtigten (Repräsentanten) versendet. 
Diese berieten darüber vom 11. bis 24. Februar 1814, worauf die 
«Statuten der Gesellschaft der Musikfreunde des Österreichi- 
schen Kaiserstaates» 2) in ihrer endgiltigen, von der vorigen nur 
hin und wieder und nur unwesentlich abweichenden Fassung der 
kaiserhchen Sanktion unterbreitet wurden, die sie denn auch mit 
allerhöchster Entschließung ddo. Baden, 28. Juni 18 14 erhielten. 

In dem ursprünglichen Organisierungsvorschlage Sonnleithners war 
die Gesellschaft noch als reines Konzertinstitut gedacht; nur gegen 
Schluß wurde darauf hingewiesen, daß trotz der Emporbringung der 
musikalischen Kunst durch den eifrigen Betrieb der geplanten Anstalt 
in ihren drei Abteilungen für die Kunstfreunde noch der Wunsch nach 
Gründung eines Konservatoriums übrig bleibe. Vorderhand aber könne 
man hierüber nichts anführen, als daß dieser Gegenstand zur Sprache 
gebracht werden solle, sobald es die Umstände nur einigermaßen erlaubten. 



willens, durch Aktien und andere, ebenfalls außer der Verbindlichkeit der Mitglieder liegende 
Zuflüsse ein eigenes Gebäude herzustellen, welches sie in den Stand setzt, ihre Zwecke in ihrem 
ganzen Umfange ausführen zu können.» 

Man wollte i8i3 den sogenannten «Kleinen Passauerhof» erwerben, doch langten die 
Mittel der Gesellschaft dazu nicht aus. Sodann wurde unter dem 7. Dezember 1814 Kaiser 
Franz in einem Majestätsgesuche um die Überlassung eines Baugrundes auf dem Glacis oder 
auf der Bastei gebeten, welche Bitte jedoch abschlägig beschieden wurde. Auch einige Jahre 
später war der Gesellschaft das Glück nicht hold, als sie 1819 den «Großen Passauerhof» an- 
kaufen und zu einem Schul- und Konzerthause mit einem 47 m langen und ig m breiten Saale 
— also fast genau von den Dimensionen des heutigen Großen Musikvereinssaales — umbauen 
wollte. Erst 1829 gelangte die Gesellschaft in den Besitz eines eigenen Hauses, indem sie das 
seit 1822 gemietete Haus «Zum Rothen Igel» unter den Tuchlauben Nr. 558 ankaufte und 
i83o/3i für ihre Zwecke umbaute. Vordem war die Kanzlei der Gesellschaft bis August 1817 
in der Wohnung Josef Sonnleithners in dem v. Pachnerschen Hause am Graben Nr. 1200, Ecke 
der Bräunerstraße, dann in dem Hause «Zum Rothen Apfel» in der Singerstraße Nr. g32 
(später Nr. 878, an Stelle der gegenwärtigen Nr. 3) und von Georgi 1820 bis 1822 im «Gundlhof» 
am Bauernmarkt Nr. 588 (an Stelle der gegenwärtigen Nr. 2 und 4). 

') Dessen Mitglieder sind in der vorigen Anmerkung genannt. 

^) Dieser Name wurde in der Sitzung des engeren Ausschusses vom 28. März i8i3 gewählt. 



Dagegen lautete § 2 der 1814 genehmigten Statuten gemäß dem Statuten 1814 
bereits am 28. März i8i3 von dem engeren Ausschusse gefaßten Be- 
schlüsse: «Die Emporbringung der Musik in allen ihren Zweigen ist 
der Hauptzweck der Gesellschaft; der Selbstbetrieb und Selbstgenuß 
derselben sind nur untergeordnete Zwecke.» Und in § 3 werden als 
Mittel zur Erreichung des Hauptzweckes aufgezählt: i. die Errichtung 
eines Konservatoriums, 2. die Aufführung klassischer Werke, 3. die 
Ausschreibung musikalischer Preisfragen, 4. die Herausgabe einer 
musikaUschen Zeitschrift, 5. die Anlegung einer musikalischen Bibliothek 
und 6. die Unterstützung musikalischer Talente sowie auch anderer 
musikalischer Anstalten. 

Es sei hier ausdrücklich hervorgehoben und betont, daß nach obigem 
die Aufführung klassischer Werke auch zu dem Hauptzweck der Gesell- 
schaft gehört, der als «Emporbringung der Musik» bezeichnet wurde ; unter 
dem «Selbstbetriebe und Selbstgenusse derselben», die als untergeordnete 
Zwecke hingestellt erscheinen, sind nämlich nicht die großen «öffent- 
lichen Konzerte», sondern die damaligen «Gesellschaftskonzerte» ver- 
standen, bei denen Mitwirkung und Zutritt auf die Mitglieder der 
Gesellschaft beschränkt waren. So hieß es denn auch in § 64: «Die 
Gesellschaftskonzerte haben den Selbstbetrieb und Selbstgenuß der 
Musik zum Zweck. Sie sind nur für die Mitglieder der Gesellschaft be- 
stimmt und werden vorläufig auf vier des Jahres festgesetzt ; nie werden 
sie im Laufe eines Jahres die Zahl von sechs überschreiten. Sie sind 
unentgeltlich, da sie als die eigentlichen und einzigen Übungen der 
Kunstfreunde betrachtet werden. Bei diesen Konzerten werden die 
vorzüglichen Talente im Kunstgesang und auf den Instrumenten Gelegen- 
heit finden, sich hören zu lassen.» 

Die «Gesellschaftskonzerte» von anno dazumal sind also beileibe 
nicht zu verwechseln mit den «Gesellschaftskonzerten» von heute; 
diese entsprechen vielmehr den großen «öffentlichen Konzerten», von 
denen die §§ 47 — 63 der in Rede stehenden Statuten handeln — nur 
mit dem Unterschiede, daß damals auch in diesen Konzerten nur 
Gesellschaftsmitglieder, also nur Dilettanten mitwirken sollten. Ein heute 
vom Singverein und Orchesterverein gemeinschaftlich veranstalteter 
Vergnügungsabend: das würde beiläufig jenen «Gesellschaftskonzerten» 
alten Stils entsprechen. 

Die Statuten vom Jahre 18 14 bilden ein ansehnliches Heft von 
48 Druckseiten und enthalten 96, in acht Abschnitte gruppierte Paragraphe 



lO 



Mitglieder 



Organisation 



Chorübungsanstalt 



sowie ein keineswegs überflüssiges Inhaltsverzeichnis zur leichteren 
Orientierung. 

In der Gesellschaft bestanden drei Arten von Mitgliedern : ausübende 
Mitglieder mit einem monatlichen Beitrage von 3o Kreuzern, unter- 
stützende Mitglieder mit einem monatlichen Beitrage von mindestens 
der doppelten Höhe und Ehrenmitglieder. Nur die ersten beiden Kate- 
gorien, die einerlei Rechte hatten, konnten an der Leitung der Ge- 
sellschaft teilnehmen; die Ehrenmitglieder genossen freien Eintritt zu 
den Konzerten. 

Die Organisation der Gesellschaft war äußerst kompliziert und 
schwerfällig. Die oberste Instanz war ein von den ausübenden und 
unterstützenden Mitgliedern gewählter soköpfiger «Repräsentantenkör- 
per», der aus seiner Mitte einen i2gliedrigen «Leitenden Ausschuß» 
wählte. Außerdem gab es fünf permanente und zwei periodische 
Komitees (für die öffentlichen und die Gesellschaftskonzerte, das Kon- 
servatorium, die Bibliothek, die Annalen, den Hausbau und die Preis- 
abhandlungen), die vom Repräsentantenkörper aus der Gesamtheit der 
ausübenden und unterstützenden Mitglieder über Vorschlag des Leitenden 
Ausschusses gewählt wurden. Nicht genug damit, gab es noch zehnerlei 
Ausschüsse für die einzelnen Singstimmen und Instrumentalkörper, die 
von den betreffenden Abteilungen aus ihrer Mitte gewählt wurden ; und 
zwar bestand der Ausschuß einer jeden der vier Singstimmen aus je 9, 
der für Violine aus 15, der für Viola und der für Cello aus je 5, 
der für Kontrabaß aus 3, der für Blasinstrumente aus 5 und der für 
Klavier aus 7 Mitgliedern. Und zuguterletzt gab es noch Inspektoren 
für die Konzerte, Direktoren und Koryphäen im Orchester und im 
Chore. Auf das Funktionieren und Ineinandergreifen dieses ganzen, 
wahrhaft mit Akribie konstruierten Verwaltungapparates, zu dem 
später noch eine sogenannte «Fondskommission» ') hinzukam, einzugehen, 
würde indessen den hier vorgesteckten Rahmen bei weitem über- 
schreiten. 

Uns interessiert hier vornehmlich der Abschnitt «Von der Chor- 
übungsanstalt» (§§ 71 — 81). 

Die Chor Übungsanstalt umfaßt «alle für den Gesang beige- 
tretenen Mitglieder der Gesellschaft». Ihr Zweck ist, «daß die Mitglieder 



') Deren Aufgabe war: «alle die Vermögensverwaltung und -Vermehrung bezweckenden 
Maßregeln vorzuschlagen». 



II 

des Chores sich an den gemeinschaftlichen Vortrag gewöhnen, den- 
selben durch Übung zur Vollkommenheit bringen und zugleich zur 
Bildung des Geschmacks die vortrefflichen mehrstimmigen Kompositionen 
kennen lernen, welche wir besitzen und besitzen werden*. 

Die Chormitglieder versammeln sich von November bis ein- 
schließlich April wöchentlich einmal, in der übrigen Zeit aber monat- 
lich zwei- oder wenigstens einmal. «Zu den Chorversammlungen 
haben nur die Mitglieder des Chores und die nötige Begleitung des 
Frauenzimmers Zutritt ; da aber auch andere Mitglieder der Gesellschaft 
wünschen dürften, manchmal dem Vortrage des Chores beizuwohnen, 
so wird der Direktor des Chores bei jeder Versammlung 24 Billette in 
Händen haben, um sie in dieser Absicht abwechselnd an die Mitglieder 
der Gesellschaft zu verteilen.» 

«Die Chorübungsanstalt steht in unmittelbarer Verbindung mit dem 
Leitenden Ausschusse, auf dessen Verlangen jene Chöre einzustudieren 
sind, welche bei den öffentlichen Konzerten aufgeführt werden sollen; 
mit den Komitees der öffentlichen und der Gesellschaftskonzerte, deren 
Mitglied der Direktor der Chorübungsanstalt ist, weil auch letztere der 
Mitwirkung des Chores bedürfen werden, und mit dem Komitee der 
Bibliothek, welches dieser Anstalt auf Verlangen des Direktors aus 
seinen Musikvorräten das Nötige zur Kopierung mitteilt und diese 
Anstalt selbst auf die verschiedenen Kompositionen aufmerksam macht, 
welche der Aufführung würdig sein dürften.» 

«Alle Chorparten werden gestochen. Der Direktor der Anstalt 
übernimmt die Korrektur und besorgt sie mit den Personen, die er 
dazu wählt. Damit der Vortrag an Richtigkeit gewinne, wird der 
Direktor vor dem Stiche der einzelnen Musikstücke die verschiedenen 
Grade der Erhebung und Dämpfung der Stimme genau nach dem 
Geiste des Gedichtes bezeichnen. Jedes Mitglied erhält ein mit seinem 
Namen bezeichnetes Exemplar acht Tage vor der ersten Probe 
jedes neuen Gesangstückes'). Das Mitglied, welches einen Part ver- 
liert oder verdirbt, kauft das neue Exemplar aus dem Vorrate der 
Gesellschaft. » 

Im Jahre 18 14 zählte die «Chorübungsanstalt» 272 Mitglieder, 
und zwar 69 Soprane, 46 Alte, 77 Tenore und 80 Bässe. Die Herren 

') Chorstimmen aus dieser Zeit, mit dem Namen des betreffenden Mitgliedes versehen, 
sind auch heute noch in Verwendung. Schade, daß der Vorgang, immer aus derselben Stimme 
zu singen, nicht mehr befolgt wird. 



12 

waren, wie man sieht, gegenüber den Damen mit 157 gegen 115 in 
der Mehrzahl — die Zeiten haben sich gründlich geändert ! ^) 

In dem ursprünglichen Vorschlage Sonnleithners zur Organisierung 
des Dilettantenvereines war dekretiert: «Diesem Vereine kann als 
wirkliches Mitglied niemand als ein Dilettant beitreten.» 

Wenn nun auch diese Bestimmung nicht in ihrer vollen Schärfe 
in die doppelt durchgesiebten Statuten aufgenommen wurde, so kann 
doch nicht verkannt werden, daß der Aufbau der Gesellschaft ganz 
und gar auf der Basis des Dilettantismus erfolgte. Infolgedessen 
mußte auch mit der Empfindlichkeit der Dilettanten — damals, wie 
es scheint, zu unserer Ehre sei's gesagt, noch mehr als heute — ge- 
rechnet werden. Bezeichnend hiefür ist, daß Ignaz Mosel in einem 
unter den Gründungsakten der Gesellschaft erliegenden Schriftstücke 
ddo. 19. Mai 181 3 — also kurz vor Abschluß der Ausschußberatungen 
über den Statutenentwurf — den Direktor der Chorübungsanstalt an- 
langend sich folgendermaßen äußert: 

Daß dieses Individuum kein bezahlter Meister sein möchte, wäre aus der Ur- 
sache zu wünschen, weil bei den Ausübenden der Meister unfehlbar die Idee von 
Schülern, folglich auch von meistern und lernen erzeugen würde, welches ihnen 
diese sonst so schöne und interessante Anstalt verhaßt machen könnte. 

Wenn sich daher unter der ausübenden Gesellschaft kein Individuum befindet, 
das alle zu diesem Zwecke erforderlichen Eigenschaften besitzt und welches sich 
dazu herbeiläßt: so wäre es erwünschlich, dasselbe unter den Ehrenmitgliedern^) 
dergestalt zu wählen, daß zwei oder drei solcher zur erwähnten Absicht vollkommen 
geeigneter Ehrenmitgliederden sämtlichen Sängern der Gesellschaft von dem Leitenden 
Ausschusse proponiert würden, um sich durch Stimmenmehrheit eines davon zu wählen. 

So würde sich die Singgesellschaft bloß den Bemerkungen eines unbezahlten 
Gesellschaftsmitgliedes unterziehen; die Wahl aber halte ich darum für notwendig, 
weil ein Individuum — besitze es auch die ausgezeichnetsten Kenntnisse und den 
glänzendsten Ruhm — immer einen unangenehmen Stand haben würde, sobald 
die Singgesellschaft dasselbe als ihr vorgesetzt oder aufgedrungen betrachtete. 



^) Die Instrumentalabteilung zählte in diesem Jahre 3i8 Mitglieder, darunter 256 Strei- 
cher, 38 Bläser, 3 Organisten und — man höre und staune! — 2, sage und schreibe zwei Pau- 
kisten (Leopold Rechberger und Hofarzt Dr. Josef Seel) ; der Rest entfiel auf Klavier, Guiiarre 
und Mandoline. Insgesamt besaß also im Jahre 1814 die Gesellschaft 590 ausübende Mitglieder. 
Damit war gleich anfangs der Höhepunkt erreicht, denn in der Folge ging es erst langsam, 
dann aber immer rascher abwärts. 1818 waren noch $33 ausübende Mitglieder vorhanden, 
1828 nur mehr 341, i83i deren wieder 384, aber 1839 nur mehr 3o8, 1840 ihrer 286, 1843 deren 
281 und 1847 gar nur mehr 225. 

*) Zu solchen konnten nämlich «Tonsetzer, musikalische Gelehrte und Tonkünstler 
vom ersten Range» — kurz Berufsmusiker — ernannt werden. 



i3 

Schließlich hatte Mosel vorgeschlagen, «daß, um die Singenden 
aufzumuntern und ihr Ehrgefühl zu reizen, bestimmt werden dürfte, 
daß bei jedem Gesellschaftskonzerte wenigstens ein Vokalchor, ohne 
Instrumentalbegleitung, aufgeführt würde». 

Indessen wurde doch bald erkannt, daß eine zu weit gehende 
Rücksicht auf die Psyche des Dilettantentums leicht den Brückenschlag 
nach den Gefilden der Kunst gefährden könnte, und so wurde denn 
in die Statuten die Bestimmung aufgenommen: «Wenn das Konser- 
vatorium gegründet sein wird, wird die Leitung der Chorübungsanstalt 
jenem Individuum anvertraut sein, welches dort die Oberaufsicht über 
das Studium des Gesanges haben wird; bis dahin wird ein allgemein 
geachtetes Individuum dieser Anstalt von dem Leitenden Ausschusse 
vorgesetzt werden.» 

Und in dem Sitzungsprotokolle vom 22. Mai 181 3, das zuerst 
diese Formulierung enthält, heißt es im Anschlüsse hieran: «Gewiß 
werden sämtliche Mitglieder der Gesellschaft mit Vergnügen und Dank- 
gefühl erfahren, daß der erste K. K. Hofkapellmeister Herr Antonio 
Salieri^) bereit ist, bis dahin die Direktion dieser Anstalt zu führen.» 

Und Salieri war es um die Chorübungsanstalt ernst. Für ihre 
Eröffnung hatte er einen Aufsatz vorbereitet, der an die Mitglieder 
verteilt werden sollte und worin vor einer schlechten Singmethode 
gewarnt wurde. Dieser Aufsatz, gegenständig in italienischem und 
deutschem Text gedruckt, ist interessant genug, um ihn — auch zu 
Nutz und Frommen so manches heutigen Sängers — in seinem 
deutschen Wortlaute folgen zu lassen. 

Der 
musikalischen Dilettantengesellschaft 

in Wien 
von dem Unterzeichneten 

Die einsichtsvollen Professoren der Tonkunst suchen mit aller möglichen 
Mühe die seit einiger Zeit unter mehreren Tonkünstlern sowohl im Singen als im 



^) Antonio Salieri, geb. zu Legnano bei Verona 19. August 1750. Studierte bei Si- 
monis Pescetti und Pacini. Wurde 1766 von Florian Gaßmann nach Wien gebracht und weiter 
ausgebildet. Nach dessen Tode, 1774, Direktor der Kammermusik und der italienischen Oper. 
Weilte wiederholt in Paris, schrieb dort für Gluck die Oper «Les Danaides». 1790 Hof- 
kapellmeister, Trat 1824 i^ den Ruhestand und starb in Wien am 7. Mai 1825. Er schrieb an 
die 40 Opern, viele Kirchenmusiken und kleinere Insirumentalwerke. Zu seinen Schülern 
gehörten auch Beethoven und Schubert. War der Gesellschaft gleich bei der Gründung als 



14 

Spielen der Bogeninstrumente eingeschlichene falsche Methode zu verbannen, 
welche unter der Benennung der maniera languida, smorfiosa bekannt ist, 
und die man füglich die kraftlose und grimmassierte Manier nennen könnte. 

Die Violin-, Bratschen- und Violoncellspieler verfallen in dieselbe, wenn sie 
mit einem Finger zwischen einem und dem anderen Tone auf einer der Saiten 
ihres Instruments hinauf- oder hinuntergleiten; die Sänger hingegen bedienen sich 
ihrer, wenn sie bei den Sprüngen oder Intervallen die Stimme nicht mit Grazie 
und wahrer Kunst tragen, sondern sie zerren und schleifen wie ein Kind, das 
weint, oder eine Katze, die miaut. 

Das Sonderbarste hierbei ist, daß die Spieler der Bogeninstrumente und die 
Sänger, welche sich dieser Methode bedienen, in dem Wahne stehen, mit einem 
ernsthaften Ausdruck zu spielen und zu singen, und damit gerade die entgegen- 
gesetzte Wirkung hervorbringen, indem diese Manier nur manchmal als Scherz im 
Komischen angebracht werden kann. 

Da nun alle Kompositoren ohne Ausnahme nichts eifriger wünschen, als daß 
diese wahrhaft lächerliche und falsche Methode bei Ausübung der Tonkunst 
ganz ausgerottet werden möchte, macht es sich Unterzeichneter zur Pflicht, aus 
Liebe zu seiner Kunst und zur Ehre der Dilettantengesellschaft, deren Mitglied zu 
sein er stolz ist, sie inständig zu bitten: wenn ja unter ihr ein Anhänger dieser 
äußerst geschmacklosen Manier sich befinden sollte, diesem Wunsche der ein- 
sichtsvollen Professoren zu entsprechen. Das Bedürfnis seiner Erfüllung ist jetzt 
um so dringender, als das Unternehmen dieser achtungswürdigen Gesellschaft, die 
Kunstwerke der ausgezeichnetsten Meister zur Beförderung des einzig wahren und 
preiswürdigen Zweckes der Wohltätigkeit Öffentlich aufzuführen, aus Achtung für 
das Publikum und diese Meister selbst, die große, ernsthafte und wahre Me- 
thode bei ihrer Aufführung zur unerläßlichen Notwendigkeit, ja man darf hinzu- 
setzen zur Pflicht macht. 

Wien, im Mai 1814 Antonio Salieri 

k. k. Hofkapellmeister in Wien 

Ja noch mehr. In der Sitzung des Leitenden Ausschusses vom 
9. Jänner 1815 erklärte Salieri, «es lasse sich von der Chorübungs- 
anstalt, Vielehe die Gesellschaft gründen wolle, kein wirklicher Vorteil 
für die Singkunst versprechen, wenn nicht auch die sämtlichen Dilettanten, 
welche sich dort üben sollen, mit den Anfangsgründen und den wesent- 
lichen Regeln der Singkunst bekanntgemacht würden. Er gebe zu, 
daß viele Dilettanten einen soliden Unterricht erhalten haben; das sei 
aber die ungleiche Minderzahl. Er schlage daher vor, daß, wozu er 
sich selbst erbiete, ein kurzer, bündiger Abriß dieser Grundregeln, 

ausübendes Mitglied (Tenor) beigetreten, gehörte dem Repräsentantenkörper sowie dem Lei- 
tenden Ausschusse vom Anfang bis zu seinem Tode an und war als der erste und einzige 
Leiter der Chorübungsanstalt genannt. 



15 

welcher auch in der Folge beim Unterrichte im Konservatorium als 
Elementarbuch dienen könne, entworfen und den Mitgliedern der 
Chorübungsanstalt auf eine für sie nicht empfindliche Art bei der Er- 
öffnung derselben mitgeteilt werde». 

Der Ausschuß stimmte diesem Vorschlage bei und Herr Salieri 
wurde ersucht, «sich dieser Arbeit baldmöglichst zu unterziehen, damit 
die Chorübungsanstalt gleich nach dem nächsten großen Konzerte ihren 
Anfang nehmen könne». Nach Salier is Antrag waren für den Be- 
ginn vierstimmige Madrigale von Caldara bestimmt, mit denen Chöre 
von Händel und Abb6 Stadler abwechseln sollten. 

In der Sitzung vom 26. Jänner 1815 wurde beschlossen, «des 
Herrn Hoftheaterdirektors Grafen v. Palffy Exzellenz um die Bewilligung 
zu ersuchen, daß im Großen Redoutensaale die Gesellschaftskonzerte, 
im Kleinen Redoutensaale aber die Chorübungen gehalten werden 
dürfen». Am 28. Februar wurde mitgeteilt, daß diesem Ansuchen 
willfahrt wurde. 

Dennoch trat die Chorübungsanstalt noch lange nicht ins Leben. 
Es verstrich ein Jahr und darüber, da übergab in der Sitzung am 
27. April 18 16 Herr Hofsekretär Mosel «in Abschrift ein Schreiben 
des Hofkapellmeisters Salieri, worin dieser anerkennt, daß die Gründung 
einer Singschule für die Mitglieder der Gesellschaft selbst mit zu großen 
Schwierigkeiten verbunden sei. Man kommt überein, daß zur Chor- 
übungsanstalt nur dann geschritten werden könne, wenn man sich 
über die Grundsätze, nach welchen das Konservatorium gegründet 
werden soll, vereinigt haben wird. Dann sollte, um nach gleichen 
Grundsätzen zu verfahren, sogleich die Chorübungsanstalt eröffnet 
werden, ohne die wirkliche Eröffnung des Konservatoriums abzuwarten». 

Im November 18 16 endlich wurde Graf Palffy mit Berufung auf 
die bereits «früher erteilte gütige Bewilligung, die zu den Redouten- 
sälen gehörigen Vorzimmer zum Gebrauche der Chorübungsanstalt der 
Gesellschaft der Musikfreunde des Osterreichischen Kaiserstaates ver- 
wenden zu können», davon benachrichtigt, «daß diese Chorübungen 
Donnerstag den 5. Dezember beginnen und den Winter hindurch alle 
Donnerstage fortgesetzt werden». Zugleich wurde um die Verfügung 
ersucht, «daß obbenannte Zimmer der Gesellschaft an besagten Tagen 
eingeräumt werden sollen». 

Der Grund zu dieser Verzögerung dürfte wohl der gewesen sein, 
daß die große Mehrzahl der Dilettanten von damals die ganze Sache 



i6 

eben doch zu leicht nahm, sich wohl ganz gerne musikalisch in Spiel 
und Sang betätigte, aber mehr zum eigenen Vergnügen, als um mit Ernst 
der Kunst zu dienen. Gewiß waren diese Dilettanten treffliche Sänger 
und im Blattlesen sehr geübt ; aber gerade deshalb ging ihr Sinn mehr 
nach Vielerlei als nach Vertiefung. Zu den Aufführungen und zu der 
einen oder anderen Probe waren sie zu haben, aber nicht zu mehr. 
War doch, wie wir wissen, sogar statutarisch festgelegt, daß die Gesell- 
Schaftskonzerte «als die eigentlichen und einzigen Übungen der Kunst- 
freunde betrachtet werden». Und dies wurde bei jeder möglichen 
und unmöglichen Gelegenheit wiederholt und betont; so z. B. 1816 
auch in dem Protokolle einer Leitungssitzung. S alier i aber wollte — 
weit hinaus über diesen Selbstzweck zum Selbstgenusse — den Chor 
künstlerisch heben und bilden, er wollte mit ihm nicht nur für die 
Konzerte üben, sondern auch in ernster Weise studieren: kurz er 
wollte aus der Chorübungsanstalt zugleich eine Chorschule machen. 
Ob die Chorübungsanstalt in der gedachten Weise wirklich je ins 
Leben getreten ist, steht dahin. Jene bestimmte Ankündigung mit 
Angabe der Übungstage ließe es zwar vermuten ; aber in den Akten 
der Gesellschaft ist des weiteren kein Wort mehr darüber zu lesen. 
Dagegen häufen sich die Klagen über schlechten Probenbesuch und 
über die Teilnahmslosigkeit der Mitglieder im allgemeinen. 
Proben Ja die Proben ! Die waren von allem Anfang an der wunde Punkt. 

Schon am 6. Mai i8i3 hatte Mosel in einem Expos6 folgende Klage 
erhoben: «Jeder Musikverständige wird bei dem Oratorium vom 
2. Mai') den Mangel einer hinlänglichen Anzahl von Proben bemerkt 
haben. Wenn man aber weiß, daß die für die Aufführung eines 
so großen, allen Mitwirkenden unbekannten Werkes wohl jedem im 
voraus als unzulänglich erscheinende Zahl von zwei Proben schon 
in der Besorgnis bestimmt wurde, daß viele der Mitwirkenden nicht 
mehr Zeit darauf zu verwenden haben dürften, und diese Besorgnis 
so sehr gerechtfertigt ward, daß auch bei diesen zwei Proben niemals 
alle Geladenen erschienen sind, so wird die Hoffnung auf mehrere 



') An diesem Tage wurde im Universitätssaale «von einer Gesellschaft menschenfreund- 
licher Musikdilettanten» unter Mos eis Leitung nach nur zwei Proben das Oratorium «Die 
Befreiung Jerusalems» von Abbe Maximilian Stadler aufgeführt, unter Mitwirkung von 65 Di- 
lettanten und 10 Berufsmusikern. Auch dieses Konzert war eigentlich schon eine Unterneh- 
mung der Gesellschaft, die jedoch als solche offiziell erst nach der kaiserlichen Genehmigung 
der Statuten in die Öffentlichkeit trat. 



17 

Konzerte und die zu einer rühmlichen, untadlichen Aufführung der- 
selben unumgänglichen vielen Proben bedeutend abnehmen.» 

Zum Tröste kann hier eingeschaltet werden, daß es in dieser 
Hinsicht anderswo auch nicht besser bestellt war. In der Leipziger 
«Allgemeinen Musikalischen Zeitung» vom Jahre 1821 (S. 817 — 820) 
veröffentlichte Ludwig Spohr «Einige Bemerkungen über die deutschen 
Gesangsvereine.» Darin heißt es: 

Erstlich fand ich fast allenthalben eine sehr ungleiche Besetzung der Stimmen, 
gewöhnlich noch einmal so viel Soprane als Alte, mehr Bässe als Tenore, wodurch 
auch bei übrigens vorzüglicher Exekution doch aller Effekt verloren gehen mußte. 
Zweitens bemerkte ich bei mehreren Vereinen eine große Unordnung bei den Zu- 
sammenkünften; bald fehlten diese, bald jene, ohne nur einmal dem Direktor ihr 
Ausbleiben im voraus angezeigt zu haben. Da, wo es ein ernstes Kunsttreiben 
gilt, wo durch das Ausbleiben einiger das Wirken aller gestört, ja unnütz gemacht 
wird, sollte man alles aufbieten, eine strenge Ordnung einzuführen. Man müßte 
niemand als Mitglied aufnehmen, der sich nicht verbindlich machen könnte, jeder 
Zusammenkunft regelmäßig beizuwohnen, ganz außerordentliche Abhaltungen etwa 
abgerechnet. Auch müßten die Ungeübteren ihren Berufsgeschäften durchaus so viel 
Zeit entziehen können, um im voraus für sich oder mit Hilfe eines Lehrers ihre 
Partien einzuüben, damit sie mit den Weitervorgerückten gleichen Schritt halten 
können. Geschieht dies nicht, so wird immer ein Schwanken im Takte und in der 
Tonart bemerkbar bleiben und der Direktor schwerlich zur feineren Nuancierung 
des Vortrages fortschreiten können. 

Um zum Thema zurückzukehren, so hatten die Proben — wenn 
es gestattet ist, von unseren heutigen Verhältnissen zurückzuschließen 
— vornehmlich unter zwei Übelständen zu leiden: ihrer zeitlichen 
Zusammendrängung und der dafür festgesetzten Stunde. Für jedes 
«Gesellschaftskonzert» fanden, soweit der Chor in Frage kam, ein- 
schließlich der Generalprobe vier Proben statt, innerhalb einer einzigen 
Woche und um die Mittagsstunde von 12 — 2 Uhr^). Bei den Chor- 
proben erscheint, wie es in einer 181 7 ausgearbeiteten, 39 Paragraphe 
umfassenden Instruktion für das Komitee der Gesellschaftskonzerte 
heißt, «der Oberleiter am Klavier; und sollte sich der Oberleiter mit 
der Einlernung der Chöre nicht befassen wollen, so ernennt er einen 
Chordirektor, auf dessen Anleitung die Chöre einstudiert werden». 

Wenn man dies liest, muß man nämlich wissen, daß auch die Gesellschafts- 
Dirigenten («Oberleiter») dieser Konzerte durchwegs Dilettanten waren. o^^erte 
Dies gilt für die ganze erste, bis zum Jahre 1848 reichende Periode der 



^) In den vierziger Jahren waren sämtliche Proben auf 3 Uhr verlegt. 



i8 

Gesellschaft. Unter den Dirigenten der «Gesellschaftskonzerte» begegnet 
man anfangs am öftesten Vinzenz Hauschka, später Franz Kirch- 
lehner und Joh. Bapt. SchmiedeP); seltener Franz Gebauer, Leo- 
pold V, Sonnleithner^), Friedrich Klemm und noch einigen anderen. 
Das Orchester war in der Regel mit 40 Violinen, 12 Violen, 10 Violon- 
cellen, 8 Kontrabässen und der vollständigen Harmonie besetzt, die 
nach Erfordernis auch verstärkt und verdoppelt wurde. Bei den Chören 
wirkten gewöhnlich 120 — 140 Sänger mit, so daß sich die Zahl der 
Mitwirkenden stets auf 220 und darüber belief. 

Das erste «Gesellschaftskonzert», deren in jeder Saison vier ge- 
geben wurden, fand am 3. Dezember 1815 statt, und zwar im Kleinen 
Redoutensaale ; ebendort auch das zweite. Da sich aber dieser Raum 



^) Johann Baptist Schmied el, geb. 4. November 1790 zu Wien, genoß den ersten Un- 
terricht in der Musik bei dem Hoforganisten Wenzel Ruzicka, kam dann als Sängerknabe zu 
den Piaristen, wo der Regenschori Peter Placidus seine musikalische Ausbildung leitete. 1806 
wurde er Waldamtsschreiber und Rechnungsführer, später Aktuar bei dem K. K. Ober- Verwes- 
amte zu Neuberg in Obersteiermark, wo er von dem Organisten Matthias Forster im Spiele 
des beziflferten Basses unterrichtet wurde. 1814 wurde er Akzessist bei der Allgemeinen Hof- 
kammer in Wien, 1829 Hofkammerkanzlist. Er war auch Chordirektor bei den Piaristen und 
bei den Augustinern. Hat auch komponiert. 

Dem Leitenden Ausschusse der Gesellschaft hat Schmiedel vom Jahre 1829 bis zu sei- 
nem Tode am 14. Dezember 1849 angehört. 

*) Dr. Leopold Edler v. Sonnleithner, geb. 15. November 1797 in Wien, war der 
älteste Sohn des Dr. Ignaz v. Sonnleithner (S. 6) und ein Neffe des Josef Sonnleithner (S. 4), 
des eigentlichen Gründers der Gesellschaft der Musikfreunde. Seines Vaters Schwester Anna 
war die Mutter Grillparzers. 1819 wurde er Doktor der Rechte, dann gleich seinem Vater Hof- 
richter des Schottenstiftes, 1842 Hof- und Gerichtsadvokat, 1848 Gemeinderat der Stadt Wien. 
Am 4. Mai 1869 feierte er sein 50 jähriges Doktorjubiläum und erhielt bei dieser Gelegenheit 
mit Allerhöchster Entschließung vom 3. Mai «in Anerkennung seiner langjährigen richterlichen 
und anwaltlichen Tätigkeit» den Orden der Eisernen Krone III. Klasse. Gestorben 3. März 1873 
in Wien. 

Gleich seinem Großvater, Vater und Onkel war auch Leopold v. Sonnleithner außer- 
ordentlich musikalisch und vereinigte zahlreiche Musikfreunde in seiner Wohnung zu regel- 
mäßigen Übungen. Franz Schuberts Lieder und Vokalquartette sind zuerst durch die Sonn- 
leithnerschen musikalischen Kränzchen — wahre «Hausaltäre des musikalischen Kultus in 
Wien>, wie sich Eduard Hanslick («Geschichte des Konzertwesens», S. 140) ausdrückt — 
einem größeren Kreise bekannt geworden, «wie denn auch Leopold v. Sonnleithner das 
erste Werk Schuberts, den , Erlkönig', infolge einer solchen Privataufführung auf eigene Kosten 
herausgegeben und damit die Laufbahn dieses genialen Tondichters faktisch eröffnet hat». 

Leopold V. Sonnleithner war seit der Gründung der Gesellschaft der Musikfreunde aus- 
übendes Mitglied (Tenor) und später «Gründer» und war von 1825 bis 17. November 1859, 
wo er auf eine Wiederwahl verzichtete, Mitglied des Leitenden Ausschusses, bezw. der Direk- 
tion. Seit 1860 war er auch Ehrenmitglied der Gesellschaft. 



19 

als zu klein erwies, wurden die folgenden Konzerte im Großen Re- 
doutensaale abgehalten. 

Mit welcher Ängstlichkeit man damals den rein privaten Charakter 
dieser «Gesellschaftskonzerte» zu wahren bestrebt war, geht deutlich 
aus der folgenden, nach modernen Begriffen wahrhaft köstlichen Episode 
hervor, die, da sich darin ein Miniatur- Genrebild vormärzlichen 
Lebens spiegelt, an Hand der Originaltexte der gewechselten Schrift- 
stücke verfolgt werden möge. 

Unter dem 25. Jänner 181 7 richtete Anton Graf v. Apponyi, 
der erste in der Reihe der Präsidenten — oder wie sie damals hießen : 
Präses — der Gesellschaft der Musikfreunde, nachstehende Eingabe an 
den allgewaltigen Präsidenten der K. K. Polizei- und Zensurhofstelle 
Josef Grafen v. Sedlnitzky: 

Es ist Euer Exzellenz bekannt, daß die Gesellschaft der Musikfreunde des 
Osterreichischen Kaiserstaates, deren Präses zu sein ich die Ehre habe, in den 
Wintermonaten vier sogenannte Gesellschaftskonzerte zu geben pflegt, welche teils 
als Übungen^ teils nur als gemeinschaftliche Vergnügungen zu betrachten sind, und 
zu welchen niemand den Zutritt hat als die wirklichen Mitglieder. Nur einigen 
ausgezeichneten Künstlern und angesehenen Fremden, welchen ein kurzer Auf- 
enthalt nicht gestattet, die Aufnahme als Mitglied anzusuchen, werden Eintritts- 
karten gegeben. 

Obschon nun diese Gesellschaftszirkel streng geschlossen sind und bei den 
Konzerten weder ein öffentlicher Anschlagzettel, welcher den Inhalt angibt, noch 
eine öffentliche Anzeige statthat — obschon also kein Mitglied, welches sich hören 
läßt, öffentlich genannt wird, haben sich dennoch die hier erscheinenden Wochen- 
blätter, namentlich der «Sammler> und die «Modenzeitung», herausgenommen, von 
diesen Privatkonzerten zu sprechen, über deren Details zu urteilen und sogar die 
Namen einzelner Dilettanten zu nennen. 

Da die Gesellschaft unter ihren Mitgliedern viele aus den besten Familien 
der Stadt zählt und es diesen, vorzüglich den Frauenzimmern, nicht angenehm ist, 
öffentlich genannt zu werden'), da viele Mütter ihren Töchtern aus Besorgnis vor 
öffentlicher Kritik den Beitritt versagen oder nicht länger gestatten würden, so 
wird es Euerer Exzellenz Einsicht nicht entgehen, daß jene Öffentliche Beurteilung 
der Gesellschaft sicher nachteilig zu werden droht, und werden nicht verkennen, 
daß der Wunsch der Journalisten, jeden Stoff für ihre Blätter zusammenzuraffen, 
kein hinreichender Grund sein dürfte, die Absichten einer Gesellschaft, welche der 
Kunst nicht ephemer, sondern dauerhaft nützen will, zu gefährden. 

Ich nehme mir daher die Freiheit, Euer Exzellenz im Namen der Gesellschaft 
zu bitten, daß es Ihnen gefallen möge, den Herren Zensoren die Weisung zu geben, 
daß Privatproduktionen einer geschlossenen Dilettantengesellschaft kein Gegenstand 



') O jerum, jarum, jerum, qualis mutatio rerum! 



20 

der öffentlichen Beurteilung seien, und daß daher von jenen Konzerten der Gesell- 
schaft in den öffentlichen Blättern gänzlich zu schweigen sei. 

Da es übrigens der Gesellschaft selbst manchmal wichtig sein dürfte, über 
irgendeinen sie betreffenden Gegenstand öffentlich ein Wort zu sagen, so behält 
sich selbe vor, die diesfälligen Aufsätze selbst der hohen k. k. Zensurhofstelle 
vorzulegen, und bittet daher, nur jene Aufsätze zum Drucke gelangen zu lassen, 
welche von dem Präses der Gesellschaft oder dessen Stellvertreter vidiert sein werden. 

Mit schier unglaublicher Raschheit wurde diese Eingabe vom Grafen 
Sedlnitzky bereits am 29. Jänner desselben Jahres mit folgender Note 
beantwortet : 

Euer Exzellenz verehrlichem Ansinnen vom 25. d. M. gemäß habe ich der 
hiesigen Zensurbehörde die Vorschrift erteilt, daß von jenen Privatkonzerten, 
welche von der Gesellschaft der Musikfreunde des Osterreichischen Kaiserstaates in 
den Wintermonaten gewöhnlich gegeben werden, in den öffentlichen, hier erschei- 
nenden Tagesblättern nur dann die Rede sein dürfe, wenn die diesfälligen Auf- 
sätze von dem Präses der Gesellschaft oder von dessen Stellvertreter vidiert wor- 
den sind, um hierdurch jede Gefahr, welche diese kaum beginnende, aller Unter- 
stützung so würdige vaterländische Anstalt in ihrem Emporkommen hindern könnte, 
möglichst abzuwenden. 

Ich gebe mir die Ehre, Euer Exzellenz hiervon in Erwiederung Ihrer ober- 
wähnten schätzbaren Zuschrift in die Kenntnis zu setzen. 

Zu jedem Gesellschaftskonzerte wurden an die ausübenden Mit- 
glieder besondere gedruckte Einladungen zur Mitwirkung verschickt, 
auf denen auch die Tage der Proben angegeben waren. Die Konzerte 
fanden Sonntags um die Mittagsstunde statt. Am Montag vorher war 
Singprobe, am Dienstag Singprobe mit Quartettbegleitung, dann im 
Redoutensaal am Donnerstag Vokal- und Instrumentalprobe und am 
Samstag Generalprobe. Die «Einladung» galt als Eintrittskarte bis zur 
ersten Probe im Redoutensaale, wo sie gegen eine auf den Namen 
lautende < Orchesterkarte > umgetauscht wurde, die bei der Generalprobe 
vorzuzeigen, bei der Aufführung aber abzugeben war. Nach Schluß 
der Generalprobe erhielten die anwesenden Herren je eine, die Damen 
aber je zwei Freikarten zur beliebigen Verteilung^). Die Disziplin wurde 
also, wie man sieht, strenge gehandhabt. 

Im Jahre 1826 aber ereignete sich ein unerhörter Fall. 39 Chor- 
mitglieder, die zwar die Generalprobe mitgemacht hatten, hatten es 



') Hier ist daran zu erinnern, daß ein Kartenverkauf zu diesen Konzerten nicht erfolgte, 
da die «Gesellschaftskonzerte» nur von und für die Mitglieder der Gesellschaft gegeben 
wurden. 



der Mitglieder 



21 

vorgezogen, ihre Eintrittskarte selbst zu benützen und während des 
Konzertes unter den Zuhörern zu verweilen. Hierauf wurde erkannt, 
«daß diese 39 Mitglieder insolange nicht mehr zur Mitwirkung einzu- 
laden sind, bis sie sich selbst hiezu melden, bei welcher Gelegenheit 
denselben dieses ordnungswidrige Benehmen vorzuhalten wäre». 

Auffallend ist die Erscheinung, daß sich in der ganzen ersten Pe- Abnahme 
riode der Gesellschaft unter den ausübenden Mitgliedern für Gesang 
so wenige Damen befunden haben. Die Durchsicht der vorhandenen 
Mitgliederlisten ergibt folgende rasch sinkenden Zahlen für die aus- 
übenden Mitglieder der Gesellschaft: 

Ausübende Mitglieder 
Damen Herren Zusammen 

1814 122 468 590 

1815 ....... ii3 461 574 

1818 98 435 533 

1828 3o 3ii 341 

i83i 32 352 384 

1839 27 281 3o8 

1840 23 263 286 

1843 21 260 281 

1847 15 210 225 

Nur in der Liste von 1814 sind die Mitglieder nach Fächern 
gruppiert und wir haben bereits (S. 1 2) gesehen, daß sich in der Chor- 
abteilung 115 Damen und 157 Herren befunden haben. (6 Damen 
waren für Klavier beigetreten und i für Orgel.) In den folgenden 
Listen aber sind alle ausübenden Mitglieder nur alphabetisch geordnet, 
ohne Rücksicht auf die Abteilung oder gar auf das Fach. Wie viele 
nun von den Herren der Chorabteilung und wie viele der Instrumen- 
talabteilung angehört haben, läßt sich heute nicht mehr ermitteln; da- 
gegen sind die Damen bis auf einige wenige sicher Sängerinnen ge- 
wesen — freilich waren zum Schlüsse ihrer überhaupt nur mehr einige 
wenige vorhanden. 

Schon alsbald nach der Errichtung der Singschule, womit das 
«Vaterländische Konservatorium der Musik in Wien» — wie seine offi- 
zielle Bezeichnung in der ersten Zeit gelautet hat — am i . August 1 8 1 7 
seinen Anfang genommen hatte, sind alljährlich die vorgeschritteneren 
Gesangszöglinge zur Mitwirkung in den Gesellschaftskonzerten heran- 
gezogen worden. Aber auch diese Unterstützung der Chorabteilung 
der Gesellschaft hat sich in der Folge als unzulänglich erwiesen. Man 

mußte trachten, dem Gesellschaftschore noch anderweitige Hilfstruppen 

2* 



22 



ZU gewinnen. Zu Beginn der Saison 1825 wurde das Mitglied des 
Komitees der Gesellschaftskonzerte Ludwig Titze von diesem ersucht, 
«Erkundigungen unter den Studierenden einzuziehen, wegen Sängern, 
welche, wenn sie keine Mitglieder der Gesellschaft w^ären, als nicht- 
zahlende Mitglieder ohne Anstand zu engagieren wären». Und noch 
später hat es sogar eine eigene «Kommission zur Anwerbung mitwir- 
kender Mitglieder» (Vorsteher: Friedrich Klemm) gegeben. Unter 
dem 6. März 1840 ward eine Eingabe dieser Kommission vom Leitenden 
Ausschusse folgendermaßen erledigt: «Die Anfrage vom 17. v.M., ob 
die Kommission zur Gewinnung ausübender Mitglieder befugt sei, vor- 
züglich brauchbare Dilettanten ohne Beitrag mit der Bedingung, daß 
selbe nicht im Verzeichnisse der Gesellschaftsmitglieder als wählbare 
Mitglieder erscheinen und nur, wenn sie persönlich bei Proben und 
Aufführungen mitwirken, den Anspruch auf eine Freikarte haben, zur 
Mitwirkung aufzufordern, wird hiemit in ihrer ganzen Ausdehnung be- 
jahend beantwortet.» 

Die Ursachen, die diesen traurigen Erscheinungen zugrunde lagen, 
sind in einem Berichte erörtert, den ein vom Repräsentantenkörper zu 
Beginn 1850 eingesetztes fünfgliedriges Komitee unter dem Vorsitze 
des nachmaligen Präsidenten der Gesellschaft Dr. Franz Egger unter 
dem 2Z. Februar des genannten Jahres erstattete. 

«Alter, Tod und Entfernung haben die Reihen jener passionierten 
Musikfreunde, die einst einen ansehnlichen Musikkörper bildeten, schon 
vorlängst bis auf wenige Veteranen gelichtet. Der Nachwuchs scheint 
nicht gehörig gepflegt worden zu sein. Teils trat nach und nach bei 
vielen jüngeren Musikliebhabern das Gefühl des zu Vornehmstehens ein, 
teils machten die Musiker von Beruf Opposition gegen den Verein,') 



^) Darüber klagte kein Geringerer als F(ranz) G(rillparzer) schon am 5. Jänner iSSg 
in der «Wiener Zeitung», wobei er indessen betonte, daß die Künstler keinen Grund hätten, 
sich, wie sie behaupteten, durch die Gesellschaft in ihrem Erwerbe beeinträchtigt zu fühlen; 
denn «es leben hunderte derselben von der verbreiteten Liebhaberei für die Kunst, und so 
nützt, was diese Liebhaberei befördert, unmittelbar den Künstlern». Auch wird schon hier 
der starke Abfall sowohl der ausübenden wie der unterstützenden Mitglieder der Gesellschaft 
besprochen, mit dem Hinweise, «daß, wenn es nicht gelingt, das Publikum zu neuer Teilnahme 
anzuregen, die Gesellschaft ihre Zwecke, ja endlich ihren Bestand gefährdet sehen» müßte. 

Der Artikel «Über das Wirken der Gesellschaft der Musikfreunde des österreichischen 
Kaiserstaates und deren gegenwärtigen Zustand» (gezeichnet F. G.), dem die obigen Stellen 
entnommen sind, ist auch in Witthauers «Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater 
und Mode» 1839, I. Quartal, S. 39—40, erschienen. In den älteren Gesamtausgaben von Grill- 
parzers Werken fehlt er; in der neuesten Cottaschen ist er jedoch enthalten. Es fehlt aber 



23 



jedenfalls aber boten die auf wenige Konzertproben herabgeschmolzenen 
Zusammenkünfte der ausübenden Mitglieder zu wenige Anknüpfungs- 
punkte der Geselligkeit dar, um auf den Beitritt neuer Mitglieder als 
Reizmittel zu wirken. Die vier Gesellschaftskonzerte mußten daher im 
Verlaufe der Zeit mit immer steigender Zuhilfenahme von ßerufsmusi- 
kern ausgeführt werden, welche zuletzt sogar die Mehrzahl der Or- 
chesterzusammensetzung bildeten. Daraus entstand ein der Natur des 
Vereines widersprechendes Übergewicht der letzteren, wirkliche oder 
auch nur vermeintliche Zurücksetzung der Dilettanten, Empfindlich- 
keiten, Teilnahmslosigkeit, Austritt, zuletzt ein Zusammenschmelzen des 
Kernes der Gesellschaft bis auf wenige Ausharrende, die aber für sich 
allein ferner nicht selbständig wirken könnten.» Hier nun, heißt es in 
dem Berichte weiter, könne nur die Pflege der musikalischen Gesellig- 
keit in engerem Kreise helfen; nur auf diesem Wege könne sich ein 
musikalischer Dilettantenkörper größeren Maßes begründen, dauernd 
erhalten und durch Zuwachs jüngerer Kräfte vermehren. Dies gelte 
«insbesondere für den Damenchor, da Gewohnheit, Sitte und Erziehung 
es bei diesem nicht leicht möglich machen werden, zu bloßen Konzert- 
proben in völlig unbekannte Kreise die genügende Anzahl von Gesangs- 
freundinnen einzuführen » . 

Außer den «Gesellschaftskonzerten» sollte die Gesellschaft laut § 47 
ihrer Statuten auch «öffentliche Konzerte» geben, und zwar sollte 
sie jährlich zwei große musikalische Werke aufführen und jedes nach 
einigen Tagen wiederholen. Solche «öffentliche Konzerte» sind in der 
geplanten Art niemals gegeben worden; an ihre Stelle traten aber die 
sogenannten «Musikfeste» in der Winterreitschule. 

Das erste dieser Musikfeste war jene bereits besprochene Auffüh- 
rung von Händeis «Timotheus» im Jahre 181 2, die den letzten Anstoß 
zu der Gründung der Gesellschaft gegeben hatte. (S. 5 — 6.) Dieses 
Musikfest wurde am 1 1. und 14. November 181 3 wiederholt, «von einer 
über 600 (712) Mitglieder zählenden Gesellschaft von Kunstfreunden, 
zum Vorteil der Witwen und Waisen der im Krieg gebliebenen Vertei- 



dort natürlich das Postskriptum des Leitenden Ausschusses der Gesellschaft der Musikfreunde, 
das mit den Worten beginnt: «Indem der gefertigte Leitende Ausschuß den vorstehenden, von 
einem Freunde der Gesellschaft verfaßten Aufruf der Öffentlichkeit zu übergeben einwilliget, 
erlaubt sich derselbe» usw. (folgt eine «geziemende> Einladung zum Beitritte zur Gesell- 
schaft). Punkto Einwilligung vergleiche man den Notenwechsel zwischen Apponyi und Sedl- 
nitzky vom Jahre 1817, S. 19 — 20. Der Vormärz war von langer Dauer. 



Offeniliche 
Konzerte 



Musikfeste 
1812— 1816 



24 

diger des Vaterlandes». Erst bei dem dritten Musikfeste, das am 1 6. Ok- 
tober 1 8 1 4 als Hoffest für die beim Kongresse versammelten Monarchen 
gegeben wurde, und wobei Händeis «Samson» aufgeführt ward, trat 
die Gesellschaft der Musikfreunde als solche — und zum erstenmal — 
in die Oflfentlichkeit. Am 20. und 23. April 181 5 folgte Hand eis 
«Messias» und am 22. und 24. November 1816 Stadlers «Die Be- 
freiung Jerusalems», womit die erste Periode der «Musikfeste» abschloß. 

Das liebe große Publikum, für das die früheren Aufführungen in- 
folge des ungewohnten Raumes und des Riesenaufgebotes der Chor- 
und Orchestermassen eine Sensation bedeutet hatten, und das zum guten 
Teil nur deswegen in Scharen herbeigeströmt war, hatte seine Neugier 
befriedigt und war ausgeblieben; und dies, trotzdem es auf den An- 
kündigungen des letzten Festes geheißen hatte: «Die Einnahme wird 
von der Gesellschaft zu ihrem Hauptzweck, der Errichtung eines 
vaterländischen Konservatoriums verwendet.» — Facit: Defizit; 
ergo: Aufhören der Musikfeste. 

Geht man die Programme dieser ersten Serie von Musikfesten durch, 
so liest man: Händel, Händel, Händel. Kein Zweifel: die Gesell- 
schaft der Musikfreunde wurde gegründet und stand Jahre hindurch 
ganz unter dem Zeichen Händeis. Wenn man nun weiß, welchen 
Einfluß Haydn durch seine Symphonien und Oratorien anderwärts auf 
die Gründung und Ausbildung eines öffentlichen Konzert wesens aus- 
geübt hat, daß in Berlin im Jahre 1801 die «Witwen- und Waisen- 
sozietät der Hofkapellmusiker», in St. Petersburg 1802 die «Philhar- 
monische Gesellschaft», in Bern 1804 die «Musikalische Akademie» 
mit der «Schöpfung» unseres alten Vaters Haydn eröffnet worden sind 
und daß in Leipzig 1809 sogar das 400 jährige Jubiläum der Univer- 
sität durch eine Aufführung der «Schöpfung» begangen wurde, so 
könnte es füglich wundernehmen, daß diese Schöpfung eines österrei- 
chischen Meisters nicht auch die Schöpfung der österreichischen Ge- 
sellschaft der Musikfreunde inauguriert hat. Indessen ist dabei wohl 
zu beachten, daß die Tonkünstler-Sozietät sowohl die «Schöpfung» 
als die «Jahreszeiten», seitdem diese beiden Gestirne als helleuchtende 
Sonnen am musikalischen Himmel aufgegangen waren, durch Dezen- 
nien Jahr für Jahr aufgeführt und sich dadurch volle Häuser und nicht 
minder volle Kassen verschafft hat. Es war also vielleicht nur ein 
schöner Zug der «Gesellschaft», die älteren Rechte der «Sozietät» zu 
respektieren. 



25 

In den Jahren 1817 — 1843 gab die Gesellschaft eine Reihe öfFent- Geiegenheits- 
licher Konzerte — im ganzen 21 — erst im Großen Redoutensaale, 
dann, seit i83i (mit Ausnahme des letzten) in dem neuerbauten Ver- 
einssaale unter den Tuchlauben, und zwar meist zu wohltätigen Zwecken 
oder aus besonderen festlichen Anlässen. 

Im Jahre 1834 wurden jedoch auch die großen Musikfeste in Musikfeste 
der Winterreitschule wieder aufgenommen und seit dem Jahre 1837 
alljährlich fortgesetzt bis 1847. Zuerst kam wieder Händel an die 
Reihe mit seinem Oratorium «Belsazar», das am 6. und 9, Novem- 
ber 1834 zur Namensfeier der Kaiserin Carolina Augusta von mehr 
als 800 Tonkünstlern und Musikfreunden exekutiert wurde. Dann end- 
lich folgte Haydn, mit dessen «Schöpfung» am 5. und 7. November 1837 
die 25jährige Jubelfeier der Gesellschaft begangen wurde; die Zahl 
der Mitwirkenden war auf 10 19 gestiegen und hielt sich auch fortan 
zumeist in dieser Höhe. Am 4., 8. und 11. November i838 folgten 
die «Jahreszeiten» und am 7. und 10. November 1839 Mendelssohns 
«Paulus» '). Das Musikfest des nächsten Jahres brachte wiederum 
«Timotheus» von Händel, die drei folgenden (1841) enthielten ge- 
mischte Programme^), 1842 kam Händeis «Judas Maccabäus» und 



') Beim «Paulus» wirkten mit: 220 Soprane und je 160 Alte, Tenore und Bässe; 
118 Violinen, 48 Violen, 41 Celli, 25 Kontrabässe, je 12 Flöten, Oboen, Klarinette und Fa- 
gotte, 2 Kontrafagotte, 12 Hörner, 8 Trompeten, 9 Posaunen, 3 Ophikleiden und 4 Pauken; 
also Chor 700, Orchester 32o und mit den Solisten und Dirigenten insgesamt 1027 Personen, 

Das Orchester hatte eine Breite von 18 m und eine Tiefe von 2275 m. Die Aufstellung 
auf dem Podium war: Vorne an der Rampe in der Mitte die Solisten, dahinter der Chordirektor, 
hinter diesem 9 Celli und 7 Kontrabässe und in deren Mitte der Dirigent («Oberleiter»). Zu 
beiden Seiten der Solisten, vorne an der Rampe beginnend und sich hinter jener Streicher- 
insel schließend, der Chor. Hinter dem Chore die Violinen und Violen, dahinter die Har- 
monie und zu hinterst Celli, Kontrabässe und Schlagwerk; doch war ein Teil der Harmonie 
an den Seitenrändern, vorne an der Brüstung beginnend, aufgestellt, und die Fortsetzung 
dieser Linie, bis zur ersten Reihe der Violinen reichend, bildeten einige Celli und Kontrabässe. 

Noch größer, nämlich 1127, war die Zahl der Mitwirkenden in dem folgenden Jahre bei 
«Timotheus»; die größte Zahl aber war in dem vorangegangenen Jahre bei den «Jahreszeiten > 
erreicht worden, wo im Chore 804 (268 Soprane, 166 Alte, 170 Tenore, 200 Bässe) und im 
Orchester 322 Personen mitwirkten; mit den beiden Dirigenten, dem Cembalisten und 3 Solisten 
insgesamt ii32. 

2) In diesem Jahre waren wieder die Bläser vor den Streichern postiert. A. J. Becker 
tadelt dies in der «Allgemeinen Wiener Musikzeitung» (1841, S. 580) und fügt hinzu: «Die 
beste Anordnung für ein so großes Personale scheint mir die zu sein, wo das Orchester keil- 
förmig in den Chor hineingebaut ist, wodurch jener in zwei Hälften zerfällt (was bei Doppel- 
chören noch von besonderem Vorteil ist) und wodurch die Vorspieler der Streichinstrumente 



26 

wieder eines mit gemischtem Programm; in den nächsten beiden Jahren 
hörte man abermals die «Schöpfung* und die «Jahreszeiten», dann 
1845 Beethovens «Christus am 01berg>, 1846 wieder «Paulus* und 
endlich am 14. und 18. November 1847 den «Elias». Diesen hätte 
Mendelssohn selbst dirigieren sollen und alles war bereits in freudiger 
Erwartung. Doch aus dem Freudenfeste wurde eine Trauerfeier; denn 
am 4. November war Mendelssohn gestorben. 

Dies ist das letzte der großen «Musikfeste» in der Winterreitschule 
gewesen, denn wiederum war die Zuflut des Publikums einer Ebbe 
gewichen, und überdies ist während der Wirren des Jahres 1848 das 
für die Winterreitschule mit großem Kostenaufwand erbaute Orchester- 
gerüst durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Der herrliche Raum 
der Kaiserlichen Winterreitschule blieb fortan der Musik weit Wiens 
verschlossen^). 

Zur Mitwirkung bei diesen Musikfesten wurden nicht nur die aus- 
übenden Gesellschaftsmitglieder, sondern stets «sämtliche hier anwesen- 
den Künstler und Musikfreunde, sowohl Damen als Herren» eingeladen. 
Wenn man die in der zweiten Periode der Musikfeste stets um die 
Tausend betragende Anzahl der Mitwirkenden mit der Anzahl der 
ausübenden Mitglieder der Gesellschaft (S. 21) vergleicht, die zuletzt 
nur mehr 225 betragen hatte, so ergibt sich, daß zumindest Zweidrittel 
bis Dreiviertel aller Mitwirkenden außerhalb des Verbandes der Gesell- 
schaft gestanden waren. Die Orchestermitglieder waren zumeist Be- 
rufsmusiker; der Chor bestand zwar vorwiegend aus Dilettanten, wurde 
aber zum Teil auch aus den Scharen der Kirchensänger rekrutiert, 
besonders seit der 1843 erfolgten Gründung des «Chorregenten Vereines». 

Ebenso wie bei den «Gesellschaftskonzerten» wurde auch bei den 
«Musik festen» jedesmal ein Probenprogramm verschickt. Im Jahre 18 14 
war sogar eine eigene, für alle Musikfeste geltende «Ordnung der Pro- 
ben und Aufführungen der großen Konzerte in der K. K. Reitschule» 



in möglichster Nähe des Hauptdirigenten zu stehen kommen; eine Aufstellung, die u. a. auf 
dem Musikfeste zu Aachen 1837 unter Leitung von Ferdinand Ries statthatte.» 

^) Nur dreimal noch öffnete er dieser in der Folge seine Pforten: am 25. und 28. Ok- 
tober 1866, als die Gesangvereine Wiens in der Stärke von 1200 Mann ein Monstrekonzert 
zum Besten der Witwen und Waisen der im Feldzuge gefallenen Krieger veranstalteten, und 
dann am 8. Oktober iSgS, wo darin das Festkonzert des Wiener Männergesangvereines 
anläßlich dessen 50jährigen Jubiläums stattfand, das durch den Besuch des Kaisers, des 
Königs von Sachsen, der Erzherzoge Albrecht, Karl Ludwig, Wilhelm, Rainer, 
Ludwig Viktor sowie der Kronprinzessin-Witwe Stephanie ausgezeichnet wurde. 



27 

erlassen worden. In der Regel fanden drei bis fünf Chorproben und 
zwei oder eine Generalprobe statt, innerhalb zweier, höchstens dreier 
Wochen. In den ersten Jahren wurden die Chorproben, die um 1 1 Uhr 
begannen und im Kleinen Redoutensaale oder im Palais Schwarzenberg 
auf dem Neuen Markte abgehalten wurden, von dem Hofkapellmeister 
Salieri geleitet, der sich überdies an weiteren drei bis vier Tagen je 
von lo — I Uhr im Probelokal aufhielt, «um mit jenen Mitgliedern, 
welche sich noch insbesondere einüben wollten, die Chöre durchzugehen». 
Wenn man bedenkt, daß dagegen die Aufführungen in dieser ersten 
Periode von einem Dilettanten, dem Hofsekretär Mosel, geleitet wur- 
den, so ist diese edelstem Idealismus und heller Begeisterung für das 
Gelingen des Werkes entsprungene Opferfreudigkeit, ja Selbstverleug- 
nung eines Künstlers in der Stellung Salier is und von dem Ruhm und 
Ansehen, wie er es genossen hat, gar nicht hoch genug zu preisen. 

Man stelle sich nur einmal vor, daß heute doch es bleibe 

der Phantasie des Lesers überlassen, den sich hier aufdrängenden Ge- 
danken vollends auszuspinnen. 

In der zweiten Periode der Musikfeste dirigierte 1834 der Hof- 
kapellmeister Josef Weigl; weiterhin aber schwangen Pseudo-Dilettanten 
den Taktstock: 1837 Ignaz R. v. Seyfried und von i838 — 1847 Joh. 
Bapt. Schmiedel. 

Vorübergehend sei hier noch erwähnt, daß die Gesellschaft in den Opemkonzerte 
Jahren i836 und 1837 auch sogenannte «Opernkonzerte» gegeben hat, 
in denen Ouvertüren, Chöre, Arien, Duette, Terzette etc. aus zumeist 
älteren und weniger bekannten Opern aufgeführt wurden. 

Vom Jahre 181 8 — 1840 haben auch «Musikalische Abend- Abend- 
unterhaltungen» stattgefunden, die aber nicht von der Gesellschaft ""**'' ^ "^"ß®" 
der Musikfreunde als solchen, sondern gewissermaßen von einem Filial- 
verein veranstaltet wurden. «Die Gesellschaft, welche sich zu den 
musikalischen Abendunterhaltungen vereiniget,» heißt es in der jährlich 
fast gleichlautend wiederkehrenden Ausschreibung, «hat den Selbstbetrieb 
und -Genuß der Musik und die Beförderung der Geselligkeit unter den 
Kunstliebhabern unserer Residenzstadt zum Zwecke. Sie betrachtet 
sich aus dem Gesichtspunkte einer Privatgesellschaft, welche auf freund- 
schaftliche Weise in einem Privathause zusammenkommt, um sich mit 
Musik und anständiger Konversation zu erheitern.» «Die Gesellschaft 
kann durchaus nur aus 70 Mitgliedern bestehen, und zwar aus solchen 
Individuen, welche auch ausübende Mitglieder des großen Musikvereines 



28 

des Österreichischen Kaiserstaates sind, und deren jedes sich verbindlich 
macht, bei jedesmaliger Aufforderung entweder bei Kammermusik oder 
Gesang, einzeln oder bei mehrstimmigen Piecen mitzuwirken.» 

Diese Abendunterhaltungen fanden unter der Leitung mehrerer als 
Komitee zusammengetretenen «Direktoren* bis zum Jahre 1822 Sams- 
tags, dann aber Donnerstags in dem jeweiligen Gesellschaftslokale statt, 
und zwar bis i836 jährlich in der Anzahl von 16, dann aber nur mehr 
von 8. Darin w^echselten Orchesterstücke und Kammermusik mit 
Chören, Gesangsnummern und Sonaten; namentlich Franz Schubert 
wurde hier stark kultiviert. Meist wurde a vista gesungen und gespielt; 
nur ausnahmsweise, «insofern es nötig schien», ging eine Probe voran. 

Als nach einigen Jahren der Eifer der Dilettanten zu erlahmen 
begann, wurden hin und wieder auch Künstler zur Mitwirkung in den 
Abendunterhaltungen gebeten. Dadurch aber fanden sich manche Mit- 
glieder in ihrem Dilettantenstolze gekränkt. In dem Protokolle einer 
Sitzung des Leitenden Ausschusses, der also, wie sich zeigt, doch auch 
hier des obersten Amtes gewaltet hat, findet sich unter dem 12. Jän- 
ner i833 folgende Stelle: «Der Sekretär der Gesellschaft meldet, meh- 
rere Dilettanten hätten erklärt, daß sie sich bei den Abendunterhaltungen 
nicht mehr hören lassen würden, sobald die Direktoren derselben Künstler 
von Beruf, vorzüglich Sänger, zu Produktionen einladen würden. Es 
wird daher beschlossen, daß nur Dilettanten geladen werden sollen: 
von welchem Beschlüsse die Herren Direktoren durch ein Umlaufs- 
schreiben zu verständigen seien. Das Umlaufsschreiben ist zu erlassen.» 
Konzene Zieht man die Schlußbilanz des künstlerischen Wirkens der Gesell- 

"" Schaft in der Periode von 181 2 — 1848, so ergeben sich als Aktivposten 
in der vollen Bedeutung des Wortes i3i Gesellschaftskonzerte, 36 Mu- 
sikfeste, 8 Opernkonzerte, 21 Gelegenheitskonzerte und 280 Abend- 
unterhaltungen, zusammen also 476 Konzerte: eine Leistung, die aller 
Ehren w^ert und der Gesellschaft um so höher anzurechnen ist, als sie 
wirklich lediglich im Interesse der Kunst vollbracht wurde, und als die 
Gesellschaft bis zu der Gründung der Philharmonischen Konzerte im 
Jahre 1842 fast allein es w^ar, die in Wien zielbewußt und in möglichst 
künstlerischer Weise konzertierte. 



29 

2. 1848—1868 

Der Sturm, der im Jahre 1848 Europa durchbrauste, hat auch 1848 
die Gesellschaft der Musikfreunde in allen ihren Fugen erschüttert; 
geschwächt, wie sie ohnehin schon war, ist es fast ein Wunder zu 
nennen, daß sie nicht ganz von dannen gefegt wurde. Indessen hielt 
sie wacker stand. Nur das Konservatorium, dieses unter Schmerzen 
geborene und großgezogene, heißgeliebte Kind, mußte für längere Zeit, 
bis Oktober 1851, gesperrt werden^); die Konzerte aber w^urden schon 
am 14. Jänner 1849 wieder aufgenommen. 

Noch in demselben Jahre aber konnte es sich die Gesellschaft Notwendigkeit 
nicht länger verhehlen, daß das Interesse des Publikums wie nicht Reorganisierung 
minder auch der Mitwirkenden selbst für ihre Konzerte geschwunden 
war, und man suchte und erkannte die Ursache dieser Erscheinung 
darin, daß für die Orchestermusik die Zeit des Dilettantentums vorüber 
war. Allerdings war der orchestrale Teil der Gesellschaftskonzerte seit 
langem schon unter immer gesteigerter Heranziehung von Berufsmusikern 
bestritten worden, aber es saßen doch auch immer noch genug Dilettanten 
hinter ihren Pulten, und gerade diese Verquickung künstlerisch ungleich- 
artig veranlagter und ausgebildeter Elemente mußte sich einem har- 
monischen Zusammenspiel abhold erweisen. Die von den Orchester- 
mitgliedern und dem Kapellmeister des Hofoperntheaters Otto Nicolai^) 



') Im Jahre 1849 hat deshalb die Gesellschaft die Verstaatlichung des Konservatoriums 
erwirken wollen, ist jedoch vom Ministerrate abschlägig beschieden worden. Auch schon 
früher einmal, im Jahre 1842, ist sowohl im Leitenden Ausschusse als auch im Repräsentanten- 
körper die Frage einer Verstaatlichung des Konservatoriums erwogen worden. Der Präses- 
Stellvertreter Hofrat Kiese wetter meinte damals, «die Gesellschaft habe ohne Konservatorium 
bestanden und könne auch ferner ohne ein solches bestehen; ihr Hauptzweck sei die Empor- 
bringung echter Musik, und die Erhaltung des Konservatoriums sei nur ein Mittel hiezu. 
Dennoch gestehe er, daß diese Anstalt die interessanteste Partie der Gesellschaft sei». 

2) Es ist bisher nicht bekannt geworden, da auch von Pohl nicht erwähnt, daß die 
Gesellschaft der Musikfreunde im Jahre 1843 mit dem Komponisten der «Lustigen Weiber von 
Windsor» wegen Übernahme der Direktion des Konservatoriums in Verhandlung gestanden 
war. Nicolai hatte sich am 28. Juni schriftlich bereit erklärt, die Stelle zu übernehmen, wenn 
mindestens in Zukunft eine Besoldung damit verbunden sei, wenn der Direktor des Konserva- 
toriums als perpetuierliches Mitglied des Leitenden Ausschusses erklärt und auch Vorsteher 
des Komitees des Konservatoriums würde, und wenn er die Leitung der Musikfeste erhielte; 
dagegen wollte er nicht darauf eingehen, auch die ihm angebotene Leitung der Gesellschafts- 
konzerte sowie die der Zöglingskonzerte und der Zöglingsübungen zu übernehmen. Der ihm 
am 18. Juli erteilte Bescheid lautete dahin, daß die Gesellschaft vorläufig hierauf nicht ein- 
gehen könne, da manche dieser Anforderungen gegen die Statuten seien. 



3o 

gegründeten Philharmonischen Konzerte, deren erstes am 28. März 
1842 im Großen Redoutensaale vor sich gegangen war, hatten die 
«Gesellschaftskonzerte» alten Stils weit überholt und sie sozusagen auf 
den Aussterbe- ifctat gesetzt. Da gab es nur zwei Möglichkeiten: Die 
«Gesellschaftskonzerte» mußten reorganisiert werden, oder sie hatten 
binnen kurzem ausgeklungen. 

Aber nicht nur die Konzerte, sondern vielmehr noch die Gesell- 
schaft selbst bedurfte einer durchgreifenden Umgestaltung von oben 
bis unten. 

«Die Leitung der Gesellschaft ruhte bisher in den Händen eines 
i2gliedrigen Ausschusses, eines sogliedrigen Repräsentantenkörpersund 
mehrerer Komitees, die in einer sehr komplizierten Zusammensetzung 
die größten Schwierigkeiten bei Durchführung rascher Entschlüsse und 
tätiger Ausführung positiver Leistungen finden mußten und auch 
wirklich gefunden haben, weshalb auch die Erfahrung gelehrt hat, daß 
in sehr wichtigen Momenten niemand, oder zu viele, oder wohl ganz 
unberufene, oder nur untergeordnete Organe die eigentlichen Zügel 
der Gesellschaft geführt haben.» 

Schon in den Jahren 1841 und 1842 hatte man diese Übelstände 
zum Teil erkannt und eine Änderung der Statuten erwogen. Ernst- 
hafter noch war man auf diesen Gegenstand im Jahre 1846 zurück- 
gekommen, wo der Sekretär Dr. Moritz v. Stubenrauch') — damals 
wurde das Sekretariat noch als Ehrenamt versehen — einen vollständig 
neuen Statutenentwurf vorgelegt hatte, der vor allem auf die Ein- 
führung einer Generalversammlung und die Ersetzung des Repräsen- 
tantenkörpers und des Leitenden Ausschusses durch eine einfacher 
gestaltete Direktion abzielte. Es war aber auch damals zu keiner 
Entscheidung gekommen; endlose Komiteeberatungen hatten die Sache 
verwirrt und verzettelt, und sonach war alles beim alten geblieben. 



^) Dr. Moritz Edler v. Stubenrauch, geb. 22. September 1811 zu Wien, vollendete i832 
die juridischen Studien, trat in demselben Jahre bei Gericht ein, promovierte 1835 und widmete 
sich i836 dem Lehrfache. i838 wurde er Professor an der Universität in Lemberg, 1839 Pro- 
fessor des Bürgerlichen Rechtes an der Theresianischen Ritter-Akademie und 1850 an der 
Wiener Universität. Er war auch 18 Jahre lang Gemeinderat. Endete gemeinschaftlich mit 
seiner Frau am 3i. August 1865 »^ der Villa Rath in Ober-St. Veit durch Selbstmord. 

Dr. V. Stubenrauch war von 1843 bis November 1855 und dann wieder von Dezember 
1860 bis Dezember 1864, wo er bei der Wahl unterlag, Mitglied des Leitenden Ausschusses, 
bezw. der Direktion der Gesellschaft. 



3i 

Gedeihlicher kam die Angelegenheit erst in Fluß, als nach dem 
Scheitern eines im Herbst 1849 aufgetauchten Projektes, eine Fusionie- 
rung der 18 19 von F. X. Geh au er begründeten und von Ed. Baron 
Lannoy bis 1848 fortgesetzten «Spirituel Concerte» sowie des 1843 
erstandenen «Wiener Männergesangvereines> mit der Gesellschaft 
in die Wege zu leiten, ein im Jahre 1850 eingesetztes Komitee mit 
dem weitblickenden Dr. Franz Egger ^) an der Spitze die gesellschaft- 
lichen Gebrechen in ihrem vollen Umfang schonungslos mit mann- 
haftem Freimut aufdeckte, die Mittel zu ihrer Abstellung erörterte und 
Diagnose und Therapie in einem denkwürdigen Berichte niederlegte, 
dem auch die oben zitierte Stelle entnommen ist. 

Am Schlüsse dieses vom 23. Februar 1850 datierten Berichtes 
wurde beantragt: «i. Die Zurückführung der Gesellschaft auf den 
Zweck der Ausführung musikalischer Werke durch Gesellschaftsmit- 
glieder in periodisch wiederkehrenden Probeabenden im engeren Kreise 
bloß ausübender Mitglieder. 2. Die jährliche Ausführung von vier Gesell- 
schaftskonzerten» (sc. durch Berufsmusiker) «für die unterstützenden 
Mitglieder. 3. Die Auflassung des Konservatoriums 2). 4. Die Ver- 
einfachung der Statuten, inbesondere die Einführung einer einfacheren 

^) Dr. Franz Egg er, geb. 25. September 1810 zu Laibach als Sohn eines Postbeamten, 

m 

wollte sich zuerst dem Lehrfache widmen und war längere Zeit Assistent für Statistik und 
Kameralistik an der Wiener Universität bei Professor Springer, habilitierte sich aber 1843 in 
Wien als Advokat. Er bekleidete später zahlreiche Ehrenstellen, war konservatives Mitglied 
des Frankfurter Parlaments, Direktor der Nationalbank, Mitglied des Staatsgerichtshofes und 
Oberkurator der Ersten österreichischen Sparkassa. Im April 1869 erhielt er «in Anerkennung 
verdienstlicher patriotischer, gemeinnütziger und humanitärer Leistungen > den Orden der 
Eisernen Krone III. Klasse, unterließ es aber, um die Verleihung des Ritterstandes einzukom- 
men, der damals noch statutenmäßig mit diesem Orden verbunden war. 

Dr. Franz Egger gehörte von 1845— 1849 und von 1853—1859 der Leitung des Wiener 
Männergesangvereines an, und zwar in den Jahren 1845— 1849 und 1854— 1859 ^Is Vorstand. Seit 
1868 war er auch Ehrenmitglied dieses Vereines, den er mit begründet hatte. 

Der Gesellschaft der Musikfreunde hat Dr. Franz Egger seit dem Jahre 1850 und der 
Direktion vom 28. Februar 1851 bis 4. September 1858 angehört, wo er aus einem Grunde, den 
wir noch kennen lernen werden, aus dieser austrat; dann wieder vom 18. November desselben 
Jahres bis 17. November des nächsten, an welchem Tage er von der Generalversammlung nicht 
wieder gewählt wurde; endlich abermals vom 21. Dezember 1867 bis zu seinem in Wien am 
6. Februar 1877 erfolgten Tode, und zwar als Präsident. Seit 1870 war Dr. Egger auch Ehren- 
mitglied der Gesellschaft. 

Dr. Franz Egger war der Vater des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Gustav Egg er, der 
der Direktion der Gesellschaft seit Dezember 1880 angehört und den Traditionen seines Vaters 
getreu gleich diesem eine höchst verdienstvolle Tätigkeit in der Direktion entfaltet. 

^) Mit Rücksicht auf die mißliche Finanzlage der Gesellschaft. 



32 

Gesellschaftsleitung» in Gestalt einer siebengliedrigen Direktion. «5. Die 
Wahl eines die Gesellschaft repräsentierenden Ausschusses von höch- 
stens 25 Mitgliedern» usw. Femer wurde beantragt, daß die ausübenden 
Mitglieder 1 5 Ausschüsse und 5 Direktionsmitglieder, die unterstützenden 
dagegen nur 10 Ausschüsse und 2 Direktionsmitglieder je aus ihrer 
Mitte wählen sollten ^). Schließlich wurde auf die baldige Einberufung 
einer Generalversammlung gedrungen, um über diese Reorganisierungs- 
grundsätze zu entscheiden, und gleichzeitig die Erlassung eines Aufrufes 
befürwortet, worin die Musikliebhaber aufgefordert werden sollten, 
«dem in der Reorganisierung begriffenen Vereine als ausübende Mit- 
glieder beizutreten». 

Um dieselbe Zeit geschah es, daß von anderer Seite mit großem 
Pomp und Geprahle die Lärmtrommel zur Errichtung eines Konkurrenz- 
institutes gerührt wurde, das denn auch wirklich im Jahre 1 85 1 unter dem 
stolzen Namen «Akademie der Tonkunst» das Licht der Welt er- 
blickte, aber schon nach wenigen Jahren eines in jeder Bedeutung des 
Wortes eitlen Wirkens — les extremes se touchent — geräuschlos, wie 
es nicht gekommen, wieder vom Schauplatze verschwand. Diese un- 
vermutete und plötzlich aufgetauchte, dräuende Gefahr hat sicher nicht 
wenig dazu beigetragen, die im Laufe der Zeiten in eine gewisse 
Lethargie verfallene Gesellschaft wenigstens einigermaßen aufzupulvern. 

Aber vorerst auch nur einigermaßen. Denn trotzdem währte es 
geraume Zeit, bis die Erneuerung der Gesellschaft wirklich vqr sich 
ging. Altüberkommene Anschauungen und Gepflogenheiten mir nichts 
dir nichts abzustreifen, ist eben zumeist nicht alter Herren Sache. 

Zunächst prallten die Gegensätze im Leitenden Ausschusse auf- 
einander. Dieser legte nach heftigen Debatten dem Repräsentanten- 
körper am 28. Oktober 1850 die Grundzüge eines Statutenentwurfes 
vor, worin die Veranstaltung von jährlich vier durch Fachmusiker 
auszuführenden Gesellschaftskonzerten vorgesehen war, ferner die Ab- 
haltung von Übungen im Chorgesange und im Orchesterspiele sowie 
die Wiedereröffnung des Konservatoriums in günstigeren Zeiten; auch 
sollte die Leitung der Gesellschaft nur in den Händen einer siebengliedri- 
gen Direktion liegen, kontrolliert von zweimal des Jahres abzuhaltenden 
Generalversammlungen. Dagegen sollten — und nun wurde der 

^) Der ursprüngliche, in dem Schriftstücke wie oben korrigierte Antrag lautete sogar 
dahin, «daß nur die ausübenden Mitglieder des Vereines aktives und passives Wahlrecht für 
die Direktion und den Ausschuß haben sollen». 



33 

Komiteebericht auf den Kopf gestellt — die bisherigen ausübenden 
Mitglieder unter Reduzierung ihres Beitrages auf 3 ^2 fl. C. M. ent- 
rechtet und zu «ausübenden Teilnehmern» degradiert werden. Außer- 
dem sollte es noch «unterstützende Teilnehmer» mit einem Jahres- 
beiträge von 5 fl. und «Mitglieder» mit einem solchen von 6 fl. und 
einer einmaligen Kapitalseinlage von lo fl. CM. geben, und diese allein 
sollten berechtigt sein, an der Leitung der Gesellschaft teilzunehmen. 
Das Leitungsmitglied Ignaz PauP) — ein heller Kopf, aber das 
enfant terrible der Gesellschaft — brachte ein Separatvotum ein, worin 
er betonte, daß den Kern eines musikalischen Vereines zuerst und vor 
allem die ausübenden Mitglieder bilden und bilden sollen, und daß es 
ihm daher geradezu als ein Unding erscheine, daß es in der Gesell- 
schaft nunmehr gar keine ausübenden Mitglieder, sondern nur ausübende 
Teilnehmer geben sollte, die als solche wohl Obliegenheiten zu erfüllen, 
aber gar keine Rechte zu genießen hätten, und die dafür, daß sie für 
die Unterhaltung der anderen sorgen, obendrein noch zahlen müßten. 
Die ausübenden Glieder der Gesellschaft müßten vielmehr als deren Kern, 
ja Seele obenan, als die ersten und wichtigsten Mitglieder figurieren 
und zumindest dieselben Rechte besitzen, die den übrigen Zweigen 
der Gesellschaft zuerkannt werden. «Dies mögen,» heißt es weiter, 
«auch die ersten Gründer der Gesellschaft erkannt haben, denn auch 
sie haben die ausübenden Mitglieder als die ersten bezeichnet.» «Dafür, 
daß ein sogenanntes ,Mitglied^ um 2 — 3 fl. jährlich mehr in die Ge- 
sellschaftskassa beiträgt als ein ausübender ,Teilnehmer^ — für diesen 
geringen Mehrbetrag sollen sich diese Mitglieder das Recht erkaufen 
können, die Herren und Leiter des Vereines, die ausschließlichen 
Eigentümer des nicht nur von ihnen selbst, sondern auch von den 
unterstützenden und ausübenden Teilnehmern der Gesellschaft zu- 
sammengebrachten Vermögens zu sein? während der ausübende Teil- 
nehmer für seine doch ungleich höher anzuschlagende Wirksamkeit 
die bloße Ehre haben soll, der gehorchende, schweigsame Diener 
dieser Herren zu sein!» 



') Ignaz Paul, geb. 1796, gest. am 29. Oktober 1868 als langjähriger Sekretär der Ersten 

österreichischen Sparkassa, war seit 1834 ausübendes Mitglied der Gesellschaft und von 1839 

bis 1851 Mitglied des Leitenden Ausschusses, bezw. der Direktion, legte aber in dem letzten 

Jahre aus Oppositionsgründen seine Stelle nieder, was er für kurze Zeit schon im Jahre 1847 

getan hatte. 1855 wurde er abermals in die Direktion berufen und verblieb darin bis zum 

17. Dezember 1860, wo er von der Generalversammlung nicht wieder gewählt wurde. Von 

1866 bis zu seinem Tode war er Leitungsmitglied des Orchestervereines. 

3 



34 

Zum Teil hatte Paul Erfolg. Der Repräsentantenkörper änderte 
den Entwurf dahin, daß es unter den «Mitgliedern» mit lo fl. Ein- 
lage unterstützende mit 6 und ausübende mit 3^2 fl. Jahresbeitrag 
geben solle; außerdem noch «Teilnehmer» ohne Einlage, aber gleich- 
falls mit 3^2 fl. Jahresbeitrag und mit der auch die ausübenden Mit- 
glieder treffenden Verpflichtung, in den Proben und in den 4 Abend- 
unterhaltungen für die unterstützenden Mitglieder mitzuwirken. 

Am 19. Dezember 1850 befaßte sich eine «allgemeine Versammlung» 
(Generalversammlung) mit dem Gegenstande. Es wurde lange hin 
und her debattiert, schließlich aber nur beschlossen, von einer für den 
27. d. M. einzuberufenden Versammlung ein Komitee wählen zu lassen, 
das die Frage der Statutenrevision mit Berücksichtigung des vorliegenden 
Entwurfes nochmals gründlich durchberaten und dann über das 
Ergebnis seiner Studien einer neuerlichen Versammlung berichten sollte. 
Es lag klar zu Tage, daß man die ganze Angelegenheit einfach ver- 
schleppen wollte, und dies erbitterte das Mitglied des erstgewähhen 
Komitees Gustav Barth») so sehr, daß er am i. Jänner 1851 seine 
Stelle im Leitenden Ausschusse niederlegte. Auch mehrere Mitglieder 
des Plenums waren verstimmt und traten aus der Gesellschaft aus. 
Statuten 185 1 Nun endlich wurde die Sache doch energischer betrieben und in 

einer am 25. Februar 1851 abgehaltenen Generalversammlung wurden 
die neuen Statuten genehmigt. 

Unter den Mitteln zur Erreichung des Vereinszweckes blieb «die 
Erhaltung eines Konservatoriums» obenan; dann folgten: «2. Die öffent- 
liche Aufführung gediegener Tonwerke in möglichst vollkommener 
Weise. 3. Die Erhaltung einer musikalischen Bibliothek und der damit 
in Verbindung stehenden Sammlungen. 4. Die Abhaltung gemein- 
schaftlicher Übungen im Gesänge oder auf Instrumenten. 5. Die 
Gründung oder Unterstützung einer musikalischen Zeitschrift. 6. Die 



') Gustav Barth, geb. 2. September 18 11 in Wien, studierte bei Drechsler Generalbaß 
und Orgel, später bei Gyrowetz und Ign. R. v. Seyfried, inzwischen auch zuerst Jus und dann 
Medizin, wandte sich aber 1835 ^"r immer der Musik zu. 1840 vermählte er sich mit der be- 
rühmten Sängerin Maria Anna Wilhelmine van Hasse It, welche Ehe aber nach mehreren 
Jahren geschieden wurde. War von 1843 Chormeister und seit 1849 auch Vorstand des Wiener 
Männergesangvereines bis 1854, ^'^ ^^ seiner geschwächten Gesundheit wegen von Wien 
scheiden mußte. Anläßlich des 25 jährigen Jubiläums des Wiener Männergesangvereines im 
Jahre 1848 wurde Barth — damals Kapellmeister in Frankfurt a. M. — zum Ehrenmitgliede 
gewählt. Dem Leitenden Ausschusse der Gesellschaft der Musikfreunde hat Barth nur kurze 
Zeit, seit April 1850, angehört. Gest. 1897. 



35 

Ermunterung angehender Tonsetzer durch probeweise Aufführung ihrer 
Kompositionen oder in anderem Wege.» 

Die Gesellschaft bestand hinfort nur aus ordentlichen Mitgliedern 
(mit einem Jahresbeiträge von mindestens 5 fl. C. M.) und Ehren- 
mitgliedern; nur jene hatten Anspruch auf die Leitung des Vereines. 

Als oberste Instanz wurde nunmehr die «allgemeine Versammlung» 
(Generalversammlung) eingesetzt, die alljährlich zweimal, im November 
und April, stattzufinden hatte. Zur Geschäftsführung wurde eine 
Direktion berufen, bestehend aus einem Präses und 11 gleich diesem 
von der allgemeinen Versammlung je auf ein Jahr zu wählenden 
Direktionsmitgliedern sowie aus dem von der Direktion zu bestellenden 
artistischen Direktor. 

Die Stelle des artistischen Direktors war neu geschaffen worden; 
seine Obliegenheiten sollten vertragsmäßig näher bestimmt werden — 
dies mit Rücksicht darauf, daß das Konservatorium noch geschlossen 
war, dessen Leitung ihm nach der Wiedereröffnung zuerst im Vereine 
mit einem Komitee und später allein übertragen wurde. Statutarisch 
festgelegt war aber, daß ihm die Oberleitung der öffentlichen Konzerte 
zustand, deren Programm er zu entwerfen und der Direktion vor- 
zulegen hatte. 

Des weiteren war bestimmt: «Die öffentlichen Produktionen werden 
in der Regel durch Musiker vom Fach ausgeführt; doch ist es der 
Direktion vorbehalten, im Einvernehmen mit dem artistischen Direktor 
auch fähige Mitglieder oder andere ausgezeichnete Kunstfreunde zur 
Mitwirkung bei derlei Konzerten einzuladen.» Und ein weiterer 
Paragraph (27) lautete: «Sobald sich eine hinlängliche Anzahl von 
Gesellschaftsmitgliedern zusammenfindet, welche den Selbstbetrieb der 
Musik und zu diesem Ende die Veranstaltung einer gemeinschaftlichen 
Übung von Chören, Orchester- oder Kammerstücken wünschen, wird 
die Direktion auf deren Abhaltungen bedacht sein und zu ihrer Leitung 
den artistischen Direktor oder ein anderes fähiges Mitglied der Ge- 
sellschaft bezeichnen.» 

Bereits am 28. Februar fand eine neuerliche Generalversammlung 
statt, in der die neue Direktion gewählt wurde, die dann ihrerseits am 
2. März Josef Hellmesberger zum artistischen Direktor ernannte. 

Hierauf wurde ein öffentlicher Aufruf erlassen, worin auf die 

Wiedergeburt der Gesellschaft verwiesen und um kräftige Förderung 

ihrer idealen Zwecke durch Beitritt ersucht wurde. Die Zahl der Mit- 

3* 



36 

glieder, die noch im Jahre 1847 540 unterstützende und 225 aus- 
übende, zusammen 765 betragen hatte, im Jahre 1848 aber auf ins- 
gesamt 3oo herabgesunken war, nahm nun wieder derart zu, daß sie 
sich mit Ende des Jahres auf 683, 1852 aber auf 712 belief, worauf 
sie noch weiter anstieg. 
Chorgebrechen In den Jahren 1850 — 1853 mußte sich die Gesellschaft in ihren 

Konzerten fast ausschließlich auf Instrumentalmusik verlegen, da sie 
keinen ausreichenden Chor zur Verfügung hatte. Wenn doch hin und 
wieder einmal eine Chornummer in das Programm eingeschaltet wurde, 
so bestand der Chor — namentlich in den Frauenstimmen — aus 
den Gesangszöglingen des wiedereröffneten Konservatoriums, unter 
Zuziehung engagierter Kräfte zu den Männerstimmen. Dazu kamen 
einige wenige Dilettanten. Als am 2. Februar 1853 in einem Concert 
spirituell) Mendelssohns «Lobgesang» aufgeführt wurde, wirkten zudem 
über Vermittlung Stegmayers 2) 20 Mitglieder des Wiener Männer- 
gesangvereines mit. 

So konnte es nicht fortgehen. Allerdings glaubte die Gesellschaft 
damals — wie sie 1852 auch öffentlich verkündigte — das Erbe der 
Philharmonischen Konzerte angetreten zu haben, die seit März 1850 
(bis Dezember 1854) unterbrochen waren. Aber dennoch durfte sie 
sich, wollte sie anders ihren Traditionen nicht gänzlich untreu werden, 
der Verpflichtung, auch größere Chorwerke aufzuführen, nicht gänzlich 
entschlagen. 
Chorübungen Der dics zucrst einsah und die Einführung von Chorübungen — 

zunächst am Konservatorium — anregte, war Georg Hellmesberger 



') Die Gesellschaft hat in den Jahren 1853, 1854 ""^ 1857 acht €Concerts spirituelsi> 
gegeben, als Fortsetzung des im Trubel des Jahres 1848 untergegangenen Unternehmens der 
«Spirituel-Concerte». (Vergl. S. 3i.) 

2) Ferdinand Stegmayer, geb. 25. August i8o3 in Wien, studierte bei Albrechtsberger 
und Seyfricd. Wurde 1819 Korrepetitor am Theater in Linz, dann in Wien am Kärntnertor- 
theater; 1825 Musikdirektor am Königsstädter Theater in Berlin, i83i Kapellmeister in Leipzig, 
1839 ^" Bremen, 1840 Musikdirektor der FUrstin Narischkin in Odessa, dann bis 1842 in Paris. 
1843 Kapellmeister am Stadttheatcr in Prag. 1846 nach Wien zurückgekehrt, lebte er zwei 
Jahre als Musiklehrcr und war dann kurze Zeit Operndirigent am Josefstädter Theater. 
Hierauf war er von 1849— 1856 Chormeister des Wiener Männergesangvereines. Im August 1852 
wurde er zum Professor der Männergesangsschule am Konservatorium ernannt, die aber im 
Mai 1854 aufgelassen wurde, worauf Stegmayer im September dieses Jahres zum Chormeister 
der sogenannten «Chorübungen» ernannt ward, die er aber tatsächlich schon seit Oktober 1853 
geleitet hatte, und in welcher Stellung er bis 1858 verblieb. Von 1858 bis kurz vor seinem am 
6. Mai i863 erfolgten Tode war er Dirigent der Wiener Singakademie. 



37 

(der Vater, wie er damals bezeichnet wurde; heute müßte man eigent- 
lich Großvater oder vielmehr Urgroßvater sagen). 

Darauf unterbreitete das Direktionsmitglied Friedrich Klemm i) in 
seiner Eigenschaft als «Vorsteher* des Konservatoriums der Direktion 
unter dem i. April 1853 einen Bericht, worin es heißt: 

«Die Einführung regelmäßiger Chorübungen ist wahrhaft dringend. 
Es darf der Erfolg der Gesangsschulen ein glänzender sein, so wird doch 
der Chor nie imstande sein, nach zwei oder drei Proben mit den aus- 
gezeichneten Orchesterleistungen gleichen Schritt zu halten. Wie oft- 
maliges Zusammensingen ist bei dem Opernchore erforderlich, wo keine 
Schüler, sondern nur Sänger nach abgelegter Probe aufgenommen werden. 
Welche Erfolge werden bei dem Männergesangvereine nur durch Zu- 
sammensingen erzielt, wo es doch nicht geleugnet werden kann, daß 
einzelne Leistungen vieler Individuen höchst unbedeutend sein würden. 
Wenn auch durch die Einführung der Chorübungen der Gesellschaft 
Auslagen erwachsen, so gleichen sich selbe durch die Ersparungen aus, 
welche den Gesellschaftskonzerten durch einen gutgeschulten Chor zu- 
kommen werden. Der ergebenst gefertigte Vorstand legt diesen Gegen- 
stand zur Beratung vor und weist zugleich darauf hin, ob der Para- 
graph (27) der Gesellschaftsstatuten wegen Vereinigung der Gesellschafts- 
mitglieder zu musikalischen Übungen hiermit in Einklang gebracht 
werden könnte.» 

Und schon am 25. April ließ die Gesellschaft durch die «Wiener 
Zeitung» und durch die Anstalt für öffentliche Anschläge verkündigen, 
«daß in der Hälfte des Monates Mai ein neuer Lehrkurs eröffnet werden 
wird, in welchem junge, mit guter Stimme begabte Männer außer dem 
durch Herrn Prof. Stegmayer zu erteilenden Unterrichte auch die 
Gelegenheit erhalten werden, sich im Chorgesange zu üben. Bei vor- 
züglichen Eigenschaften wird auch für die höhere Ausbildung Sorge 
getragen werden.» 

Trotzdem wäre es vielleicht nicht wirklich zu der Einführung 
dieser Übungen im Chorgesange im Kreise der Gesellschaft gekommen, 
wenn nicht deren noch auf hohem Kothurn einherstolzierende junge Neben- 



^) Friedrich Klemm, geb. 29. März 1795 in Wien, betrat die Beamtenlaufbahn, wo er 
es bis zum Registratursdirektor beim Armee-Oberkommando brachte. Er war ein ausgezeich- 
neter Musikdilettant und hat auch einige kleine Messen, Psalmen, Streichquartette und Lieder 
komponiert. Er war seit 1826 oder 1827 Mitglied der Gesellschaft und hat dem Leitenden Aus- 
schusse, bezw. der Direktion von 1835 bis zu seinem Tode am i3. September 1854 angehört. 



38 

buhlerin, die «Akademie der Tonkunst», anfangs Juli in den Blättern 
und auf öffentlichen Anschlägen die Abhaltung von «Chor- und Gesangs- 
übungen für Fräulein» durch Prof. Lorenz Hauptmann, solcher «für 
Männer und Knaben» durch Prof. J. B. Schläger und «Gesangsübungen 
gemischten Chores» durch Prof. Gustav Barth angekündigt hätte. Die 
alten Machthaber in der Gesellschaft waren ja gewiß von dem besten 
Willen und den redlichsten Absichten beseelt, aber sie waren eben so 
verzopft in ihren altüberkommenen Anschauungen und so verknöchert 
in ihrem Bureaukratismus, daß sie wohl die administrative und finanzielle 
Gebarung nach Kräften zu heben trachteten, vor jedem Erfordernis 
einer freien, künstlerischen Entwicklung aber, sobald dieses nur einiger- 
maßen die Organisation der Gesellschaft berühren konnte, gleichsam 
eine heilige Scheu empfanden. Jede Neuerung auf diesem Gebiete mußte 
ihnen förmlich durch den Zwang der Verhältnisse abgerungen werden. So 
war es im Jahre 1850 gewesen, so war es jetzt, und so war es auch, 
wie wir noch sehen werden, vier Jahre später bei der Gründung des 
Singvereines und wieder ein Jahr darauf bei der des Orchestervereines. 
Nach endlosen Beratungen und nach dem Aufgeben einer dabei 
von Josef Hellmesberger lancierten Idee, die Übungen derart einzu- 
richten, daß allwöchentlich eine Chorübung für die sämtlichen Gesangs- 
Schüler stattfinden sollte, welchen Übungen aber die dilettierenden Mit- 
glieder der Gesellschaft nur in jeder zweiten Woche beizuziehen wären, 
wurde endlich über Direktionsbeschluß vom i. Oktober 1853 folgender 
Aufruf in Gestalt von Plakaten und Inseraten erlassen: 

Die Gesellschaft der Musikfreunde des Osterreichischen Kaiser- 
staates beabsichtigt periodische Chorübungen abzuhalten, welche den Teil- 
nehmern die Gelegenheit bieten sollen, sich im Chorsingen zu vervollkommnen, 
und die als vorläufige Proben der in den heurigen großen Gesellschaftskonzerten 
und Concerts spirituels zur Aufführung kommenden Chore zu dienen haben. 

Diese Übungen werden alle Mittwoche, abends von 7 — 10 Uhr, unter der 
Oberleitung des artistischen Direktors der Gesellschaft, Herrn Josef Hellmes- 
berger jun., und unter der Direktion des Herrn Professors Ferdinand Stegmayer 
im Musikvereinssaale stattfinden. 

Die Herren und Damen, welche sich daran beteiligen wollen, werden ersucht, 
baldmöglichst ihre Erklärung mit Angabe des Namens, Standes, der Wohnung und 
der Stimmgattung (ob Sopran, Alt, Tenor oder Baß) in der Gesellschaftskanzlei 
Unter den Tuchlauben Nr. 558 abgeben zu wollen, wo ihnen sodann das Weitere 
über den Beginn der Übungen bekanntgegeben werden wird. 

Von der Direktion der Gesellschaft der Musikfreunde 



39 

Und so geschah es, daß die «Chorübungen» im Oktober 1853 
— wie es in dem Jahresberichte in etwas zu geschminkter Weise heißt : 
«nach dem Muster der in mehreren Hauptstädten bestehenden Sing- 
akademien»^) — aktiviert wurden; organisiert aber wurden sie vorläufig 
noch nicht: dazu war bisher immer noch zu wenig an Kopfzerbrechen 
geleistet worden. 

Zunächst wurde nun in der Direktionssitzung vom 3. November 1853 
beschlossen, «daß unter den bei den Chorübungen Mitwirkenden eine 
Sichtung vorgenommen und die zu wenig Befähigten ausgeschieden 
werden sollen. Auch soll bei der Aufnahme eines jeden eine vorläufige 
Prüfung vorgenommen werden, oder der neu Aufzunehmende muß 
ein Zertifikat über seine Befähigung mitbringen». 

Unter dem 22. April 1854 erging sodann vom Präsidium ein 
Zirkular an die Direktionsmitglieder, worin es unter anderem hieß, daß 
«die Organisierung der dermaligen Chorübungen, die Stellung dieses 
Chores und seines unmittelbaren Dirigenten (Stegmayers) zur Direktion 
der Gesellschaft» dringend «eine umständliche Beratung» erfordern, die 
denn auch in der Sitzung vom 4. Mai begonnen wurde. 

Dabei stellte Dr. Franz Egger den Antrag, daß die Chormitglieder 
«als ausübende Mitglieder des Vereines (mit geringem oder keinem 
Beitrage) aufgenommen werden sollen. Die Leitung des Chores soll 
ein Chormeister haben, der die Verpflichtung hat, das einzustudieren, 
was die Gesellschaft für ihre Zwecke verlangt, dem aber die Wahl der 
sonst noch zu übenden Stücke überlassen bleibt. Übrigens hat die Ober- 
leitung der artistische Direktor, der Chormeister die Stellung eines Pro- 
fessors, nicht die eines selbständigen Direktors.» Da sich die Debatte 
hierüber, wie begreiflich, in die Länge zog, wurde des Präses- Stell- 
vertreters Franz v. Riedls-) Antrag angenommen, «die Sache in der 

^) Dieser Passus ist offenbar dadurch veranlaßt worden, daß Eduard Hanslick in einem 
längeren Artikel über «Die Wiener Concertsaison 1852/53 in ihrer künstlerischen Bedeutung» 
in den Nummern 18 und 19 der als Beilage zur «Wiener Zeitung» erschienenen «österreichi- 
schen Blätter für Literatur und Kunst» vom 2. und 9. Mai 1853 (mit geringen Änderungen 
wieder abgedruckt in der Sammlung «Aus dem Concertsaale», 2. Auflage, Wien 1897, S. 31—45) 
dem Stoßseufzer Ausdruck gegeben hatte: «Sollte es denn bei den reichen musikalischen Mit- 
teln, welche Wien unstreitig zur ersten Musikstadt Deutschlands machen, nicht möglich sein, 
einen großen Gesangverein zu bilden nach dem Muster der im vorigen Jahrhundert von Fasch 
gegründeten, von Zelter und Rungenhagen so blühend fortgeführten , Singakademie* in Berlin?» 

2) Franz Xaver Ritter Riedlv, Riedenau, geb. am 6. Oktober 1800 in Wien, trat 1823 
in den Staatsdienst, wurde Regierungssekretär bei der Landesregierung, 1842 Hofsekretär der 
vereinigten Hofkanzlei, 1845 Regierungsrat und 1854 Hofrat bei der niederösterreichischen 



40 

nächsten Sitzung über 8 Tage formuliert zur Abstimmung zu 
bringen». 

Dieser formulierte Antrag v. Riedls bezüglich der Organisierung 
der Chorübungen lautete: 

Die Chorübungen sollen dem § 27 der Statuten gemäß organisiert werden. Hier- 
nach können nur Mitglieder der Gesellschaft Teilnehmer an diesen Übungen sein. 

Die Übungen leitet ein von der Direktion mit einem angemessenen Honorar 
zu ernennender Chormeister, welcher die Stellung eines Professors am Konser- 
vatorium und gleiche Rechte und Pflichten mit denselben hat, daher die Ausbil- 
dung des Chores nach seiner Ansicht und Methode vorgehen kann, der sonst aber 
wie jeder andere Professor röcksichtlich seines pflichtgemäßen Wirkens der Aufsicht 
des artistischen Direktors untersteht. 

Da der Chor für die Zwecke des Vereines auch wirken soll, so ist der Chor- 
meister verpflichtet, Chöre, welche für die Gesellschafts- oder Spirituelkonzerte 
notwendig sind oder von der Direktion zu anderen Zwecken gewünscht werden 
— sobald ihm hiervon von dem artistischen Direktor die Mitteilung gemacht 
wird — unverweilt einzustudieren und bei den mit Chören verbundenen Konzerten 
oder musikalischen Produktionen der Gesellschaft sowie bei den denselben vorher- 
gehenden Proben jederzeit anwesend zu sein und zur guten Aufführung mitzuwirken. 

Die Teilnehmer an den Chorübungen sollen bei den erwähnten Konzerten 
der Gesellschaft mitwirken. In Rücksicht dieser Mitwirkung, und um diesen Teil- 
nehmern den Beitritt in die Gesellschaft zu erleichtern, wird eine neue Art Mit- 
glieder — wie solche schon früher bestanden hat — nämlich mitwirkende Mit- 
glieder wieder einzuführen sein, welche nur einen Jahresbeitrag von 3 fl. zu leisten 
und mit Ausnahme des Anspruches auf einen Sperrsitz sonst alle Rechte der übrigen 
Mitglieder haben. Übrigens soll es auch dem Präses der Direktion gestattet sein, 
über einen vom Chormeister im kurzen Wege zu stellenden Antrag Personen, 
deren Gewinnung für die Chorübungen wünschenswert wäre, die Aufnahme als 
Mitglieder der Gesellschaft selbst unentgeltlich zu gestatten. 

Da hierdurch eine Änderung der Statuten eintritt, so wird hierzu nach vor- 
läufig eingeholter Genehmigung der Generalversammlung die Bewilligung der Statt- 
halterei zu erwerben sein. Ebenso wird die Anstellung eines Chormeisters und 
das demselben zu bewilligende Honorar der Genehmigung der Generalversammlung 
zu unterziehen sein. 

In der Sitzung vom 11. Mai 1854 wurde über diesen Antrag be- 
raten, wobei sich herausstellte, daß die Majorität gegen die Bestimmung 
war, daß die Teilnehmer an den Chorübungen Mitglieder der Gesell- 
schaft werden sollten. Vielmehr wurde beschlossen, «daß als Zusatz 



Landesregierung und später Vizepräsident der niederösterreichischen Statthalterei. i838 wurde 
er geadelt und erhielt 1854 den Orden der Eisernen Krone und den Ritterstand. Der Gesellschafts- 
direktion gehörte er vom Jahre 1851, und zwar seit 1852 als Präses-Stellvertreter an bis zum 17. No- 
vember 1859, wo er auf eine Wiederwahl verzichtete. Gestorben in Wien am 4. Juni 1865. 



41 

zu § 2 7 der Statuten bestimmt werde, daß auch Nichtmitglieder sich 
an den Chorübungen gegen Erlag von 3 fl. C. M. jährlich (wenn sie 
dazu fähig befunden worden) beteiligen können. Übrigens kann der 
Chormeister solche, deren Mitwirkung wünschenswert ist, auch zur un- 
entgeltlichen Zulassung an den Chorübungen in Vorschlag bringen» • 

Im übrigen wurde «der formulierte Antrag des Herrn Präses-Stell- 
vertreters V. Riedl einstimmig angenommen, mit dem Beisatze, daß der 
Chormeister nicht nur der Aufsicht des artistischen Direktors sondern 
auch des Vorstandes des Konservatoriums') und in letzter Instanz der 
Direktion der Gesellschaft unterstehe». 

Man sieht, es war eine alt-konservative Partei vorhanden, die aus 
blasser Furcht vor einem Überhandnehmen des demokratischen Ele- 
mentes in der Gesellschaft jeden Versuch, diese vereinsmäßig weiter 
auszubilden, gleich im Keime zu ersticken trachtete. Wo man doch 
hätte froh sein müssen, einen der Gesellschaft eingegliederten Chor un- 
entgeltlich zu gewinnen und jederzeit zur Verfügung zu haben, wurde 
das Verlangen erhoben und auch durchgesetzt, daß die Chormitglieder 
bloß dafür, daß ihnen allergnädigst verstattet wurde, für die Zwecke 
der Gesellschaft zu üben und in den Konzerten mitzuwirken, auch noch 
bezahlen mußten. Wäre v. Riedls Antrag zur Gänze durchgedrungen, 
so daß die Chormitglieder zugleich Gesellschaftsmitglieder geworden 
wären, so hätte damals schon der Singverein seinen Anfang genommen; 
denn zur Abgliederung der Chorgesellschaft als Zweigverein hätte es 
alsdann nur noch eines kleinen Schrittes bedurft, der auf das A gefolgt 
wäre wie das B. Aber die Mehrheit in der Direktion war wie mit 
Blindheit geschlagen. Die Kurzsichtigkeit, von der jener Beschluß diktiert 
wurde, hat wirklich schon das Maß des Erlaubten überschritten. 

Und nun ging es wie mit Bleigewichten an den Füßen weiter. 
In der Sitzung vom 23. Juli wurde ausgesprochen, daß die Chorübungen 
nicht zur Schule gehören, und wurde beschlossen, «Stegmayer und 
überhaupt das ganze Institut der Chorübungen vorläufig in suspenso 
zu lassen». In dem Protokolle der Sitzung vom 19. September 2) heißt 



') Der Vorstand des Konservatoriums bestand damals aus dem artistischen Direktor, 
zwei Direktionsmitgliedern und zwei Professoren. 

^) In dieser Sitzung wurde über Antrag Josef Hellmesb ergers beschlossen, «daß alle 
Professoren gehalten sein sollen, in allen Konzerten der Gesellschaft über Antrag des Direktors 
gegen Honorar mitzuwirken» ; und am 24. September 1854 wurde beschlossen, diese Bestim- 
mung in die Kontrakte mit den Professoren aufzunehmen. 



42 

es: «Zum Leiter der Chorübungen wird Stegmayer gewählt; die 
näheren Bestimmungen über seine Stellung, Titel u. dgl. werden einem 
weiteren, formulierten Antrage vorbehalten. Dieses soll ihm brieflich 
im Namen der Direktion einstweilen mitgeteilt werden.» Das Schreiben 
wurde auch verfaßt, jedoch von dem Präses- Stellvertreter v. Riedl, 
der bei jener Sitzung nicht anwesend war, tags darauf suspendiert; 
denn: «Der Anfang der Chorübungen ist nicht dringend; eine vorläufige 
Mitteilung an Stegmayer, ehe vor seine Stellung und Bezüge besprochen 
sind, ist daher überflüssig.» 

In der Sitzung vom 24. September 1854 wurde nun der bereits 
am II. Mai gefaßte Beschluß hinsichtlich der Chorübungen erneuert 
und Stegmayers Gehalt als Chormeister mit 200 fl. CM. festgesetzt, 
worauf am nächsten Tage endlich die formelle Bestellung Stegmayers 
zum Chormeister erfolgte. 

Durch die tatsächlich bereits im Oktober 1853 erfolgte Einführung 
der Chorübungen war die Gesellschaft wieder in der Lage, ihre Konzert- 
programme häufiger als in den letzten Jahren durch Chornummern zu 
bereichern. In den Jahren 1853 — 1857 wurden, abgesehen von mehreren 
kleineren und Vokalchören, aufgeführt: «Die Walpurgisnacht», «Christus» 
(zweimal), der «Lobgesang» (dreimal), das Finale aus der Oper «Lore- 
ley> und «Athalia» von Mendelssohn, «Die Flucht nach Ägypten» 
von Berlioz, «Erlkönigs Tochter» von Niels Gade, «Gottes Zeit» 
(zweimal) von Bach, die «IX. Symphonie» (zweimal) und die «Chor- 
phantasie» von Beethoven, «Opferhymnus an Zeus» von Meyerbeer. 

Im Anfange freilich war die «Chorgesellschaft», wie sie in einem 
Sitzungsprotokolle vom 9. November 1854') genannt wird, recht unzu- 
länglich und mußte mitunter durch bezahlte Kräfte unterstützt werden; 
wiederholt, besonders in den Jahren 1856 und 1857, haben in den 
Konzerten auch Mitglieder des Wiener Männergesangvereines mitgewirkt, 
wofür dem genannten Vereine wiederholt Dankschreiben zugingen und 
was auch in dem Jahresberichte pro 1857 mit Dank erwähnt wird. 
In der Saison 1856/57 haben sich an den Chorübungen 249 Personen 
beteiligt, worunter 74 Zöglinge des Konservatoriums waren. 



') In dieser Sitzung hatte das Direktionsmitglied Johann Krall beantragt, «daß die Mit- 
glieder der Direktion zu den Künstlerkonzertcn im Vereinssaale Zutritt erhalten, und zwar 
derart, daß für dieselben die Chorgalerie reserviert wird». «Wird angenommen, und soll diese 
Bedingung denjenigen, welche den Saal mieten, immer bekanntgegeben werden.» — Dies war 
also sozusagen die Geburt der «Direktionsloge». 



43 

Seit Oktober 1853 hatten nun die Chorübungen faktisch bestanden; 
ihre Organisierung erfolgte aber erst in der Direktionssitzung vom 2. Ok- 
tober 1855, wo ein von Dr. Josef Drexler^) entworfenes Reglement 
mit geringen Modifikationen angenommen wurde. In seiner endgiitigen 
Form hatte es folgenden Wortlaut: 

Reglement 
für die von der Gesellschaft der Musikfreunde des Osterreichischen 

Kaiserstaates zu veranstaltenden Chorübungen 

1. Die Chorübungen haben die Ausbildung im Chorgesange überhaupt und 
die Einübung und Ausführung der Chöre in den Konzerten der Gesellschaft zum 
Zweck. 

2. Sie werden an jedem Mittwoch der Monate November bis einschließlich 
April*), abends 7—9 Uhr, im Saale der Gesellschaft (Tuchlauben Nr. 558, I. Stock) 
abgehalten. 

3. Die Chorübungen stehen unter der Oberleitung des artistischen Direktors 
der Gesellschaft, welchem ein Chormeister für die musikalische und ein Mitglied 
der Direktion der Gesellschaft für die administrative Leitung beigegeben wird. 

4. Die Mitwirkenden bestehen teils aus den Schülern des von der Gesell- 
schaft unterhaltenen Konservatoriums, teils aus freiwillig beitretenden Herren und 
Damen, welche ihre diesfällige Erklärung in der Kanzlei der Gesellschaft abgeben. 

5. Wegen der Zulassung der Konservatoriumsschüler hat der betreffende Pro- 
fessor den Vorschlag an den Chormeister zu erstatten, welcher ihn durch den 
artistischen Direktor dem Direktionsmitgliede mitteilt. 

6. Die Zulassung der freiwillig beitretenden Herren und Damen ist durch 
einen Monatsbeitrag von 20 kr.^) und durch eine hinreichende Fähigkeit zum 
Chorgesange bedingt, in welcher Beziehung sich der Eintrittswerber über Ver- 
langen der Übungsleitung einem Probesingen zu unterziehen hat. Den Grund 
einer Zulassungsverweigerung anzugeben kann die Ubungsleitung nicht verhalten 
werden. 

7. Über die erfolgte Zulassung wird sowohl den Konservatoriumsschülern als 
den freiwillig beitretenden Herren und Damen eine vom Chormeister, dem artisti- 
schen Direktor und dem Direktionsmitgliede unterschriebene Einlaßkarte ausgefertigt, 
ohne deren Vorweisung kein Eintritt zu den Übungen, Konzertproben oder Kon- 
zerten stattfindet. 

8. Den weiblichen Teilnehmern ist gestattet, je eine Person zur Begleitung 
mitzubringen, welche jedoch nicht in das Parterre des Ubungssaales zugelassen 
wird, sondern sich auf die Hauptgalerie zu begeben hat. 



') Dr. Josef Drexler war Advokat und von 1854 — ^859 Mitglied der Direktion. 
*) Wurde im September 1856 in «Oktober bis einschließlich März» geändert. 
^) Also 2 fl. C. M. für die Saison. 



44 

g. Im Falle eines wiederholten nicht entschuldigten Ausbleibens ist die 
Übungsleitung berechtigt, die Einlaßkarte zurückzuziehen. 

10. Zu den Konzerten und den diesfälligen Proben werden besondere Ein- 
laßkarten verabfolgt. Die Gesellschaft behält sich auch vor, die freiwilligen Teil- 
nehmer mit )e einer Einlaßkarte in den Zuhörerraum bei den Konzerten zu be- 
teilen. 

11. Die musikalische Überwachung der Übungen, die Oberleitung der Proben 
und Konzerte kommt dem artistischen Direktor zu; er bestimmt jene Musikstücke, 
welche für die Gesellschaftskonzerte einzustudieren sind. 

12. Die unmittelbare musikalische Leitung der Übungen besorgt der Chor- 
meister; ihm bleibt auch im allgemeinen die Wahl der Musikstücke vorbehalten. 
Er hat sich auf Verlangen des artistischen Direktors auch der unmittelbaren Leitung 
des Chores bei den Konzerten und diesfälligen Proben zu unterziehen. 

i3. Die administrativen Geschäfte werden von dem Direktionsmitgliede ver- 
sehen. 

14. In vorkommenden Fällen hat die Gesellschaftsdirektion maßgebend und 
endgiltig zu entscheiden. 

Wien, im Oktober 1855 

Zum Chormeister wurde neuerdings Stegmayer ernannt; zur ad- 
ministrativen Leitung wurde Dr. Drexler berufen. 

Dr. Franz Egg er hatte in derselben Sitzung beantragt, «daß die 
Chorübungen zu einer Art Filialvereiti gestaltet werden, und daß 
nicht das Einstudieren der bei den Konzerten aufzuführenden Stücke 
die Hauptsache bilde, sondern die Singübungen als solche». Er war 
aber hiermit in der Minorität geblieben. 

Die Ubelstände, an denen die Chorübungen hauptsächlich laborierten, 
hat Selmar Bagge') im Jahre 1855 ^^ einem Artikel in der «Monats- 
schrift» für Theater und Musik näher beleuchtet. Darin heißt es: 

Ais vor mehreren Jahren die wöchentlichen Chorübungen unter der Di- 
rektion des Herrn Stegmayer eingeführt wurden, setzten wir auf dieses Unter- 
nehmen große Hoffnungen. Was anderwärts unter dem Titel von Singakademien, 
Gesangvereinen u. dgl. längst in Blüte stand und bereits herrliche Früchte ge- 
tragen hatte (durch stehende Aufführungen von Oratorien) — das sollte und konnte 
hier ganz füglich als eine der Aufgaben des Musikvereins angesehen und behan- 
delt werden. Wir können jedoch die bisherige Leitung dieser Angelegenheit keine 
ganz glückliche nennen, und es spricht für unsere Ansicht der Umstand, daß die 
Anzahl der Teilnehmer eine so geringe geblieben ist (wenn man die Zöglinge des 
Konservatoriums abrechnet, bleiben etwa i3o Mitwirkende übrig, welche überdies 



') Selmar Bagge: «Die Gesellschaft der Musikfreunde als Konzertinstitut». Monats- 
schrift für Theater und Musik, I. Jahrg., Wien 1855, S. 497— 503. (Obige Stelle S. 501— 502.) 



45 

sehr unregelmäßig erscheinen), und wir sehen uns daher veranlaßt, gestützt auf 
mehrjährige Beobachtung, die Hauptgebrechen dieses Unternehmens von unserem 
Standpunkte aus darzustellen. 

Es wird kaum möglich sein, die Mitwirkenden, zum Teile sehr intelligenten 
Ständen angehörigen Herren und Damen, bei Lust und Freudigkeit der Teilnahme 
zu erhalten, wenn sich erstens in der Leitung dieser Übungen ein so sichtbarer 
Mangel an Einheit kundgibt. Zweierlei Direktoren, unter sich wenig übereinstim- 
mend in der Art und Weise, die Sache zu behandeln, oft in der Auffassung der 
Tempi und des dem TonstQcke im ganzen und einzelnen zu gebenden Kolorits 
schnurgerade entgegen (welche Entzweiung freilich, so gut es gehen will, verborgen 
wird, aber wohl dem Mitwirkenden bald klar wird und ihn unangenehm berührt) 
— wirken ermüdend und herabstimmend auf den Eifer aller Beteiligten, und man 
würde sehr unrecht tun, dem wackeren Herrn Chormeister Stegmayer in die 
Schuhe zu schieben, was etwa unter dem Drucke der Verhältnisse von ihm nicht 
geleistet worden ist — weil nicht geleistet werden konnte. 

Ein zweiter Übelstand scheint uns in der Art der Benützung und Behand- 
lung dieses Chorpersonals zu liegen. Wir halten es für unzweckmäßig, in den 
Konzerten einzelne Chöre von kleinem Umfange neben Symphonien und Ouver- 
türen zu geben. Denn, abgesehen von der sonderbaren Zumutung an Herren und 
Damen aus gebildeten Ständen, sich wegen eines Chores schwarz und weiß') ge- 
kleidet in den Redoutensaal zu verfügen, um dort während ganzer Symphonien 
u. dgl. wie Heringe zusammengepfercht in dem ungünstigsten Winkel der Galerie 
stehen zu müssen, halten wir es für eine würdigere und unseren Kunstzuständen 
zuträglichere Aufgäbe, ganze Oratorien aufzuführen, in welchen der Chor be- 
kanntlich eine wichtige und selbständige Rolle spielt. Eine Scheidung der Kon> 
zerte in reine Instrumentalkonzerte und Oratorienaufführungen würde daher sehr 
zweckmäßig erscheinen, und wir würden für letztere den Redoutensaal, für erstere 
den Vereinssaal mit abgesondertem Abonnement vorschlagen. — Daß bei den Chor- 
übungen öfters Werke probiert werden, von denen nicht die gehörige Anzahl von 
Auflagstimmen vorhanden ist, wodurch also viele Anwesende zur Untätigkeit ge- 
zwungen werden — müssen wir auch als einen Mißgriff bezeichnen, welcher sehr 
zur Erkältung des Eifers beiträgt. 

Ferner müssen wir als durchaus notwendig eine genauere Prüfung der Mit- 
wirkenden bei ihrem Eintritte anempfehlen. Eine solche Prüfung besteht überall 
und verdrießt oder wirkt abschreckend bloß auf die, welche wirklich nichts können. 
Schön ist dieses unter anderem in der Berliner Singakademie eingerichtet, wo für 
die Schwächeren eine besondere wöchentliche (sogenannte «kleine>) Singübung 
stattfindet, aus der der Übertritt in die «große» erst nach erlangter genügender 
Fertigkeit möglich ist. 

Noch eines! Und zwar eine bescheidene Anfrage: Wenn das Programm der 
Konzerte spät, etwa im Oktober, festgestellt wird, ist es notwendig, daß für den 
November gleich der Chor in öffentliche Tätigkeit gesetzt wird und nach einigen 



^) Die Damen des Chores erschienen damals in weißen Kleidern. 



46 

wenigen Zusammenkünften (vielleicht überdies mit vielen neuen Mitgliedern) Werke 
wie etwa den «Lobgesang» vorführen muß? 

Alle diese Ubelstände haben wir besprochen, um durch ihre Beseitigung eine 
Unternehmung in Flor zu bringen, die wohl jedem wahren Musikfreunde sehr am 
Herzen liegt. Wir fügen noch hinzu, daß wir auch deswegen die Gesellschaft 
der Musikfreunde sehr geeignet halten, zugleich ein Gesangsverein zu sein, weil 
namentlich die musikalische Damenwelt vor allem eine vertrauenerweckende 
Haltung und Anordnung der Übungen zu fordern berechtigt ist, welche auch 
niemand so leicht gewähren kann als die Direktion der Gesellschaft der Musik- 
freunde. 

Die Konzerte dirigierte vom i. Dezember 1850 bis 27. März 1859 
Josef Hellmesberger, seit 16. März 185 1 als «artistischer Direktor»; 
nur zweimal, während seiner Krankheit im Februar und März 1853, 
hat ihn Stegmayer vertreten. Sonst leitete Stegmayer nur die als 
Vorproben geltenden Übungen, wogegen die eigentlichen Konzertproben 
— die sich meist auf die Generalprobe beschränkten — gleichfalls von 
Hellmesberger geleitet wurden. 

Obwohl nun der «Gesellschaftschor» im allgemeinen den Er- 
wartungen entsprach, machte sich doch mitunter, besonders am 2. De- 
zember 1855 in dem Finale aus der unvollendeten Oper «Loreley» von 
Mendelssohn, ein Mangel an Präzision bemerkbar, dessen Ursache darin 
erkannt wurde, daß die einzelnen Stimmen nicht gehörig geleitet waren. 
Die Direktion beschloß deshalb, «für die Stimmen des Chores Chor- 
leiter zu bestellen», und lud unter dem 12. Dezember, von einer 
Klausel in den Anstellungsverträgen Gebrauch machend, den Chor- 
meister Stegmayer sowie die Gesangsprofessoren Laurenz Weiß und 
Karl Pichler freundlichst ein, «bei der Generalprobe und jenen öffent- 
lichen Konzerten, w^o der Chor der Gesellschaft mitzuwirken hat, zu 
erscheinen und die Leitung der einzelnen Stimmen des Chores unter 
der Oberleitung des artistischen Direktors zu übernehmen». 

Der «Mangel an Präzision» war aber doch auch noch durch einen 
anderen Umstand verursacht, nämlich durch schlechten Probenbesuch, 
wie aus einer Eingabe mehrerer Chormitglieder vom 12. März 1856 
erhellt, worin dies ausdrücklich mit dem Ersuchen um strengere Kontrolle 
und mit dem Hinweise darauf betont wurde, daß sonst «die wenigen 
Mitwirkenden, die die Absicht der löblichen Direktion begreifen, die 
Konzerte auf eine der Residenz würdige Stufe zu bringen, derart de- 
goötiert würden, daß sie es vorziehen müßten, sich von jeder Mit- 
wirkung an den Konzerten entfernt zu halten». «Sollte wirklich der 



47 

Zweck», heißt es weiter, «nicht zu erreichen sein, so wäre es besser, 
die Chöre ganz zu suspendieren, als sie mit derartigen Besetzungen dem 
Publikum ferner vorzuführen, das sie bisher meistens nur deshalb so 
nachsichtsvoll aufgenommen hat, um den Bemühungen des so beliebten 
wie tüchtigen Chormeisters einige Anerkennung zu zollen.» 

Es ist anzunehmen, daß hierauf in der nächsten Zeit ein strengeres 
Regiment geführt wurde; zumindest ist es aktenmäßig sicher, daß unter 
dem 7. April ein Zirkular an sämtliche Professoren des Konservatoriums 
erging, mit der Aufforderung, den § 26 der Instruktion für das Kon- 
servatorium, wonach die Schüler verpflichtet sind, «bei den Übungen, 
Proben und Konzerten des Konservatoriums sowie der Gesellschaft mit- 
zuwirken», in sämtlichen Klassen zu republizieren, die Schüler auf die 
Folgen der Nichtbeachtung aufmerksam zu machen und insbesondere 
die Zöglinge der Gesangsschule aufzufordern, daß sie die an jedem 
Mittwoch stattfindenden Chorübungen zu besuchen haben». 

Trotzdem ist bereits wieder in dem Sitzungsprotokolle vom 1 1 . No- 
vember 1856 zu lesen: «Dr. Drexler beklagt sich, daß die Schüler des 
Konservatoriums, namentlich der Männergesangsschule, die Chorübungen 
schlecht frequentieren. Wird der Vorstand des Konservatoriums ange- 
gangen, die im Verzeichnisse aufgeführten Zöglinge zur Frequentation 
bei strenger Ahndung aufzufordern.» 

Über die im Winter 1855/56 abgehaltenen Chorübungen hatte 
Dr. Drexler unter dem 16. Juli 1856 einen ausführlichen Bericht er- 
stattet'), worauf das Reglement für die kommende Saison mit einigen 
unwesentlichen Modifikationen bestätigt worden war. Vor Beginn der 
Saison 1857/58 wiederholte sich dieser Vorgang, doch ging die Sache 
diesmal nicht mehr so glatt von statten. Da gerade keine Sitzung war, 
wurde Dr. Drexlers Referat vom 9. September 1857 den Direktions- 
mitgliedern im Zirkularwege bekanntgegeben, mit der Aufforderung, 
ihr Votum darüber beizusetzen. Da brachte nun Dr. Josef Bauer-), 
der selbst Chormitglied war, den folgenden Gegenantrag ein: 

*) Es hatten 23 Probeabende stattgefunden, die folgende Kosten verursachten: Zettel- 
anschlagen 12 fl., Piano forte-Tragen 2 fl. 40 kr., Besoldung des Chormeisteis 200 fl., Honorar 
für die Klavierbegleitung 3o fl., Beleuchtung und Beheizung 46 fl., zusammen 290 Ü. 40 kr., 
wovon aber 233 fl. durch die Einzahlungen der Chormitglieder gedeckt wurden, so daß sich die 
wirklichen Auslagen der Gesellschaft nur auf 57 fl. 40 kr. beliefen. 

2) Dr. Josef Ritter v. Bauer, geb. i.Aug. 1817 in Wien, wurde nach Beendigung der juridi- 
schen Studien Präfekt in der Theresianischen Akademie, war 1848 Abgeordneter aus Niederöster- 
reich im Frankfurter Parlament und widmete sich dann der Advokatur. Gleich zu Beginn des par- 



48 

Projekt Die Grundlage der bisherigen Chorübungen bildete das Reglement. Daß sich 

eines Chorvercines jjgg^g nicht bewährte, zeigt der Erfolg, indem man gerade dort keine Sänger hatte, 

wo man sie brauchte. 

Der Chor der Gesellschaft leidet an einem Hauptgebrechen: der Zerfahren- 
heit. Von einer Pflicht der Mitwirkenden kann bei der bisherigen Zusammen- 
würfelung keine Rede sein und man spielt« bisher mit dem Worte point d'honneur. 
Den Damen war es auch nicht immer gefällig, bei der Aufführung mitzuwirken, 
sondern lieber dieselbe im Parterre anzuhören. Die Form der Einberufung durch 
öffentlichen Anschlag führte die wunderlichsten Gäste zusammen und stieß oben- 
drein dadurch manche anständige und brauchbare Personen ab. 

Nun brauchen wir aber einen Chor, und um ihn brauchbar zu machen, muß 
man obige Gebrechen heilen. Das Gebrechen liegt in der Disziplinlosigkeit, und 
da sich Disziplin nicht durch Befehle der Direktion an die unabhängigen Mit- 
glieder diktieren läßt, so muß sich dieselbe aus der Chorgesellschaft selbst heraus 
erzeugen, das heißt, sie muß auf konventionellem Wege entstehen, indem sich die 
Mitglieder selbst gegenseitig verpflichten, sich zu einem bestimmten Zwecke 
zu einigen, und ihr eigenes Interesse daran haben, alles fernzuhalten, was den Zweck 
dieser Einigung stören könnte. 

Wir sind damit auf den Boden des Vereines gestellt und der Chor organi- 
siert sich von selbst. Der Entwurf A regelt diesen Verein und stellt sein Verhältnis 
zur Direktion fest. Dies ist folgendes: 

Mitglieder der Chorgesellschaft vereinigen sich nach § 2 der Gesellschafts- 
Statuten zur Abhaltung gemeinschaftlicher Übungen im Gesänge, laden aber der 
Vervollständigung wegen noch andere Personen ein, um durch diese verstärkt einen 
Chor zu bilden. Es entsteht dadurch eine geschlossene, besondere Gesellschaft, 
welche auf Verlangen der Direktion bei allen öffentlichen Konzerten mitwirkt und 
dafür nur um unentgeltliche Überlassung des Saales zu den Übungen sowie um 
eine Eintrittskarte zu den Konzerten ersucht. 

Die Direktion erlangt auf diese Weise den Vorteil: i. einen brauchbaren Chor, 
2. unentgeltlich zur Disposition zu haben. 



lamcntarischcn Lebens in Österreich wurde Bauer von den Landgemeinden des Bezirkes 
Klostcrneuburg in den niederöstcrrcichischen Landtag gewählt. Seit 1869 war er Landesaus- 
schuß und zuletzt als dessen Senior Landmarschall-Stellvertreter. Als Landesausschuß hatte 
er die Referate über Gemeindeangelegenhciten, später aber wichtige finanzielle und juridische 
Referate; er hatte hervorragenden Anteil an der Schaffung des Grundbuchsgesetzes, des 
Wasserrechtsgesetzes und zahlreicher Gesetze über Flußregulierungen. Er gehörte der ver- 
fassungstreuen Partei des Landtages an, zu deren konservativen Elementen er zählte. Bauer 
war auch Mitglied der Donauregulierungskommission. 1874 erhielt er für seine Verdienste um 
das Zustandekommen der Donaubrücke bei Tulln den Orden der Eisernen Krone III. Klasse und 
188 1 statutengemäß den Ritterstand. Er starb am 1 1. August 1886 in der Sommerfrische Purkersdorf. 
Der Direktion der Gesellschaft der Musikfreunde hat Dr. v. Bauer vom i3. November 1855 
bis 21. Dezember 1867 angehört, wo er auf eine Wiederwahl verzichtete. Er war der eigent- 
liche Gründer des Singvereines und hat in diesem, insolange er Dircktionsmitglied war, auch 
die Stelle des Vorstandes bekleidet. 



49 

Es ist daher vor allem ein Cadre zu bilden, nämlich die Direktion ladet 
brieflich alle bisherigen brauchbaren Sänger und Sängerinnen zur Bildung der Chor- 
gesellschaft ein; sollten diese nicht zahlreich genug sein, so kann man durch 
öfTentlichen Anschlag noch Leute herbeiziehen. 

Jedenfalls muß die öffentliche Aufforderung das letzte Mittel sein, indem dies 
nach der bisherigen Erfahrung meist Bubenwerk herbeizog, das nicht genfigen 
kann, sondern nur die Gelegenheit benfitzt, um Eintrittskarten zu den Konzerten 
zu erlangen. 

Mein Antrag geht daher dahin : Es sei nach dem Entwurf A eine Chorgesell- 
schaft zu bilden, und zur Bildung derselben seien die in B bezeichneten Personen 
einzuladen. 

Der erwähnte Entwurf A hatte folgenden Wortlaut: 

1. Der Chorverein ist eine Vereinigung von Personen, um wöchentliche ge- 
meinschaftliche Übungen im Gesänge abzuhalten. 

2. Mitglied dieses Vereines wird jede Person männlichen oder weiblichen Ge- 
schlechtes, welche sich verpflichtet, eine Gesellschaftseinlage von 2 fl. C. M. beim 
Eintritte, und für jeden Monat, in welchem Übungen abgehalten werden, 20 kr. 
im vorhinein zu entrichten. 

3. Über die Aufnahme der Mitglieder entscheidet der Ausschuß nach vor- 
genommener Prfifung des Eintretenden durch den Chormeister. 

4. Jedes Mitglied verpflichtet sich, bei den Übungen und allfälligen Öffent- 
lichen Aufführungen mitzuwirken und ffir eine jedesmalige Abwesenheit, wenn 
dieselbe nicht im vorhinein legal entschuldigt wurde, 10 kr. C. M. Strafbetrag zu 
entrichten. 

5. Wer in einer Saison auf die in § 4 bezeichnete Art ausgeblieben ist oder 
auch nur einen Strafbetrag nicht entrichtet, wird der Mitgliedschaft verlustig, ohne 
dadurch von der Zahlung der fälligen Beträge befreit zu werden. 

6. Zur Leitung der Gesangsfibungen bestellt der Chorverein vertragsmäßig 
einen Chormeister und nach Bedarf einen Klavierspieler, und honoriert selbe aus 
seinem Vermögen. 

7. Zur Verwaltung der laufenden Geschäfte dieser Gesellschaft wird ein Aus- 
schuß gebildet, bestehend aus einem Direktionsmitgliede der Gesellschaft der 
Musikfreunde als administrierendem Organ, dem Chormeister, aus zwei Damen 
und einem Herrn zur Verwaltung der Kassa und zur Rechnungsführung, welch 
letztere drei Personen aus den mitwirkenden Vereinsmitgliedern durch Stimmen- 
mehrheit gewählt werden. Dieser Ausschuß verwaltet sein Amt durch ein Jahr, 
welches mit i. Oktober beginnt. 

8. Bei der ersten, im Monat Oktober jedes Jahres stattfindenden Chorfibung 
wird der Bericht über die Verwaltung des abgelaufenen Jahres erstattet. 

9. Der Chorverein erhält von der Direktion der Gesellschaft der Musik- 
freunde die unentgeltliche Benützung des Gesellschaftssaales samt Beleuchtung und 
Beheizung, ist aber dafür verpflichtet, bei den Öffentlichen musikalischen Auf- 
führungen, welche die Gesellschaftsdirektion veranstaltet, mitzuwirken. 

4 



50 

10. Die Direktion der Gesellschaft wird jene Werke bezeichnen, welche behufs 
der Aufführung einzustudieren sind. 

11. Die Schüler und Schülerinnen des Konservatoriums werden zu den Chor- 
übungen als Mitwirkende unentgeltlich zugelassen, und die Direktion der Gesell- 
schaft wird diese Mitwirkung nach der Instruktion für das Konservatorium vor- 
schreiben. 

12. Die Mitglieder des Chorvereines erhalten für die Mitwirkung bei den 
Öffentlichen Aufführungen der Gesellschaft eine Eintrittskarte zu denselben. 

i3. Dem Chorvereine werden die im Gesellschaftsarchive vorhandenen Musi- 
kalien zur Benützung überlassen. 

14. Bei Zweifeln oder Streitigkeiten, welche bei Anwendung dieser Statuten 
entstehen, entscheidet die Direktion der Gesellschaft der Musikfreunde. 

Dr. Franz Egger, der bereits im Jahre 1850 vergebens auf die 
Wiedergewinnung ausübender Mitglieder gedrungen hatte, im Jahre 1854 
für die Aufnahme der Chormitglieder als ausübende Mitglieder einge- 
treten war und im Jahre 1855 ^^^ Umgestaltung der Chorübungen in 
eine Art Filialverein beantragt hatte, gab auf dem Zirkulare seine 
Meinung dahin ab, daß er rücksichtlich der Vergangenheit zwar mit 
Dr. Drexler, seinen Ausweis genehmigend, einverstanden sei, für die 
Zukunft aber unter Berufung auf seine wiederholt ausgesprochene An- 
sicht Dr. Bauer zustimme, «daß nur ein selbständiger Verein nach der 
Art der Männergesangsvereine, Cäcilienvereine, Singakademien etc. pro- 
sperieren werde». Auch Ignaz Paul erklärte sich im wesentlichen mit 
dem Antrage Dr. Bauers einverstanden, meinte aber, daß «wegen Dring- 
lichkeit für dieses Jahr nach dem Antrage des Herrn Dr. Drexler vor- 
gegangen werden dürfte >. 

Die übrigen Direktionsmitglieder aber, die ihr Votum auf dem 
Zirkulationsbogen bekanntgaben*), erklärten sich für den Antrag Dr. Drex- 
lers, worauf der Präses- Stellvertreter Franz Riedlv. Riedenau unter 
dem 21. September d. J. dahin entschied: «Der durch Stimmenmehr- 
heit zum Beschluß |erhobene Antrag des Herrn Direktors Dr. Drexler, 
mit dem ich auch einverstanden bin, ist zu expedieren.» 

Und so geschah es. Und infolgedessen erhielt Wien im nächsten 
Jahre anstatt eines gemischten Chorvereines deren zwei. 



*) Leopold V. Sonnlcithner, Karl Roesner, Josef Ranzi und Ferdinand Karl 
Manussi. 



IL Gründung der Singakademie und des Sing- 
vereines 

Welchen Fehler die Direktion der Gesellschaft der Musikfreunde 
dadurch begangen hatte, daß sie nicht schon im Jahre 1857 auf den 
von Dr. Josef Bauer gestellten Antrag eingegangen war, die seit dem 
Jahre 1853 bestandenen «Chorübungen» zu einem Singvereine umzu- 
gestalten, sollte sie bald genug zu ihrem Nachteil erfahren. 

Zunächst stellte es sich heraus, daß die Chorübungen durchaus 
versagten. In der Saison 1857/58 hatten sich zwar laut Katalog mit 
Einschluß der Schüler der Gesangsklassen des Konservatoriums 277 Per- 
sonen (92 Soprane, 54 Alte, 50 Tenore und 81 Bässe) daran betei- 
ligt, aber nach der ersten Auffuhrung von Schumanns «Paradies und 
Peri» in Wien im Gesellschaftskonzerte vom i. März 1858 klagte der 
Konzertreferent der Direktion, Johann Krall, in einem Berichte bitter 
über die «gänzliche Teilnahmslosigkeit der Dilettanten, die in der Regel 
im günstigsten Falle zu einer Probe zu gewinnen seien». Und als die 
Direktion am 19. März über das «Monumenten-Konzert» ') beriet, das 
sie am 1 1 . April im Großen Redoutensaale geben wollte und wo- 
bei Händeis «Israel in Egypten> aufgeführt werden sollte, sprach sich 
Josef Hellmesberger auf das entschiedenste gegen die Abhaltung 
dieses Konzertes aus, weil er die Chorgesellschaft — besonders in 
ihrem männlichen Teile — für gänzlich ungenügend erachtete. Das 
Konzert ist denn auch tatsächlich unterblieben, obwohl schon früher 
in Aussicht genommen worden war, den Sopran und Alt durch Sän- 
gerknaben, den Tenor und Baß durch Mitglieder des Männergesang- 
vereines zu unterstützen. 



') Zugunsten der Errichtung von Denkmalen für die Tonheroön Gluck, Haydn, 
Mozart, Beethoven und Schubert. 

4* 



der Singakademie 



52 

Aber dies war noch nicht alles. 
Gründung Ferdinand Stegmayer, der die «Chorübungen» der Gesellschaft 

während der ganzen Zeit ihres Bestandes von 1853 — 1858 als Chor- 
meister geleitet hatte, bei den Aufführungen aber den Taktstock dem 
artistischen Direktor Josef He lim es berg er abtreten mußte, brannte vor 
Ehrgeiz, seinen Wirkungskreis zu erweitern und im musikalischen Leben 
Wiens eine Rolle zu spielen. Daß mit der Chorgesellschaft nichts 
rechtes anzufangen war, davon hatte er sich Jahr für Jahr überzeugt, 
und er hatte deshalb den Antrag Dr. Bauers, die «Chorübungen» in 
einen Zweigverein der Gesellschaft umzuwandeln und sie dadurch zu 
neuem Leben zu entfachen, mit Freuden begrüßt. Durch die Ableh- 
nung dieses Antrages sah er sich in seiner Laufbahn und in seiner 
Hoffnung auf größere Selbständigkeit gehemmt und faßte nunmehr den 
Entschluß, auf eigene Faust einen Chorverein zu gründen und sich so 
ein freies und ausgedehntes Wirkungsfeld zu verschaffen. 

Im Jänner 1858 wandte sich deshalb Stegmayer, obwohl er 
damals, ja bis April noch Chormeister der Gesellschaft war, an den 
Gründer des Wiener Männergesangvereines Dr. August Schmidt, um 
zunächst diesen mit den Wiener Vereinsverhältnissen genau bekannten 
Mann und vielfach bewährten Organisator für den Plan zu gewinnen, 
nach dem Vorbilde der Berliner Singakademie eine solche auch in 
Wien zu gründen. 

Dr. Schmidt war mit diesem Projekte nicht nur einverstanden, 
sondern erklärte sich auch bereit, an der Ausführung nach besten 
Kräften teilzunehmen. Die beiden zogen noch die Mitglieder des 
Männergesangvereines Adolf Lorenz und Johann Martin ins Interesse 
und arbeiteten gemeinsam mit diesen «in fieberhaftem Eifer die Grund- 
züge der Vereinssatzungen aus, um sie der Behörde vorlegen zu 
können» '). 

Schon unter dem 15. März 1858 erhielt das provisorische Ko- 
mitee, das sich noch durch den Beitritt der Herren Dr. Franz Egg er, 
Heinrich Esser, Gustav Lewy und Karl Rick vergrößert hatte — 
wenig später traten auch noch die Herren Hans Schläger und Philipp 
Recher hinzu — von der Statthalterei die Bewilligung zu der Grün- 
dung eines Vereines für gemischten Chorgesang unter dem Titel «Sing- 



^ Dr. August Schmidt: Selbstbiographie (enthalten in Rudolf Hof mann s Denk- 
schrift «Der Wiener Männergesangverein. Chronik der Jahre 1843— 1893>. Wien 1893) S. XXIX. 



53 

akademie»; am 25. März wurde die «Singakademie» in einer Sitzung 
des provisorischen Komitees von diesem für «konstituiert» erklärt, am 
3o. April wurden die von dem provisorischen Komitee ausgearbeiteten 
Statuten von der Statthalterei genehmigt, und am 4. Mai erfolgte die 
wirkliche Konstituierung durch Zusammentritt von Mitgliedern'). 

In der Direktion der Gesellschaft der Musikfreunde wurde man 
durch diese Vorgänge völlig überrascht. Die erste Kunde davon scheint 
man durch eine Eingabe des Direktionsmitgliedes Dr. Franz Egg er 
erhalten zu haben, worin dieser unter dem 26. März namens des pro- 
visorischen Komitees der Singakademie deren Gründung anzeigte 
und zugleich um die unentgeltliche Überlassung des Vereinssaales für 
die jeden Dienstag abzuhaltenden Proben während der Monate April 
bis einschließlich September sowie um die Entlehnung von Musikalien 
aus dem Gesellschaftsarchive ersuchte 2). 

In der Direktionssitzung vom 3o. März, in der über dieses Gesuch 
verhandelt wurde, sprach sich Dr. Drexler gegen die unentgeltliche 
Überlassung des Saales aus, da die Gesellschaft durch den Entgang 
an Saalmiete einen nicht unbeträchtlichen Verlust erleiden würde. Denn 
der Saal war auch in den Sommermonaten stark in Anspruch genom- 
men, teils zu musikalischen, noch viel mehr aber zu anderweitigen 
Zwecken. Darauf zog Dr. Egg er das Gesuch zurück und stellte das 

# ■ 

Begehren um entgeltliche Überlassung des Saales, die denn auch für 
die Monate Mai bis einschließlich September und gegen eine Monats- 
miete von 50 fl. C. M. (mit Einschluß der Beleuchtung) bewilligt wurde. 
So konnte denn also am 4. Mai 1858 die «Wiener Singakade- 
mie > durch die Abhaltung ihrer ersten Probe ins Leben treten, «an 
sich ein preiswürdiges Unternehmen, aber durch die Umstände seiner 
Gründung ganz danach angetan, von der Direktion der Gesellschaft der 
Musikfreunde als ein Angriff auf die Interessen der Gesellschaft be- 
trachtet zu werden, da sie sich dadurch plötzlich und unvorbereitet 
ihres verfügbaren Chores beraubt sah»^). 

') In der Festansprache «Zur Eröffnung der Singakademie» am 4. Mai 1858 hat Karl 
Rick ausdrücklich betont, daß sich die Wiener Singakademie «heute konstituiert» hat. Unter 
dem 3i. März war in den Zeitungen vom 3. April und später erst der öffentliche Aufruf zur 
Gründung der Singakademie ergangen. 

^) Die erste öffentliche «Kundmachung» über die beabsichtigte Bildung einer Singakade- 
mie mit der Einladung zum Beitritte ist in der «Wiener Zeitung» vom S.April 1858 erschienen. 

^) M(oriz) A(lois Ritter von) Becker: «Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien»^ 
«österreichische Revue», V.Jahrgang, 5. Heft, Wien 1867, S. 99—130. (S. 105, Anmerkung.) 



54 

Gründung Da hicß CS nuii Fasch und energisch handeln. Noch in derselben 

Direktionssitzung vom 3o. März, wo der Singakademie trotz der Kon- 
kurrenz, die sie der Gesellschaft bereiten mußte, in wahrhaft unpar- 
teiischer Weise die Saalmiete bewilligt worden war, griff Dr. Josef 
Bauer seinen bereits im vorigen Jahre gestellten Antrag wieder auf, 
die cChorübungen» nach dem schon damals von ihm vorgelegten Ent- 
würfe zu einem Vereine unter der Ägide der Gesellschaftsdirektion 
umzugestalten und ihm die Durchführung dieser Reorganisierung zu 
übertragen. Dr. Drexler zwar redete auch diesmal wieder der Bei- 
behaltung des bisherigen und, wie er immer noch meinte, «praktisch 
erprobten Reglements» das Wort; indessen hatte man denn endlich 
doch erkannt, daß das alte Geleise gründlich ausgefahren sei und ver- 
lassen werden müsse — eine Erkenntnis, zu deren völligen Reife die 
Gründung der Singakademie gewiß nicht wenig beigetragen haben 
mochte. So wurde denn Dr. Bauers Entwurf der Erwägung eines 
Komitees anheimgegeben, in das außer dem Antragsteller noch Dr. Leo- 
pold v. Sonnleithner, Ignaz Paul und Josef Hellmesberger gewählt 
wurden. Dieses Komitee, das unter dem Vorsitze des Präses- Stellver- 
treters Franz Riedl v. Riedenau zusammentrat, arbeitete den ursprüng- 
lichen Entwurf Dr. Bauers gründlich um und berichtete darüber durch 
Dr. V. Sonnleithner in der nächsten Direktionssitzung am 8. April, 
wo denn auch die «Bestimmungen»') über die Einrichtung des «Sing- 
vereines der Gesellschaft der Musikfreunde» in der im Anhange 
als Beilage I wiedergegebenen Fassung genehmigt wurden. 

Bezüglich der ökonomischen Gebarung des «Sing Vereines», der 
als eine «Abteilung der Gesellschaft der Musikfreunde» gedacht war, 
wurde über Antrag Ignaz Pauls beschlossen, daß die Einnahmen 
und Ausgaben des Singvereines getrennt von den Einnahmen und 
Ausgaben der Gesellschaft durch deren Kassaverwaltung zu verrechnen 
seien. 

Zum Chormeister des Singvereines wurde Johann H erbeck mit 
einem jährlichen Bezüge von 400 fl. C. M. ernannt; zugleich wurde 
ihm auch die Stelle eines Professors an der Männergesangsschule des 



') Der Ausdruck t Statuten» wurde offenbar deshalb vermieden, um den Gedanken aus- 
zuschließen, daß es sich dabei um die Gründung eines eigentlichen, selbständigen c Vereines» 
im Sinne des § la des kaiserlichen Patents vom 26. November 1852 handle; der Singverein 
sollte eben kein cVerein», sondern nur eine cAbteilung» der Gesellschaft sein, daher auch nur 
einen internen Wirkungskreis, aber keinen solchen nach außen haben. 



55 

Konservatoriums mit einem jährlichen Gehalte von 350 fl. C. M. ver- 
liehen'). 

Noch unter dem 8. April ergingen hierauf gedruckte Rundschreiben 
an die bisherigen Teilnehmer an den Chorübungen und an sonstige Kunst- 
freunde : 

Die Gesellschaft der Musikfreunde hat beschlossen, die bisherigen Chorübungen 
zu organisieren und denselben solche Einrichtungen zu geben, welche geeignet 
sind, das musikalische Element ebenso wie das Interesse der Teilnehmer zu 
wecken und zu erhalten. Um diese Einigung zustande zu bringen, findet im Musik- 
vereinssaale, Tuchlauben Nr. 558, am 16. April, abends 5 Uhr eine Versammlung 
der bisherigen Chormitglieder statt, zu welcher auch Sie hiermit freundlichst ge- 
laden werden. 

Des weiteren wurde unter dem Datum des 10. April eine öffent- 
liche Kundmachung erlassen, die vom 15. April angefangen einige 
Male in der «Wiener Zeitung», der «Presse» und noch in anderen 
Blättern erschien. 

Am 16. April erfolgte sodann die Konstituierung des Singvereines 
der Gesellschaft der Musikfreunde bei Anwesenheit von 42 Mit- 
gliedern der vormaligen «Chorübungen», die sich allsogleich in die auf- 
gelegte Liste als Mitglieder eintrugen. 

Angesichts einiger Bemerkungen über die Entstehung der Sing- Gesellschaft 

,j. jio' • j-'j TNiriTN ^er Musikfreunde 

akademie und des Singvereines, die in der von Dr. Karl Demmer un^ 

verfaßten «Festschrift der Wiener Singakademie zur Feier des Singakademie 
fünfzigjährigen Bestandes, 1858 — 1908», Wien 1908 (S, 9 und 11) ent- 
halten sind, dürfte es nicht unangebracht sein, ausdrücklich darauf hin- 
zuweisen, daß die hier gegebene historische Darstellung durchweg aus 
den Akten und aus sonstigen offiziellen Quellen geschöpft ist, daher 
dem Sachverhalte vollkommen entspricht. 

Im Oktober 1855 hat Dr. Franz Egger zuerst den Antrag gestellt, 
die «Chorübungen» der Gesellschaft der Musikfreunde zu einem Filial- 
vereine der Gesellschaft umzuwandeln. 

Im September 1857 hat Dr. Josef Bauer diesen Antrag unter 
Vorlage eines Statutenentwurfes wiederholt, und zwar unter dem Bei- 
falle Dr. Eggers, der sich auf seine schon wiederholt ausgesprochene 
Ansicht berief, daß nur ein selbständiger Verein nach Art der Sing- 
akademien anderer Städte prosperieren könne. 



') Diese Stelle gab Herbeck, der durchaus keinen Beruf zum Lehrer in sich fUhlte, 
schon im Oktober des nächsten Jahres wieder auf. 



56 

Diesen zuerst in der Gesellschaft der Musikfreunde aufgetauch- 
ten, aber nicht sofort durchgeführten Gedanken hat deren Chormeister 
Ferdinand Stegmayer verfolgt, als er im Jänner 1858 auf eigene 
Faust vorging, um einen gemischten Chorverein in Wien zu gründen. 

Nicht die Gesellschaft der Musikfreunde hat also eine Idee Steg- 
mayers aufgegriffen, sondern dieser umgekehrt eine solche der Gesell- 
schaft; und der Singverein ist deshalb auch nicht der Singakademie 
nachgegründet worden, sondern man hat im Gegenteile die Sing- 
akademie dem Singvereine sozusagen vorgegründet. 

Auch kann man die Singakademie weder als «die erste Ver- 
einigung für gemischten Chorgesang in Wien> bezeichnen, noch kann 
man sagen, daß sie auch «nur wenige Monate die einzige» ge- 
blieben sei. 

Die Singakademie ist von dem provisorischen Komitee, das ihre 
Gründung in die Hand genommen hatte, am 25. März 1858 für kon- 
stituiert erklärt worden, der Singverein von der Direktion der Ge- 
sellschaft der Musikfreunde allerdings erst am 8. April; auch ist die 
Singakademie zu der ersten Probe am 4., der Singverein aber erst 
am 5. Mai — also einen Tag später — zusammengetreten. Das ist 
aber auch alles, um was die Singakademie dem Singvereine voraus 
ist. In allen übrigen, und zwar gerade in den wichtigsten Lebens- 
äußerungen war der Singverein voran. Die wirkliche Konstituierung 
durch Zusammentritt von Mitgliedern hat beim Singvereine schon 
am 16. April stattgefunden, bei der Singakademie aber erst bei ihrer 
ersten Probe am 4. Mai. Der Sing verein hat seine Stiftungsmesse 
am 3o. Mai, die Singakademie die ihrige erst am i3. Juni abgehalten. 
Endlich hat der Singverein sein erstes Konzert am 7., die Sing- 
akademie ihr erstes Konzert aber erst am 28. November gegeben. 
Demnach ist also der Singverein um 2 und 3 Wochen früher vor 
die Oflfentlichkeit getreten als die Singakademie. 

Bei diesem Sachverhalte kann der Singverein zumindest den 
Anspruch auf gleiches Alter mit der Singakademie erheben. 

Da wir uns in diesen Blättern fortan nur noch mit dem Sing- 
vereine der Gesellschaft der Musikfreunde zu beschäftigen haben 
werden, möge es gestattet sein, das, was späterhin noch über die Be- 
ziehungen zwischen der Gesellschaft der Musikfreunde und der 
Singakademie zu sagen wäre, gleich hier vorwegzunehmen, um ein 



57 

Thema, das in der Festschrift der Singakademie disharmonisch 
angestimmt worden ist, den Tatsachen entsprechend zu modu- 
lieren. 

In der Direktionssitzung vom 3o. August 1858 — also nach noch 
nicht halbjährigem Bestehen der beiden Chorvereine — teilte der 
Präses- Stellvertreter Franz Riedl v. Riedenau mit, «daß der Wunsch 
geäußert worden sei, es möge die Vereinigung des von der Gesellschaft 
der Musikfreunde begründeten Singvereines mit der hier bestehen- 
den Singakademie angebahnt werden. Nach Ansicht des Herrn Präses- 
Stellvertreters könnten in Wien zwei Singvereine wohl nebeneinander 
bestehen, wenn sie aus verschiedenen Mitgliedern bestehen. Doch 
scheine eine förmliche Verschmelzung dann gerechtfertigt, wenn mit 
wenigen Ausnahmen in beiden Vereinen dieselben Personen mitwirken». 

Dr. Franz Egger, der um die Mitteilung ersucht wurde, «ob ihm 
als Mitglied des leitenden Komitees der Singakademie bekannt sei, ob 
und unter welchen Bedingungen die Singakademie bereit wäre, sich 
mit dem Singvereine der Gesellschaft der Musikfreunde zu vereinigen», 
erwiederte, «er sei zu der Erklärung ermächtigt, daß die Singakademie 
bereit wäre, auf die Vereinigung einzugehen, wenn dieselbe auf eine 
für beide Teile ehrenvolle Weise bewirkt werden könnte, wenn ins- 
besondere die Selbständigkeit des durch Fusion entstandenen Vereines 
gewahrt und Chormeister Stegmayer neben dem Chormeister Her- 
beck beibehalten würde». 

«Dr. Bauer findet unter diesen Bedingungen die Vereinigung un- 
möglich. Wolle die Singakademie als Korporation von ihrer Selb- 
ständigkeit nichts aufgeben, so heiße das, daß der Singverein der Ge- 
sellschaft der Musikfreunde in der Singakademie- aufgehe, sich durch 
Unterordnung verschmelze. Auch die zweite Bedingung sei unmöglich; 
ein Chormeister genüge, ja Herbeck würde wahrscheinlich seine Ent- 
lassung nehmen, wenn man einen zweiten Chormeister an seine Seite 
stellte. Dadurch würde gerade das herbeigeführt werden, was man 
bei der Gründung des Singvereines vermeiden wollte». 

Das erste Bedenken wurde im Laufe der Diskussion durch die 
Feststellung beseitigt, «daß es sich nicht um die Beibehaltung der Selb- 
ständigkeit der Singakademie als solcher handeln könne, sondern um 
Wahrung der Selbständigkeit des erweiterten, verschmolzenen Vereines 
innerhalb gewisser Schranken, wie solche schon jetzt durch die Statuten 
des Singvereines der Gesellschaft gesetzt sind». 



58 

Hierauf formulierte der Vorsitzende den Gegenstand der Frage 
dahin: «Ist eine Vereinigung wünschenswert unter der Bedingung, daß 
Herr Stegmayer als Chormeister beibehalten werde?» 

Diese Frage wurde von Josef Hellmesberger und noch einem 
zweiten Direktionsmitgliede bejaht, von der Mehrheit aber verneint. 
«Wenn Herbeck», wurde gesagt, «wie vorauszusehen, neben einem 
anderen Chormeister nicht ausharren wollte, so könnte es leicht dahin 
kommen, daß man zwar einen größeren Verein, aber keinen Chor- 
meister dafür hätte»; denn «so schätzbar Herr Stegmayer als Musiker 
und Dirigent, so bekannt und allseits eingestanden sei es auch, daß er 
es nirgends lange aushalten könne. Herb eck sei mit der Leitung des 
Sing Vereines in einer schwierigen Zeit betraut worden; es müsse nun 
als Ehrenpunkt gelten, ihm Zeit zu gönnen, um seine eigene Leistungs- 
fähigkeit ungeteilt zu erproben». 

Die Majorität der Stimmen lautete also «gegen die Vereinigung, 
wenn sie nur unter der erwähnten Bedingung stattfinden könnte». Der 
Vorsitzende, Präses- Stellvertreter v. Riedl, «schloß sich mit dem Be- 
dauern, daß dieser Beschluß gefaßt wurde, den minderen Stimmen an». 

In derselben Sitzung wurde alsdann über die Anfrage der Sing- 
akademie verhandelt, ob und unter welchen Bedingungen die Direktion 
der Gesellschaft der Musikfreunde geneigt wäre, ihr den Gesellschafts- 
saal für ihre wöchentlichen Übungen auch für die Saison 1858/59 zu 
überlassen. 

Hierüber heißt es in dem Protokolle: «In Erwägung, daß der Ge- 
sellschaftssaal während der Wintersaison ohnedies für zwei Abende in 
jeder Woche ') — und in je einer Woche des Monats für einen dritten 
Abend^) — bereits vergeben ist, für die außerordentlichen Übungen 
aber und für die Proben, welche aus Anlaß der im nächsten Jahre 
zahlreicheren Konzerte der Gesellschaft und des Singvereines stattfinden 
werden, Vorsorge getroffen werden muß; daß gerade aus finanziellen 
Gründen bezweifelt werden muß, ob die Vermietung des Saales an 
die Singakademie vorteilhafter sei als die Überlassung an die Konzert- 
geber; daß zwar die Konzertgeber, aber nicht die Singakademie auf 
den Saal der Gesellschaft angewiesen sind, somit auch Rücksichten gegen 
das Publikum und die Künstler eine weitere beständige Vermietung 



') Singverein und Männergesangverein. 
^) Severinus-Verein. 



59 

dieses Saales an einen Verein verbieten; endlich, daß infolge der Ab- 
haltung der Übungen der Singakademie in dem Saale der Gesellschaft 
der Musikfreunde auch noch künftighin Verwechslungen derselben mit 
dem Singvereine der Gesellschaft entstehen könnten, welche den Beitritt 
zu dem Singvereine der Gesellschaft in einzelnen Fällen der Singaka- 
demie zuwenden: erklären sich außer Herrn Dr. v. Sonnleithner und 
Herrn artistischen Direktor Hellmesberger') auch die Direktionsmit- 
glieder Prof. Roesner, Dr. Bauer, Dr. Schön, v. Heintl und Manussi 
gegen die Vermietung des Gesellschaftssaales an die Singakademie.» 

Demzufolge wurde der Singakademie die Überlassung des Saales 
verweigert^). 

Dieser Beschluß hat damals viel Staub aufgewirbelt und heftige 
Angriffe gegen die Gesellschaftsdirektion in der in- und ausländischen 
Presse zur Folge gehabt. Dr. Egger wollte, wie er unter dem 4. September 
schriftlich erklärte, dafür selbst als überstimmtes Mitglied der Direktion 
nicht in Verantwortung kommen und trat deshalb aus der Direktion 
aus^). 

Ob es für die Wiener Singakademie gerade notwendig ge- 
wesen ist, diese alte Geschichte, über die während eines halben Jahr- 
hunderts Gras gewachsen war, jetzt wieder auszugraben und aufzuwär- 
men, und dies noch dazu in einer Festschrift, in deren textlichem Teile 
dem Leben und Wirken der Singakademie von ihrer Gründung bis zum 
Jahre 1900 nicht einmal ganz fünf Seiten gewidmet sind, möge dahinge- 
stellt bleiben. Wenn es aber auch schon nicht vermieden werden konnte 
— oder wollte — so hätte doch auch das weitere Verhalten der Ge- 
sellschaft der Musikfreunde der Singakademie gegenüber entsprechend 
gewürdigt, nicht aber — verschwiegen werden sollen. 



') Dr. V. Sonnleithner, Hellmesberger und Dr. Egger hatten sich vor der Ab- 
stimmung entfernt; doch hatten die ersten beiden cmit ausdrücklicher Beziehung auf das Er- 
gebnis der früheren Abstimmung» (das Fusionsprojekt betreffend) erklärt, cdaß sie gegen die 
Bewilligung der weiteren Vermietung des Saales an die Singakademie stimmen». 

^) Für die Überlassung hatten sich aufier Dr. Egg er nur noch die Direktionsmitglieder 
Krall und Dr. Drexler ausgesprochen. 

*) Ein Jahr später legte Dr. Egger auch die Stelle als Vorstand des Wiener Männer- 
gesangvereines nieder, weil die an diesem Tage abgehaltene Generalversammlung dieses Ver- 
eines beschlossen hatte, daß kein Mitglied der Vereinsleitung zugleich Leitungsmitglied eines 
anderen Chorvereines sein dürfe, er aber Komiteemitglied der Wiener Singakademie war. In 
der drei Tage darauf abgehaltenen Generalversammlung der Singakademie ist er jedoch nicht 
wieder in das Komitee gewählt worden. 



6o 

Die «historischen Bemerkungen», die in der besagten Festschrift 
über das Verhältnis der Singakademie zur Gesellschaft der Musikfreunde 
gemacht werden, lauten: 

Der Wirksamkeit der Singakademie stellten sich gleich in ihren Anfängen 
große Schwierigkeiten entgegen. Wir waren zwar die erste Vereinigung für ge- 
mischten Chorgesang in Wien, blieben aber nur wenige Monate die einzige. Die 
von Stegmayer gefaßte Idee wurde gleich nach ihrem Bekanntwerden von der 
Gesellschaft der Musikfreunde aufgegriffen und diese beschloß, selbst einen Verein 
für gemischten Chor ins Leben zu rufen. Uns gegenüber machte die Gesellschaft 
der Musikfreunde nunmehr auch sogleich vom Rechte des Stärkeren Gebrauch. Die 
Überlassung des Musikvereinssaales als Probelokal wurde der Singakademie zuerst 
nur gegen eine hohe Monatsmiete gewährt, um bald darauf gänzlich verweigert zu 
werden. Trotzdem hiedurch die Singakademie in ihrem Lebensnerv getroffen wurde, 
gelang es (usw. usw.). 

Wie es um die historische Treue der ersten Hälfte dieser «histori- 
schen Bemerkungen» bestellt ist, haben wir bereits früher gesehen. 
Auch ist uns schon bekannt, daß die «hohe Monatsmiete», von der 
alsdann die Rede ist, 50 fl. C. M. betragen hat (für eine viermalige 
Benützung des Saales im Monate, einschließlich der Beleuchtung). Daß 
dann später der Saal der Singakademie gänzlich verweigert wurde, ist 
auch wieder insoferne nicht gänzlich richtig, als diese Richtigkeit eben 
auf das eine Vorkommnis «bald darauf» beschränkt ist, für die weitere 
Folge aber nicht mehr zutrifft. Nach den «historischen Bemerkungen» 
in der Festschrift der Wiener Singakademie muß wohl jeder glauben, 
daß die Singakademie später nie mehr den Musikvereinssaal als Probe- 
saal benützen konnte; aber schon ganz undenkbar muß es jedem Leser 
jener Festschrift erscheinen, daß die Singakademie nicht gar lange dar- 
auf den Gesellschaftssaal nicht nur wieder, sondern sogar unentgeltlich 
benützt hat. Das kam aber so: 

Nachdem die Singakademie durch die Verweigerung der Saal- 
benützung im Oktober 1858 obdachlos geworden war, wurde ihr vom 
Finanzministerium gestattet, ihre Proben in dem WafFensaale des ehe- 
maligen K. K. Zeughauses in der Renngasse abzuhalten. Die Sing- 
akademie ließ, wie die «Monatsschrift für Theater und Musik» im 
Dezemberhefte 1858 (S. 63 1) berichtet, diesen Saal mit einem Kosten- 
aufwande von «gegen 1200 fl.» entsprechend adaptieren und hielt darin 
seit dem 22. November allwöchentlich ihre Proben. Dabei blieb es 
bis zum Mai 1 86 1 . Was dann geschah, darüber wollen wir die Sing- 
akademie selbst berichten lassen, indem wir eine von ihrem Komitee 



6i 

unter dem i8. Mai 1861 an die Gesellschaftsdirektion gerichtete Ein- 
gabe in ihrem vollen Wortlaute folgen lassen: 

Löbliche Direktion! 

Die hohe Staatsverwaltung hat beschlossen, die bisher von der Singakademie 
benützten Räume im K. K. Zeughause den Herren Abgeordneten des Reichstages 
zur Verfügung zu stellen, und hat ohne vorhergehende Anzeige am 6. Mai die un- 
verzügliche Räumung dieser Lokalitäten in der Weise verfügt, daß die Sing> 
akademie, plötzlich obdachlos gevyrorden, keine Stätte hatte, um das auf denselben 
Tag fallende cErinnerungsfest» in gewohnter Weise zu feiern. 

In dieser Not wendete die Institutsleitung sich an die löbliche Direktion der 
Gesellschaft der Musikfreunde um Überlassung des Vereinssaales für diesen Abend, 
und die allsogleiche Gewährung dieser Bitte setzte die Singakademie in den Stand, 
die Erinnerung an ihre Gründung in denselben Räumen zu begehen, in welchen 
dieselbe ins Leben getreten war. 

Diese für uns im Momente doppelt wertvolle Willfährigkeit wie der Umstand, 
daß eine löbliche Direktion die gewöhnliche Vergütung für die Benützung des 
Saales nicht in Anspruch genommen hat, veranlassen das Komitee der Sing- 
akademie, einer löblichen Direktion den freundlichsten und wärmsten Dank hierfür 
auszusprechen und die Versicherung beizufügen, daß es demselben zum besonderen 
Vergnügen gereichen würde, der Gesellschaft der Musikfreunde in irgendeiner 
Weise gefällig zu sein. 

Wien, den 18. Mai 186 1 

Das Komitee der Singakademie: 

Für den Vorstand: FlatZ m. p, 

Dr. Scholz m. p. Schriftföhrcr 

Warum es doch wohl in der Festschrift der Singakademie unter- 
lassen worden sein mochte, dieser Delogierung durch die Staatsver- 
waltung zu erwähnen, die ja für die Singakademie deshalb, weil sie 
ohne vorhergegangene Anzeige stante pede erfolgt war, noch viel 
unangenehmer geworden wäre als seinerzeit die zwei Wochen vorher 
angekündigte Nichterneuerung des Mietsverhältnisses seitens der Gesell- 
schaft der Musikfreunde, wenn nicht gerade diesmal die Gesellschaft 
sich der Singakademie gegenüber großmütig benommen und ihr aus 
der Not geholfen hätte ! Warum hat die Singakademie ihre Klage nur 
wider die Gesellschaft der Musikfreunde erhoben und nicht auch gegen 
den Staat, der ihr doch weit übler und rücksichtsloser mitgespielt hatte? 
Und warum zerrt die Singakademie nur jenes eine Faktum aus dem 
Moder halbhundertjähriger Vergangenheit hervor und breitet dagegen 



62 

den schwarzen Schleier des Vergessens über alle Wohltaten, die sie 
später von der Gesellschaft empfangen hat? Denn nicht nur dieses 
eine Mal hat die Gesellschaft der Musikfreunde der Singakademie hilf- 
reich einen Freundschaftsdienst erwiesen. Als die Singakademie nach 
jener Erinnerungsfeier auch um die weitere Überlassung des Saales zu 
ihren wöchentlichen Proben für die Zeit bis Mitte Juli und cum gütige 
Bewilligung von möglichst billigen Bedingnissen» ersuchte, stellte ihr 
die Gesellschaftsdirektion den Saal auch für diese Zeit unentgeltlich, 
nur gegen Ersatz der Beleuchtungskosten, zur Verfügung. 

Damals hat die Singakademie dieses Vorgehen der Gesellschaft ge- 
würdigt; in ihrem Dankschreiben vom 3i. Mai 1861 heißt es: 

Das Komitee der Singakademie fühlt sich durch diese Eröffnung und das 
wahrhaft kollegiale Vorgehen einer löblichen Direktion aufs freudigste berührt und 
erlaubt sich dieser Empfindung wie der des aufrichtigsten Dankes hiermit Aus- 
druck zu geben. 

In den Jahren 1861/62, 1862/63 und 1863/64 hatte alsdann die 
Singakademie den Gesellschaftssaal für ihre wöchentlichen Montagproben 
gemietet, und zwar für 3o fl. per Abend in den Wintermonaten und 
für 5 fl. per Abend in den Monaten September, Oktober und Mai 
(später April) bis Juli'). Wiederholt wurde aber der Saal der Sing- 
akademie zu Extraproben und bei besonderen Gelegenheiten (z. B. am 
8. Dezember 1862 zu einem Konzerte zugunsten des erkrankten Steg- 
mayers) teils unentgeltlich, teils gegen eine Miete von nur 10 fl. über- 
lassen, und des öfteren hat sich das Komitee der Singakademie ver- 
anlaßt gesehen, cden Dank für die kollegialen Gefälligkeiten auszu- 
sprechen, welche die Wiener Singakademie als Saalmieter im Laufe 
des Jahres von der löblichen Gesellschaft der Musikfreunde zu emp- 
fangen wiederholt in der Lage war». 

Aber auch sonst noch hat die Direktion der Gesellschaft der Musik- 
freunde der Wiener Singakademie allerhand kleine Gefälligkeiten er- 
wiesen, insbesondere durch Verleihen von Notenmaterial zu Proben 



') Der normale Saalpreis pro Abend betrug 40 fl. Eine weitergehende Begünstigung 
als die obige glaubte die Direktion nicht zugestehen zu dürfen, da sie sich nicht als Eigen- 
tümerin, sondern nur als Verwalterin des Gesellschaftshauses fühlte und auch die Finanzen 
der Gesellschaft nicht außeracht lassen durfte. Übrigens war der Singakademie ohnehin auch 
zugestanden worden, dafi sie für jeden ersten Montag in den Wintermonaten, wo der Saal 
nachmittags auch vom Severinus- Verein benützt wurde, nur 15 fl. zu zahlen hatte. 



\ 



63 

und Aufführungen, wie z. B. von Händeis «Israel in Egypten», «Timo- 
theus» und «Beisazar», von Mendelssohns cPaulus» und «Elias»; 
dann aber auch durch die leihweise Überlassung von Instrumenten, 
Notenpulten u. dgl. Hierüber erliegen zahlreiche, im wärmsten Tone 
gehaltene Dankschreiben der Singakademie in den Gesellschaftsakten. 
Es ist wohl überflüssig, bei diesem Gegenstande noch länger zu 
verweilen. Die hier mitgeteilten Tatsachen sprechen eine andere und 
lautere Sprache als die entstellten und entstellenden Bemerkungen in 
der Festschrift der Wiener Singakademie. Und mit dieser Konstatierung 
wollen wir uns von der Wiener Singakademie ab- und wieder dem 
Singvereine der Gesellschaft der Musikfreunde zuwenden. 



III. Der Singverein 



i. Organisation 

«Bestimmungen» L)er Singvcrcin der Gesellschaft der Musikfreunde bestand 

nach seinen ersten, von der Gesellschaftsdirektion unter dem 8. April 1858 
erlassenen «Bestimmungen» aus zweierlei Mitgliedern, nämlich (§ i) 
aus Mitgliedern der Gesellschaft der Musikfreunde, die nach § 6 der 
Gesellschaftsstatuten vom Jahre 1851 einen Jahresbeitrag von mindestens 
5 fl. C. M. leisteten, und aus anderen Kunstfreunden, die (§ 2) «als 
Mitglieder dieser Abteilung der Gesellschaft» nur einen Jahresbei- 
trag von 3 fl. C. M. zu leisten hatten. Die letzteren waren also nicht 
Mitglieder der Gesellschaft, sondern nur solche des Singvereines, hatten 
also auch weder Sitz noch Stimme in der Generalversammlung der 
Gesellschaft. Alle aber waren (§ 9) verpflichtet, bei den öffentlichen 
Auff'ührungen der Gesellschaft und den dazu nötigen Proben im Chore 
mitzuwirken (Vgl. Beilage I). 

Der Ausschuß des Singvereines bestand (§6) i. aus einem Direk- 
tionsmitgliede der Gesellschaft als administrativem Leiter, 2. aus dem 
Chormeister und 3. aus drei Herren, die von den Mitgliedern des Ver- 
eines aus ihrer Mitte gewählt wurden. Der Chormeister (§ 7) wurde 
von der Gesellschaft bestellt, doch blieb es dem Singvereine vorbehalten, 
weiterhin auf Bestätigung dieses Chormeisters anzutragen oder einen 
anderen vorzuschlagen. 

Auf Grund dieses Statuts konstituierte sich der Singverein am 
16. April 1858 und wählte in seiner ersten Probe am 5. Mai die Herren 
Dr. Karl Olschbaur, Dr. Gustav Gunz und Dr. Heinrich Kreißle Edlen 
von Hellborn in den Ausschuß. Zum administrativen Leiter war von 
der Direktion Dr. Josef Bauer erwählt, zum Chormeister Johann 
Herb eck berufen worden. 



65 

Mit der Selbständigkeit des Singvereines war es also von Anfang 
an nicht weit her. Die unausbleibliche Folge war, daß verschiedentliche 
Reibungen zwischen dem Singvereine, bezw. dessen Ausschusse und der 
Gesellschaftsdirektion entstanden, denn der Singverein hatte natürlich bald 
das Bedürfnis, sich freier zu entfalten, wogegen sich die Direktion mit die- 
sem Vorhaben nur langsam und allmählich zu befreunden vermochte. 

Der erste Zwist entstand, als der Singvereinsausschuß am 12. Jan- nifferenzen wegen 
ner 1859 beschlossen hatte, aus Anlaß der hundertsten Jährung des 
Todestages Händeis am 14. April d. J. eine würdige Säkularfeier 
durch Aufführung eines Oratoriums zu veranstalten. Um diese Auf- 
führung möglichst großartig zu gestalten, hatte der Singverein den Män- 
nergesangverein und die Singakademie eingeladen, sich daran zu be- 
teiligen; da er aber c nicht anmaßend sein» und das Zusammenwirken 
der drei Chorvereine durch Wahrung der Gleichberechtigung erleichtern 
wollte, hatte er die genannten Korporationen zu der Bildung eines 
Komitees aufgefordert, in das jeder Teil drei Mitglieder entsenden, und 
das die ganze Ausführung des Unternehmens in die Hand nehmen 
sollte. Der Singverein, der sich zu dieser Anregung deshalb berufen 
fühlte — und es wohl auch war — weil er zu seinem ersten Konzerte 
am 7. November 1858 «Judas Maccabäus» gewählt und dadurch 
Händel für Wien wieder in die Gegenwart eingeführt hatte'), zeigte 
diesen Entschluß auch der Gesellschaftsdirektion an und lud sie ein, 
sich gleichfalls an der Bildung jenes Komitees zu beteiligen. 

Darauf wurde aber dem Singvereine über einen im Zirkulations- 
wege eingeholten Majoritätsbeschluß unter dem 29, Jänner präsidialiter 
folgende Rüge erteilt: 

Die Einleitungen, welche von dem Singvereine der Gesellschaft der Musik- 
freunde für die Veranstaltung einer Säkular feier Handels vorläufig getroffen und 
von Herrn Dr. Bauer als Mitglied des löblichen Ausschusses der Direktion der 
Gesellschaft der Musikfreunde angezeigt worden sind, werden von dieser Direktion 
genehmigend zur Kenntnis genommen. 

Das Präsidium der Gesellschaft der Musikfreunde kann nicht umhin, dem löb- 
lichen Ausschusse aus diesem Anlasse zu bedeuten, daß der Singverein durch jene 
eigenmächtigen Einleitungen seinen Wirkungskreis überschritten habe. 

Der Singverein kann, als Abteilung der Gesellschaft der Musikfreunde, nach 
außen hin durchaus keinen selbständigen Wirkungskreis haben, und aus derselben 



*) Die letzte Aufführung eines Händeischen Oratoriums in Wien war die von «Judas 
Maccabäus» in dem Musikfeste vom 6. und lo. November 1842. 

5 



66 

Röcksicht wolle es dem löblichen Ausschusse auch gefällig sein, die an ihn seiner- 
zeit gelangenden Rückantworten der Singakademie und des Männergesangvereines 
der Gesellschaftsdirektion zur weiteren Verfügung vorzulegen. 

Daß man im Singvereine hierüber nicht gerade sonderlich erfreut 
war, ist begreiflich. Nach einer sehr erregten Debatte im Ausschusse 
wurde unter dem lo. Februar ein Schreiben an die Direktion gerichtet, 
worin sich der Singverein zunächst gegen den Vorwurf einer Über- 
schreitung seines Wirkungskreises verwahrt, da er ja nicht öffentlich 
hervorgetreten sei, sondern nur eine Anregung gegeben und zu diesem 
Zwecke mit verwandten Korporationen korrespondiert habe, was ihm 
doch gewiß niemand verwehren könne. «Sollte es aber,» heißt es in 
dem Schreiben weiter, «der geehrten Direktion unangenehm sein, daß 
der Singverein, welcher ja doch die musikalischen Interessen — und 
nur im Interesse der Gesellschaft — vertritt, zuerst den Gedanken an 
die Händelfeier gefaßt hat, so bedauert er, daß die Gesellschaft der 
Musikfreunde, welche sogar einen eigenen artistischen Direktor besoldet, 
dadurch eine Eifersüchtelei an den Tag legt, und zwar gegen das eigene 
Kind, welches die Gesellschaft gerettet hat. In diesem Falle wäre es 
Aufgabe des artistischen Direktors gewesen, rechtzeitig die geeigneten 
Anträge zu stellen, was freilich durch die vielseitige Beschäftigung des- 
selben unmöglich war und einen neuen Beweis gibt, wie untunlich es 
ist, so viele, zum Teil kollidierende Berufspflichten in einer Person 
zu vereinigen.» Schließlich erklärte sich aber der Ausschuß dennoch 
bereit, die Antworten des Männergesangvereines und der Singakademie 
der Direktion zur Verfügung zu stellen und ihr solcherart die ganze 
weitere Durchführung der Angelegenheit abzutreten. 

Tatsächlich wurden denn auch die weiteren Vorarbeiten von der 
Direktion betrieben, und zwar mit Umsicht und Energie. Da der eigent- 
liche Gedenktag, der auf einen Wochentag fiel, zu einem musikalischen 
Feste nicht geeignet schien, sollte die Feier Sonntag den 17. April 
stattfinden. Es ist aber nichts daraus geworden — der Feldzug in 
Italien stand vor der Tür, und vor dem Geheul der Kriegsfurie mußten 
die Klänge der Muse verstummen. 

In dem Musentempel unter den Tuchlauben aber zog jene Bege- 
benheit doch noch weitere Kreise. Im Singverein wurde jener Vorfall 
als «ein neuer Beleg» dafür gedeutet, «wie sehr die Direktion bemüht 
ist, selbst jeden Schein von Selbständigkeit des Singvereines zu unter- 
drücken, dessen organische Entwicklung zu untergraben und selben 



67 

wieder auf den Standpunkt der früheren Chorübungen — unseligen 
Andenkens — zurückzudrängen». tDer Ausschuß» — heißt es in dem 
Sitzungsprotokolle vom 2. Februar weiter — c beschließt daher, dem 
vielfachen Drängen einzelner Mitglieder nachzugeben, jene Statutenpara- 
graphe, welche die Selbständigkeit des Singvereines allzusehr beschrän- 
ken, und wodurch eben viele Personen vom Eintritt in den Verein 
abgeschreckt werden, zu streichen oder umzuändern und von der 
Direktion die Genehmigung dieser Änderungen sowie die Anerkennung 
zu verlangen, daß die Mitglieder des Singvereines als ausübende Mit- 
glieder der Gesellschaft nach § 85 der Gesellschaftsstatuten betrachtet 
werden. » 

Hiebei wurde allerdings übersehen, daß die damals geltenden 
Gesellschaftsstatuten vom Jahre 1851 keine ausübenden Mitglieder, 
sondern nur noch ordentliche und Ehrenmitglieder kannten, und daß 
in § 35 nur den aus der älteren Periode verbliebenen unterstützenden 
und ausübenden Mitgliedern das Recht gewahrt war, gegen Entrichtung 
ihrer bisherigen statutarischen Beiträge auch weiterhin in der Gesell- 
schaft zu verbleiben*). 

Die in dem vorhin zitierten Schreiben enthaltene Anspielung auf Differenzen wegen 
die Überbürdung des artistischen Direktors Josef Hellmesberger war ^'^ Leitung^ ^" 
der Ausfluß zweier Komponenten. Der Urquell der einen war im ^^^ Geseilschaft 
Sing vereine selbst zu suchen, der sich mit seinem Chormeister Her- 
beck eins fühlte, und der es deshalb auch als eine Herabdrückung 
seiner eigenen Stellung empfand, in den Gesellschaftskonzerten nur 
dann, wenn es sich um Vokalchöre handelte, von Herbeck, ansonst 
aber von Hellmesberger dirigiert zu werden. Freilich war auch 
Herbeck nicht aus eigener Wahl des Singvereines hervorgegangen, 
sondern von der Direktion als Chormeister bestellt worden, und der 
Singverein hatte auch weiterhin in dieser Hinsicht nur eine beantragende 
Stimme ; aber selbst dieser geringe Einfluß fiel schwer in die Wag- 
schale zugunsten des Chormeisters, da ja der artistische Direktor der 
Gesellschaft der Machtsphäre des Singvereins gänzlich entrückt war. 
Dazu kam, daß Herbeck mit musikalisch-strategischem Scharfblick in 
dem Singvereine rasch eine vortreffliche Operationsbasis für seine 



') Drei Wochen später hat übrigens die Direktion dasselbe Übersehen begangen (ver- 
gleiche S. 76). 

5» 



68 

fernere Künstlerlaufbahn erkannt und sich ihm mit ' voller Liebe 
und glühender Begeisterung zugewendet hatte; so war nach dem 
Prinzipe von Wirkung und Gegenwirkung auch er dem Singvereine 
lieb geworden, und dieser betrachtete ihn ganz als den seinigen, den 
artistischen Direktor Hellmesberger dagegen nicht nur als Fremden 
sondern, wenn er als Dirigent des Singvereines in den Gesellschafts- 
konzerten auftrat, obendrein als Usurpator. 
Teilung der arti- Die andere Komponente dagegen reichte viel weiter zurück. Das 

stischen Leitung Direktionsmitglied Ignaz Paul hatte schon seit dem Jahre 1855 einen 

erfolglosen Kampf um die Trennung der in der Person Josef Hell- 
mesbergers vereinigten Funktionen eines artistischen Direktors des 
Konservatoriums und eines Leiters der Gesellschaftskonzerte geführt. 
In einer längeren, «Anfang Oktober 1858» datierten Eingabe hatte 
er neuerdings Klage darüber geführt, das Hellmesberger zu viel auf 
den Schultern habe. Der Leiter des Konzertwesens der Gesellschaft 
solle sich nicht darauf beschränken, in den vier Gesellschaftskonzerten 
ans Pult zu treten und zu dirigieren, nachdem er allenfalls vorher die 
Generalprobe geleitet habe, er sollte sich vielmehr auch mit den zahl- 
reichen Schätzen des Archives der Gesellschaft sowie mit der neuesten 
musikalischen Literatur vertraut machen, «damit man der Gesellschaft 
nicht den Vorwurf machen könne, daß sie erst dann mit der Vor- 
führung neuer Meisterwerke nachhinke, wenn diese schon in allen 
kleinen Städten Deutschlands aufgeführt worden sind». Ferner sollte 
er für die Bildung eines eigenen, aus den Professoren des Konserva- 
toriums und den vorgeschritteneren Schülern sowie aus anderen Künst- 
lern bestehenden Orchesters der Gesellschaft Sorge tragen. Zum 
Schlüsse stellte Paul an die Direktion, bezw. an die Generalversammlung 
den strikten Antrag, daß die artistische Leitung des Konservatoriums 
von dfer artistischen Leitung des Konzertwesens getrennt, und daß für 
jede dieser Sphären eine besondere Kraft gewonnen werden solle; 
daß ferner der Leiter des Konservatoriums den Titel «Artistischer 
Direktor des Konservatoriums», der Leiter des Konzertwesens aber 
den Titel «Konzertdirektor» führen solle; endlich, daß keiner von 
beiden Mitglied der Direktion sein, sondern den Direktionssitzungen 
nur dann, wenn Angelegenheiten des betreflfenden Ressorts zur Ver- 
handlung kommen, und zwar je nachdem die Generalversammlung zu 
beschließen befände, mit entscheidender oder nur beratender Stimme 
beigezogen werden solle. Dazu bemerkte aber Paul ausdrücklich. 



69 

daß er Hellmesberger als Künstler sehr hoch schätze, und daß er 
ihn € gerade seiner hohen künstlerischen Eigenschaften wegen jedenfalls 
in einer der beiden Leistungssphären der Gesellschaft erhalten zu sehen 
wünsche — in beiden aber weder ihn noch sonst einen anderen 
Künstler, wie er immer heißen möge». 

In der Direktionssitzung vom 3i. Oktober 1858 hatte nun Hellmes- 
berger cüber Einladung des Präsidiums seine Ansicht entwickelt, daß 
und inwieferne in Zukunft die bisherigen Funktionen des artistischen 
Direktors geteilt werden sollten, und ersucht, ihn künftighin von der 
artistischen Leitung des Konzertwesens zu entheben und ihm die arti- 
stische Leitung des Konservatoriums ausschließend zu übertragen». In 
der nächsten Sitzung am 4. November hatte die Direktion denn auch 
beschlossen, der Generalversammlung einen darauf abzielenden Antrag 
zu unterbreiten, aber schon in der folgenden Sitzung am 17. November 
stellte der Präses- Stell Vertreter Riedl v. Riedenau den folgenden Ver- 
tagungsantrag : 

ein Erwägung, daß durch den Vorschlag, die Funktionen des ar- 
tistischen Direktors zu teilen und für das Konzertwesen sowohl als für 
das Konservatorium einen eigenen artistischen Direktor zu bestellen — 
wenn dieser Gegenstand und die wechselseitigen Verhältnisse und Be- 
ziehungen der neu zu kreierenden artistischen Direktoren vorläufig nicht 
noch näher erörtert und bezeichnet werden — Zwiespalt in die Direktion 
der Gesellschaft kommen könnte; und daß es entsprechend erscheine, 
dem gegenwärtigen Direktor Zeit zu gönnen, um zu erproben, ob er 
nicht dennoch auch in Zukunft seinen Obliegenheiten vollkommen ent- 
sprechen und beide Funktionen in sich vereinigen könne*), dürfte es 
von dem in letzter Sitzung gefaßten Beschlüsse, der Generalversammlung 
obigen Vorschlag zu erstatten, abzukommen haben ; unter der Voraus- 
setzung, daß der ursprüngliche Antragssteller, Direktionsmitglied Paul, 
darauf Verzicht leiste, den Vorschlag persönlich der Generalversammlung 
zu erstatten. > 

Herr Paul erklärte hierauf: «Da die Direktion der Gesellschaft 
beschlossen hat, seinen auf die Teilung der Funktionen des artistischen 
Direktors zielenden Antrag zum Antrage der Direktion . zu erheben, so 
habe er sich des Rechtes begeben, denselben für seine Person bei der 



') Als ob er seit dem Jahre 1851 hiezu nicht schon Zeit genug gehabt hätte! 



70 

Generalversammlung zu stellen. Er könne es daher nur der Direktion 
überlassen, rücksichtlich seines Antrages zu handeln, wie sie wolle. > 

€ Demnach beschloß die Direktion, dem Antrage des Herrn Präses- 
Stellvertreters gemäß, es von dem bezüglichen, in der letzten Sitzung 
gefaßten Beschlüsse sein Abkommen finden zu lassen und der General- 
versammlung den fraglichen Vorschlag für diesmal nicht zu erstatten.» 

Aber auch die öffentliche Kritik hatte sich bereits mit dieser An- 
gelegenheit beschäftigt. Josef Hellmesberger war gewiß ein aus- 
gezeichneter Künstler und bis in die Fingerspitzen musikalisch, trotzdem 
aber kein guter Dirigent. Schon im Abendblatte der c Wiener Zeitung» 
vom 17. Juni 1858 hatte Ludwig Speidel ganz unverhohlen be- 
merkt: cDaß der Dirigent seiner Sache nicht hinlänglich gewachsen sei, 
daran hat man sich zu sehr gewöhnt, um darüber noch Klage zu er- 
heben.» Und im Abendblatte vom 18. November — dem Tage der 
Generalversammlung — hatte er «zum zehnten Male» ausgesprochen: 
cMan kann ein vortrefflicher Geiger und doch ein durchaus unberufener 
Orchesterdirigent sein.» 

Näher noch rückte die von Selmar Bagge inspirierte c Monats- 
schrift für Theater und Musik» dem Gegenstande an den Leib. Offen- 
bar über die Vorgänge in der Direktion gut informiert, ließ sie sich 
in einem längeren Artikel «Zur Musik Vereinsfrage» im Dezemberhefte 
1858 (S. 629) folgendermaßen vernehmen: 

Auf Anregung des Direktionsmitgliedes Herrn Paul ist die Überhäufung des 
Herrn artistischen Direktors Josef Hellmesberger mit Obliegenheiten aller Art 
zur Sprache gekommen, und Herr Hellmesberger soll sich in richtiger Erkennt- 
nis der Sachlage entschlossen haben, auf einen Teil dieser Obliegenheiten zu ver- 
zichten. Es ist einleuchtend, daß ein einzelner nicht zugleich als Violinpro- 
fessor, Chef des Konservatoriums, Veranstalter und Dirigent der Ge- 
sellschaftskonzerte, Quartettspieler und fast allabendlich und in den 
Proben beschäftigter Konzertmeister im Operntheater fungieren könne, ohne 
noch die Mitwirkung in der Hofkapelle und etwaige Privatlehrstunden mit 
einzurechnen. Es liegt daher die Teilung einer solchen die physischen Kräfte 
übersteigenden Aufgabe sowohl im Interesse des Herrn Hellmesberger, als in 
dem des Musikvereines, daher auch jener Antrag, als von ihm selbst ausgehend, 
in der Generalversammlung vom 18. November zur Sprache gebracht werden sollte. 
Daß dies nicht geschah, ist lediglich die Folge einer jener ängstlichen Schwan- 
kungen und Sinnesänderungen, welche uns nachgerade nicht mehr überraschen, mit 
welchen wir aber nichts gemein haben wollen. 

Bald darauf rauschte durch den Wiener Blätterwald die Kunde, 
daß Hellmesberger auf seine Stellung als Leiter der Gesellschafts- 



71 

konzerte resigniert habe, und die Direktion zerbrach sich am 29. De- 
zember darüber den Kopf, ob sie diesem cmüßigen Gerüchte» begegnen 
solle oder nicht. Da aber doch ein notgedrungenes Körnchen Wahr- 
heit an der Sache war, wurde per majora beschlossen, von einer De- 
mentierung abzusehen. Hellmesberger selbst hatte sich dahin ge- 
äußert, daß er zwar seinerzeit infolge des von Paul eingebrachten 
Antrages; wie nicht minder wegen mancher in neuerer Zeit seine Stel- 
lung als Konzertleiter unangenehm erschwerenden Verhältnisse der 
Direktion seine Absicht, von der Leitung der Gesellschaftskonzerte zu- 
rückzutreten, bekanntgegeben habe, daß aber für den Fall, daß weder 
Herrn Pauls Antrag wiederholt in Verhandlung gezogen, noch seiner- 
seits eine förmliche Bitte um Enthebung an die geehrte Direktion er- 
gehen sollte, jenes c böswillige Gerücht» ohnedies durch sein Verbleiben 
beantwortet würde. 

Aber Paulchen ließ nicht locker. 

Nach den damals geltenden Statuten hatten in der Regel jährlich 
zwei Generalversammlungen, im November und April, stattzufinden. 
Als Paul im November 1858 auf die selbständige Einbringung seines 
Antrages verzichtet hatte, war er der Meinung gewesen, daß die Direktion, 
die ja früher diesem Antrage bereits zugestimmt hatte, wirklich nur 
eine Vertagung, nicht aber eine Begrabung beabsichtige. Als nun die 
Direktion weder für April eine Generalversammlung einberufen hatte 
— obwohl die Generalversammlung im November ausdrücklich be- 
schlossen hatte, daß über eine gewisse andere Frage ein ad hoc ge- 
wähltes Komitee «der nächsten, im April 1859 abzuhaltenden General- 
versammlung Bericht zu erstatten habe» — noch im Verlaufe fast eines 
halben Jahres auf jenen Antrag zurückgekommen war, zeigte Paul der 
Direktion unter dem 6. Mai 1859 schriftlich an, daß er seinen Antrag 
erneuere und darum ersuche, diesen nunmehr als seinen Antrag auf 
die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung zu setzen. «Ich 
erlaube mir beizufügen, > heißt es in dem Schreiben weiter, «daß ich 
von meinem obgedachten Antrage nicht mehr abstehe, selbst dann 
nicht, wenn die löbliche Direktion denselben neuerdings zu dem ihrigen 
zu machen erklären wollte. Ich habe mich aus den im Oktober und 
November v. J. hierüber stattgehabten Direktionsverhandlungen und 
insbesondere in der Sitzung am Vorabende jener Generalversammlung 
hinreichend zu überzeugen Gelegenheit gehabt, was das Endresultat 
einer neuerlichen Nachgiebigkeit sein würde. Daß aber die Beratung 



72 

und Beschlußfassung über diesen meinen Antrag vonseiten der Gesell- 
schaft nicht bis auf die im November d. J. stattzufindende General- 
versammlung verschoben werden könne, wird die löbliche Direktion 
selbst als richtig anerkennen. > 

Nachdem hierauf in den nächsten Direktionssitzungen noch so 
manche Lanze für und wider gebrochen und ein neuerlicher Versuch, 
die Erledigung ad calendas graecas zu verschieben, abgeschlagen worden 
war^), wurde denn endlich am 8. Juni prinzipiell und am 3. August 
1859 formell beschlossen, einer für Ende September einzuberufenden 
außerordentlichen Generalversammlung den Antrag auf Trennung der 
Konservatoriumsdirektion von der Konzertleitung zu unterbreiten, und 
zwar mit dem Zusätze, daß Hellmesberger artistischer Direktor des 
Konservatoriums bleiben, Herbeck aber artistischer Direktor der Ge- 
sellschaftskonzerte werden soUe^). 

Am 29. September 1859 fand die außerordentliche Generalver- 
sammlung statt — außerordentlich wohl nur rücksichtlich ihres Datums^) 
— in der, trotzdem das Gesellschaftsmitglied Dr. J. Weissei im Laufe 
der Debatte beantragt hatte, cdie Schlußfassung über diesen Gegen- 
stand zur Erlangung weiterer Erfahrungen auf ein Jahr zu verschieben >, 
der Antrag der Direktion mit Stimmenmehrheit angenommen wurde. 

Darauf wurde Herbeck mit Vertrag vom 12. Oktober 1858 (rück- 
wirkend vom I. Oktober) zum «artistischen Direktor der Gesellschaft» 
mit einem Jahresgehalte von 420 fl. ö. W. bestellt^), wodurch denn also 
der eine Wunsch des Singvereines, seinen Chormeister auch als Diri- 
genten der Gesellschaftskonzerte zu sehen, in Erfüllung gegangen war. 



') Gustav Nottebohm hatte in der Sitzung vom 26. Mai gemeint, cdaß nach dem Zu- 
stande des Konservatoriums nichts gegen, aber auch nichts für den Antrag spreche». 

^) Paul, Bauer, Manussi und Nottebohm hatten dafür gestimmt, daß Hellmes- 
berger die Konservatoriumsdirektion abgeben und die Konzertleitung behalten solle; der 
gegenteilige Majoritätsbeschluß war durch Helfert, Sonnleithner, Drexler, Krall und 
Egg er bewirkt worden, denen sich später im Zirkulationswege noch Riedl und Schön an- 
schlössen. 

^) Daß diese ordentliche, da statutarische Generalversammlung nicht schon im April 
einberufen worden war, wurde damit motiviert, daß infolge des (beiderseits doch erst am 
29. April erklärten) Krieges mit Sardinien «jedes künstlerische Interesse in den Hintergrund 
gedrängt» und «auf eine genügende Teilnahme» an dieser Generalversammlung nicht zu 
zählen war. 

"*) Die Gesamtbezüge Herbecks als artistischer Direktor d^r Gesellschaft und als Chor- 
meister des Singvereines betrugen demnach nunmehr 840 ß. 



73 

Nicht so rasch gelangten die anderen Bestrebungen zum Ziele, 
die Stellung des Singvereines als solchen zu heben und seine Mit- 
glieder den Gesellschaftsmitgliedern gleichzustellen. 

Da erwuchs dem Singverein ein Bundesgenosse in dem Orchester- 
vereine. 

Die Gesellschaft der Musikfreunde, die im Jahre 1812 aus einer Gründung 

des 

Vereinigung von Dilettanten hervorgegangen und bis zum Jahre 1848 Orchestervereines 
auch tatsächlich ein Dilettantenverein gewesen war, hatte seit ihrer 
Wiedergeburt im Jahre 1851 — soweit das Orchester in Frage kam 
— dem Dilettantismus abgeschworen. Den aus der älteren Periode 
noch vorhandenen ausübenden Mitgliedern war das Verbleiben in der 
Gesellschaft gestattet worden, sie waren aber sozusagen auf das Aus- 
tragsstübchen versetzt, und neue wurden nicht mehr aufgenommen. 
Diese Deplacierung ging den ehemals so flotten Geigern natürlich sehr 
wider den Strich; sie fühlten sich zurückgesetzt, ihr Interesse an der 
Gesellschaft schwand, nicht wenige traten aus, und so schmolz ihr 
Häuflein immer mehr und mehr zusammen. Im Jahre 1857 waren 
ausübender Mitglieder — Sänger und Instrumentalisten — im ganzen 
nur mehr 49 vorhanden. 

Dazu kam, daß die Gesellschaftskonzerte, trotzdem sie durch die 
Mitwirkung des Orchesters des Kärntnertortheaters auf ein höheres 
Niveau gehoben worden waren, infolge der bedeutend vermehrten 
Kosten stark passiv waren, mit 1000 — 2700 fl. jährlich. Die Dilettan- 
ten glaubten daher sich selbst und dem Säckel der Gesellschaft zu 
nützen, wenn sie der Wiederkehr der alten, schönen Dilettantenzeit das 
Wort redeten. 

Schon in der Direktionssitzung vom 27. Juni 1856 hatte deshalb 
Ignaz Paul beantragt, daß die Direktion der Generalversammlung vor- 
schlagen solle, «für die Gesellschaftskonzerte Instrumentalisten (Dilettan- 
ten) zu gewinnen, indem man sie als ausübende Mitglieder aufnimmt, 
ohne daß sie einen jährlichen Beitrag leisten >. Dieser Antrag hatte 
jedoch in der Direktion nicht die Majorität erhalten. 

In der Fondskommissions-Sitzung vom 4. November desselben Jahres 
kam das Direktionsmitglied Ferdinand Karl Manussi auf dieses Thema 
zurück, indem er beantragte, «Instrumentalübungen von Musikdilettanten > 
einzuführen, und daran die Bemerkung knüpfte, er verspreche sich 
«davon das ersprießliche Resultat, daß die großen Konzerte wie ehedem 
mehr von Dilettanten als Musikern vom Fache aufgeführt werden >. 



74 

« Obgleich > — heißt es in dem Sitzungsprotokolle weiter — c Hof- 
rat Wa Icher zu erwägen empfiehlt, daß man heutzutage bezüglich der 
präzisen Ausführung großer Konzerte ganz andere und höhere An- 
forderungen stelle als in früherer Zeit, und sonst noch bemerkt wird, 
daß solche Übungen vornehmlich die Saiteninstrumente und wenig oder 
gar nicht die Blasinstrumente betreffen würden, welch letztere von 
Dilettanten selten geübt werden, so vereinigt sich die Versammlung 
dahin, daß sie den Antrag in zwei Abteilungen trennt: 

«I. Bezüglich der Einleitung und Einrichtung von Orchesterübun- 
gen für Dilettanten erklärt sich die Fondskommission vollkommen ein- 
verstanden und empfiehlt dieselbe der Direktion, weil dadurch das 
Interesse an der Musik im Vereine selbst lebhaft geweckt, erhalten und 
die musikalische Bildung überhaupt gefördert wird. 

«2. Bezüglich der Verwendung der Dilettanten bei großen Kon- 
zerten muß sich die Fondskommission noch einer Ansicht und Ab- 
stimmung so lange enthalten, bis der Gang und Erfolg der Orchester- 
übungen zu positiven Resultaten geführt haben wird, welche ein näheres 
Eingehen auf diese Frage gestatten werden>. 

Über diesen Antrag beschloß die Direktion nach dem altbewährten 
Grundsatze ,nur langsam voran^ erst am i3. März 1857: «Instrumen- 
talübungen von Dilettanten, wie die Fondskommission beantragt, sind 
in Angriff zu nehmen, und der Konzertreferent ') wird einen Vorschlag 
über die Durchführung vorlegen». 

Die Protokolle der Direktionssitzungen der nächsten zwanzig Monate 
schweigen sich jedoch über diesen Gegenstand gründlich aus. 

Inzwischen war aber der Singverein gegründet worden, und nun 
waren die Orchesterdilettanten nicht mehr zu halten. Ein dritter Kämpe 
trat in die Schranken. In der Generalversammlung vom 18* November 
1858 beantragte Karl Maraczek^) — c ausübendes Mitglied aus älterer 
Periode», wie er sich stets mit Vorliebe bezeichnete — «behufs Hebung 
und Wiederbelebung des brachliegenden Feldes des Dilettantismus die 



') Johann Baptist Krall. 

^) Karl Maraczek, geb. 18 13, war als Magistratsbeamter Ende 1839 als ausübendes Mit- 
glied in die Gesellschaft eingetreten und war ungemein für sie begeistert; er fehlte kaum bei 
einer Generalversammlung. Er war seit der Gründung des Sing- und des Orchestervereines 
auch Mitglied dieser beiden Zweigvereine der Gesellschaft und von November 1868 bis zu sei- 
nem Tode als Nachfolger Pauls Schriftführer des Orchestervereines. Er ist am 16. März 1870 
als Landesgerichtsoffiziai gestorben. 



75 

Kreierung eines Dilettantenvereines für Streichinstrumente ähnlich jenem 
des Singvereines» sowie «die Veranstaltung von regelmäßig sich wieder- 
holenden Dilettantenkonzerten». «Nach der hierüber gepflogenen De- 
batte, an welcher die Herren Herbeck, Bagge, Maucher und Becker 
teilnahmen, beschloß die Majorität der Stimmführer über Antrag des 
Herrn Dr. v. Sonnleithner: es sei die Ausführung des dahin zielenden 
§27 der Gesellschaftsstatuten der künftigen Direktion zu empfehlen.» 

Es ist für die altüberkommene Auffassung über die Tragweite und 
Interpretierung solcher Beschlüsse bezeichnend, daß L. A. Zellner ^), 
einer der eingefleischtesten Gegner des Dilettantismus, in seinen « Blättern 
für Musik, Theater und Kunst» in der Nummer vom 23. November 
1858 (S. 200) in einem Berichte über diese Generalversammlung 
schreiben zu können glaubte: «Der von einem Mitgliede gemachte Vor- 
schlag, die Gesellschaft der Musikfreunde solle gleich dem Singverein 
auch einen Dilettantenverein für Orchestermusik ins Leben rufen, fand 
seine verdiente Ablehnung.» 

Aber diesmal arbeitete die Direktion — entgegen ihrer früheren 
Gepflogenheit bei solchen Dingen — rasch ; schon am 3o. November 
d. J. legte Dr. Bauer über Aufforderung des Präses- Stellvertreters 



') Leopold Alexander Z e 1 1 n e r, geb. am 23. September i823 zu Agram als Sohn des dortigen 
Domorganisten, erhielt musikalischen Unterricht von seinem Vater und wurde i838 Organist 
an der Katharinenkirche. Nachdem Zellner hierauf lo Jahre beim K. K. Verpflegsamte gedient 
hatte, wurde er 1849 Musikreferent der cOstdeutschen Post» in Wien, gründete 1855 die 
cBlätter für Musik, Theater und Kunst», deren Redaktion 1869 an L. Oppenheim überging, 
und 1859 die cHistorischen Konzerte». Er trat auch selbst, und zwar als Harmoniumspicicr, 
wiederholt öffentlich auf, verfaßte eine Schule für Harmonium, komponierte Messen, Orgel- 
stücke, Lieder etc. und gab viele ältere Werke neu heraus. 

Zellner, der der Gesellschaft der Musikfreunde seit dem Jahre 1854 ^^^ Mitglied angehörte, 
war von Oktober 1868 bis 1871 Professor für Harmonielehre am Konservatorium, wo er seit 
1874 auch Vorträge über Akustik und Orgelbau hielt, und von Jänner 1869 bis September 1892 
Generalsekretär und Kanzleidirektor der Gesellschaft; er wurde dann wegen Krankheit über 
sein Ersuchen pensioniert und starb am 24. November 1894. 

Anläßlich der Schlußsteinlegung des neuen Musikvereinsgebäudes am 5. Jänner 1870 
erhielt Zellner das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone, 1880 auch das Ritterkreuz des 
Franz Josef- Ordens. Auch besaß er die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft und 
war seit 1893 Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde. 

Ein großes Verdienst hat sioh Zellner durch die Anregung zu einer internationalen 
Stimmton-Konferenz erworben, die denn auch über Einladung der Österreichischen Re- 
gierung in den Tagen vom 16. — 19. November 1885 in Wien zusammentrat und die Höhe des 
Normal-^' mit 435 ganzen Schwingungen in der Sekunde festsetzte. Aus diesem Anlasse ist 
Zellner durch die Verleihung des Regierungsratstitels ausgezeichnet worden. 



76 



Diskrepanzen 

zwischen 
Gesellschafts-, 
Orchester- und 
Singvereins- 
Statuten 



Riedl V. Riedenau einen Entwurf über die Einrichtung eines Orchester- 
vereines vor, am 23. Dezember wurde von der Direktion «in Angelegen- 
heit des von Herrn Maraczek beantragten Orchester Vereines beschlos- 
sen, die Gesellschaftsmitglieder zur Erklärung zum Beitritte bis 20. Jänner 
1859 durch Kundmachung einzuladen > '), und in den Sitzungen vom 
15. und 26. Februar 1859 wurden die «Bestimmungen> des Orchester- 
vereines — der Ausdruck « Statuten > wurde ebenso wie beim Singvereine 
mit Absicht vermieden — von der Direktion beraten und beschlossen. 

In diesen «Bestimmungen» wurden nun aber die Mitglieder des 
Orchestervereines gegenüber denen des Singvereines nicht unwesentlich 
bevorteilt. Der § 2 bestimmte nämlich: «Jene Herren, welche nicht 
schon Mitglieder der Gesellschaft sind, werden durch den Beitritt zum 
Orchester vereine ausübende Mitglieder der Gesellschaft (§35, Gesell- 
schaftsstatuten), haben als solche einen jährlichen Beitrag von 3 fl. 
15 kr. ö. W. zu entrichten, erlangen aber auch die Rechte der übrigen 
Gesellschaftsmitglieder. > 

Beim Orchestervereine zog hiernach die Mitgliedschaft jene bei der 
Gesellschaft nach sich, was beim Singvereine nicht der Fall war. Wenn 
man nun bedenkt, daß die Mitglieder des Singvereines zur Mitwirkung 
in den Gesellschaftskonzerten verpflichtet waren, jene des Orchester- 
vereines aber nicht, so wird man es begreiflich finden, daß diese Be- 
vorzugung des Orchestervereines im Singvereine doppelt unangenehm 
empfunden wurde. 

Merkwürdig ist es indessen, daß sich die sonst bei organisatorischen 
Neuerungen doch so vorsichtige, um nicht zu sagen ängstliche Direktion 
nicht von vorneherein dessen bewußt war, daß sie sich durch die Ein- 
räumung der Rechte ausübender Gesellschaftsmitglieder an die auf 
Grund jener « Bestimmungen > vom Orchester vereine mit einem Jahres- 
beiträge von 3 fl. 15 kr. ö. W. aufgenommenen Mitglieder zu dem von 



') Die € Rezensionen für Theater und Musik» knüpften im Jännerhefte 1859 an diese 
am 3. Jänner in der c Wiener Zeitung» und durch Plakate verlautbarte Kundmachung die 
Glosse: «Bemerkenswert ist es, daß diese Maßregel jetzt publiziert worden, nachdem ver- 
lautet hatte, daß eine Anzahl Dilettanten sich aus freiem Antriebe unter der Leitung des Herrn 
V. Suppe zu ähnlichen Übungen zusammenfinden will.» Es war dies der Orchesterverein 
cEuterpe», der schon am 27. Jänner 1859 ^ci den «Drei Engeln» auf der Wieden seinen ersten 
Versuch wagte; der Orchesterverein der Gesellschaft der Musikfreunde gab seinen ersten 
außerordentlichen «Orchester- Vereins -Abend» am 3i. Oktober 1859 unter Leitung Prof. 
Ilcißlers. 



77 

ihr obendrein noch ausdrücklich angerufenen § 35 sowie nicht minder 
zu § 4 der Geseilschaftsstatuten in Widerspruch setzte. 

Nach § 4 der Gesellschaftsstatuten vom Jahre 1851 gab es näm- 
lich in der Gesellschaft nur mehr ordentliche Mitglieder mit einem 
Jahresbeiträge von mindestens 5 fl. C. M. und Ehrenmitglieder, und der 
§35 wahrte nur den noch von früher her in der Gesellschaft vor- 
handenen ausübenden Mitgliedern das Recht, gegen Entrichtung ihres 
bisherigen statutarischen ' Beitrages von 3 fl* C. M. in der Gesellschaft 
zu verbleiben. Die Aufnahme neuer ausübender Mitglieder mit einem 
Jahresbeiträge von 3 fl. 15 k. ö. W. (3 fl. C. M.) via Orchesterverein 
war also direkt statutenwidrig. 

Als die Direktion der außerordentlichen Generalversammlung vom 
29. September 1859 die Konstituierung des Orchestervereines anzeigte, 
legte sie denn auch, wie die «Rezensionen und Mitteilungen über 
Theater und Musik» vom 5. Oktober 1859 (S. 638) berichten, «das 
reumütige Bekenntnis ab, daß sie bei Gewährung des § 2 der Statuten 
des Orchestervereines ihren Wirkungskreis überschritten habe>. 

Aber schon früher, am 6. April 1859, also alsbald nach der Er- Anbahnung 
lassung der Orchestervereins- «Bestimmungen», hatte Dr. Bauer der 5"^^^""^ 
Direktion — wie es in dem Sitzungsprotokolle heißt — «einen Ent- 
wurf von neuen, s(o) g(enannten) Statuten des Singvereines > überreicht, ' 
wonach in § 2 auch für die Mitglieder des Singvereines die Eigen- 
schaft als ausübende Mitglieder der Gesellschaft in Anspruch genommen 
wurde. Zugleich hatte Dr. Bauer beantragt, auch die Statuten der 
Gesellschaft — nanxentlich in § 4 — durch die Wiedereinführung der 
Kategorie ausübender Mitglieder zu ändern, um eben die Mitglieder 
der Zweigvereine ohne Widerspruch zu den Gesellschaftsstatuten als 
ausübende Mitglieder der Gesellschaft anerkennen zu können. 

Und nun begann wiederum das alte Spiel. Zunächst wurde 
Dr. Bauers Antrag «Herrn Kanzleidirektor Dr. Schön ') ad referendum» 
zugewiesen. 



^) Dr. Eduard Schön, geb. am 23. Jänner 1825 zu Engelsberg in Schlesien als Sohn des 
Webermeisters Anton Schön, bezog 1835 das Gymnasium zu Olmütz und studierte dann die 
Rechte an der Universität in Wien, wo er 1850 zum Doktor promoviert wurde. Noch in dem- 
selben Jahre trat Schön als Beamter in den Dienst der K. K. Hof kammer-Prokuratur, wo er im 
Departement für das Öffentliche Kreditwesen zu juridischen Arbeiten verwendet wurde. Im 
Jahre 1855 wurde er provisorisch und 1856 definitiv Generalsekretär der damals neu errichteten 
Wiener Börsenkammer. 1869 wurde er zum Sektionsrate im Finanzministerium befördert und 



78 

Referat Schöns Mit anerkennenswerter Raschheit referierte Dr. Schön hierüber 

bereits in der Sitzung vom 29. April. In seinem schriftlich nieder- 
gelegten, vom 12. Apfil 1859 datierten Referate heißt es: 

Ich stimme für die Einräumung des erwähnten Rechtes an die Herren Mit- 
glieder des Singvereines und daher für die entsprechende Antragstellung in der 
Generalversammlung aus folgenden Gründen. 

Es wäre nicht billig, ein Recht, welches man sub spe rati den Mitgliedern 
des Orchestervereines gewährt hat, den Mitgliedern de$ Singvereines vorzuenthalten. 
Der Singverein hat im verflossenen Jahre fast in jedem Konzerte der Gesellschaft 
mitgewirkt; seine Mitglieder sind daher in der Tat ausübende Glieder der Gesell- 
schaft gewesen. Dieses Verhältnis wird auch kein bloä vorübergehendes sein, da 
bei den gegenwärtigen Ansprüchen die Gesellschaft der Musikfreunde der Mitwir- 
kung tüchtiger Chorkräfte nicht mehr entraten kann und es anständig und — von 
ökonomischen Ausschreitungen des Singvereines abgesehen — auch vorteilhaft für 
die Gesellschaft ist, diese Kräfte in ihrem eigenen Bereiche zu besitzen. Der Sing- 
verein hat während der kurzen Zeit seines Bestandes Erfolge aufzuweisen, welche 
der Gesellschaft der Musikfreunde nur zur Ehre gereichen; es scheint mir nicht 
unzweckmäßig, sein verdienstliches Wirken in der beantragten Weise anzuerkennen, 



mit der Leitung des Kredit -Departements sowie mit den Funktionen des Kaiserlichen Bank- 
kommissärs und des Landesfürstlichen Börsenkommissärs betraut. 1872 Ministerialrat und 
Mitglied der Donau-Regulierungskommission. Seit 1866 war er auch Verwaltungsrat und seit 
1873 Präsident der Wiener Handelsakademie. Schön wurde 1867 durch den Franz Josef-Orden 
und 1874 durch den Leopoldsorden ausgezeichnet und erhielt bei seiner krankheitshalber 
erbetenen Pensionierung im Februar 1879 den Titel und Charakter eines Sektionschefs. Er 
starb am 27. Mai 1879 in Deutsch-Jaßnitz in Mähren, wo er bei Verwandten weilte. Schön war 
auch fach wissenschaftlich tätig und hat mehrere Werke und Aufsätze, besonders Ober Börsen- 
wesen, geschrieben. 

In OlmUtz hatte sich im anregenden Verkehr mit einer musikalischen Umgebung früh- 
zeitig Schöns musikalisches und poetisches Talent entwickelt. Obwohl in der Theorie der 
Musik Autodidakt, komponierte Schön unter dem Pseudonym E, S. Engelsberg fast in allen 
musikalischen Fächern, mit besonderer Vorliebe aber Männerchöre heiteren Stiles. Diese, 
zunächst für den Wiener Akademischen Gesangverein und später auch für den Wiener Män- 
nergesangverein geschrieben, haben allenthalben großen Erfolg gehabt; allein der Wiener 
Männergesangverein hat von 1860— 1893 nicht weniger als 211 Aufführungen 49 Engelsbergscher 
Chöre zu verzeichnen. 

Engelsberg (Schön) war Ehrenmitglied von 23 Gesangvereinen, darunter seit 1868 auch 
des Wiener Männergesangvereines; auch war er Ehrenbürger seiner Vaterstadt Engelsberg, 
die ihm 188 1 ein Denkmal errichtete. 

Seit dem Jahre 1846 war Schön innig mit Eduard Hanslick befreundet, der ihm seine 
«Geschichte des Konzertwesens in Wien» widmete. In den Jahren 1850— 1853, wo Hanslick 
nach Laibach versetzt war, hat an dessen Stelle Schön das musikalische Referat in der 
«Wiener Zeitung» besorgt. 

Schön war seit dem Jahre 1856 Mitglied der Gesellschaft der Musikfreunde und von 
November 1857 bis März 1867 Direktionsmitglied. 



79 

welche den Verein kräftigen und mit der Gesellschaft lebendiger verbinden würde. 
Der Eintritt der Mitglieder des Singvereines (sowie des Orchestervereines) in die 
Generalversammlung kann, wenn die Sache richtig aufgefaßt wird, für das Inter- 
esse der Gesellschaft nur von Nutzen sein, denn die Organisation beider Abtei- 
lungen bietet die beste Gelegenheit, ihren Mitgliedern Tatsächliches zur Kenntnis 
zu bringen sowie Absichten zu erläutern und so die Zahl der Unterrichteten und 
Wohlmeinenden im Schöße der Generalversammlung auf die natürlichste Art zii 
verstärken. Hierbei wird jedoch vorausgesetzt, daß der Wirkungskreis des Sing- 
vereines gegenüber der Gesellschaftsdirektion, namentlich in ökonomischen Dingen, 
die so notwendige scharfe Begrenzung erhalte, und daß bei allen Fragen, die sich 
nicht im voraus durch Statuten so genau regeln lassen, jenes Mitglied der Gesell- 
schaftsdirektion, welches im Ausschusse des Singvereines sitzt, seine Stellung klug 
und kräftig festhalte. Beide Punkte scheinen mir nicht so schwierig, um nicht die 
vollständige Erfüllung in Zukunft erwarten zu können. 

Dagegen scheint mir die Textierung des zweiten Absatzes des vom Sing- 
vereine vorgeschlagenen § 2 einer Abänderung zu bedürfen, und zwar im Sinne 
des § 2 der Statuten des Orchestervereines. Denn in keinem Falle geht vom 
Ausschusse des Singvereines die Aufnahme zu ausübenden Mitgliedern der Gesell- 
schaft aus^). 

Zu § 6 der gegenwärtigen Statuten wird vorgeschlagen, daß jenes Direktions- 
mitglied der Gesellschaft, welches sich im Ausschusse des Singvereines befindet, 
den Titel «Vorstand des Singvereines» führen solle. Allerdings klingt dieser Titel 
kürzer und voller, allein er wird nach meiner Ansicht aus dem Grunde nicht ge- 
wählt werden können, weil er unmöglich ist; denn Vorstand des Singvereines ist 
die Direktion der Gesellschaft und wird es bleiben, so lange der Singverein eine 
Abteilung der Gesellschaft bildet. 

In der Verhandlung über dieses Referat in der Direktionssitzung Vertagung 
am 29. April hob Dr. Drexler hervor, «daß die gestellten Anträge 
auch eine Abänderung der Statuten der Gesellschaft der Musikfreunde 
in sich schließen und daher einer einzuberufenden Generalversammlung 
zur Genehmigung vorgelegt werden müßten. In Anbetracht der ein- 
getretenen Zeitverhältnisse ^) scheine es jedoch durchaus nicht ange- 
messen, dermalen wegen einer nichtsweniger als dringenden Angelegenheit 
eine Generalversammlung abzuhalten. Nachdem sich in ähnlichem 



') Diese Bemerkung ist an sich ganz richtig; denn wenn die Mitglieder des Singvereines 
zugleich ausübende Mitglieder der Gesellschaft der Musikfreunde sein sollen, so müssen sie 
als solche von der Gesellschaftsdirektion zumindest bestätigt werden. Dagegen erscheint die 
Berufung auf § 2 der Orchestervereinsstatuten unverständlich. Die vom Singvereine durch 
Dr. Bauer beantragte neue Fassung des § 2 der Singvereinsstatuten war nämlich — mutatis 
mutandis — dieselbe wie die des § 2 der von der Direktion unter dem 26. Februar 1859 ^^'' 
lassenen Orchestervereinsstatuten (s. S. 76). 

^) Vgl. S. 72, Anmerkung 3. 



8o 

Sinne auch Herr Dr. v. Sonnleithner, Baron Helfert, Dr. Egger und 
Manussi ausgesprochen hatten, wurde von allen Anwesenden mit 
alleiniger Ausnahme Herrn Dr. Bauers') beschlossen, die nächste General- 
versammlung erst im November 1859 einzuberufen. Mit Rücksicht 
auf den entgegenstehenden, im Generalversammlungsprotokolle vom 
18. November 1858 ausgedrückten Wunsch 2) soll der obige Beschluß 
mittels einer Notiz in der ,K. K. Wiener Zeitung^ veröffentlicht, das 
obige Referat aber einer eingehenden Beratung in einer eigens zu 
diesem Zwecke anzuberaumenden Direktionssitzung unterzogen werden». 
Es wird In der Direktionssitzung vom 14. Mai wurde die Beratung über 

das Referat Dr. Schöns über Dr. Bauers Anträge fortgesetzt. cVor 
Eröffnung der Debatte gibt der Herr Vorsitzende» (Baron Helfert) «be- 
kannt, daß der Singverein dermalen 182 Mitglieder zählt, womnter 
59 Damen und i23 Herren, von welchen 8 bereits Mitglieder der 
Gesellschaft der Musikfreunde sind; Rest 115. Bei der Abstimmung 
über den § 2 der Singvereinsstatuten ergeben sich für Annahme des 
Referatsantrages 4 und für Ablehnung desselben ebenfalls 4 Stimmen, 
unter den letzteren die des Herrn Vorsitzenden. Sonach wäre der 
Antrag infolge § 32 der Gesellschaftsstatuten als abgelehnt zu betrach- 



') Ignaz Paul war in dieser Sitzung nicht anwesend, erklärte aber in seinem uns bereits 
von früher her bekannten Schreiben vom 6. Mai 1859 (s.S. 71), er ergreife die Gelegenheit, 
«den von Herrn Dr. Bauer gestellten Antrag, betreffend die Ernennung der Mitglieder des 
Singvereines zu Gesellschaftsmitgliedern, auf das wärmste zu unterstützen >, weil er «die Aus- 
führung dieses Antrages für die musikalischen Zwecke der Gesellschaft für vorteilhaft, die 
Ablehnung desselben aber für zweckwidrig, nachteilig und auch für unbillig und ungerecht 
ansehen würde >. 

^) Diese Fassung ist nicht ganz genau, denn sie erweckt den Eindruck, als ob im April 
1859 ^^^ ^bcr besonderen Wunsch der Generalversammlung vom 18. November 1858 — also 
ausnahmsweise — eine Generalversammlung hätte abgehalten werden sollen. In Wirklichkeit 
aber hatte nach § i3 der Gesellschaftsstatuten alljährlich in den Monaten November und April 
eine «allgemeine Versammlung» (Generalversammlung) stattzufinden. Der « Wunsch > der 
Generalversammlung vom 18. November 1858 — der überdies auch kein «Wunsch» war, son- 
dern vielmehr ein «Beschluß» — war nur dahin gegangen, daß ein von ihr eingesetztes Komitee 
über eine bestimmte Angelegenheit (eine Art Integralerneuerung der Direktion) im Einver- 
nehmen mit der Direktion «der nächsten, im April 1859 abzuhaltenden Generalversammlung 
Bericht zu erstatten habe». 

Der Beschluß der Direktion, die nächste Generalversammlung erst im November 1859 
einzuberufen, wurde übrigens in der nächsten Direktionssitzung dahin interpretiert, «daß die 
Abhaltung der nächsten Generalversammlung nicht schlechtweg auf den November 1859, son- 
dern nur auf einen geeigneteren als den jetzigen Zeitpunkt verschoben werden wollte». Und 
am 3. August wurde über Antrag Dr. Bauers beschlossen, diese Generalversammlung auf Ende 
September einzuberufen. 



8i 

ten. Wegen Wichtigkeit des Gegenstandes aber, der im Grunde auf 
eine gänzliche Umgestaltung der Gesellschaft der Musikfreunde hinaus- 
geht, wird über Antrag des Herrn Vorsitzenden beschlossen, diese Ab- 
stimmung nicht als eine definitive zu betrachten, sondern die Debatte 
in der nächsten, hoffentlich vollzählig besuchten Direktionssitzung wieder 
aufzunehmen.» 

Aber erst in der Sitzung vom 5. September wurde in die Verhand- 
lung über diesen Gegenstand wieder eingetreten. «Nachdem der 
Kernpunkt des fraglichen Antrages, der Vorschlag nämlich, daß die 
Mitglieder des Singvereines als solche als ausübende Mitglieder der 
Gesellschaft anzusehen und sonach die männlichen Mitglieder des Sing- 
vereines unter anderem auch berechtigt sein sollen, in der Generalver- 
sammlung als stimmberechtigte Teilnehmer zu erscheinen, einer ein- 
dringlichen Erörterung unterzogen worden, wird der Beschluß gefaßt: 
daß die Direktion der Gesellschaft einen hierauf abzielenden Antrag 
zum Zwecke der Modifikation der Gesellschaftsstatuten bei der General- 
versammlung nicht stellen könne. Nur das Direktionsmitglied Herr 
Krall spricht sich für den Antrag des Herrn Dr. Bauer und für die 
versuchsweise Einführung der beantragten Neuerung aus.» 

In der Sitzung vom 21. September wurde vom «Herrn Präses- 
Stellvertreter eröffnet, daß ein Mitglied der Direktion es unternommen 
habe, entgegen dem in der vorletzten Sitzung» (vom 5. September) 
«gefaßten Beschlüsse, außerhalb der Direktion für die Durchsetzung des 
Antrages, daß die männlichen Mitglieder des Singvereines in der Ge- 
neralversammlung stimmberechtigt sein sollen, zu wirken. Das Prä- 
sidium der Gesellschaft behalte sich vor, im Falle ein hierauf abzielen- 
der Antrag von dem erwähnten Direktionsmitgliede eingebracht werden 
sollte, die weitere Beratung und Schlußfassung der Direktion hierüber 
zu veranlassen». 

Tags darauf brachte Dr. Bauer seine Anträge nochmals schriftlich 
ein, mit dem ausdrücklichen Ersuchen, «sie der bevorstehenden Ge- 
neralversammlung am 29. d. M. vorzulegen». 

In der Generalversammlung vom 29. September berichtete die Ceoerai- 
Direktion wie folgt über die Konstituierung der beiden Zweigvereine: dw'cwdischfft 

der Musikfreunde 

Die Direktion unterzieht in Absicht auf die Konstituierung des Orchester- 29. September 
und des Singvereines der Gesellschaft der Musikfreunde die inliegenden Bestim- ^ ^^ 

mungen über die Wirksamkeit dieser beiden Abteilungen der Gesellschaft der Ge- 
nehmigung der Generalversammlung. 



82 

Hinsichtlich der Bestimmungen, welche den Orchesterverein betreffen, ist 
jedoch zu bemerken, daß das Zugeständnis von Rechten ausübender Mitglieder der 
Gesellschaft an die Teilnehmer dieses Vereines eine Abänderung der Statuten der 
Gesellschaft bedingen würde, daher die Direktion beschlossen hat, die einstweilige 
Suspendierung der definitiven Verleihung dieser Rechte an die Teilnehmer des 
Orchestervereines zu beantragen und damit die Notwendigkeit zu vermeiden, wegen 
teilweiser Änderung der erst vor kurzer Zeit hohen Ortes genehmigten Statuten 
einzuschreiten, indem vielmehr nur eine auf Grund der gesammelten Erfahrungen 
in Angriff zu nehmende Totalrevision der Statuten den Anlaß bieten soll, wie 
manche andere Anträge so auch jene Bestimmung des Orchestervereines der ge- 
bührenden Würdigung in ihrem natürlichen Zusammenhange mit den übrigen 
Grundsätzen zu unterziehen'). 

Aus demselben Grunde hat auch die Direktion einen bei ihr eingebrachten 
Antrag, dahin lautend, daß auch in der Bestimmung des Singvereines eine ähn- 
liche Berechtigung der Teilnehmer zur Ausübung der Mitgliedschaftsrechte der 
Gesellschaft ausgesprochen werde, bei der Generalversammlung nicht zu stellen 
beschlossen. 

Die Generalversammlung nahm diesen Bericht zur Kenntnis, über- 
wies aber doch Dr. Bauers Antrag «auf Abänderung der Gesellschafts- 
statuten in den Bestimmungen der §§4, 5, 6 und 18 zu dem Zwecke, 
um den Mitgliedern des Singvereines und des Orchestervereines der 
Gesellschaft der Musikfreunde als solchen die Rechte ordentlicher Mit- 
glieder dieser Gesellschaft zu übertragen», der Direktion czur Begut- 
achtung und Berichterstattung in der nächsten allgemeinen Ver- 
sammlung». 
Kompromiß Und uuu kam es zu einem merkwürdigen Kompromiß. In der 

bald darauf, am 18. Oktober 1859 abgehaltenen Generalversammlung 
des Sing verein es setzte Dr. Bauer die Sachlage auseinander, worauf 
die Versammlung einstimmig beschloß, ces sei an die Gesellschafts- 
direktion der Antrag zu stellen : Die Mitglieder der Gesellschaft können 
dem Sing- und Orchestervereine ohne Leistung eines weiteren Bei- 
trages beitreten und genießen dann nebst den Gesellschaftsrechten noch 



^) Das heißt also — zwei Worte anstatt vieler gesetzt — so viel wie pater peccavi und 
war im Grunde genommen eine Polemik der Direktion mit sich selbst inkognito. Denn wer 
nicht ganz genau unterrichtet war, konnte doch nimmermehr — und wenn er den folgenden 
Satz vernahm, schon gar nicht — auf den Gedanken kommen, daß die Direktion selbst es war, 
die den Mitgliedern des Orchestervereines jenes Recht zugestanden hatte, dessen Suspendierung 
sie nunmehr beantragte. Jedenfalls hätte die Direktion das billiger haben können. So wie sie 
jene c Bestimmungen» erlassen hatte, hätte sie sie auch ändern und die geänderten Bestimmun- 
gen der Generalversammlung zur Genehmigung unterbreiten können. 



83 

als ausübende Mitglieder die besonderen Rechte der Mitglieder des 
Sing- oder Orchestervereines >. 

Dadurch war die ursprüngliche Forderung umgestülpt worden; 
denn aus der Konzession der Gesellschaft an die Zweigvereinsmitglieder 
wurde nunmehr eine Konzession der Zweigvereine an die Gesellschafts- 
mitglieder. 

Trotzdem wurde in der Direktionssitzung vom 2 1 . Oktober noch- 
mals über den ihr von der Generalversammlung zugewiesenen Antrag 
Dr. Bauers verhandelt, jedoch beschlossen, «daß die Direktion der 
Generalversammlung die Genehmigung dieses Antrages nicht empfehlen 
könne, umsomehr, als die schwebende Frage durch eine von der 
Direktion als richtig anerkannte Auslegung des § 27 der Gesellschafts- 
statuten ^) gelöst werden könne, wonach es den Mitgliedern der Ge- 
sellschaft freisteht, an dem Sing- und Orchestervereine ohne weitere 
Zahlung teilzunehmen >. 

In der Sitzung vom 10. November wurde hierauf über Anregung 
Dr. Drexlers noch beschlossen: «daß es den Mitgliedern des Sing- 
und Orchestervereines, welche durch Aufzahlung auf ihre in dieser 
Eigenschaft geleisteten Beiträge Mitglieder der Gesellschaft werden 
wollen, dies zu tun nur bis Oktober jeden Jahres freistehe, vorausge- 
setzt, daß es nicht Mitglieder sind, welche schon jetzt einem jener Ver- 
eine angehören, und welche diese Aufzahlung noch das ganze Jahr 
hindurch leisten können^)». 

In der Generalversammlung der Gesellschaft vom 17. November 
1859 erstattete nun die Direktion über den Antrag Dr. Bauers folgen- 
den Bericht: 

Der von der letzten Generalversammlung der Direktion zur Berichterstattung 11. Referat Schöns 
an diese Generalversammlung zugewiesene Antrag des Herrn Dr. Bauer geht 
dahin: 

1. Der § 4 der gegenwärtigen Gesellschaftsstatuten soll den Zusatz erhalten: 
«Die ordentlichen Mitglieder sind teils beitragende (unterstützende), teils aus- 
übende und genieäen ganz gleiche Rechte. > 

2. Der § 6 dieser Statuten soll den Zusatz erhalten: 



') Dessen Wortlaut s. S. 35. 

^) Diese etwas unklar ausgedrückte Bestimmung ist offenbar dahin zu verstehen, daß 
diejenigen, die damals schon Mitglieder eines der Zweigvereine waren, rücksichtlich ihres Bei- 
trittes zur Gesellschaft an keinen Termin gebunden waren, wogegen die neu eintretenden 
Zweigvereinsmitglieder nur bis Oktober eines jeden Jahres als Gesellschaftsmitglieder aufge- 
nommen werden sollten. 

6* 



84 

cDer Jahresbeitrag für die ausübenden Mitglieder des Sing- und Orchester- 
vereines, welche mit den ordentlichen Mitgliedern gleiche Rechte genießen, wird 
auf 3 fl. C. M. oder 3 fl. 15 kr. O. W. festgesetzt.» 

3. Der § 2g der Statuten der Gesellschaft soll folgende neue Fassung er- 
halten : 

«Die Organisierung des Konservatoriums als der Schule bleibt der Direktion 
vorbehalten. Die Organisierung des Sing- und Orchestervereines wird auf Grund 
der mit den Mitgliedern desselben getroffenen Vereinbarung geregelt').» 

Nach Ansicht der gegenwärtigen Direktion eignen sich die ersten zwei 
Punkte des Antrages nicht dazu, um der geehrten Generalversammlung zur Ge- 
nehmigung in Absicht auf eine Abänderung der Gesellschaftsstatuten empfohlen 
zu werden. 

Beide Zweigvereine der Gesellschaft bestehen noch zu kurze Zeit, um ihre 
selbsteigene innere Lebenskraft unzweifelhaft erprobt und jene Erfahrungen ge- 
macht zu haben, welche eine Abänderung der vor wenigen Jahren erst sanktionierten 
Statuten der Gesellschaft rechtfertigten. 

Wie die Zustände beider Abteilungen gegenwärtig beschaffen sind, so ist die 
Möglichkeit vorhanden, daß diese jungen Institute sich so kräftig und erfolgreich 
entwickeln, daß sie zu noch weiter gehenden Anträgen, als jene des Herrn 
Dr. Bauer sind, gerechten Anlaß bieten; es ist aber auch die Möglichkeit nicht 
ausgeschlossen, daß sie durch die Ungunst zufälliger Umstände so sinken, daß 
der Grund entfällt, auf dem die Anträge des Herrn Dr. Bauer ruhen. Diese 
Anträge kommen daher zu früh. Überdies erscheinen sie bedenklich, da zum 
Zwecke ihrer Ausführung der Organismus der Gesellschaft gänzlich umgestaltet 
werden müßte. 

Beide Vereine sind Sprößlinge, Abzweigungen der seit Jahrzehnten bestehen- 
den Gesellschaft der Musikfreunde. Diese Gesellschaft hat ihre Geschichte, 
ein eigenes nicht unbeträchtliches Vermögen, einen ihr eigentümlichen Schatz von 
Kunstmitteln, ihre besonderen, altbewährten und einflußreichen Mitglieder. Die 
Gesellschaft als solche ist vom Gesetze als Verein anerkannt und erfreut sich des 
Schutzes und der Unterstützung des Allerhöchsten Kaiserhauses, der hohen Staats- 
verwaltung, der Kommune und anderer Gönner, und zwar mit Rücksicht auf Zwecke 



') Dr. Schön, dessen vom 9. Oktober 1859 datiertes Referat diesem Bericht zugrunde 
lag, hatte hier nachstehende Stelle folgen lassen, um die Änderung seiner Ansicht vom 
12. April d. J. zu motivieren: 

«Die Anträge des Herrn Dr. Bauer beziehen sich in ihrer gegenwärtigen Fassung auf 
beide Abteilungen der Gesellschaft: den Singverein und den Orchesterverein. Da die Direktion 
jüngsthin von ihrem Standpunkte beschlossen hat, das dem Orchesterverein in Aussicht ge- 
stellte Zugeständnis: daß seine Mitglieder die Rechte ausübender Mitglieder der Gesellschaft 
genießen, nicht aufrecht halten zu wollen, so liegt gegenwärtig jenes Präjudiz nicht mehr vor, 
das nach meiner Ansicht nicht gestattet hätte, den Singverein als den größeren und wirk- 
sameren Zweigverein ungünstiger zu behandeln als den Orchesterverein. Die durch Herrn 
Dr. Bauer angeregte Frage läßt sich sonach als eine offene betrachten.» 

In dem der Generalversammlung vorgetragenen Berichte war diese Stelle gestrichen. 



85 

und Leistungen, welche in dem Kreise beider Vereine nicht aufgehen. Hingegen 
sind beide Zweigvereine kaum entstanden, können ohne die Mittel der Gesellschaft 
ihre Existenz nicht behaupten und müssen nach außen von der Direktion der Ge- 
sellschaft vertreten werden, da sie nach dem Gesetze nicht als selbständige Vereine, 
sondern nur als Abteilungen der Gesellschaft gelten können. 

Es wäre sehr ungerecht, nicht anzuerkennen, daß vorläufig wenigstens der 
Singverein der Gesellschaft bei ihren Konzerten eine wesentliche Unterstützung 
gewährt habe. Allein es wird sich kaum behaupten lassen, daß diese Unterstützung 
der Zweck gewesen sei, welcher die Mehrzahl der Mitglieder des Singvereines 
zum Eintritt in diesen Verein bestimmt habe. Zunächst war der Bestimmungsgrund 
zu diesem Eintritte für die meisten Mitglieder gewiß nur die eigene Freude an 
regelmäßigen musikalischen Übungen und Produktionen, und man kann ohne Un- 
gerechtigkeit sagen, daß die sonstigen Zwecke der Gesellschaft der Musikfreunde 
der Mehrzahl der Mitglieder beider Abteilungen ziemlich ferne liegen. 

Diese Erwägungen zeigen nun eine eigentümliche Gefahr. Es ist eine ab- 
solute Forderung, daß die Mitglieder jeder gesellschaftlichen Direktion nur aus dem 
Willen der Mehrheit der Mitglieder der Gesellschaft hervorgehen und dieser 
Majorität verantwortlich sein sollen. Jede Direktion soll ferner alle Zweige der 
gesellschaftlichen Einrichtungen und Tätigkeit sorgfältig überwachen und pflegen 
und die Mittel der Gesellschaft jedem Zweige der Gesellschaft nur nach Maß des 
wirklichen Bedarfes und der verhältnismäßigen Wichtigkeit zufließen lassen. Wie 
sollten nun diese Voraussetzungen bei der Gesellschaft der Musikfreunde ein- 
treten, wenn eine Abteilung der Gesellschaft als geschlossene Körperschaft mit 
einer durch das natürliche Band des Vereines gefestigten absoluten Stimmenmehr- 
heit in der Generalversammlung erscheinen, Anträge erstatten, abstimmen und, wie 
natürlich, hierbei das Interesse oder die Vorliebe des Vereines in den Vordergrund 
stellen würde ^), während die übrigen, wenn auch an Zahl überlegenen, aber in- 
dividuell zersplitterten oder durch Zufall nicht vollzählig erscheinenden Mitglieder 
der Gesellschaft als solchen der Gefahr der Majorisierung fortwährend ausgesetzt 
wären! Unter diesen Umständen ließe sich kaum hoffen, daß selbständige und ein- 
flußreiche Mitglieder der Gesellschaft der Musikfreunde würden fortan angehören 
wollen, und daß die Gesellschaft nicht an den sich selbst bereiteten Hindernissen 
scheitern würde. 

Die Direktion einigte sich in der Ansicht, daß allen billigen Ansprüchen 
der Mitglieder des Sing- und Orchestervereines genügt werden könnte, wenn am 
Schlüsse des § 2 der Singvereinsstatuten und zu dem im Sinne der Gesellschafts- 
statuten richtiggestellten § 2 der Statuten des Orchestervereines folgender Zusatz 
gemacht würde: 



^) In dem unter dem 12. April d. J. erstatteten Referate hatte Dr. Schön in dem Ein- 
tritte der Zweigvereinsmitglieder in die Generalversammlung gerade ihrer Organisation wegen 
einen Vorteil für die Gesellschaft ersehen (vgl. S. 79, Zeile 2 von oben: cDer Eintritt der 
Mitglieder des Singvereines» usw.). 



86 

«Die Mitglieder der Gesellschaft der Musikfreunde können dem Sing- (Or- 
chester-) Vereine kraft § 27 der Gesellschaftsstatuten unentgeltlich beitreten.» 

Da es nun jedem Mitgliede des Sing- und Orchestervereines, welches noch 
nicht Mitglied der Gesellschaft ist, freisteht, dies unter den statutenmäßigen Be- 
dingungen zu werden, so ergibt sich hieraus als Folge die Begünstigung: daß ein 
derartiges Mitglied, welches der Gesellschaft in doppelter Beziehung angehört, auch 
doppelte Rechte genießt: i. die eines Gesellschaftsmitgliedes, daher auch^ falls es 
sich um einen Herrn Teilnehmer des Singvereines handelt, das Recht, in der 
Generalversammlung als stimmfähiges Mitglied zu erscheinen, und 2. die Rechte 
eines Mitgliedes des Sing- (Orchester-) Vereines, daher auch das Recht des Bezuges 
einer Eintrittskarte zu den Gesellschaftskonzerten nebst jener Karte, die ihm ohne- 
dies als Gesellschaftsmitglied gebührt. 

Dieser Zusatz kann von der Direktion, respektive von der Generalversamm- 
lung für sich gemacht werden, ohne deswegen zu einer Abänderung der Statuten 
greifen zu müssen. 

Der Singverein sowie der Orchesterverein, von dieser vermittelnden Ansicht 
in Kenntnis gesetzt, erklärten sich durch die Begünstigung, welche ihnen jener 
Zusatz zu ihren Organisationsbestimmungen gewährte, für zufriedengestellt; und 
nachdem so auf dem Wege der inneren Verwaltung und innerhalb der Statuten 
der Gesellschaft diese Angelegenheit als geregelt erschien, zog der Herr Antrag- 
steller seinen Vorschlag zurück. Der Direktion obliegt daher nur noch die Pflicht, 
der geehrten Generalversammlung von diesem Vorgange Kenntnis zu geben. 

Was endlich den dritten Punkt des Antrages des Herrn Dr. Bauer an- 
belangt, so hat die Direktion nur gegen die Fassung desselben etwas zu erinnern. 
Der Zusatz sollte nämlich lauten: «Der Sing- und der Orchesterverein werden 
nach Bestimmungen geleitet, welche von der Direktion im Einverständnisse mit 
den Ausschüssen jener Vereine festgesetzt werden. Wenn ein Einverständnis nicht 
zu erzielen ist, so entscheidet die Generalversammlung.» 

Doch ist die Direktion der Ansicht, daß diese Norm bloß durch einen Be- 
schluß der Generalversammlung festgestellt werde, ohne deswegen die Schritte zu 
tun, die in Absicht auf einen förmlichen Zusatz zu den Statuten getan werden 
müßten. Jener Zusatz könnte aufgenommen werden, wenn es sich dereinst um 
eine totale Revision der Statuten handeln wird. 

Dieser Bericht der Direktion wurde von der Generalversammlung, 
wie es in dem Protokolle heißt, «ohne weitere Schlußfassung zur 
Kenntnis genommen». 

Abgetan waren aber damit die Emanzipationsbestrebungen der 
beiden Zweigvereine noch nicht. Im Gegenteile: diese Bestrebungen 
setzten jetzt erst recht mit voller Kraft ein und hatten tatsächlich 
binnen einem halben Jahre die Abänderung der Gesellschaftsstatuten 
zur Folge. 



87 

Schon am 1 3. November 1859 hatte Karl Maraczek, ausübendes Antrag MaraczqKs 
«Mitglied der Gesellschaft der Musikfreunde aus älterer Periode» und 
dermalen auch Mitglied des Sing- und des Orchestervereines, der Direktion 
schriftlich einen Antrag auf Abänderung der Gesellschaftsstatuten an 
die Generalversammlung vorgelegt, der in erster Linie auf die Wieder- 
einführung der Kategorie der ausübenden Mitglieder abzielte. Außer- 
dem aber wollte Maraczek als erbgesessener Dilettant die Bestimmung 
des § 26 der Statuten: «Die öffentlichen Produktionen werden in der 
Regel durch Musiker vom Fach ausgeführt; doch ist es der Direktion 
vorbehalten, im Einverständnisse mit dem artistischen Direktor auch 
fähige Mitglieder oder andere ausgezeichnete Kunstfreunde zur Mit- 
wirkung bei derlei Konzerten einzuladen», ersetzt wissen durch die 
Bestimmung: «Die öffentlichen Produktionen werden in der Regel 
durch die ausübenden Mitglieder der Gesellschaft der Musikfreunde, 
d. i. durch Mitwirkung des Orchester- und Singvereines ausgeführt; 
doch ist es in sich darstellenden dringenden Fällen — und dies zwar 
nur im äußersten Notfalle — der Direktion vorbehalten, im Einver- 
nehmen mit dem Konzertmeister auch andere Musiker vom Fache 
beizuziehen^)». 

In der Generalversammlung (vom 17. November 1859) änderte 
jedoch Maraczek laut Protokoll «seinen schriftlich eingebrachten An- 
trag auf Abänderung einiger Paragraphe der Gesellschaftsstatuten ab: 
in einen Antrag auf Vornahme einer Totalrevision der Gesellschafts- 
statuten». 

In dem Protokolle heißt es weiter: 

«Nach längerer Debatte erkennt die Versammlung diesen Antrag 
als einen dringlichen im Sinne des § 14 der Statuten an, zugleich als 
einen solchen, welcher eine eventuelle Abänderung der Statuten be- 
zwecke, folglich nach § 3 1 der Statuten vorerst der Direktion zur Be- 
gutachtung und Berichterstattung an die nächste allgemeine Versamm- 
lung zuzuweisen sei. Die Versammlung drückt jedoch den Wunsch 



^) In Anbetracht der finanziellen Schwierigkeiten, mit denen die Gesellschaft damals zu 
kämpfen hatte, war dieser Antrag nicht so absurd, wie es einem heute scheinen möchte. Klingt 
es doch wie ein Notschrei, wenn man in dem Protokolle der Direktionssitzung vom 6. Februar 
1860 liest: «Herr artistischer Direktor Herbeck wird einstimmig ersucht, im Interesse der 
gesellschaftlichen Finanzen alles Mögliche aufzubieten, um durch Herbeiziehung verwend- 
barer Kräfte des Konservatoriums und des Orchestervereines Ersparnisse in den Auslagen der 
nächstfolgenden Konzerte zu erzielen.» 



88 

aus, daß die Direktion bei der statutenmäßigen Behandlung dieses Ge- 
genstandes ein aus Mitgliedern der Gesellschaft, die nicht zugleich 
Direktionsmitglieder sind, gewähltes Komitee beiziehe; die Bestimmung 
der Anzahl und die Wahl dieser Komiteemitglieder bleibt nach Be- 
schluß der Versammlung der Direktion überlassen. > 

Am 24. Jänner 1860 wählte die Direktion in jenes Komitee die 
Herren Dr. v. Sonnleithner, Prof. Stubenrauch, Dr. Bauer, Mara- 
czek, Prof. Rösner und Hofkapellmeister Preyer; eventuell als Er- 
satzmänner Dr. Egger, Schulrat Becker und Ignaz Paul; Fürst Czar- 
toryski wurde ersucht, den Vorsitz in diesem Komitee zu führen. Da 
einige Herren ablehnten, bestand das Komitee nach seiner Konstituierung 
aus den Direktionsmitgliedern Fürst Czartoryski als Vorsitzenden, 
Dr. Bauer, Becker und Rösner und aus den Gesellschaftsmitgliedern 
Maraczek, Dr. v. Sonnleithner und Dr. Stubenrauch. 

Am 15. April überreichte dieses Komitee der Direktion einen Ent- 
wurf neuer Statuten, der von dieser in drei Sitzungen am i., 3. und 
10. Mai beraten und teilweise geändert wurde. 

Der geänderte Entwurf wurde einer für den 3 1 . Mai einberufenen 
außerordentlichen Generalversammlung unterbreitet, die am 4. Juni fort- 
gesetzt wurde, auch ihrerseits noch einige Änderungen vornahm, im 
übrigen aber die neuen Statuten — der Reihenfolge nach nunmehr 
die dritten seit dem Bestehen der Gesellschaft — genehmigte, worauf 
diese in der Direktionssitzung vom i3. Juni 1860 jenen Beschlüssen 
gemäß endgiltig redigiert wurden. 

Statuten Nach den neuen Statuten bestand die Gesellschaft laut § 3 zwar 

de^MusMreunde ^^cnso wic scit dem Jahre 185 1 aus ordentlichen und aus Ehren- 
1860 mitgliedern, doch wurde in § 4 bestimmt, daß die ordentlichen Mit- 

glieder entweder unterstützende, teilnehmende oder ausübende 
seien. Die unterstützenden Mitglieder hatten einen Jahresbeitrag von 
10 fl. O.W. zu entrichten, wovon 4 fi. ausschließlich zu Konservatoriums- 
zwecken verwendet werden sollten; die teilnehmenden Mitglieder 
hatten jährlich 6 fl. zu zahlen, die ausübenden Mitglieder dagegen 
nur 4 fl., hatten aber «für Gesellschaftszwecke durch Mitwirkung im 
Gesänge oder auf einem Instrumente tätig zu sein». 

Die Zusammensetzung des Orchesters wurde in § 26 dem artisti- 
schen Direktor der Gesellschaft überlassen. (Daneben gab es einen 
artistischen Direktor des Konservatoriums.) 



89 
Die von den Zweigvereinen handelnden Paragraphe lauteten: 

§ 29. Die Abhaltung gemeinschaftlicher Übungen oder Aufführungen, der Mit- 
glieder teilt sich in jene im Gesänge und in jene auf Instrumenten: in den Sing- 
und Orchesterverein. Beide sind Abteilungen der Gesellschaft und die Mitglieder 
haben die Verpflichtung, über Einladung der Gesellschaftsdirektion bei den von 
dieser zu veranstaltenden Aufführungen mitzuwirken. 

§ 3o. Die Mitglieder eines jeden dieser Zweigvereine wählen jährlich ein Mit- 
glied der Gesellschaftsdirektion zum Vorstande, dann den Dirigenten und aus ihrer 
Mitte die erforderliche Zahl von Ausschüssen; der so gegliederte Ausschuß ver- 
waltet die Angelegenheiten eines jeden dieser Zweigvereine. 

§ 3i. Es steht dem Sing- und dem Orchestervereine frei, öffentliche Auf- 
führungen auf eigene Rechnung zu veranstalten sowie von den ihnen beitretenden 
Mitgliedern eine besondere Geldleistung zu verlangen ^). 

Dem Sing- und Orchesterverein als solchem ist es jedoch ohne Zustimmung der 
Direktion nicht gestattet, sich bei anderen öffentlichen Musikaufführungen als jenen 
der Gesellschaft zu beteiligen. 

§ 32. Die Gesellschaft der Musikfreunde überläßt dem Sing- wie dem Or- 
chestervereine zu seinen Übungen unentgeltlich den Gesellschaftssaal an einem 
bestimmten Abende jeder Woche nebst Beleuchtung und Beheizung sowie die Be- 
nützung des Archivs. 

§ 33. Der Sing- und der Orchesterverein kann sich nach den hier gesteckten 
Grenzen besondere Satzungen auferlegen, hat jedoch solche der Direktion zur Be- 
stätigung vorzulegen. 

§ 34. Der Sing- und der Orchesterverein hat jährlich der Direktion über 
seine Leistungen einen Bericht zu erstatten, welcher der allgemeinen Versammlung 
vorgelegt wird. 

Die allgemeine Versammlung (Generalversammlung) hatte nunmehr 
jährlich nur einmal, und zwar im November stattzufinden; die bis- 
herige zweite Versammlung im April war in Wegfall gekommen. 

So war denn also endlich das Ziel erreicht: Die beiden Zweig- 
vereine waren der Gesellschaft nicht mehr lose angegliedert, sondern 
als integrierende Bestandteile eingegliedert, da sie nunmehr lediglich aus 
ausübenden Mitgliedern der Gesellschaft bestanden. Allerdings mußten 
diese ausübenden Mitglieder fortan einen höheren Beitrag leisten — 
4 fl. anstatt wie bisher als bloße Zweigvereinsmitglieder oder als «aus- 
übende Mitglieder älterer Periode» 3 fl. 15 kr. 



^) Dies war bisher nicht der Fall; der in den Singvereinsbestimmungen vom 8. April 
1858 festgesetzte Mitgliedsbeitrag von 3 fl. C. M. mußte vielmehr an die Gesellschaftskasse ab- 
geführt werden, und auch die «besonderen» Konzerte des Singvereines wurden auf Rechnung 
der Gesellschaft veranstaltet. 



90 

Wenn man nun bedenkt, daß nach § 6 der neuen Statuten zwar 
alle Mitglieder im allgemeinen gleiche Rechte hatten, daß aber die 
«teilnehmenden» Mitglieder mit einem Jahresbeiträge von 6 fl. zu jedem 
Konzerte eine Sitzkarte, die «ausübenden» aber, die 4 fl. bezahlten und 
außerdem noch in den Konzerten für die Gesellschaft wirkten, nur 
zwei Eintrittskarten für jedes Konzert erhielten, so wird man nicht 
anders als zugeben können, daß der Beitrag der ausübenden Mitglieder 
im Verhältnisse zu dem der teilnehmenden Mitglieder sehr hoch be- 
messen war. Aber gerade darum war es ja der Direktion offenbar 
zu tun gewesen. Ihr ganzer Widerstand gegen die Aufnahme der 
Singvereinsmitglieder mit einem Beitrage von 3 fl. 15 kr. als ausübende 
Mitglieder der Gesellschaft mit Sitz und Stimme in der Generalver- 
sammlung war von der Befürchtung diktiert, daß dadurch das demo- 
kratische Element in der Gesellschaft — will heißen in der General- 
versammlung — die Oberhand gewinnen könnte, wie dies ja in dem 
der Generalversammlung vom 17. November 1859 erstatteten Berichte 
(s. S. 85) deutlich zwischen den Zeilen zu lesen war. 

Man muß nur die Protokolle der Generalversammlungen aus den 
fünfziger Jahren und insbesondere auch die darüber veröffentlichten 
Preßstimmen gelesen haben, um zu wissen, wie sehr der Wille der 
Direktion damals die Generalversammlungen beherrschte. Hat doch 
z. B. der «Wanderer> im Morgenblatte vom 24. November 1858 seinen 
Bericht über die Generalversammlung vom 18. November d. J. mit dem 
Ausrufe geschlossen: «Wir wünschen allen Direktionen, Verwaltungs- 
räten usw. so gut erzogene Generalversammlungen!» In dieser Ge- 
neralversammlung hatte nämlich die Direktion in einer ihr unangenehm 
erscheinenden Angelegenheit, in der sie die öffentliche Meinung (wie- 
wohl mit Unrecht) wider sich hatte, dem Einzelnen das Recht der 
Fragestellung bestritten und es nur der Majorität der Versammlung zu- 
gestanden. «Und als nun auf das Begehren des Fragestellers die Ver- 
sammlung befragt wurde, ob sie diesen Gegenstand zur Erörterung 
gebracht wissen wolle, blieb er mit 5 oder 6 Stimmen allein. Die 
große Majorität erklärte also feierlich, sie wolle gar keine Auskunft über 
eine Sache haben, die zu so unangenehmen Vermutungen Anlaß ge- 
geben hat.> 

Dieses patriarchalische Idyll, dieses Generalversammlungs- Stilleben 
erachtete nun die Direktion für gefährdet, falls die Singvereinsmitglieder 
in hellen Scharen und mit fliegenden Fahnen in die Generalversamm- 



91 

lung einzögen. Bei den Mitgliedern des Orchestervereines, denen sie 
bei einem Beitrage von 3 fl, 15 kr. die Rechte ausübender Mitglieder 
zuerst einräumen wollte, hatte die Direktion diese Befürchtung nicht 
gehegt, weil — um zwei Gründe in einer Wendung zusammenzufassen 

— der Dilettantismus auf Orchesterinstrum enten nicht so populär ist 
wie der im Gesänge. Erst als der Singverein natürlicherweise dasselbe 
Recht für sich beanspruchte, wurde sich die Direktion ihres Mißgriffes 

— in ihrem Sinne gesprochen — bewußt und sah sich nun zu einem 
Rückzugsgefechte genötigt, das sie insoferne für sich günstig zu Ende 
führte, als eben doch der Beitrag der ausübenden Mitglieder von 3 fl. 
15 kr. auf 4 fl. erhöht wurde. 

Trotzdem hätte sich die Direktion kaum selbst nur zu dieser Kon- 
zession verstanden, wenn ihr die Haltung der Generalversammlung 
vom 17. November 1859 nicht doch Bedenken eingeflößt hätte. Die- 
selbe Generalversammlung, die den Bericht der Direktion über die An- 
nullierung der Anträge Dr. Bauers wortlos zur Kenntnis genommen 
hatte, hatte den im Grunde genommen auf dasselbe Ziel hinsteuernden 
Antrag Maraczeks der Direktion zur Begutachtung zugewiesen und 
dabei den Wunsch ausgesprochen, daß bei dieser Begutachtung von 
vorneherein auch nicht der Direktion angehörende Gesellschaftsmitglieder 
mitreden sollten. Diesen Wink mußte die Direktion verstehen. Jene 
Generalversammlung war doch schon demokratischer gesinnt, als 
der Direktion lieb war; sie war übrigens auch die am stärksten 
besuchte Generalversammlung seit und für lange Zeiten: 188 Mit- 
glieder hatten an ihr teilgenommen, während sonst die Zahl der bei 
Generalversammlungen Anwesenden nur um die Hundert herum 
betrugt). 

In der Generalversammlung des Singvereines vom 20. Dezember 
1860 wurde über die neuen Statuten der Gesellschaft berichtet, worauf 
die Versammlung das Direktionsmitglied Dr. Josef Bauer, das dem 
Singvereine bisher als «administrativer Leiter> von der Direktion vor- 
gesetzt war, zum Vorstande und Herb eck zum «Chormeister» (sollte 
nach § 3o der Gesellschaftsstatuten vom Jahre 1860 heißen: zum Diri- 
genten) wählte. Ferner wurde beschlossen, daß jedes Mitglied einen 
monatlichen Beitrag von mindestens 10 kr. (jährlich also, da in den 



^) Nur die Generalversammlungen vom i8. November 1858 und vom 21. Dezember 1867 
waren ähnlich stark — von 182 und von i83 Mitgliedern — besucht. 



92 

Ferien keine Proben stattfanden, i fl.) «zur Gründung eines Noten- 
fondes» zu leisten habe. 
Herbeck Die Direktion ernannte nunmehr auf Grund der neuen Gesellschafts- 

^Dircktor Statuten Herb eck vom i. Jänner 1861 angefangen neuerdings zum 
artistischen Direktor der Gesellschaft sowie zum Dirigenten des Sing- 
vereines, und zwar in beiden Stellungen mit den bisherigen Bezügen 
(von je 420 fl.). In dem zweiten dieser Dekrete heißt es: «Ihre Rechte 
und Verbindlichkeiten werden durch die §§ 29 — 34 der Gesellschafts- 
statuten sowie durch die vom Singvereine festzustellenden Spezial- 
Statuten bestimmt.» 

Die Direktion war also, wie man sieht, der Meinung, daß die 
Zweigvereine alsbald von dem ihnen im § 33 der neuen Gesellschafts- 
statuten eingeräumten Rechte Gebrauch machen und sich anstatt der 
ursprünglich von der Direktion erlassenen «Bestimmungen» eigene 
Satzungen geben würden, die ja allerdings der Bestätigung durch die 
Direktion bedurften. 

In dem Protokolle der Generalversammlung des Singvereines vom 
20. Dezember 1860 steht denn auch im Anschlüsse an Punkt 2 «Mit- 
teilung wegen neuer Statuten» lapidar verzeichnet: «3. Das Mitglied 
Gugler sieht in dieser Angelegenheit eine brennende Frage.» 

Wirklich brachte denn auch Josef Gugler im Vereine mit den 
Mitgliedern Franz Hacker, Gustav Leonhardt und Dr. Sigismund 
Bechtel unter dem 14. Mai 1861 einen in 24 Paragraphe gegliederten 
Statutenentwurf ein, der zwar nichts Himmelstürmendes an sich hatte, 
vielmehr gänzlich harmlos war, jedoch an übermäßiger Detaillierung 
leidete und wohl aus diesem Grunde — denn ein anderer wäre nicht 
zu finden — von der nächsten Generalversammlung des Singvereines 
am 3. Dezember 1861 a limine abgelehnt wurde. 

In der kurz vorher, am 16. November 1861 abgehaltenen General- 
versammlung der Gesellschaft hatte der Singverein nach § 34 der neuen 
Gesellschaftsstatuten zum ersten Male selbständig den Jahresbericht über 
seine Leistungen erstattet, die vordem nur in dem Berichte der Direktion 
verzeichnet waren. Darin hieß es: «Der Umstand, daß der Vorstand 
im Singvereine aus den Direktionsmitgliedern gewählt wird, gibt dem- 
selben Kitt und Halt in der Direktion und bildet die Brücke, welche 
die allgemeinen Gesellschaftsinteressen mit den besonderen des Sing- 
vereines verbindet.» Und weiter: «Diese besonderen Interessen haben 
sich im abgelaufenen Jahre mit den allgemeinen vollkommen ausgeglichen, 



93 

da in den neuen Statuten die freie Bewegung der ausübenden Mit- 
glieder und die Autonomie der Zweigvereine in ihren eigenen Zwecken 
anerkannt worden ist; denn eben die Freiheit der Bewegung und die 
Unterstützung einer freisinnigen Direktion ließ den Singverein zur Blüte 
reifen und gab ihm Gelegenheit, jeder Konkurrenz standzuhalten. > 

Bis in das Jahr 1870 behalf man sich im Sing vereine ohne eigent- 
liche Satzungen, denn die ursprünglichen «Bestimmungen» waren ja 
durch die neuen Statuten der Gesellschaft in mehreren Punkten über- 
holt. Man hatte eben im Singvereine den Grundsatz angenommen, die 
Geschäfte des Vereines als eines Zweiginstitutes der Gesellschaft auf 
Grundlage der Gesellschaftsstatuten fortzuführen, was in der Weise ge- 
schah, daß von Fall zu Fall durch Vereinsbeschluß Bestimmungen 
getroffen wurden, die sodann als Richtschnur für das künftige Gebaren 
zu gelten hatten. So wurden Bestimmungen für die Behandlung von 
Mitgliedern getroffen, die durch längere Zeit ohne Entschuldigung aus- 
geblieben waren, so wurde der Ausschuß zu Ausgaben bis zu 20 fl. 
aus dem sogenannten Notenfonds ermächtigt, und so wurden noch 
manche anderen Beschlüsse ähnlicher Art gefaßt 

Bevor jedoch der Singverein neue Satzungen bekam, wurden die Statutenänderung 
Statuten der Gesellschaft der Musikfreunde selbst neuerlich, und zwar ^^ Gesellschaft 

^ der Musikfreunde 

gründlich geändert. Diese Statutenänderung war eine Affaire von zwei 1867—1869 
Jahren und sieben Generalversammlungen, und ihr Abschluß — wenn 
auch nicht ihr Anfang — war auf das innigste mit dem Baue des 
neuen — gegenwärtigen — Musikvereinsgebäudes verquickt. 

Nach wiederholten Gesuchen vom August 1858, April 1859, No- 
vember 1861 und April 1862 war der Gesellschaft mit Allerhöchsten 
Entschließungen vom 23. November 1862 und 27. Februar i863 zur 
Herstellung eines Musik vereinsgebäudes ein Baugrund im Ausmaße von 
790*675°° (=2843-784°'")') und die Hälfte des Reinertrages der IX. 
und der X. Staatslotterie zugesprochen worden. In dem der General- 



') Merkwürdigerweise schwanken die Arealangaben bis zu 50^^"*. Die obige Angabe ist 
dem Grundschenkungsvertrage vom 27. Februar 1864 entnommen. Im Jahresberichte der Ge- 
sellschaft 1865 und im Vermögensausweise 1867 findet sich die Angabe 790*627^°, im Ver- 
mögensausweise 1871 die runde Angabe 800^°, in den Vermögensausweisen von 1872—1877 
818-5900° und von 1878 bis zum heutigen Tage 818-519^° (= 2943-929°'"). Dagegen ist in 
der Bauurkunde das Areal mit 840 'J° (= 3o2i*i88'J'") angegeben. 

Der Grundwert ist bei der Berechnung der Taxen, die dann größtenteils nachgesehen 
wurden, mit 100 000 fl. angenommen worden; im Vermögensausweise 1867 ist als Schätzungs- 
wert 180000 fl, angegeben, 1871 240000 fl. und seit 1872 245000 fl. (rund 3oo fl. per D°). 



94 

Versammlung vom ii. Dezember i863 vorgetragenen Jahresberichte 
erscheint der Wert dieses kaiserlichen Geschenkes mit «mehr als einer 
halben Million Gulden» beziffert. Nach den bis dahin gemachten Er- 
fahrungen war nämlich aus dem Lotteriegewinn ein Baukapital von 
300 000 fl. mit Sicherheit zu erwarten. Die Direktion hatte denn auch 
ursprünglich die Bausumme mit diesem Betrage veranschlagt, entschied 
sich jedoch später mit Zustimmung einer Generalversammlung für das 
Projekt Hansens, das jenen Betrag von vornherein um ein beträcht- 
liches überschritt, der außerordentlichen Generalversammlung vom 
I. Februar 1868 gegenüber mit 515 219 fl. als «zuverlässig präliminiert» 
bezeichnet wurde, nachher aber allein an Baukosten über 623000 fl. 
verschlang. Nicht genug damit, so hatten auch die beiden Lotterien 
derart unter der Ungunst des Kriegsjahres 1 866 zu leiden, daß für die 
Gesellschaft nur eine Zuwendung von nicht einmal ganz 107000 fl. 
herauskam. 

Obwohl zu Anfang des Jahres 1867 dies zum Teil natürlich noch 
nicht bekannt war, so konnte sich die Direktion doch nicht verhehlen, 
daß die Bauführung mit nicht unerheblichen finanziellen Schwierigkeiten 
verknüpft war. Indessen dachte man damals noch nicht an den Aus- 
weg, den Fehlbetrag durch die Gewährung von Korporationsrechten zu 
erkaufen, sondern trug sich mit der Absicht, eine Anzahl Logen und 
Sitze auf Lebensdauer zu vergeben, und hofite, auf diesem Wege etwa 
100 000 fl. aufzubringen. 

Als daher die Direktion in der Sitzung vom 14. Februar 1867 die 
Frage einer neuerlichen Änderung der Gesellschaftsstatuten aufs Tapet 
brachte, hatte sie dies ganz unabhängig von der Bauängelegenheit ge- 
tan; es waren vielmehr finanzielle Erwägungen anderer Natur, die sie 
zu diesem Schritte bewogen. 

Nach den Statuten vom Jahre 1860 (§ 4 und 5) gab es, oder sollte 
es vielmehr neben den «ausübenden» und den «teilnehmenden» Mit- 
gliedern, die jährlich 4 und 6 fl. bezahlten, auch «unterstützende» Mit- 
glieder mit einem Jahresbeiträge von 10 fl. geben. Solcher Zehngulden- 
mitglieder hatten sich denn auch wirklich im ersten Jahre volle zehn 
eingestellt; im zweiten Jahre aber war ihre Anzahl schon auf sechs, 
dann vier und zwei gesunken, und zuletzt war überhaupt kein solches 
Mitglied mehr vorhanden. Da nun die Mitglieder für 6 fl. Jahresbeitrag 
einen Sitz zu jedem der vier Gesellschaftskonzerte erhielten, die Konzert- 
auslagen aber infolge der gesteigerten Ansprüche sehr in die Höhe ge- 



95 



General- 
versammlung 
der Gesellschaft 



gangen waren und weit unter den Einnahmen zurückblieben, so beschloß 
die Direktion ann 5. März, der für den 7. März bereits einberufenen 
außerordentlichen Generalversammlung eine Vereinheitlichung der Mit- 
gliedsbeiträge dahin zu empfehlen, daß die Kategorie der Mitglieder zu 
10 fl. aufgelassen, der Beitrag der bisherigen «teilnehmenden» Mitglieder 
aber, die fortan « unterstützende > heißen sollten, von 6 auf 8 fl. erhöht 
werde. Ferner sollte der Direktion statutarisch das Recht eingeräumt 
werden, ausübende Mitglieder unter Umständen von der Beitragsleistung 
zu entbinden*). 

Die außerordentliche Generalversammlung vom 7. März 1867 lehnte 
aber die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages ab; von 109 Mitgliedern 
stimmten nur 1 2 dafür. Natürlich. Die damaligen Mitglieder waren ^er Musikfreunde 
ja, wie bei späterer Gelegenheit 2) sarkastisch, aber treffend hervor- 
gehoben wurde, im Grunde genommen doch nichts anderes als «Kon- 
zertabonnenten» und hatten kein Interesse daran, ihr Abonnement zu 
verteuern. Die Direktion zog deshalb ihren Änderungsantrag in Gänze 
zurück. Ein Antrag Pauls (s. Anmerkung ^) konnte, da nicht recht- 
zeitig eingebracht, nicht zur Verhandlung gelangen. 

In derselben Generalversammlung wurde die Direktion ermächtigt, 
den Baukontrakt mit Hansen abzuschließen und die der Gesellschaft 
aus den beiden Staatslotterien zufallenden Summen zum Beginne des 
Baues zu verwenden. 

In der ordentlichen Generalversammlung vom 21. Dezember des- 
selben Jahres wurde von den Herren Dr. Viktor Ritter v. RaindP), 
Dr. Heinrich Ritter Kreißle v. Hellborn ^), Alexander Krenn^), Fried- 
rich Mandeles4), Albert Blau 4), Dr. Eduard KräP), Johann Neu- 



General- 

versammlung 

der Gesellschaft 

der Musikfreunde 

21. Dez. 1867 



') Dieser Zusatz war einer Anregung des vormaligen Direktionsmitgliedes Ignaz Paul 
entnommen, der im übrigen gleich nach Bekanntmachung der Tagesordnung den Gegenantrag 
eingebracht hatte, zwar die Zehnguldenmitglieder aufzulassen und die «teilnehmenden» kUnftig 
«unterstützende» zu nennen, deren Beitrag aber nicht zu erhöhen. 

Bisher hatte nämlich die Direktion nicht das Recht, ausübende (Zweigvereins-) Mitglieder 
von der Bezahlung des Jahresbeitrages zu befreien. In den ursprünglichen «Bestimmungen» 
des Sing- und des Orchestervereines war zwar eine solche Befreiung über Vorschlag des be- 
treffenden Ausschusses vorgesehen, doch waren damals die Zweigvereinsmitglieder als solche 
noch nicht ordentliche Mitglieder der Gesellschaft. 

*) Von dem Statthaltereirate Alexander v. Engel in der Generalversammlung vom 21. De- 
zember 1867 sowie auch in einer Eingabe vom 11. Jänner 1868, betreffend die Reorganisation 
der Gesellschaft. 

^) Mitglied des Singvereines. 

*) Mitglied des Orchestervereines. 



96 

wirt»), Michael Scharoch^), Karl Maraczek') 2), Dr. Ignaz v. Hof- 
mannsthaP), Johann Baptist Kral P), Friedrich Heß ler*) und Johann 
Gustav Stock her 2) ein Antrag auf Änderung der Gesellschaftsstatuten 
vorgelegt, der deswegen von Interesse ist, weil hier zum ersten Male 
die Forderung aufgestellt erscheint, daß die Vorstände der Zweig- 
vereine von den Zweigvereinsmitgliedern nicht mehr, wie bisher, aus 
dem Kreise der Direktion, sondern aus ihrer eigenen Mitte gewählt 
werden, jedoch ihrer Stellung zufolge Mitglieder der Direktion sein 
sollten. Dieser Entwurf wurde von der Versammlung der neuen 
Direktion^) «zur Prüfung und Begutachtung in einer so bald als möglich 
einzuberufenden Generalversammlung übergeben». 
General- Dicsc Generalversammlung fand nun allerdings schon am 25. Jänner 

vereammiung jggg g^^^t ^(^^j. y^^ £)j, y Raiudls Und Gcuossen Antrag war nicht 

der Gesellschaft ^ ' ° 

der Musikfreunde mehr die Rede. Es handelte sich nun um viel tiefer in den Orga- 
25. anner nismus der Gesellschaft einschneidende Dinge. 

Auf Grund eines von dem neuen Präsidenten Dr. Franz Egg er 
am 7. Jänner entworfenen Programmes wurde von der Direktion ein 



') Mitglied des Orchester Vereines. 

^) Mitglied des Singvereines. 

^) Eine Angelegenheit des Konservatoriums (Kompositionsschule Otto DessofF) hatte in 
der Direktion einen solchen Zwiespalt erzeugt, daß im Laufe des Jahres 1867 nach und nach 
alle Direktionsmitglieder ihre Stellen niederlegten. Dr. Eduard Schön und Friedrich Winter 
eröffneten den Reigen am 9. März; an ihre Stellen traten jedoch sofort die Ersatzmänner Fürst 
Georg Czartoryski und Nikolaus Dumba. Am 3o. August erklärte Friedrich Dratschmiedt 
v. Mährentheim seinen Austritt und ihm folgten am 14. Oktober Dr. Josef Bauer (bisher 
Vorstand des Singvereines; an seine Stelle kam Karl Olschbaur), Dr. Moritz Alois Becker, 
der Präses Fürst Konstantin Czartoryski, der Präses-Stellvertreter Dr. Josef Alexander Freiherr 
V. Helfer t und Josef Türck sowie Fürst Georg Czartoryski — alle mit dem bestimmt aus- 
gesprochenen Verzicht auf eine Wiederwahl. Da sich nun die Herren Johann Baptist Krall 
(Vorstand des Orchestervereines) und Nikolaus Dumba in der Generalversammlung vom 
21. Dezember ohnehin einer Neuwahl unterziehen mußten, so sahen sich die drei noch übrig- 
gebliebenen Direktionsmitglieder Dr. Gerhard v. Breuning, Adolf v. Parmentier und Dr. 
Josef Standthartneram 3i. Oktober «veranlaßt, ihre Stellen ebenfalls niederzulegen, um der 
Generalversammlung die Möglichkeit zu geben, eine Direktion ganz nach Wunsch neu zu 
wählen » . 

Die nächste Direktion bestand aus den wiedergewählten Direktionsmitgliedern Nikolaus 
Dumba (Präses-Stellvertreter), Johann Baptist Krall, Dr. Gerhard v. Breuning und Dr. 
Josef Standth artner und den neu hinzugekommenen Heinrich Esser, Dr. Franz Egger 
(Präses), Franz Wilt, Dr. Josef Unger, Dr. Josef Ritter Waltherv. Herbstenburg, Karl 
Olschbaur, Johann Freiherr v. Mayer, Dr. Salomon Mosenthal. 

Dieser Wechsel der Direktion inmitten der so bedeutungsvollen Baufrage war unter 
allen Umständen ein großer Fehler. 



97 

Antrag auf Abänderung der §§ 4, 5 und 6 der Gesellschaftsstatuten 
gestellt, wonach es künftighin fünferlei ordentliche Mitglieder geben 
sollte: I. «Stifter» mit einer Einlage von mindestens 2000 fl., 2. «Grün- 
der» mit einer solchen von mindestens 200 fi., 3. «jene, welche einen 
jährlichen Beitrag von 12 fi. leisten», 4. «Mitglieder des Sing- und des 
Orchestervereines* mit einem jährlichen Beitrage von 6 oder 4 fl. und 
5. «jene, welche vom Konzertkomitee zur unentgeltlichen Mitwirkung 
in den Gesellschaftskonzerten zugezogen werden und entweder einen 
der im Absätze 4 bezeichneten Beiträge leisten, oder von dessen Ent- 
richtung durch Beschluß der Direktion befreit werden». Die Stifter 
sollten das Recht erhalten, einen Zögling im Konservatorium unent- 
geltlich ausbilden zu lassen; außerdem aber einen Sitz für die Gesell- 
schaftskonzerte und das Vorkaufsrecht auf denselben Sitz für alle an- 
deren Konzerte. Die Gründer desgleichen, mit Ausnahme des Prä- 
sentationsrechtes. Stifter- und Gründerrechte sollten vererblich sein. 
Die Mitglieder zu 4 fl. sollten eine Eintrittskarte, die zu fl. 6 aber einen 
Sperrsitz zu jedem Gesellschaftskonzerte und die zu 12 fl. außerdem 
— gleichwie die Stifter und Gründer — auch einen solchen zu jedem 
Zöglingskonzert erhalten^). 

Die neue Direktion hatte also den Plan ihrer Vorgängerin aufgegeben, 
sich den nötigen Baufonds zu zivilen Bedingungen zu verschaffen 2), 



^) Dies war der wesentliche Inhalt des der Generalversammlung vorgelegten Antrages. 
Das ursprüngliche «Programm» Dr. Eggers hatte ein etwas anderes Gesicht: i. «Stifter» zu 
2000 fl., erbliches Präsentationsrecht ohne Mitgliedschaft, Kapital sichergestellt, Name in Erz; 
2. «Gründer» zu 200 fl., Miteigentum, Mitgliedschaft, Sperrsitz, alles erblich; seinerzeit Divi- 
dende; 3. «unterstützende Mitglieder» zu 18 fl., Mitgliedschaft ohne Miteigentum; 4. «aus- 
übende Mitglieder» zu 8 fl., desgleichen; 5. «Teilnehmer sind die Konzertabonnenten ä 8 fl. 
ohne Mitgliedschaft und Miteigentum». Nach mündlicher Überlieferung soll Übrigens die Idee 
der Vererblichkeit von Nikolaus Dumba ausgegangen sein, und dieser soll seinen Fehler 
später erkannt und bedauert haben (vgl. Rechenschaftsbericht der Direktion für 1903/1904, 
S. 81). 

^) Noch unter dem 11. Jänner 1868 hatte der Statthaltereirat Alexander v. Engel der 
erst drei Wochen vorher neu gewählten Direktion einen ausführlichen Vorschlag zur Reorgani- 
sierung der Gesellschaft unterbreitet, worin die Ergänzung des Baufondes durch die Werbung 
«außerordentlicher» Mitglieder mit einem einmaligen größeren Beitrage (von 100—5000 fl. in 
drei Abstufungen) vorgesehen war. Diese außerordentlichen Mitglieder sollten außer den 
Rechten der ordentlichen Mitglieder noch gewisse Spezialrechte erhalten, deren Festsetzung 
einem besonderen Übereinkommen vorbehalten bleiben sollte. Als solche Spezialrechte waren 
j angedeutet der Bezug ermäßigter Kapitalszinsen (einer Art Prioritäten), Begünstigungen bei 

I der Benützung von Logen oder Sperrsitzen sowie sonstige Emolumente, die die Gesellschaft 

nach der Herstellung des neuen Gebäudes zu bieten vermöchte. 

7 



98 

und war auf die geradezu ungeheuerliche Idee verfallen, den Kunst- 
mäzenen den Köder vererblicher, also die Gesellschaft für alle Ewig- 
keit belastender Rechte hinzuhalten, auf daß sie ihre zugeknöpften 
Taschen öffnen. Freilich befand sich die Direktion in einer sehr fatalen 
Zwangslage; sollte das kaiserliche Geschenk nicht verloren gehen, so 
mußte der am 17. Juni 1867 n^it der Erdaushebung begonnene Bau 
ohne Unterbrechung durchgeführt und vollendet werden, wozu jedoch 
die nötigen Mittel nicht vorhanden waren. Was an Hypotheken mög- 
lieh war, war bereits in Kalkül gezogen, aber trotzdem fehlte in dem 
Voranschlage der Direktion auf der Aktivseite zumindest jener Betrag, 
um den die Gesellschaft durch den schlechten Ausfall der beiden Staats- 
lotterien verkürzt worden war'). Und die Zeiten waren schlecht! Die 
Folgen des unglücklichen Krieges waren noch nicht überwunden, und 
die Schwindelperiode, die zu dem großen Börsenkrach des Jahres 1873 
führte, hatte noch nicht begonnen oder war doch zumindest noch 
nicht in Saft und Blüte. Da war das Geld wohl rar. Ob es aber 
nicht trotzdem möglich gewesen wäre, Stifter und Gründer anders als 
für die Ewigkeit zu gewinnen, darüber läßt sich heute freilich kaum 
mehr urteilen; heute kann man nur mit Sicherheit beobachten, wie die 
Gesellschaft unter der drückenden Last jener Einrichtung seufzt, die von 
einer späteren Generalversammlung nach heftigem Widerstreben schließ- 
lich dennoch sanktioniert wurde. Heute kommt nämlich der Gesell- 
schaft die Befriedigung eines jeden Stifterrechtes jährlich auf 200 bis 
3oo K und auch noch darüber zu stehen. Allerdings haben in den 



') Fürst Konstantin Czartoryski (ehedem Direktionsmitglied und auch Präsident der 
Gesellschaft) sagt hierüber in seiner Broschüre «Die Gesellschaft der Musikfreunde und ihr 
Konservatorium 1859— 1867», Wien (Karl Czermak) 1868, S.25— 26: «Als die Direktion um die zwei 
Lotteriehälften bat, bat sie um 3oo 000 fl., und sie hat es laut und offen ausgesprochen, daß 
wenigstens so viel nötig sei, um den Bau ausführen zu können. Hätte damals der hochherzige 
Spender gefunden, daß diese Bitte eine unberechtigte sei und die Gesellschaft sich für ihren 
Bau mit 100 000 fl. begnügen könne, so hätte er ihr den dritten Teil einer Staatslotterie zu- 
erkannt und nicht, wie es geschehen ist, zwei Lotteriehälften: er wollte also der Gesellschaft 
die erbetenen Sooooo fl. bewilligen. Die Schlußfolgerung ergibt sich wohl von selbst.» 

Tatsächlich hat sich denn auch die Direktion mit der Bitte um nochmalige Gewährung 
eines Staatslotterie-Gewinnanteiles ehrfurchtsvoll an des Kaisers Majestät gewendet. In der 
Festrede des Präsidenten Dr. Franz Egg er, gehalten in der Generalversammlung am 10. März 
1870, heißt es jedoch hierüber (S. 3i): «Die Bitte wurde wohlwollend und gnädig aufgenommen, 
allein, abweichend von der in früheren Jahren uns günstigen Anschauung, wurde diesmal im 
Rate der Krone unser Unternehmen für nicht geeignet gehalten, einer solchen neuerlichen Be- 
gnadigung teilhaftig zu werden.» 



99 

letzten Jahren — dank einer von dem gegenwärtigen Präsidenten mit 
Umsicht eingeleiteten Aktion — viele Stifter in anerkennenswerter Ein- 
sicht und Großmut auf ihre Rechte ganz oder teilweise verzichtet^). 

Nun ist nicht zu verkennen, daß der Statutenänderungsvorschlag 
der Direktion, der in der Einladung zur Generalversammlung unter 
den Gegenständen der Verhandlung nur ganz allgemein als «Reorgani- 
sation der Mitgliedschaft des Vereines zur Beschaffung der für den Bau 
nötigen Geldmittel» verzeichnet, den Mitgliedern aber erst beim Ein- 
tritte gedruckt in die Hand gegeben wurde, in Eile gemacht und nicht 
genügend überlegt war. 

In dreifacher Hinsicht unmöglich war die Bestimmung des Punktes 5 
(siehe S. 97). Erstens durfte dem Konzertkomitee nun und nimmer- 
mehr das Recht formell zugestanden werden, ordentliche Mitglieder 
der Gesellschaft nach seinem Belieben aufzunehmen. Zweitens invol- 
vierte diese Bestimmung einen eklatanten Eingriff in die Hausherren- 
rechte der Zweigvereine; denn da es sich dabei keineswegs — ganz 
sicher aber nicht ausschließlich — um Solisten, vielmehr um Sänger 
und Instrumentalisten handelte, die doch die nötigen Proben mitmachen 
mußten, so wären dadurch den Zweigvereinen fremde Personen — 
wenn auch nicht als deren Mitglieder — aufgenötigt worden. Drittens 
endlich mußte die Möglichkeit einer Befreiung der Mitglieder dieser 
Kategorie von jedem Beitrage als eine unverdiente Benachteiligung der 
Zweigvereinsmitglieder erscheinen, für die die Möglichkeit einer solchen 
Befreiung nicht vorgesehen war. 

Wenn nun auch diese soeben aufgezeigten Gebrechen in der außer- 
ordentlichen Generalversammlung vom 25. Jänner 1868 nicht zur 
Sprache kamen, so wurde doch auf andere Mängel in dem Elaborate 
der Direktion verwiesen, wobei der Direktion gar nicht übel zugesetzt 
wurde. Es stellte sich in der Debatte heraus, und die Direktion mußte 



') Schon in der Generalversammlung vom 25. Jänner 1888 war von mehreren Seiten an- 
geregt worden, die Stifter und Gründer zum Verzichte auf ihr Präsentationsrecht und auf ihre 
Freisitze zu bewegen. 

Seitdem obiges geschrieben worden ist, sind die Verhandlungen über die Verstaatlichung 
des Konservatoriums endgiltig zum Abschlüsse gediehen. Hiernach übernimmt der Staat die 
Befriedigung der noch vorhandenen Ansprüche einzelner Stifter hinsichtlich der unentgelt- 
lichen Ausbildung eines Zöglings im Konservatorium (Stiftplätze). Das Fazit ist, daß in der 
Gesellschaft der Musikfreunde ein Unterschied zwischen Stifter- und Gründerrechten fortan 
(vom I. Jänner igog angefangen) nicht mehr besteht, da die Ansprüche der Stifter an die Ge- 
sellschaft die der Gründer nicht mehr überschreiten. 

7* 



lOO 



es, wenngleich nach einigem Sträuben, auch zugeben, daß der vorge- 
legte Entwurf, der die §§ 4—6 der bisherigen Statuten ersetzen sollte, 
dadurch, daß er manches nicht enthielt, was jene Paragraphe besagten, 
zu Konsequenzen führen mußte, die die Direktion gar nicht beabsichtigt 
hatte, ja die ihrer Absicht direkt zuwiderliefen. Und zwar dies nach 
beiden Richtungen, positiv wie negativ. Es fehlte zum Beispiel die 
Bestimmung der alten Statuten, daß Mitglieder weiblichen Geschlechtes 
und Minderjährige vom Stimmrechte in der Generalversammlung und 
von der Fähigkeit, in die Direktion gewählt zu werden, ausgeschlossen 
seien, woraus gefolgert wurde, daß jene Mitglieder nach dem Entwürfe 
jene Rechte hätten. Es fehlte ferner die Bestimmung der alten Sta- 
tuten, daß die Professoren des Konservatoriums die Rechte ausübender 
Mitglieder mit Ausnahme des passiven Wahlrechtes genießen, woraus 
wiederum gefolgert wurde, daß die Professoren ihrer Mitgliedschaft 
verlustig gingen. Einerseits nun, um der Direktion Gelegenheit zu 
geben, den Entwurf von derartigen Widersprüchen zu befreien, ander- 
seits aber auch, weil die Generalversammlung so weittragende Be- 
schlüsse nicht fassen wollte, ohne sie sich auch ihrerseits reiflich über- 
legt zu haben, wurde schließlich eine Vertagung der Versammlung auf 
acht Tage beantragt, welchem Antrage die Direktion mit der Erklärung 
zustimmte, daß sie ihren Entwurf nur deshalb so rasch vorgelegt habe, 
um in Bälde mit der Werbung von Stiftern und Gründern beginnen 
zu können, wobei jedoch eine so kurze Verzögerung allerdings keine 
Rolle spiele. So wurde denn die Vertagung beschlossen, und zwar 
mit dem Wunsche, daß den Mitgliedern mit der Einladung zu der 
nächsten Versammlung auch der neue Entwurf zugehen solle. 
General- In der acht Tage später, am i. Februar 1868 abgehaltenen außer- 

dercTe^lchfft ordentlichen Generalversammlung legte nun aber die Direktion ihren 
der Musikfreunde Eiitwurf Unverändert zum zweiten Male vor, ohne die bewußten Lücken 
1. Februar 1868 ^^sggfmi^ ^.u habcu. Das DircktionsmitgUcd Dr. Josef Unger — da- 
mals als gefeierter Privatrechtslehrer eine Zierde unserer Universität 
und dermalen Präsident des Reichsgerichtes — motivierte dies damit, 
«daß durch die Abänderung hinsichtlich der Reorganisation der Mitglied- 
schaftsrechte nur die finanzielle Seite der Frage getroffen werden soll, 
daß daher alle 6pinÖsen Fragen anderer Natur, ob Minderjährige und 
Frauenspersonen von der Wahlfähigkeit für alle Zukunft ausgeschlossen 
oder ob dieselben zugelassen werden sollen, über die artistischen Di- 
rektoren, die Professoren u. dgl. als nicht die finanzielle Seite der 



lOI 



Reorganisation betreffend außer Betracht bleiben >. (Stenogr. Prot. S. 42.) 
Nachdem auch noch der Präses Dr. Egger (Sten. Prot. S. 54 — 55) über 
eine direkte Anfrage versichert hatte, daß die Direktion die Bestim- 
mungen der alten Statuten über die Mitglieder weiblichen Geschlechtes, 
die Minderjährigen und die Professoren statutarisch aufrecht erhalten 
wolle, mit dem weiteren Bemerken, daß diese sowie alle übrigen statu- 
tarischen Bestimmungen einer künftigen, allgemeinen Revision der Sta- 
tuten vorbehalten bleiben sollen, war die Versammlung über diesen 
Punkt beruhigt und trat in die meritorische Verhandlung ein. 

Nach einer sehr eingehenden Debatte, in deren Verlaufe sich 
mehrere Redner — darunter auch der frühere Präses- Stellvertreter 
Baron H eifert — insbesondere gegen die Vererblichkeit der Stifter- 
und Gründerrechte ausgesprochen hatten, da dadurch allen künftigen 
Gestaltungen der Gesellschaft präjudiziert würde, und nachdem ein von 
Graf Albert Amadei in diesem Sinne gestellter Gegenantrag in der 
Minorität geblieben war, wurden die die Stifter und Gründer sowie 
die unterstützenden Mitglieder betreffenden Anträge der Direktion mit 
großer Majorität zum Beschluß erhoben. 

Zu einer Komplikation, die sich aber erst nach der nächsten 
Generalversammlung unliebsam fühlbar machte, führten die Verhand- 
lungen und Beschlüsse über die Stellung der Zweig Vereinsmitglieder. 
Die Direktion hatte in Punkt 4 ihres Entwurfes (siehe S. 97) als ordent- 
liche Mitglieder der Gesellschaft direkt die «Mitglieder des Sing- und 
des Orchestervereines» angesprochen. Der vormalige Vorstand des 
Singvereines, Dr. Josef Bauer, nahm nun hieran Anstoß; «denn so, 
wie die Statuten jetzt sind, kennen sie den Sing- und Orchesterverein 
nicht als selbständige Vereine, sondern nur ausübende Mitglieder, welche 
unter sich den Sing- und den Orchesterverein bilden». Er schlug 
daher vor, «den Begriff, wie er gegenwärtig im § 5 enthalten ist, auf- 
zunehmen; nämlich: ,ausübende Mitglieder sind jene, welche für die 
Gesellschaftszwecke durch Mitwirkung im Gesänge oder auf einem In- 
strumente tätig sind'» '). Hierauf proponierte Dr. Egger namens der 



') S. 97 des stenographischen ProtokoUes. — Das Zitat Dr. Bauers war nicht genau, 
und man kann aus diesem Beispiele deutlich ersehen, wie sehr es bei statutarischen Bestim- 
mungen auf den richtigen Wortlaut ankommt. 

In § 5 der damals noch geltenden und von Dr. Bauer angerufenen Statuten vom 
Jahre 1860 war nämlich nicht die Definition enthalten: ausübende Mitglieder sind jene, welche 
für die Gesellschaftszwecke durch Mitwirkung usw. tätig sind, sondern nur die Vorschrift: 



I02 

Direktion, die ausübenden Mitglieder in einfacher Stilisierung zu defi- 
nieren als «jene, welche in den Konzerten mitwirken», woran er jedoch 
die folgende Bemerkung knüpfte, die der Aufmerksamkeit der Versamm- 
lung entgangen zu sein scheint, da von keiner Seite darauf reagiert 
wurde: «Es ist möglich, daß einige dieser Mitglieder, welche dem einen 
oder dem anderen Zweigvereine angehören, dadurch entfallen. Auf 
das möchte ich die Versammlung aufmerksam machen.» (Sten. Prot. 
S. loi.) 

Dr. Egger brachte aber den Antrag Dr. Bauers, der, wie er 
sagte, «am weitesten geht, indem er einen allgemeinen Grundsatz für 
die Befähigung zur Mitgliedschaft ausspricht», zuerst zur Abstimmung, 
jedoch in der — man weiß nicht, wie es kam — geänderten Formu- 
lierung, «daß unter der Rubrik ,ausübende Mitglieder^ nur diejenigen 
bezeichnet werden, welche nach dem allgemeinen Begriffe zur musi- 
kalischen Mitwirkung zu den Zwecken des Vereines für befähigt er- 
klärt werden», welcher Antrag denn auch von der Versammlung an- 
genommen wurde. (Sten. Prot. S. 104.) 

Ferner wurde über Antrag Nikolaus Dumbas hiezu noch be- 
schlossen: «Die Direktion ist berechtigt, auch solche Mitglieder, welche 
den bestimmten Beitrag nicht leisten, zur Mitwirkung in den Gesell- 
schaftskonzerten zuzulassen und ihnen die Rechte der Mitgliedschaft 
zu verleihen.» (Sten. Prot. S. ii3 u. 114.) 



«Die ausübenden Mitglieder haben ... für Gesellschaftszwecke durch Mitwirkung im Gesänge 
oder auf einem Instrumente tätig zu sein.» Das ist ein Unterschied. Die Statuten enthielten 
in Wirklichkeit eine Verpflichtung, und falls ein Mitglied sich geweigert hätte, dieser Ver- 
pflichtung zu genügen, so hätte man folgern können, daß dies den Verlust der Mitgliedschaft 
nach sich ziehe. Wenn aber ein Mitglied, das zur Mitwirkung bereit war, von der Direktion 
dazu gar nicht eingeladen, d. h. nicht zugelassen wurde, so war dies für die Frage der Mit- 
gliedschaft belanglos, denn dann lag die Sache so, dafi eben die Direktion auf die Verpflichtung 
des Mitgliedes verzichtete*). 

In der von Dr. Bauer wiedergegebenen Form war dagegen das ausübende Mitglied 
als ein mitwirkendes definiert, und wenn ein Mitglied dieser Definition nicht entsprach, gleich- 
viel ob aus eigenem oder fremdem Verschulden, so entsprach es eben nicht mehr dem statu- 
tarischen Begriffe eines ausübenden Mitgliedes und hörte eo ipso auf, ein solches zu sein. 



*) Ja noch mehr. Nach § 5 der Statuten vom Jahre 1860 hatten die Mitglieder durch Mitwirkung 
nicht für die Gesellschaftszwecke, sondern nur «für Gesellschaftszwecke» tätig zu sein; also nicht für 
alle, sondern nur für Gesellschaftszweckc überhaupt. Gesellschaftszwecke waren aber nach § 2 nicht nur 
«die öfTentliche Aufluhrung gediegener Tonwerke», sondern auch «gemeinschaftliche Gesangs- und In- 
strumentalübungen und Aufführungen durch Mitglieder (§ 29)»; welchen § 29 man auf S. 89 nachlesen 
kann. Daraus erhellt, daß jemand der statutarischen Verpflichtung eines «ausübenden Mitgliedes» entsprach, 
wenn er sich auch nicht an den öffentlichen Konzerten, sondern nur an jenen gemeinschaftlichen Übungen 
und Auffuhrungen beteiligte. 



io3 

Aber auch hier war die der Beschlußfassung unterzogene Stili- 
sierung nicht der Absicht des Antragstellers getreu. Dumba wollte 
nämlich der Direktion nur das Recht zugestehen, «besonders befähigte», 
aber wenig bemittelte «ausübende Mitglieder» — also Mitglieder der 
Zweigvereine — «über ihr Ansuchen von der Entrichtung ihres jähr- 
lichen Beitrages zu befreien». (Sten. Prot. S. io8 u. iio.) Nicht um 
die Zulassung zur Mitwirkung in den Konzerten und um die Verleihung 
von Mitgliedsrechten an dritte Personen sollte es sich also handeln, 
sondern um die Befreiung gewisser Zweigvereinsmitglieder vom Ge- 
sellschaftsbeitrage; nicht um ein neues Aufnahmsrecht, sondern lediglich 
um ein Befreiungsrecht der Direktion. 

Bezüglich beider Bestimmungen war es übrigens der Direktion 
überlassen worden, die betreffenden Punkte der Statuten innerhalb der 
gefaßten Beschlüsse sinngemäß zu redigieren. 

Die Direktion stilisierte nun aber jene Bestimmungen bei der Re- 
daktion der Statuten derart, daß als «ausübende Mitglieder» bezeichnet 
erschienen : 

A. Jene, welche bei den gemeinschaftlichen Gesangs- und Instrumentalübungen 
und -Aufführungen sowie bei den öffentlichen Produktionen mitwirken. 

B. Jene, welche auf die Dauer eines Vereinsjahres') von der Direktion zur 
unentgeltlichen Mitwirkung bei den Gesellschaftskonzerten zugezogen werden. 

Die Direktion hat also, wie man sieht, entgegen dem gefaßten Be- 
schlüsse — wie er auch in dem beglaubigten Protokolle verzeichnet 
steht — an die Stelle der «Befähigung zur Mitwirkung in den Kon- 
zerten» die «Mitwirkung» selbst gesetzt. 

Das war von wesentlicher Bedeutung, zwar nicht für den Sing- 
verein, umsomehr aber für den Orchesterverein. Denn während der 
Singverein — der ja lediglich für die Gesellschaftskonzerte gegründet 
worden war — künstlerisch ganz in den Interessen der Gesellschaft 
aufging und jederzeit korporativ in den Gesellschaftskonzerten mitwirkte, 
verhielt sich dies beim Orchestervereine ganz anders. Der Orchester- 
verein war in erster und fast einziger Linie sozusagen für sich selbst 
gegründet worden, zur Pflege der Instrumentalmusik in Dilettanten- 
kreisen, oder, wie sich die ersten Gründer der Gesellschaft ausgedrückt 



') Das beruhte nun wiederum auf einem Mißverständnisse. Friedrich v. Dratschmiedt 
hatte nämlich unter Zustimmung der Versammlung zu bedenken gegeben, daß die Mitwirkung 
in nur einem Konzerte für die Befreiung nicht genüge; der Befreite solle vielmehr in allen 
Konzerten des Vereinsjahres mitwirken. 



I04 

hätten: zum Selbstbetriebe und Selbstgenusse der Musik. Der Schwer- 
punkt seiner Tätigkeit lag in den regelmäßigen Orchesterübungen und 
in der Veranstaltung eigener Konzerte, wogegen zur Mitwirkung in den 
Gesellschaftskonzerten nur einige wenige auserwählte Mitglieder heran- 
gezogen wurden. Von den 53 — 63 Mitgliedern, die der Orchester- 
verein in den einzelnen Jahren von seiner Gründung bis 1868 zählte, 
waren dies jährlich 10 — 16^). Wenn daher die vorerwähnte Stili- 
sierung von der Direktion nicht versehentlich — etwa der Kürze halber 
— sondern mit Absicht vorgenommen worden war, so konnte dies für 
den Orchesterverein, den die Direktion bei seiner Gründung, wie wir 
gesehen haben, dem Singvereine gegenüber sogar bevorzugen wollte, 
sehr nachteilige Folgen haben. 
General- Tatsächlich scheint die Direktion zumindest wissentlich so gehandelt 

dlr'ccTen^^^ zu haben. Die außerordentliche Generalversammlung vom 18. Juli 1868 2), 
der Musikfreunde in der die Beratung über eine allgemeine Revision der Statuten be- 
gonnen wurde, ging über jene Punktationen hinweg, da ihr Augenmerk 
auf wichtigere Dinge gerichtet war. Als nun anfangs Dezember die 
Einladungen zu der ordentlichen Generalversammlung dieses Jahres 



') Der Orchesterverein wies in seinen Jahresberichten immer genau aus, wie viel sich 
die Gesellschaft durch diese unentgeltliche Mitwirkung ersparte. Von 1859 — ^^68 waren es in 
runder Summe insgesamt 4300 fl. 

*) Von dieser Generalversammlung datiert auch der gegenwärtige Name der Gesellschaft, 
die bisher «Gesellschaft der Musikfreunde des österreichischen Kaiserstaates» 
geheißen hatte. Dr. Ferdinand Hörn machte nämlich darauf aufmerksam, daß nach dem neuen 
Vereinsgesetze vom 15. November 1867 aus den Statuten zu ersehen sein müsse, wo der Verein 
seinen Sitz hat, worüber sich die Gesellschaftsstatuten seit jeher gründlich ausgeschwiegen 
hatten. Er stellte deshalb laut stenographischem Protokoll (S. 44) zu § i den Antrag, «daß 
man setzen möge: ,Die Gesellschaft des österreichischen Kaiserstaates, welche ihren Sitz in 
Wien hat, ist usw.*», welcher Antrag auch angenommen wurde. 

Merkwürdigerweise berichtet nun aber das verifizierte Beschlußprotokoll hierüber fol- 
gendermaßen: «Auf den Antrag des Gesellschaftsmitgliedes Dr. Hörn wurde beschlossen, in 
der Überschrift und im § i statt ,des österreichischen Kaiserstaates* die Worte ,zu Wien' zu 
setzen.» 

In den folgenden Generalversammlungen wurde über diesen Gegenstand nicht mehr ge- 
sprochen; in den endlich beschlossenen Statuten vom Jahre 1869 aber lautet zwar die Über- 
schrift «Statuten der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien», in § i aber heißt es einfach: 
«Die Gesellschaft der Musikfreunde. . . hat ihren Sitz in Wien.» 

Die Aufnahme des Sitzes in den Namen der Gesellschaft — also «Gesellschaft der 
Musikfreunde in Wien» — findet sich zuerst in einem Statutenentwurfe von Josef Dcill er 
aus dem Jahre 1876 und ist in den gegenwärtig noch geltenden Statuten vom Jahre 1877 ver- 
wirklicht. Daher kommt es, daß der § i dieser Statuten die Tautologie enthält: «Die ,Gesell- 
schaft der Musikfreunde in Wien* ist ein Verein . . . mit dem Sitze in Wien.» 



I05 

ergingen, lud die Direktion nur jene Mitglieder des Orchestervereines 
hiezu ein, die im abgelaufenen Vereinsjahre von ihr zur Mitwirkung 
in den Konzerten herangezogen worden waren. Gegen diese Unter- 
lassung remonstrierte die Leitung des Orchestervereines mit einer ge- 
harnischten Beschwerde, und zwar unbeschadet des klaren Wortlautes 
der neuen statutarischen Bestimmung nicht mit Unrecht. Ganz abge- 
sehen davon, daß jene partielle Statutenänderung von der Behörde 
noch nicht genehmigt war, ging es ja doch nicht an, im Wege einer 
statutarischen Änderung, die sich eigentlich auf die Aufnahmsbedin- 
gungen bezog und daher doch nur pro futuro, nicht aber auch pro 
präterito wirken konnte, eine ganze Kategorie bereits vorhandener Mit- 
glieder aus dem Vereine mir nichts dir nichts zu eliminieren. 

Der Eingabe des Orchestervereines gegenüber, worin nicht sehr 
glücklich der Standpunkt eingenommen wurde, daß alle Mitglieder auch 
die Bedingungen der neuen Statuten erfüllt hätten, war es der Direktion 
ein leichtes, formell bei ihrer Anschauung zu verharren. Weil ihr aber 
daran gelegen war, «selbst den Schein einer bloßen Rechthaberei zu 
vermeiden >, lud sie nachträglich auch jene anderen Mitglieder zu der 
Generalversammlung ein, kündigte aber gleichzeitig an, daß sie dieser 
die Frage vorlegen werde, ob der Orchesterverein für seine Mitglieder 
ohneweiters die Eigenschaft von Mitgliedern der Gesellschaft in Anspruch 
nehmen könne. 

Da es nun in der Generalversammlung vom 19. Dezember 1868 cencrai- 
vom Direktionstische aus unterlassen wurde, jene Angelegenheit zur Versammlung 

. ' ^ DD j^ Gesellschaft 

Sprache zu bringen, so stellte das Mitglied des Orchestervereines der Musikfreunde 
Friedrich Heß 1er den strikten Antrag, «daß die Mitglieder des Orchester- '9-^®^- '^^^ 
und des Singvereines als wirkliche, ordentliche Mitglieder der Gesell- 
schaft der Musikfreunde zu betrachten seien und alle Rechte derselben 
genießen». 

Nach längerer Debatte, in der besonders Dr. Heinrich Billing 
Edler v. Gemmen und Dr. Leopold v. Sonnleithner warm für den 
Orghesterverein eintraten, wurde diesem Antrage vollständig durch den Be- 
schluß Rechnung getragen, daß in jenem ominösen Punkte A die Worte 
«sowie bei den öffentlichen Produktionen» zu entfallen haben. Damit 
waren nun die Zweigvereinsmitglieder unter allen Umständen als aus- 
übende Mitglieder der Gesellschaft mit allen diesen zukommenden 
Rechten anerkannt. 



io6 

Statuten In der außerordentlichen Generalversammlung vom 26. Februar 1869 

der Gesellschaft ^vu^de cudlich die vollständige Revision der Statuten beendet. 

der Musikfreunde ^ 

'^^^ Als ausübende Mitglieder waren nunmehr (§ 4, Punkt 4) be- 

zeichnet : 

A. Jene, welche bei den gemeinschaftlichen Gesangs- und Instrumentalübungen 
und -Aufführungen mitwirken und einen jährlichen Beitrag von 6 oder 4 fl. ') zum 
Gesellschaftsfonds entrichten. 

B. Jene, welche auf die Dauer eines Vereinsjahres von der Direktion zur un- 
entgeltlichen Mitwirkung bei den Gesellschaftskonzerten zugezogen werden. 

Die die Zweig vereine betreffenden Bestimmungen lauteten nunpiehr: 

§ 24. Die ausübenden Mitglieder (§ 4, Nr. 4, lit. 7) vereinigen sich zu ge- 
meinschaftlichen Gesangs- und Instrumentalübungen und -Aufführungen: Sing- 
und Orchesterverein. 

Die Mitglieder dieser Zweigvereine sind verpflichtet, bei den Gesellschafts- 
konzerten unentgeltlich mitzuwirken. 

§ 25. Jeder dieser Zweigvereine wählt zur Besorgung seiner Angelegenheiten 
eine Direktion auf Jahresdauer. Dieselbe hat zu bestehen: aus einem von den Mit- 
gliedern des Zweigvereines aus ihrer Mitte gewählten Vorstande, dem Dirigenten 
und vier Mitgliedern des Zweigvereines. 

Die Statuten der Zweigvereine sind der Gesellschaftsdirektion zur Genehmigung 
vorzulegen. 

§ 26. Den Zweigvereinen steht es frei, von ihren Mitgliedern Jahresbeiträge 
zu erheben, sowie öffentliche Aufführungen für eigene Rechnung zu veranstalten; 
jedoch ist diesen Vereinen als solchen die Mitwirkung bei anderen öffentlichen 
Produktionen als jenen der Gesellschaft ohne Zustimmung der Gesellschaftsdirektion 
nicht gestattet. 

§ 27. Jeder der beiden Zweigvereine ist berechtigt, an einem bestimmten 
Abend jeder Woche ein dem Zwecke entsprechendes Lokal im Gesellschaftshause 
zu seinen Übungen unentgeltlich zu benützen. Die Kosten der Beleuchtung und 
Heizung des Lokales trägt die Gesellschaft. 

Außerdem aber war in § 18 bestimmt, daß die Vorstände der 
beiden Zweig vereine Mitglieder der Gesellschaftsdirektion seien. 

Also nicht nur waren die Zweigvereine fortan nicht mehr be- 
müssigt, ihre Vorstände aus dem Kreise der Direktionsmitglieder zu 
wählen, sondern ihre aus freier Wahl hervorgegangenen Vorstände 
hatten jetzt umgekehrt Sitz und Stimme in der Direktion. Das be- 
deutete einen großen Fortschritt in der Entwicklung der Zweigvereine 



*) Mit dem Beitrage von 6 fl. war (§ 7, Punkt 4) der Anspruch auf einen Sitz oder zwei 
Eintrittskarten, mit dem von 4 fl. der auf eine Eintrittskarte zu den ordentlichen Gesellschafts- 
konzerten verbunden. 



I07 

und die Erfüllung eines lange still gehegten Wunsches, dem zum ersten 
Male in dem von Dr. Viktor v. Rain dl und Genossen der vorletzten 
Generalversammlung der Gesellschaft vorgelegten Statutenentwurfe Aus- 
druck gegeben worden war. Am 27. April 1869 wurde denn auch 
Dr. V. Raindl an Olschbaurs Stelle zum Vorstande des Singvereines 
gewählt und blieb es bis zum 18. November 1892, wo er von diesem 
Ehrenamte zurücktrat; er hat es durch 23 7a Jahre bekleidet, mehr als 
doppelt so lange als irgendeiner seiner Vorgänger oder Nachfolger. 

Am 17. Juni 1867 war mit der Erdaushebung für das neue Musik- Das neue 
Vereinsgebäude begonnen worden, Ende Dezember waren die Grund- "gcbäudT^ 
mauern bis an die Straßenoberfläche gediehen, im Spätherbste 1868 
stand bereits die äußere Bauform fertig da, und um Weihnachten war 
der Rohbau bis zum Firste des Mitteldaches vollendet. Im Sommer 
1869 erfolgte die ornamentale Gestaltung der beiden Säle, und vom 
November angefangen wurde im Inneren Tag und Nacht gearbeitet, 
um die Säle noch in dieser Konzertsaison benützen zu können. Der 
Parkettboden des Großen Saales wurde in vier Tagen und Nächten 
gelegt, die dekorative Ausstattung der Orchesterbrüstung wurde drei 
Stunden vor der Schlußsteinlegung in Maler- und Vergolderarbeit erst 
begonnen und von 3o nebeneinander arbeitenden Gehilfen in dieser 
kurzen Frist vollständig bewältigt. Am 5 . Jänner 1 8 70 erfolgte . die 
feierliche Schlußsteinlegung in Gegenwart des Kaisers, mehrerer Erz- 
herzoge und Staatswürdenträger, worauf sich die Festgesellschafl in 
den Großen Saal begab, wo nach einem von Lewinsky gesprochenen 
Prologe Josef Ritters Weil von Weilen der Singverein mit Hand eis 
«Halleluja» die schöne Feier beschloß. Tags darauf fand im Großen 
Saale das EröfFnungskonzert statt, wobei der Singverein den Chor 
«Stimmt an die Saiten» aus Haydns «Schöpfung» und Schuberts 
«Der Friede sei mit euch» sang. Dieses Festkonzert wurde am 9. Jänner 
wiederholt. Am 15. Jänner wurde die Reihe der EröfFnungsfestlich- 
keiten mit einem solennen Festballe beendet. Das Konservatorium war 
bereits am i. Oktober 1869 in das neue Gebäude übersiedelt, dessen 
gesamte Herstellungskosten (Bau, Einrichtung und Nebenauslagen) 
733 567 fl. betragen haben. 

Der Reigen der Konzerte im Kleinen Saale wurde durch Klara 
Schumann am 19. Jänner eröffnet. Bald nach Schluß des Konzertes 
brach aus unaufgeklärter Ursache in den Vestibülgarderoben Feuer aus, 



io8 

das zwar durch die rasch herbeigeeilte Feuerwehr schon um 723 Uhr 
morgens vollständig gelöscht war, durch den mächtigen, sich durch 
alle Stiegenräume rasch verbreitenden Qualm aber auf die reichen Or- 
namente des Vestibüls und des Großen Saales vernichtend eingewirkt 
hatte. Nach Monatsfrist war der Schaden mit einem Kostenaufwande 
von 45000 fl., der zum größten Teile von der Versicherungsgesell- 
schaft c Donau» getragen wurde, wieder gutgemacht, und am 20. Fe- 
bruar wurde der Große Saal mit dem IL Gesellschaftskonzerte zum 
zweiten Male eröffnet^). 

Obwohl den Zweigvereinen schon in den Gesellschaftsstatuten vom 
Jahre 1860 das Recht eingeräumt worden war, sich innerhalb der dort 
gesteckten Grenzen im Einverständnisse mit der Direktion besondere 
Satzungen aufzuerlegen, hatte sich der Singverein dieses ganze Dezennium 
noch mit den alten, bei seiner Gründung von der Direktion erlassenen 
cBestimmungen» beholfen^). Erst in der Leitungssitzung vom 9. De- 
zember 1869 legte der Vorstand Dr. v. Raindl einen Entwurf neuer 
Statuten vor, der dann mit wenigen Änderungen der Generalversamm- 
lung vom 21. Dezember unterbreitet und von dieser, sowie auch im 
Juli 1870 von der Gesellschaftsdirektion genehmigt wurde (siehe Bei- 
lage II). 
Statuten des Von Wesentlichen Neuerungen in diesen Satzungen ist vor allem 

"^1869"*" das dem Singvereine eingeräumte Recht hervorzuheben, bei allen öffent- 
lichen Produktionen der Gesellschaft, bei denen Chorgesang in Anwen- 
dung kommt, mit vollständigem Ausschluß jeglicher anderweitiger Chor- 
kräfte mitzuwirken^). Ferner ist zu erwähnen die Einführung einer 



^) Die Brandchronik des Gebäudes hat nur noch ein kleines Dachbodenfeuer zu ver- 
zeichnen, das am i. Februar 1985 um Y^^ ^^^ morgens gegen Ende des Kostümballes der 
«Wiener Gesellschaftsabende» über dem Großen Saale durch Entzündung der Dachschalung 
infolge des direkten Kontaktes mit dem eisernen Aufsatze des Schlotes einer Meißnerheizung 
ausgebrochen war, aber durch die im Hause befindlichen Feuerwachleute mit Unterstützung 
der städtischen Feuerwehr rasch gelöscht wurde. Die Räumung des Saales war ohne Panik 
vor sich gegangen, und der Schaden, der nur 374 fl. betrug, wurde bald ersetzt. 

^) Der Orchesterverein hatte sich schon 1867 neue Statuten gegeben, die dann später 
noch zweimal, in den Jahren 1870 und 1877, geändert wurden. 

*) Ursprünglich waren die Gesangsschüler des Konservatoriums beiderlei Geschlechtes 
laut Direktionsbeschluß zur Teilnahme an den Übungen und zur Mitwirkung in den Konzerten 
verpflichtet. Im ersten Jahre war der Singverein durch 43 Soprane, i8 Alte, 4 Tenore und 
5 Bässe aus dem Konservatorium verstärkt, welche Verstärkung ihm weiblicherseits auch sehr 



I09 

alljährlich innerhalb der Monate Oktober bis Dezember abzuhaltenden 
Generalversammlung^), die Statuierung eines von dieser zu bestimmen- 
den Jahresbeitrages zu Zwecken des Sing vereinest) sowie die Fest- 
setzung, daß ein Mitglied, das ohne Rechtfertigung bei drei aufeinander- 



nottat, da er unter seinen Mitgliedern nur 37 Soprane und 18 Alte gegen 36 Tenore und 
52 Bässe zählte. 

In der Probe am i. Februar 1859 ereignete es sich nun, daß sich die Gesangsschüler statt 
mitzusingen auf die Galerie begaben und dort allerlei lärmende Allotria trieben, wobei sich 
einer sogar eine Zigarre anzündete, c Gleichzeitig erschien ein Schüler der Violinschule mit 
einer Violine, zeigte selbe einem anderen Buben und probierte sie ganz ungeniert.» Der da- 
malige administrative Leiter des Singvereines, Dr. Bauer, ersuchte deshalb die Direktion, die 
Gesangsschüler von dem Besuche der Vereinsabende gänzlich zu dispensieren, «zumal man sie 
sehr leicht entbehren kann». Die Direktion ging hierauf mit Beschluß vom 15. Februar ein, 
und fortan wirkten nur noch Schülerinnen im Singvereine mit. 

Aber auch die Schülerinnen waren sehr verschieden geartet und drückten sich mitunter 
gerne; schon in der zweiten Saison, 1858/1859, nahmen ihrer nur mehr 24 an den Übungen des 
Singvereines teil. Auch zu anderen Klagen gaben sie Anlaß. Im September 1859 berichtete 
Dr. Bauer an die Direktion: «Die Mitwirkung der Schülerinnen des Konservatoriums in 
Bausch und Bogen hat bei den Produktionen mehr geschadet als genützt. Ich ersuche daher, 
die Schülerinnen von der Verpflichtung zum Besuche des Singvereines zu entheben, dagegen 
zu gestatten, daß die vorzüglicheren als Mitglieder des Singvereines unentgeltlich eintreten 
dürfen.» Hierauf beschloß die Direktion am 14. Oktober, daß die allgemeine Verpflichtung 
der Schülerinnen des Konservatoriums, an den Übungen des Singvereines teilzunehmen, in 
Zukunft zu entfallen habe, daß jedoch die fähigeren Gesangsschülerinnen, «welche mit Rück- 
sicht auf ihre bereits erlangten Kenntnisse sowie durch ihre äußere Bildung und Anständigkeit 
des Benehmens hiezu geeignet erscheinen», von der Direktion des Konservatoriums angewiesen 
werden sollen, an jenen Übungen und Produktionen regelmäßig teilzunehmen. Von Rechten 
dieser Schülerinnen im Singvereine könne jedoch keine Rede sein, weshalb sie auch nicht 
eigentlich als Mitglieder aufgenommen werden können. 

In der Saison 1859/1860 wirkten im Singvereine 22 Schülerinnen mit, 1860/1861 26, 
1861/1862 dagegen nur mehr 16. Die Zahl der weiblichen Mitglieder des Singvereines war in- 
zwischen auf 143 gestiegen gegen 121 Herren. Am 9. Oktober 1862 ließ nunmehr die Direktion 
auch die «Anweisung» fallen und legte den Schülerinnen den Standpunkt nahe, daß ihre Zu- 
lassung zum Singvereine für sie eine Auszeichnung bedeute. Sie überließ es nämlich nunmehr 
den Schülerinnen, die am Singvereine teilzunehmen wünschten, sich zu melden; über die Zu- 
lassung sollte der Dirigent auf Grund einer Prüfung entscheiden, von der jedoch die bereits 
Zugelassenen befreit waren. Es scheint sich jedoch niemand gemeldet zu haben, denn in der 
Saison 1862/1863 waren im Singvereine nur mehr 15 Konservatoristinnen zu sehen ; und das 
waren auch die letzten Mohikaner. 

') Solche haben allerdings, wie begreiflich, schon seit der Gründung, und zwar zumeist 
im Dezember stattgefunden. 

^) Dieser Beitrag wurde von der Generalversammlung am 3. November 1870 zu i fl. be- 
stimmt (gleich dem bisher eingehobenen Beitrage für den Notenfonds); er ist erst von der 
Generalversammlung vom 2. Mai 1904 auf 3 K erhöht w^orden, welcher Ansatz auch noch 
heute gilt. 



HO 

folgenden Proben oder bei einer Aufführung fehlt, als ausgetreten be- 
trachtet wird. Des weiteren wurde — was nur formelle Bedeutung 
hatte — der bisherige < Chormeister > des Singvereines durch den gleich 
diesem von der Gesellschaft bestellten «Dirigenten» ersetzt. Der Aus- 
schuß bestand aus dem Vorstande, dem Dirigenten und vier Ausschuß- 
mitgliedern, die alljährlich nebst zwei Ersatzmännern von der General- 
versammlung zu wählen waren'). Der Ausschuß wählt aus seinem 
Kreise einen Vorstandstellvertreter ^). Jedes weibliche Mitglied erhält 
eine Gastkarte zu den Übungen und Aufführungen des Vereines. End- 
lich war die in den alten «Bestimmungen» vorhanden gewesene Ver- 
pflichtung in Wegfall gekommen, daß die Schüler und Schülerinnen 
des Konservatoriums zu den Singübungen und Aufführungen als Mit- 
wirkende zuzulassen waren. 

Nicht lange indessen blieben diese Statuten in Kraft. Schon in 
der Generalversammlung des Singvereines vom 3. November 1870 
brachte Johann Maliin einen von 23 Mitgliedern mitunterzeichneten 
Antrag auf eine neuerliche Abänderung der Singvereinsstatuten ein, 
«behufs Abstellung des Mißverhältnisses zwischen den Rechten und 
Pflichten der ausübenden Mitglieder», sowie auf die Wahl eines fünf- 
gliedrigen Komitees, das mit dem Leitenden Ausschusse jene Ab- 
änderungen beraten und sie dem Plenum noch vor Schluß des Vereins- 
jahres vorlegen sollte. Dieser Antrag wurde mit Majorität angenommen, 
worauf in das Statutenrevisionskomitee die Herren Maliin, Theodor 
Pichs, Ludwig Mohrenberg, Karl Schwinner und Dr. Eduard Kral 
gewählt wurden. 

Der Anlaß zur Unzufriedenheit lag in folgendem: 
Nach den damaligen Gesellschaftsstatuten hatten die Zweigvereins- 
mitglieder, wenn sie einen Jahresbeitrag von 6 fi. (anstatt 4 fl.) ent- 
richteten, den Anspruch auf je einen Sitz zu jedem ordentlichen Ge- 



') Die Zahl der von der Generalversammlung zu wählenden Ausschüsse hatte ursprüng- 
lich 3 betragen und war von der Generalversammlung am 20. Dezember 1860 auf 5 erhöht 
worden. Die in den Statuten vom Jahre 1869 festgesetzte Zahl von 4 wurde in der Folge von 
der Generalversammlung am 5. September 1871 wieder auf 6, dann am 16. Oktober 1876 auf 8 
und am 15. April 1907 auf 12 erhöht. 

*) Dies wurde durch mehrere Jahre unterlassen. Der erste Vorstandstellvertreter war 
Dr.Franz Müllner, vom 4. November 1877 bis 18. Oktober 1880; der zweite Ludwig Koch vom 
22. Oktober 1880 bis zu seinem Tode am 7. Oktober 1907; seit dem 17. Oktober 1907 ist Rudolf 
Hofmann (von 1898— 1904 Vorstand) Vorstandstellvertreter. 



III 

sellschaftskonzerte. Die entsprechende Anzahl von Sperrsitzkarten wurde 
zu Beginn eines jeden Jahres vom Ausschusse übernommen, und die 
Sitze wurden dann durch Verlosung unter die betreffenden Mitglieder 
verteilt. Nun stellte sich aber die Gesellschaft auf den fiskalischen 
Standpunkt und sagte: Die unterstützenden Mitglieder bezahlen 12 fl., 
jene ausübenden nur 6 fl.; daher haben jene ausübenden Mitglieder 
nur auf Sitze einer minderen Kategorie Anspruch. Und so erhielten 
denn die betreffenden Singvereinsmitglieder überwiegend Sitze auf der 
II. Gallerie, während die übriggebliebenen besseren Sitze verkauft oder 
auch wohl verschenkt wurden. Das verdroß begreiflicherweise die Mit- 
glieder des Singvereines, die ihrerseits wiederum dahin argumentierten, 
daß die 6 fl., um die sie weniger bezahlten als die unterstützenden 
Mitglieder, durch ihre Mitwirkung in den Konzerten mehr als wett- 
gemacht würden. 

Man sah indessen ein, daß diese Angelegenheit vom Singverein 
auf statutarischem Wege nicht zu lösen war, und so wurde denn der 
Gesellschaftsdirektion in dieser Hinsicht eine Resolution unterbreitet, 
der auch billigerweise willfahrt wurde; von 142 Sitzen, die dem Sing- 
vereine für die nächste Saison zugewiesen wurden, befanden sich 38 
im Parterre und in den Logen, 67 auf der I. und nur mehr 37 auf' 
der II. Galerie. 

Die Statutenänderung, die in einer zu diesem Zwecke einberufenen Statuten des 
außerordentlichen Generalversammlung des Singvereines am 5. Septem- ^'^^^^^^^^"^ 
ber 1871') beschlossen und von der Direktion am 22. September ge- 
nehmigt wurde, beschränkte sich auf wenige Punkte, und zwar meist 
von geringerem Belang (Beilage III). Wesentlich war nur die Heran- 
ziehung der Vereinsversammlungen an ordentlichen Übungsabenden zur 
Besorgung der Vereinsangelegenheiten, die bisher ausschließlich der 
Generalversammlung und dem Leitenden Ausschusse zugewiesen war. 
Fortan blieben dem Plenum vorbehalten: i. die Beschlußfassung über 
selbständige öffentliche Aufführungen; 2. alle Angelegenheiten, welche 
eine Auslage von mehr als 50 fl. O.W. erfordern; 3. die Verleihung von 
Geschenken, Honoraren und die Verwendung des Erträgnisses selbstän- 
diger Aufführungen. 



') Die außerordentliche Generalversammlung war ursprünglich auf den 29. August ein- 
berufen worden. Da aber die zur Beschlußfähigkeit nötige Anzahl von 40 Mitgliedern nicht 
zusammenkam, wurde eine neuerliche Ausschreibung für den 5. September erlassen. In dieser 
Versammlung wurde die Statutenänderung in Anwesenheit von nur 23 Mitgliedern beschlossen. 



I 12 

Ferner wurde bestimmt, daß nunmehr auch den Herren je eine 

Gastkarte zu den Übungen und Proben des Vereines gebühre, sowie 

daß die ordentliche Generalversammlung im Oktober eines jeden Jahres 

stattzufinden habe. 

Interne Vorgänge Ursprüngüch War freilich noch eine andere, einschneidende Än- 

^^ '"^ derung geplant gewesen, dahingehend, daß der artistische Direktor der 

Gesellschaft (Dirigent der Gesellschaftskonzerte und des Singvereines) 
von der Gesellschaftsdirektion «im Einvernehmen mit dem Singvereine» 
bestellt werden sollte. Dieser Wunsch, der von den Herren Mallin, 
Mohrenberg, Pichs und Schwinner ausgegangen war, war denn 
auch bereits in der Sitzung des Singvereinsstatuten-Revisionskomitees 
vom 27. Juni 1871 in diktatorischer Form in den § 3 der Singvereins- 
statuten aufgenommen worden, doch wurde der betreffende Beschluß 
in der Sitzung vom 21. Juli über Antrag Dr. Eduard Kräls rückgängig 
gemacht, so daß es bei der alten Fassung verblieb. Da aber ähnliche 
Wünsche auch später in internen Vereinskreisen oft geäußert wurden, 
ohne freilich ihrer Unbilligkeit und Undurchführbarkeit wegen jemals 
Oberwasser zu gewinnen, so dürfte es nicht ohne Interesse sein, den 
Wortlaut des schriftlich eingebrachten, allerdings etwas gar zu umständ- 
*lich und langatmig motivierten Gegenantrages Dr. Kräls kennen zu 
lernen : 

Antrag zu § 3 der Singvereinsstatuten 

In Erwägung, daß 

a) der Beschluß des zur Revision der Singvereinsstatuten zusammengesetzten 
Komitees vsregen vorherigen Einvernehmens der Gesellschaftsdirektion mit dem Sing- 

.vereine in betreff der Wahl des Dirigenten geeignet ist, in der jetzt angenommenen 
Fassung^) zu Mißverständnissen Anlaß zu geben; 

b) daß dadurch jetzt, wo in der Person Rubinsteins eine hervorragende 
Kraft für die Gesellschaft und auch den Singverein gewonnen ist, der Glaube 
wachgerufen werden könnte, dieser Beschluß wolle seine Spitze gegen den neuen 
Dirigenten kehren, was immerhin bedauerlich wäre; 

c) daß ferner durch den fraglichen Beschluß das freie Wahlrecht der Gesell- 
schaftsdirektion bezüglich des Dirigenten eine Einschränkung erfahren würde und 
daher eine Genehmigung dieses Vorschlages vonseiten der Gesellschaftsdirektion 
kaum erwartet werden kann; 



^) § 3. «Der Singverein besteht aus seinem von der Direktion der Gesellschaft im Ein- 
vernehmen mit dem Singvereine bestellten Dirigenten und aus denjenigen ordentlichen Gesell- 
schaftsmitgliedern, welche ihre Befähigung zur Mitwirkung bei den im § 2 erwähnten Auf- 
führungen dargetan haben und in den Verein aufgenommen worden sind.» 



r 



ii3 

d) in weiterer Erwägung, daß der Singverein ein, wenn auch sehr wesent- 
licher, doch nur ein Teil der Gesellschaft der Musikfreunde ist und es mißlich 
wäre, wenn einem solchen Teile das Recht der Einsprache und Mißbilligung in 
Hinsicht auf die Wahl des Dirigenten für das Ganze verliehen werden wollte; 

e) daß der Singverein, wenn auch dessen Bestand und Mitwirkung in den 
Konzerten sehr wichtig, ja unumgänglich notwendig ist, doch sich einem Dirigenten 
unterordnen muß, welcher auch seine Befähigung zur Leitung großer Orchester- 
werke dartun muß, worüber dem Singverein ein Urteil wohl nicht zustehen 
dürfte; 

f) in Erwägung, daß der Singverein gewiß nicht voraussetzt, die Mitglieder 
der Gesellschaftsdirektion, welche Männer seines Vertrauens sind, würden Beschlüsse 
fassen und Wahlen treffen, welche den Interessen des Singvereines abträglich sind, 
und daß daher jederzeit vorausgesetzt werden muß, die Interessen des Singvereines 
würden auch ohne jene abgeänderte Fassung des § 3 vonseite der Gesellschafts- 
direktion bestens gewahrt werden; 

g) in Erwägung, daß demnach eine solche Änderung des § 3 sich als über- 
flüssig darstellt, und 

h) daß der verstärkte Singvereins- und Statutenrevisionsausschuß gewiß nicht 
beabsichtigt, für den Singverein ein Veto bezüglich der Dirigentenwahl zu bean- 
spruchen; dann daß demnach 

i) ein solcher Beschluß von keiner praktischen Wirksamkeit wäre und sich 
in dieser Hinsicht geradezu als undurchführbar darstellt, wenn anders der Bestand 
des Singvereines und sein Verbleiben bei der Gesellschaft der Musikfreunde auch 
fortan erhalten werden soll; 

k) in Erwägung, daß bei Wahlen oder Beteiligung an solchen ein Verein viel 
leichter Gefahr läuft, wechselnden Stimmungen und Anschauungen Rechnung zu 
tragen, als die Gesellschaftsdirektion, welche vertragsmäßige Verpflichtungen von 
großer Tragweite im Namen der Gesellschaft der Musikfreunde gegen den Diri- 
genten zu erfüllen hat, und daß sie gewiß auch im Interesse der ganzen Gesell- 
schaft Änderungen zu treffen suchen wird, wenn sie deren Entwicklung durch den 
Dirigenten gefährdet sieht, und daß dadurch selbstverständlich auch die Interessen 
des Singvereines gewahrt werden; 

l) endlich in Erwägung, daß den Mitgliedern des Singvereines, wenn sie die 
gedeihliche Entwicklung desselben durch einen ihm mißliebigen Dirigenten ge- 
fährdet erachten, auch noch andere, viel drastischere Mittel zu Gebote stehen, um 
ihren Ansichten Geltung zu verschaffen: 

stelle ich den Antrag: § 3 der Singvereinsstatuten soll in der früheren 
Fassung verbleiben. 

21. Juli 1871 Dr. Eduard Kräl m. p. 

In der Generalversammlung des Singvereines vom 3. November 
1870 war von dem Mitgliede Emil Leitner der Wunsch ausgesprochen 
worden, daß sich die Mitglieder des Singvereines lebhafter an den 

8 



114 

Generalversammlungen der Gesellschaft beteiligen und dort ihre Wünsche 
und Beschwerden vorbringen sollten. 

Nun hatte die Gesellschaftsdirektion für die Generalversammlung 
der Gesellschaft vom 29. Dezember 1871 den Antrag angemeldet, die 
Zahl der von der Generalversammlung zu wählenden Direktionsmit- 
glieder durch eine Statutenänderung von 10 auf 15 zu erhöhen, worauf 
alsdann sofort die Wahl jener fünf neuen Direktionsmitglieder erfolgen 
sollte. Um hiebei die Interessen des Singvereines zu wahren, beschloß 
der Leitende Ausschuß am 22. Dezember, für diese Wahl Männer 
seines Vertrauens zu kandidieren, und zwar die Herren Adolf Koch 
Edlen v. Langentreu, Adolf v. Parmentier, Dr. August Schmidt, 
Josef M. Pfeiffer und Julius Nilius, von denen, nebenbei bemerkt, 
keiner Mitglied des Singvereines war'). Die Mitglieder des Singver- 
eines wurden aufgefordert, in der Generalversammlung zahlreich zu 
erscheinen und für die Genannten zu stimmen, und außerdem wurde 
der Orchesterverein eingeladen, mit dem Singvereine bei dieser Ge- 
legenheit womöglich Hand in Hand zu gehen, um die Solidarität der 
Interessen der beiden Zweigvereine «durch eine gleichartige Abstimmung 
nach außen hin glänzend zu dokumentieren». Der Orchesterverein 
ging «mit wahrer Freude* auf diesen Vorschlag ein. In der General- 
versammlung der Gesellschaft vom 29. Dezember 1871 wurden denn 
auch, nachdem die Vermehrung der Direktionsstellen beschlossen worden 
war, die drei zuerst genannten Herren — darunter also der gegen- 
wärtige Präsident der Gesellschaft — in die Direktion gewählt; be- 
züglich der beiden anderen Stellen war jedoch eine derartige Stimmen- 
zersplitterung eingetreten, daß eine Nachwahl notwendig wurde, die, 
da die Versammlung nicht mehr beschlußfähig war, in einer für den 
18. Jänner 1872 einberufenen außerordentlichen Generalversammlung 
vorgenommen wurde. Hiebei wurde Pfeiffer gewählt, an Stelle Nilius' 
aber August Ritter v. Miller zu Aichholz^). 

Dieses Hervortreten des Singvereines im Rahmen der General- 
versammlung scheint jedoch von einem Teile der Direktion übel ver- 

^) Diese Kandidatenliste stimmte mit dem offiziellen Wahlvorschlage der Direktion bis 
auf den zuletztgenannten überein. An Stelle Nilius' war von der Direktion Roman Uhl kan- 
didiert worden. 

^) Ähnlich ist der Singverein in der Folge nur noch einmal, in der Generalversammlung 
vom 5. Jänner 1880 aufgetreten^ wo aus seinem Kreise die Herren Adolf Lorenz und Ludwig 
Koch für die Wahl in die Direktion kandidiert wurden. Der erste drang durch, der zweite 
dagegen damals nicht. 



"5 

merkt worden zu sein, denn bald darauf, am 14. März 1872, legte die 
damals für kurze Zeit vereinigte Finanz- und Konzertsektion der Di- 
rektion eine Resolution über eine Reform des Singvereines vor. Die 
Mehrheit beschloß jedoch: c Solange von der Sing Vereinsleitung keine 
Vorschläge vorliegen, ist die Sache nicht Gegenstand einer Debatte.» 

An den Statuten des Singvereines wurden in der nächsten Zeit statuten- 
nur zwei kleine Änderungen vorgenommen. Am 16. April 1872 be- i^^s^J^vcrein 
schloß der Leitende Ausschuß, der nächsten Generalversammlung zu ^^7^ u. «s?^ 
empfehlen, die wöchentlichen Übungen, die bisher seit der Gründung 
des Vereines Dienstags stattgefunden hatten, auf Montag zu verlegen. 
Es hatte sich nämlich herausgestellt, daß der Kleine Saal des neuen 
Musik Vereinsgebäudes, in dem seit Jänner 1870 die Übungen des Sing- 
vereines stattfanden, an Dienstagen schon öfter zu Konzert- und anderen 
Zwecken hätte vermietet werden können, während der Saal Montags 
leer stand. Um nun der Gesellschaft eine möglichst nutzbringende Ver- 
wendung des Saales zu ermöglichen, wurde, nachdem die Direktion 
selbstverständlich gerne hiezu ihre Zustimmung gegeben hatte, von der 
Generalversammlung des Singvereines am 8. Oktober 1872 die Ver- 
legung der Proben von Dienstag auf Montag beschlossen^). 

Eine zweite Änderung wurde am 16. Oktober 1876 vorgenommen, 
indem die Zahl der von der Generalversammlung zu wählenden Mit- 
glieder des Leitenden Ausschusses von sechs auf acht erhöht wurde. 

In der Generalversammlung der Gesellschaft vom 22. Dezember 1874 Statutenänderung 
brachte Dr. Gotthelf Mßver den Antrag ein: «Es sei die neugewähite «^cr Gesellschaft 

■' *-' ^ der Musikfreunde 

Direktion aufzufordern, eine Revision der Statuten der Gesellschaft der 1874—1877 
Musikfreunde vorzunehmen und die vorzuschlagenden Änderungen nach 
ihrem Ermessen der ordentlichen Generalversammlung des Jahres 1875 
oder einer außerordentlichen, ad hoc einzuberufenden Generalversamm- 
lung zur Genehmigung zu unterbreiten.» 

Dieser Antrag wurde nach kurzer Debatte, wobei von dem An- 
tragsteller auf die Mangelhaftigkeit und Undeutlichkeit mancher statu- 
tarischen Bestimmungen — namentlich hinsichtlich der Vererblichkeit 
der Stifter- und Gründerrechte — hingewiesen wurde, von der Ver- 
sammlung angenommen. 

') In den Statuten des Singvereines vom Jahre 1871 war der Tag der wöchentlichen 
Übungen höchst überflüssigerweise namentlich bezeichnet worden, was vorher und nachher 
nicht der Fall war. 

8» 



ii6 

Gleich der letzten gesellschaftlichen Statutenrevision vom Jahre 1 869 
nahm auch diese zwei volle Jahre in Anspruch. Während aber da- 
mals Paragraph für Paragraph wiederholt in sieben Generalversamm- 
lungen durchberaten worden war, wurde diesmal die Sache durch eine 
en bloc- Annahme des Entwurfes glatt erledigt. Dagegen hatte die Her- 
stellung dieses Entwurfes desto größere Schwierigkeiten bereitet. Der 
Widerstreit der Meinungen war eben aus den Generalversammlungen 
in die Komitee- und Direktionsberatungen verlegt worden. 

Ein Teil der Direktion erhoffte damals alles Heil für die Gesell- 
schaft von den Stiftern und Gründern und war geradezu zweigvereins- 
feindlich gesinnt. So kam es denn, daß in dem ersten Entwürfe die 
Rechte der Zweigvereine arg beschnitten wurden. Den Mitgliedern der 
Zweigvereine sollte die Eigenschaft als Mitglieder der Gesellschaft be- 
nommen werden, ihre aus eigener Wahl hervorgegangenen Vorstände 
sollten der Bestätigung durch die Direktion unterliegen, der Singverein 
sollte nicht mehr statutarisch, sondern nur über jeweilige Berufung durch 
die Direktion in den Gesellschaftskonzerten mitwirken u. dgl. m. Als 
die Zweigvereine hiegegen remonstrierten, wurden mit ihnen Unter- 
handlungen gepflogen und die betreffenden Bestimmungen sodann teils 
fallen gelassen, teils aber auch nur gemildert. Insbesondere wollte man 
nunmehr den Mitgliedern der Zweigvereine zwar im allgemeinen die 
Rechte von Mitgliedern der Gesellschaft belassen, jedoch mit der Ein- 
schränkung, daß sie das Stimmrecht in der Generalversammlung nicht 
persönlich, sondern nur durch Vertreter ausüben sollten, und zwar 
durch den Vorstand, die Ausschüsse und Abgeordnete im lo^/oigen 
Ausmaße der Mitgliedszahl des betreffenden Zweigvereines. 

Aber selbst mit diesem Kompromisse konnte sich ein Teil der 
Direktion nicht befreunden, und da es zu ähnlichen Kompromissen 
auch bei anderen Punkten gekommen war, so stellte sich in der Direk- 
tionssitzung vom 17. Dezember 1875 heraus, daß der Statutenentwurf 
in seiner Gänze von keinem einzigen Direktionsmitgliede vertreten 
werden konnte. Der Entwurf, der schon mehrmals für die nächste 
Generalversammlung als Verhandlungsgegenstand in Aussicht genommen 
und wieder zurückgezogen worden war, wurde nun endgiltig von der 
Tagesordnung abgesetzt und zur nochmaligen gründlichen Beratung an 
das Komitee zurückgeleitet. 

Die Generalversammlung vom 19. Jänner 1876 nahm diesen 
Sachverhalt zur Kenntnis, beschloß aber, über einen ursprünglich von 



117 

Dr. Meyer gestellten und im Laufe der Verhandlung von dem Sing- 
vereinsmitgliede Franz Stumm und von dem Direktionsmitgliede Dr. 
Heinrich v. Billing amendierten Antrag, «es werde ein Statuten- 
revisionskomitee bestellt, in welchem die Mitglieder aller Kategorien 
gleichmäßig vertreten sind, und für welches die Zweigvereine ihre Ver- 
treter selbst wählen.» 

Der Singverein entsendete in dieses Komitee die Herren Dr. Franz 
Müllner und Friedrich Böhm, der Orchesterverein Dr. Max Edlen 
V. Schick h und Josef D eil 1er; außerdem waren die Stifter, die 
Gründer, die unterstützenden Mitglieder und die Lehrer des Konser- 
vatoriums durch je zwei Vertrauensmänner vertreten. 

Der von diesem Komitee ausgearbeitete Statutenentwurf wurde von Statuten 
der Generalversammlung am 1 8. Jänner 1877, wie bereits erwähnt, en 
bloc angenommen. Den Zweigvereinen wurde darin kein Haar ge- 
krümmt, ihre Stellung in der Gesellschaft nicht angetastet; eine bessere 
Einsicht hatte die Oberhand bekommen. 

Die wichtigsten Veränderungen waren die folgenden: 

Der Zweck der Gesellschaft wurde infolge der bereits im Herbst 
1874 erfolgten Kreierung der Schauspielschule auf die Pflege der dar- 
stellenden Kunst erweitert. 

Die Rechte der Stifter und Gründer blieben nicht nur unverletzt ^), 
sondern wurden obendrein «mit Zustimmung der Direktion unter 
Lebenden veräußerlich> gemacht. Auch wurde den Stiftern und 
Gründern das Recht zugestanden, sich in der Generalversammlung 
durch Bevollmächtigte vertreten zu lassen. Dagegen wurde für die 
Zukunft die Stiftereinlage von 2000 auf 3ooo fl. und die Gründereinlage 
von 200 auf 500 fl. erhöht. 



der Gesellschaft 
1877 



') Nach einem von dem Mitgliede des Statutenrevisionskomitees Josef De i 11 er unter 
dem 5. März 1876 verfaßten und durch Druck, vervielfältigten Entwürfe sollten die Stifter- und 
Gründerrechte unübertragbar sein und mit dem Ableben der gegenwärtigen Besitzer, bei juri- 
stischen Personen aber nach 20 Jahren erlöschen; auch sollten keine neuen Stifter und Gründer 
mehr aufgenommen werden. Ähnliche Gedanken scheinen übrigens auch schon früher gehegt 
worden zu sein, denn unter dem 28. Mai 1875 hatte sich die Direktion veranlaßt gefunden, ein Ge- 
rücht, als ob sie die Stifter- und Gründerrechte zu schmälern beabsichtigte, zu dementieren. 

Interessant an dem Entwürfe D eillers war die Bestimmung, daß die Mitglieder der 
Zweigvereine erst dann, nachdem sie zwei Jahre lang ununterbrochen einem Zweigvereine an- 
gehört haben, ausübende Mitglieder der Gesellschaft werden sollten. Bei den unterstützenden 
Mitgliedern sollte ein vorangegangenes fünfjähriges Konzertabonnement zur Bedingung der 
Aufnahme gemacht werden. 



1x8 

Bezüglich der Erwerbung der Mitgliedschaft wurde den neuen 
Satzungen das den früheren Statuten völlig fremde Vereinsprinzip zu- 
grundegelegt, wonach die Mitgliedschaft von der Aufnahme durch die 
Direktion abhängig gemacht und — von den Stiftern und Gründern 
abgesehen — vom Konzertgenusse gänzlich getrennt wurde. Die unter- 
stützenden Mitglieder, die bisher nur so geheißen hatten, mit einem 
Jahresbeiträge von 12 fl., verbunden mit unentgeltlichem Sperrsitzbezug, 
aber eigentlich doch nur eine Art von Konzertabonnenten gewesen 
waren, wurden nunmehr mit einem Beitrag von 10 fl. wirklich unter- 
stützende Mitglieder und erhielten nach den Stiftern und Gründern das 
Vorkaufsrecht auf einen Sitz und eventuell Nebensitz für die Gesell- 
schaftskonzerte zum Abonnementspreise sowie auch das Vorkaufsrecht 
auf denselben Sitz, bezw. Nebensitz für alle anderen, im Großen Saale 
gegen öffentlichen Sperrsitzverkauf stattfindenden Produktionen. 

Die ausübenden Mitglieder haben fortan einen einheitlichen Jahres- 
beitrag von 4 fl. zu leisten und können je nach Wahl entweder eine 
unentgeltliche Eintrittskarte zu den Gesellschaftskonzerten beziehen, oder 
nach den Stiftern, Gründern und unterstützenden Mitgliedern ein um 
25% ermäßigtes Sperrsitzabonnement für die ordentlichen Gesellschafts- 
konzerte eingehen, wobei der erlegte Jahresbeitrag obendrein in die 
Zahlung eingerechnet wird; die Ermäßigung als solche erstreckt sich 
auch auf die außerordentlichen Gesellschaftskonzerte. 

Ferner wurde bestimmt, daß die Generalversammlung in der Regel 
im Monate Dezember stattzufinden habe. 

Die Direktion wurde fortan wieder auf drei Jahre gewählt, mit 
Integralerneuerung durch jährliches Ausscheiden eines Drittels'). Die 
Zahl ihrer Mitglieder war schon von der Generalversammlung vom 
29. Dezember 1871 von 10 auf 15 erhöht worden und wurde später 
von der Generalversammlung am 25. Jänner 1887 insoferne noch 
weiter erhöht, als der Direktion statutarisch das Recht eingeräumt 
wurde, drei weitere Direktionsmitglieder auf je drei Jahre gegen nach- 
trägliche Bestätigung durch die Generalversammlung zu kooptieren. 

Seither ist an den Statuten der Gesellschaft nichts mehr geändert 
worden. 



') Bis zum Jahre 1860 war die Direktion immer auf ein Jahr gewählt worden, dann bis 
1869 auf drei Jahre mit Integralerneuerung durch jährliches Ausscheiden eines Drittels. Seither 
war die Wahl der Direktion auf zwei Jahre ohne Integralerneuerung erfolgt. 



119 

Bald darauf gab sich auch der Singverein wiederum neue Statuten. Statuten 
In der Sitzung des Leitenden Ausschusses am 26. Jänner 1877 wurden ^ »n|^«reines 
der Vorstand Dr. Viktor v. Rain dl und Dr. Franz Müllner ersucht, 
eine Revision der bestehenden Statuten vorzunehmen. Dies geschah, 
und die revidierten Statuten wurden am 23. April von einer außer- 
ordentlichen Generalversammlung des Singvereines und am 25. Juni 
auch von der Gesellschaftsdirektion genehmigt. Irgendwelche wesentliche 
Änderungen kommen darin nicht vor; die Revision war hauptsächlich 
stilistischer Natur. Diese Statuten des Singvereines (Beilage IV) stehen 
— von zwei Änderungen abgesehen — auch heute nach 3o Jahren noch 
in Kraft, und dies kann wohl als ein Zeichen dafür gelten, daß der 
Verein nunmehr innerlich und in seinem Verhältnisse zur Gesellschaft 
konsolidiert war'). 

In der außerordentlichen Generalversammlung des Singvereines Änderung 
vom 26. Jänner 1880 wurde von Dr. Josef Trutter die Frage einer 
Statutenrevision neuerlich angeschnitten, und es wurde auch zu diesem 
Zwecke ein Komitee gewählt, das einer auf den 10. Mai d. J. einbe- 
rufenen außerordentlichen Generalversammlung einen Abänderungs- 
vorschlag unterbreitete, über dem jedoch ein eigenes Verhängnis waltete ; 
zum Teile wurde er von der Generalversammlung selbst, zum Teile 
aber von der Gesellschaftsdirektion abgelehnt, und nur eine einzige Be- 
stimmung, die Verlegung der ordentlichen Generalversammlungen vom 
Oktober in den April 2) — also vom Beginne an den Schluß der 
Konzert- und Vereinssaison — wurde beschlossen und blieb in Kraft, 

Die Anträge (vgl. hiezu die Beilage IV) lauteten: 

Zu § 2, Absatz I. Die gemeinsamen Gesangsübungen sind derart einzurichten, 
daß nicht nur der zunächst angestrebte Zweck: «Mitwirkung des Singvereines bei 
den öfFentlichen Aufführungen der Gesellschaft» ermöglicht, sondern auch eine 
systematische Schulung der Mitglieder und hierdurch künstlerische Vollendung im 
Chorgesange erzielt wird. 

Zu dem Ende ist ein Teil der stets zwei volle Stunden umfassenden Ubungs- 
zeit zum Studium nicht zur KonzertaufTührung im laufenden Jahre bestimmter, 
instruktiver Chorwerke, besonders solcher a cappella, zu verwenden. 



') Auch die gegenwärtig noch in Geltung stehenden Statuten des Orchestervereines 
datieren aus diesem Jahre (von der Direktion genehmigt am 12. Oktober 1877). 

^) In der heute noch in Umlauf befindlichen Neuauflage der Statuten vom Jahre 1877 ist 
diese Verlegung ohne weitere Bemerkung nachgetragen, so daß man glauben könnte, sie wäre 
schon im Jahre 1877 beschlossen worden. 



I20 

Zu § 5. Dieses Recht des Vereines begründet nicht das gleiche Recht jedes 
einzelnen Mitgliedes. Es steht daher dem Leitenden Ausschusse, wenn sich ein 
Mißverhältnis zwischen den einzelnen Stimmgattungen zeigt, das Recht zu, die 
Mitglieder der zu stark vertretenen Stimmgattungen in Gruppen einzuteilen, von 
welchen abwechselnd Je nur eine bei den öffentlichen Aufführungen mitwirkt. 

Damit die Gruppeneinteilung gerecht nach der Leistungsfähigkeit und den 
Stimmitteln der Mitglieder vorgenommen werden kann, steht dem Leitenden Aus* 
Schüsse das Recht zu, im Bedarfsfalle mit den einzelnen Mitgliedern der einzutei- 
lenden Stimmgattungen eine Singprobe abzuhalten. 

Wer sich dieser Singprobe nicht unterzieht, hat kein Recht, seine Einteilung 
in eine Gruppe zu begehren. 

Zu § 6, Absatz 2. Der Leitende Ausschuß wird aufgefordert, diese Bestim- 
mung strenge zu handhaben. (Als Resolution.) 

Zu § 7. Die ordentliche Generalversammlung ist jährlich im Monate April 
abzuhalten. 

Zu § 12. Der Leitende Ausschuß hat über die Zuläsajgkeit der Mitwirkung 
des Singvereines bei den von der Gesellschaftsdirektion in Aussicht genommenen 
außerordentlichen Produktionen zu entscheiden. 

Das Programm der vom Singvereine in den ordentlichen und außerordent- 
lichen Konzerten der Gesellschaft der Musikfreunde während einer Saison zum 
öffentlichen Vortrage zu bringenden Tonwerke ist bei Beginn der Saison einer zu 
diesem Zwecke einzuberufenden Plenarversammlung des Singvereines vorzulegen, 
die mit Majorität der Anwesenden über die Annahme oder Ablehnung desselben 
oder einzelner Tonwerke entscheidet. 

Die Zusatzbestimmungen zu den §§ 2 und 5 der Statuten wurden 
von der Generalversammlung abgelehnt, die übrigen wurden ange- 
nommen. Die zu § 12 vorgesehene Einflußnahme des Singvereins- 
plenums auf das Programm der Gesellschaftskonzerte war nicht vom 
Komitee, sondern erst in der Generalversammlung selbst von Dr. Lud- 
wig Kunwald beantragt und durchgebracht worden. 

Wie vorausgesehen werden konnte, bedauerte die Direktion (Schrei- 
ben vom 15. Oktober 1880), die Genehmigung des zu § 12 gefaßten 
Beschlusses «aus dem Grunde ablehnen zu müssen, weil der Inhalt dessel- 
ben dem seit dem Bestehen der Gesellschaft festgehaltenen, in den gegen- 
wärtig giltigen Statuten begründeten und auch fürderhin im Interesse 
einer gedeihlichen Geschäftsführung sorgsam zu wahrenden Grundsatze 
widerspricht, nach welchem die einheitliche Leitung der künstlerischen 
und administrativen Geschäfte der Gesellschaft der von der Vollversamm- 
lung aller Mitglieder gewählten Direktion obliegt, beziehungsweise zusteht». 

Dieser Bescheid wurde dem Singverein in der Generalversamm- 
lung am 18. Oktober bekanntgegeben und verursachte nicht geringe Auf- 



t2I 

regung; schließlich aber sahen einige doch ein, daß die Direktion nicht 
nur im Rechte war, sondern auch recht hatte, und die anderen gaben 
sich auch so zufrieden. 

14 Jahre später wurde jedoch noch einmal ein Versuch in dieser Änderungsversuch 
Richtung unternommen. In der Generalversammlung des Singvereines '^^ "° ^ ^4 
vom 17. April 1893 brachten die Herren Dr. Eugen Kraus, Dr. Rudolf 
Schindler und Hermann Nigg den Antrag ein, einzelne Paragraphe 
der Statuten zu ändern. Dieser Antrag wurde einem Komitee zu- 
gewiesen, bestehend aus dem Leitenden Ausschusse, den Antragstellern 
und den Herren William Rowland, Franz Krapf und Raphael Hof- 
mann. Im Laufe der Verhandlungen wurden die von den Antrag- 
stellern ursprünglich in Aussicht genommenen Abänderungen teils 
wesentlich modifiziert, teils gänzlich fallen gelassen. Schließlich blieben 
folgende Anträge übrig, die der nächsten Generalversammlung am 
3o. April 1894 unterbreitet wurden: 

1. Der Dirigent sollte von der Gesellschaftsdirektion im Einver- 
nehmen mit dem Leitenden Ausschusse des Singvereines bestellt wer- 
den. Das Komitee beantragte die Ablehnung dieses Antrages, die denn 
auch erfolgte. 

2. Das Programm der Gesellschaftskonzerte sollte von der Direktion 
im Einvernehmen mit dem Singvereinsausschusse bestimmt werden. 
Dieser Antrag wurde von der Generalversammlung angenommen. 

3. Die in § 6 der Gesellschaftsstatuten sub e — g bezeichneten Mit- 
glieder (der Dirigent der Gesellschaftskonzerte, der Direktor und die 
Lehrer des Konservatoriums und der Generalsekretär der Gesellschaft) 
sollten von der Wahl in den Leitenden Ausschuß des Singvereines 
ausgeschlossen werden^). Dieser Antrag, gegen den sich schon das 



^ Hierdurch sollte lediglich der Eventualität einer Pflichtenkollision vorgebeugt werden. 
Diese Frage war akut geworden und wurde im Vereine vielfach erörtert, seitdem der lang- 
jährige Vorstandstellvertreter des Singvereines, Ludwig Koch, am 29. September 1892 an 
Stelle des in Pension gegangenen L. A. Zellner zum Generalsekretär der Gesellschaft bestellt 
worden war. Eine persönliche Spitze gegen Ludwig Koch hatte dieser Antrag nicht. 

Ludwig Koch, geb. 1844, absolvierte 1867 das Wiener Polytechnikum und trat dann als 
Volontär in die Werkstätte der Kaiserin Elisabeth -Westbahn ein, wo er im Alter von 23 Jahren 
als technischer Beamter angestellt wurde. Nach der Verstaatlichung der Westbahn in den 
Staatsdienst Übernommen, brachte er es bis zum Oberingenieur der Generaldirektion der 
K. K. Staatsbahnen, in welcher Stellung er mit i. Jänner 1904 in Pension trat. 

Ludwig Koch, der sehr musikalisch veranlagt war, hatte schon im Alter von 18 Jahren 
bei dem ihm befreundeten trefflichen Opernsänger Gustav HÖlzel Gesangsunterricht genommen, 



.122 

Komitee ausgesprochen hatte, wurde von der Generalversammlung ab- 
gelehnt. 

Wie zu erwarten war, mußte indessen der Vorstand in der nächsten 
Generalversammlung am 22, ApriLiSgs die Mitteilung machen, daß 
die Direktion der Gesellschaft der von der vorigen Generalversammlung 
beschlossenen Statutenänderung ihre Genehmigung versagte, «und zwar 
wegen praktischer Undurchführbarkeit, da das Programm in zwei Ver- 
waltungskörpern — der Direktion und dem Singvereinsausschusse — 
beraten werden müßte, wobei eine Einigung oft schwer zu erzielen 
wäre; dann, weil zur Zeit der Vorlage des Programmes (im Sommer) 
der Ausschuß nicht in der Lage wäre, mit den Mitgliedern in Fühlung 
zu treten; endlich, weil der Singverein ohnehin in seinem Vorstande 
und dem Konzertdirektor zwei berufene Vertreter seiner Interessen in 
der Direktion besitzt. Die Direktion sei aber bereit, Wünsche des Aus- 
schusses bezüglich des Programmes zu berücksichtigen*. 



worauf er sich vielfach als Kirchensänger betätigte. Später genoß er unter Otto Dessoff auch 
Unterricht in der Theorie der Musik. Als er sich eben der Oper zuwenden wollte, wurde die 
Widerstandskraft seiner Nerven durch eine Lungenaffektion und bald darauf durch eine 
schwere GelenksentzUndung so geschwächt, dafi er der aufreibenden Bühnenlaufbahn entsagen 
mußte. 

Im Jahre 1870 trat Koch in den Wiener Männergesangverein ein, zu dessen treuesten 
Mitgliedern er seither zählte. Große Verdienste hat sich Koch auch um den Wiener Akademi- 
schen Wagner- Verein erworben, dem er 10 Jahre als Obmann vorstand, und dessen Organisation 
und Entwicklung großenteils sein Verdienst ist; er gründete die cintcrnen Musikabende> und 
den Vereinschor. 

Am 27. Jänner 1886 wurde Ludwig Koch in die Direktion der Gesellschaft der Musik- 
freunde gewählt, in der er gleichfalls eine höchst ersprießliche Tätigkeit entfaltete. Insbesondere 
nahm er an allen technischen Arbeiten regen Anteil; die Neukonstruktion des gegenwärtig noch 
bestehenden Podiums im Großen Saale im Sommer 1887, die Einführung der elektrischen 
Beleuchtung im Sommer i8go (im Sommer 1907 vollständig neu installiert) und der Umbau der 
Garderoben, verschiedene Adaptierungen von Schulräumen, die Restaurierung des Kleinen 
Saales im Sommer 1903, der Umbau der Galeriestiegen im Sommer 1904 u. dgl. m. erfolgten 
nach seinen Angaben und Plänen. Als der vormalige Generalsekretär der Gesellschaft, L. A. 
Zellner, unheilbar erkrankt war, supplierte Ludwig Koch seit dem i. Jänner 1892 dessen Stelle, 
wurde dann am 29. September 1892 unter Resignierung auf seine Eigenschaft als gewähltes 
Direktionsmitglied provisorisch und am 4. Jänner 1894 definitiv zum Generalsekretär ernannt, 
als welcher er sich auch um die Schule und um das Konzertwesen große Verdienste erwarb, 
derentwegen er im September 1896 durch die Verleihung des Titels eines Kaiserlichen Rates 
und im November 1902 durch die des Titels eines Regieningsrates ausgezeichnet wurde. In- 
folge geschwächter Gesundheit sah er sich genötigt, mit i. August 1907 in Pension zu gehen. 

Dem Singvereine gehörte Ludwig Koch seit dem Jahre 1871 an, der Leitung seit 12. Ok- 
tober 1874, u^^ zwar seit 22. Oktober 1880 als Vorstand Stellvertreter bis zu seinem nach 
langem, schweren Leiden am 7. Oktober 1907 in Wien erfolgten Tode. 



123 

Diese Mitteilung wurde von der Versammlung über Antrag 
Dr. Schindlers mit Bedauern zur Kenntnis genommen. 

In der Folge wurde an den Statuten des Singvereines nur noch Statutenänderung 
einmal eine kleine Änderung vorgenommen, indem die Generalver- *"8^®^**° ^^^7 
Sammlung vom 15. April 1907, wie gelegentlich bereits bemerkt worden 
ist, die Zahl der zu wählenden Ausschußmitglieder von 8 auf 12 er- 
höhte, so daß seither der Leitende Ausschuß des Singvereines mit 
Einschluß des Vorstandes und des Konzertdirektors aus 14 Mitgliedern 
besteht. 

2. Die vereinsrechtliche Stellung der Damen in der Gesellschaft 

der Musikfreunde und im Singvereine 

Es ist bisher bei dem historischen Rückblicke auf die Organisation 
der Gesellschaft der Musikfreunde und ihres Singvereines ein Thema 
außeracht gelassen worden, das nunmehr in zusammenfassender Dar- 
stellung übersichtlich behandelt werden soll: die vereinsrechtliche 
Stellung der Damen. 

Wenn man sich erinnert, daß die Gesellschaft der Musikfreunde 1812 
unter der Ägide der «Gesellschaft adeliger Frauen zur Beförderung des 
Guten und Nützlichen» entstanden ist, so wird es nicht wundernehmen, 
daß in dem ersten, von dem perpetuierlichen Sekretär der Damen- 
gesellschaft*) Josef Sonnleithner im Jahre 1812 entworfenen «Vor- 
schlage zur Organisierung des Dilettantenvereines* ein förmlicher Damen- 
kult betrieben wurde. Nicht nur sollten zu Bevollmächtigten — in 
den nachmaligen Repräsentantenkörper — «sowohl Herren als Damen 
gewählt werden» können, sondern ein Mitglied der Damengesellschaft 
sollte auch die Wahlstimmen eröffnen, sichten und die Gewählten ver- 
künden. Überhaupt sollte die Gesellschaft nach jenem Vorschlage 
eigentlich ganz im Dienste der Damengesellschaft aufgehen und ins- 
besondere ihre Konzerte zu deren «Vorteil» veranstalten, weswegen 
denn auch in Konzertangelegenheiten stets das Einvernehmen mit einer 
von der Damengesellschaft hiezu bestimmten Ausschußdame gepflogen 
werden sollte. Auch die Mitgliedsbeiträge sollten jener Ausschußdame 
übergeben werden, die denn überhaupt die ganze Kassagebarung des 
Dilettantenvereines in Händen haben sollte. 



^ So der abgekürzte Name der Gesellschaft adeliger Frauen usw. 



124 

i8i3 Demgegenüber stellt sich der Statutenentwurf vom Jahre i8i3 als 

völlig geschlechtslos dar; er kennt weder Herren noch Damen, sondern 
nur Kunstfreunde, Mitglieder, Dilettanten, Individuen, Sänger usw. 
Nur ein einziges Mal zeigt sich die Spur einer Differenzierung, 
da es in § 8i heißt: cZu den Chorübungen haben die Mitglieder des 
Chores und die nötige Begleitung des Frauenzimmers Zutritt.» Da- 
gegen sind in § II unter den Rechten der Mitglieder unterschiedslos 
verzeichnet «das Stimmrecht in allen jenen Fällen, in welchen die Ent- 
scheidung der allgemeinen Stimmenmehrheit eingeräumt ist>, und «das 
Recht, zu den verschiedenen ehrenvollen Leitungsgeschäften in der 
Gesellschaft gewählt zu werden». 

Kein Zweifel: aus dem nackten Wortlaut ergibt sich hier logisch 
die Gleichberechtigung der Geschlechter. Die psychische Sonde aber 
findet noch zwei weitere Möglichkeiten vor: ein Übersehen, oder aber 
die Votaussetzung eines alten und im allgemeinen bewährten Grund- 
satzes, der da lautet: mulier taceat in ecclesia. 

1814 Und — o wehe! — die Statuten vom Jahre 18 14 waren in dieser 

Hinsicht deutlich. In § 11 wurde bestimmt: «Um in den Repräsen- 
tantenkörper gewählt zu werden, wird die Großjährigkeit des Mitgliedes 
erfordert. Obschon die weiblichen Mitglieder das allgemeine Recht 
zu wählen und das Recht, in den Vokal- und Instrumentalabteilungen 
als Ausschüsse gewählt zu werden, besitzen, so können sie doch nicht 
zu den eigentlichen Geschäftsplätzen in der Gesellschaft gewählt 
werden. > 

Das heißt: Die Damen waren von der Wahl in den Repräsentanten- 
körper — den Repräsentanten der heutigen Generalversammlung — und 
daher auch von der Wahl in den von und aus diesem gewählten Lei- 
tenden Ausschuß — die heutige Direktion — ausgeschlossen. Im übrigen 
durften sie mitreden, so viel sie nur immer wollten, sie durften allent- 
halben wählen und durften auch in die zahlreichen sonstigen Komitees 
und Subkomitees gewählt werden. 

Sie durften wohl, aber sie wollten nicht. Im Vormärz war von 
einer Frauenbewegung nicht viel zu spüren. 

,846 Der «Entwurf der neuen Statuten* nach den Beschlüssen des Lei- 

tenden Ausschusses vom 22. April 1846 hielt nicht nur in § 12 die 
Ausschließung der Mitglieder weiblichen Geschlechtes von der Leitung 
des Vereines aufrecht, sondern bestimmte überdies in § 21: «In der 



Generalversammlung kann jedes ausübende und unterstützende Mitglied, 
welches männlichen Geschlechtes und großjährig ist, erscheinen. Die 
Stimmen werden nur persönlich abgegeben.» 

Nach diesem Entwürfe — die ersten Statuten vom Jahre 1814 wurden 
erst im Jahre 1851 wirklich durch neue ersetzt — waren also die Damen 
in der Gesellschaft klipp und klar mundtot. 

Was damals geplant war, wurde im Jahre 1851 zum Teile ver- 1851 
wirklicht. Die von der Generalversammlung vom 25. Februar d. J. 
beschlossenen Statuten bestimmten in § 7, Punkt i : «Die ordentlichen 
Mitglieder haben den ausschließenden Anspruch auf die Leitung des 
Vereines, an welcher jedoch Mitglieder weiblichen Geschlechtes und 
Minderjährige keinen Anteil nehmen können.» Und in § 14 hieß es: 
«Jedes Mitglied hat das Recht, in der allgemeinen Versammlung zu er- 
scheinen und, insofern es an der Leitung der Gesellschaft Anteil zu 
nehmen hat (§ 7, Z. i), persönlich seine Stimme abzugeben.» 

Das heißt: Die Damen durften wohl in der Generalversammlung 
erscheinen, sie durften dort auch reden, aber nicht stimmen. Das ak- 
tive Wahlrecht, das sie seit der Gründung der Gesellschaft gehabt hatten, 
war ihnen fortan entzogen. 

Daß die Damen zu der Generalversammlung Zutritt hatten, ist 
übrigens auch durch einen Direktionsbeschluß erhärtet worden. In dem 
Protokolle der Direktionssitzung vom 10. November 1859 findet sich 
folgende Stelle: 

Dr. Bauer stellt die Anfrage, ob auch Damen, welche Gesellschaftsmitglieder 
sind, eingeladen werden können, als Zuhörer bei der Generalversammlung zu er- 
scheinen. Beschluß: Mit Rücksicht auf den § 14 der Statuten unterliegt diese Ein- 
ladung keinem Anstände. 

Nichtsdestoweniger hielten sich die Damen nach wie vor von den 
Generalversammlungen ferne, wie dies die Präsenzlisten jederzeit be- 
kunden. Der damaligen Damenwelt war das eigentliche Vereinsleben 
noch fremd. 

Die Direktion, die die nächste Statutenänderung vorbereitete, war ,860 
etwas damenfreundlicher gesinnt. In § 6 ihres Entwurfes war den 
ordentlichen Mitgliedern zuerkannt: «i. Das Stimmrecht in der all- 
gemeinen Versammlung; 2. die Fähigkeit, in die Direktion gewählt zu 
werden, wovon jedoch Mitglieder weiblichen Geschlechtes und Minder- 
jährige ausgeschlossen sind.> Und hiermit übereinstimmend hieß es in 
§11: «Jedes ordentliche Mitglied hat das Recht, in der allgemeinen 



126 

Versammlung zu erscheinen und persönlich seine Stimme abzugeben. 
Stellvertreter werden nicht zugelassen.» 

Die Direktion wollte also den Damen das Stimmrecht wieder zu- 
gestehen; nur des passiven Wahlrechtes sollten sie entbehren. 

Die Generalversammlung vom 3i. Mai 1860 beschloß jedoch über 
Antrag der Herren Dr. Franz Egger, Ignaz Paul und Dr. Josef Weißel, 
den Damen und Minderjährigen das Stimmrecht nicht zuzugestehen, 
wonach die ersten beiden Punkte des § 6 folgende Fassung erhielten: 
«Die ordentlichen Mitglieder haben folgende Rechte: i. Das Stimm- 
recht in der allgemeinen Versammlung; 2. die Fähigkeit in die Direktion 
gewählt zu werden. Mitglieder weiblichen Geschlechtes und Minder- 
jährige sind von der Berechtigung zu i und 2 ausgeschlossen.» Und 
die bezügliche Stelle des § 11 wurde dahin geändert, daß sie lautete: 
«Jedes stimmberechtigte (§ 6, i und 2) Mitglied hat das Recht, in der 
allgemeinen Versammlung zu erscheinen und persönlich seine Stimme 
abzugeben. Stellvertreter werden nicht zugelassen.» 

Nun waren also die Damen sogar noch schlechter daran als bis- 
her seit dem Jahre 1851. Die Generalversammlung war ihnen nun- 
mehr gänzlich verschlossen, so wie es in dem Entwürfe vom Jahre 1 846 
geplant war. 
25. Jänner 1868 Einer sehr eingehenden Beratung wurde die Damenfrage bei der 

nächsten großen Statutenänderung in den Jahren 1868 und 1869 unter- 
zogen. 

Der außerordentlichen Generalversammlung vom 25. Jänner 1868 
unterbreitete die Direktion zunächst nur einen Antrag auf Abänderung 
der §§ 4, 5 und 6 der Gesellschaftsstatuten, wobei es sich ihr haupt- 
sächlich um die Geldbeschaffung für den Hausbau durch die Einführung 
von Stiftern und Gründern handelte. 

In dem neuen § 5, der an die Stelle des alten § 6 der Statuten 
treten sollte, hieß es nun: «Die allen ordentlichen Mitgliedern zu- 
stehenden Rechte sind: i. Das Stimmrecht in der Generalversammlung; 
2. die Fähigkeit, in die Direktion gewählt zu werden.» — Eine Aus- 
nahm sbestimmung bezüglich der Damen und Minderjährigen fehlte. 

In der Debatte folgerte nun Dr. Bauer ganz richtig, daß hierdurch 
den Damen und Minderjährigen sowohl das Stimmrecht als auch die 
Fähigkeit, in die Direktion gewählt zu werden, zugesprochen erscheine; 
welcher Ansicht die Direktion über die Emanzipation der Frauen sei, 
habe er nicht beleuchtet. (Stenographisches Protokoll S. 21.) 



127 

Der Vorsitzende erklärte hierauf, daß es in dem Antrage heiße: 
«Statt der §§ 4, 5 und 6 der Statuten sollen die §§ 4 und 5, und in 
dieser Reihenfolge eintreten.» «Das heißt», sagte er weiter, «alle 
übrigen sollen unverändert bleiben. Das heißt weiter, daß alle Be- 
stimmungen, die rücksichtlich der Minorennität, der Mitglieder weiblichen 
Geschlechtes u. dgl. (in die alten Statuten) aufgenommen sind, unver- 
ändert beibehalten werden sollen.» (Sten. Prot. S. 28.) Worauf Dr. Bauer 
einfach erklärte, daß er Deutsch verstehe, und bei seiner Schlußfolgerung 
verharrte. Inzwischen war die Stunde vorgerückt und die Verhandlung 
wurde auf eine Woche vertagt. 

In der Fortsetzung am i. Februar erklärte nun das Direktionsmit- i. Februar 1868 
glied Dr. Josef Unger, daß es sich von selbst verstehe, «daß durch 
die Abänderung hinsichtlich der Reorganisation der Mitgliedsrechte nur 
die finanzielle Seite der Frage getroffen werden soll, daß daher alle 
epinösen Fragen anderer Natur, ob Minderjährige oder Frauenspersonen 
von der Wahlfähigkeit für alle Zukunft ausgeschlossen, oder ob die- 
selben zugelassen werden sollen, als nicht die finanzielle Seite der Re- 
organisation betreffend außer Betracht bleiben.» (Sten. Prot. S. 42.) 

Und der Vorsitzende Dr. Franz Egger versicherte, «es liege der 
Direktion ferne, in dieser Beziehung eine Änderung vorzuschlagen, 
sondern die Direktion habe die Absicht, die Bestimmungen derjenigen 
Alineas in § 6, wo es heißt: Mitglieder weiblichen Geschlechtes und 
Minderjährige sind von der Berechtigung, in die Direktion gewählt zu 
werden, ausgeschlossen, statutarisch aufrechtzuhalten» ^). Aber er fügte 
— gleichsam prophylaktisch — hinzu, «daß diese Bestimmungen sowie 
alle übrigen statutarischen der Beratung über eine Revision der Statuten 
im allgemeinen vorbehalten bleiben sollen». (Sten. Prot. S. 54 — 55.) 

Eine solche allgemeine Revision war allerdings unabweisbar, da 
durch die nunmehr beschlossenen, hauptsächlich auf die Gewinnung 
von Stiftern und Gründern gerichteten Änderungen auch manche Ände- 
rungen späterer Paragraphe nötig geworden waren. 

In einer zu diesem Zwecke auf den 18. Juli 1868 einberufenen 
außerordentlichen Generalversammlung legte denn auch die Direktion 
einen vollständig ausgearbeiteten Statutenentwurf vor, der diese und 
noch zwei weitere Generalversammlungen beschäftigte. 



18. Juli 1868 



') Dem Aufmerksamen wird es nicht entgehen, daß die zitierte Stelle nicht dem § 6 
der damals giltigen Statuten vom Jahre 1860, sondern dem § 6 des ursprünglichen Entwurfes 
der Direktion entnommen ist. 



128 

In diesem Entwürfe hieß es nun in § 5 : «Die den ordentlichen 
Mitgliedern zustehenden Rechte sind: i. Das Stimmrecht in der General- 
versammlung. 2. Die Fähigkeit, in die Direktion gewählt zu werden. 
Minderjährige sind von der Berechtigung zu i und 2 ausgeschlossen. > 

Das Gesellschaftsmitglied Karl Heß 1er hielt es für unwahrschein- 
lich, daß in dem Entwürfe irgend etwas unabsichtlich ausgelassen 
worden wäre, betonte aber gerade deswegen umsomehr den Mangel 
einer Ausnahmsbestimmung hinsichtlich der Damen, wobei er insbe- 
sondere auf die zahlreichen Damen des Singvereines hinwies. Aller- 
dings, meinte er, wären die Damen durch die Bestimmung, daß Minder- 
jährige von jenen Rechten ausgeschlossen seien, größtenteils mitbetroffen, 
denn die Mehrzahl dieser Damen sei ja minderjährig. Hier aber handle 
es sich um das Prinzip, und er stelle deshalb den positiven Antrag, 
die Damen von dem Stimmrechte in der Generalversammlung und der 
Wählbarkeit in die Direktion auszuschließen. (Sten. Prot. S. 78—81.) 

Ein ungenanntes Mitglied bemerkte, es könne gar kein Zweifel 
darüber herrschen, daß die Direktion jenen Passus absichtlich ausge- 
lassen habe, und dies sei als ein Fortschritt mit Freuden zu begrüßen. 
«Wer gleiches leistet, soll gleiches Recht haben.» (Sten. Prot. S. 82 — 84.) 

Ein anderer Redner trat dem entgegen. Die Frauen repräsen- 
tierten mehr das erhaltende, die Männer mehr das schöpfende Prinzip. 
«Wir sind aber zu sehr in der Schöpfung begriffen, als daß wir Damen 
in das Institut wählen, welche bloß für die Erhaltung wirken sollen.» 
(Ebendort, S. 86.) Und wieder ein anderer bezeichnete sich zwar als 
einen großen Verehrer der Frauen, allein er konnte sich «nicht denken, 
wie eine Frau z. B. an den Direktionssitzungen teilnehmen soll. Da 
hier Herren sind, die für die Frau durch Feuer und Wasser gehen 
möchten, so wäre es möglich, daß die Verwirklichung der geltend- 
gemachten Anschauungen zu mancherlei Konsequenzen führen könnte». 
(S. 88.) 

Dr. Eduard Schön stellte hierauf den Vermittlungsantrag, den 
Damen, die in Sachen der Kunst ganz gut mitreden könnten, wohl 
das Stimmrecht, aber nicht die Wahlfähigkeit einzuräumen. (S. 92.) 

Dagegen meinte wiederum Dr. Eduard Lewinger, daß es sich in 
den Generalversammlungen zumeist um alles andere eher als um künst- 
lerische Angelegenheiten handle; im übrigen aberwünschte er, von der 
Direktion eine präzise Antwort darüber zu erhalten, ob sie die in Rede 
stehende Bestimmung der alten Statuten in ihrem Entwürfe wirklich 



129 

mit Absicht, oder etwa doch nur aus Versehen weggelassen habe, 

(S. 96—97.) 

Darauf erklärte nun der Präses Dr. Egg er, daß diese Frage aller- 
dings mit offenem Visier in der Direktion reiflich besprochen worden 
sei, daß sehr viele Gründe dagegen geltend gemacht worden seien, und 
daß er persönlich auch zu denjenigen zähle, die da meinen, daß es 
bei der alten Bestimmung auf Ausschließung der Frauen verbleiben 
solle. Allein mit Motiven mannigfacher Art sei von der Mehrheit der 
Direktion beschlossen worden, «daß die Ausschließung der Frauen aus- 
zulassen und dadurch indirekt deren Zulassung auszusprechen sei.» 
(S. 98.) 

Und nun trat niemand Geringerer als Josef Unger*) in die 
Schranken, um eine Lanze für die Damen zu brechen. «Ein geehrtes 
Mitglied» — sagte er unter anderem — «hat die Schöpfung herbei- 
gerufen, jenes rätselhafte Wunder, und meinte, wir seien auch in der 
Schöpfung begriffen. Dieses Mitglied scheint kein so entschiedener 
Gegner zu sein. Wir müssen nur fragen: Wie lange dauert unsere 
Schöpfung? Sieben Tage? Sieben Jahre? Und erst, wenn wir über 
das Stadium dieser problematischen Schöpfung hinausgekommen sind, 
könnten die Frauen zugelassen werden? Wie kann man behaupten, 
wir befänden uns heute in dem Momente der Schöpfung? . Wir be- 
stehen doch schon seit 40, ja ich glaube 50 Jahren, und das ist für 
ein Menschenleben und auch für das Leben einer Gesellschaft genug. 
Wir müßten von einer förmlichen Wiedergeburt, von einer Transfor- 
mation sprechen. Warum aber bei dieser Transformation der alte, ada- 
mitische Schöpfungsstandpunkt angenommen werden soll, kann ich nicht 
einsehen. Ich will nur fragen, ob es uns ziemt, unsere Präponderanz 
auf jene supemumeräre Rippe Adams gründen zu wollen. Wozu uns 
also auf diese Schöpfungsfrage einlassen! Ich sage, es sind praktische 
Gründe, die uns bestimmen.» Und nun verbreitete sich Unger des 
weiteren über die gesellschaftliche Stellung der Frau. Er verwies 
darauf, daß ein Mann wie John Stuart Mill sogar für die Zulassung 
der Frauen in das englische Parlament plädierte, daß aber auch bei 
uns die Wahlberechtigung der Frau insofeme im Prinzip anerkannt sei, 
als sie im Großgrundbesitze durch Stellvertreter wählen dürfe; daß die 



') Der berühmte Rechtsgelehrte ist vom 21. Dezember 1867 bis 26. Oktober 1876 
Direktionsmitglied gewesen. 

9 



i3o 

Frauen unbeschränkt zum Gewerbebetriebe zugelassen seien, daß sie 
vermögensrechtliche Interessen so zu wahren verstünden, daß das öster- 
reichische Gesetzbuch die Bestimmung, daß Frauen nicht Bürgschaft 
leisten können, aufgehoben habe. «Ich frage jedermann: Wenn Klara 
Schumann unserem Vereine angehörte und in der Generalversammlung 
erschiene, um allgemein-artistische Interessen zu besprechen — wer 
hätte den Mut, sie aus der Versammlung auszuschließen?» «Die ganze 
Entwicklungsgeschichte drängt danach hin, den Frauen jenen Kreis der 
Berechtigung einzuräumen, der ihnen naturgemäß zukommt. Mir kommt 
vor — um wieder an die Schöpfung anzuknüpfen, ohne mich aber 
auf den alten, biblischen Standpunkt zu stellen — wie der interkon- 
fessionelle Unterschied gefallen ist, so muß auch der gesellschaftliche 
fallen.» (Sten. Prot. S. 99 — 106.) 

Nachdem sich hierauf Johann Herbeck für das Stimmrecht der 
Damen, aber gegen ihre Wählbarkeit in die Direktion ausgesprochen 
hatte, bei welcher Gelegenheit er bestätigte, «daß die weiblichen Mit- 
glieder des Singvereines durchgehends minderjährig sind» (S. 107 — iio), 
nahm wieder Dr. Lewinger das Wort, um ein Geplänkel mit Unger zu 
beginnen. Wenn er früher im Zweifel gewesen wäre — seitdem die 
Direktion die Aufklärung gegeben habe, daß der bewußte Passus ab- 
sichtlich weggelassen worden sei, habe er sich für die alte Fassung der 
Statuten, gegen die Zulassung der Frauen und für den Antrag Prof. 
Heßlers entschieden. «Herr Professor Unger hat in wahrhaft geist- 
reicher, wenn auch in metaphysischer Weise auf die Schöpfung zu- 
rückgegriffen. Aber ich erlaube mir zu bemerken, daß Gott das Weib 
erst dann aus der supernumerären Rippe geschaffen hat, als er sich 
ennuyierte. Es ist aber nicht vorgekommen, daß wir uns in unserer 
Einsamkeit gelangweilt haben. Es wurde gesagt: Werden Sie eine 
Frau von der Bildung Klara Schumanns nicht in die Versammlung 
zulassen? Nun, ich werde mir aber dagegen die Frage erlauben: Wie 
viel solcher Frauen gibt es denn ? Sind die Dutzendfrauen, die 6 und 
1 2 Gulden zahlen werden, um ordentliche Mitglieder zu werden, auch 
solche Klara Schumanns? Exceptio firmat regulam. Weil es nur wenige 
solche gibt, bin ich gegen die Zulassung der Frauen im allgemeinen.» 
(S. III und 1 1 4.) 

In seinem Schlußworte sagte Unger: «Herr Dr. Lewinger hat sich 
ganz auf den Schöpfungsstandpunkt gestellt. Ich kann mich nicht 
darauf stellen. Ich kann nicht annehmen, wie Herr Dr. Lewinger, daß 



i3i 

Adam oder — ich weiß nicht, ob ich ihn recht verstanden habe — 
der liebe Herrgott selbst sich gelangweilt und das Weib geschaffen 
hätte. Auf welchen Standpunkt stellen wir uns? Die Frage ist nicht 
eine Frage über Unterhaltung und Langweile. Das glaube ich aber 
unbedingt versichern zu können: diese Gesellschaft bedarf eines frischen, 
neuen Lebens ; eines frischen, neuen Lebens nach außen — und dieses 
manifestiert sich im Bau — aber auch eines frischen Lebens nach 
innen. Es muß ein neuer Geist in die Versammlung kommen, es 
müssen sich die Poren nach allen Seiten öffnen; es muß umschlossen 
werden alles, was sich darbietet: dann wird neues, frisches Leben 
emporblühen. Wie Sie aber neues Leben emporblühen lassen wollen, 
ohne auf das andere Geschlecht zu kommen, das würde wieder auf 
jene Untersuchung zurückführen über die generatio aequivoca, was 
aber schon etwas zu sehr ins äquivoke gehen würde.» (S. 127 — 128.) 

Unter dem Zauber der berückenden Dialektik Ungers wäre 
diesmal die Entscheidung vielleicht wirklich zugunsten der Damen 
ausgefallen, wenn es nämlich nunmehr zur Abstimmung gekommen 
wäre. Es kam aber nicht dazu. Denn als es dazukommen sollte, 
stellte sich heraus, daß die Versammlung für eine Statutenänderung 
nicht mehr beschlußfähig war. 

So mußte denn in der ordentlichen Generalversammlung vom iQ.Dezembenses 
19. Dezember 1868 die Verhandlung über diesen Punkt von vorne 
begonnen werden. Prof. Heß 1er wiederholte seinen Antrag auf Aus- 
schließung der Frauen von der Generalversammlung und von der Fähig- 
keit, in die Direktion gewählt zu werden, und meinte, «daß die Stel- 
lung der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft eine so ehrenvolle sei, 
daß die Frauen es wohl nicht nötig haben, sich dem Kreise der Männer, 
in dem sie doch immer nur eine untergeordnete Rolle spielen werden, 
aufzudrängen». Er glaube auch, «daß vernünftige Frauen diesen Wunsch 
wohl kaum aussprechen werden, ja vielleicht den Beschluß der General- 
versammlung, sie plötzlich stimmfähig zu machen, mit einem Lächeln 
hinnehmen würden». In einer so ernsten Frage dürfe man sich weder 
durch Galanterie noch durch soziale Schlagworte verleiten lassen; er 
warne davor, an dem Institute etwas zu ändern, was bisher zu seinen 
Grundpfeilern gehörte. (Sten. Prot. S. 83 und 86.) 

Nunmehr nahm Dr. Leopold v. Sonnleithner das Wort: 

«Das Stimmrecht in der Generalversammlung könnte wohl den 
Frauen insoferne eingeräumt werden, als sie es durch einen mann- 



l32 

liehen Bevollmächtigten ausüben. Die Fähigkeit, in die Direktion ge- 
wählt zu werden, möchte ich ihnen aber unter allen Umständen ab- 
sprechen. 

Ich achte Schillers Wort, daß man die Frauen ehren soll, aber 
Schiller hat auch über die gelehrten Frauen geschrieben» (Heiterkeit.) 
Ich bin der Ansicht des Weisen Sarastro, welcher sagt: 

Ein Mann mufi eueren Willen leiten, 

Es pflegt die Frau aus ihrem Wirkungskreis zu schreiten. 

Jedes Geschlecht, jede Altersstufe hat ihren Wirkungskreis. Ad- 
ministrative Geschäfte erfordern Kenntnisse, fordern eine Gewandtheit, 
eine Übung in Dingen, die in der Regel der Frau fremd sind. Ich 
lebe lange genug, um Erfahrungen in weiten Kreisen gemacht zu haben. 
Es gibt keine Gesellschaft, welche sich mit Geldadministration und Ge- 
schäften, wie es die unsrigen sind, befaßt, in welcher die Frauen in 
die Direktion gewählt werden können. Bei Krippenvereinen, bei Ver- 
einen zur Besserung weiblicher Sträflinge (Heiterkeit), bei Erziehung 
von braven Dienstboten steht die Sache anders — aber es kommt 
vielleicht nach Jahrhunderten erst, vielleicht auch früher, eine Zeit, wo 
die Frauen das verstehen werden, was sie zu solchen Dingen brauchen. 
Jetzt ist aber diese Zeit gewiß noch nicht da. Und unsere Verhand- 
lungen werden schon jetzt, da wir nur Männer unter uns sind, so in 
die Länge gezogen (große Heiterkeit), daß, wenn auch die Frauen noch 
in der Versammlung wären, man gar nicht zu Worte kommen würde. 
(Anhaltende, lebhafte Heiterkeit).» (Sten. Prot. S. 88—89.) 

Da sich niemand mehr zum Worte meldete — Josef Unger war 
zwar anwesend, verhielt sich aber diesmal schweigsam — wurde ab- 
gestimmt, und das Ergebnis war, daß die fragliche Bestimmung in 
folgender Fassung angenommen wurde: «Die den ordentlichen Mit- 
gliedern aller Kategorien zustehenden allgemeinen Rechte sind: i. Das 
Stimmrecht in der Generalversammlung. 2. Die Fähigkeit, in die 
Direktion gewählt zu werden. Minderjährige und Mitglieder weiblichen 
Geschlechtes sind von der Berechtigung zu i und 2 ausge- 
schlossen».*) 

Diese Textierung ließ allerdings wiederum die Auslegung offen, 
daß die Ausschließung von dem Stimmrechte in der Generalversamm- 

^ Die Statutenänderung wurde erst in der außerordentlichen Generalversammlung vom 
26. Februar 1869 beendet. Durch eine redaktionelle Änderung kam hiebei die obige Bestim- 
mung unter § 6 (ursprünglich § 5). 



i33 

lung nicht gleichbedeutend sei mit der Ausschließung von der General- 
versammlung überhaupt. Hiernach durften also die Damen zwar in 
der Generalversammlung erscheinen und dort auch wohl das Wort 
ergreifen, nur nicht eben sich an der Abstimmung beteiligen. Man 
konnte folgern, daß sie an der Generalversammlung zwar nicht mit 
entscheidender, doch aber mit beratender Stimme teilnehmen durften. 
Diese Auffassung wird noch dadurch gestützt, daß in § 28 der Statuten 
zu gewissen Zwecken ausdrücklich «die Anwesenheit von mindestens 
80 stimmberechtigten Mitgliedern» vorgeschrieben wurde. Daraus geht 
hervor, daß auch andere als stimmberechtigte Mitglieder in der Gene- 
ralversammlung erscheinen konnten; hätten nämlich in die General- 
versammlung überhaupt nur stimmberechtigte Mitglieder Zutritt gehabt, 
dann wäre einfach die Anwesenheit von 80 Mitgliedern schlechtweg zu 
fordern gewesen. 

In den heute noch geltenden Statuten vom 18. Jänner 1877 lautet 1877 
die uns hier interessierende Bestimmung des § 7: «Die den ordent- 
lichen Mitgliedern zustehenden allgemeinen Rechte sind: a) das Stimm- 
recht in der Generalversammlung; b) das aktive Wahlrecht; c) das 
passive Wahlrecht. Minderjährige Mitglieder und Mitglieder weiblichen 
Geschlechtes sind von der Berechtigung zu 0, b und c ausgeschlossen, 
können aber, sofeme sie Stifter oder Gründer sind, die Rechte a und b 
durch Vertretung ausüben.» 

Auch hier ist die Folgerung berechtigt, daß den Minderjährigen 
und den Damen die beratende Stimme in der Generalversammlung 
nicht entzogen sei, und es kann als vorbildlich hiefür gelten, daß nach 
diesen Statuten auch die Direktion aus Mitgliedern mit entscheidender 
und solchen mit nur beratender Stimme besteht. Tatsache ist es in- 
dessen, daß die Damen der Gesellschaft die Generalversammlung seit 
jeher als eine Gerechtsame der Männer respektieren, und daß der Ge- 
neralversammlung — abgesehen von der einen oder anderen Professorin 
des Konservatoriums — noch niemals der Anblick der holden Weib- 
lichkeit zuteil ward. Und vielleicht ist es so auch besser. 

Im Singvereine, der heute in Umkehrung des ursprünglichen singvercin 
Verhältnisses zu zwei Dritteilen aus Damen besteht, und wo beide 
Geschlechter fortwährend harmonisch zusammenwirken; wo sich jedes 
einzelne Mitglied als Teil des Ganzen fühlt und betätigt, und wo das 
Band des gemeinsamen künstlerigchen Interesses alle untereinander kol- 
legial umschlingt; hier, in einem Vereine, der in dem Zusammenklange 



i34 

männlicher und weiblicher Stimmen zugleich wurzelt und gipfelt, und 
wo man, um bei diesem Bilde zu bleiben, dem Toncharakter und der 
Stimmführung entsprechend den Baß dem Stamme, den Tenor den 
Ästen, den Alt den Zweigen und den Sopran den Blättern vergleichen 
kann; wo der Unterschied zwischen Damen und Herren in der Unter- 
scheidung der Stimmgattungen aufgeht — wo, was der einen Stimme 
nützt, der anderen frommt, und wo das gesprochene Wort nur dann 
das gesungene ablöst, wenn es sich um administrative Angelegenheiten 
innerhalb des engen, dem Vereine statutarisch vorgezeichneten Wir- 
kungskreises handelt, um Agenden, die die Interessensphäre eines jeden 
einzelnen Mitgliedes berühren, und die deshalb füglich auch der Beur- 
teilung aller unterzogen werden müssen und können; hier im Sing- 
vereine, wo Herrenchor und Damenchor einander musikalisch vermählt 
sind, so daß der Verein ohne Damen eben nicht der Singverein wäre ; 
wo man deshalb, wie fast in jeder Ehe, auch an Gardinenpredigten 
gewöhnt ist: hier hatten und haben die Damen im Plenum jederzeit 
mit den Herren gleiche Rechte. Nur von der Wahl in den Leitenden 
Ausschuß sind sie, und zwar ebenfalls seit jeher, ausgeschlossen. 

Ein Versuch, auch diese Einschränkung noch weiter zu mindern, 
ist einmal innerhalb der Leitung selbst gemacht worden. 

In der Sitzung vom 20. April 1869 stellte der Schriftführer Dr. 
Eduard Kräl den Antrag, «daß die Damen des Vereines aus sich zwei 
Damen als Vertrauenspersonen zur Entgegennahme ihrer Wünsche und 
Mitteilung derselben an den Ausschuß wählen sollen, welche an den 
Ausschußsitzungen mit informativem Votum teilzunehmen hätten». 
Dieser Antrag wurde damals von der Leitung einstimmig angenommen; 
als aber in der Leitungssitzung vom 4. Oktober d. J. Emil Leitner die 
Bildung des Damenkomitees urgierte, wurde diese Angelegenheit vertagt, 
und zwar, wie die Folge zeigte, ad calendas graecas. 

Vereinzelt hat sich aber auch eine gegenteilige Strömung geäußert. 

Bei der Statutenberatung im Jahre 1871 hatte das Vereinsmitglied 
Johann Mallin unter dem 19. Juni schriftlich beantragt, das Stimm- 
recht in der Generalversammlung des Singvereines auf die männlichen 
Mitglieder zu beschränken. Dieser Antrag wurde jedoch schon im 
Komitee begraben. 

Ein in der Generalversammlung am 1 7. April 1 899 von einer Dame 
gestellter Antrag endlich, auch Damen in die Leitung zu wählen, kam 
als gegen die Statuten verstoßend gar nicht zur Debatte. 



i35 



3. Fünfzig Jahre Singverein 



Als Korporation ist der Singverein eine Gründung Dr. Josef 
Bauers; künstlerisch aber ist er eine Schöpfung Johann Herbecks ^). 
Dieser hat den Verein ausgebildet und großgezogen, hat ihn von Erfolg 
zu Erfolg geführt und ihn zu einem der wichtigsten Faktoren im 
Wiener Musikleben erhoben. Seine Nachfolger haben das Werk mit 
Kunst und Liebe fortgesetzt, und der 50 jährigen Mühe Lohn ist eben 
der Singverein von heute. 

Am 16. April 1858 hatte sich der Singverein konstituiert, am Proben 
5. Mai trat er zu seiner ersten Probe zusammen. Diese fand an einem 
Mittwoch statt, die folgenden aber Dienstags. Vom 14. Oktober 1872 
angefangen war Montags Probe, und hiebei ist es bis heute geblieben. 
Die Ubungszeit von 7 — 9 Uhr abends wurde seit dem ersten Zusam- 
mentritte des Vereines beibehalten. 



') Johann Ritter v. Herbeck, geboren am 25. Dezember i83i zu Wien als Sohn eines 
Schneiders, erhielt Unterricht in der Musik zunächst als Sängerknabe in dem Zisterzienser- 
stifte Heiligenkreuz, dann seit 1846 in Wien bei Ludwig Rotter. 1852 wurde er Chormeister an 
der Piaristenkirche, 1856 Chormeister des Wiener Männergesangvereines (bis 1866 ; der Wahl- 
spruch des Vereines ist von ihm komponiert), 1858 Chormeister des Singvereines und im Ok- 
tober 1859 artistischer Direktor der Gesellschaft der Musikfreunde und Dirigent der Gesell- 
schaftskonzerte; daneben i863 Vizehofkapellmeister und 1866 erster Hofkapellmeister; 1869 
Hofopernkapellmeister und 1870 Hofoperndirektor, aus welchem Anlasse er von seiner Stellung 
in der Gesellschaft der Musikfreunde und im Singvereine zurücktrat, die er aber nach seinem 
1875 erfolgten Abschiede vom Theater wieder erhielt und bis zu seinem Tode am 28. Oktober 
1877 versah. 

Herbeck war ungemein fruchtbar als Komponist von Liedern und Chören, hat sich aber 
auch in anderen musikalischen Formen, namentlich in der Symphonie und der Messe versucht. 
Der Wiener Männergesangverein, dessen Mitglied Herbeck seit dem Jahre 1852 war, brachte 
bei seiner kirchlichen Stiftungsfeier am 14. Oktober 1855 Herbecks Messe in G für Männer- 
stimmen mit ad libitum- Begleitung von Celli und Kontrabässen zur Aufführung, wodurch zum 
ersten Male die Aufmerksamkeit weiterer musikalischer Kreise auf Herbeck gelenkt wurde. Die 
größten Erfolge aber hat Herbeck mit seinen Chorkompositionen erzielt, deren der Männer- 
gesangverein allein in den Jahren 1853 — 1893 51 nicht weniger als 175 mal gesungen hat. Auch 
der Singverein hat (vgl. Beilage VIII) eine stattliche Anzahl von Aufführungen Herbeckscher 
Chorwerke zu verzeichnen. 

Im Jahre 1868 erhielt Herbeck das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens, 1873 den Orden 
der Eisernen Krone III. Klasse und 1874, ^^^ damaligen Ordensstatuten gemäfi, den Ritterstand. 
Seit 1866 war Herbeck Ehrenmitglied des Männergesangvereines, seit 187 1 auch solches der Ge- 
sellschaft der Musikfreunde. 

Eine ausführliche Biographie Herbecks von seinem Sohne Ludwig, die sich in den Händen 
fast aller älteren Singvereinsmitglieder befindet, ist im Jahre 1885 im Verlage von Albert J. Gut- 
mann in Wien erschienen. 



i36 

In der zweiten Hälfte des April hatte Herbeck im Auftrage der 
Gesellschaftsdirektion eine Reise nach Leipzig und Berlin gemacht, um 
die Einrichtungen der dortigen altberühmten Chorvereinigungen kennen 
zu lernen und sich bei den großen Verlagsfirmen über die Literatur 
für gemischten Chor zu unterrichten; die Lager der Wiener Musikalien- 
händler waren in dieser Hinsicht nicht am besten bestellt, weil ja ein 
Absatz auf jenem Gebiete bisher nur in spärlichem Maße stattgefunden 
hatte. 

In der Probe am 5. Mai berichtete Herbeck über diese Reise. 
Hierauf wurden die Herren Dr. Olschbaur ^), Dr. Gunz und Dr. 
V. Kreißle in den Leitenden Ausschuß gewählt, und nun konnte es 
mit dem Singen beginnen. Der Verein sang an diesem ersten Abend 
einen alten italienischen Chor und sechs neue Chöre von Julius Maier. 

In den ersten Jahren erschien allwöchentlich in den gelesensten 
Tagesblättern — namentlich in der «Wiener Zeitung», dem «Wanderer» 
und der «Presse» — im Anhange zu den Theaterrepertoiren das «Re- 
pertoire des Singvereines der Gesellschaft der Musikfreunde» für die 
nächste Probe 2). Dieses Repertoire war immer sehr reichhaltig, denn 



') Karl Ritter v. Olschbaur, geboren 1826 als Sohn des Notars Philipp Olschbaur, 
studierte die Rechte und wurde gleich seinem Vater ein trefflicher Notar. 

Schon als Student hatte Olschbaur durch die Glockenhelle seiner Tenorstimme Aufsehen 
erregt. 1846 trat er in den Wiener Männergesangverein ein. 1848 gehörte er der Akademischen 
Legion an, und als er da eines Abends, flammend von Begeisterung, mit dem Säbel umgUrtet, 
in der Gesangsübung des Vereines erschien, geriet er mit dem Vorstande Dr. Franz Egger in 
eine Kontroverse, die ihn zum Austritte aus dem Vereine veranlaßte. 1850 trat er aber wieder 
ein und wurde sofort in die Leitung gewählt, in der er bis 1855 verblieb. Seit dem 22. Mai 1868 
war er Vorstandstellvertreter und vom 4. Oktober 1872 als Nachfolger Dumbas bis zu seinem 
am I. Mai 1895 erfolgten Tode Vorstand. 

Olschbaur war in seiner Blütezeit ein Sänger von großer Popularität, und besonders die 
Frauen huldigten ihm gleich einem Troubadour. Er war auch ein glänzender Redner, was ihm 
als Vorstand des Männergesangvereines sehr zustatten kam. Die Art und Weise, wie Olschbaur 
bei der 50 jährigen Jubelfeier des Vereines die Ansprachen der aus allen Weltgegenden er- 
schienenen Deputationen beantwortete, immer liebenswürdig, immer herzlich, bald ernst, bald 
heiter, immer aber als echter Wiener vom rechten Schrot und Korn, wird jedem, der daran 
teilgenommen hat, unvergeßlich bleiben. 

Dem Singverein gehörte Olschbaur von der Gründung bis zum Jahre 1872 an, darunter 
im ersten Jahre als Leitungsmitglied, und vom 21. Dezember 1867 bis 27. April 1869 als Vor- 
stand. In der Gesellschaftsdirektion saß Olschbaur von 1867 — 1871. 

Im Jahre 1873 wurde Olschbaur durch den Franz Josefs- Orden ausgezeichnet, x88o durch 
den Orden der Eisernen Krone 111. Klasse, worauf er statutenmäßig in den Ritterstand erhoben 
wurde. 

^) Desgleichen auch das der Wiener Singakademie. 



i37 

es wurden damals in den Proben nicht nur die für die Konzerte ein- 
zustudierenden Chöre gesungen, sondern dazwischen auch andere Chöre 
zum selbsteigenen Vergnügen'). Nicht selten auch fanden in den 
Zwischenpausen Solovorträge einzelner Mitglieder statt. Es war da- 
mals entschieden mehr Vereinsleben im Verein als noch vor kurzem 
heute; die Mitglieder lernten sich rascher kennen und fühlten sich 
gleichsam als Angehörige einer großen, musikalischen Familie. Es war 
mit einem Worte eine patriarchalische Zeit. 

In der Probe vom 7. Dezember 1858 hatte der Singverein die 
Freude, einen illustren Gast in seiner Mitte zu sehen: Klara Schumann. 
Da eben die Chöre aus c Paradies und Peri> geübt wurden, setzte sich 
die treffliche Pianistin an den Flügel und spielte den Klavierpart. «Es 
war», wie die «Wiener Zeitung» am 11. Dezember berichtete, «er- 
freulich zu sehen, daß Tempo und Auffassung der Chöre, wie sie vom 
Chormeister des Vereines einstudiert wurden, mit dem Vortrage der 
Meisterin zusammenstimmten, die den Geist dieser Tondichtung ihres 
verstorbenen Ehegatten durch ihren Vortrag verlebendigte (sie!). Die 
Begrüßung sowie der anhaltende Jubel mochten der Künstlerin ein Be- 
weis sein, welch großes Gewicht der Sing verein auf ihr musikalisches 
Urteil legte.» 

Ein Festabend für den Singverein war auch die Probe vom 
6. April 1869 nach der am Sonntag vorher erfolgten Aufführung von 
Franz Liszts Oratorium «Die heilige Elisabeth», welches Konzert am 
nächsten Sonntag wiederholt wurde. An dem besagten Übungsabende 
ersqhien nämlich der gefeierte Künstler selbst inmitten des Vereines, 
um diesem für die treffliche Aufführung zu danken; sodann begab er 
sich ans Klavier und begleitete die Chöre zu seinem Oratorium, spielte 
aber außerdem noch einige seiner Konzertstücke, worauf, wie glaub- 
haft berichtet wird, «der stürmische Beifall kein Ende nehmen wollte»^). 

Aller guten Dinge sind drei. Klara Schumann und Franz Liszt 
hatten den Verein dadurch geehrt und erfreut, daß sie vor den zur 
gewöhnlichen Übung versammelten Mitgliedern — also im internsten 



') So z. B. noch in der Saison 1865/66 deren 43. — Am 3i. Mai 1858 hatte die Leitung 
sogar beschlossen: «In den Obungen ist auch dem dramatischen Gesänge Rechnung zu tragen, 
und die neu erscheinenden Arien und Lieder sind an einzelne Mitglieder zu verteilen, die sie 
in den Pausen vortragen sollen.» 

^) Auch der Vergnügungsabend des Singvereines vom 26. April 1871 wurde durch die 
Anwesenheit Franz Liszts ausgezeichnet. 



i38 

Kreise — ihre große Meisterschaft betätigten. Noch ein drittes Mal 
wurde dem Vereine auf dieselbe Art ein gleich auserlesener Kunstgenuß 
geboten, als in der Probe vom ii. Januar 1875 ^^^ Künstler- und 
Ehepaar Joachim erschien und die Versammlung durch seine Vor- 
träge entzückte. Diesmal bereitete aber auch der Verein seinen geehrten 
Gästen eine kleine Überraschung. Die Mitglieder KarP) und Julius 
Ritter v. Siegl hatten ebenso rasch wie kunstvoll eine Adresse im- 
provisiert, die, von Hand zu Hand gehend, von allen Mitgliedern 
unterzeichnet worden war, und die dann am Schlüsse des Abends dem 
Meister und seiner Meisterin als spontaner Ausdruck des Dankes über- 
reicht wurde. 

Im ersten Jahre hat sich der Singverein gar keine Ferien gegönnt, 
sondern hat seine wöchentlichen Übungen ohne Unterbrechung den 
ganzen Sommer hindurch fortgesetzt. Später, und zwar bis zum 
Jahre 1866, wurden die Übungen im Juni geschlossen und Ende Sep- 
tember oder Anfang Oktober wieder aufgenommen. Seither hat der 
Verein seine Tätigkeit in der Regel schon im April eingestellt, und erst 
in den allerletzten Jahren wurde wieder bis in den Mai oder Juni 
hinein geprobt und schon Mitte September damit wieder begonnen. 

Bis zum Vereinsjahre 1868/69 betrug die Anzahl der jährlichen 
Proben insgesamt stets über 40; das Maximum dieser Periode wurde 
— vom ersten Jahre abgesehen — in der Saison 1863/64 mit 57 Proben 
erreicht. In der Saison 1869/70 haben dagegen nur 35 Proben statt- 
gefunden, aber in den folgenden Jahren bis 1874/75 stets wieder eipige 
50, wobei in dem letzten Jahre mit 58 Proben das Maximum für die 
ersten 49 Vereinsjahre erreicht wurde. Hierauf, bis 1888/89, schwankte 
die Probenanzahl zwischen 35 und 45 und sank in den beiden nächsten 
Jahren, 1889/90 und 1890/91, auf je 32 herab: das Minimum inner- 
halb der ganzen Bestanddauer des Vereines. Seither, bis zum Vereins- 
jahre 1903/04, betrug die Zahl der jährlichen Proben zumeist 33 — 39 
und stieg nur 1891/92 und 1896/97 darüber, nämlich auf je 42. Seit 
1904/05 betrug dagegen die Zahl der Proben immer wieder über 40, 
nämlich 42, 45 und 46, und erreichte in dem fünfzigsten Ver- 



^ Ursprünglich Ingenieur — hat auch am Baue der Gotthardbahn mitgewirkt — wandte 
sich aber später (1881) der Kunst zu und hat sich als Kupferstecher einen Namen gemacht. 
Auch zahlreiche Holzschnitte in dem Kronprinzenwerke cDie Österreichisch-Ungarische Mon- 
archie in Wort und Bild» sind von seiner Hand. 



i39 

einsjahre 1907/08 mit 74 das Maximum seit dem Bestände des 
Vereines. 

Diese auffallend große Probenzahl des letzten Vereinsjahres ist 
nicht nur auf die besonders häufige Heranziehung des Vereines zur 
Mitwirkung in Konzerten zurückzuführen, sondern ist auch eine Folge 
des Umstandes, daß in der letzten Saison die regelmäßige Abhaltung 
von Damenproben an Donnerstagen beschlossen und mit Erfolg — 
es fanden ihrer 20 statt, die zumeist von 60 — 80 Damen besucht 
waren — durchgeführt wurde. 

Begreiflicherweise haben auch in fast allen anderen Jahren Damen- 
proben stattgefunden, in den drei vorletzten Jahren z. B. ihrer je 9, 1 1 
und 12; als regelmäßige Einführung sind sie aber vorher nur in den 
Jahren 1872/73 — 1874/75 verzeichnet, wo ihrer je 12, 18 und 19 ab- 
gehalten worden waren. 

Die Klavierbegleitung bei den Proben besorgte bis einschließlich 
1870/71 Franz Chotek, dann Prof. Leopold Landskron bis 1881/82 
(in den ersten beiden Jahren abwechselnd mit August Sturm), 1882/83 
zuerst Stephan Stockher, dann Robert Erben bis 1889/90, im fol- 
genden Jahre Ferdinand Foll, dann von 1891/92 — 1905/06 Georg 
Valker, 1906/07 Prof. Hans Wagner und 1907/08 Karl Severin. 

Zur Hebung des geselligen Verkehres im Vereine sind schon in vergnogungs- 
den frühesten Zeiten sogenannte «Vergnügungsabende» veranstaltet 
worden, bei denen künstlerische Leistungen verschiedener Art geboten 
wurden. Zuerst hatten diese Abende mehr den Anstrich von Konzert- 
produktionen, und geladene Gäste hatten Zutritt. Da nun aber eines 
schönen Tages ein Damenquartett wohl vor den Augen, nicht aber 
vor den Ohren der öffentlichen Kritik Gnade gefunden hatte, so wurde 
im Jahre 1861/62, wie in dem Jahresberichte zu lesen, «von der An- 
wesenheit von Zuhörern, mit Ausnahme der die Begleitung der Damen 
bildenden Personen, aus dem Grunde Umgang genommen, um diesen 
zur Erheiterung der Vereinsmitglieder bestimmten Abenden das Ge- 
präge von besonders veranstalteten Konzertproduktionen zu benehmen. 
Es wurden demnach an solchen Abenden zwischen Chorübungen und 
Chorgesängen Solovorträge einzelner Mitglieder eingeschaltet, die sowohl 
in Gesangs- als Instrumentalvorträgen bestanden und allseitig ange- 
sprochen haben, sowie sich überhaupt diese Einrichtung der Ver- 
gnügungsabende als eine von günstigem Erfolge begleitete erwiesen hat.» 



140 

Und deshalb ist es auch 24 Jahre bei diesem Arrangement geblieben. 
Nur in den Jahren 1863/64 und 1883/84 haben keine Vergnügungs- 
abende stattgefunden, sonst bis 1870/71 jährlich 3 — 6, dann aber bis 
1884/85 jährlich nur mehr i oder 2, und nur 1872/73 und 1877/78 
je deren 3. Bis 1868/69 hatten diese Abende während, dann aber bis 
1884/85 gegen oder nach Schluß der Saison stattgefunden. 

Bishin waren die Vergnügungsabende «trocken» gewesen; im Jahre 
1885/86 fanden sie, einer Anregung Ludwig Kochs zufolge, zum ersten 
Male an Tischen bei gemeinsamem Mahle statt, wobei es bis heute 
geblieben ist. Diese Vergnügungsabende, deren weiterhin in den ersten 
vier Jahren 3—4, dann aber bis 1904/05 nur mehr i oder 2 (nur 
1 892/93 noch 3) veranstaltet wurden, wurden nun in der Regel an die 
erste Übung nach einem Konzerte angeschlossen; seit dem Jahre 1887/88 
hat aber stets — nur die Jahre 1891/92 und 1903/04 ausgenommen — 
ein solcher Abend im Anschlüsse an die Generalversammlung statt- 
gefunden; das zuletzt genannte Jahr war in dieser Periode das einzige, 
das eines Vergnügungsabends überhaupt entbehrte. 

Schon in der Generalversammlung vom i3. April 1891 hatte 
Dr. Arnold Breuner eine Vermehrung und Erweiterung der Ver- 
gnügungsabende empfohlen ') und beantragt, daß für deren Veranstal- 
tung ein eigenes Komitee, bestehend aus 3 Damen, 3 Herren und einem 
Leitungsmitgliede, gewählt werden solle, welchem Antrage mit geringer 
Majorität zugestimmt worden war. Dementsprechend war vom Leiten- 
den Ausschusse für die Probe vom 26. Oktober die Wahl eines Ver- 
gnügungskomitees anberaumt worden. Ehe jedoch zur Wahl geschritten 
wurde, proponierte Dr. Breuner «auf Grund der von ihm mittlerweile 
gemachten Wahrnehmungen, den Beschluß der letzten Generalver- 
sammlung gänzlich fallen zu lassen. Die Versammlung beschloß hierauf 
einstimmig, von der Wahl eines Vergnügungskomitees abzusehen». 

Die Majorität der damaligen Leitung war nämlich ^en Vergnügungs- 
abenden abhold gesinnt gewesen, weil sie darin die Gefahr einer Ab- 
lenkung des Vereines von seinen ernsten, künstlerischen Aufgaben zu 
erblicken glaubte. Dagegen wurde in den letztverflossenen Jahren immer 
mehr und mehr erkannt, daß die Pflege der Geselligkeit den Vereins- 



') Auch schon früher einmal, in der Generalversammlung vom 5. Mai 1884 hatte William 
Rowland der Vereinsleitung ans Herz gelegt, ein Hinkunft mehr auf geselligen Verkehr im 
Vereine hinzuwirken >. 



141 

zweck weit mehr fördert als heramt, weil dadurch, daß die Mitglieder 
einander nähertreten und sich kennen lernen, entschieden das Vereins- 
gefühl gestärkt und der Korpsgeist gehoben wird. Dies zu erzielen, 
mußte nun aber in Anbetracht der immer zahlreicheren und schwieri- 
geren Aufgaben, vor die sich der Verein gestellt sah, allerdings höchst 
Wünschenwert erscheinen. 

In der Generalversammlung vom 24. Mai 1905 hatten sich nun 
einige hierauf abzielenden Anregungen zu konkreten Anträgen verdichtet, 
die in folgender Fassung zum Beschlüsse erhoben wurden: 

«I. Es wird von der Generalversammlung ein aus Damen und 
Herren bestehendes Komitee, in welchem der Ausschuß durch einen 
Delegierten vertreten ist, eingesetzt; dieses Komitee hat die Vergnügungs- 
abende, dann gesellige Zusammenkünfte der Mitglieder nach den Proben, 
weiters Maifahrten und Ausflüge und was sonst noch geeignet ist, die 
Geselligkeit und den Verkehr der Mitglieder zu fördern, in seinen Wir- 
kungskreis zu nehmen. Das Komitee hat das Kooptationsrecht. 

«2. Das Vergnügungskomitee wird beauftragt, zu berichten, ob 
und in welcher Weise Mittel beschafft werden können, um für eine 
würdige Begehung des herannahenden Singvereinsjubiläums und für 
Vereinsreisen vorzusehen. > 

Hierauf wurde denn alsogleich ein aus 6 Damen und 5 Herren 
bestehendes Vergnügungskomitee gewählt, in das dann der Leitende 
Ausschuß einen Vertreter entsandte. Obmann dieses Komitees war in 
den ersten beiden Jahren Franz Theodor Lay, an dessen Stelle gegen- 
wärtig Prof. Leopold Winkler eine höchst ersprießliche Tätigkeit ent- 
faltet. 

Der Verfasser des vorliegenden Werkes, der es darin nicht ver- 
meiden konnte, mitunter auch Kritik zu üben, darf nun aber hiebei 
vor seiner eigenen Person nicht Halt machen und sieht sich deshalb 
als objektiver Geschichtsschreiber zu seinem Bedauern genötigt, sich in 
seiner Eigenschaft als Vereinsvorstand nunmehr selbst zu Leibe zu 
gehen. 

Er hätte nämlich damals schon und nicht erst später erkennen 
müssen, daß jene Beschlüsse eine arge Statutenverletzung bedeuteten. 
Denn in den Statuten heißt es im § i3 klipp und klar, daß der Lei- 
tende Ausschuß alle Vereinsangelegenheiten und die Verwaltung des 
Vereinsvermögens besorgt, insoweit diese Akte nicht der General- oder 
Vereinsversammlung vorbehalten sind; wofür denn auch der Leitende 



142 

Ausschuß — und dieser allein — laut § 7 der .Generalversammlung 
verantwortlich ist. Da nun Vergnügungsabende, gesellige Zusammen- 
künfte, Maifahrten und Ausflüge des Singvereines, überhaupt alles, was 
geeignet ist, die Geselligkeit und den Verkehr der Mitglieder zu för- 
dern, zweifelsohne Vereinsangelegenheiten sind, und da überdies in 
§14 neben besonders namhaft gemachten Einnahmsquellen auch alle 
sonstigen Zuflüsse ausdrücklich als Bestandteil des Vereinsvermögens 
deklariert werden: so ist es evident, daß besagter Vorstand jene An- 
träge, die eine Schmälerung des statutarischen Wirkungskreises des 
Leitenden Ausschusses und die Einführung einer Art von Sonder- 
regierung für bestimmte Vereinsangelegenheiten nach sich zogen — wobei 
jedoch der Leitende Ausschuß der Generalversammlung gegenüber allein 
für die Vereinsgebarung verantwortlich bleiben mußte, obwohl er diese 
Verantwortlichkeit nun, da ein Teil der Vereinsagenden seiner Macht- 
sphäre entrückt war, in ihrem ganzen Umfange gar nicht mehr über- 
nehmen konnte — überhaupt nicht zum Gegenstand einer Verhandlung, 
geschweige denn eines Beschlusses hätte machen dürfen. Das wäre 
nur Hand in Hand mit einer entsprechenden Statutenänderung zulässig 
gewesen. 

In der Generalversammlung vom 18. Mai 1908 wurde endlich der 
begangene Fehler wieder gutgemacht; die Wahl des Vergnügungs- 
komitees war nicht mehr auf die Tagesordnung gesetzt worden, und 
die Versammlung wurde über die Sachlage unterrichtet. Zugleich aber 
wurde der Generalversammlung mitgeteilt, daß der Leitende Ausschuß 
die Absicht habe, das Vergnügungskomitee, das sich wirklich bewährt 
hatte, nun seinerseits einzusetzen, so daß es fortan ein Subkomitee der 
Leitung sein werde, dem übrigens auch außerhalb der Leitung stehende 
Personen angehören können. Die Versammlung nahm diese Mitteilung 
zur Kenntnis, und der Leitende Ausschuß setzte in seiner nächsten 
Sitzung ein Vergnügungskomitee ein, das sich in seiner Zusammen- 
setzung — von dem Hinzutritt mehrerer Leitungsmitglieder abgesehen 
— kaum merklich von dem bisherigen unterscheidet und gleich diesem 
innerhalb des ihm nun von der Leitung einzuräumenden Wirkungs- 
kreises und im Einvernehmen mit ihr sicher seiner Aufgabe gerecht 
werden wird. 

Seitdem das zuerst von der Generalversammlung gewählte Ver- 
gnügungskomitee in Tätigkeit getreten war, wurde zwar, «einer lang- 
jährigen Gepflogenheit folgend», auch weiterhin der Generalversammlung 



143 

stets ein Vergnügungsabend angeschlossen; die anderen Abende aber 
wurden nun von den Proben getrennt und in größerem Stile selbständig 
veranstaltet. 

Ein solcher Abend hat am 20. März 1906 unter der Devise «Der 
Singverein bei den Grinzingern» stattgefunden, wobei in dem ländlich- 
festlich geschmückten Kleinen Saale eine Weinschenke und ein Glücks- 
hafen errichtet war; nach Erledigung des durchaus heiteren Programmes 
wurde sogar getanzt — zum ersten Male im Singvereine wieder nach 
langen Jahren^). 

Am II. Februar 1907 folgte ein Faschingsabend, dann am 8. März 
ein Damen -Teeabend im Wagnersaale und am 5. November ein «ge- 
mischter» Teeabend im Künstlerhause ; am 3o. Dezember eine Silvester- 
feier, bei der unter anderem Dr. Donts Operette «Salome» aufgeführt 
wurde; endlich am 2. März 1908 ein Faschingsabend im Großen Saale, 
verbunden mit einer Aufführung von Franz Mögeies Operette «Lore- 
ley> unter der Mitwirkung des Orchestervereines und gefolgt von 
einem Tanzkränzchen im Kleinen Saale. Außerdem wurden, wie schon 
bemerkt, Vergnügungsabende an die Generalversammlungen angeschlossen. 



') So weit die historische Überlieferung reicht, haben die Mitglieder des Singvereines 
im eigenen und im Kreise des Mutterinstitutes bei folgenden Gelegenheiten Terpsichoren ge- 
huldigt : 

Am II. November 1862 an dem von der Gesellschaftsdirektion in den Sperlsälen ver- 
anstalteten Festabende aus Anlaß des 50jährigen Gesellschaftsjubiläums, worüber der Chronist 
berichtet: «Ein gegen Mitternacht improvisiertes und lang anhaltendes Tänzchen lieferte den 
Beweis, daß der Singverein ebenso ausgezeichnete und liebenswürdige Tänzerinnen als Sänge- 
rinnen zu seinen Mitgliedern zählt. > 

Ferner am 29. Mai 1864 bei einem gleichfalls in den Sperlsälen vom Singvereine merk- 
würdigerweise zur Feier seines 6jährigen Bestandes veranstalteten Unterhaltungsabend; am 
6. Mai 1868 auf einem vom Singvereine mit seinem 10 jährigen Jubiläum verbundenen Kränzchen 
«beim Zeisig» ; am 15. Jänner 1870 auf dem Festballe der Direktion der Gesellschaft der Musik- 
freunde anläßlich der Eröffnung des neuen Gesellschaftsgebäudes; am 8. Dezember i883 im 
Anschlüsse an das Bankett im Kleinen Saale bei der Feier des 25 jährigen Singvereinsjubiläums; 
und zuletzt am 18. April 1895 auf dem von der Gesellschaftsdirektion zur Erinnerung an die 
vor 25 Jahren erfolgte Eröffnung des neuen Gesellschaftshauses veranstalteten Festabend 
mit Ball. 

Außerdem aber haben sich zahlreiche Mitglieder des Singvereines singend und tanzend 
auch an den unter der Ägide der Gesellschaftsdirektion in den Jahren 1870— 1883 veranstalteten 
«KUnstlerabenden> und an deren Fortsetzung, den «Soireen der Wiener Kunstfreunde» 1883/84 
und den € Wiener Geseilschaftsabenden» 1884— 1888 beteiligt. 

In der vormärzlichen Zeit war die Gesellschaft der Musikfreunde viel tanzlustiger ge- 
wesen. In den Jahren i83o— 1838 und 1842— 1847 hatte sie alljährlich einen großen Ball ge- 
geben, 1842 und 1847 in den Sperlsälen, sonst in den Redoutensälen. 



144 

Der zuletzt erwähnte Faschingsabend hatte dadurch eine erhöhte 
Bedeutung gewonnen, daß fast sämtliche Mitglieder der Gesellschafts- 
direktion mit dem Präsidenten Adolf Koch Edlen v. Langentreu und 
dem Vizepräsidenten Franz Ritter Regenhart v. Zapor^ an der Spitze , 
der an sie ergangenen Einladung gefolgt waren, so daß an diesem 
Abende — und zwar zum ersten Male — Direktion und Zweigvereine 
wie im trauten Familienkreise vereint waren: ein Bild, das an den 
patriarchalischen Zustand der Gesellschaft der Musikfreunde in der ersten 
Zeit nach ihrer Gründung gemahnte. Aber auch die beiden Zweig- 
vereine hatten sich erst zum achten Male zueinander gesellt; ein ge- 
meinsamer Abend des Orchester- und des Singvereines am 28. Mai 
1867 und die Beteiligung des Singvereines an zwei Konzerten des Or- 
chestervereines am 17. Dezember 1868 und am 11. April 1902 sowie 
umgekehrt die Mitwirkung des Orchestervereines an dem Vergnügungs- 
abende des Singvereines am 24. April 1876 und an dem volkstümlichen 
Konzerte des Singvereines am 24. März 1897, endlich das Zusammen- 
wirken der beiden Vereine an den Künstlerabenden vom 16. Dezember 
1871 und 20. März 1875 sind als die einzigen Vorkommnisse ähnlicher 
Art aus früheren Jahren zu erwähnen. 

Maifahrten Nach Schluß der Konzcrtsaison wurden in einigen Jahren «Mai- 

fahrten» in die Umgebung Wiens unternommen. 

«Blauer Himmel, Waldesgrün, blumengeschmückte Flur, lebens- 
froher Vogelsang, Vergessen aller Tagessorgen stimmten bei diesen 
Ausflügen zu Frohsinn, Scherz und guter Laune. Muntere Gesänge 
wechselten mit heiteren Gesprächen ; jeder einzelne fühlte sich als Glied 
eines großen Kreises, aus dessen Mitte jede Disharmonie verbannt blieb. 
Trotz allem Singen blieb doch keine Kehle trocken, und ohne gerade 
ein ,Müller' zu sein, stimmte doch jeder ein in das Lob des ,Wan- 
derns^ So rückte unvermerkt der Abend heran, zum Aufbruche 
mahnend, dem die muntere Schar nur ungern gehorchte, im Stillen 
sich vertröstend auf Wiedersehen im kommenden Jahre.» 

So läßt sich Pohl über die Frühlingsfahrten des Singvereines ver- 
nehmen'). Seine Schilderung trifft noch heute zu und ist durch keine 
bessere zu ersetzen. 



') K(arl) F(erdinand) Pohl: Denkschrift aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Sing- 
Vereines der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Wien i883, S. 24. 



H5 

Nur mit dem Wiedersehen im kommenden Jahre hatte es sein 
Nisi, insofern es sich nämlich auf eine ähnliche Gelegenheit beziehen 
sollte. Von den beiden letzten Jahren abgesehen hat der Verein noch 
niemals zwei Jahre hintereinander eine Maifahrt unternommen, und 
in den ganzen 50 Jahren, die seit der Gründung des Singvereines ver- 
flossen sind, haben ihrer nicht mehr als 1 1 stattgefunden, wovon allein 
4 auf die beiden letzten Jahre entfallen. Diese Maifahrten erfolgten am 
26. Mai 1869 in den unteren Prater, am 25. Mai 1871 in den Deut- 
sehen Wald bei Purkersdorf, am 18. Mai 1878 auf die Sofien- 
alpe*), am II. Mai 1880 auf den Kahlenberg^), am i3. Mai 1893 
auf das Holländerdörfel (Hameau), am 12. Mai 1898 auf die Keller- 
wiese bei Gablitz, am 15. Juni 1905 auf den Kahlenberg, am 
9. Juni 1907 in die Wachau, am 4. Juli 1907 nach Mödling und 
über den Liechtenstein nach Maria- Enzersdorf, am 12. Oktober 
1907 zur Weinlese nach Maria-Enzersdorf und am 28. Mai 1908 auf 
den Semmering und den Sonnwendstein. 

Gelegentlich der Wachauer- und der Semmeringfahrt hat sich der 
Singverein in offizieller Weise auch künstlerisch betätigt; in der prächtigen 
Stiftskirche von Melk hat er unter Franz Schalks Leitung die G-dur- 
Messe von Schubert gesungen, und im Südbahnhotel Semmering hat 
er unter Leitung des Vereinsmitgliedes Franz Pawlikowsky und unter 
Mitwirkung eines Waldhornquartettes der Philharmoniker ein Konzert 
gegeben, dessen Reinertrag für die Weihnachtsbescherung armer Schul- 
kinder des Semmeringgebietes bestimmt war. 

Die beiden letzterwähnten Ausflüge sind eigentlich schon mehr 
richtige Sängerfahrten als Maifahrten gewesen. 

Über größere Sänger fahrten des Singvereines sind schon in Sangerfahrten 
früheren Jahren mehrmals Unterhandlungen gepflogen worden, ohne 
daß es jedoch zu einem gedeihlichen Resultate gekommen wäre. 

^) Nach Pohl (a.a.O.) hätte «die Mehrzahl der Jahre» dergleichen Frühlingsfahrten 
geboten, und er stellt auch der Aufzählung jener drei auch von ihm namhaft gemachten Aus- 
flüge ausdrücklich ein <u. a.» voran. Es steht jedoch fest, dafi außer diesen keine anderen 
Maifahrten stattgefunden hatten. 

^) Diese Partie war von dem Leitungsmitgliede Ludwig Koch privatim ausgeschrieben 
und veranstaltet worden, nachdem die Leitung beschlossen hatte, daß in diesem Jahre keine 
Maifahrt stattfinden solle. Dieserthalben ist es dann in der Leitung zu recht unerquicklichen 
Auseinandersetzungen gekommen — das Protokoll hierüber ist das längste, das die Sing- 
vereinsakten überhaupt enthalten. Heute — nach 28 Jahren — recht heiter zu lesen, 

10 



146 

Im März 1872 hatte kein Geringerer als Richard Wagner die ver- 
trauliche Anfrage an den Leitenden Ausschuß gelangen lassen, ob es 
dem Vereine möglich wäre, nach Bayreuth zu kommen, um dort am 
22. Mai den Chorsatz in der IX, Symphonie Beethovens zu singen. 
Die Leitung beriet hierüber am 8. März und hielt dafür, daß die An- 
nahme dieser Einladung mit zu großen Kosten verbunden wäre, für 
die die magere Vereinskassa nicht aufkommen könnte. Auch wurde 
befürchtet, daß die Herren nicht mitgehen würden, da sie nur einmal 
im Jahre Urlaub bekämen und diesen lieber mit dem Männergesang- 
vereine verbrächten. Vom Vorstande Dr. v. Rain dl wurde auch noch 
betont, daß die ganze Richtung Wagners einem reinen Konzertinstitute 
ferne liege. Ob nun diese Angelegenheit überhaupt zur Kenntnis des 
Plenums gebracht wurde, steht dahin; leider sind gerade die nächsten 
Sitzungsprotokolle nicht mehr vorhanden, und im Jahresberichte kommt 
darüber nichts vor. Sicher ist nur das eine, daß aus der Sache leider 
nichts geworden ist. 

Ende 1877 hatte die Internationale Mozartstiftung den Verein 
zu dem im Juli oder August 1878 in Salzburg abzuhaltenden Musik- 
fest eingeladen. Da der Männergesangverein für diesen Sommer eine 
Reise nach Stuttgart vorhatte, so beschloß der Ausschuß am 28. De- 
zember, dem Plenum vorzuschlagen, «diese Einladung Vorderhand ab- 
zulehnen, jedoch die Bereitwilligkeit auszusprechen, einer solchen Ein- 
ladung nachkommen zu wollen, wenn die Verhältnisse die Reise aus- 
führbar erscheinen lassen werden». Es wurde weiters beschlossen, 
«dem Vereine eine kleinere Reise vorzuschlagen, um eine Probe zu 
leisten, daß eine auswärtige Produktion unseres Vereines möglich sei»: 
In der Sitzung vom 8. März 1878 stellte nun Ludwig Koch eine Ein- 
ladung vom Steiermärkischen Musikvereine zu einer Sängerfahrt 
nach Graz (zu Ostern) in Aussicht. «Beschlossen wurde, diese Ein- 
ladung abzuwarten und sich dann für Graz, Preßburg, Krems oder 
für (?) nichts zu entschließen.» Am 24. April referierte Ludwig 
Koch «über seine Reisestudien». «Die Idee, eine Sängerreise nach 
Graz zu unternehmen, wird aufgegeben, weil der Singverein das ihm 
vom Steiermärkischen Musikvereine zugemutete fitianzielle Risiko nicht 
übernehmen kann.» Hierauf wurden mehrere Anträge auf kleinere 
Ausflüge gestellt, aus denen schließlich — parturiunt montes, nascetur 
ridiculus mus — die bereits erwähnte Maifahrt auf die Sofienalpe her- 
vorging. 



147 

In der Sitzung vom i8. März 1881 brachte der Vorstand einen 
vom Mozarteum in Salzburg an den Konzertdirektor Wilhelm Ge- 
ricke gerichteten Brief zur Verlesung, der die vertrauliche Anfrage ent- 
hielt, ob der Singverein einer Einladung zu dem vom 15. bis 17. August 
in Salzburg stattfindenden Musikfeste Folge leisten würde. Nach längerer 
Beratung wurde beschlossen, «dem Mozarteum in der freundlichsten, 
verbindlichsten Weise für die beabsichtigte Einladung zu danken und 
klarzulegen, daß der Singverein insbesondere mit Rücksicht auf seine 
männlichen Mitglieder, welche als Mitglieder des Männergesangvereines 
sich bereits für eine Reise nach Innsbruck verbindlich gemacht haben, 
nicht in der Lage wäre, eine eventuelle Einladung zu akzeptieren». 

In demselben Sinne ist auch eine vertrauliche Anfrage aus Pest 
beantwortet worden, ob der Singverein geneigt wäre, in der Karwoche 
1884 dort das Requiem von Berlioz zu singen. 

Nur ein einziges Mal — im Jahre 1904 — ist der Singverein in 
der Lage gewesen, wirklich eine größere Sängerfahrt zu unternehmen. 
Der Musikverein für Reichenberg und Umgebung hatte den Sing- 
verein zu Gaste geladen und sich auch mit dem Wiener Konzertverein 
in Verbindung gesetzt, um die Erinnerung an seine vor 10 Jahren er- 
folgte Gründung durch ein solennes Musikfest zu feiern. Beide Kor- 
porationen nahmen die ehrenvolle Berufung mit Freuden an, und der 
Singverein sang im I. Festkonzerte am 9. April in der Turnhalle zu 
Reichenberg das «Deutsche Festlied» von Camillo Hörn — einem 
gebürtigen Reichenberger — und den Chor «Wach auf» mit dem 
Schlüsse des dritten Aktes der «Meistersinger» von Richard Wagner; 
in dem IL Festkonzerte am 10. April aber das «Minnelied» und «Be- 
herzigung» von Johannes Brahms, das «Elfenlied» und den «Feuer- 
reiter» von Hugo Wolf sowie den Chorsatz in der «Neunten».') 

Es ist begreiflich, daß die Vereinsmitglieder, die durch dieses von 
dem damaligen Vorstande Rudolf Hof mann mit Umsicht und Geschick 
vorbereitete und durchgeführte Unternehmen gründlich auf den Geschmack 
gekommen waren, fortan eindringlichst «nach mehr» verlangten. So gab 
in der Generalversammlung vom 7. Mai 1906 Frau Frieda Jahn dem 
Wunsche Ausdruck, daß die Vereinsleitung die Frage jährlicher Kunst- 
reisen in Erwägung ziehen möge. Hierüber entspann sich eine längere 
Debatte, in deren Verlaufe der Vorstand die großen Schwierigkeiten 

') Ein ausführlicher Bericht über diese Reise, an der sich loi Damen und 62 Herren 

des Singvereines beteiligt hatten, ist in dem Jahresberichte für 1903/04 enthalten. 

10* 



148 

der Durchführung betonte, die hauptsächlich in finanziellen Verhält- 
nissen und in der mangelnden Beteiligung der Herren gelegen seien. 
Schließlich wurde über Antrag Dr. Theodor Wolfs eine Resolution 
dahin beschlossen, daß der Verein geneigt sei, eine Kunstreise in eine 
Stadt zu unternehmen, und zwar an einem Wochentage mit anschließen- 
dem Sonn- oder Feiertage. Obwohl es nun aber die Leitung nicht 
unterließ, ihre Fühlhörner nach den verschiedensten Richtungen auszu- 
strecken, so konnten diese Wünsche bisher doch leider nicht befriedigt 
werden, da sich eine so günstige Konstellation aller Verhältnisse wie 
damals in Reichenberg eben nicht wieder darbot. Um so länger wird 
der Singverein an dieser schönen Erinnerung zehren. 
Serenade Als eine Veranstaltung eigener Art ist hier die Serenade in 

fss" "^^ Laxenburg anläßlich der Vermählung des Kronprinzen Rudolf zu 
erwähnen. Am 9. Mai 1881 hatten die Damen des Singvereines dem 
kronprinzlichen Brautpaare durch eine aus Frau Therese Gugler, Baronin 
Prisca Schwäger von Hohenbruck, Fräulein Helene von Karajan, 
Frau Anna von Lambort und Fräulein Hilda Pauli (heute verehe- 
lichte Svetlin) bestehende Deputation unter Anführung des Vorstan- 
des Dr. Viktor von Raindl und des Konzertdirektors Wilhelm Gericke 
einen Prachtflügel aus der Meisterwerkstätte Ludwig Bösend orfers 
als Hochzeitsangebinde überreicht. Hierauf brachte am 16. Mai') der 
ganze Verein dem am 10. vermählten Paare im Lustschlosse Laxen- 
burg eine Serenade dar, wobei Chöre von Mendelssohn, Schubert, 
Herbeck und Gericke gesungen wurden. «Die Mitglieder begaben 
sich sodann in kleinere Partien verteilt in den im Abendsonnenschein er- 
strahlenden Park; bald bedeckte eine Flottille, mit Sängern und Sänge- 
rinnen besetzt, den Teich, und überall erklangen frohe Weisen. Die 
ganze Situation war bezaubernd*, meldet der Jahresbericht 1881/82. 

Generalproben Seit jeher hatten die weiblichen Mitglieder das Recht, die nötige 

Begleitung zu den Proben und Generalproben mitzunehmen. Im Jahre 
1869 wurden zu diesem Zwecke eigene «Gastkarten» eingeführt, aber 
erst seit dem Jahre 1871 haben auch die männlichen Mitglieder An- 
spruch auf eine solche. 



') Der Jahresbericht gibt als Datum den 14. Mai an, was aber nicht zutrifift. Dieselbe 
unrichtige Angabe findet sich auch bei Pohl. Das obige Datum ist den Akten, dem gedruckten 
Programme und den Zeitungsberichten über die Serenade entnommen, also zweifelsohne 
richtig. 



149 

Über die Frage der Zuhörerschaft bei den Generalproben ist im 
übrigen wiederholt verhandelt und entschieden worden. 

Am II. Jänner 1861 hatte die Direktion über Antrag M. A. Beckers 
beschlossen: «Bei der Generalprobe wären Zuhörer gegen Entrichtung 
eines mäßigen Eintrittsgeldes — allenfalls 50 Kreuzer — zuzulassen.» 
Ob dieser Beschluß nur eine bestimmte Generalprobe betraf oder aber 
allgemein gemeint war, ist eine offene Frage; desgleichen, ob und 
eventuell wie lange wirklich danach vorgegangen wurde. Indessen 
findet sich in dem Sitzungsprotokolle vom 29. Oktober 1862 neuerdings 
der Beschluß: «Der Eintritt in die Generalprobe wird nur auf die 
Galerie, gegen Karten und Entrichtung eines Preises von 50 Kreuzern 
gestattet. Die Karten sind nur an Gesellschaftsmitglieder zu geben. 
Jedes Direktionsmitglied bekommt zwei Freikarten.* 

Als nach der Vollendung des neuen Gebäudes die erste General- 
probe im Großen Musikvereinssaale abgehalten wurde, lockte schon 
die Neugier begreiflicherweise viele heran, die denn auch tatsächlich 
auf irgendeine Weise in den Saal eingeschmuggelt wurden. In dem 
Protokolle der Direktionssitzung vom 17. Jänner 1870 heißt es deshalb: 
«Um den unliebsamen und störenden UberfüUungen der Generalproben 
zu begegnen, wird beschlossen : i . Der Eintritt soll ein für allemal nur 
gegen Gastkarten gestattet sein. 2. Jedes Direktionsmitglied verfügt über 
6 Karten.* In der Sitzung vom 18. Februar wurde jedoch den Pro- 
fessoren des Konservatoriums das Recht zugestanden, «sowohl für ihre 
Person, als auch für Schüler, deren Zulassung sie für zweckmäßig er- 
achten, in der Kanzlei die nötige Kartenanzahl gegen Empfangsbestätigung 
zu erheben». 

Am 3o. Dezember desselben Jahres wurde die Frage öffentlicher 
Generalproben auch im Singvereinsausschusse erörtert, indem Dr. Franz 
Müllner den Wunsch aussprach: «die Direktion solle in Erwägung 
ziehen, ob von Fall zu Fall nicht zu den Generalproben Karten 
ä 50 Kreuzer zu verkaufen wären». Dagegen beantragte jedoch die 
Konzertsektion am 3. November 1871, die Zahl der jedem Direktions- 
mitgliede zustehenden Probenkarten auf 4 zu restringieren, sonst aber 
jedwede Zuhörerschaft bei den Generalproben mit Ausnahme der Be- 
gleitungspersonen der Singvereinsdamen und der Ausbildungsschüler 
unbedingt auszuschließen. 

Nach einem über Antrag Dr. v. Raindls am 11. April 1872 ge- 
faßten Direktionsbeschlusse wurde der Eintritt zu den Generalproben 



ISO 

für Zuhörer folgendermaßen geregelt: In das Parterre hatten nur die 
Direktionsmitglieder Zutritt. Die Logen auf der rechten Seite Nr. i — 3 
waren für Gäste der Direktion bestimmt. Der Begleitung der Sing- 
vereinsdamen, den Zöglingen und den sonst mit Gastkarten beteilten 
Persönlichkeiten standen lediglich die beiden Galerien offen. 

In der Direktionssitzung vom 2. November 1875 stellten nun aber 
Herb eck und Dr. v. Rain dl den Antrag auf Ausschließung aller und 
jeder Zuhörerschaft von den Generalproben, «weil es nur dann mög- 
lich sein wird, die Begleitung der Singvereinsdamen gleichfalls von den 
Proben fernzuhalten». Hierauf beschloß die Direktion, sich ihrerseits 
darauf zu beschränken, den Generalproben in der Direktionsloge bei- 
zuwohnen, den den Ausbildungsschülern bisher gewährten Zutritt auf- 
zuheben und überhaupt niemand mehr als den Mitwirkenden den Ein- 
laß in den Saal zu gestatten. «Diese Bestimmungen», verzeichnet das 
Protokoll, «treten in Kraft, sobald der Verzicht des Sing Vereines auf 
Einführung der Damenbegleitung in den Saal vorliegt.»^) 

Da aber das Plenum des Singvereines am 8. November den Ver- 
zicht auf die Gastkarten ablehnte, so verfügte die Direktion am 11. No- 
vember folgendermaßen: «Die Direktionsmitglieder beziehen je 4 Proben- 
karten. Die Kompositionsschüler, dann die Schüler der III. Ausbil- 
dungsklassen werden zugelassen. Die Einführung ä la vue ist aufzu- 
heben. Der Parterreraum ist unbedingt freizuhahen. » 

Als der Direktion am 25. Juni 1877 die neuen Statuten des Sing- 
vereines zur Genehmigung vorlagen, wollte Dr. v. Billing zu § 5 den 
Zusatz gemacht wissen: «Zum Eintritte bei Proben von Konzerten der 
Gesellschaft der Musikfreunde, in welchen der Singverein mitwirkt, be- 
rechtigt jedoch diese Gastkarte nur dann, wenn von der Direktion zu 
der Probe überhaupt Gästen der Zutritt gestattet wird.» Dr. v. Rain dl 
und Herb eck bekämpften jedoch diesen Antrag, der denn auch fiel. 
Die Statuten wurden unverändert genehmigt. 

Am 17. September 1879 beschäftigte sich die Singvereinsleitung 
neuerdings mit dieser heiklen Frage. Dr. Müllner hatte sie aufgeworfen, 
zog aber seinen Antrag, den Mitgliedern die Verzichtleistung auf die Gast- 
karten zu empfehlen, heftigen Widerspruches wegen in der nächsten 
Sitzung zurück. 



^) Die Direktion hatte hier übersehen, daß seit dem Jahre 187 1 auch die Herren des 
Singvereines statutarisch Anspruch auf je eine Gastkarte hatten. 



Als Wilhelm Gericke am 2. Oktober 1880 als neu ernannter Kon- 
zertdirektor zum ersten Male in einer Leitungssitzung des Singvereines 
erschien, äußerte er sofort den Wunsch nach größtmöglicher Be- 
schränkung bei der Ausgabe von Gastkarten zu den Generalproben. 
Der Vorstand Dr. v. Rain dl brachte diesen Wunsch namens der Lei- 
tung in der Direktionssitzung vom 7. Oktober vor, zugleich aber auch 
das eigentlich abschwächende Ersuchen, daß jedem Leitungsmitgliede 
des Singvereines 3 Gastkarten für die Logen zugebilligt werden mögen. 
Diese Wünsche wurden dem Referentenkollegium zur Berichterstattung 
und Antragstellung überwiesen. Sodann wurden am 1 4. Oktober jedem 
Ausschußmitgliede des Singvereines 2 Logenkarten für jede General- 
probe bewilligt. Im übrigen aber wurde betont, daß die Direktion 
schon seit mehreren Jahren konsequent die Ausschließung jeglicher Zu- 
hörerschaft von den Generalproben als eine vom künstlerischen und 
finanziellen Standpunkte gleich wünschenswerte Maßregel angestrebt 
habe, daß aber diese Bestrebungen bisher leider gerade an den eigen- 
artigen Verhältnissen des Singvereines gescheitert seien, da dieser bisher 
an seinem Ansprüche auf Gastkarten und insbesondere an der Zulassung 
der Begleitung der Damen festgehalten habe. Der Singverein würde 
sich deshalb gewiß ein Verdienst um das Gesamtinteresse der Gesell- 
schaft erwerben, wenn er das eben bezeichnete Hindernis beseitigte, 
wozu ihm ja im eigenen Wirkungskreise die Möglichkeit gegeben sei. 

Als deshalb Gericke in der Direktionssitzung vom 21. April 1881 
abermals auf gänzliche Ausschließung der Zuhörerschaft von den Ge- 
neralproben drang, wurde dem Vorstande des Singvereines dringend 
ans Herz gelegt, den Verein zum Verzicht auf die Gastkarten zu be- 
wegen. 

In der Sitzung des Leitenden Ausschusses des Singvereines am 
28. Oktober referierte Vorstand Dr. v. Raindl über diese von dem 
Dirigenten neuerdings angeregte Frage und machte zugunsten der Aus- 
schließung der Zuhörerschaft geltend, daß dadurch dem bedauerlichen 
Umstände vorgebeugt würde, daß eine voreilige abfällige Kritik ins 
Publikum dringe, daß der Dirigent mehr Freiheit in der Probe hätte 
und sich nicht zu scheuen brauchte, nötigenfalls auch abzuklopfen, und 
daß schließlich obendrein die finanzielle Schädigung entfiele, die der 
Gesellschaft zweifelsohne durch den starken und unentgeltlichen Besuch 
der Generalproben erwachse. Nachdem Dr. v. Raindl auf Befragen 
noch erklärt hatte, daß die Direktion auch ihrerseits auf die Gastkarten 



152 

verzichten wolle, sofern dies der Singverein tue, erklärten sich alle 
Leitungsmitglieder mit der beantragten Maßregel einverstanden, in der 
Voraussetzung, daß der Begleitung der Damen ein anständiger und aus- 
reichender Wartraum angewiesen werde. Der von Karl Ritter v. 
Lambort formell gestellte Antrag auf «unbedingt gänzlichen Ausschluß 
des Publikums von den Generalproben» wurde von der Leitung ein- 
stimmig angenommen und sollte nunmehr dem Plenum des Sing- 
vereines unterbreitet werden. Ja Alois Walter war sogar dafür, «diese 
Maßregel ohne weitere Mitteilung an den Verein durchzuführen». 

So ging die Sache nun freilich nicht. Denn es handelte sich 
darum, daß der Singverein auf ein statutarisches Recht verzichte. Das 
zu erzielen, schien nun keine leichte Sache. Es wurde denn auch ein 
förmlicher Kriegsrat gehalten, die Rollen wurden mit strategischem 
Scharfblick verteilt, und auch Hilfstruppen wurden herangezogen, in- 
dem über Ludwig Kochs Antrag das Direktionsmitglied Dr. v. Billing 
«als gewandter Redner» eingeladen wurde, den Standpunkt der Direktion 
im Plenum des Singvereines zu vertreten. Auch sollten Proredner 
aus Mitgliedskreisen gewonnen werden — kurz, es wurde nach Kräften ' 
mobilisiert. 

In der Schlacht, will sagen in der Probe vom 3i. Oktober kam 
es nun aber dieserthalben zu recht unerquicklichen Szenen. Eine nicht 
ganz unbeträchtliche Minorität war zwar für den Antrag, aber die Er- 
regung der Majorität war groß und machte sich auch in Mißtrauens- 
äußerungen gegen die Leitung Luft. Die innerpolitischen Differenzen 
wurden zwar in der Folge applaniert, aber der Antrag der Leitung 
war und blieb gefallen. 

Die Leitung hatte nämlich den Antrag am 7. November nochmals 
vors Plenum gebracht, um — was das erste Mal in der Hitze des 
Gefechtes gar nicht möglich war — sein Schicksal wenigstens durch 
eine korrekte Abstimmung besiegeln zu lassen. Dabei wurde der An- 
trag mit 81 gegen 80 Stimmen verworfen. 

In der Direktionssitzung vom 10. November wurde der Bericht 
Dr. V. Billings über Kampf und Niederlage mit Bedauern zur Kenntnis 
genommen, doch wurde dabei der Hoffnung Raum gegeben, daß die 
Lösung der wichtigen Frage des Probenbesuches durch das Verhalten 
des Singvereines nur aufgeschoben, nicht aber aufgehoben sei. 

In der Direktionssitzung vom 3o. Oktober 1893 schilderte wie- 
derum Wilhelm Gericke die Nachteile öffentlicher Generalproben und 



153 

Stellte neuerdings den Antrag, die Ausgabe von Gastkarten gänzlich 
einzustellen oder zumindest auf das geringste Ausmaß zu beschränken. 
Nach eingehender Erörterung beschloß die Direktion, ihrerseits auf den 
Bezug von Gastkarten gänzlich zu verzichten und nur den Kompositions- 
und Kontrapunktschülern des Konservatoriums, sowie den mit Gast- 
karten der Singvereinsmitglieder versehenen Besuchern den Zutritt zu 
den Generalproben zu gewähren. 

Dabei blieb es bis in die allerletzte Zeit. Erst mit Beginn der 
Konzertsaison 1906/07 wurde eine ganz neue Bahn betreten, indem 
über Anregung Dr. Hugo Botstibers seither alle Generalproben öffent- 
lich, nämlich gegen Kartenverkauf, und abends abgehalten werden'). 
Die Konzerte, die seit altersher Sonntags um die Mittagsstunde statt- 
gefunden hatten, wurden auf Mittwoch Abend verlegt, so daß dem 
Konzerte die Generalprobe am Dienstag und dieser die normale Kla- 
vierprobe am Montag unmittelbar vorangeht. Vorher findet noch am 
Freitag oder Samstag nachmittags eine Orchesterprobe mit Chor statt, 
eine Einrichtung, wie sie schon in den siebziger Jahren, seither aber 
längst nicht mehr bestanden hatte. 

Die Einführung öffentlicher Generalproben hat sich finanziell be- 
währt und hat künstlerisch nicht geschadet. Das rasche Aufeinander- 
folgen der letzten Proben, das allerdings starke Anforderungen an die 
Ausdauer und Opferwilligkeit der Mitglieder stellt, nützt dem Studium 
mehr, als dies ansonst ein Hinausschieben des Konzertes selbst um 
mehrere Montagproben vermöchte. Auch ist es nicht ohne Bedeutung, 
daß die Generalprobe bei vollem Saale unter denselben akustischen 
Verhältnissen erfolgt wie die Aufführung selbst. Was aber die an- 
gebliche Unfreiheit des Dirigenten punkto Abklopfens betrifft, so ist ja 
doch zu bedenken, daß auch eine gegen Entgelt zugängliche General- 
probe eben doch immer nur eine Generalprobe ist und nicht Konzert. 
Ein einziger Nachteil ist wirklich vorhanden, nämlich der, daß eine 
hohe Kritik, so sie am Tage des Konzertes just anderswo zu Gericht 
zu sitzen nicht umhin kann, nur die Generalprobe besucht und dann 
vielleicht auf Grund des dort gewonnenen Eindruckes nicht immerzu- 
treffend über das Konzert berichtet. 



^) öffentliche Generalproben mit Kartenverkauf haben wohl auch früher schon, aber 
nur bei besonderen Gelegenheiten ausnahmsweise stattgefunden. Regelmäßig vielleicht in den 
Jahren 1861 und 1862 (siehe oben Seite 149). 



• 154 

Der so lange geführte Kampf um die Generalprobe vor leeren 
Bänken hat also mit dem Siege der Generalprobe vor vollen Bänken 
geendet. Vorläufig wenigstens; denn 

cDie Welt ist rund und muß sich drehen, 
Was unten war, muä oben stehen.» 

Orchester Seit der ersten Neugestaltung der Gesellschaft der Musikfreunde 

im Jahre 1851 war der orchestrale Teil der Gesellschaftskonzerte durch 
das Orchester des Kärntnertortheaters (Operntheaters) besorgt wor- 
den. Nun waren aber die «Philharmonischen Konzerte», die seit Früh- 
jahr 1857 für zwei Jahre ausgesetzt hatten, am 15. Jänner 1860 wieder 
aufgenommen worden^). Die Direktion, die schon am 29. März 1860 
von Herbeck auf die Schwierigkeiten aufmerksam gemacht worden 
war, die den Gesellschaftskonzerten aus dieser wiedererstandenen Kon- 
kurrenz erwachsen könnten, weil dadurch die ohnehin prekäre Teil- 
nahme jenes Orchesters noch mehr in Frage gestellt wurde, beschloß 
am 24. Mai, sich vom Opernorchester gänzlich zu emanzipieren, und 
ermächtigte Herbeck, ein eigenes tGesellschaftsorchester» nach 
seinen Plänen zusammenzustellen. Herbeck löste diese Aufgabe mit 
großem Geschick, und bereits am 11. November debütierte dieses neue 
Orchester in dem I. Gesellschaftskonzerte dieser Saison (Schumanns 
€ Manfred») mit großem Erfolge. Es war aus hervorragenden Kräften 
der Wiener Theaterorchester, der Hofkapelle und aus einigen tüchtigen 
Dilettanten des Orchestervereines zusammengesetzt und mit 56 Strei- 
chern, 8 Holzbläsern, 9 Blechbläsern, einem Harfenisten und 3 Mann 
für Schlagwerk systemisiert. 

* Dem Hofopernorchester wurde von der Gesellschaftsdirektion unter 
dem 28. Juli 1860 schriftlich und in den wärmsten Ausdrücken für 
die bisherige mustergiltige Mitwirkung in den Gesellschaftskonzerten 
gedankt, mit dem Bemerken, daß die Direktion infolge des von ihr 
«im Interesse der Kunst mit unverhohlener Freude» begrüßten Auf- 
blühens der Philharmonischen Konzerte und der dadurch bedingten 
Steigerung der Tätigkeit des ohnehin schon durch den Operndienst so 
stark in Anspruch genommenen Orchesters für die Zukunft nicht mehr 
«auf eine sichere, von hemmenden Zufallen unbeirrte Mitwirkung» 



') Die am 28. März 1842 inaugurierten Philharmonischen Konzerte waren schon früher 
einmal; vom März 1850 bis Dezember 1854, unterbrochen gewesen. 



155 

dieses Orchesters auch in den Gesellschaftskonzerten rechnen zu können 
glaube, und daß sie sich aus dieser Erwägung zu der Zusammen- 
stellung eines eigenen Orchesters für ihre Zwecke entschlossen habe. 
«Die Direktion glaubt dadurch den Verbindlichkeiten ihrer Stellung 
nach dem Maße ihrer Kraft entsprochen und die freundliche Beziehung 
nicht gestört zu haben, in welcher sie zu den geehrten Mitgliedern des 
Hofopernorchesters bisher gestanden ist und auch für die Zukunft zu 
stehen wünscht.» 

Für die Mitglieder des Opernorchesters bedeutete dieser Beschluß 
der Gesellschaftsdirektion jedoch immerhin den Entgang einer regel- 
mäßigen und sicheren Einnahme, und sie warfen sich deshalb nun erst 
recht mit voller Kraft auf die Ausgestaltung ihres eigenen, philharmoni- 
schen Unternehmens^). Und um sich nicht selbst Konkurrenz zu 
machen, verpflichteten sie sich gegenseitig — erst nur mündlich, später 
aber auch im Wege einer Geschäftsordnung — sich nicht an orchestra- 
len Aufführungen zu beteiligen, die von anderer Seite unternommen 
werden. 

Nun waren die Professoren des Konservatoriums, von denen die 
Instrumentalisten fast durchaus auch Mitglieder des Opernorchesters 
waren, seit dem Jahre 1854 in ihren Anstellungsurkunden ausdrücklich 
verpflichtet gewesen, «bei allen Konzerten der Gesellschaft über Auf- 
forderung der Direktion gegen das gewöhnliche Honorar persönlich 
mitzuwirken». Im Jahre 1861 aber — alsbald nach der Gründung 
des Gesellschaftsorchesters — wurden die Verbindlichkeiten der Pro- 
fessoren anläßlich der 1860 beschlossenen Statutenänderung neu for- 
muliert; dabei wurde in den Dekreten jene besondere Verpflichtung 
weggelassen und nur allgemein ausgesprochen, daß Herr N. N. «über- 
haupt die Ehre, den Vorteil und das Interesse der Gesellschaft nach 
besten Kräften zu wahren und zu fördern» habe. 

Im November 1865 hielt es jedoch die Direktion wieder für wün- 
schenswert, dem Gesellschaftsorchester durch die Mitwirkung einiger 
Professoren mehr Klang und Glanz zu geben, und als nun namentlich 
der erst kurz zuvor als Lehrer an das Konservatorium berufene Kontra- 
bassist Josef Vrany diese Mitwirkung verweigerte und die Direktion 
ihm mit Entlassung drohte, kam es mit den Professoren zu einem 



^) Von 1842 — 1857 hatten insgesamt 22 Philharmonische Konzerte stattgefunden. Vom 
Jänner bis Mai 1860 wurden ihrer 5 gegeben. Von der nächsten Saison angefangen (unter 
De SSO ff) wurde ihre Zahl auf 8 erhöht. 



156 

heftigen Konflikt. Diese beriefen sich einerseits auf ihre Dekrete, worin 
von einer Verpflichtung zur Mitwirkung in den Konzerten nicht mehr 
die Rede war, anderseits aber auf das unter den Philharmonikern ver- 
einbarte Verbot. Die Gesellschaftsdirektion hinwiederum erklärte, daß 
es ihr bei der Weglassung jener strikten Verpflichtung in den neuen 
Anstellungsdekreten nicht im entferntesten in den Sinn gekommen sei, 
diese Verpflichtung als solche entfallen zu lassen, sondern daß sie sie 
nur aus dem Grunde gestrichen habe, weil sie ihr schon in der all- 
gemeinen Verpflichtung, das Interesse der Gesellschaft zu wahren, ge- 
nügend deutlich enthalten zu sein schien; denn die Direktion habe ja 
doch «nicht annehmen» können, «daß irgendeiner der Angestellten 
eines der wichtigsten Interessen der Gesellschaft, nämlich die Vorführung 
gediegener Musikwerke, als einen fremden, seine Verpflichtung durch- 
aus nicht berührenden Gegenstand betrachten werde». 

Kurz und gut, die Direktion beschloß am 12. Jänner 1866, «die 
Verbindlichkeit, bei allen Konzerten der Gesellschaft über Aufforderung 
der Direktion gegen das gewöhnliche Honorar persönlich mitzuwirken», 
neuerdings und nachträglich in alle Anstellungsdekrete aufzunehmen, 
und forderte die Professoren unter dem 14. Jänner auf, sich binnen 
14 Tagen schriftlich darüber zu äußern, ob sie hiemit «einverstanden 
seien oder ihre Anstellung am Konservatorium aufgeben wollen». 

Nach längeren Verhandlungen und gegen Zusicherung von Dispens 
in berücksichtigenswerten Fällen erklärten sich die Professoren schließ- 
lich einverstanden, und der Friede war wiederum gesichert. 

Auch die Philharmoniker zeigten sich entgegenkommend. Nach- 
dem schon seit November 1870 auf Grund der von L. A. Zellner 
mit ihnen gepflogenen Verhandlungen 25 ihrer Mitglieder in jedem 
Gesellschaftskonzerte mitgewirkt hatten, wurde 1872 ein förmliches 
Übereinkommen mit ihnen abgeschlossen, wobei die Zahl ihrer im 
Gesellschaftsorchester mitwirkenden Mitglieder auf 40 erhöht wurde. 
Demzufolge haben sie denn auch in ihre Geschäftsordnung im An- 
schlüsse an das Verbot der Mitwirkung «an den Aufführungen orche- 
straler Werke, sobald sie von anderen Musikgesellschaften unternommen 
werden», seither die Bestimmung aufgenommen: «Eine Ausnahme 
machen die Gesellschaftskonzerte bezüglich der Professoren des Kon- 
servatoriums und des mit der Gesellschaft der Musikfreunde getroffenen 
Übereinkommens, die Mitwirkung einer bestimmten Anzahl von Mit- 
gliedern in den Gesellschaftskonzerten betreffend.» 



157 

Erst in der allerletzten Zeit, in der Konzertsaison 1905/06, drohte 
diese Angelegenheit neuerdings eine schiefe Wendung zu nehmen. Die 
Gesellschaftsdirektion hatte im Mai igoS das sogenannte «Gesellschafts- 
orchester* aufgelassen und einen Vertrag mit dem im Jahre 1900 ge- 
gründeten «Wiener Konzertvereine» geschlossen, wonach dessen 
Orchester in einer Stärke von 60 — 75 Mann fortan zur Mitwirkung in 
allen abends stattfindenden Gesellschaftskonzerten herangezogen werden 
sollte. Da nun die Philharmoniker in dem Konzertvereine natürlich 
ein Konkurrenzunternehmen erblicken mußten, so wollten sie nicht zu- 
geben, daß dessen Orchester in den Gesellschaftskonzerten durch die 
Mitwirkung einiger ihrer besten Kräfte — der Professoren des Kon- 
servatoriums — gefördert werde. Diesmal kam es jedoch nicht erst zum 
offenen Kampfe ; die Sache wurde sofort auf gütlichem Wege bereinigt. 

Seit der Gründung des Orchestervereines hatten bis zum Jahre 
1880 stets mehrere seiner Mitglieder — in den ersten Jahren in der 
Regel IG — 15 und im Maximum ihrer 16, später nur mehr 5 — 10 — 
auf Grund einer vor dem Konzertdirektor abgelegten Prüfung in den 
Gesellschaftskonzerten im Orchester mitgewirkt, wozu sie auch nach 
§ 29 der Gesellschaftsstatuten vom Jahre 1860 verpflichtet waren'). 
Am 28. Oktober 1880 beantragte jedoch das Referentenkollegium «die 
Ausschließung von Dilettanten (Orchester Vereinsmitgliedern) mit einem 
Mehrkostenbetrage von 66 fl. per Konzert», welcher Antrag denn auch 
von der Direktion angenommen und durchgeführt wurde. 

Heute steht also die Sache so, daß in den abendlichen Gesell- 
schaftskonzerten das Orchester des Konzertvereines mitwirkt, in den 
mittägigen aber zumeist das Philharmonische Orchester. 

Das erste öffentliche Auftreten des Singvereines erfolgte am öfTentUchcs 
3o. Mai 1858, an welchem Tage der erst wenige Wochen alte Verein "^^^^^^ 
zur Feier seiner Stiftung in der Augustinerkirche die Messe «iste con- 
fessor» von Palestrina aufführte, Angesichts der kurzen Lebensdauer 
des Vereines war dies ein etwas kühnes und gewagtes Unternehmen, 
aber Herbeck setzte seinen ganzen Stolz darein, der rivalisierenden 
«Singakademie» in jeder Beziehung zuvorzukommen. Eduard Hanslick 



') In den Statuten des Orchestervereines war diese Verpflichtung erst seit dem Jahre 
1867 vorgesehen. — Unter der zweiten Direktion Herbecks — 1875—1877 — waren aus Er- 
sparnisgründen auch vorgeschrittenere Instrumentalschüler des Konservatoriums zur Mitwirkung 
in den Gesellschaftskonzerten herangezogen worden. 



158 

ließ sich über dieses Experiment in der «Presse» vom i. Juni wie folgt 
vernehmen : 

«Die Musik Palestrinas wirkt noch immer und wird %s zu allen 
Zeiten durch den Ausdruck der tiefsten, alles Irdische abstreifenden 
Andacht ; ihr rein musikalischer Inhalt jedoch bleibt dem Laien fremd, 
dem jeder melodische Anhaltspunkt und — durch die frei eingesetzter!, 
entfernten Dreiklänge — oft auch jeder harmonische darin fehlt. Die 
genaueste Übereinstimmung aller Stimmen im Schwellen und Abnehmen 
der Tonstärke, die feinste Ausgestaltung, die doch nur wieder aus der 
gründlichsten Durcharbeitung erblühen kann, sind für die Exequierung 
Palestrinascher Musik unentbehrlich. In Anbetracht dieser Schwierig- 
keiten kann man dem Vereine und seinem energischen Leiter Her- 
beck zu der kirchlichen Feier vom 3o. nur Glück wünschen und 
darin eine Bürgschaft für die segensreiche Mission erkennen, welche 
der , Singverein' in unserem Musikleben dereinst erfüllen wird.» 

Sein Debüt im Konzertsaale beging der Verein am 7. November 
1858 — und zwar in einem eigenen «Konzerte des Singvereines» — 
mit Händeis «Judas Makkabäus» '). Bei seinem ersten Auftreten in 
einem Gesellschaftskonzerte, am 14. November, sang er «Das Hoch- 



') In den ersten Jahren erschienen die Damen zu den Konzerten in weißen Kleidern. 
Wann das schwarze Kleid zu diesem Zwecke eingeführt wurde, ist aus den Protokollen nicht 
ersichtlich. Am lo. Jänner 1879 wurde zwar vom Leitenden Ausschusse eine Art Podiums- 
ordnung erlassen, deren zweites G^bot lautete: «Die Damen haben bei den Konzerten in 
schwarzen Kleidern ohne farbige Bänder und ohne Kopfputz zu erscheinen, die Herren im 
Frack und mit schwarzer Krawatte.» Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, vielmehr höchst- 
wahrscheinlich, daß es sich dabei nur um eine «Erinnerung» handelte. Denn zu Beginn der 
nächsten Saison heißt es in dem Protokolle vom 24. Oktober wieder: «Die Damen sollen bei 
den Konzerten in schwarzen Kleidern mit schwarzem oder weißem Aufputz erscheinen; Farben 
und Blumen sind auszuschließen.» 

Am 28. April 1882 beschäftigte sich die Leitung abermals mit der Kleiderordnung, dies- 
mal aber nur die Herren betreffend, denen für die Mittagskonzerte schwarze, für die Abend- 
konzerte aber weiße Krawatten vorgeschrieben wurden. Ein Antrag, bei den Mittagskonzerten 
im schwarzen Schlußrocke zu erscheinen, wurde abgelehnt. Dies wurde am 3o. November 1887 
bestätigt und ist bis heute so geblieben, trotzdem jene Anregung vor einigen Jahren abermals 
aufgetaucht war. Daß im Frack leichter und angenehmer zu singen ist als in dem eng anliegen- 
den Röhrensystem des Salonrockes, ist ja allerdings nicht zu läugnen. 

In den neunziger Jahren wurde besonders strenge darauf geachtet, daß die Damen nur 
ja schwarz in schwarz gekleidet waren, und es sind Fälle vorgekommen, daß auch nur die ge- 
ringste Spur von Blau oder gar Rosa unerbittlich den Ausschluß der schönen Sünderin vom 
Podium nach sich zog. Seither ist man etwas weniger farbenscheu geworden und setzt auf 
kleine Abweichungen von der Regel nicht mehr so harte Pön. 



159 

landmädchen» von Schumann und die «Litanei am Feste Allerseelen» 
von Schubert. «Der Vortrag dieses einfachen Gesanges», schrieb hier- 
über Ludwig Speidel im Abendblatte der «Wiener Zeitung» vom 
i8. November, «dessen Melodie sich in den anmutigsten Linien be- 
wegt, war von einer ungewöhnlichen Wirkung begleitet und mußte 
wiederholt werden. Der Singverein berührte in seinem Vortrage dieser 
Nummer die äußerste Grenze, welche, was Feinheit der Nuancierung 
betrifft, den Chorgesang vom Sologesang scheidet.» 

Und dies war das höchste Lob, das dem Singvereine jemals ge- 
spendet wurde; denn ein höheres ist nicht mehr möglich. 

Schumanns «Paradies und Peri» war das erste große Werk, das 
der Singverein — am 19. Dezember 1858 — in einem Gesellschafts- 
konzerte sang. Als artistischer Direktor leitete damals die Aufführung 
noch Hellmesberger; ihm zur Seite gab jedoch Herbeck das Tempo 
für die Chöre an. Und «die Ausführung der Chöre», berichtet Ludwig 
Speidel in der «Wiener Zeitung» vom 25. Dezember, «bildete den 
glänzendsten Teil des Ganzen. Wo etwas nicht ganz klar zu Gehör 
kam, trug die zu massive Begleitung des Orchesters die Schuld». O 
Speidel, wem sagst du dieses! Ist das wirklich nur vor 50 Jahren 
geschrieben und nicht auch heute? 

Es kann selbstverständlich nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, das 
künstlerische Wirken des Sing Vereines auf Schritt und Tritt zu ver- 
folgen und zu besprechen. Das wäre zwar nicht uninteressant, würde 
aber Bände erheischen. Die musikalischen Leistungen des Vereines 
sind am Schlüsse übersichtlich in einer Beilage zusammengestellt, und 
zwar derart, daß unter den alphabetisch angeordneten Namen der 
Komponisten die vom Singvereine gesungenen Musikstücke in der 
Reihenfolge verzeichnet sind, in der sich der Verein zuerst mit ihnen 
befaßt hat, wobei die Daten der einzelnen Aufführungen mit sonstigen 
Angaben folgen. Diese Einrichtung gewährt nicht nur einen raschen 
Überblick über den Umfang der künstlerischen Betätigung des Ver- 
eines, sondern ermöglicht auch, sich sofort darüber zu orientieren, ob, 
wann und wie oft irgendein bestimmtes Werk vom Singverein auf- 
geführt worden ist. Dieser Zusammenstellung geht ein Verzeichnis 
aller Konzerte und Aufführungen voran, an denen sich der Singverein 
beteiligt hat; und da es manchmal doch auch von Interesse sein dürfte, 
zu wissen, wie das Prografmm dieses oder jenes Konzertes gelautet 
hat, so verweisen dort in Klammern beigefügte Nummern auf die 



i6o 

jeweils aufgeführten Werke, die zu diesem Zwecke ihrerseits einer durch- 
laufenden Numerierung unterzogen erscheinen. 

Nur einiges soll hier besonders herausgehoben werden. 

Am i6. Dezember i86o veranstaltete der Singverein ein Konzert, 
dessen Reinerträgnis dem Dombaufonds zum Wiederaufbau des Ste- 
phansturmes gewidmet wurde. Ließ auch der materielle Erfolg dieses 
Konzertes, in dem der III. Teil von Schumanns <Faust> in Wien 
zum ersten Male aufgeführt wurde, zu wünschen übrig — der gute 
Wille wenigstens war vorhanden. 

Bereits am 17. März 1861 wagte sich der Singverein an Bee- 
thovens «Missa solemnis» heran ^), ein Werk, das in Wien seit beinahe 
zwei Dezennien nicht mehr gehört worden war, und das infolge der 
allgemeinen Teilnahme, der es begegnete, in rascher Aufeinanderfolge 
am 30/ März 1862 und am 18. Dezember 1864 wiederholt wurde, 
worauf eine längere Pause eintrat. Am 22. März 1864 hatte man dem 
Vereine die erste Aufführung von Bachs « Johannespassion > in Wien 
zu danken, der die «Matthäuspassion »2) am 11. April 1865 folgte. An 
die «Hohe Messe» dagegen rührte der Sing verein vorsichtig zwar schon 
in den Jahren 1867 und 1868, indem er daraus das Kredo, Benediktus 
und Kyrie sang; vollständig aber brachte er sie erst nach Eintritt in 
sein zweites Vierteljahrhundert, am 3 1. März 1885, ^^^ zwar für Wien 
zum ersten Male, zur Aufführung. 

Am 9. November 1862 beging die Gesellschaft der Musik- 
freunde ihr sojähriges Jubiläum durch eine Aufführung von Hän- 
deis «Messias» in einem Festkonzerte, das durch die Anwesenheit des 
Kaisers und der Kaiserin, mehrerer Erzherzoge sowie Hof-, Staats- 
und Stadtwürdenträger ausgezeichnet wurde. Ein am 11. November 
von der Direktion in den Sperlsälen veranstalteter Festabend bildete 
den Abschluß der schönen Feier. 

In dem Gesellschaftskonzerte vom 21. Dezember 1862 trat die 
nachmals so berühmt gewordene Sängerin Marie Wilt, die eigentlich 
aus dem Singvereine hervorgegangen ist, dessen Mitglied sie von 1859 
— 1865 war, zum ersten Male als Solistin auf, und zwar in Perfalls 
«Dornröschen». In dieser Periode sang sie an Soli in den Gesellschafts- 



') An dem auf diese Aufführung folgenden Übungsabende wurde Herbeck «mit dem 
Ausdrucke des Dankes für die beim Einstudieren der Chöre aufgewendete Mühe» von den 
Damen des Vereines eine wertvolle Brillantnadel überreicht. 

^) Erste Auiführung in Wien am 15. April 1862 durch die Singakademie. 



A. V. Böhm: Geschichte des Singvereines 




Die Dirigenten des Singvereines 1858 — 1880 



i6i 

konzerten ferner am i. März i863 in Mozarts II. Finale aus «Ido- 
meneo», am 27. März i863 in Schuberts «Lazarus»'), am S.No- 
vember i863 in zwei Abteilungen aus Händeis «Samson», am 20. De- 
zember i863 eine kleinere Partie in Schumanns «Faust», am 
14. Februar 1864 in Mendelssohns «Lobgesang», am 28. Februar 
1864 in C. P. G. Grädeners «Z wiegesang der Elfen», am i3. Novem- 
ber 1864 in Händeis «Judas Makkabäus» und am 11. April 1865 in 
Bachs «Matthäuspassion». Hierauf wandte sie sich der Bühne zu und 
debütierte im Dezember 1865 in Graz als Donna Anna im «Don Juan». 
Dann trat sie in London auf unter dem Namen Vilda. 

Auch andere Mitglieder des Singvereines — Damen wie Herren 
— haben sich zu allen Zeiten als Solisten in den Konzerten in kleine- 
ren und größeren Partien erfolgreich betätigt; von einer Aufzählung 
ihrer Namen kann jedoch füglich Umgang genommen werden. Im 
Mitgliederverzeichnisse sind sie durch ein beigefügtes Sternchen be- 
zeichnet. 

Am 29. Mai 1864 wiederholte der Singverein seine Stiftungsfeier 
durch die Aufführung einer Messe von Palestrina in der Augustiner- 
kirche. Am Abend schloß sich daran ein geselliger Abend mit Tanz 
beim «Sperl». 

In dem Jahresberichte über das Gesellschaftsjahr 1866/67 stimmte 
die Direktion dem Singvereine das folgende Loblied an: 

«Ganz vorzugsweise muß aber der Leistungen des Singvereines 
bei den Gesellschaftskonzerten gedacht werden. Die Meisterschaft, 
welche der Singverein beurkundet (sie!), ist über jedes Lob erhaben; 
kein Singverein der Welt vermag ihm die Sängerkrone streitig zu 
machen. Seine Leistungen verleihen den Gesellschaftskonzerten einen 
eigenen Zauberreiz ; in ihm liegt die Sicherung der Gesellschaftskonzerte 
vor jeder Konkurrenz.» 

Als anfangs Mai 1867 Herbeck an einer Rippenfellentzündung er- 
krankt war, übernahm der artistische Leiter des Orchestervereines, 
Professor Karl Heißler, die Leitung der Proben für den Rest der 
Saison ; und diesem Umstände ist auch das bereits erwähnte erstmalige 



') Mit Befriedigung wurde im Jahresberichte des Singvereines 1862/63 hervorgehoben, 
daß durch die mehrmalige Mitwirkung der Frau Marie Wiit und einiger noch besonders nam- 
haft gemachten Herren in Solopartien der Beweis geliefert wurde, «daß auch innerhalb des 
Singvereines jene Kräfte gefunden werden können, von denen die künstlerische Durchführung 

schwieriger Partien mit voller Bestimmtheit erwartet werden kann». 

II 



l62 

Zusammentreten der beiden Zweigvereine zu einem gemeinsamen Pro- 
duktionsabende im internen Kreise zu danken. 

Zur Feier seines lojährigen Bestehens veranstaltete der Sing- 
verein am 5. Mai 1868 im Großen Redoutensaale ein Festkonzert 
mit gemischtem Programm, dem tags darauf eine gesellige Zusammen- 
kunft der Mitglieder folgte. Bei dieser Gelegenheit überreichte er seinem 
geliebten Dirigenten Herbeck als Zeichen der Dankbarkeit einen sil- 
bernen Lorbeerkranz, einen Taktstock mit den eingravierten Namen 
aller von Herbeck dirigierten Chorwerke und einen kunstvoll geschnitz- 
ten Tisch mit musikalischen Emblemen. 

Im Jänner 1870 betrat der Verein das neue Haus und beteiligte 
sich sowohl bei der feierlichen Schlußsteinlegung am 5. als auch na- 
türlich an dem Festkonzerte am 6. und dessen Wiederholung am 
9. Jänner. Nicht zu vergessen des Festballes am 15. Jänner. 

Bisher hatten die Proben in dem Saale des alten Gesellschafts- 
hauses unter den Tuchlauben stattgefunden, die Konzerte aber im 
Großen Redoutensaale, 

Am 24. Mai 1870 mußte der Singverein von Herbeck Abschied 
nehmen, der nunmehr in die Direktionskanzlei der Hofoper über- 
siedelte. Sowohl die Direktion als auch der Singverein überreichten 
Herbeck Lorbeerkränze und Adressen, letzterer überdies ein Ölgemälde. 
Außerdem wurde ihm von der Direktion der auf 1 200 fl. abgerundete 
Reinertrag des letzten von ihm dirigierten Konzertes vom 3o. April als 
Ehrengeschenk überwiesen, und obendrein wurde er von der General- 
versammlung am 3i. Jänner 1871 über Antrag der Direktion zum 
Ehrenmitgliede der Gesellschaft ernannt. 

Von größeren Chorwerken hat Herbeck in dieser ersten Periode 
seiner Tätigkeit im Singverein und in der Gesellschaft aufgeführt: zwei 
Messen von Palestrina, «Judas Makkabäus» (zweimal), Teile der «Missa» 
und dann diese ganz (zweimal), die «Jahreszeiten», «Paradies und 
Peri> (zweimal), «Messias», «Samson», Schumanns «Faust», die «Jo- 
hannespassion» (zweimal), die «Matthäuspassion», «Fausts Verdammung», 
Teile aus der «Hohen Messe», «Christus am Olberg» von Beethoven, 
Teile aus dem «Deutschen Requiem», «Die heilige Elisabeth» von Liszt 
und «Elias». 

Die Frage eines Ersatzes für Herb eck verursachte der Direktion 
der Gesellschaft der Musikfreunde viel Kopfzerbrechens. Zuerst wurde 
beabsichtigt, Johannes Brahms als artistischen Direktor und den Chor- 



i63 

direktor der Hofoper Ernst Franck als Chormeister des Singvereines 
zu berufen. 

In der Direktionssitzung vom 17. Juni 1870 entwickelte nun Ni- 
kolaus Dumba den großartigen Plan, eine Konzentrierung der gesam- 
ten Konzertmusik Wiens zu erzielen, cdas heißt eine Fusion sowohl 
mit den Philharmonikern als auch mit der Singakademie». Die Fusion 
mit den Philharmonikern dachte er sich so, «daß deren Mitgliedern 
eine fixe Einnahme garantiert und obendrein eine Tantieme zugesichert 
würde. Die Konzerte gingen wie bisher unter der Firma der Phil- 
harmoniker, das Geschäft jedoch auf Rechnung der Gesellschaft, der 
daraus bedeutende Einnahmen und ein vorzügliches Orchester für ihre 
eigenen Konzerte erwüchsen. Würde diese Kombination durchgeführt, 
so müßte selbstfolgend Dessoff *) als artistischer Direktor und Wein- 
wurm 2) als Chormeister der fusionierten Chorgesellschaft eintreten». 

Nach längerer, äußerst interessanter Debatte, auf die aber näher 
einzugehen heute noch verfrüht wäre, wurde beschlossen: «Die Fusion 
mit den Philharmonikern sei wünschenswert und anzubahnen, jene mit 
der Singakademie sei fallen zu lassen.» 

In der Direktionssitzung vom 22. Juni berichtete Mosenthal über 
die inzwischen gepflogenen Verhandlungen mit den Philharmonikern. 
Diese hatten die Fusion abgelehnt, da sie die Verwaltung ihrer Kon- 
zerte nicht aus der Hand geben wollten, waren aber zur Mitwirkung 
in den Gesellschaftskonzerten bereit. Dumba bedauerte, «daß die 
Fusionsangelegenheit, die auf dem besten Wege zur Lösung war, unter- 
wühlt worden sei. Wie die Sache jetzt stehe, halte er die Kombination 
mit Dessoff für nicht opportun». Bei einer probeweise vorgenomme- 
nen Abstimmung — endgiltig wollte man nicht entscheiden, ohne die 
Meinung des verreisten Präsidenten Dr. Egger gehört,, zu haben — 
stellte es sich heraus, daß die Majorität dafür war, Ernst Franck an 
Stelle Herbecks zu berufen. 

Am 14. Juli wurde nun aber unter dem Vorsitze Dr. Eggers be- 
schlossen, «die Stelle des artistischen Direktors sei Herrn Johannes 
Brahms, die Chormeisterstelle Herrn Ernst Franck, dermalen Chor- 
direktor des Hofoperntheaters, anzubieten. Die erste Stelle wird dotiert 
mit einem jährlichen Fixum von 800 fl. und einer 20% igen Tantieme 



*) Damals Dirigent der Philharmoniker. 

^) Damals Dirigent der Singakademie. 

II* 



i64 

vom Reinertrage der außerordentlichen Konzerte ; jene des Chormeisters 
mit 600 fl. Jahresgehalt und lo^/o Tantieme vom Reinertrage der außer- 
ordentlichen Konzerte». 

Brahms stellte jedoch Forderungen, auf die die Direktion nicht 
eingehen zu können glaubte. Schließlich wurde am 27. August Josef 
Hellmesberger^) zum artistischen Direktor und Ernst Franck zum 
Chormeister ernannt. 

Warum damals wieder auf die alte Institution des c Chormeisters» 
zurückgegriffen, beziehungsweise — soweit es den Singverein betrifft 
— die Leitung der Proben und der Aufführungen in verschiedene 
Hände gelegt wurde, ist nicht recht begreiflich. Eduard Hanslick 
äußerte sich darüber in einem Feuilleton der «Neuen Freien Presse» 
vom 14. Oktober 1870 folgendermaßen: 

Die Schwierigkeit, nach einem unvergeßlichen Dirigenten wie Herb eck auf- 
zutreten, verhehlte sich Brahms keinen Augenblick; ungeteilt wollte er deshalb 
seine Kraft dem Werke widmen. Ungeteilt mußte man ihm aber auch den ganzen 
Wirkungskreis Herbecks anvertrauen. Die ergiebigere Hälfte dieses Feldes ist be- 
kanntlich der Singverein, jener treffliche gemischte Chor, dem die Gesellschafts- 
konzerte ihre schönsten Erfolge, ja ihren spezifischen Charakter verdanken. 

Direktor der Gesellschaftskonzerte ist man offenbar nur, wenn man auch den 
Singverein leitet und über ihn verfügen kann. Was tut aber die Direktion der 
«Musikfreunde»? Sie trennt die bisher vereinigte Leitung des instrumentalen und 
des vokalen Teiles, betraut mit dem letzteren einen jungen, gänzlich unbekannten 
Musiker und benachrichtigt Brahms mit reizender Naivetät von diesem fait accompli 
und von dem Beschlüsse, daß er sich auf die Leitung des Orchesters zu beschrän- 
ken habe. Es liegt auf der Hand, daß eine solche Teilung des musikalischen 
Stoffes künstlerisch unmotiviert und ohne persönliche Reibungen undurchführbar 
ist. Nur einem Dirigenten gebührt mit der ganzen Verantwortlichkeit auch die 
ganze Leitung der Konzerte; ein zweiter ist nur denkbar als abhängiger Hilfs- 
arbeiter des ersten. 

Und an die Ernennung Hellmesbergers zum Konzertdirektor 
knüpfte Hanslick ebendaselbst folgende Glossen: 

Heißt es nicht das Konservatorium vollständig preisgeben, wenn man Herrn 
Hellmesberger, den Direktor, Violinprofessor, Konzertmeister am Operntheater, 
Solospieler in der Hofkapelle, Unternehmer von Quartettsoir^en etc. etc. noch mit 
einer neuen, gewichtigen Anstellung belastet? 

Man hat in Wien seinerzeit die Stelle eines cartistischen Direktors der Ge- 
sellschaft» zumeist aus persönlichen Rücksichten in zwei Teile getrennt, gerade 



') Dieser bezog aber als Dirigent nur 600 fl. fix und die Tantieme. 



i65 

wie man jetzt aus persönlichen Rücksichten sie in drei Anstellungen zerstückelt. 
Die lieben persönlichen Rücksichten, sie spielen in der Gesellschaft der Musik- 
freunde gerne die erste Violine, oft sogar Solo! 

Hellmesberger brachte in der Saison 1870/71 «Israel in Ägyp- 
ten», den «i3. Psalm» von Liszt, das «Magnifikat» von Bach, das 
«Deutsche Requiem» (unter Leitung des Komponisten) als erste vollständige 
Aufführung in Wien, und die «Matthäuspassion». Zu Beginn der nächsten 
Saison gab er den Taktstock an einen Großen, an Anton Rubinstein 
ab, in dessen Person die Stellen als artistischer Direktor der Gesell- 
schaft und als Chormeister des Singvereines wiederum vereint wurden, 
was sie auch fortan blieben. Rubinstein bezog einen Gehalt von 3ck3o fl. 
und die halbe Bruttoeinnahme eines III. außerordentlichen Konzertes. 

Rubinstein brachte an größeren, den ganzen Abend füllenden 
Werken das «Weihnachtsoratorium» von Liszt, seine geistliche Oper 
«Das verlorene Paradies» und Schumanns «Szenen aus Goethes Faust», 

In dieser und der nächsten Saison hat der Vorstand Dr. v. Rain dl 
ein « Singvereins -Tagebuch » geführt. Einige Stichproben daraus mögen 
mitgeteilt werden: 

3. Oktober 1871 

Installierung des neuen Dirigenten Anton Rubinstein. 114. Psalm, Weihnachts- 
lied von Calvisius. Aufstellung in zwei Chören. Sehr stark besucht. 

4. Oktober 1871 

Generalversammlung. Mit Mühe 40 Mitglieder zusammengebracht, darunter 
7 Damen. 

II. Oktober 1871 
Gut besucht. Viel Animo. Rubinstein nimmt die Zügel in die Hand. 2 An- 
thems, 114. Psalm, neue Nummer von Haydn. 
17. Oktober 1871 
Rubinstein ist verstimmt. Gut besucht. 

24. Oktober 1871 
Gut besucht. Wird schlecht gesungen. Soll Aufstellung Schuld tragen. Rubin- 
stein läßt fortvyrährend üben, ohne eigentlich zu sagen, was ihm nicht recht. 
3i. Oktober 1871 
Neue Aufstellung. Gut besucht. Rubinstein läät Türen schließen und während 
des Gesanges niemand eintreten. Probe recht gut. 

5. November 187 1 

Konzert. Alles brillant. Psalm überraschend für uns selbst, da wir im Vokalsatz 
nicht sanken. Rubinstein wurde nicht empfangen. 
5. Dezember 1871 
Gut besucht. Christus begonnen, der langweilig ist. 



i66 

19. Dezember 187 1 

War eine schriftliche Einladung ergangen, und doch schlecht besucht. Christus 

langweilt Rubinstein und uns. 

28. Dezember 1871 

2. Probe mit Orchester. Liszt anwesend. 

3i. Dezember 1871 
Konzert. Christus. Gute Aufführung. Erfolg wegen Liszts Anwesenheit gut. 

9. Jänner 1872 
Riesig besuchte, sehr gute Probe, weil eine briefliche Mitteilung gemacht worden 
war, daß, wer nicht beide Proben vom 9. und 16. besucht, das Konzert nicht 
mitmachen darf. Brahms (empfangen) und Goldmark anwesend. 
29. Jänner 1872 
Außerordentliche Probe zu Mozarts Requiem. Sehr gut besucht. Man sieht Leute, 
die das ganze Jahr nicht kommen. Geht sehr gut, nur zu wenig piano. 
2. Februar 1872 
Konzert, Requiem Mozarts fQr Grillparzer. Der Chor ist sehr stark. Aufführung 
sehr gelungen, nur blasen die Posaunen im Lacrymosa zwei Takte lang 
falsch, daß wir nahe am Umwerfen sind. 

Noch im Winter hatte sich Rubinstein für längere Zeit nach 
Amerika verpflichtet ; er mußte deshalb die Direktion der Gesellschafts- 
konzerte aufgeben. Am 2. Jänner 1872 wurde er von der Direktion 
über seine Ansichten zur Hebung der Gesellschaftskonzerte interpelliert. 
Er hielt zu diesem Zwecke für unerläßlich : «Erstens eine genaue Sich- 
tung des Singvereines, Beschränkung auf eine kleinere Zahl, zirka 150, 
jedoch lauter tüchtige Elemente; stramme Disziplin, pünktliches und 
zuverlässiges Erscheinen zu den Übungen und Proben. Zweitens ein 
möglichst ständiges Orchester, aus den besten Kräften und ausschließ- 
lich aus Fachmusikern bestehend.» «Diese Vorschläge wurden dem 
Konzertkomitee zur reiflichen Erwägung und Antragstellung überwiesen», 
doch hat weiter nichts mehr davon verlautet. 

Nach dem letzten Konzerte am 14. April 1872 erhielt Rubinstein 
von der Direktion als Zeichen der Anerkennung einen silbernen Takt- 
stock. Vom Singvereine verabschiedete er sich an dem Vergnügungs- 
abende am 3o. April, wobei er den Verein noch durch sein meister- 
haftes Klavierspiel erfreute. 

Und nun kam doch Johannes Brahms an die Reihe, mit einem 
Fixum von 2000 fl. und 33^/o Tantieme vom Reinertrage der außer- 
ordentlichen Konzerte, diese mit 1000 fl. garantiert. 

Brahms wurde im Singverein zuerst ziemlich kühl aufgenommen, 
weil er sich in früherer Zeit, als er noch Dirigent der Singakademie 



i67 

gewesen war, abträglich über den Verein geäußert haben sollte. Über- 
dies wurde seine Dirigentenbegabung bezweifelt. Rasch jedoch faßte 
er festen Fuß. «Brahms versteht es vorzüglich, die einzelnen Sätze 
herauszuarbeiten», heißt es in dem Singvereinstagebuche unter dem 
8. Oktober 1872, «und die Mitglieder zeigen dabei viel Eifer und sicht- 
liches Interesse.» Damals wurde das «Dettinger-Te Deum» von Händel 
studiert. Und von der Aufführung am 10. November heißt es: «Allseitig 
die ausgezeichnete Schule Brahms' anerkannt.» Brahms war es auch, 
der zuerst ständige Donnerstagproben für die Damen eingeführt hat. 

Nachdem bereits in der Generalversammlung vom 8. Oktober 1872 
von der Leitung die Bildung von Soloquartetten im Vereine angeregt 
worden war, erklärte sich Brahms in der Übung am 10. Jänner 1873 
bereit, «ein Soloquartett aus dem Vereine heranzubilden, das dann 
auch zur Bildung von anderen aneifern soll». Die Anregung scheint 
aber im Sande verlaufen zu sein. Chorabende wurden zwar damals 
schon in den Häusern einiger kunstsinnigen Mitglieder, insbesondere der 
Damen Anna v. Hornbostel, Marie Exner und Rosa v. Gerold ver- 
anstaltet — in neuester Zeit sind in dieser Hinsicht namentlich der 
«Forsmann-Chor> und der «Escherich-Chor» zu nennen — aber im 
Vereine selbst ist erst im Herbste 1907 von dem Mitgliede Heinrich 
Damisch eine ständige Quartettvereinigung unter der Bezeichnung 
«Schwedisches Damen-Oktett') gegründet worden. 

An größeren Werken brachte Brahms Händeis «Saul», das «Re- 
quiem C-molb von Cherubini, das «Alexandersfest» und «Salomon» 
von Händel, die «Missa», das «Deutsche Requiem», die «Matthäus- 
passion» und Max Bruchs «Odysseus». 

In der Direktionssitzung vom 3o, März 1875 wurde mitgeteilt, daß 
Hans Richter — damals Direktor der Oper in Pest — nicht abge- 
neigt wäre, die Direktion der Gesellschaftskonzerte zu übernehmen. 
Der Vertrag mit Brahms wurde hierauf in freundschaftlicher Weise 
gelöst, und Verhandlungen mit Richter wurden eingeleitet. Nach 
dem Konzerte am 18. April 1875 wurden Brahms von der Direktion 
und vom Singverein Adressen überreicht, und die nächste General- 
versammlung der Gesellschaft ernannte ihn am 19. Jänner 1876 zum 
Ehrenmitgliede. Später, vom 4. Jänner 1881 bis zu seinem Tode am 
3. April 1897, war Brahms auch Mitglied der Direktion. 



^) Jede Stimme ist doppelt besetzt. 



i68 

Nun stellte es sich aber im April 1875 heraus, daß Herbecks 
Stellung in der Hofoper unhaltbar geworden war. Die Direktion setzte 
nunmehr Hans Richter die Sachlage offen auseinander, und hierauf 
übernahm Herb eck zum zweiten Male den Sing verein und die Gesell- 
schaftskonzerte. Sein Gehalt war zu 4000 fl. bestimmt worden. 

«Welche Gefühle mögen den vielverdienten Mann bewegt haben,» 
schreibt Pohl'), «als er nach Niederlegung der Hofoperndirektion zum 
ersten Male wieder vor seinem heißgeliebten Singverein erschien! 
Einen Schritt zurückweichen, dies vermochte seine Natur nicht zu er- 
tragen. Obwohl scheinbar mit noch immer leuchtendem Auge und 
mildem Ernst seine Aufgabe erfüllend — seine Flügel waren gelähmt, 
sein Herz gebrochen, noch ehe ihn die alles versöhnende Hand des 
Todes am 28. Oktober 1877 vom Leben abberief.» 

Herb eck hatte in dieser Periode an größeren Werken gebracht: 
Liszts «Legende von der heiligen Elisabeth», die «Schöpfung» und 
Mozarts «Requiem». 

Noch am 22. Oktober 1877 hatte Herbeck mit dem Singverein 
die «Neunte» studiert; am nächsten Montage versammelte sich der 
Verein, um über die Leichenfeier zu beraten. Bei dieser sang der 
Singverein am 3o. Oktober in der Peterskirche Schuberts «Litanei am 
Tage Allerseelen», bei der Gedächtnisfeier am 15. November das «Re- 
quiem» von Mozart. 

Die nächsten drei Gesellschaftskonzerte leitete Josef Hellmes- 
berger, von größeren Chorwerken nur die «Jahreszeiten» bringend. 

Im Jänner 1878 wurde Eduard Kremser gegen ein jährliches 
Fixum von 2000 fl. zum Konzertdirektor ernannt; unter ihm wurden 
bis Ende der Saison 1879/80 von größeren Werken «Paulus», die 
«Graner Festmesse» und «Messias» zu Gehör gebracht. Beim Ab- 
schiede überreichten ihm die Singvereinsleitung eine Adresse und die 
Damen ein Ehrengeschenk. 

Sein Nachfolger wurde Wilhelm Gericke, der auch schon das 
Konzert vom 17. März 1878 — da Kremser erkrankt war — dirigiert 
hatte. Ursprünglich hatte .die Direktion an Wilhelm Jahn 2) gedacht, 
der zugleich mit der Hofoper die Gesellschaftskonzerte übernehmen 



^) C. F. Pohl: Denkschrift aus Anlaß des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des Sing- 
vereines der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Wien i883, S. 14. 

2) Diesem war ein Honorar von 3ooo fl. angeboten worden, dasselbe, das dann Ge- 
ricke bezog. 



i69 

sollte; doch führten die eingeleiteten Verhandlungen zu keinem positiven 
Ergebnisse. 

Gericke blieb Konzertdirektor bis Mai 1884 und brachte folgende 
größere Werke zur Aufführung: Schumanns «Faust», die «Schöpfung», 
die «Johannespassion», «Judas Makkabäus», die «Jahreszeiten», Berlioz' 
«Requiem», die «Missa» und nochmals das «Requiem» von Berlioz. 
Bei der Abschiedsfeier am 3. Mai wurden ihm von der Direktion und 
vom Singvereine Adressen überreicht, von letzterem obendrein ein 
goldenes Chronometer. 

Am 8. Dezember i883 — noch unter Gericke — feierte der 
Singverein sein 25jähriges Jubiläum mit einem durch den Besuch 
des Kronprinzenpaares ausgezeichneten Festkonzerte (zugleich II. or- 
dentliches Gesellschaftskonzert), das am Abende von einem Bankett ge- 
folgt war. Bei dieser Gelegenheit erhielt der Verein von der Direktion 
eine künstlerisch ausgestattete Adresse. Den Abschluß des Festes bildete 
ein animiertes Tänzchen. Die von dem Archivare der Gesellschaft der 
Musikfreunde, dem bewährten Musikhistoriker Karl Ferdinand Pohl 
verfaßte Denkschrift war dem Kaiser im Wege der Kabinettskanzlei, 
dem Kronprinzenpaare aber durch eine aus dem Vorstande Dr. 
V. Raindl und den Leitungsmitgliedern Emil Dillmann und Julius 
Hora bestehende Deputation persönlich überreicht worden. Der Män- 
nergesangverein hatte sich beim Konzerte mit einem Lorbeerkranze ein- 
gestellt. 

'Mit Allerhöchster Entschließung vom i3. Mai 1884 geruhten Seine 
Majestät der Kaiser dem Singvereine die große goldene, mit dem 
Allerhöchsten Bildnisse und Wahlspruche gezierte Medaille zu ver- 
leihen. 

Am 9. Juni d. J. wurden Vorstand Dr. v. Raindl und die Leitungs- 
mitglieder Emil Dillmann und Franz Köstinger von Seiner Majestät 
in Audienz empfangen, um für diese Auszeichnung zu danken. 

Von Oktober 1884 bis April 1890 schwang Hans Richter^) das 
Szepter und brachte von größeren Werken zur Aufführung: «Saul», 
die «Hohe Messe» (zweimal), «Elias», «Fausts Verdammung», die 
«Missa» (zweimal), die «Jahreszeiten», die «Matthäuspassion» (zwei- 
mal), «Paulus», «Paradies und Peri», «Theodora», das «Deutsche 
Requiem», Bachs «Weihnachtsoratorium», «Josua», Schumanns «Faust», 



^) Richter bezog ein Honorar von 500 fl. pro Konzert; ebenso nach ihm Gericke. 



das «Requiem» von Berlioz und die «Schöpfung». Nach seinem Ab- 
schiede wurde ihm in der Probe vom 22, Dezember 1890 eine von 
Johannes Benk verfertigte silberne Bach- Statuette überreicht, mit 
der Inschrift: 

(vorne) Johann Sebastian Bach 

(auf der Röckseite) 

Der SiDgverein der Gesellschaft der Musikfreunde seinem Meister-Dirigenten 

Hans Richter 

als Zeichen dankbarer Erinnerung 

Wien, 22. Dezember 1890 

1884 1890 

Die Gesellschaft aber ernannte Hans Richter am 7. Februar 1891 
zum Ehrenmitgliede. 

Auf Hans Richter folgte wiederum Wilhelm Ger icke bis April 
1895, dann Richard von Perger bis April 1900, hierauf Ferdinand 
Löwe bis April 1904. Seither meistert den Verein Franz Schalk. 

Von größeren Werken haben gebracht: 

Gericke: «Israel», «Elias», die «Johannespassion», «Alexanders- 
fest», «Das Lied von der Glocke» von Max Bruch, die «Jahreszeiten» 
(dreimal), die «Missa», das «Requiem» von Mozart, die «Schöpfung», 
«Paradies und Peri», das «Requiem» von Verdi, die «Hohe Messe», 
«Paulus», «Fausts Verdammung», das «Deutsche Requiem», «Messias», 
die F-moU Messe von Brückner und «Judas Makkabäus». 

Perger: «Franciscus» von Edgar Tinel, «Eva» von Massenet, das 
«Weihnachtsoratorium» von Bach, «Christus» von Friedrich Kiel, «Elias», 
die «Schöpfung» (zweimal), die Messe in D-moU von Brückner (zwei- 
mal), die «Matthäuspassion», «Die heilige Ludmilla» von Dvofäk, 
«Paulus», die «Jahreszeiten», «Die Seligkeiten» von Cösar Franck, 
«Paradies und Peri», die «Missa», «Deborah», die «Graner Fest- 
messe», das «Deutsche Requiem», «Luzifer» von Peter Benoit und 
den «Messias». 

Löwe: Die Messe in Es von Schubert, das «Requiem» von 
Dvofdk, die «Hohe Messe», «Saul», «Paulus», «Christus» von Liszt, 
die «Schöpfung», Schumanns «Faust», das «Weihnachtsmysterium» von 
Philipp Wolfrum, die F-moU Messe von Brückner, die «Matthäus- 



171 

passion», «Fausts Verdammung», das «Requiem» von Josef Reiter und 
die «Missa». 

Schalk: Das «Requiem» von Dvofäk, das «Magnifikat» von Bach 
(zweimal), «Die Kindheit Christi» von Berlioz, die «Johannespassion» 
(zweimal), den «Traum des Gerontius» von Edward Elgar, die «Jahres- 
zeiten», die «Matthäuspassion» (zweimal), die F-moU-Messe von Brück- 
ner, «Herakles», die «Missa», die «Hohe Messe», das «Requiem» von 
Mozart, «Messias», die «Schöpfung» und das «Deutsche Requiem». 
Von diesen Aufführungen sind besonders hervorzuheben je die zweite 
der beiden Passionen, wo diese zum ersten Male in Wien — und viel- 
leicht überhaupt — ohne jeden Strich gebracht wurden, sowie die Auf- 
führung der «Schöpfung» am 27. März 1908 im Festsaale der Kaiser- 
lichen Akademie der Wissenschaften mit kleinem Orchester und kleinem 
Chor im historischen Stile vor einem geladenen Publikum, zur Erinne- 
rung an die vor 100 Jahren an demselben Orte erfolgte Aufführung 
dieses Werkes in dem letzten der sogenannten Adeligen oder Kavaliers- 
konzerte, bei welcher Gelegenheit Vater Haydn zum letzten Male in 
der Öffentlichkeit erschienen war, und wo ihm ganz außerordentliche 
Ovationen bereitet worden waren. 

Aus der Vereinsgeschichte der letzten Jahre wäre noch folgendes Nachlese 

,., aus der 

ZU erwähnen. vcrcinsgcschichte 

Schon mehrmals war im Singverein, wenn bei den Aufnahms- 
prüfungen gute Stimmen wegen zu geringer musikalischer Übung zu- 
rückgewiesen werden mußten, der Wunsch aufgetaucht, für solche 
stimmbegabte Damen und Herren einen Kurs zu errichten, um sie 
nicht gänzlich abweisen zu müssen, sondern sie für den Verein heran- 
bilden zu können. In der Leitungssitzung vom 18. September 1891 
brachte Ger icke diese Angelegenheit neuerdings zur Sprache. In der 
Sitzung am 25. Oktober wurde die Debatte hierüber fortgesetzt, doch 
traten, wie das Protokoll berichtet, «so viele Schwierigkeiten zutage, 
daß vorläufig die Ausführung der Idee verschoben werden muß ; es 
sei denn, daß Herr Konzertdirektor Gericke sich entschlöße, auf private 
Weise einen Gesangskurs einzuleiten». 

Begreiflicherweise überlegte sich dies Gericke mehr als einmal. 
Aber ein Jahr später, am 18. November 1892 — an demselben Tage, 
wo der langjährige, verdiente Vorstand Dr. v. Raindl demissionierte — 
stellte das Leitungsmitglied Franz Köstinger den bestimmten Antrag, 



172 

einen Vorbereitungskurs dennoch zu errichten. Ein engeres Komitee 
bereitete ein Statut hiefür vor, das am 5. Dezember von der Leitung, 
am 5. Jänner 1893 provisorisch von der Direktion, am 9. Jänner von 
einer außerordentlichen Generalversammlung des Singvereines und end- 
lich am 21. September d. J. definitiv von der Direktion genehmigt 
wurde (Beilage V). Die bereits am 27. Jänner 1893 eröffnete Chor- 
schule des Singvereines, die bis Ende dieses Jahres von Eusebius 
Mandyczewski, dann aber von Ferdinand Löwe geleitet wurde, 
mußte zu Beginn des V. Jahrganges im November 1896 wegen nicht 
genügender Beteiligung wieder aufgelassen werden. Insgesamt war sie 
in den vier Jahren von 67 Damen besucht worden, von denen 26 in 
den Verein aufgenommen werden konnten. 

In derselben außerordentlichen Generalversammlung, in der das 
Statut der Chorschule genehmigt worden war, war Franz Köstinger') 
zum Vorstande des Singvereines gewählt worden. Er versah dieses 
Amt in ausgezeichneter Weise bis zu seinem Tode, der am 26. Jänner 
1898 ganz unvermutet infolge eines Schlaganfalles eintrat. Köstinger 
war im Mittelpunkte des musikalischen Lebens von Wien gestanden; 
abgesehen von seiner Stellung in der Direktion der Gesellschaft der 
Musikfreunde und im Singvereine, dem er 24 Jahre als Mitglied, 
22 Jahre als Leitungsmitglied und 5 Jahre als Vorstand angehört hatte, 
war er Mitbegründer des Gesangvereines Österreichischer Eisenbahn- 
beamten, artistischer Leiter und Ehrenmitglied des Männergesangvereines 
<Arion>, Mitglied des Wiener Männergesangvereines (seit 1874) und 
artistischer Leiter der von ihm gemeinsam mit Dr. Robert Hirsch fei d 
veranstalteten sogenannten «Renaissance -Abende», an denen sich stets 
auch zahlreiche Singvereinsmitglieder mitwirkend beteiligt hatten. Kö- 
stinger war auch der einzige Vorstand, der infolge seiner musikalischen 
Schulung — was nach dem bereits Mitgeteilten nicht mehr wunder- 
nehmen wird — in der Lage war, eine Probe des Singvereines zu 
leiten, wenn der Dirigent gerade verhindert war; eine Aufgabe, der er 
sich des öfteren mit Geschick unterzogen hat. An der Leichenfeier in 
der Stephanskirche — die Einsegnung wurde von dem Mitgliede des 
Sing Vereines Pfarrer Josef Haimer vollzogen — beteiligte sich der 



^ Franz Köstinger, geb. 15. Dezember 1844 zu Wilfersdorf in Niederösterreich, hat 
auch eine lateinische Messe für Männerchor mit Orgelbegleitung komponiert, die im Verlage 
von Rebay & Robitschek in Wien erschienen ist; auch hat er mehrere Kärntner Volkslieder 
für Männerchor arrangiert. Er war Bureauvorsland der Nordwestbahn. 



173 

Sing verein in corpore und sang Schuberts «Allerseelen»; in der nächsten 
Übung wurde nach einem von Ludwig Koch gehaltenen Nachrufe 
Brahms' «Fahr wohl> gesungen und die Übung hierauf geschlossen. 

Auf Köstinger folgte als Vorstand Rudolf Hof mann, der in der 
außerordentlichen Generalversammlung vom 28. Februar 1898 hiezu 
gewählt wurde, nach sechsjährigem, höchst verdienstvollem Wirken 
aber in der Generalversammlung am 2. Mai 1904 zufolge Überbürdung 
mit Berufsgeschäften dieses Ehrenamt niederlegte, das seither von seinem 
Nachfolger versehen wird. 

Im Jahre 1893 feierte der Wiener Männergesangverein sein 
50 jähriges Jubiläum. Der Singverein, der mit dem Männergesangverein 
durch traditionelle Bande der Freundschaft, durch die Gemeinsamkeit 
vieler Mitglieder und durch wiederholtes gemeinsames Wirken sehr 
liiert ist, überreichte dem Vereine beim Begrüßungsabend am 6. Ok- 
tober durch seinen Vorstand eine Adresse, und die Damen brachten 
ihm als Angebinde zwei reich gestickte Fahnenbänder dar. 

Zwei wichtige Beschlüsse sind von der Generalversammlung am 
17. April 1899 gefaßt worden. Der eine Beschluß — der Antrag war 
von Dr. Alfred Kolisko gestellt worden — ging dahin, «an die Gesell- 
schaft der Musikfreunde das höfliche Ersuchen zu richten, jenen Mit- 
gliedern des Singvereines, die diesem ununterbrochen mindestens durch 
25 Jahre angehören, für den Fall ihres Austrittes aus dem Vereine die 
Begünstigung der Ausfolgung einer für ihre Person giltigen Eintritts- 
karte zu den Generalproben der Gesellschaftskonzerte einräumen zu 
wollen»; ein Ansuchen, dem die Gesellschaftsdirektion als im allseitigen 
Interesse gelegen anstandslos willfahrte. 

Der zweite Beschluß betraf die Stiftung einer silbernen «Herbeck- 
Medaille» zur Verleihung für 25 jährige ununterbrochene und treue 
Mitgliedschaft'). Die Medaille, für deren Herstellung ein Kredit von 
900 fl. eröffnet worden war, wurde vom Kammermedailleur Anton 
Scharff modelliert und gelangte in der Generalversammlung vom 
23. April 1900 zum ersten Male zur Verleihung. Und zwar wurden 



') Die Leitung hatte in ihrer Sitzung vom 5. April über Anregung Ludwig Kochs be- 
schlossen, der Generalversammlung diesen Antrag zu stellen. Unabhängig davon hat etwas 
später Dr. Arnold Breuner (unter dem lo. April) schriftlich den Antrag für die Generalver- 
sammlung angemeldet, langjährigen Mitgliedern eine Auszeichnung etwa in Form eines Diplo- 
mes zu verleihen. Dieser Antrag war aber bereits durch den weitergehenden Antrag der 
Leitung überholt. 



174 

diesmal nicht weniger als 28 Damen und 20 Herren damit bedacht, 
weil sich das erste Mal zu den Mitgliedern des betreffenden Jahrganges 
auch diejenigen gesellten, deren Eintritt zu noch früherer Zeit erfolgt 
war'). Seither haben die Herbeck-Medaille noch weitere 35 Damen 
und 8 Herren, insgesamt also 63 Damen und 28 Herren erhalten. 

Von der Generalversammlung am 14. April 1902 wurde über An- 
trag Dr. Wilhelm Heckes und noch einiger anderen Vereinsmitglieder 
mit allen gegen zwei Stimmen beschlossen, «diejenigen Mitglieder von 
der Aufführung auszuschließen, die nicht mindestens die Hälfte der 
bezüglichen Proben besucht haben». 

Zur Stellungnahme gegenüber einer Erscheinung, die das künst- 
lerische Wirken des Vereines zu beeinträchtigen geeignet war, wurde 
für den 3. November 1902 eine außerordentliche Generalversammlung 
einberufen. Es handelte sich um die in den unterschiedlichsten Formen 
auftretende, zuletzt schon zu einem bedenklichen Umfang gediehene Her- 
anziehung der Vereinsmitglieder zur Mitwirkung bei fremden Unter- 
nehmungen. Der Leitende Ausschuß, dem jede engherzige Beschränkung 
der Sangesfreudigkeit der Mitglieder ferne lag und liegt, und der auch 
fremde Unternehmungen, soferne diese mit ihren eigenen Kräften wirken 
oder doch nicht sozusagen hinter den Kulissen vom Singvereine zehren, 
stets neidlos und freudig begrüßt, hatte die Erfahrung gemacht, daß durch 
die Mitwirkung einzelner oder ganzer Gruppen von Mitgliedern des 
Singvereines bei anderen Unternehmungen Kollisionen mit den eigenen 
Übimgen und Aufführungen zum Nachteile des Singvereines eingetreten 
waren. 

Nach längerer Debatte wurde von der Generalversammlung mit 
62 gegen 40 Stimmen (bei zahlreichen Stimmenenthaltungen) be- 
schlossen, «daß die Mitwirkung von Mitgliedern des Singvereines bei 
Aufführungen anderer Unternehmungen mit gemischtem Chorgesang und 
ebenso der Beitritt von Mitgliedern des Singvereines zu solchen Unter- 
nehmungen an die Zustimmung des Leitenden Ausschusses gebunden 
sei, der ermächtigt wird, Dawiderhandelnde aus dem Vereine auszu- 



') Aus dem Jahre 1858, dem GrUndungsjahre des Vereines, waren noch zwei Mitglieder 
— Frau Therese Gugler geb. Matzku und Herr Louis Beran — vorhanden. Herr Beran 
ist seither leider gestorben (am 18. November 1907); Frau Gugler dagegen feiert in wahrhaft 
beneidenswerter Jugendfrische mit dem Singvereinsjubiläum auch ihr eigenes Jubiläum als das 
«goldene Mitglied» des Vereines und als eine der Hauptstützen des Sopranes. 



175 

schließen; ältere (d. h. bisherige) Rechte der Mitglieder werden hiedurch 
nicht berührt». 

Dieser Beschluß offenbarte alsbald seine wohltätigen Folgen, ohne 
daß die Leitung in die unangenehme Lage versetzt worden wäre, von 
der ihr zugesprochenen Ermächtigung — die übrigens in den Statuten 
nicht vorgesehen ist und über deren Giltigkeit sich deshalb wohl streiten 
ließe — Gebrauch zu machen. Wenn ein Mitglied, das die Proben 
des Singvereines fleißig besucht und auch zu den Aufführungen wacker 
das Seinige beiträgt, dann obendrein noch Lust und Zeit hat, sich auch 
anderswo künstlerisch zu betätigen, so ist dagegen gewiß nichts ein- 
zuwenden, da dadurch keine Schädigung des Singvereines erfolgt. 
Wenn aber die Mitwirkung bei fremden Unternehmungen auf Kosten 
der Teilnahme an den eigenen Unternehmungen des Singvereines vor 
sich geht, dann liegt der Fall ganz anders und kann, »wie in keinem 
Vereine, auch im Singvereine nicht geduldet werden. 

Daß aber der Singverein in dieser Hinsicht wirklich nicht eng- 
herzig ist und sich auch als solcher jederzeit gerne in den Dienst der 
Kunst stellt, wenn sich dies mit seinen ihm zunächst und vor allem 
am Herzen liegenden statutarischen Verpflichtungen verträgt, davon 
geben die zahlreichen korporativen Mitwirkungen des Vereines bei an- 
deren Unternehmungen Zeugnis, die aus der am Schlüsse beigegebenen 
Übersicht aller Konzerte, an denen sich der Singverein überhaupt be- 
teiligt hat, ersehen werden können. 

Über das künstlerische Wirken des Singvereines mögen hier noch Konzertstatistik 
einige statistische Daten folgen, die aus den tabellarischen Zusammen- 
stellungen (Beilage VII und VIII) ausgezogen sind. 

Der Singverein hat 14 eigene Konzerte veranstaltet und hat in 
197 ordentlichen und 90 außerordentlichen Gesellschaftskonzerten mit- 
gewirkt; außerdem in 10 weiteren von der Gesellschaft der Musik- 
freunde veranstalteten Konzerten, an 17 Künstler- und Gesellschafts- 
abenden ^), in 12 von L. A. Zellner veranstalteten historischen Kon- 
zerten'), in 16 Philharmonischen und Nicolai-Konzerten, in 10 Kon- 
zerten des Wiener Konzertvereines, in 36 von anderer Seite veran- 
stalteten Gedenk- und Festkonzerten, bei 14 Leichenfeiern und in 



') Hier haben nur Mitglieder des Vereines mitgewirkt, nicht der Singverein in seiner 
Gänze. 



(8) 

Räume, ermöglicht. Eine solche Gastkarte gebührt den Damen des Vereines auch zu den 
Aufführungen, bei denen der Verein beteiligt ist. 

Die männlichen Mitglieder haben überdies das Recht, in den Leitenden Ausschuß gewählt 
zu werden. 

Pflichten der Mitglieder 

§ 6. Die Mitglieder des Singvereines, denen als ausübende Mitglieder der Gesellschaft 
auch deren allgemeine Pflichten obliegen, sind verbunden, den im Wirkungskreise des Leitenden 
Ausschusses liegenden Anordnungen desselben nachzukommen und sich an allen Übungen 
und Aufführungen des Vereines zu beteiligen. Die ordentlichen Übungen finden in der Regel 
wöchentlich einmal, u. zw. Dienstag abends 7 Uhr, im Kleinen Saale des Gesellschafts- 
hauses statt. 

Eiii Mitglied, welches bei drei nacheinander folgenden Übungen nicht erscheint oder 
bei einer Öffentlichen Aufführung nicht mitwirkt und dies über Aufforderung der Vereins- 
leitung nicht statthaft zu rechtfertigen vermag, wird als ausgetreten betrachtet. Der Aus- 
getretene wird aus den Katalogen gelöscht und hat, wie auch ein freiwillig ausgetretenes Mit- 
glied, keinen Anspruch auf das Vereinsvermögen. 

Jedes Mitglied hat für Vereinszwecke einen von der Generalversammlung des Singver- 
eines zu bestimmenden jährlichen Beitrag zu bezahlen; es steht jedoch dem Leitenden Aus- 
schusse frei, einzelne Mitglieder von dieser Zahlung aus rücksichtswürdigen Gründen zu dis- 
pensieren. 

Geschäftsführung 

§ 7, Die Vereinsangelegenheiten, insofern sie nicht der Generalversammlung oder der 
Vereinsversammlung vorbehalten sind, werden vom Leitenden Ausschusse besorgt. 

Generalversammlung 

§ 8. Der Generalversammlung bleibt vorbehalten: 

1. die Wahl des Leitenden Ausschusses; 

2. die Bestimmung des Jahresbeitrages und der Eintrittsgebühr; 

3. die Entgegennahme, Prüfung und Genehmigung des Kassa- und Jahresberichtes ; 

4. die Entscheidung über Anträge des Leitenden Ausschusses oder einzelner Mit- 

glieder; 

5. die Abänderung der Statuten und die Auflösung des Vereines. 

Die ordentliche Generalversammlung ist jährlich im Verlaufe des Monats Oktober ab- 
zuhalten und mindestens 10 Tage vorher schriftlich einzuberufen. 

Wenn wichtige Angelegenheiten zu verhandeln sind, oder wenn mindestens 20 Mitglieder 
es schriftlich verlangen, ist vom Leitenden Ausschusse eine außerordentliche Generalversamm- 
lung einzuberufen. 

Vereinsversammlung 

§ 9. Der Vereinsversammlung an ordentlichen Übungsabenden bleibt vorbehalten: 

1. die Beschlußfassung über selbständige Öfifentliche Aufführungen; 

2. alle Angelegenheiten, welche eine Auslage von mehr als 50 fl. Ö. W. er- 

fordern ; 

3. die Verleihung von Geschenken, Honoraren und die Verwendung des Erträg- 
nisses selbständiger Aufführungen. 

Ein von mindestens 20 Mitgliedern schriftlich gestellter Antrag muß nach geschehener 
Vorberatung im Leitenden Ausschusse, wenn nicht am selben Abende, doch in einer der näch- 
sten ordentlichen Übungen vor die Vereinsversammlung gebracht werden. 

Vorsitz 

§ 10. Den Vorsitz in der Generalversammlung und in der Vereinsversammlung führt 
der Vorstand, und in seiner Verhinderung der vom Leitenden Ausschusse gewählte Stell- 
vertreter. 



(9) 



Beschlufifähigkeit 



§ IX. Zur Beschlußfähigkeit in obigen Versammlungen ist die Anwesenheit von min- 
destens 40 Mitgliedern erforderlich; sollte in einer ordentlichen Generalversammlung nicht die 
beschlußfähige Anzahl erscheinen, so ist unter genauer Angabe der Tagesordnung eine zweite 
Generalversammlung einzuberufen, bei welcher jede Mitgliederzahl beschlußfähig ist. — Bei 
außerordentlichen Generalversammlungen ist, wenn nach Ablauf der für ihren Beginn ange- 
setzten Stunde die erforderliche Zahl von 40 Mitgliedern nicht beisammen ist, jede Mitglieder- 
zahl beschlußfähig. 

Abstimmung 

§ 12. Alle Beschlüsse werden mit absoluter Stimmenmehrheit gefaßt. 

Die Abstimmung geschieht durch Aufheben der Hände, bei den Wahlen des Leitenden 
Ausschusses durch geheime Abstimmung mittels Stimmzettel, bei anderen Wahlen nach Bestim- 
mung der Versammlung. 

Im Falle der Stimmengleichheit entscheidet bei Abstimmungen die Stimme des Vorsitzen- 
den, bei Wahlen die engere Wahl und in dritter Weise das Los. 

Zutritt 

§ 13. Zu allen Übungen und Versammlungen haben nur Mitglieder und die mit einer 
Gastkarte versehenen Personen, letztere jedoch in abgesondertem Räume Zutritt, insoferne die 
Versammlung nicht den Ausschluß der Öffentlichkeit beschließt. 

Der Leitende Ausschuß 

§ 14. Der Leitende Ausschuß besteht aus 8 Personen, u. zw. dem Vorstande, dem Diri- 
genten und 6 Ausschußmitgliedern, welche mit Ausnahme des Dirigenten alljährlich von der 
Generalversammlung des Singvereines gewählt werden. Die Austretenden sind wieder wählbar. 

Geschäftsordnung des Leitenden Ausschusses 

§ 15. Der Leitende Ausschuß, in welchem der Vorstand oder im Falle seiner Be- 
hinderung der vom Leitenden Ausschusse gewählte Stellvertreter den Vorsitz führt, und der 
bei Anwesenheit von 3 Mitgliedern und des Vorsitzenden beschlußfähig ist, besorgt alle 
Vereinsgeschäfte, die nicht der Generalversammlung oder der Vereinsversammlung vor- 
behalten sind. Er entscheidet nach absoluter Majorität, und gilt bei gleichgeteilten Stimmen 
die Stimme des Vorsitzenden doppelt. 

Schiedsgericht 

§ x6. Streitigkeiten, welche aus inneren Vereinsangelegenheiten entstehen, werden 
durch ein Schiedsgericht, welches aus dem Leitenden Ausschusse und je zwei von den Streit- 
teilen gewählten unbeteiligten Vereinsmitgliedem zusammengesetzt ist, endgiltig entschieden. 



(lo) 



Beilage IV 

Statuten des Singvereines 
der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 

Beschlossen in der auOerordcntlichen Generalversammlung des Singvereines am 23. April 1877 
und genehmigt in der Sitzung der Gesellschaftsdirektion am 25. Juni 1877 

Zweck des Vereines 

§ I. Der Singverein ist ein Zweigverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und 
bezweckt die Pflege der Tonkunst. 

Mittel zur Erreichung des Vereinszweckes 

§ 2. Die Mittel zur Erreichung des Vereinszweckes bestehen : 

1. in gemeinschaftlichen Gesangsübungen ; 

2. in der Mitwirkung bei allen öffentlichen Aufführungen der Gesellschaft, bei denen 

Chorgesang zur Anwendung kommt ; 

3. in selbständigen öffentlichen Aufführungen gediegener Tonwerke. 

Die ad i und 2 erforderlichen Musikalien, Lokalitäten und Diener sowie die ad 3 er- 
forderlichen Musikalien, insoferne sie im Besitze der Gesellschaft sind, werden von dieser zur 
Verfügung gestellt. 

Mitgliedschaft 

§ 3. Der Singverein besteht a) aus seinem von der Gesellschaftsdirektion bestellten Diri- 
genten, b) aus jenen Mitgliedern, welche als ausübende Mitglieder der Gesellschaft der Musik- 
freunde das Recht der ordentlichen Mitgliedschaft auf Grund der §§ 4, 5 und 8 der von der 
außerordentlichen Generalversammlung der Gesellschaft der Musikfreunde am 26. Februar 1869 
beschlossenen Statuten bereits erworben haben, dann c) aus jenen Mitgliedern, welche die Auf- 
nahmsbedingungen erfüllt haben und von der Gesellschaftsdirektion als ausübende Mitglieder 
der Gesellschaft der Musikfreunde angenommen worden sind. (§ 4 dieser Statuten mit § 6 d 
der Statuten der Gesellschaft.) 

Aufnahme 

§ 4. Wer dem Singvereine beitreten will, muß von dem Dirigenten im Beisein des Vor- 
standes und mindestens dreier Mitglieder des Leitenden Ausschusses strenge geprüft werden, 
und ist im Falle günstiger Beurteilung seiner Befähigung sein Name und Stand bei der nächsten 
GesamtUbung dem Vereine kundzugeben. 

Wenn innerhalb drei Tagen beim Leitenden Ausschusse durch ein Vereinsmitglied keine 
Einsprache erhoben, oder wenn im Falle einer Einsprache diese vom Leitenden Ausschusse als 
nicht begründet erkannt wird, so hat der letztere den Eintrittsbewerber sofort der Gesellschafts- 
direktion zur Annahme vorzuschlagen. 

Wenn sohin vonseiten der Gesellschaftsdirektion innerhalb der nächsten acht Tage keine 
Einsprache erfolgt, so ist die Aufnahme als ausübendes Mitglied der Gesellschaft der Musik- 
freunde, respektive des Singvereines als vollzogen anzusehen. Der Angenommene hat die für 
den Singverein bestimmte Eintrittsgebühr zu entrichten, wird dem Vereine bekanntgegeben und 
in das Verzeichnis der ausübenden Mitglieder der Gesellschaft der Musikfreunde eingetragen. 



(") 



Rechte der Mitglieder 



§ 5. Dem Singvereine als solchem steht das Recht zu, mit vollständigem Ausschlüsse 
jeglicher anderweitigen Chorkräfte bei allen Produktionen der Gesellschaft, bei denen Chor- 
gesang in Anwendung kommt, mitzuwirken. 

Die Mitglieder im einzelnen genießen die den ausübenden Mitgliedern der Gesellschaft 
nach deren Statuten zukommenden Rechte (§§ 7, 8, lit. d, 21, 24, 3o, 32 der Gesellschafts- 
statuten) und das Stimmrecht in den Singvereinsversammlungen ; sie haben Anspruch auf eine 
Personal- und auf eine Gastkarte, welch letztere den Eintritt zu allen Übungen und Proben 
des Vereines nach Zulänglichkeit, jedoch in gesondertem Räume, ermöglicht. 

Die männlichen Mitglieder haben überdies das Recht, in den Leitenden Ausschuß gewählt 
zu werden. 

Pflichten der Mitglieder 

§ 6. Die Mitglieder des Singvereines, denen als ausübende Mitglieder der Gesellschaft 
der Musikfreunde auch deren allgemeine Pflichten obliegen, sind verbunden, den im Wirkungs- 
kreise des Leitenden Ausschusses liegenden Anordnungen desselben nachzukommen und sich 
an allen Übungen und Auffuhrungen des Vereines zu beteiligen. Die ordentlichen Übungen 
finden regelmäßig wöchentlich einmal im Kleinen Saale des Gesellschaftshauses statt. 

Ein Mitglied, welches, ohne sich statthaft entschuldigt zu haben, bei drei nacheinander 
folgenden Übungen nieht erscheint, oder ohne sein Ausbleiben entsprechend zu rechtfertigen 
bei einer öffentlichen Auffuhrung des Vereines nicht mitwirkt, wird als ausgetreten betrachtet. 
Der Ausgetretene wird aus dem Mitgliedsverzeichnisse des Singvereines und sohin auch aus 
jenem der Gesellschaft gelöscht und hat, wie auch ein freiwillig ausgetretenes Mitglied, keinen 
Anspruch auf das Vereinsvermögen. 

Jedes Mitglied hat für Vereinszwecke außer der bei der Aufnahme zu entrichtenden Ein- 
trittsgebühr und dem Gesellschaftsbeitrage (§§ 6 d, 10 c und 23 f der Gesellschaftsstatuten) bis 
längstens Ende November jeden Jahres den von der Singvereinsgeneral Versammlung zu be- 
stimmenden jährlichen Beitrag zur Kassa des Singvereines zu bezahlen, widrigens dasselbe als 
ausgetreten betrachtet wird ; es steht jedoch dem Leitenden Ausschusse frei, einzelne Mitglieder 
sowohl von der Zahlung des jährlichen Singvereinsbeitrages als von der Zahlung der Eintritts- 
gebUhr aus rücksichtswürdigen Gründen zu entheben. 

Generalversammlung 

§ 7. Der Generalversammlung bleibt vorbehalten : 

1. die Wahl des Leitenden Ausschusses ; 

2. die Bestimmung der Eintrittsgebühr und des Jahresbeitrages ; 

3. die Entgegennahme, Prüfung und Genehmigung des Kassa- und Jahresberichtes ; 

4. die Entscheidung über Anträge des Leitenden Ausschusses oder einzelner Mitglieder; 

5. die Abänderung der Statuten, die Auflösung des Vereines und die Bestimmung 

über die Verwendung des Vereinsvermögens in seiner Gesamtheit. 

Die ordentliche Generalversammlung ist jährlich im Monate Oktober abzuhalten und 
unter genauer Angabe der Tagesordnung mindestens 10 Tage vorher schriftlich einzuberufen. 

Wenn wichtige Angelegenheiten zu verhandeln sind, oder wenn mindestens 20 Mitglieder 
es schriftlich verlangen, ist vom Leitenden Ausschusse ebenfalls unter Mitteilung der Tages- 
ordnung und 10 Tage vorher eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen. 

Vereinsversammlung 

§ 8. Der Vereinsversammlung an ordentlichen Übungsabenden bleibt vorbehalten : 

1. die Beschlußfassung über selbständige öffentliche Aufführungen; 

2. alle Angelegenheiten, welche eine Auslage von mehr als 50 fl. ö. W. erfordern; 

3. die Verleihung von Geschenken, Honoraren und die Verwendung des Erträg- 

nisses selbständiger Auff'ührungen. 
Ein von mindestens 20 Mitgliedern schriftlich gestellter Antrag muß nach geschehener 
Vorberatung im Leitenden Ausschusse, wenn nicht am selben Abende, doch in einer der 
nächsten ordentlichen Übungen vor die Vereinsversammlung gebracht werden. 



(12) 



Vorsitz 



§ 9. Den Vorsitz in der Generalversammlung und in den Vereinsversammlungen führt 
der Vorstand und in seiner Verhindenmg sein Stellvertreter (§ 12). 

Beschliififahigkeit 

§ 10. Zur Beschlußfähigkeit in obigen Versammlungen ist die Anwesenheit von min- 
destens 40 Mitgliedern erforderlich; sollte in einer einberufenen Generalversammlung nicht die 
beschlußfähige Anzahl erscheinen, so ist eine zweite Generalversammlung einzuberufen, bei 
welcher jede Mitgliederzahl beschlußfähig ist. 

Zur Fassung eines giltigen Beschlusses über Anträge auf Auflösung des Vereines und 
über die Verwendung des Vermögens in seiner Gesamtheit ist die Anwesenheit von mindestens 
zwei Drittel aller stimmberechtigten Mitglieder und die Zustimmung von mindestens drei Viertel 
der Anwesenden erforderlich. 

Alle übrigen Beschlüsse werden mit absoluter Stimmenmehrheit gefaßt. 

Die Abstimmung geschieht durch Aufheben der Hände, bei den Wahlen des Leitenden 
Ausschusses mittels Stimmzettel, bei anderen Wahlen nach Bestimmung der Versammlung. 

Im Falle der Stimmengleichheit entscheidet bei Abstimmungen die Stimme des Vor- 
sitzenden, bei den Wahlen die engere Wahl und bei abermaliger Stimmengleichheit das Los. 

Zutritt 

§ II. Zu den Übungen und Versammlungen des Singvereines haben regelmäßig nur 
Mitglieder und die mit einer Gastkarte versehenen Personen, letztere jedoch nur in abge- 
sondertem Räume Zutritt, insoferne die Versammlung nicht den Ausschluß der Öffentlichkeit 
beschließt. 

Der Leitende Ausschuß. 

§ 12. Der alljährlich neu zu wählende Leitende Ausschuß besteht aus zehn Personen, 
und zwar dem von der Singvereinsgeneralversammlung gewählten Vorstande, dem von der Ge- 
sellschaftsdirektion bestellten Dirigenten und den von der Singvereinsgeneralversammlung ge- 
wählten acht Ausschußmitgliedern, welche zu Beginn des Vereinsjahres aus ihrer Mitte den 
Vorstandstellvertreter wählen. Die Austretenden sind wieder wählbar. Der Vorstand ist Mit- 
glied der Gesellschaftsdirektion (§ 22 der Gesellschaftsstatuten). 

Geschäftsordnung des Leitenden Ausschusses 

§ i3. Der Leitende Ausschuß, in welchem der Vorstand oder im Falle seiner Verhinderung 
der Stellvertreter den Vorsitz führt, und der bei der Anwesenheit von vier Mitgliedern und des 
Vorsitzenden beschlußfähig ist, besorgt alle Vereinsangelegenheiten und die Verwaltung des 
Vereinsvermögens, insoweit diese Akte nicht der General- oder Vereinsversammlung vorbehalten 
sind. Er entscheidet nach absoluter Majorität, und gilt bei gleichgeteilten Stimmen die Stimme 
des Vorsitzenden doppelt. 

Vereinsvermögen 

§ 14. Das Singvereinsvermögen besteht aus : 
i. dem vorhandenen Vereinsvermögen, 

2. den Eintrittsgebühren, 

3. den Jahresbeiträgen, 

4. den Erträgnissen selbständiger Aufführungen, 

5. sonstigen Zuflüssen. 

Über diese obigen Vermögensschaften steht dem Singverein das uneingeschränkte Ver- 
fügungsrecht zu. 

Schiedsgericht 

§ 15. Streitigkeiten, welche aus inneren Vereinsangelegenheiten entstehen, werden durch 
ein Schiedsgericht, welches aus dem Leitenden Ausschusse und je zwei von den Streitteilen ge- 
wählten unbeteiligten Vereinsmitgliedern zusammengesetzt ist, endgiltig entschieden. 



(i3) 



Beilage V 

Bestimmungen für den Vorbereitungskurs für Oiorgesang 
des Singvereines der Gesellschaft der Musikfreunde 

in Wien 

1. Der Singverein gründet mit Zustimmung der Direktion der Gesellschaft der Musik- 
freunde einen Vorbereitungskurs für Chorgesang, durch welchen die an demselben teilnehmen- 
den Damen und Herren die Befähigung erlangen sollen, Mitglieder des Singvereines der Gesell- 
schaft der Musikfreunde zu werden. 

2. Teilnehmer an diesem Kurse können nur solche Damen und Herren werden, welche 
genügende musikalische Vorbildung und ausreichende Stimmittel besitzen, worüber der Leiter 
des Vorbereitungskurses im Beisein von mindestens drei Mitgliedern des Leitenden Ausschusses 
des Singvereines zu entscheiden hat. 

3» Der Leiter des Vorbereitungskurses wird vom Singvereinsausschusse im Einvernehmen 
mit der Gesellschaftsdirektion berufen. Die Aufsicht über die Schule führt der Leitende Ausschuß 
des Sing Vereines. 

4. Die Direktion der Gesellschaft der Musikfreunde stellt das Übungslokal samt Beleuch- 
tung und Beheizung, ferner das Notenmateriale, so weit es im Archive vorrätig ist, und das 
Klavier unentgeltlich bei. Weitere zu Studienzwecken erforderliche Notenanschaffungen 
haben durch den Singverein zu geschehen, aus dessen Kassa auch die Kosten vorschußweise 
zu bestreiten sind. 

5. Die an dem Vorbereitungskurse Teilnehmenden entrichten im vorhinein einen von 
dem Singvereinsausschusse alljährlich festzustellenden Beitrag an die Singvereinskassa. Even- 
tuelle Befreiungen können in berücksichtigungswerten Fällen vom Singvereinsausschusse ge- 
währt werden. 

6. Aus den Einzahlungen der Teilnehmer wird zunächst das mit dem Leiter des Kurses 
vereinbarte Honorar beglichen, der Rest aber nach Abzug sonstiger aus der Kassa des Sing- 
vereines für Zwecke dieses Kurses bestrittener Auslagen an die Kassa der Direktion der Ge- 
sellschaft der Musikfreunde abgeführt. Sollten die Einzahlungen der Teilnehmer zur Bestrei- 
tung der Auslagen nicht ausreichen, so wird der fehlende Betrag aus den Kassen des Sing- 
vereines und der Gesellschaft der Musikfreunde je zur Hälfte aufgebracht. 

7. Der Kurs beginnt im Oktober jeden Jahres und schließt mit Ende Mai des folgenden 
Jahres. Die Aufnahmen erfolgen im Oktober. Es findet regelmäßig zweimal wöchentlich eine 
Übung in der Dauer von i ^J^ Stunden statt. Über den Besuch der Teilnehmer wird Katalog 
geführt. 

8. Nach Ablauf der ersten 3 Monate hat der Leiter des Kurses dem Singvereinsausschusse 
Über die Befähigung der einzelnen Teilnehmer Bericht zu erstatten. 

Während der noch übrigen Zeit des Kurses wird jeder Teilnehmer allmonatlich 
überprüft. 

Aus dem Besuche des Kurses allein kann ein Anspruch, in den Singverein aufgenommen 
zu werden, nicht abgeleitet werden. Vielmehr kann diese Aufnahme nur auf Grund der im 
§ 4 der Statuten des Singvereines festgesetzten Aufnahmsprüfung stattfinden. Diese Prüfung 
wird für die Kursteilnehmer am Schlüsse des Kurses vorgenommen werden. 

Wien, im September 1893 

Der Leitende Ausschuß des Singvereines 

der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 



(h) 



Beilage VI 

Verzeichnis der Mitglieder des Singvereines 

1858—1908 



Die fetten Buchstaben bedeuten die Stimmgattung; ein Sternchen * bedeutet solistisches Auftreten 
in Konzerten, ein Sternchen in Klammern (*) solches an VergnQgungsabenden. Die Jahreszahlen bedeuten 
stets die volle Saison, z. B. 1886 — 02 = Saison 1886/87 bis einschließlich Saison 1902/03, 

Bei Damen, die dem Singverein als Mädchen und als Frau angehört haben, sind die Mädchen- 
namen stets in Klammern, desgleichen auch die entsprechenden Mitglieds jähre. (Frl. N.) X. (i 886-- 93) 
— 95; 1898 — 02 heißt demnach, Fräulein N. hat als solches dem Singvereine von 1886/87 — 1893/94 als 
Mitglied angehört und dann als Frau X. bis 1895/96; später wiederum von 1898/99 — 1902/03. Ähnlich 
ist in Fällen wiederholter Ehe der Name aus erster Ehe in Klammern. In die alphabetische Reihen- 
folge sind stets alle Namen einbezogen. 

Die dem Singvereine gegenwärtig angehörenden Mitglieder sind durch fetten Druck hervorge- 
hoben; dabei ist der Beginn der ununterbrochenen Mitgliedschaft durch ein vorangestelltes cseit» be- 
zeichnet. Frau Z. (Y.) seit (1896 — 04) heißt demnach: Frau Z. gehört dem Singvereine seit der Saison 
1896/97 an; sie war als Fräulein Y. Mitglied bis Saison 1904/05 und erscheint in den Mitgliederlisten 
als Frau Z. seit Saison 1905/06. 

Die Mitgliederlisten aus den Jahren 1860 — 1870 sind nur noch zum Teil erhalten. Die diese Zeit 
betreffenden Angaben dürften deshalb manche Lücken aufweisen. Insbesondere dürfte sich die Mitglied- 
schaft dort, wo nur das Jahr 1858 oder 1859 angegeben ist, auch auf einige der folgenden Jahre er- 
streckt haben. 

Damen 



(Frl. 

» 
» 

Frau 

» 
Frl. 
Frau 

Frl. 
Frau 

Frl. 

Frau 

Frl. 



» 
» 



Abrahamsberg) Kurzweil, Sophie (v.), A 

(1876— 88)— 89 
Abriani, Ernestine, 1864 
Absolon, Melanie, A seit 1884 
Adam, Marie, A 1874 — 77; 1881 — 82 
Adam, Marie, A 1878 — 81 ; i883 ; 1885 
Adam, Octavia, A 1888 
Adelburg, Amalie, A 1862 — 69 
Adler (Marchart), Anna, S (1869 — 71) 

—93* 
Agricola, Hermine, S 1875 — 77 
Albert (Deiller), Rosa, A seit (1879 

—82) 
Alberti, Elsa, A seit 1904 (*) 
Alberti, Leopoldine, A seit 1888 {*) 
Albrecht, Wilhelmine, 1861 — 64 (*) 
Alemann, Lola Baronesse v.^ A 1884 

-94 (*) 
Alt, Berta, S 1874 — 75 
Alth, Estrella v., S seit 1893 



Frau Amadei, Anna Gräfin v., A 1858 — 93 
Frl. Ambros, Marie, S 1875 — 76 
» Angerer, Amalie, S 1870 — 73 

> Angerer, Marie, A 1887 — 88 

» Angermayer v. Rebenberg, Anna, S 
1866 — 70* 
Frau Antoine (v. Siegmund), Adele, S (1875 

—76)— 79 
Frl. Antoine, Anna, A 1878 — 80 
» Appel, Christine, 1861 — 63 
» Arleth, Marie, S 1868 — 73 

> Arneth, Auguste v., S 1869 — 72 
Frau Arnold, Marianne, S 1892 — 96 

» Artner, Marie, S 1878 — 86 
Frl. Ascher, Josefine, S 1897 — 99 
Frau Astel, Hedwig, S 1875 — 88 
Frl. Asztälos, Berta v., S 1884 — 87 (*) 

> Augd, Amalie, S 1858 — 62* 

» Augustin, Cornelia Baronesse y., A 
1894—97 
Frau Auspitz, Helene, A 1864 — 72 
Frl. Axmann, Julie, S 1876 — 77 



(15) 



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Baar, Luise, S 1868—81 

Babitsch, Marie, 1862 — 65 

Bach, Klara, S 1888 — 91 (*) 

Bach, Leonore Baronin v., S 1888 — 89* 

Bach, Lola, S 1887* 

Badalowsky (Dietl), Emma, S (1875 — 

78; 1884— 98)— 99 
Bader 1860 

Bärtl, Therese, 1861 — 62 
Bagi, Hermine v., A 1872 — 86 
Balogh, Marie, S 1870 — 72 
Barach, 1866 
Bardach, Cäcilia, 1858 
Bardach, Emilie, A 1885 — 87 
Bardossy, Irma, S 1892 — 93 
Baronietzki, Marianne, A seit 1907 
Barra, Mathilde, S 1869 
Bartl, Christine, i863 
Bauer) Steiner, Anna, A (i868 — 72) — 

73 ; seit 1875 (♦) 
Bauer'), Auguste v., A 1885 — 91 
Bauer, Emilie, 1860 — 61 * 
Bauer, Johanna, A 1876 ; i883 — 01 
Bauer) Langraf, Lina, S (i883)— 86 
Baum, Therese, A 1880 
Baumgartner, Anna, Baronesse v., S 

1888 (♦) 
Bayer, Jenni, 1864 
Beck (StaufFer), Fanni, A (1865); 

1868 ; seit 1877 (*) 
Beck, Gabriele, S seit 1904 
Beck, Lina, A 1874 — 75 (*) 
Beck V. Mannagetta, Minna, A 1891 

— 00 
Becker, Klara, 1861 — 62 
Beer, Albertine, S 1888—94* (♦) 
Bell, Berta, A 1870 — 81 
Bell, Marie, A 1876 — 92 
Benda) Czizek, Melanie, A seit (1901 

—04) 
Benedictus, Betty, 1858 
Benedikt, Adele, S 1875—94 
Benisch, Gisela, S seit 1906 (*) 
Berger (verw. Osten), Cary, S seit 

(1899-01) (*) 
Berger, Ludmilla, S 1870 
Berger, Rosa, A seit 1907 (*) 
Berger, Sidonie, S seit 1899 
Bergmann (Reich), Marie, A (1878 — 

83)— 92 
Bernhard, Luise, A 1868 — 70 
Bessenyi, Marie v., 1858 — f 1862 



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^ Tochter des Gründers und ersten Vorstan- 
des des Singvereines Dr. Josef Ritter v. Bauer. 



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Beyer, Martha, S seit 1906 

Bilitz, Pauline, A 1868 

Bischof, Friederike, S 1858 — 76* 

BischoflF, Marianne«), A 1858— 65* (*) 

Bitschofsky, Helene, S seit 1905 

Bittner, Xaverine, A seit 1878 

Blaschetzky, 1860 — 61 

Bloch, Anna, S 1868 

Bloch, Rosa, A 1870 

Bloch, Sophie, A 1892—96 

Bodenstein, Adolfine, S seit 1907 

Böhm, Emma v., S 1858 — 69 * 

Böttcher, 1858* 

Boller (Scheimpflug) , Marianne, A 

(1892)— 95 
(v. Boltenstern, geb. Godina) Piwnicz- 

ka, Luise, A (1890 — 92); seit 

(1904—07)* 
Bon, Ida, A seit (1896—00) 
Borkowski, Wilhelmine, A 1873 — 90 
Boröczy) Hänlein, Mathilde (v.), A 

(1875— 76)— 77 (*) 
Brandesky, Luise, S seit 1884 (*) 

Brandl) Gemperle, Elise, S (1879 — 81) 

—85; 1887 
Brandstätter, Ella, S 1901 — 02 
Brauer), Grehs, Fanni, A (1867 — 68) 

—85 
Brau mann, Henriette, A 1868 — 69 
Bredow, Amalie, S seit 1868 
Breitenfeld, Mary, A 1900 — o3 
Bretschneider, Eleonore, S 1879 — ^ 
Breuer, Karoline, A 1874 — 77 
Breuer, Mathilde, S 1870 — 73 
Breuning, Marie v., A 1858 ; 1868 — 86 
Breyer, Therese, S 1858 
Brezina, Christine, S 1887—03 (*) 
Brick, Luise, 1866 
Brinkmann, 1861 — 66 
Bromeisl (Girczik), Rosa, A (1872 — 

76)— 78; seit 1896 ♦(*) 
Brosch, Marie, A 1903—04 
Brückner, Charlotte, A 1869 — 93 
Brückner, Karoline, 1861 
Brücke, Dorette v., A seit 1904 
Brücke (Wittgenstein), Emilie v., A 

(1876—77)— 97 
Brüll, Aloisia, 1858—64 
Brüll, Hermine, A 1871 — 72 ; 1874 
Brünner, Henriette, A seit 1907 (♦) 
Brünner, Marianne, S seit 1907 {*) 
Brünner, Steffi, S seit 1907 (*) 
Brunner, Hermine, 1861 — 63 
Bruskay, Olga, A 1879 — ^^ 



* Die nachmals so berühmte Sängerin Frau 
Marianne Brandt. 



(16) 



Frl. Bücher, Helene, A 1877 — 93 
» Buchfelder, Gabriele, S 1878—85 
> Bürger, Irene, A seit 1907 (*) 

Frau Bürger, Nina, S 1887—89 

Frl. Bujatti, Pauline, S 1868—70 
» Burian, Irma, S seit 1891 (*) 
» Burian, Luise, S 1878 

Frau Bustini, Helene, A i883 
» Butschek, Emilie, A 1875 — 76 

Frl. Byram, Luise, S 1896 



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Calmus, Gabriele, 1865 
Calmus, Leopoldine, 1865 
Cammerer, Luise, 1864 
Capellmann, Mathilde, S 1865 
Charlemont) Donath, Alice, S seit 

(1896) 
Chiba, Charlotte, A 1894 — 9^ 
Chotek (Till), Leontine, S (1858-65) 

— 95*(*) 
Chotek, Sophie, S 1886—98 ♦ (♦) 

Claus) V. Rzüia, Mathilde, S (1893 

— 94) — 96; seit 1903 
Claus, Therese, S seit 1880 (♦) 
Cohn) Gut, Adele, S (1877 — 78); 1880 

—83 
Cohn, Eugenie, S 1875 
Cohn, Klara, S 1876 — 90 
Colbert, Klara, A 1891 — 92 
Colbert, Marie, S seit 1907 
Colbert (Wolf), Toni, A (1864—74); 

seit 1907 * (*) 
Conrad, Hermine, 1865 
Conrad, Julie, A 1865 — 70 
Cornaro, Emma Baronesse v., A 1888 

—97 
Cornaro, Marie Baronesse v., S 1888 

—89 ; X891 (♦) 
Cornaro (v. Spaun), Marie Baronin v., 

A (1889—92) — 00 
Creutzer, Leonie, A seit 1904 
Crone, Ernestine, A 1873 — 90 
Csänyi, Cornelia v., S 1865—69* (♦) 
Czakö, Elisabeth, S 1906 
Czigler, Malvine, 1864 
Czizek (Benda), Melanie, A seit 

(1901—04) 
Czumpelik, Luise, S 187 1 — 79 



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Frau Dadänyi, v. Gyülv^sz, Euphrosine, A 
1868 — 76 

Frl. Dannhom v. Treuenberg, Karo- 
line, S seit 1892 



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Damaut, Hilda, S seit 1906 
Daubert, Gertrude, S 1876 — 82 
Debrois van Bruyck, Emma, A 1865 

—69 
Decher, Berta, S 1875 — 76 
Deiller), Albert, Rosa, A seit (1879 

—82) 
Deimel, Gabriele, 1865 — 66 
Delcourt, Marie, A 1860 — f 1867* (*) 
Dellavoss, Marie, 1861 — 63 
Deutsch, Gertrude, S seit 1905 
Diamonti, Amalie, A 1858—61 * 
Dierich) Exner, Amalie, S (1868) — 69 
Dieterich, Fanni, S 1868 — 69 
Dietl) Badalowsky, Emma, S (1875 — 

78 ; 1884— 98)— 99 
Dingler, Olga, A 1896 — 97 
Dintl) Schmid, Marie, S (1885—86) 

-89 (♦) 
Dittel, Marie v., S 1866 — 68 ; 1875 — 

t 27. März 1907 
Dittrich, Franziska, S 1862 — 67; 1870; 

1875—77 
Dlauhy (Köchert), Helene, A seit 

(1872—80) 
Dörr, Adolfine, S 1870 - 75 
DoUak Anna, S 1868 — 72 
Donath, (Charlemont), Alice, S seit 

(1896) 
Draudt, Charlotte, S 1870—79 
Dresnandt (Pohan), Pauline, S (1870 

-73)— 91* 
Drexel, Auguste, S 1858 

Drexler, Adele, S 1875 — 87 

Dübeil, Emma, S 1869 — 70 

Duka V. Dukafalü, Marianne, A 1870 ; 

1876 

Dupky, Ida, S seit 1904 

Dvorzak, Anna, 1861 — 66 



E 

Frl. Eberl, Elise, 1858 

> Ebner, Ottilie, S 1870 — 74; 1878 — 79* 
Frau Eckersberg, Anna, S 1872 — 77 
Frl. Eckl, Ida, 1862—63 

» Eckl, Marie, S 1862—80 

» Edelmann, Ismene, S 1875 — 79 
( > Eder) Siebert, Ernestine, S (1874 — 80) 
—86 

» Eder, Karoline, A 1879 — 89 
Frau Eder, Sophie, A 1890—93 

» Ehmig, Eugenie Baronin v., S 1888 — 

Frl. Ehnn, Adele, 1862 
Frau Ehrenreich (Werner), Ella, A (1898 
— 00) 



(17) 



Frl. Ehrlich, Frieda, S 1898 — f 8- Fe^r. 

1903 
> Eichler v. Eichkron, Marie Baronesse, 

S 1879—87 
Elichler, Hermine, i863 
Eichler, Stephanie, S seit 1905 
Eisenschimmel, Emilie A 1875 — 76 
Eisenschimmel, Julie, S 1875 — 06 
Elbogen, Fifi, A seit 1906 
Eitz, Hedwig, A 1875 — 82 (♦) 
Eltz, Marie, S 1868 — 69 ; 1872 — 90 
Elmmel, Auguste, 1858 
Engel, 1865 

Engländer, Leopoldine, 1862 
Englisch, Marie, S seit 1876 * (*) 
Epstein, Berta, S 1895—01 
Erb (Jünger), Seraphinc, S (1864 — 71) 

— 76; 188 1 — 06 
Erhart, Marie, S 1882 — 86 ; 1900 * (♦) 
Ernst, Minna, S i863 — 65 
Ernst, Rosa Therese, 1864 — 65 
Erstling, Hennine, S seit 1885 
Ertl, Berta, S 1873 — 96 
Erxleben, Anna, S 1875 — 80 (*) 
Elrxleben, Anna, S 1881 — 95 (*) 
Escherich, Kitty v., A seit 1888 
Etmayer, Frieda, A 1891 — 00; 1905 
Etzelt, Therese, S 1870 — 82 (*) 
Exner (Dierich), Amalie, S (1868) — 69 
Exner, Marie, S 1871 — 73; 1877 — 82 
Exner) Miksch, Marie, S (1865—76); 

seit i883 ♦ (♦) 
Exterde, Elisabeth Baronin v., A 

seit z886 



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Fabigam, Leopoldine, A 1900 — 01 
Fachbach Edle v. Lohnbach, Elisa, S 

1878 (♦) 
Pauser, Mizi, S seit 1904 (*) 
Feigl, Marie, A 1879 
Felleitner, Helene, A 1876 — f 1878 
Ferrari, 1867 (*) 
Ferstel, Lotte v., S 1864 — 71 
Fessel, Leontine, 1858 — 66 
Feyrer, Hermine v., 1862 — 64 
Fiala (Jaroljmek), Hermine, S (1865 

— 69)-7o (*) 
Fichtner, Karoline, S 1858 — 64 
» Pilippi, Charlotte, S seit 1899 
» Pilippi, Johanna, A ^eit 1899 
» Fillunger, Marie, S 1872 — 73 * (*) 
Frau Pisch (Klein), Johanna, A seit (1877 

-81) (*) 
Frl. Fischek, Auguste, S 1884 — 90 
Frau Pischer (Lhotzky), Emilie, S seit 
(1901 — 05) 



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Pischer, Emma, S seit 1878 
Pischer, Ghita, S seit 1905 {*) 
Flatz, Ida, A 1858; 1870—75 
Flatz, Marie, A 1870—75 
Fleckenstein, Marie, A 1875 — 78 
Pleischer, Jenny, S seit 1907 
Fleischl, Alice v., S 1885 
Flemmich, Wilhelmine, S 1865 — 69 
Fodor, Rosa, A 1892 — 96; 1900 — 

t I. Febr. 1903 
Foglar) Minoprio, Adolfine, S (1891 ; 

1896 — 98) — 02 (♦) 
Folnesics, Mathilde, A 1888 — 99 
Forcati, i863 
Pormacher auf Lilienberg (Sochor), 

Marie v., A seit (1876 — 81) 
Porsmann, Helene, A seit 1897 
Forstenheim (Hirschler), Dora, A (1894 

—97)— 99 ; 1901 (*) 
Porster, Hermine, S seit 1904 
Porster, Rosine, A 1876 — 78; seit 

1882 
Poumier, Henriette, S seit 1896 * (*) 
Fournier, Virginie, A 1895 — 01 * (*) 
Franz) Wittgenstein, Marie, A (1874 

—75)— 00 
Frauenfeld, Rosa, 1858 — 67 
Frauenfeld, Wilhelmine, S 1858; z868 
Freudenberg, Adele, A 1877--79 
Frick, Anna, S 1876 — 80 
Frieben, Luise, 1858 — 63 
Priedel, Klara, A seit 1899 
Friedländer (Prechtl), Beatrix, A (1872) 

-99*(*) 
Priedländer, Berta, A seit 1899 

Friedlowsky, Emma, S 1869 

Friedmann, Angdique, S 1869 — 95 

Fries, Emma Baronin v. (Röttinger), S 

(1875- 84)^85 

Pritsch, Marie, S seit 1886 (*) 

Fröhlichsthai, Marie, S 1868—69 (*) 

Fröschel, Karoline, S 1870 — 71 

Fröschl, Rosa, A 1868— 72* (*) 

Fromme, Anna, S 1874 — 75 

Fuchs, Karoline, S 1870 — 78 

Führich, Anna, 1861 — 63 



Frl. Gärber, Pauline, S i868— 83 

Frau Gassauer, Sophie, A seit 1888 ♦ (*) 

> Gassebner, Ida, S 187 1 — 73 * (*) 
Frl. Gauser, Sophie, 1865 

» Geißler, Marie, 1858 — 67 (*) 
( » Gelinek) Stahl, Mathilde, A (1898—01) 
Frau Gelinek (Questl), Marie, A (1872 — 76) 

—79 

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(18) 



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Gelinek) Greutter, Paula, A (1901 — o3) 

—05 
Gelpke, 1858 — 60 
Gemperle (Brandl), Elise, S (1879 — 81) 

— 85; 1887; 1900 — Ol 
Genz, Marie, 1861 — 62 
Gerold, Rosa v., A 1865—83 
Gierster, Malvine, A seit 1904 
Giesl, Julie, A 1884 — 85 ; 1894 
Girczik) Bromeisl, Rosa, A (1872 — 

76)— 78; seit 1896* (*) 
Girke, Hermine, A seit 1896 
Gnirs, Karola, 1868 
Godeffroy, Hermine, S 1872—73 
Godeffroy, Natalie Baronin v., S 1869— 

t 25. Nov. 1870 
Godina, verw. v. Boltenstern) Piwnicz- 

ka, Luise, A (1890 — 92); seit 

(1904—07) ♦ 
Gögginger, Marie, S 1870 
Göttlicher, Thekla, 1861—65 
Götz, Marie v., S seit 1885 (*) 
Götzl, Emma, A i883 — 90 ; 1893 — 00 
Goldenberg, Jeannette, S 1870 
Goldhammer, i86x — 63 
Gottlieb, Marie, S 1870—71 
Graeser, Emma, A 1875 ; 1877 ; 1888 
Grassl, Cäcilie, A 1868— f Sept. 1873 
Grauert, Johanna, A 1864 — 69 
Grauert, Walburga, 1865 — 66 
Grehs (Brauer), Fanni, A (1867 — 68) 

-85 
Greif, Paula, A seit 1905 
Greutter (Gelinek), Paula, A (1901 — 

o3) — 05 
Grimm, Anna, S 1874 
Grohmann) Piesch, Mathilde, S seit 

(1893—98) 
Grohs, Herma, 1866 — 70 
Groll (v. Wieser), Mathilde, A (1873 

—77) -79 

Großbauer, Marie, A 1874 

Gruber, Anna, 1869 

Gruber, Auguste, S 1858 

Gruber, Gabriele, 1858 

Grün, Marie, S 1871 — 77 

Grünberg (Jellinek), Friederike, A 

(1884)— 86; seit 1888 
Grünhut, Antonie, A 1893 — 94 
GrUnhut, Irma, A 1895 
Grünwald, Hermine, A 1870—71 
Gschmeidler, Anna Edle v., 1858 — 61 * 
Gülcher, Antonie, A seit 1877 
Gülcher) SchlumbergerEdle v.Gold- 

eggy Marie v., A seit (1884—85) 
Günther (Probst), Leopoldine, S 

seit (1878^ (*) 



Frau Gürtler, Elmma, 1866 
» Gugler (Matzku), Therese, S seit 
(1858-64) (*) 
Frl. Guglielmi, Anna, 1861 — 62 
» Gumpesberger, Ida, S seit 1895 
> Gunesch, Adele, S 1865 — 71 
» Gunesch, Alma, S 1865 — 71 
Frau Gut (Cohn), Adele, S (1877—78); 1880 
—83 
» Guth (Schönegg), Emma, A seit 

(1878 — 00) 
» Gutowski, Klara, S seit 1903 
» Gutsch, Antonie, A 1872 — 74 



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H 

Haas, Marie, S 1874 — 7^ 
Hab^, Melanie, S seit 1907 (*) 
Haberger) Sattler, Annie, A seit 

(1902 — 06) 
Haberlein, Therese, S 1870 — 71 
Hacker, Leopoldine, S 1858 — 80 
Hähnel, Luise, A 1870; 1876 — 85 
Hänlein (verw. v. Boröczy), Mathilde, 

A (1875— 76)— 77 (*) 
Harfner, Pauline, 1865 — 66 

Hager, Pauline, A 1858 — 66 

Hajek, Anna, A seit 1901 

Haller, Klementine, A 1858—65 

Haller, Sophie, S 1878—79 

Haiperson, Rosa, A seit 1896 

Hammerl, Marie, S seit 1905 

Hanausek (v. Schneller), Ida, A seit 

(1893—95) 
Handler, Franziska, 1865 — 66 
Hanke, Margarete, A seit 1899 
Hann, Klara, S 1870 — 75 
Hann, Marie, A 1870—71 
Hannakampf, Anna, 1858* 
Harkort, Emilie, A 1868 
Harzer, Jenni, S 1871 — 79 
Hassa, Amalie, S seit 1897 
Hassa, Auguste, 1864 
Hassinger, Ottilie Edle v., A 

—82 
Hassler, Stephanie, S seit 1907 
Hassmann, Madleine, S 1870 
Haubmayer, Anna, S 1878 
Haueis, Julie, 1861 — 62 
Hauer, Emilie, A 1869 
Hauer, Luise, 1858 
Hauer, Ottilie, S 1858—64* 
Hauptmann, Karoline, A 1869-05 
Haus, Kitty, A 1877 
Haymerle, Marianne v., A 1874 — 76 
Haydter, Wilhelmine, S 1870 — 71 
Hebsacker, Hermine, S seit 1889 



1868 



(19) 



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Heck) Siegert, Berta, A seit (1891 

— 97) 
Hedbawny, Berta, S seit 1904 

Hefele, Amalie, S seit 1888 (*) 

Heger, Marie) Kunert v. Kunertsfeld, 

S seit (1873—96) 

Heilinger, Anna, A 1864 — 69 

Heimann, Marie, A 1874 — 75 

Heindl, Helene, S 1898 — 01 

Heinrichshofen, Kathinka v., A 1876 

Heissr, Sidonie, 1861 — 62 

Held, Fanni, 1865—68 

Held, Sofie, 1868 

Helf, Ulrike, A 1885—89 

Heller, Linda, A seit 1897 

Hellmann, 1868 

Hellmer, Hermine, S 1868 — 74* 

Hergeth, Betti v., S 1878 

Hermann, Blanka, S 1869 — 91 

Herrmann, Marie, S 1892 — 95 

Herz, Elise, S 1862—86 

Herz, Paula, S seit 1906 

Herzfeld, Karoline, S 1872—76 

Herzfeld, Lola, S 1876—82 

Heß, Cäcilie, S seit 1879 (*) 

Heuer, Marie, 1872 

Heurteur, 1865 — 66 

Hieser, Helene, S 1869 — 74 (*) 

Hilleprand, Marie v., i863 * (*) 

Hiltscher, Fanni, A 1868 — 72 * 

Hirschfeld, 1866 

Hirschfels, Berta, A seit 1893 

Hirschler) Forstenheim, Dora, A (1894 

— 97)--99; 1901 (*) 
Hirschler, Ernestine, S 1873 — 78; 1881 

—85 
Hochappel, Karoline, 1864 — 65 
Hochlaner, Johanna, S 186 1 — 68 
Hochstetter, Helene, A 1876 — 93 
Höfken, Gertrude, 1862 
Höfken, Lina, 1862 — 63 
Högendorfer, Betti, S 1868 — 70 
Hölzel, Elmma, A 1874 
Honig, Emma, A seit 1904 (*) 
Hönigsberg, Karoline, A 1878 — 90 
Höpflinger, Irma v., S 1903 
Hofer, Marie, S 1880—9* (*) 
Hofer, Pauline, 1858 * 
Hoftmann, Anna, S 1870; 1872—73 
HofFmann, Fanni, S 1875 
Hofimann (Schneider), Henriette, S 

seit (1884—87) 
Hoffmann, Klementine, S i863 — 68; 

1871—99 
Hoffmann, Marie, 1862 — 69 
HofFmann, Sophie, A seit 1895 
Hofmann, Eugenie, A 1886 — 98 * (*) 



Hofmann, Leopoldine, 1861 ♦ (♦) 
Hofmann) Rücker, Lilly, S (1893— 

99); seit 1904 
Hofmann, Marie, S 1869 — 96 
Hofmann, Nina, A 1878 — 80 
Hofmannsthal, Regine v., A 1865— f 1872 
Hofstättner Edle v. Hochsteden-Hohen- 

hof, Hanna, A 1881 — 93 
Hofstättner Edle v. Hochsteden-Hohen- 

hof, Pauline, A 1872 
Holeczek, Betti, S 1875 — 96 (*) 
Holzinger, Marie, 1865 — 66 
Holzinger, Pauline, 1865 
Hopf, Hermine, A 1892 — 93 
Horky, Leopoldine, S 1858 — 71 
Horky, Marie, i863 — 68 
Hörn, Antonia, 1858 
Hörn, Pauline, 1858 
Hornbostel, Anna v., S 1871 — 92 
Hornbostel, Kamilla v., A 1874 — 75 ; 

1879; 1882—85 
Hornbostel, Kornelie v., A 1869 — 75 
Horovitz (Rubin), Ottilie, A seit 

(1899—02) (*) 
Horstmann, Marie, S 1869 
Horstmann, Rosine, S 1868; 1872 
Hofiner, Hedwig, A seit 1894 {*) 
Hotzkai, Josefine, 1862—63 
Hrdliczka) Siegl, Ottilie v., S (1872; 

1877—79)— 88 
Hruby, Klementine, 1858 — 65 
Hüpsch, Julie, S 1874 — 80 ; 1882 
Hutzier, Josefine, S seit 1876 
Huymann, Anna v., S 1872 — 76; 

seit 1879 

I 



Frl. Irro, Joseline, 1861 — 66 
> Iwan, Karoline, 1858 



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Frl. Jäger, Auguste, 1858 

» Jagemann, Marie, 1865 
Frau Jahn, Frieda, S seit 1890 

» Jahn, Mizi, S seit 1905 (*) 

> Jakobonesky, Anna, 1864 
» Jandl, Emilie, 1864 

> Janisch, Luise v., A 1868 — 69 
Frau Janitsäry v. Dragomirestyei, S 1870 

9o(*) 
Frl. Janku, Christine, 1862 — 66 
» Janku, Friederike, 1862 
» Jarisch, Auguste, A 1868 — 78 

> Jarisch, Karoline, A 1868 

( > Jaroljmek) Fiala, Hermine, S (1865- 
69)-7o (*) 

b* 



(20) 



Frl. Jaroljmek, Hedwig, S seit 1904 
» Jasmin, Erna, A seit 1906 

> Jasper, 1866 

> Jedlitska^ Anna, i863 — 65 

( » Jellinek) Grünberg, Friederike, A 
(1884)— 86; seit 1888 
» Jenny, Emilie^ A 1884 — 85 
Frau Jihn, Hermine, S 1878 — 83; 1885 — 89 
Frl. Joachim, Eugenie, A 1876 — 79 
Frau Joly, Pauline, A i868 — 90 
Frl. Jonas, Erna, A seit 1896 (*) 
Frau Jüllig (Scheimpflug), Martha, A (1884) 

—95 
Frl. Jünger, Josefine, S 1875 — 82 

( » Jünger) Erb, Seraphine, S (1864 — 71) 

— 76; 1881 — 06 



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Kämmerer, Helene, S seit 1903 
Kahn, Johanna v., S 1858 — 88 
Kahn, Marianne, A seit 1906 (*) 
Kaiser, Emma, S 1858 
Kaiser, Marie v., S 1872 — 79 
Kailina v. Urbanow, Ismene, S 1869 — 74 
Kallmus, Leopoldine, A 1871 — 73 
Kalmdr (v. Orosz), Biri v., A (1870 — 

72); 1874—90 
Kaiser, Emma, S 1902 
Kammerlachcr, Helene, S 1866 — 71 
Kammerlacher, Therese, S 1858 — 64 
Kanka, Ilka, A 1870 — 71 
Kantor, Sophie, S 1884 — 89; 1891 
Kapp, Luise, 1858 
Karajan, Emilie v., A 1861 — 64 (*) 
Karajan, Helene v., A 1879 — 95 
Kaschnitz Edle v, Weinberg, Lotti, 

1861—64 
Kaschnitz Edle v. Weinberg, Rudolfine, 

1870 
Kaspar (Ladenbauer), Eleonore v., S 

(1874—81) — 82 
Kasparek, Irma, S seit 1905 
Kasprzycka, Josefine, S 1868 — 69 
Katernoschka, 1861 — 63 
Katzmayer, Fanni, 1864 — 65 
Katzmayer, Hermine, S 1864 — 70 
Katzmayer, Marie, S 1869 — 70 
Katzmayr, Berta, A 1899 — 00 
Kaufmann, Karoline, 1862 — 65 
Kautsky, Bella, S seit 1900 
Kautz, Amalie, S 1860 — 66 
Kautz, Dora, S seit 1905 
Kempf (Parth), Johanna, A (1900) — 02 
Kempny, 1866 

Kcmpny, Hermine, S 1896 — 99 
Kern, Luise, S 1865 — 70 (*) 



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Kemer (Wottitz), Ida, S seit (1895 

—97) 
Kerschbaumer, Antonie, A 1870 

Khayl (v. Rosenthal), Emilie, S (1858 

—76)— 77 
Khern, Adalberta, S 1870—71 
Kichler (Kolisko), Eugenie, A seit 

(1878—87) 
Kienesperger, Rosa, S 1871 — 75 
Kieter, Gertrud v., A 1878 — 79 
Kimmerle (Zycha), Irene, S seit 

(1895—97) 
Kindinger, Marianne v., 1869 
Kink, Karoline v., S seit 1906 
Kink, Stephanie v., S seit 1902 
Kipp, Mathilde, A 1885 — 91 
Kirchhammer, Marie, A 1885 — 05 
Kifi, Anna, S seit 1885 {*) 
Klammer, Anna, S 1871 
Klammer) Wehler, Paula, S (1890 — 

95) — 96; 1903 — 04; seit 1906 
Klang, Marie, A 1858—69 (*) 
Klappholz (Theumann), Paula, S (1874 

—76)— 77 
Klatsko, Albine, S 1903 
Klauß, Karoline, S 1868 
Klein) Fisch, Johanna, A seit (1877 

-81) (*) 
Kling, Emilie, 1862 
Kling, Karoline, 1863-64* (*) 
Klunzinger, Henriette, S 1878 
Klunzinger, Henriette, S 1886 — 87 ♦ (*) 
Kneer) Pichler, Josefine, S (1870) — 74 ; 

1877—79 
Kner) Werthner, Paula, S (1872 — 80) ; 

1886 (*) 
Knesek (Neumann v.Ettenreich), Lilly, 

S seit (1885—89) (♦) 
KnoU, Wilhelmine, A 1871 
Köchert) Dlauhy, Helene, A seit 

(1872 — 81) 
Köhler, Thekla, A 1872—77 (♦) 
Körner, Gisela, A 1889 — 91 * (*) 
Körner, Marie, S i883 — 1903 
Köster, Auguste, 1862 — 64 
Köster, Karoline, S i863 — 70 
Kohler, Rosa, 1858 — 63 * 
Kolbe, Wilhelmine, S 1879—81 (*) 
Kolbe, Wilhelmine, S i883 — 85 
Koleit, Ella, A 1896—04 (♦) 
Kolisch) Pins, Emma, A (1866 — 74) 

—04 
Kolisko) Kichler, Eugenie, A seit 

(1878—87) 

Kolisko, Luise, S 1875 — 88 
Kolisko, Marie, A 1875— f 16. März 
1903 



(21) 



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Koller, Panni, S seit 1897 (*) 
Kopetzky) Pompe, Malvine, A seit 

(1894—98) 
Kopp, Anna, S 1864 — 71 
Kosch, Sophie, 1861 — 64 
Kotschy, Josefine, A 1870—71 
Kotzian, Jenni, S 1872 
Koudelka, 1859 * 
Kränzl, Irene, S 1889 — 92 
Kraft, Emma, S 1877 — 85 
Kralik v. Meyrswalden, Mathilde, 

A seit 1888 
Kraml, Marie, S 1897 — 05 (*) 
Krassa (Krohn), Klara, S (1865 — 76) 

—95 
Kratochwill, Julie, S 1869 — 70 (*) 
Kraus, Hermine, S 1869 — 72 
Krauß, Gabriele,^) S 1858—61* 
Kreisler, Rosa, A 1898 
Kreißle v. Hellborn, 1861 — 63 
Kremer v. Auenrode, Mathilde, S 1884 

—96 (♦) 
Kressbach, 1861 

Kreysa, Klementine, A 1901 — 02 
Kriesch, Luise, A 1870 — 71 
Kritz, Johanna, 1864 
Kröker, Helene, A 1901 
Krohn, Adele, S 1865 — 72; 1874 
Krohn) Krassa, Klara, S (1865 — 76) 

—95 
Krones, Auguste, S 1884 — 87 

Kronfüfi, Eveline, A seit 1896 

Kryspin, Käthe, S seit 1898 

Krzisch, Kamilla, S 1878 

Kuciejewska, Helene, S 1868 — 71 

Kuczynska, Eugenie v., A 1873 — 90 

Küffel, Ottilie, S seit 1905 

Kuh V., 1866—67 (♦) 

Kuk, Anna, A seit 1901 * (*) 

Kummernecker, 1861 

Kund (Welschan), Stephanie, A seit 

(1888—96) 
Kunert v. Kunertsfeld (Heger), 

Marie, S seit (1873—96) 
Kunwald, Ella, S 1894 — 05 * 
Kunwald, Emma, S 1873 — 85 
Kunz, Anna, 1861 — 66 
Kunz, Pauline, A 1870 
Kupka, 1866—68 ♦ (*) 
Kupka, Marie, S 1873 — 83 ; 1885 — 97 
Kuppel wieser, 1858 — 64 
Kury, Marie, S 1898 — 99 (*) 
Kurzweil (v. Abrahamsberg), Sophie, 

A (1876— 88)— 89 



') Die nachmals berühmte Opernsängerin — 
damals Schülerin des Konservatoriums. 



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Laaberg, Marie v., A 1874 — 79 > 1881 

—82 
Labres, Henriette, S 1887—88 
Labres, Hermine, S 1875 — 86 
Ladenbauer) v. Kaspar, Eleonore, S 

(1874 — 81) — 82 
Lahme, Karoline, A 1869 
Laible, Rosa, S 1874 
Laimer, Marianne v., A 1868 — 69 
Lambort (Seeböck), Anna v., S (1872 

—76)— t 5. Juni 1887 (*) 
Lamel (v. Siegmund), Helene, S seit 

(1880) 
Lamel, Minna, S 1879 — 81 
Lammer, Betti, S 1877 — 82 
Landauer, Auguste, A seit 1875 
Landesmann, Wilhelmine, 1861 — 66 
Langraf (Bauer), Lina, S (i883) — 86 
Langsteiner, Henriette, S seit 1898 {*) 
Langwara, Irma, S 1876 — 79 
Last, Elise v., i863 — 65 
Lauda, Emma, 1861 — 63 (*) 
Laufberger, Johanna, S 1885 — 87 
Lechner) Baronin v. Rokitansky, Ella 

(v.), A (1874— 76)— 77 ; 1879—87 
Lechner, Fanni v., A 1870 — 78 
Lechner, Gabriele v., A 1862 — 78 
Lechner, Gabriele, A 1864 — 68 
Lederer, Malvine, 1866 
Lederer, Marcella, S 1872 
Lederer, Melanie, 1868 
Leeder, Anna, 1866 
Leeder, Marie, A 1860 — 69; 1872 — 74; 

1877-93 (*) 
Leeder, Therese, S 1872 ; 1875 — 76 (*) 
Leipolt, Herta, A 1866 — f Sept. 1872 
Lemayer, Auguste, A seit 1880 
Lenz, Minna, 1861 — 66(*) 
Lerch, Johanna, 1864 
Lesigang, Panni, S seit 1904 
Lewis (Woda), Marie, A seit (1879 

—80) 
Lewy, Karoline, S 1868 — 71 
Leyrer, Ernestine, A 1868 — 79 
Leyrer, Leopoldine, 1871 
Lhotzky) Fischer, Emilie, S seit 

(1901—05) 
Lichnofsky, Fanni, A 1884 — 86 
Lichtenstein, Alexandrine, S 1887 — 

t März 1899 
Lieben, 1865 — 66 
Liebhart, Mathilde, S seit 1899 
Lienbacher, Marie v., A 1873 — 77 
Lihar^ik, Melanie, A 1872 
Lihotzky, Marie, S 1870 



(22) 



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Lilienau, Karoline Baronin v., A 1869 

Limlay, Kamilla, S 1870 — 71 (*) 

Limley, Paula, A 1885 — 95 

Linska, 1865 — 66 

Liskowetz) Zukal, Panni, A seit (1878 

-81) (♦) 
Littrow, Auguste v., S 1869 — 71 
Littrow) V. Schauer, Ida (v.), S seit 

(1897—00) (*) 
Locker, Lina, S 1901 — 04 
Loebell, Minna, S seit 1905 
Löhr, Hedwig v., S 1883—85 
Löwy, Amalia, 1858 
Löwy, Philippine, 1865 — f ^^^ 
Loiskandl, Pauline, A 1872 — 77 
Lorenz, Malvine, 1858 — 66 
Lotheiflen) Necker, Sophie, A seit 

(1878—88) 
Lubelsky, Ferry, S seit 1907 (*) 
Lucam, Anna, A 1870 
Ludwig, Charlotte, 1862 
Ludwig, Juliana, S 1892 — 00 (*) 
Ludwig, Regina, 1861 — 62 
Luksch, Joseßne, S 1871 — 78 
Luksch, Marie, S 1870; 1873 — 76 
Lumpe, 1866 

Lumpe, Stephanie, S 1870 — 72 
Luntz (Wielemans Edle v. Monteforte), 

Auguste, A (1865 — 72)— 83 
Lustig, Henriette, S 1870 

M 

Mack, Stephanie, i863 
Mack, Stephanie v., S 1869 — 76 
Mailand, Hermine, S 1869 — 7® (*) 
Makowska, Emilie, S 1868 — 70 (*) 
Manberg, Dora, S seit 1907 (*) 
Mandl, Emilie, A seit 1903 
Mannagetta Edle v. Lerchenau, Eugenie, 

S 1886—87 (*) 
Mannheimer, Sophie, 1861 — 62 
Mannlicher, Marie, i863 — 66 
Mannlicher, Marie, S 1870 — 91 
Marchart) Adler, Anna, S (1869— 71)— 93 
Margaretha, Helene, S 1902 — o3 
Markus, Josefine, 1858 — 61 
Marolani, Ida, A 1875 
Martin, Anna, S 1888 — 95 
Martin, Luise, S seit 1903 
Martin, Marie, S 1868—70 
Massak, Berta, A 1866 — 69 (*) 
Matesiczky, Natalie, S 1868 
Mathoy, Emilie, S 1872 — 81 
Matzek, Antonie, 1861 — 62 
Matzku) Gugler, Therese, S seit 

(1858-64) (*) 






Frau Maucher, Leopoldine, 1861— 64(*) 
Frl. Mauro, Ernestine, S 1858—68 * 

Mauro, Seraphine, S 1861 — 68 

May, Sidonie, S 1872 — 74 

> Mayer, Alber tine, 1862* 

( » Mayer) Wernicke, Anna, S (1869) — 86 
Frau Mayer, Fanni, S 1866 — ^89 

> Mayer, Frieda, A 1894 — 95 

» Mayer, Helene, A seit 1898 
(Frl. Mayer) Walter, Katharina, S (1865); 
1869; 1871 — 72 
» Meinl, Nini, A seit 1907 (*) 

> Menzel, Rosine, A seit i883 (*) 

> Mesko Edle v. FelsÖ-Kubin, Emilie, S 

1868 — 71 
Frau Meyer, Frieda, A seit 1904 
Frl. Meyer, Grete, S seit 1907 
( > Meyer) Pufitsch, Seraphine, A (1858 

—63); 1868—69 
Frau Meyern, Elmma Baronin v., S 1868 — 70 

» Meyersberg, Ernestine, A 1875 — 82 
Frl. Michel, Marie, S 1868—70 (*) 
Frau Miksch (Exner), Marie, S (1865 — 76) ; 
seit i883 * (*) 
» Minoprio (Foglar), Adolfine, S (1891 ; 
1896— 98)— 02 (*) 
Mittlacher, Wilhelmine, i863 
Mitschka, Amalia, 1858 
Möller, 1861—63 (*) 
Mohl, Pauline, S 1869 — 72 
Mohrenberg (Pollak), Wilhelmine, A 

(1869— 71)— 73; 1875—78 
Morawetz, Angelika, A 1875 — 77; 1879 

-8o(*) 
Mordax, Olga v., S 1873 — 74 (♦) 
Morini, Helene v., S 1890 — 92 (*) 
Moser, Marie, 1864 * (*) 
Motoschitzki, Natalie, 1865 — 68 
Müller, Betti, S 1868—69 
Müller, Elise, A 1895—01 
Müller, Erika, A seit 1895 
Müller, Helene, A 1874 
Münzberg, Emma, A 1872 — 93 
» Mumelter (Prey), Margarete, A seit 

(1897—04) 
» Murmann, Auguste, S 1861 — 63 

N 

Frl. Naderer, 1865 — 66 

» Nadler, Ida, S 1878—80 

» Nagel, Betti, A 1869 — 77 

» Nagy, Gabriele, A i863; 1871 — 78 
Frau Naumann, Flora, S 1869 — o3 

» Necker (Lotheißen), Sophie, A seit 
(1878—88) 
Frl. Neder, Josefine, A 1870 



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Nejebse, Lydia, S 1858 

Nemeczek, Lilli, S 1904 — 05 (*) 

Neuberg, 1862 

Neuda, Rosa, A 1886—92* (*) 

Neumann v. Spallart, Gabriele, S 1886 

Neumann, Helene v., S seit 1907 

Neumann v. Ettenreich) Knesek, Lilli, 

S seit (1885—89) (*) 
Neumann, Marie v., A 1874 — 75 * 
Neumann, Rosine, A 1875 
Neustadl, Nina, S 1887 
Nicolai, Helene, 1865 
Nittl, Marie, S 1861 — 69 
Nowak, Lina, S 1878—82 (*) 
Nuchten, Josefine, S 1870 — 72 
Nuchten, Paula, A 1870 — 74 



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Öhlschläger, Ottilie, A 1861—78 
Ondriöek, Mathilde, A seit 1907 
Oroß) V. Kalmar, Biri (v.), A (1870 — 

72) ; 1874—90 
Oroszy, Georgine, 1861 
Oser, 1864 — 66 
Oser, Betti, A 1870 — 74 
Oser, Josefine, A 1874 — 9^ 
Oser, Lydia, A seit 1907 
Osten) Berger, Gary, S seit (1899 

-Ol) (*) 

Osterritter) Schifter, Marie, S seit 

(1889—97) 
Otto, Wilhelmine, S 1863—72 (*) 



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Pageis, Friederike, A 1877 — 80 

Pagi, Hermine, A 1874 

P^fiy, Kamüla, S seit 1907 ♦ (*) 

Palflfy, Marie, A 1901 — 02 

Palmer, Marianne, 1892 

Pann) Zander, Emma, S (1862 — 72) 

—04 
Pann, Marie, S 1868 — 78 
Parger, Alexandrine, A seit 1886 * (*) 
Parger, Helene, S seit 1903 (*) 
Parravicini, Hermine, S 1878 — 79 
Parth) Kempf, Johanna, A (1900) — 02 
Passy-Cornet, Adele, A 1862; 1873; 

1879 — 80 * 
Pauer) Tasch, Mizi, S seit (1882 

-85) (♦) 
Pauli) Sveüin, Hilda, A seit (1874 

—88) 

Paur, 1865—66 

Pawlikowsky, Josefine, A seit 1905 

Pazzani, Elise, A 1876—80 



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(23) 

Perfler, Albine, S 1869 — 70; 1873 — 04 
Perger, Irma v., A seit 1903 
Perkmann, Elsa, A seit 1899 
Pernitza, Emilie, S 1874 — 89 
Pessiak, Anna, S 1869 
Petersberg, Amdie, S 1868 — 69 
Petrucci, Emma, S 1870 
Petrus, Luise, 1862 
Peyrer v. Heimstatt, Leopold ine, A 

1864 — 98 
Peyrer v, Heimstatt, Marie, A seit 

1876 
Peyrl, Rosa, S seit 1898 
Pfannkuche, Agathe, S 1870 
Pfeuffer, Gabriele, S 1894 — ^^ 
Pfleger, Zilli, A 1901 — 02 
Pfiichtenheld, Hermine v., S 1864 — 95 
Pflieger, Marie, A 1873—82 (*) 
Pfliegler, Josefine, A 1884 — f 9. Febr. 

1897 
Pfuhl, Leopoldine, A 1870 — 72 (*) 

Pichler, Alma, A 1865 — 69 

Pichler (Kneer), Josefine, A (1870) 

—74; 1877—79 
Pick, Josefine, A 1901 
Pickl, Susanna, 1858 
Piesch (Grohmann), Mathilde, S seit 

(1893—98) 
Pihn, Hermine, S 1882 
Pilz, Johanna, 1862 
Pins (Kolisch), Emma, A (1866 — 74) 

—04 
Pinschof, Charlotte, A 1873 — 77 
Pistl, Elsa, S seit 1896 
Pitha, Anna v., 1871 
Pitha, Jane v., 1871 
Piwniczka (geb. Godina, verw. v. 

Boltenstern), Luise, A (1890 — 92); 

seit (1904 — 07) * 
Plank, Anna, A 1872 — 73 
Plankensteiner (Wilt), Fanni, S (1874) ; 

1878 
Plattensteiner, Helene, S 1896 — f 

24. März 1899 
Platzenteig (Seidl), Anna, S (1886)— 87 
Plenk, Klara, S seit 1880 
Plhak) Thaller, Johanna, A seit (1877) 
Plommer, Marie Luise, S seit 1895 
Pökh, Pauline, S 1873 
Pönninger, Friederike, S seit 1893 
Pönninger, Karoline, A seit 1884 
Pöschl, Minna, S 1875—85 
Pöschl, Paula, A 1875—77 
Pohan) Dresnandt, Pauline, S (1870 

— 73)-9i * 
Pokorny, Anna, A 1868 — 72 * (*) 
Polaczek, Elsa, A seit 1904 



(24) 



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Polatschek, Fanni, A 1876 — 81 (*) 

PoUak, Sidonie, S 1875 

PoUak) Mohrenberg, Wilhelmine, A 

(1869— 7i)-73; 1875—78 
Polland, 1861 

Pollanetz, Marianne, S seit 1897 
PoUender, Adele, S 1868 — 77 
Pompe (Kopetzky), Malvine, A seit 

(1894—98) 
Possanner v. Ehrenthal, Emma Baro- 
nesse, A 1890 — 05 (*) 
Possbach, Cölestine, 1858 — 61 
Praeceptor, Irene, S seit 1899 
Prantner, Rosa, A 1869 
Prasch, Anna, S 1879 — 86 
Praschek, Paula, A 1898—05 (*) 
Pra2äk, Franziska, S 1869 — 96 (*) 
Prechtl) Friedländer, Beatrix, A (1872) 

-99 (♦) 
Preleitner, Melanie, S seit 1904 

Preis, Anna, i86a 

Prey) Mumelter, Margarete, A seit 

(1897—04) 
Probst) Günther, Leopoldine, S seit 

(1878) 
Proch, Luise, S 1869 — 70 
Prohaska, Katharina, S 1868 — 70 
Proschko, Hermine, A 1872 — 78 
Prossinagg, Marie, A 1886 — 87 
Protiwinsky, Joseüne, A 1875 — 76 
Pr uckner, Karoline, A 1868 
Pscherer, 1865 

Puchberger, Irma, S 1898 — 99 (*) 
Püschl V. Felsberg, Luise, S seit 1892 
Pufitsch (Meyer), Seraphine, A (1858 

—63) ; 1868—69 
Putz, Karoline, 1865 
Putz, Pauline, 1861 — 64 



(Frl. Questl) Gelinek, Marie, A (1872 — 76) 

—79 

Frau Quirsfeld, 1886 



Frau Rabel, Ernestine, S 1875 — 77 (*) 
Frl. Rabel, Mathilde, A 1895 

> Racher, Hermine, S 1872 (*) 

» Racher, Rosa, S 1872 (*) 
Frau Radikovich, Karoline v., S 1872 

» Raffay, Isabella, A 1896 — 98 

» Ragsky (Wögrath), Karoline, S (1858 
60)— 71 ; 1873—77 (*) 
Frau Raindl, Leonie v., A 1865 — 77 (*) 
Frl. Raith, Marie, S seit 1868 



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Rammel, Karoline, 1861 — 62 
Rarrel, Malvine v., 186 1 — 62 
Rath, Anna, S 1868 
Raupenstrauch, Jenni, S seit 1905 
Rausch (Rieß), Fanni, S (1868—71) 

-83 (♦) 
Rausch, Frieda, S 189 1 
Reden, Helene Baronesse v., S 1870 
Redl (Stöhr), Josefine, S (1868—73) 

—74 
Regen, Fanni, S 1868 — 73; 1878—98 

Reich) Bergmann, Marie, A (1878 — 83) 

—92 
Reichenbach, Antonie Baronin v., S 

1858—75 
Reim, Pauline, 1861 — 64 
Reisch, Marie, A 1875 — 79 
Reisner, 1862 

Rettich, Marie, S i863 — 70 
Richter, Anna, A seit 1905 
Richter, Edith, S 1904 — 06 
Ries, Hildegarde, S seit 1885 
Ries) Rotter, Thekla, S (1870 — 75) — 80 
Rieß) Rausch, Fanni, S (1868—71)— 

83(*) 
Rieß, Lucy, S seit 1900 
Rigele, Emilie, A 1866—69 (*) 
Ripka, Karoline, A 1871 — 75 
Ritter, Wilhelmine, i863— 66 ♦ (*) 
Röhlein, Mathilde, A 1869 — 70 
Rößler, Helene, S 1871 
Röfller, Josefine, A 1871 
Röttinger) Baronin v. Fries, Emma, S 

(1875-84)— 85 
Rohrwasser, Berta, S 1872 — 78 
Rokitansky (v. Lechner), Ella Baronin 

V., A (1874— 76)— 77 ; 1879—87 
Romanczuk, Renate, S seit 1906 
Rosenthal, Adele v., S 1858 — 66 
Rosenthal) Khayl, Emilie (v.), S (1858 

—76)— 77 
Rofimanith, Elsa, S seit 1905 

Roth, Barbara, S 1868 

Roth, Betti, A 1869 (♦) 

Roth, Emma v., S 1873 — 74 

Roth, Ida, A 1873—86 (*) 

Roth, Leopoldine, A seit 1891 

Roth, Rosa v., A 1873 — 74 

Roth, Sidonie, S 1897 (*) 

Rottenberg, Minna, S 1874; 1876 

Rotter, Antonie, A seit 1871 (♦) 

Rotter, Karoline, S 1868 

Rotter (Ries), Thekla, S (1870 — 75) 

—80 
Rowland, Gertrude, S 1895 — 99 
Rubin) Horovitz, Ottilie, A seit (1899 

-02) (*) 



(25) 



Frl. Rudnitzky, Marie v., S 1869 (*) 
Frau Rücker (Hofmann), Lili, S (1893 — 
99) ; seit 1904 
» Ruhnau, Anna, S seit 1901 
Frl. Ruprecht, Emilie, A seit 1907 (*) 
Frau Ruiiczka, Marie, S 1872 
» Rylski, Olga v., S 1879—94 ♦ (♦) 
» Rziha (Claus), Mathilde v., S (1893 
— 94) — 96; seit 1903 



Frl. Sachs, 1861 — 62 

» Saint- Jean, Emilie, 1858 — 61 
Frau Salerno, Auguste Baronin v., S 1875 — 

78(*) 
Frl. Salter, Julie, A 1889; 1891 — 95*(*) 
» Saphier, Josefine, A 1888—90 
» Sartori, Emilie, 1858 
Frau Sattler (Haberger), Annie, A seit 

(1902 — 06) 
Frl. Sauer, Anna, S 1870 — 71 
» Sauerländer, Emilie, 1865 — ^^ 

> Sauerländer, Marie, 1865 — 66 
» Sauer länder. Pauline, 1865 

» Sawidd, Ella v., S seit 1905 {*) 
Frau Sawicki (Wolf), Marie v., A (1878) 

— 80 ; seit 1886 (*) 
Frau Schauer (v. Littrow), Ida v., S seit 

(1897—00) (*) 
Frl. Scheer, Luise, S 1868 
» SchefF, Malvine, A 1868 

> Scheibenhof, Charlotte v.^ A 1896 
Frau Scheibenhofer, Luise, A 1874—75 

(Frl. Scheimpflug) Boller, Marianne, A (1892) 

—95 
Scheimpflug) Jüllig, Martha, A (1884) 

—95 
» Scheler, Eveline, S 1878; 1880—91 

» Scheler, Karoline, S 1879 
Frau Scheler, Mathilde, A 1872 — 97 * (*) 
Frl. Schelle, Anna, S seit 1894 (♦) 
Frau Schellinger, Anna, A seit 1897 (*) 
Frl. Schiel, Martha v., S 1903 

» Schiestl, Marie, A 1877 — 81 

> Schiestl, Rosa, A 1872 — 81 (*) 

> Schiff, Viktorine, S 1858 — 79 

Frau Schifter (Osterritter), Marie, S seit 

(1889-97) 
Frl. Schindl, Emilie, A 1875 

> Schindl, Marie, S 1861 — 00 

» Schindler, Alexandrine, S 1874 — 77 
» Schindler, Leopoldine, S 1870 — 72 

> Schirmer, Alice, S seit 1905 
Frau Schlaffenberger^ Ida, A 1901 — 04 
Frl. Schlagenhaufer, Mizi, S 1888— 93(*) 

> Schlechta, Marie, S 1871 — 73 



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Schlesinger) Stöger, Marie, S seit 

(1895—97) 
Schletter) Streitz, Berta, S (1869 — 76) 

—77; 1879—05 
Schletter, Marie, S i863— f 26. Dez. 1870 
Schlinger, Emma, 1860 — f Jan. 1861 
Schlumberger Edle v. Goldegg 

(Gülcher), Marie, A seit (1884 — 85) 
Schmelz, Josefine, A 1858 
Schmerhofsky, Karoline, S 1870 
Schmetter, Luise, 1865 — 68 
Schmid, 1861 — 63 
Schmid (Dintl), Marie, S (1885—86) 

-89 (*) 
Schmid bauer) Sedlaczek, Emilie, S 

seit (1890 — 94)* 
Schmidl (Steinbock), Josefine, A (1877 

—81)— 89 
Schmidt, Anna, A 1903 
Schmidt, Helene, S 1879 — 81 
Schmidt, Josefine, S 1884 
Schmidt, Karoline, 1865 
Schmidt, Karoline, 1865 — 66 
Schmidtler, Anna, S 1865—69 * (*) 
Schmiedl, Amalie, 1858—61 * 
Schmuttermayer v. Asten, Anna, S 1868 
Schmuttermayer v. Asten, Julie, S 1858 

-68 (*) 
Schmuttermayer v. Asten, Marie, 1858 

—68 
Schneid, Hermine, A seit 1907 
Schneider) Hoffmann, Henriette, S 

seit (1884 — 87) 
Schneider v. Limhofen, Hermine, 

S seit 1905 
Schneider, Poldi, S seit 1906 
Schneller) Hanausek, Ida (v.), A seit 

(1893—95) 
Schneller, Marietta v., A 1869 — 71 

Schneller, Pauline v., A 1865 — 70; 1874 

-79 (*) 

Schnetter, Luise v., S 1868; 1871 
Schnitt) Sigmund, Rosa^ S seit (1903 

-05) 
Schöller) Seybel, Aline (v.), A (1877 

—79)— 87 
Schöller, Anna v., A 1871 
Schöller, Pauline v., S 1874 — 7^ 
Schönbach, Marianne, S seit 1907 
Schönegg) Guth, Emma, A seit (1878 

— 00) 
Schönegg, Pauline, S 1878—80 
Schönewerk, Luise, A seit 1902 
Schopper, Luise, A 1865 — 73 (*) 
Schreiber, Anna, 1864 — 65 
Schreiber) Schwarz, Helene, S (1892 

— 96) — o3 

b** 



(26) 



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Schreiber, Henriette, S 1870 — 72 
Schreibers, Emma v., 1868 — 72 
Schröck, Marie, S seit 1903 
Schubert, 186 1 — 63 
Schubert, Fanni, S 1877— 78(*) 
Schückher, Minna, S seit 1898 {*) 
Schütz, Stephanie, S seit 1895 
Schuh, Friederike, S 1869 — 70; 1872 
Schuller, Charlotte, S 1874 — 76 
Schulz, Josefa, 1861 — 63 
Schulz, Lina, S 1898 — 02 (*) 
Schultz, Marie v., S 1874 — 76 
Schuster, Betti, S 1858 
Schuster, Hanna, S seit 1902 
Schuster, Karoline, S 1858 
Schuster, Marie, S 1858 
Schuster, Marie, A 1875 — 77 
Schuster, Marie, S 1903-— 05 
Schwab, Luise v., A seit 1897 
Schwäger v. Hohenbruck, Priska Baro- 
nin, A 1868 — 75; 1878 — 93 
Schwarz (Spitzer), Adele, S (i883 — 85) 

-9o(*) 
Schwarz, Ernestine, S 1877 — 82 
Schwarz (Schreiber), Helene, S (1892 

— 96) — o3 
Schwarz, Milla, A 1874 — 77 
Schwarz, Rosa, 1861—65 
Schwarzl, Sophie, A 1878 
Schweninger, Rosa, A 1868 
Schwerdtner, Anna, S 1872; 1874 — 75 
Schwippel, Auguste, A i883 — 85 
Sedlaczek (Schmidbauer), Emilie, S 

seit (1890 — 94) * 
Seeböck) Lambort, Anna v., S (1872 

—76)— 87 
Seehofer, Therese, S 1863—65 ♦ 
Seeliger, 1863—65 ♦ 
Seeliger, Anna, i863 — 64 
Seiden, Sophie, S 1878 
Seldl, Amalie, 186 1 — 62 
Seidl) Platzenteig, Anna, S (1886) — 87 
Seidl, M., 1861 — 62 
Seifert) Winderlich, Elsa, A seit 

(1900—07) 
Selikowsky, Wilhelmine, S 1878 — 87; 

1889 — t ^^^- 190^ 
Seltner, Emma, S 1885 — 92 
Seltenhammer, Mathilde, S 1868 
Semeleder, Emma, 1858 
Semmler, Marie, S 1878 — 98 
Senigaglia, Eugenia, A 1877 — 82 (*) 
Seß, Karoline, i863 — 64 
Setz, Ciaire, S seit 1906 
Seybel (v. Schöller), Aline, A (1877 — 

79)— 87 
Sicbenkas, Helene, 1864 



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Siebenlist, Helene, S 1894 — 99 (*) 
Siebert (Eder), Ernestine, S (1874 — 80) 

—86 
Sieböck, Elise, S 1874 — 75 
Siegel, Marie, A 1893 — 94 
Siegert (Heck), Herta, A seit (1891 

—97) 
Siegl (Hrdliczka), Ottilie v., S (1872; 

1877— 79)— 88 
Sigl, Irene, A 1877 — 78 

Sigmund v. Ilanor) Antoine, Adele, S 

(1875— 76)— 79 
Sigmund v. Ilanor) Lamel, Helene, 

S seit (1880) 
Sigmund (Schnitt), Rosa, S (1903 — 

05) 
Süd, Betti, A 1874 — f »875 
Singer, Sidonie, A 1878 — 82 
Sinz, Pauline, S 1875 — 76 
Sixtus, Isabella, S seit z883 {*) 
Skaivi, i863 

Sladovnik, Mila, S seit 1902 
Sochor) V. Pormacher auf Lilien- 
berg, Marie, A seit (1876 — 81) 
Sögner, Anna Edle v., S 1876 — 86 
Sombor v. Szt. György, Karola, S 

seit 1906 
Spaczer, Leonie Edle v., S seit 1894 
Spängier, Marie, S 1874 — 80 
Spaun, Emma v., A seit 1889 
Spaun) Cornaro, Marie Baronin (v.), A 

(1889 — 92) — 00 
Spietschka, Henriette, S 1870 — 81 
Spitaler, Emma, 1862 — 63 (*) 
Spitzer) Schwarz, Adele, S (i883 — 85) 

-9o(*) 
Spitzer, Anna, S seit 1907 
Sruh, Olga, S seit 1906 
Stadler, Leopold ine, S 1878 
Stahl (Gelinek), Mathilde, A (1898 

-Ol) 

Stammer, Anna, 1858 

Stan€k, Marie, S 1878 — 79 

Stark, Emilie Edle v., S 1871 

Statzer, Josefine v., A 1893 — 95 (*) 

Staudigl, Therese, S 1866; 1872— 76(*) 

Staudinger, Hermine, i863 

Stauffer) Beck, Fanni, A (1865); 

1868 ; seit 1877 (*) 
Stauffer, Irene, S 1877 — 88 
Steiger, Viktorine, A seit 1906 
Stein, Helene. S seit 1907 
Stein, Josefine, 1864 — 66 
Stein, Karoline, 1865 
Steinbauer, Adele, S seit 1895 
Steinbock) Schmidl, Josefine, A (1877 

—81)— 89 



(27) 



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Steiner (Bauer), Anna, A (1868 — 72) 

—73 ; seit 1875 (*) 
Steiner, Marie, A seit 1870 {*) 
Steinling) Totzauer, Frieda, A seit 

(1898— oa) (♦) 
Steinmaßler v. Steinwall, Marie, S 1872 
Steinwarz, Anna, S 1889 — 9^ 
Stengl, Berta, A 1870 
Stenzl, Ida, S 1875—85 (♦) 
Stenzl, Karoline, S 1871 * (♦) 
Stemegg, Mathilde Baronesse v., S 

1869 (♦) 
Stockert, Priedrike v., S seit 1905 
Stockert, Selma v., S seit 1905 
Stöger (Schlesinger), Marie, S seit 

(1895—97) 
Stöhr) Redl, Josefine, S (1868—73) 

--74 
Stör, Mathilde, A 1858 

Stohl, Mathilde, S 1894—98 (♦) 

Stolle, Emma, A 1858 — 71 

Stolle, Luise, 1858 — 66 

Straßer, Josefine, S 1884 — 85 

Straßer, Marianne, S 1868 

Strauß, Marie, S 1891 — f ^' Nov. 1907 

Streffleur, Gabriele, 1862 — 66 

Streffleur, Marie, 1862 — 64 

Streffleur, Sidonie, 1862 

Streicher, Philippine, A 1904 

Streitz (Schletier), Berta, S (1869 — 76) 

—77; 1879—05 
Strich, Marie, 1864 — 65 
Strodler, Lotte v., S 1893 — 96 (♦) 
Stubenvoll, Melanie, S 1862 — f ö* März 

1889 (*) 
Stumm, Josefine, S 1882 — 83 (*) 
Stummer, Josefine, S 1885 
Svetlin (Pauli), Hilda, A seit (1874 

—88) 
Swendsen, Hildegard, 1864 
Szabo, Emma v., S 1879 — ^^ 
Szita, Lilli, S 1896—97 (♦) 
Szumewda, Marie, A seit 1903 



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Tanzer, Auguste, A seit 1907 
Tasch (Pauer), Mizi, S seit (1882— 

85)(*) 
Tauber, Melanie, A 1878 — 81 

Taubert, Gertholde, A 1875 

Tennenbaum, Ella, A 1897 — 00 

Teweles, Klara, A 1868 — 71 

Thaler (Plhak), Johanna, A seit 

(1877) 
Thanel, Mathilde, S 1869 

Theuerkauf, Gabriele v., 186 1 — 62 



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Theumann) Klappholz, Paula, S (1874 

— 76)— 77 
Theumann, Walli, S seit 1900 * (*) 

Thommen, Anna, S seit 1906 

Threm (Uetz), Leopoldine, A (1874) 

—75 ; 1878—82 ; 1884—89 ♦ (*) 

Tilgner, Johanna, A 1875 — 81 

Tilgner, Karoline, A 1875 — 78 

Till) Chotek, Leontine, S (1858—65) 

-95 * (*) 
Till, Sophie, 1858—63 

Timmel, Josefine, A i883 — 84 

Timmel, Karoline, A seit i883 

Timmel, Sophie, A 1882 — 89 

Tlach, Lilli, A 1902 — o3 

Tech, Olga, S seit 1906 

Tomaschek, Ina, A 1872 — 85 

Tomsa, Philomene, A 1869 ; 1874 

Tostmann, 1865 — 66 

Totzauer (Steinling), Frieda, A seit 

(1898— 02)(*) 
Treichl, Berta, A 1871 — 72; 1874 — 78 
Tremel, Wilhelmine, A 1870* 
Troll, Marie v., A 1870 
Truska, Karoline, S 1870 — 71 
Tschampa, Panni, S seit 1889 * {*) 
Tschuschner, Erna v., S 1905 



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(Frl. Uetz) Threm, Leopoldine, A (1874) — 

75; 1878—82; X884— 89* (*) 
Frau Ulbrich, Julie, A 1893 — 96 

> Ullrich, Marie, S 1885—87 * 
Frl. Ulmann, Adele, S 1894 — 99 

Frau Umlauff Edle v. Frankwell, Sophie, S 

1872—73 * (*) 
Frl. Ungermann, Charlotte, 1861 — 64 

> Urban, Hermine, A seit 1894 * (*) 

> Urbany, Auguste, S 1868 — 81 
» Uyka, Helene, S 1904 



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Vest, Albine v., S 1887—96* (♦) 

Veith, Marie, 1861 — 66 

Vianini, Antonie, 1861 — 66 

Vlassak, Emma, A 187 1 

Vockh, Sophie, 1864 

Voegele, J. F., 1861— 63 

Völkl, Albine, A 1872— f 22. Febr. 

1896 
Völkl, Karoline, A seit 1886 
Voit, Marie, A 1876 — 79 ; seit 1882 
Volk, Flora, S seit 1898 (*) 
Volkt, 1865 
Vorner, Betti, A 1877 — 79 



(28) 



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Waage, Julie, A 1871 — 72; 1877 — 81 
Wähn er, Mary, A 1894 — 01 
Wagner, Johanna, A 1861 — 64 
Waißel, Elisabeth, A 1873—80 
Waldheim, Jaqueline v., A 1879 — 82 
Waldmann, Marie, S i863 — 65 ♦ (*) 
Walk, Franziska, 1862 — f i. Juni 

i863 
Walk, Marie, 1861 — 63 
Walker, Willa, A seit 1902 
Wallner, Helene v., S 1885—87 ; 1890 

—94 
Wallner, Leopoldine, S 1876 — 85 

Walter, Elise, S seit 1880 

Walter (Mayer), Katharina, S (1865); 

1869; 1871 — 72 
Wandl, Johanna, S seit 1899 (*) 
Wandrusch, Philippine, 1862 — 63 * (*) 
Waßner, Agnes, S 1893—98 (*) 
Weber, Karoline, A seit 1874 (*) 
Webersfeld v., 1865 
Wehler (Klammer), Paula, S (1890 

— 95) — 96; 1903 — 04; seit 1906 
Weidmann, Karoline, A 1874 
Weil, Luise, S seit 1906 
Weindl, Henriette, A 1870 — 73 
Weinwurxn, Emilie, S seit i883 (*) 
Weiringer, Josefine S 1878 
Weiser, Luise, S seit 1901 
Weiser, Ottilie, S 1865 — 89 
Weiß, Auguste, S 1896 — 06 
Weiß, Hermine, S 1870 — 72; 1875 

— 95; seit 1900 
Weiß, Karoline, S 1858 
Weiß, Karoline, A 1897—98 
Weiß, Luise, A 1878 
Weiß, Marie, S 1858 — 70; 1874 — 9^ 
Weiß, Wilhelmine, S 1870 — 71 
Weißcl, Luise, S 1891 — 99 
Weißel, Lucie, A 1876—83 
Welker, Klotilde, S 1871—76 
Wellenheim, Eugenie v., S 1866 — 68 
Wellim, Mathilde, S 1870 — 72; 1875 

—76 
Wellun, Kloiilde, S 1874 
Welschan) Kund, Stephanie, A seit 

(1888—96) 
Wendeler, Sophie, S 1885—86 
Wentz, Johanna, S 1886 (*) 
Weppel, Marianne, S 1877 — 79 
Werner) Ehrenreich, Ella, A (1898 

— 00) 
Wernicke (Mayer), Anna, S (1869) — 86 
Werthner (Kner), Paula, S (1872 — 80); 

1886 (*) 



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Wessely, Helene, S seit 1906 (*) 
Westermayer, Antoinette, S 1861 — 69 
Wettengel, Rosa, S 1869 — 70; 1872 

—73 
Wheelright, Anna, A 1870* 
Wibiral, Eugenie, A 1869 — 72; 1875; 

1877 — 82; 1891 — 92 
Wickerhauser, Auguste, S 1858 — f 

1871 
Widmayer, Emma, A 1880 — 85 
Wiedenfeld, Melanie v., A 1870—71 
Wiedermann, Elise, A 1869 — 70 (*) 
Wielemans Edle v. Monteforte) Luntz, 

Auguste, A (1865 — 72) — 83 
Wieser) Groll, Mathilde (v.), A (1873 

—77)— 79 
Wilson, Luise, S 1868 — 88 

Wilt) Plankensteiner, Fanni, S (1874) ; 

1878 
Wilt, Marie i), S 1859—65 * (♦) 
Wimpfen, Kamilla Gräfin v., S i883 
Windbrechtinger , Marie, A seit 

1907 
Winderlich (Seifert), Elsa, A seit 

(1900 — 07) 
Winiwarter, Marie v., A seit 

1900 
Winter, Leopoldine, S seit 1878 
Winterhaider, Marie v., S 1875 — 87 
Winternitz, Karoline, A 1865 — 68 (*) 
Winternitz, Sophie, A 1869 — 71 
Wiser, Helene v., S 1886— o6(*) 
Wiswe, Emma, 1865 — 66 
Wischniowsky, Luise, S 1873 
Wiskozil, Luise, S 1875 — 76(*) 
Witschek, Angelika, S 1891 — 92(*) 
Witt, Erika, S 1880 
Wittgenstein, Anna, 1861 — 64 
Wittgenstein) v. Brücke, Emilie, A 

(1876-77)— .97 
Wittgenstein, Josefine, S 1861 — 64; 

187 1 
Wittgenstein, Justine, A 1876 — 99 
Wittgenstein, Klara, A 1871 — 74 
Wittgenstein, Klotilde, A 1874 — 80 
Wittgenstein, Marie, 186 1 — 64 
Wittgenstein (Franz), Marie, A (1874 

—75)— 00 
Witz, Frieda, S 1900 — 06 
Wlaka, Marie, A 1895 — 02 
Wlassack, Emilie, A 1869 — 70 
Wochele, Therese, A 1885 — 95 
Woda, Hermine, S 1877 
Woda) Lewis, Marie, A seit (1879 

— sS) 



' Die nachmals so berühmte Sängerin. 



(29) 



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Wodikh, Emma, S 1880—96 

Wödl, 1865 

Wögrath) Ragsky, Karoline, S (1858 

_6o)— 71 ; 1873—77 (*) 
Wölfel, Emma, S seit 1884 (*) 
Wogrintz, Helene, A 1868 — 77 
Wogrintz, Karoline, A 1876 — 81 (*) 
Woinsky, Hermine, S 1878 — 79(*) 

WolO Colbert, Antonie, A (1864— 

74) ; seit 1907 * (*) 
Wolf, Berta, 1861 
Wolf, Georgine, S 1861— 83 
Wolif, Helene, A seit 1907 
Wolf, Karoline, 1858 

Wolf) V. Sawicki, Marie, A (1878) 
— 80; seit 1886 (♦) 

Wolf, Marie, A seit 1900 
Wolfsberger, Anny, S seit 1902 
Worel, 1862— 65(*) 
Woslaczek, Marie, A seit 1879 (*) 
Wottitz) Kemer, Ida, S seit (1895 

—97) 
Würschinger, Auguste, S 1859 — 70 

Würschinger, Emilie, S 1859 — 00 (*) 



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Zahorz, Gertrude, 1861—64 (*) 
Zander (Pann), Emma, S (1862 — 72) — 

f 14. April 1905 
Zechner, Anna, S 1902 — 04 
Zefyreska, Pauline, A 1871 — 73 
Zerbes, Susanna, S seit 1897 {*) 
Zipernowsky, Johanna, S 1885—87 (*) 
Zipperer v. Arbach, Charlotte, A 1874—76 
Zipperer v. Arbach, Karoline, A 

seit 1877 
Zips, Emilie, A 1861 — 68; 1874 — t 

9. Febr. 1906 * (*) 
Zips, Marianne, A i863 — 73; 1877 — 

t I. März 1903 *(*) 
Zitkowsky, Marianne v., A 1872 — 74 
Zitkowsky, Minna v., S 1872 — 74 
Zobel, Marie, S 1893—02 (*) 
Zukal (Liskowetz), Panni» A seit 

(1878-81) (♦) 
Zwiauer, Paula, A seit 1905 
Zycha, Emilie, A 1874 — 7^ 
Zycha) Kimmerle, Irene, S seit 

(1895—97) 



Herren 



Ackerl. Wilhelm, T 1899 (*) 
Almassy, Heinrich v., T 1899 — oo(*) 
Alschech, Josef, T 1858—66 
Altmann, Alois, 1858 
Ambros, Max v., T 1896 — 02(*) 
Anders, Ferdinand, B seit 1902 
Anders, Melchior, T seit 1901 
Anderson, Ferdinand, 1859 
Andrisen, Josef, B 1858 
Antoine, Alfons, B 187 1 — 79 
Appel, Josef, 1861 — 64 
Auderieth, Hermann, B seit 1906 
Ausim, Josef, B 1859 
Axmann, Otto, T 1886 : seit 1890 



Babitsch, Dr. Jakob Ritt, v., B 1875; 1881 

Bachmeyer, 1858 

Bäumel, Johann, B 1868 — 73 

Ballmann, Max, B 1880 

Balzberg, Karl v., B 1859 

Bardach, Emil, B 1894 — 97 ; seit 1899 

Bargiel, Eugen, B 1858 

Bauer, Adam, 1866 

Bauer, August, B 1858 



—83 



Bauer, Franz, T 1858—63 

Bauer, Franz, B 1892 — 95 

Bauer, Johann, B 1870 — 73 (*) 

Bauer, Dr. Josef, B 1858 — 67 

Baumgartner, Josef, 1861 

Baumgartner, Rudolf, T 1871 — 77 

Bechtl, Sigismund, B 1858 — 61 

Beck, Adolf, 1861 

Beck V. Mannagetta, Paul Ritt, v., T 1891 — 00 

Becker, Wilhelm, B 1868—73; 1877—94 

Bednarf, Josef, T 1899 

Beliczay, Julius v., B 1858 — 63 

Benda, Dr. Johann, B 1858 — 61 

Benesch, Dr. Karl, T 1877 

Beran, (Lazar), Louis, B 1858 — f 18. Nov. 1907 

Berger, Franz, B i863 — 68 

Bergmann, Josef, 1864 — 65 

Berkowitz, Ernst, B seit 1906 (♦) 

Bernhard, Ernst, B 1905 

Billing Edler v. Gemmen, Dr. Heinrich, T 

185g — 64 
Bischitzky, Fritz, B 1874—80; 1885—86 (♦) 
Bischitzky, Max, T 1886 
Bischitzky, Siegfried, B 1871 — 73; 1883—84 
Bittner, August, B 1886 — 92 
Bittner, Dr. Julius, T i863 — 71; 1878—81 
Bittner, Julius, B 1894 — 98 
ßiziste, Dr. Ludwig, T 1859 



(30) 



Blaschetzky, 1861 

Blaschke, Alois, B seit 1907 

Blaschke, Hans, B 1890 — 94 

Blatt, Rudolf, T 1879—82; 1884 — 1885 (*) 

Bietzacher, Josef, B 1859 — 61 * 

Blöder, Franz, B 1888 — 90; 1892; 1894 — 95 

Blodig, Dr. Hermann, T 1861 

Blodig, Dr. Karl, B 1861 

Blumrich, Gustav, T 1859 — 61 

Bobies, Franz, B 1858 — 66 

Bobies, Karl, T 1872 — 88 

Bobies, Max, B 1859; 1870 — 78 

Bode, Rudolf, B 1859 

Böhm Edl. v. Böhtnersheim, Dr. August, 

T seit 1889 (♦) 
Böhm, Friedrich, B 1865—81; 1884—85 
Böhm, Dr. Philipp, T 1878 
Boes, August, T 1859—61 
ßorkowski, Karl Ritter v., B 1891—95 * (*) 
Botstiber, Dr. Hugo, B seit 1906 
Brauer, James, T 1874 — 77 
Breitenfeld, Max, B 188 1 — 86; seit 1894 
Bretschneider, Dr. Artur, T seit 1902 
Breuner, Dr. Arnold, B seit 1886 
Brücke, Dr. Hans, T 1869 — f ^^7^ 
Brüll, Anton, B 1859—65 
Brünner, Rudolf, B 1898—06 * (♦) 
Brunner, Ferdinand, B 1861— 63; 1877; 1883—85 
Bryk, Ernst, T 1893 
Buchholz, Leopold, B 1870 — 72 (*) 
BuchmUller, Ferdinand, T 1860 
Buchmüller, Karl, B 1858—69 ♦ 
Budik, Jacques, 1869 
Bürgermeister, Josef, T 1861—80 
Bum, Dr. Anton, B 1883—85; 1887; seit 

1905 

C 

Calice, Henri, B 1860 
Cerin, Dr. Josef, T 1902 — 04 
Cermak, Albert, B 1900 — 01 
Chladek, Wilhelm, T seit 1892 ♦ (*) 
Chmel, Julius, T seit 1892 ') * (*) 
Chotek, Franz, T 1858— f 1871 (*) 
Chwalla, Alfred, B seit 1906 
Claus, Albrecht, T seit 1907 
Clement, Otto, B 1876 
Cohn, Karl, B 1876 — 79 
Concelly, Richard, T 1885; 1887—89 
Coulon, Karl, B 1886 
Csank, Edmund, T 1901 
Csank, Ferdinand, B 1901 
Czerny, Adolf, 1861 — 62 
Czerny, Anton, T 1879 — 85 (*) 
Czerny, Wenzel, T 1858—70 ♦ (*) 



*) War 1898 und 1906 beurlaubt. 



Dalnoky, Dr. Alexander, B 1896 — 97 (♦) 

Damisch, Heinrich, B seit 1905 

Damaut, Hugo, T seit 1906 

Dawison, Ludwig, T 1880 — 87 (♦) 

Decker, Dr. Martin, B 1899 — 01 

Delia, Isidor, B 1877; 1879 

Dellazia, Rudolf, T 1859 — ^4 

Demmer, Oskar, B 1895 — 98 

Denk, Hermenegild, B 1882 — 83 

Derflfel, Adolf, 1858 

Deycks, Dr. Gustav, B 1880 — 82 * 

Diem, Friedrich, T 1871 

Dietrich, Dr. Hermann, B 1877 — 79 

Dietz, Wilhelm, 1861 — 62 

Dillmann, Emil, B seit 1869 (*) 

Ditscheiner, Andreas, B 1858 

Ditthart, Hans, T i883— 86 

Ditz, Dominik, 1862 — 66 

Dlauhy, Rudolf, B 1906 

Dörr, Emil, 1861 — 69 

Dörr, Franz, B 1870 

Dollak, Alois, T 1868 — 72 * 

Domenego, Dr. Moritz Leonore, T seit 

1889* 
Draudt, 1866 

Drexler, Dr. Josef, B 1875 — 88 (♦) 
Dunkl, Edmund, T 1868—00 * 
Dworaczek, Ferdinand, T seit 1899 (*) 



Eberle, Karl, B seit 1906 

Eckl, Karl, 1862 — 64 

Eder, Leopold, 1866 

Ehmig, Viktor Freiherr v., T 1886—92 (♦) 

Eichinger, Johann, B seit 1906 

Eirl, Georg v., B 1870 

Eisenlohr, v., B 1860 

Eisenschütz, Friedrich, B 1902 — 05 

Eitl, Karl, B 1858—66 

Ekstein, Gustav, T seit 1887 

Ellinger, Franz, T 1860 

Elliflen, Rudolf, T 1869—70 

Eltz, Friedrich Eduard, B 1886 — 88 

Eltz, Ludwig, B 1868 — 70 

Emerich, Wilhelm, T 1877—81 ; i883 

Emmer, Moritz, 1861 

Engel, Ferdinand, 1869 

Engel, Julius, T 1868—70 

Engel hardt, Josef, B 1869— f April 1897 

Erben, Robert, B i883, 1885—89 (*) 

Ergert, Josef, T 1872—88 

Erxleben, 1862 * (?) 

Erxleben, Richard, T 1878 — 96 ♦ (♦) 

Exner, Rudolf, B 1868—70 

Eywo, Ludwig Ritter v., B 1858 — 64 



(31) 



Faesy, Albert, B 1859 

Peichtner, Hans, B seit 1896 

Feigl, Adolf, B 1877—79 

Fellner, Anton, B 1879; 1882 — 87; seit 

1889 * (♦) 
Filek V. Wittinghausen, Dr. Egydi B seit 

1890 
Fischer, Emil, B seit 1900 
Fischer, Jakob, B 1870 — 74 * 
Fischer, Walter, B 1886 — 89 
Flatz, Georg, B 1886 — 73; 1875 — 77 
Flecker, Ernst, T 1906 
Fleischmann, Heinrich, T 1893 — 96 
Förchtgott, Ernst, B 1864; 1871* 
Förster, Friedrich, B 1859 
Foglar, Dr. Ludwig, T 1876 — 87 
Foll, Ferdinand, B 1890 (*) 
Foregger v. Greifenthurn, Cäsar Ritt., B 1861 

—71 
Forst, Vinzenz, B seit 1892 
Forst er, Anton, B 1895 — 97 
Forster, Hans, T 1905 
Forster, Johann, T 1875—83; 1885 — 88 
Forster, Dr. Karl, T 1879 — 81 
Forster, Karl, B seit 1906 * (*) 
Franitsch, Friedrich, B 1858 — 64 * (*) 
Frank, Alexander, B 1896 — 99 
Frank, August, B 1872; 1875 — 86; 1888; 1891 

—93 
Frank, Johann, 1861 — 65 
Franz, Dr. Emil, T 1874— t März 1884 
Friedel, Emil, B 1886—87 
Friede], Emil, B 1899 
Friedl, Emil, B 1886—01 (*) 
Friedländer, Georg, B seit 1897 
Friedländer, Robert, B 1898 
Fritsch, Dr. Karl, T 1885 — 99 
Fritsch, Theodor, T 1868—69 
Fröhlich, Eduard, B seit 1865 
Früh, Dr. August, T 1867— 69(*) 
Fuchs, Anton, T seit 1893 
Fuchs, Franz, T 1858 
Fuchs, Karl, T 1858 
Fürth, Edmund, B 1858 — 61 
Fuhrmann, Dr. Ferdihand, T seit 1907 

Q 

Gärtner, Eduard, B 1886; 1888— 96* (*) 
Gassauer, Anton, B seit 1905 (*) 
Gaßner, Heinrich, B seit 1872 * (*) 
Gatnar, Albert, T 1858—61 
Gauby, Ludwig, B 188 1 — 82 
Gaulacher, Josef, B 1858 — 65 
Geiger, Josef, T 1871—81 



Geisler, Johann, T 1860 
Geisler, Max, T 1860 
Gemmell-Flischbach, Alfred Freih. v., T 

seit 1886 
Gerber, Dr. Moritz, B 1868 — 80 
Gnadler, Jakob, 1858 
Godeffroy, Dr. Richard, B 1869 — 73 
Göttlicher, Johann, 1861 — 62 
Götzl, Dr. Max, B seit 1885 
Gold, Heinrich, i863 
Gold, Julius, 1862 — 63 
Gold, Stefan, B seit 1906 * 
Goldstein, Hermann, T 1880; 1882—85 
Goos, Hermann, T 1869 — 70 
Goos, Johann, T 1866 — 68 
Goos, Karl, B 1872; 1874 — 1 1876 
Gottfried, Franz, T 1858 — 62 
Gotthard, Josef Paul, T 1872 
Gotthart, Raimund, T 1885 
Graf, Engelbert, B 1865 — 75 
Graf, Engelbert, B 1898 — f 20. Dez. 1901 
Graf, Ferdinand, B 1872—77 * (*) 
GraJf, Ludwig, T seit 1897 
Graf, Ludwig, T 1899 
Grätzel, Alexander, T 1870—71; 1877 (*) 
Greger, B 1858 
Grehs, Dr. Karl, T 1868—78 
Grisenhofer, Konrad, B i883 — 89(*) 
Großbauer, Adam, B 1869 — 70 
Großbauer Edl. v. Waldstätt, Karl, T 1871 

-76(*) 
Großbauer, Ludwig Franz, T 1878 — 90 
Gruber, Adam, B 1869—03 
Gruber, Christof, T 1858 — 60 
Gruber, Heinrich, T 1^4 
Grundmann, Alois, 1858 
Gschlatt, 1861 — 63 
Gspan, 186 1 — 63 
Günther, Karl, T 1889 
Gürtler, Richard, T 1886 
Gugler, Franz, B 1860 
Gugler, Johann, B 1870 
Gugler, Josef, B 1858 — 69; 1871 — f '• Nov. 

1895 
Gumpesberger, Gustav, B seit 1880 
Gunz, Dr. Gustav, T 1858 — 60 

H 

Habit, Ferdinand, T 1858 — 60 
Habl, Christof, T 1868 
Hacker, Franz, T 1858 — ? ; 1868 — 74 
Hacker, Leopold, 1858 — 62 
Harfner, Alois, T 1858— 8o(*) 
Haimer, Josef, T seit 1861 
Halberstamm, Heinrich, T 1890—03 
Hallwich, Gustav, T seit 1907 



(32) 



Hansal, 1861 

Hantschel, August, T 1890 — 92 

Härtung, Ernst, B 1868 — 69 (♦) 

Hauer, Dr. Franz, T 187a — 74 

Haumeder, Otto v., B 1875—83 

Haupt, Josef, B 1860 

Haupt V. Hoechstatten, Josef Ritt, B seit 

1907 
Hauptmann, Eduard, B 1872 — 80 
Hauser, Ferdinand, x86i — 62 
Hayek, Theodor v., B 1858—63 
Hebsacker, Josef, T seit 1890 
Hecke, Dr. Wilhelm, B seit 1895 (*) 
Hedbawny, Dr. Karl, T seit 1897 (*) 
Heindl, Karl, B seit 1993 (*) 
Heinrich, Eduard, 1861 — 62 
Heinzmann, Eduard, B 1884 — 85 * 
Held, Ferdinand, 1858 — 62 
Hell, Leopold, B 1902 
Heller, Ferdinand, T 1861 
Helm, Franz, i863 — 69 
Helm, Karl, 1862 — 64 
Henriquez, Artur Ritt, v., T 1878 — 85 (*) 
Hengst, Josef, T 1903 
Hermann, Albert Ritt, v., T 1886 
Herr, August, 1861 
Herr, Kamillo, B 1876^77 
Herr, Theodor, T 1885—86 (♦) 
Herzig v. Herzfeld, Siegmund Ritter, B 1869 

—70; 1874—77 
Heyl, Franz, B 1896 
He3ma, Emil, T seit 1906 
Hieß, Johann, 1861 
Hieß, Josef, B 1858—94 (f) 
Himmel, Dr. Eduard, B 1874 — 77 
Hinträger, Karl, B 1894 — 9^ (*) 
Hipfel, Franz, B 1873 — 74 
Hirsch, Anton, 1861 — 62 
Hirschfeld, Richard, B 1870 — 76 
Höfler, Wilhelm, B 1876—79 (♦) 
Höhnel, Gottfried Ritter v., B 1871—82 
Hofer, Josef, T 1861 — 79 
Hofer, Josef, T 1868 

Hoffstätter, Josef, B 1882 — 89; 1893 — 00 
Hofmann, August, T 1870 
Hofmann, Ignaz, T 1886 — 97 
Hofmann, Leopold, B 1886—89 
Hofmann, Raphael, B 1886— 14- Okt. 1899 (♦) 
Hofoiami, Rudolf, B seit 1881 
Hofmannsthal, 1862 
Hofstätter, August, B 1858—66 
Holeczek, Wilhelm, B 1878 — 82; 1884 — 93 
Holländer, Dr. Alexander, B seit 1907 
Hollub, Eduard, T 1859 
Holub, Franz, B 1872 — 73 
Holzer, Franz, 1858 
Hora, Julius, T seit 1869 * (*) 



Hörn, Dr. Ferdinand, B 1866 — 78 
Hornbostel, Erich, B 1897 — 99 
Hornung, Ludwig, B 1871 — 72 
Horwitz, Siegmund, B seit 1873 
Hottner, Franz, B 1858 
Hüttner, Franz, B seit 1901 (*) 
Hugl, Michael, B 1886—91 * (*) 
Hunger, Franz, B 1885 — 90 
Huß, Ludwig, B 1858 — 61 



Ingenhaeff, Adolf Freiherr v., B 1884 — 85 
Irral, Josef, T 1858 — 73; 1875 



Janka, Wilhelm, B seit 1901 
Janowsky, Alois, T 1903 
Jaroljmek, Franz, B 1864 — 78 
Jaroljmek, Ludwig, B 1868 — 70 
Jenisch, Julius, B seit 1907 (*) 
Jirgens, Viktor, B 1899 — 06 (*) 
Joss, Christian, B 1861 — 68 
Jung, Anton, B 1872 — 85 
Junk, Dr. Viktor, T 1895 — 02 
Junk, Wilhelm, T 1874 (*) 

K 

Kämpf, Artur, T seit 1895 

Kainzmayer, Rudolf, T 1869 — 73 ; 1877 — 80 (*) 

Kaiser, Franz, B 1880 — 86 

Kaiß, Franz, 1859 — ^^ 

Kalcher, Anton, T 1870 — 72; 1874 — 8^ 

Kallay, Stefan v., T 1869 

Kailina v. Urbanow, Dr. Ritter, B 1871 — 72 

Kallmann, Oskar, T 1899 — ^^ (*) 

Kammerlacher, Dr. Rudolf, 1858 — 64 

Kann, Siegfried, T i86i 

Kapp, Karl, B seit 1905 

Karner, Josef, T 1859—78 

Karnowsky, Wenzel, 1858 

Kaschnitz Edler v. Weinberg, Rudolf, T 1858 

—72 
Kastner, Josef, B 1875 — 79 
Katzmayer, Karl, B 1869 — 71 
Kandella, Julius, B 1895 — 96 
Kaufmann, Konrad, 1874 
Kaunowsky, Wenzel, B 1860 
Keller, Josef, T 1880 ; i883 
Kirchner, Dr. Josef, B 1871 — 76 
Kirvitzer, Alexander, T i883 — 85 
Klang, Rudolf, B 1860— 63 
Klaus, Johann, T 1859 — 63 
Kledus, Wilhelm, B 1869— f 20. Okt. 1870 * (*) 
Klein, Otto, T 1904 
Klein, Rudolf, B seit 1890 (*) 



(33) 



Kleinen, Josef, B 1861 — 77 

Kletzynski, Karl, 1864 — 65 

Klimbacher, Alois, T 1859 

Klinger, Alois, T igox 

Klob, Dr. Alois, B 1859 

Kment, Eugen, T 1901 ; seit 1907 (*) 

Knaust, Wilhelm, T 1859 

Knotzer, Karl, T 1880; 1882—83 

Kneißler, Hippolyt, 1858 

Koch Edler v. Langentreu, Adolf, B 1865 

Koch Edler v. Langentreu, Josef, T 1858 

Koch, Ludwig, B 1871 — f 7. Okt. 1907 * (*) 

Köck, Hans, B 1906 

Köck, Josef, T seit 1906 

Köhler, Max, B 1885—86 (♦) 

König, David, 1862 — 63 

Körber, Dr. Bernhard, B 1868 

Köstinger, Franz, T 1874 — f *^* J^"- ^^9^ 

Köttner, i863 

Koffler, Adolf, B 1871—72; 1875—80; 1884 

—85; 1896—06 (*) 
Kohn, Friedrich, T 1889—96 
Kolb, Franz^ T 1858 
Kolisko, Dr. Alfred, B seit 1890 (*) 
Korek, Ferdinand, B 1877 
Kosch, 1862 

Kosch, Hugo, B 1886—88 
Kour2il, Ignaz, T 1858 
Krämer, August, T 1872—75; 1878 
Krämer, Franz, T i863 — 64; 1872 — f ^4- Aug. 

1901 (*) 
Kral, Anton, i863 
Kräl, Dr. Eduard, B 1858 — 70 * 
Kral, Dr. Karl, 1865 
Kramer, Dr. Alfred, T 1890 — 00 * (*) 
Krapf, Franz, B 1879 — ^o; x883; 1890 — 1^9. 

März 1896 * 
Kraus, Dr. Ernst, B seit 1885 
Kraus, Dr. Eugen, B 1864; i883 — 93 
Kraus, Ignaz, B 1858 — 63 
Kraus, Karl, 1861 — 62 
Kraufi, Leopold, 1859 
Kreißle Edl. v. Hellborn, Dr. Heinrich, B 1858 

— t 6. Apr. 1869 (♦) 
Kremser, Eduard, 1862—63 
Kremlaczek, Alois, T 1858 — 62 
Krenn, Alexander, T 1858 — 70; 1875 
Krenn, Gustav, 1858 — 68 (*) 
Krenn, Jakob, T 1858 
Krepper, Josef, T 1858 
Krickl, Dr. Franz, 1865 
Krips, Dr.Joseif, T 1899; seit 1907 
Künnet, Friedrich, B 1887— f 3o. Okt. 1894 
Kugler, Michael, T 1868 — 70; 1877 — 90 
Kukutsch, Isidor, B 1886 
Kunwald, Dr. Ludwig, T 1872 — 90 
Kunz, Kari, B 1886 



Kupka, August, 1865 — 66 
Kuso, Hans, B seit 1906 



Lacroix, Karl, B 1858 — 66 

Lärch, Johann, B 1870 — 72; 1874 — 80 

Lambort, Karl Ritter v., B seit 1861 

Lamel, Dr. Franz, B 1870 — f 25. Juli 1902 

Landskron, Leopold, B 1871 — 81 (*) 

Lang, Ludwig, 1861 — 62 

Langh, Dr. Leopold, B seit 1901 {*) 

Laufer, Max, B 1891 — 95 

Lauterer, Rudolf, B i883 — 86 

Lay, Franz, Theodor, T 1899 — 06 

Lederer, Franz, 1872 — f Sept. 1873 

Leeb, Theodor, B 1886—88; 1891 — 92(*) 

Lehrer, Franz, 1862 

Leitgeb, Rudolf, 1861 — 63 

Leitner, Emil, B 1861 — 77(*) 

Lenz, Wilhelm, 1864 

Leonhardt, Gustav, 1861 

Lerch, Johann, B 1865 — 69 

Lewinger, Dr. Edmund, 1864 

Lewy, Gustav, T i863 — 69 

Lichs, Theodor, i863 

Lichtenfels, Wolf Freih. v., 1864 — 66 

Liebscher, Konrad, T 1861 

Lind, Moritz, T 1891 — 94 

Lirmberger, Franz, B i883 — 96* 

Lochbichler, Dr. Jakob, T 1904 — 05 

Löwenrosen, Dr. Fritz, B seit i907(*) 

Löwenstein, Franz, B 1873 — 81 

Löwinger, 1861 — 63 

Lorenz, Dr. Adolf, T1861— t3o. März i90o*(*) 

Lorenz, Alfred, B 1886 — 89; 1895— f 17. Juli 

1908 
Lorenz, Richard, B seit 1890 
Ludwig, Wilhelm, B 1866—71 (*) 
Lukas, Josef, B 1887—04 
Lustig, Franz, T 1877 — 90; 1892; 1897— 99(*) 

M 

Maaß, Ferdinand, B 1862— 83; 1885 *(*) 

Maco, 1866 

Mager, Eduard August, 1861 

Maier, Viktor, T 1906 

Majer, Dr. Eduard, T 1858—61 

Makowitz, Heinrich v., B 1870 

Malferteiner, Ludwig, B 1866; 1870 

Maliin, Johann, T 1866 — 72 

Mann, Fritz, B 1870 

Mannheimer, Gustav, T 1861 — 69* 

Mantler. Dr. Heinrich, T 1884 — 88 

Mantler, Josef, T 1875 

Manussi Konstantin, T 1868 



(34) 



Maraczeky Karl, B 1858 — f 16. März 1870 

Maresch, Dr. Max, T 1861 

Markbreit, Siegmund, T 1861 

Markl, Friedrich, T 1892 

Martin, Karl, T 1892 — 97; seit 1899 

Maninek, Robert, T 1902 — 06 

Mathoy, Dr. Robert, B 1868— 8x 

Matzak, Franz,. B 1S59 — 78 

Matzak, Franz, B 1892 

Mauro, Franz, 1866 

Mayer, Eduard August, T 1859 

Mayer, Dr. Eduard, T 1871 — 74 

Mayer, Franz, B 1868 — 69 

Mayer, Karl, B 1859—66* 

Mayerhauser, 1861 — f Apr. 1862 

May red er, Karl, B 1875 

Meindl, 1858 

Meißl, J. B., T 1859—61 

Meißner, Franz, B i863 — 98 

Melkus, August, B 1866 — 69 

Melkus, Dr. Julius, B 1868 — 69 

Metzner, Gottlieb, B 1858 — 66 

Meyersberg, Alfred, B 1894 — 9^ 

Meyersberg, Hermann, T 1868—82; 1884 

— 85; 1888; seit 1893 
Mitterhofer, Friedrich, B 1869— f 14. Mai 1899 
Modem, Dr. Max, B seit 1890 (*) 
Modem, Richard, B seit 1896 
Möller, Heinrich, T 1861 
Mohrenberg, Ludwig, T 1861—78 
Morak, Josef, T seit 1861 
Morawetz, Dr. Josef, B 1875—77 
Moro, Josef Ritter v., 1862 
Moßbaur, Anton, T seit 1887 
Muck, Karl, T 1861; 1871—72; 1874—81 
Mühlberger, Dr. Franz, B 1872—85 (*) 
Mühr, Josef, B 1886—89 
Müller, Friedrich, 1861 — 62 
Müller, Heinrich, B 1858 
Müller, Heinrich, B 1901 — 05; seit 1907 
Müller, Hermann, B 1871 — 72 
Müller, Dr. Moritz, B 1870 — 72 
Müller, Dr. Otto, T 1862—66; 1871 
Müllner, Dr. Franz, B seit 1878 
Mum, Josef, T 1859 

N 

Naumann, Dr. Ferdinand, B 1869 — f 1876 

Navratil, Karl, T 1874 

Negro, Johann, B 1859 — 61 

Ncißer, Emil, 1861— 63 

Nejebse, Wenzel, T 1858— f 1866 

Neugebauer, Wenja, T seit 1906 

Neukirch, Dr. Robert, B seit 1907 

Neurauter, Ignaz, B 1906 

Nigg, Hermann, B seit 1869 ♦ (*) 



Nisky, Emil, B seit 1901 * (*) 

Nitl, Theodor, T 1900 

Nittl, Rudolf, T 1859—64* (♦) 

Nossek, Josef, T 1878 

Nowak, Adolf, B 1892 — f H- Febr. 1893 

Nowotny, Leopold, T 1886 — 89 



Obsieger, Vinzenz, T 1859—61 
Ofner, 1861 

Olschbaur, Karl, T 1858— 71* (*) 
Orel, Alfired, B seit 1907 
Oser, Johann, 1858 



Päumann, Freih. v., 1858 
Pank, Franz, 1858 
Panzer, Eduard, B 1858— 64*(*) 
Panzer, Dr. Rudolf, B 1858—61 ♦ (♦) 
Panzer, Dr. Theodor, T 1901 — o3 
Parger, Hans, T seit i886* (♦) 
Part, Karl, B 1872—77 ; 1880 — 86 
Patzelt-Noriny, Anton, T 1879; 188 1 ; 1890 



— 95* 
Patzelt, Julius, 1861 — f J^"- ^^^ 
Pauer, Josef, i86i — 63 
Pawlik, Matthäus, T 1866—71 
Pawlikowsky, Franz, B 1894—97; seit 1905 
Payer, Dr. Ludwig, 1864 
Pekarek, August, T seit 1906 
Pekarek, Anton, B seit 1907 
Pelikan, B 1859 
Perfetta, Karl, B 1860 
Pernitza, Emil, B 1874 — 77 
Peschka, Johann, 1858 
Petschier, Adolf, T 1870 
Petschnig, Hans, T 1875 
Petzold, Heinrich, B 1861 — 73 
Petzold, Adalbert, T 1886; 1888 
Peyfuß, Johann, B seit 1870 
Peyr, Josef, T 1874 
Peyrer v. Heimstatt, Dr. Rudolf Ritt., B 1886 

—87 ; 1904 
Pfleger, Dr. Otto, T seit 1906 (*) 
Pichler, Friedrich, B 186 1 — f Jan. 1862 
Pichler, Josef, B t86i 
Pichs, Theodor, B 1858 — 77 
Piesch, Dr. Bruno, B seit 1902 
Pinghauser, i86o — f Jan. 186 1 
Pinghera, Leonhard, 1861 — 64 
Plaschesky, Karl, T 1869 
Plhak, Ewald, T 1876—85 
PoUak, Eduard, 1858 
Pollak, Gustav, B 1889 — 98 
Pollak, Heinrich, B 1876—86 



(35) 



Pollitzer, Robert, B seit 1905 (*) 
Pommer, Dr. Josef, B seit 1906 
Popelak, Friedrich, 1858 
Poschacker, Johann, 1858 
Pottje, Josef, T 1874— 88(*) 
Preleuthner, Florian, 1858 
Prey, Dr. Hermann, B seit 1895 
Prihoda, 1866—67 ♦ (*) 
Probst, Karl, B 1877—78 
Protiwinsky, Ignaz, T 1868 — 78 
Puchberger, Adolf, B 1869—78 ; 1894 
Purschke, Artur, T 1899 

R 

Rabe, Alois, T 1905 

Rada, Robert, B seit 1882 

Rada, Rudolf, B seit 1899 

Radulescu, Hippolyt, B seit 1905 

Rättig, Theodor, B 1871—88 

Raindl, Dr. Viktor Ritt, v., B 1865—92 * (*) 

Ramach, Karl, B 1901 — 04 

Rambach, Dr., 1866 

Rammel, Karl, 1862 

Rauch, Wilhelm, B 1869 — 82 

Rausch, Johann, B 1869 — 73 

Ravaux, Ludwig, T 1859 

Redl, Emmerich, 1858 

Redel, Justus Maria, B seit 1896 

Rehbeck, Hans Moritz, B 1894 — 98; 1900 

Reichel, Friedrich, B 1897 — 05 

Reichl, Elmmerich, 1858 

Reichmann, Josef, T 1880 — 82 

Reiffenstein, Max, B 1884 — 92 

Reis, Adolf, 1858 

Reiser, Adalbert, i863 — 64 

Reiterer, Viktor, B 1860 

Remmel, Peter, T 1876 — 79 

Rest, Georg, T 1859 

Richter, Dr. Karl, B 1861—73 

Richter, Ludwig, B seit 1906 

Riedel, August, T seit 1907 

Riedl, Franz, B 1858 — 72 

Rieger, August, T 1884— 88(*) 

Riegl, 1866—67 

Ries, Karl, T 1858 — 68 

Ries, Nikolaus, B 1858 — f 8. Juni 1897 

Rink, Kamille, B seit 1907 

Rissinger, Leopold, T seit 1902 

Rith, Josef, B seit 1906 

Ritschi, Ladislaus, B 1858 — 61 

Ritter, Franz, B seit 1901 

Robitschek, Adolf, B 1879 — 85 

Rößle, Matthias, B 1862 -83; 1885 

Rohrhann, Josef, B 1858 — ?; 1871 — 76 

Rohrweck, Franz, T 1884—88 (*) 

Rokitansky, Viktor, B 1858 



Romaskan, Franz Freih. v., B 1870 

Rosenthal, Ludwig Ritter v., T 1872 

Rothmayer, Franz, B 1859 

Rottenberg, Dr. Ludwig, B 1888 — 89 (*) 

Rotter, Artur, B 1871 — 73 

Rowland, William, T 1880 — f 24. Febr. 1899 

Ruff, Heinrich, B 187a— f 20. Febr. 1888* (♦) 



Sagbarg zu Pfeffers -Lehensegg, Gößl- 
heimb und Gallo di Escalada, Ferdi- 
nand V., B seit 1906 

Sailler, Johann Freih. v., 1861 

Salzer, B 1859 

Salzer, Franz, T 1877 

Salzmann v. Bienenfeld, Alois Ritt., T 1859 

Satter, Julius, 1858 

Sawicki, Alexander Ritter v., B 1905 

Sawicki, Ludomir Ritter v., B seit 1906 

Schach ner, 1866 

Schäffer, Franz, 1858 

Schäffer, Ludwig, 1858 — f Jan. 1862 

Schaflfer, C. T., 1858 

Schaffrath, Heinrich, T 1869—98 (*) 

Schandorfer, Dr. Rudolf, B 1872 — 82 

Schansberger, Albert, 1860 — f Jan. 186 1 

Scharf, August, B 1877 

Scharroch, Michael, B i863 — 83 

Scheich, Johann, 1858 — 62 

Schelle, Rudolf, T 1869—86; seit 1903 * 

Scheuchenstuel Edler v. Weichingen, Wilhelm, 
T 1885 

Schiekh, Dr. Max v., B 1858 

Schiendl, Karl, B 1858 — 97 

Schier, Benjamin, B 1877 — 85 

Schiff, Dr. Adolf, 1858—64 

Schiffmann, Theodor, T 1906 

Schindler, Emil, T 1874 * 

Schindler, Dr. Rudolf, B 1886—89; seit 1891 

Schiske, Karl, B 1859 — öi 

Schittenhelm, Anton, T 1873 — 74; 1905 * 

Schlagenhaufer, Eduard, T 1888 — 93 

Schlesinger, Robert, B 1904 

Schmid, Ernst, 1861 — 64 

Schmid, Moritz, 1861 — 66 

Schmid, Wilhelm, B 1885 — 89 

Schmidberger, Anton, B seit 1892 (*) 

Schmidgruber, Josef, B 186 1 — 93 

Schniidl, Friedrich, T seit 1906 * (*) 

Schmidl, Heinrich, T 1858 

Schmidt, Heinrich, 1866 

Schmidt, Karl, 1858 

Schmidt, Louis, B 1869 

Schmidt, Matthias, 1864 — 66 

Schmidtler, Richard, B 1868 — 70 

Schmuling, Dr. Moritz Ritter v., T 1861 

c* 



(36) 



Schneider, Friedrich, B 1906 

Schneider, Ludwig, B 1877 — 81 

Schneiderhan, Franz, B 1887 — 89; 1891 

Schnitt, Dr. Hermann, T seit 1904 (*) 

Schnitt, Matthäus, T 1868—73 

Schnitzler, Hugo, T 1890 

Schön, Karl, 1858-63 (*) 

Schöndorf, Siegmund, 1858 

Schörg, 1862 

Scholler, Dr. Raimund, T seit 1903 

Scholz, Gustav, T 1880 — 85 

Schopp, Julius, B 1868 

Schostal, Philipp, T 1885 — 89 

Schrak, Karl, B 1865 — 71 ; 1873 — 76 

Schreiber, Johann, 1858 

Schrimpf, Dr. Ivo, T 1887 — 88 

Schüßler, Hugo, T 1893—94 

Schütz, Viktor, T seit 1904 (*) 

Schulbaum, Dr. Julius, B 1871 

Schurner, Karl, i863 

Schwarz, Alfred, T 1897 — 04 

Schwarz, Dr. August, B 1877 

Schwarz, Eduard, T 1858 — 64 

Schwarz, Gustav, T 1858 — f Jan. 1861 

Schwartz, Olivicr, T 1889 — 00 

Schwinner, Karl, 1865 — 78 

Sebera, Alois, 1861 — 65 {♦) 

Seeböck, Viktor, T 1884—86; 1888 

Seeling, Emil, B 1891 

Seiller, Dr. Josef Ritter v., B 1858 — 61 

Seidl, Franz, B 1860 

Seidl, Dr. Wilhelm, B 1870—74 

Semeledcr, August, 1858 

Serpek, Ladislaus, B 1886 

Setz, Hermann, T seit 1901 

Siegel, Engelbert, 1861 

Siegl, Julius Ritter v., B 1874 — 77 

Siegl, Karl Ritter v., B i86i — 65; 1871 — 74; 

1877 — 88 
Sigmund, Dr. August, B seit 1905 
Sigrist, Kajetan, B 1862 — 73 
Simon, Dr. Louis, B 1880; 1882 — f 6. April 1895 
Singer, Hans, B seit 1898 
Sitzberger, Stefan, T 1886—96 (*) 
Skalvi, Josef, 1862 — 66 
Soller, Theodor, B seit 1882 
Sommer, Michael, B 1868 
Souczek, Adolf, B 1895 
Spaun, Josef Ritter v., B 1858 
Specht, Rudolf, B 1887—89 
Spengel, Albert, T 1893 — 94 
Speyer, Wilhelm, B 1871 — 74; 1876 — 78 
Spindler, Dr. Rudolf, T 1897 
Spitzer, Karl, B 1884 — 90 * (*) 
Spitzmüller, Dr. Alexander, B seit i89o(*) 
Spitzmüller, Karl, 1865 
Spitzmüller, Rudolf, 1865 



Stadien, Dr. Max, T seit 1905 

Staniek, Richard, T seit 1906 

Stankowicz, Kornelius, 1858 

Stauber, Paul, B 1898 — 03 

Staudinger, Wilhelm, i863 

Steinbauer, Gustav, T seit 1902 

Steindl, Franz, B 1864 — 71 ♦ 

Steiner, Heinrich, T 1884 — 86 

Steinitz, Wilhelm, B seit 1907 

Stempf, Emil, T 1882; 1882; 1884— 90 (*) 

Stenzl, Anton, i86t 

Stiaßny, Gustav, B seit 1880 

Stocker, Eduard, B 1871 — 72 

Stocker, Stefan, B 1873—90 (*) 

Stockert, Ludwig Ritter v., T 1876—78; 

seit 1905 
Stockher, Johann Gustav, B 1858 — 97 
Stohl, Johann, 1861 — f März 1862 
Strazanek, Franz, B seit 1887 (*) 
Streinsberg, Christian Edler v., B 1873 — 90 
Stringler, Heinrich, 1861 — 62 
Strobl, Georg, B 1858 — 62 
Stubart, Alexander, B 1874 
Stubenvoll, 1861 
Stumm, Franz, B 187 1 — 83 
Stummer, Ferdinand, 1861 — 63 
Sturm, August, B 1876 — 77; 1879 — 82 
Sturm, Hermann, T 1862 — f ^^7^ (*) 
Swoboda, Adolf, 1864 
Szaibely, Koloman, B 1870 — 80 
Szigethvari v. Szigethy, Eduard, T 1870 



Tann, Julius Freih. von der, T 1872 — 77 * (*) 
Tasch, Franz, T 1872—80; 1882; 1884 — 85; 

1887 — 97 
Tasch, Hugo, 1861 
Tauß, Dr. Rudolf, T 1884 — 95 
Teller, Alfred, B 1884 — 86 (*) 
Teller, Samuel, B 1870 
Terzer, 1866 

Teufelberger, Alois, B 1858 
Thann, Karl Edler v., B 1903 
Thann, Wilhelm Edler v., T 1868 — 76* 
Thanner, Theodor, T seit 1901 
Thetter, Ferdinand, T 1878 
Tichatscheck, Christian, 1864 
Tischler, Ludwig, T 1862 — 70; 1875 
Tomschik, Adolf, T 1885 
Totzauer, Karl, B seit 1901 
Traxler, Rudolf, T 1893— 97(*) 
Trebesiner, Josef, B 1904 
Trenkler, Ludwig, B seit 1907 (*) 
Triangi, Oskar Conte, T 1892 — 94(*) 
Tröstl, Karl, B 1870 — 71 
Trutter, Dr. Josef, T 1870—83 * (*) 



(37) 



Türk, Gustav, B 1879—86 ; seit 1888 
Türk, Johann, B 186 1 — f 27- Ökt. 1902 
Türk, Dr. Stephan, T 1868—70 
Tutsch, Raimund Paul, T 1897 — 98 

u 

Udel, Karl, T 1870—72 

Uhlenhut, G. A., T 1858— f Juni 1862 

Umlauf, Franz, B 1871 — 79 

Unger, Theodor, B 1868 

Urbanek, Josef, T 1901 — 06 



Valkcr, Georg, B seit 1890* (*) 
Veik, Dr. Max, B 1886—87 
Vocke, Johann, B 1858—67 
Völser, Julius, B 1898 
Vogel, August, 1861 — 63 
Vogel, Gustav, B 1868 ; i883 — 90 
Vogl, Anton, B 1858 — 70 
Vogt, Karl, B seit 1880 
Voith, Josef, T 1876—78 
Vonwiller, Heinrich, B 1879 — 83 
Vrbanöid, Bogdan, B 1900 — o3 

w 

Wacha, Otto, B seit 1907 

Wachler, Karl, 1858 

Wagner, Rudolf, B seit 1906 

Wähle, Johann, 1858 

Waitzenkorn, Friedrich, 1858 

Walaschek, Richard, B 1879—82 

Wallsee, Heinrich, T 1873 — 76 

Walter, Alois, T seit 1861 * (*) 

Walter, Eduard, T 1882 

Walter, Dr. Raoul, T 1883—87 * (*) 

Wandrusch, Philipp, 1864 

Wancza, Josef, B 1906 

Wanitschek, Georg, T 1877 — 82 

Wanka, Franz, B 1877 

Warlich v. Bubna, Josef Freih., B 1878 — 80 

Wastl, Viktor, T 1889—94 

Wedl, Dr., B 1860 

Wehler, August, T 1895 — 96 ; 1903 — 04 

Weinberger, Josef, B 1884 — 85 

Weinlich, Dr. Josef, B 1858—64 

Weinwurm, Karl, T 1858 

Weinzierl, Max Ritter v., B 1892 — 95 

Weiß, 1866 

Weiß, Eugen, B 1879; 1887; 1889— f Juli 

1904 * (*) 
Weiß, Jacques, B 1900 — t ^9' April 1904 
Wcißel, August, T seit 1879 



Wendlik, Karl, B 1874 ; i877 ; 1887—93 * (*) 

Wertheim, Heinrich, B seit 1907 

Westermayer, Theodor, B 1874 — 76; 1878 

Westermeier, Vinzenz, B i86o 

Westermeyer, Karl, B 1859 

Westh, Johann, 1865 

Wetzel, Ignaz, B 1879 

Wibifal, Dr. Josef, B 1858—66 

Wich, Emanuel, T 1858 — 59 

Wicke, Georg, T 1886—87 

Wieser, Georg Ritter v., B 1870 — 75 

Wiesinger, Dr. Edmund, B 1886—98 * 

Wild, August, T 1900 

Wilde, Hugo, T 1892 

Wilhelm, Dr. Eduard, B 1858 — 69; 1871 — 98 

Wilt, Franz, B 1858—65 

Wimmer, Johann, 1858 

Winkler, Georg, B seit 1901 

Winkler, Leopold, T 1892— 93; seit 1903 (*) 

Wischofsky, T 1870 

Wisgrill, Fritz, B 1894 — 00 

Wißnecker, Ludwig, B 1902 — 05 

Wittgenstein, Paul, B 1870 

Wlczek, Anton, B 1858 — 65 

Wöckl, Anton, 1858 

Wögerer, Ferdinand, T 1868 — 69 

Wörz, Dr. Johann Georg, B 1858 

Wolheim, Dr. Artur, B seit 1889 (*) 

Wolf, Ambros, B 1869—77 (*) 

Wolf, Cyrill, T 1868—70; 1878—81 

Wolf, Karl, B 1870; 1874 — t 1876 

Wolf, Dr. Theodor, B seit 1890 

Wolf, Dr. Viktor, T seit 1907 

Woschitzky, Franz, B 1886 — 92 

Wurm, Dominik, T 1859 

Wurst, Anton, T 1858 — 61 

Wych, Emanuel, T 1859 






Zahel, Edmund, 1864 — 66 * 

Zahel, Siegmund, B i863 — 70 (*) 

Zankl, Dr. Julius, B 1901 

Zauner, Rudolf, B i868 — 69 

Zecha, Dr. Franz, B 1866 — 69 (*) 

Zehentner, Franz, B 1859 

Zeidler, Fritz, B seit 1906 

Zeithammer, Dr. August, B seit 1907 

Zellner, i863 

Zellner, Albin, B 1870 — 72 

Ziak, Philipp, T 1866—71 

Zimmermann, Dr. Ferdinand, B seit 1907 

Zimmermann, Friedrich, T seit 1903 * (*) 

Zobel, Karl, T 1898-02 

Zoczek, Johann, T 1858—68 * (*) 

Zugmayer, Heinrich, B 1864 — 70 



(38) 



Beilage VII 

Verzeichnis der Konzerte und Aufführungen 
unter Mitwirkung des Singvereines 

Die Zahlen in den eckigen Klammern verweisen auf die jeweils vom Singverein gesungenen Werke 
(Beilage VIII). Andere Program mnummern (Instrumental- und SoIostQcke) sind hier nicht verzeichnet. 
Die ständigen Dirigenten des Singvereines (siehe Tafel VI) sind hier nicht besonders genannt. 

1858 3o. Mai Gründungsfeier des Singvereines in der Hofpfarrkirche St. Augustin 

[341, 215, 200, 216] 

7. Nov. I. Singvereinskonzert [170] 

14. > I. Gesellschaftskonzert [404, 374] 

5. Dez. Ao. Gesellschaftskonzert zum Besten des im Jahre 1819 gegründeten 

Fonds zur Errichtung eines Monumentes für Haydn, Gluck 
und Mozart, ergänzt durch Beethoven nach dessen Tode (Mo- 
numentkonzert) [2o3, 329, 374, 375] 
19. » II. Gesellschaftskonzert [405] 

1859 3o. Jan. Ao. Singvereinsabend [46, 373, 217, 286, 376, 460, 451] 
i3. März III. Gesellschaftskonzert [287 — 289, 65, 377] 

3. April IL Singvereinskonzert [126, 450, 137, 373, 402, 8, 46, 286, 378, 

406, 253, 407, 290] 

6. Nov. I. Gesellschaftskonzert [408, 283, 291, 292] 

11. Dez. I. Singvereinskonzert [293, 406, 294, 409] 

1860 29. Jan. Singvereinsabend [243, 295, 353, 410, 291, 407, 283, 379, 411] 
26. Febr. III. Gesellschaftskonzert [263] 

4. März II. Singvereinskonzert [296, 412, 414, 415, 48] 

12. April Abendkonzert des Singvereines [299, 291, 412, 414, 415, 264, 

374» 416» 4"] 

II. Nov. I. Gesellschaftskonzert [409] 

8. Dez. Abendkonzert des Singvereines [417, 3o2, 3o3, 166, 38o, 38i, 418] 

16. » Singvereinskonzert zu Gunsten des Wiederaufbaues des St. Ste- 

phansturmes [3oo, 450, 3o2, 166, 419] 

1861 17. Febr. III. Gesellschaftskonzert [128] 

I. März Ao. Gesellschaftskonzert [382] 

17. » IV. Gesellschaftskonzert [51] 

22. > Ao. Gesellschaftskonzert (Wiederholung vom i. März) [382] 



(39) 

10. Nov. I. Gesellschaftskonzert [204] 

I. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [244, 452] 

1862 19. Jan. I. Historisches Gesellschaftskonzert [249, 342, 444] 

26. » II. Historisches Gesellschaftskonzert [277, 218, 350, 402, 260] 
23. Febr. III. Gesellschaftskonzert [405] 

3o. März II. Ao. Gesellschaftskonzert [51] 

9. Nov. I. Gesellschaftskonzert (50 jähriges Gesellschaftsjubiläum) [173] 

7. Dez. II. Gesellschaftskonzert [297] 

21. » III. Gesellschaftskonzert [347, 416, 3o4, 415] 

1863 20. Jan. Ao. Gesellschaftskonzert zu Gunsten der Restaurierung der Gräber 

Beethovens und Schuberts [46, 38o, 374] 
I. März IV. Gesellschaftskonzert [332] 

27. > Ao. Gesellschaftskonzert [421, 342, 383] 

23. Okt. Während der Wiederbeisetzung der irdischen Reste Beethovens 

und Schuberts [46, 374] 

8. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [175, 176] 

29. » II. O. Gesellschaftskonzert [293, 219, 406, 291, 409] 

20. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [420] 

1864 14. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [305] 

28. » IV. O. Gesellschaftskonzert [167, 422, 52, 63] 

I. März Ao. Gesellschaftskonzert zu Gunsten des Schubertmonumentenfonds 

[376, 385, 388] 
6. » L. A. Zellners Historisches Konzert [324] 

22. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [10] 

28. » L. A. Zellners Historisches Konzert [326, 120, 279] 

29. Mai Stiftungsfeier des Singvereines in der Hofpfarrkirche St. Augustin 

[343] 

i3. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [170] 

27. » II. O. Gesellschaftskonzert [220, 198, 221] 

18. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [51] 

1865 15. Jan. L. A. Zellners Historisches Konzert [127, 368, 4, 327, 45, 369, 

72, 118] 
5. März L. A. Zellners Historisches Konzert [149, i3o, 262, 350] 
12. » III. O. Gesellschaftskonzert [412, 407, 3o6] 

21. » L. A. Zellners Historisches Konzert [349, 279, 389] 

26. » IV. O. Gesellschaftskonzert [63, 3o3] 

11. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [11] 

12. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [i3, 146] 

3. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [283, 3o7, 53] 

17. > III. O. Gesellschaftskonzert [222, 223] 

1866 25. Febr. IV. O. Gesellschaftskonzert [3o8, 423, 406] 
17. März L. A. Zellners Historisches Konzert [6, 7] 

27. » Singvereinskonzert [126, 342, i32, 278, 333, 334, ^09, 376, 391, 

290] 



(4o) 

2. April L. A, Zellners Historisches Konzert [478, 250, 828, 389] 

15. » Festkonzert, veranstaltet von der Bezirksvertretung Wieden zur 

Errichtung eines Mozartmonumentes am Mozartplatz (Dirigent 
Joh. Herbeck) [223, 335, 49] 

4. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [3 11, 49] 

18. » II. O. Gesellschaftskonzert [224, 225, 221] 

8. Dez. Konzert Johann Herbecks [216, 226 — 228] 

16. » I. Ao. Gesellschaftskonzert [67] 

1867 10. März III. O. Gesellschaftskonzert [153, 121] 

24. > IV. O. Gesellschaftskonzert [424, 307, 229, 227, 54] 

16. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [14, 15, 55] 
24. > Hofkonzert [482] 

28. Mai Gemeinschaftlicher Abend des Orchester- und Singvereines (Diri- 

gent Karl Heißler) [147, 227, 50, 307, 49] 

3. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [23o, 23 1] 

I. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [73, 390, 389] 

1868 8. März III. O. Gesellschaftskonzert [122, 425] 

19. » L. A. Zellners Historisches Konzert [465 — 476] 

22. > IV. O. Gesellschaftskonzert [282, 233, 56] 

3. April L. A. Zellners Historisches Konzert [467, 469, 477, 227] 
7. > Ao. Gesellschaftskonzert [16, 234, 3o8, 383] 

5. Mai Singvereinskonzert anläßlich des lojährigen Jubiläums [i32, 342, 

334, 174, 223, 219, 407, 376, 291, 286] 

29. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [3i3, 419] 
i3. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [374, 415] 

17. » Gesellschaftsabend des Orchestervereines unter Mitwirkung des 

Singvereines (Dirigent Karl Heißler) [33o] 

1869 21. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [426, 3 12] 

7. März IV. O. Gesellschaftskonzert [245] 

23. » I. Ao. Gesellschaftskonzert [10] 

I. April L. A. Zellners Historisches Konzert [461, 262, 478, 149, 479, 328] 

4. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [265] 

11. » Wiederholung des vorigen [265] 

1870 5. Jan. Bei der feierlichen Schluästeinlegung des neuen Musikvereins- 

gebäudes [174] 

6. » I. O. Gesellschaftskonzert [209, 376] 

9. » Wiederholung des vorigen [209, 376] 

20. Febr. II. O. Gesellschaftskonzert [359] 
i3. März III. O. Gesellschaftskonzert [405] 

27. » IV. O. Gesellschaftskonzert [233, 227] 

12. April I. Ao. Gesellschaftskonzert [3oi] 

i3. > L. A. Zellners Historisches Konzert [467, 475, 469] 
3o. * II. Ao. Gesellschaftskonzert [266, 423, 223, 3o8, 54] 



(41) 

12. Nov. Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent Ernst Franck) [807, 291, 

406, 407] 

20. » I. O. Gesellschaftskonzert [177] 

4. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [267, 48] 

17. » 100 jährige Geburtsfeier Beethovens, I.Festkonzert (Dirigent Otto 

Dessoff) [56] 

18. > 100 jährige Geburtsfeier Beethovens, II. Festkonzert (Dirigent Josef 

Hellmesberger) [51] 

1871 2. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [18] 

5. März IV. O. Gesellschaftskonzert [74] 

29. > L. A. Zellners Historisches Konzert [3, 280, 36i, 356] 

4. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [11] 

5. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [179, 314] 

18. > Künstlerabend der G. d, M. (Dirigent Heinrich Ruff) [411, 389] 

26. » II. O. Gesellschaftskonzert [20, 211, 119] 

16. Dez. Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent Friedrich Heßler) [357] 

3i. » III. O. Gesellschaftskonzert [268] 

1872 21. Jan. IV. O. Gesellschaftskonzert [75, 158] 

2. Febr. Todtenfeier für Grillparzer (Dirigent Anton Rubinstein) [336] 

24. » Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent Eduard Kremser) [286, 376] 

7. März Konzert für den Pensionsfonds der Professoren des Konservatoriums 

(Dirigent Josef Hellmesberger) [154] 

26. » 11. Ao. Gesellschaftskonzert [362] 

14. April III. Ao. Gesellschaftskonzert [420] 

10. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [181, i38, 249] 

15* > Orgelkonzert (Dirigent Johannes Brahms) [i38, 249] 

30. » Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent Eduard Kremser) [3 15, 227] 

8. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [338, 76] 

29. > IV. Philharmonisches Konzert (Dirigent Otto Dessoff) [56] 

1873 5* Jä^« "• O- Gesellschaftskonzert [427, 3o6] 

25. » Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent Eduard Kremser) [233, 223] 
28. Febr. II. Ao. Gesellschaftskonzert [182] 

23. März III. O. Gesellschaftskonzert [21, 78, 79, 392, 57] 

6. April IV. O. Gesellschaftskonzert [22, i23] 

8. » Wiederholung des vorigen [22, I23] 

1. Mai Eröffnungsfeier der Wiener Weltausstellung [212, 171] 
4. » Schubertfest (Dirigent Eduard Kremser) [374, 376] 

11. » Beelhovenfest (Dirigent Otto Dessoff) [56] 

9. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [i83] 

7. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [i, 23, 24, 148, 54] 

1874 II. Jan. Konzert zu Gunsten der Kaiser Franz Josef-Stiftung für das Klein- 

gewerbe (Dirigenten Otto Dessoff und Johannes Brahms) 
[159, 3o8, 24] 

25. » III. O. Gesellschaftskonzert [160, 339] 

2. März I. Ao. Gesellschaftskonzert [393, 409] 



(42) 

28. März Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent Eduard Kremser) [256] 
3i. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [184] 

19. April IV. O. Gesellschaftskonzert [75, 185] 

8. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [80 — 82] 

6. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [51] 

1875 10. Jan. IL O. Gesellschaftskonzert [83, 25] 
28. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [74] 

20. März Künstlerabend der G. d. M. (Dirigenten F. Hefiler und Johannes 

Brahms) [428, 3ii, 80 — 82] 
23. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [i i] 

18. April IV. O. Gesellschaftskonzert [m] 

14. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [235, 236, 305] 

20. » Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent Leopold Landskron) [235, 236] 
5. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [175] 

1876 6. Jan. I. Ao. Gesellschaftskonzert [265] 

20. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [376, 407, 415] 

19. März Konzert zu Gunsten des Pensionsvereines und des Schüler- 

Unterstützungsfonds des Konservatoriums (Dirigent J. v. Her- 
beck) [3o8] 
2. April IV. O. Gesellschaftskonzert [249, 84, 227, 3o3] 
II. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [126, 450, 47, 333, 374, 291, 172] 

5. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [199, 3i6, 264, 286] 

15. » I. Ao. Gesellschaftskonzert [210] 

17. Dez, II. O. Gesellschaftskonzert [58, 221] 

1877 24. Jan. Konzertabend im Militärkasino (Dirigent Franz Köstinger) [286^ 

221, 209] 

16. Febr. Todtenfeier in der Hofpfarrkirche St. Augustin für den verstor- 

benen Präsidenten der G. d. M. Dr. Franz Egger (Dirigent 

J. Hellmesberger) [i23] 
19. » Am Grabe Mosenthals [480] 
25. » III. O. Gesellschaftskonzert [26, 278, 186] 
II. März IV. O. Gesellschaftskonzert [237] 
16. » Konzert zu Gunsten des Beethovendenkmals (Dirigent Herbeck) 

[49, 54] 
27. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [336] 

3o. Okt. Bei der Leichenfeier Herbecks in der Peterskirche [374] 

15. Nov. Todtenfeier für Herbeck (Dirigent J. Hellmesberger) [336] 

18. » I. O. Gesellschaftskonzert [46, 56] 
2. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [204] 

16. » II. O. Gesellschaftskonzert [52] 

1878 20. Jan. III. O. Gesellschaftskonzert [27, 36o] 

17. März IV. O. Gesellschaftskonzert (Dirigent Wilhelm Gericke an Stelle 

des erkrankten Kremsers) [421, 238 — 240] 



(43) 



i6. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [5, 178] 



10. Nov. 1. O. Gesellschaftskonzert [28, 314] 

16. » Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent Eduard Kremser) [165] 

8. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [85, 187] 

1879 5- Jäo- II'« O- Gesellschaftskonzert [3 17] 

9. März IV. O. Gesellschaftskonzert [344] 

8. April Ao. Gesellschaftskonzert [272, 269] 

19. » Ao. Künstlerabend d. G. d. M. aus Anlaß der Silbernen Hochzeit 

Ihrer Majestäten (Dirigent Eduard Kremser) [59, 238, 227] 

9. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [8, 161, 49] 

7. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [237, 298] 

1880 6.*Jan. Philharmonisches Konzert (Dirigent Hans Richter) [56] 

2. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [173] 

22. » IV. O. Gesellschaftskonzert [156, 86, 233] 

23. März I. Ao. GeselUchaftskonzert [273, 274] 

I. Mai Bei der feierlichen Enthüllung des Beethovenmonumentes (Dirigent 

Hans Richter) [212, 46] 

3. Nov. Künstlerabend der G. d, M. (Dirigent Eduard Kremser) [46, 161] 
14. » I. O. Gesellschaftskonzert [75, i3i, 328, 221] 

12. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [267] 

1881 9. Jan. III. O. Gesellschaftskonzert [363, 158, 3i3] 
i3. März IV. O. Gesellschaftskonzert [420] 

12. April Ao. Gesellschaftskonzert (386, 275] 

16. Mai Serenade im kaiserlichen Lustschlosse Laxenburg [150, 286, 394, 

221, 39s, 151] 

i3. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [210] 

27. » II. O. Gesellschaftskonzert [150, 264, 396, 394] 

1882 6. Jan. III. O. Gesellschaftskonzert [87, 293] 
5. März IV. O. Gesellschaftskonzert [10] 

18. » Künstlerabend der G. d. M. (Dirigent W, Gericke) [286, 152, 394, 

395] 

4. April Ao. Gesellschaftskonzert [199, 461, i3i, 3o8, 217, 86, 81, 406, 

397, 398, 188] 

5. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [170] 

19. » II. O. Gesellschaftskonzert [384] 

10. Dez. Ao. Gesellschaftskonzert [204] 

1883 i3. Febr. Populäres Konzert der G. d. M. [446, 88, 429, 89, 238, 433, 162, 

3i9, 462, 463] 
18. » III. O. Gesellschaftskonzert [90] 

20. März IV. O. Gesellschaftskonzert [68] 

11. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [29, 180] 

8. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert (25 jähriges Singvereinsjubiläum) [75, 

3o8, 237, 205] 



(44) 

1884 i3. Jan. III. O. Gesellschaftskonzert [157, 43o] 

4. März I. Ao. Gesellschaftskonzert [51] 

8. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [68] 

20. » IV. O. Gesellschaftskonzert [3i, 427] 

3. Mai Abschiedsfeier für Gericke [150, 88, 394, 151] 

23. Nov. 1. O. Gesellschaftskonzert [52, 387, 251, 60] 

23. » Wiener Gesellschaftsabend (Dirigent Franz Köstinger) [387, 151, 227] 

14. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [69] 

1885 4. Jan. III. O. Gesellschaftskonzert [338] 

26. Febr. I. Ao. Gesellschaftskonzert (zur Feier des 200. Geburtstages 

G. F. Händeis) [182] 
8. März IV. O. Gesellschaftskonzert [91, 82] 
3i. » II. Ao. Gesellschaftskonzert (zur Feier des 200. Geburtstages Johann 

Sebastian Bachs) [17] 
12. April Philharmonisches Konzert (25 jähriges Jubiläum; Dirigent Hans 

Richter) [340, 56] 

26. Okt. Leichenfeier für Leopold Freiherrn v. Hofmann, Präsidenten der 

G. d. M. (Dirigent Franz Köstinger) [374] 

i3. Nov. Trauerfeier für denselben (Dirigent Josef Hellmesberger) [336] 

22. » I. O. Gesellschaftskonzert [18] 

i3. Dez. IL O. Gesellschaftskonzert [3oi] 

19. » Wiener Gesellschaftsabend (Dirigent Franz Köstinger) [257] 

1886 10. Jan. in. O. Gesellschaftskonzert [377, 403, ii3] 
17. März I. Ao. Gesellschaftskonzert [67] 

27. » Wiener Gesellschaftsabend (Dirigent Franz Köstinger) [43, 44] 

4. April IV. O. Gesellschaftskonzert [141, 83, 412, 241] 

20. » IL Ao. Gesellschaftskonzert [51] 

21. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert (zur Feier des 100. Geburtstages C. M. 

V. Webers) [553, 454] 
12. Dez. IL O. Gesellschaftskonzert (zur Erinnerung an F. Liszt) [267] 

1887 9. Jan. IIL O. Gesellschaftskonzert [65, 259, 76] 

24. Febr. I. Ao. Gesellschaftskonzert [204] 

i3. März IV. O. Gesellschaftskonzert [447, 175] 

5. April IL Ao. Gesellschaftskonzert [11] 

3o. » Leichenfeier für Karl Ferdinand Pohl, Archivar und Bibliothekar 

der G. d. M. (Dirigent Franz Köstinger) [374, 12] 

20. Nov. L O. Gesellschaftskonzert [3 17] 

II. Dez. IL O. Gesellschaftskonzert [189] 

17. » Wiener Gesellschaftsabend (Dirigent Franz Köstinger) [258] 

1888 4. Jan. Konzert zu Gunsten der Errichtung eines Mozartdenkmales (Diri- 

gent Hans Richter) [335] 

15. » IIL O. Gesellschaftskonzert [405] 

22. » Konzert zu Ehren Anton Brückners (Dirigent Hans Richter) [ii3J 
19. Febr. IV. O. Gesellschaftskonzert [399, 134] 



(45) 

6, März I. Ao. Gesellschaftskonzert [32, 36s, ^^^j 7^1 ^2, 3o8] 

27. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [17] 

3o. April Fest der vereinigten Frauen- und Mädchenortsgruppen Wiens 

des Deutschen Schulvereines (Dirigent Hans Richter) [446, 
188, 78, 82, 365—367, 3o8] 

22. Juni Bei der Wiederbestattung der irdischen Reste Beethovens am 

Zentralfriedhofe (Dirigent Josef Hellmesberger) [61, 47] 
18. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [190] 
16. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [74] 
1889 i3. Jan. III. O. Gesellschaftskonzert [i33] 

3. März Philharmonisches (Nikolai-) Konzert (Dirigent Hans Richter) [428, 

206, 205] 
10. » IV, O. Gesellschaftskonzert [51] 

28. » I. Ao. Gesellschaftskonzert [33, 84, 242, 434, 3io] 
16. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [3o] 

10. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [191] 

24. » Philharmonisches Konzert (Dirigent Hans Richter) [56] 

12. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [210] 

l8go 19. Jan. II. O. Gesellschaftskonzert [420] 

23. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [32o, 90, 34, 48] 
9. März IV. O. Gesellschaftskonzert [68] 

I. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [11] 

16. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [177] 

15. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [3oi] 

l8gi II. Jan. II. O. Gesellschaftskonzert [35, 92, 93, 192] 

15. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [33i, 160, 54] 

8. März IV. O. Gesellschaftskonzert [21 3, 447] 

24. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [10] 

12. April Philharmonisches (Nicolai-) Konzert (Dirigent Hans Richter) [56] 
10. Juni Bei der Wiederbestattung der irdischen Reste Herbecks am Zen- 
tralfriedhofe (Dirigent Franz Köstinger) [376] 

8. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [i83] 

6. Dez. Festkonzert der G. d. M. zur Feier des 100 jährigen Gedenktages 

des Todes Mozarts [335, 336] 
20. » II. O. Gesellschaftskonzert [36, 431, 11 3] 
1892 20. Jan. I. Ao. Gesellschaftskonzert [204] 
14. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [112] 
i3. März IV. O. Gesellschaftskonzert [37, 3o6] 

20. > Volkskonzert des Wiener Volksbildungsvereines (Gemeindehaus 

X. Bezirk, Dirigent W, Gericke) [207, 205, 208, 335, ^5'» ^55] 
12. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [51] 

7. Mai Bei der Eröffnung der Internationalen Musik- und Theateraus- 

stellung (Dirigenten Josef Hellmesberger und W. Gericke) 
[212, 174] 



(46) 

8. Mai Konzert in der Internationalen Musik- und Theaterausstellung 

(Dirigent Hans Richter) [56] 

9. > Leichenfeier für das Direktionsmitglied Dr. Gerhard von Breuning 

in der Augustinerkirche (Dirigent W. Gericke) [376] 

15. > Konzert in der Internationalen Musik- und Theaterausstellung 

(Dirigent Wilhelm Gericke) [204] 

i3. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [114, 487, 3ii] 

11. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [441] 

1893 8. Jan. II. O. Gesellschaftskonzert [209] 

5. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [254, 75] 

5. März IV. O. Gesellschaftskonzert [405] 

28. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [17] 

16. April Konzert zu Gunsten des Pensionsinstitutes der K. K. Hofoper 

(Dirigent Hans Richter) [56] 
23. » Konzert des Wiener Volksbildungsvereines (Dirigent Eusebius 

Mandyczewski) [3 19, 286, 304, 46] 

5. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [3 17] 

3. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [255, i63, 94, 95, 429] 

1894 21. Jan. III. O. Gesellschaftskonzert [67] 
18. Febr. 1. Ao. Gesellschaftskonzert [173] 
20. März IV. O. Gesellschaftskonzert [38, 74] 

14. April II. Ao. Gesellschaftskonzert (unter Leitung von Anton Rubinstein) 

[364] 

29. » Singvereinskonzert zu Gunsten des Wiener Volksbildungsvereines 

[3i8, 227, 395, i63, 94, 95, 174] 

4. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert (zur Feier von A, Brückners 70. Geburts- 

tag) [115] 

12. » Requiem für Graf Amadei in der Augustinerkirche [336] 

2. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [2, 455, 456, 36o] 

1895 6. Jan. Konzert zu Gunsten des Pensionsinstitutes der K. K. Hofoper 

(Dirigent Hans Richter) [70] 
9. » I. Ao. Gesellschaftskonzert (Festkonzert zur Erinnerung an die vor 

25 Jahren erfolgte Eröffnung des neuen Gesellschaftshauses) 
[204] 
10. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [170] 
10. März IV. O. Gesellschaftskonzert [248, 77] 

25. » Volkskonzert des Wiener Volksbildungsvereines (Dirigent Fer- 
dinand Löwe) [391, 387] 
9. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [409, 261, 345, 270] 

10. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [440] 
10. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [3o] 

1896 12. Jan. II. O. Gesellschaftskonzert [351, 92, 93, 81, 86, ii3] 

9. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [194, 285] 



(47) 

21. Febr. Festkonzert des Vereines cHaydn» (125 jähriges Jubiläum) (Diri- 
gent Rieh. V. Perger) [214] 
7. März IV. O. Gesellschaftskonzert [91, 158, 419] 
I. April 11. Ao. Gesellschaftskonzert [252] 
19. » Festkonzert anläßlich der Enthüllung des Mozartdenkmals (Diri- 
genten Hans Richter und Rieh. v. Perger) [335, 339a] 

23. » Trauerfeier für Viktor Tilgner in der Karlskirche (Dirigent Hans 

Richter) [336] 

14. Okt. Leichenfeier für Anton Brückner in der Karlskirche [374] 

15. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [3oi] 
12. Dez. Ao. Gesellschaftskonzert [209] 

1897 17. Jan. II. O. Gesellsehaftskonzert (die I. Abteilung zum Gedächtnisse Anton 

Brückners) [116, 96 — 98, 49] 
3i. » Sehubertfeier der Kommune Wien; I. Festkonzert, veranstaltet von 

der Gesellschaft der Musikfreunde (Dirigent Rieh. v. Perger) 
[38o, 386] 
7. Febr. Sehubertfeier der Kommune Wien ; IV. Festkonzert, veranstaltet 

von den Philharmonikern (Dirigent Hans Richter) [400] 
14. » III. O. Gesellschaftskonzert [445, 195] 

24. März Volkstümliches Konzert des Singvereines (unter Mitwirkung des 

Orchestervereines) [32 1, 246, 38o, 223, 97, 81, 86, 24] 

4. April Philharmonisches (Nicolai-) Konzert (Dirigent Hans Richter) [56] 
6. » Beim Leichenbegängnisse Johannes Brahms, vor dem Musikvereins- 
gebäude [97] 

II. > Trauerfeier der G. d. M. für Johannes Brahms [74] 
14. » IV. O. Gesellschaftskonzert [11] 

14. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [135] 

15. Dez. IL O. Gesellschaftskonzert [3 17] 
l8g8 15. Jan. I. Ao. Gesellschaftskonzert [204] 

29. » Leichenfeier für Franz Köstinger in der Stephanskirche [374] 

27. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [140, 169] 

i3. März IV. O. Gesellschaftskonzert [405] 

6. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [51] 

19. » Bei der Eröffnung der Kaiser Jubiläums -Kunstausstellung der Ge- 

nossenschaft der bildenden Künstler Wiens durch Se. Majestät 
den Kaiser (Dirigent Rieh. v. Perger) [212] 

20. Okt. Trauerfeier der G. d. M. zum Gedächtnisse weiland allerhöchst 

Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth [336] 
i3. Nov. I. O. Gesellsehaftskonzert [i63, 164, 443] 
27. » Wiederholung des vorigen [i63, 164, 443] 
II. Dez. I. Ao. Gesellsehaftskonzert [75, 76] 
1899 II. Jan. II. O. Gesellsehaftskonzert [196] 

5. Febr. III. O. Gesellsehaftskonzert [39, 99 — 102, 3o6] 

2. März II. Ao. Gesellsehaftskonzert (zur Feier des 100. Jahrestages der 

I. öffentlichen Aufführung von Haydns «Schöpfung>) [209] 



(48) 

29- März IV. O. Gesellschaftskonzert [272] 

9. April Philharmonisches (Nicolai-) Konzert [281] 

6. Juni Beim Leichenbegängnisse Johann Strau6\ vor dem Musikvereins- 

gebäude (Dirigent Rieh. v. Perger) [97] 

25. Okt. I. Ao. Gesellschaftskonzert (Trauerfeier für Johann Strauß) [74] 
12. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [io3, 168, 415, 3i3] 

10. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [62] 

igoo 21. Jan. II. Ao. Gesellschaftskonzert (zur Erinnerung an Johann Strauß) 

[435, 436] 

11. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [116, 459] 

27. März Beim Leichenbegängnisse Nikolaus Dumbas, vor dem Musikvereins- 
gebäude (Dirigent Rieh. v. Perger) [374] 
II. April IV. O. Gesellschaftskonzert [173] 

II. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [400] 

1901 20. Jan. II. O. Gesellschaftskonzert [114, 455, 456, 71] 

10. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert (zum Teil zur Erinnerung an Giuseppe 

Verdi) [372, 442, 90, 447] 

2. März IV. O. Gesellschaftskonzert [i36] 

27. » Konzert des Wiener Konzertvereines (Dirigent Ferdinand Löwe) [56] 

28. » Wiederholung des vorigen [56] 

3. April Ao. Gesellschaftskonzert [17] 

25. » Verdifeier unter Leitung Pietro Mascagnis [441] 
28. » Wiederholung der vorigen [441] 

10. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [182] 
3o. » Ao. Gesellschaftskonzert [209] 

1902 19. Jan. II. O. Gesellschaftskonzert [40, 104, 100, 75] 
23. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [3 17] 

26. » Konzert des Wiener Konzertvereines (Dirigent Ferd. Löwe) [56] 

27. » Wiederholung des vorigen [56] 

26. März IV. O. Gesellschaftskonzert [271] 

11. April Konzert des Orchestervereines der G. d. M. (Dirigent Karl Luze) 

[3o6, 454] 

16. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [420] 
i3. Dez. II. O. Gesellschaftskonzert [458] 

1903 18. Jan. III. O. Gesellschaftskonzert (Dirigent R. v. Perger an Stelle des 

erkrankten Konzertdirektors Löwe) [87, 92, 105, 143, 437] 
25. » Philharmonisches (Nicolai-) Konzert (Dirigent Josef Hellmesberger 

jun.) [56] 

1 1 . Febr. Außerordentliche MusikaulTührung des Wiener Akademischen Wagner- 

vereines und des Wiener Konzertvereines (Dirigent Ferdinand 
Löwe) [ii3] 

7. März IV. O. Gesellschaftskonzert [115] 

27. » Konzert des Wiener Konzertvereines (Dirigent Ferd. Löwe) [56] 

8. April Ao. Gesellschaftskonzert [11] 



(49) 

7. Mai Bei der Enthüllung des Grabdenkmales für Johannes Brahms am 

Zentralfriedbofe (Dirigent Ferd. Löwe) [io6] 

25. Nov. Ao. Gesellschaftskonzert zur Feier des 100. Geburtstages Hektor 

Berlioz' [67] 
i3. Dez. I. O. Gesellschaftskonzert [40, 455 — 457] 

1904 22. Jan. Konzert des Wiener Konzertvereines [56] 
3o. » II. O. Gesellschaftskonzert [354] 

28. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [25, 107, 108, 370, 371] 

i3. März Philharmonisches (Nicolai-) Konzert (Dirigent Ernst v. Schuch) [68] 

3o. > IV. O. Gesellschaftskonzert [51] 

9. April I. Festkonzert des Vereines der Musikfreunde für Reichenberg und 

Umgebung anläßlich seines lojährigen Jubiläums, in der Turn- 
halle zu Reichenberg (Wiener Konzertverein und Singverein, 
Dirigent Ferd. Löwe) [247, 448] 

10. » II. Festkonzert dto. [94, 100, 455, 456, 56] 

17. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert, zum Gedächtnisse Anton Dvofdks [i36] 
14. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert (Dirigent Gustav Mahler) [282] 

22. » Wiederholung des vorigen (Dirigent Gustav Mahler) [282] 

1905 15. Jan. II. O. Gesellschaftskonzert [19, 438] 

22. » Philharmonisches (Nicolai-) Konzert (Dirigent Fran^ Schalk) [56] 

6. März III. O. Gesellschaftskonzert [160, 19, 142] 

22. » Schillerfeier des Wiener Konzertvereines (Dirigent Ferd. Löwe) [56] 

2. April IV. O. Gesellschaftskonzert [66, 76] 

19. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [10] 

8. Mai Musikalische Akademie des Schillergedenkfeierkomitees (Dirigent 

Franz Schalk) [88a, 355] 

16. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [139] 

7. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [32] 

igo6 21. Jan. II. O. Gesellschaftskonzert [346, 124, 338, 41, 439, 352, 109] 

28. » Mozartfeier der Philharmoniker anläßlich des 150. Geburtstages 

(Dirigent Franz Schalk) [336] 

18. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert [52, 348, 305] 

21. » Beethovenkonzert des Wiener Konzertvereines (Dirigent Ferd. 

Löwe) [56] 

10. März IV, O. Gesellschaftskonzert [204] 

11. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [11] 

7. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert, zur 10 Jährigen Feier des Todestages 

Anton Brückners [115] 

9. Dez. I. Ao. Gesellschaftskonzert [51] 

17. » Schumannfeier des Konservatoriums der G. d. M. (50 jährige Feier 

des Todestages) (Dirigent Richard v. Perger) [409] 
1907 9* J^n. II. O. Gesellschaftskonzert, anläßlich der 10. Wiederkehr des Todes- 
tages Johannes Brahms [75, 106, loi, 98, 100, 87] 

d 



(5o) 

6. Febr. III. O. Gesellschaftskonzert (Dirigent Hans Wagner an Stelle des 

verreisten Konzertdirektors) [344, 124, 202, 276, 144, 145, 
117, 225, 125] 

23. > Konzert des Wiener Konzertvereines (Dirigent Ferd. Löwe) [56] 
I. März Konzert des Wiener Akademischen Gesangvereines (Mitwirkung 

des Damenchores) [ii3] 
6. > IV. O. Gesellschaftskonzert [197] 
27. » II. Ao. Gesellschaftskonzert [11] 
6. April Wohltätigkeitskonzert der Societä Italiana di Beneficenza (Dirigent 

Pietro Mascagni) [284] 
9. Juni Messe in der Stiftskirche von Melk (Dirigent Franz Schalk) [401] 

9. Okt. Leichenfeier für Ludwig Koch [337] 

27. > Philharmonisches (Nicolai-) Konzert (Dirigent Franz Schalk) [56] 

i3. Nov. I. O. Gesellschaftskonzert [17] 

24. > I. Ao. Gesellschaftskonzert (Dirigent Gustav Mahler) [281] 

1908 7. Jan. Konzert zu Gunsten des Salzburger Mozarthausbaues (Dirigent 

Franz Schalk) [335, ^^ö] 
15. » II. O. Gesellschaftskonzert [42, 201, 129, 54, 377] 
29. » Konzert des Wiener Konzertvereines (Dirigent Ferd. Löwe) [56] 
9. Febr. VI. Philharmonisches Konzert (Dirigent Franz Schalk, Mitwirkung 

eines kleinen Damenchores) [449] 
12. » III. O. Gesellschaftskonzert [173] 

21. März Wagnerfeier des Wiener Akademischen Wagnervereines (Dirigent 

Ferd. Löwe) [448] 

27. » Festkonzert im Festsaale der Kaiserlichen Akademie der Wissen- 

schaften (Dirigent Franz Schalk, Mitwirkung des Kleinen 

Chores) [209] 
29. » IV. O. Gesellschaftskonzert [209] 
14. April II. Ao. Gesellschaftskonzert [10] 

6. Mai I. Festkonzert anläßlich der Enthüllung des Johannes Brahms- 

denkmales (Dirigent Franz Schalk) [iio, 74] 

7. » Enthüllung des Johannes Brahmsdenkmales (Dirigent Franz Schalk) 

[HO] 

28. » Konzert des Singvereines im Südbahnhötel am Semmering (Diri- 

gent Franz Pawlikowsky) [322, 307, 80—82, 406, 323] 



(51) 



Beilage VIII 

Verzeichnis der vom Singverein gesungenen Werke 

Die Namen der Komponisten sind alphabetisch geordnet, die Werke der einzelnen Komponisten 
sind in der Reihenfolge angeföhrt, in der sie vom Singverein zuerst gesungen wurden. Hinter jedem 
Werke folgen die Daten der Aufführung, wobei das erste und zweite Vierteljahrhundert des Vereines 
durch das Zeichen || auseinandergehalten sind. 

Die einzelnen Werke und Werkteile sind fortlaufend numeriert; in dem Verzeichnisse der Konzerte 
ist in eckigen Klammern auf die jeweils aufgeführten Werke verwiesen. 

Johann Rudolf Ahle (24. Dez. 1625 — 9. Juli 1673) 

1 cEs ist genug» (Vokalchor 1662): 7. Dez. 1873 (I. Wiener Aufführung) 

Eugen d'Albert (geb. 10. April 1864) 

2 Der Mensch und das Leben cMensch, du armer, lebengehetzter» (6 stimmiger 

Chor mit Orchester): || 2. Dez. 1894 (I. Wiener Aufführung, unter Leitung 
des Komponisten) 

Giovanni Francesco Anerio (1567 — ca. 1620) 

3 Madrigal cTre pargoletti amorosi»: 29. MSrz 1871 

Giovanni Animuccia (ca. 1500 — 1570) 

4 Madrigal cDolcissimo ripose» (Vokalchor): 15. Jan. 1865 

Carl Philipp Emanuel Bach (8. März 17 14— 14. Dez. 1788) 

5 Bitten <Gott, Deine Güte reicht so weit» (Chor mit Orgel): 16. April 1878 

(I. Wiener Aufführung) 

Johann Christoph Bach (8. Dez. 1642 — 31. März 1703) 

6 Motette «Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt» (Vokalchor): 17. März 

1866 

Johann Ernst Bach (i. Sept. 1722 — 28. Jan. 1777) 

7 «O wie süß ist es zu wähnen» (Lied mit Frauenchor): 17. März 1866 

Johann Sebastian Bach (21. März 1685 — 28. Juli 1750) 

8 Kantate «Wir danken Dir, Gott» (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 173 1) 

erster Chor: 3. April 1859 (I. Wiener Aufführung) 

9 — vollständig: 9. Nov. 1879 (I. Wiener Aufführung) 

d* 



(52) 

10 Johannespassion (für Soli, Chor, Orchester und Orgel)'): 22. März 1864 

(I. Wiener Aufführung); 23. März 1869; 5. März 1882 || 24. März 1891; 
19. April 1905; 14. April 1908^) 

11 Matthäuspassion (für Soli, Chor, Orchester und Orgel)*): 11. April 1865 

(IL Wiener Aufführung); 4 April 1871; 23. März 1875 || 5. April 1887; 
I. April 1890; 14. April 1897; 8. April 1903; 11. April 1906; 27. März 

1907*) 

12 Schlußchoral tWenn ich von dir soll scheiden»: || 3o. April 1887 

13 Kantate cGottes Zeit» (für Soli, Chor und Orchester): 12. Nov. 1865 

14 Die Hohe Messe H-moll (für Soli, Chor, Orchester und Orgel), daraus Credo 

(Nr. 12 — 19): 16. April 1867 

15 Benedictus (Nr. 22 und 21): 16. April 1867 (I. Wiener Aufführung) 

16 Kyrie (Nr. i — 3): 7. April 1868 (I. Wiener Aufführung) 

17 vollständig^): || 3i. März 1885 (I. vollständige Wiener Aufführung); 27. 

März 1888; 28. März 1893; 3. April 1901; i3. Nov. 1907 

18 Magnificat (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1723; nach der Bearbeitung 

von Robert Franz): 2. Febr. 187 1 (I. Wiener Aufführung) || 22. Nov. 1885 

19 (Bearbeitung von Robert Franz und Franz Schalk): || 15. Jan. 1905; 

6. März 1905 

20 Kantate cEin' feste Burg ist unser Gott» (für Soli, Chor und Orchester; 

nach der Bearbeitung von Ferd. Hiller): 26. Nov. 1871 (I. Wiener Auf- 
führung) 

21 Kantate am Osterfeste cChrist lag in Todesbanden» (für Chor, Orchester 

und Orgel): 23. März 1873 (I. Wiener Aufführung) 

22 Kantate c Liebster Gott, wann werd' ich sterben?» (für Baßsolo, Chor, Or- 

chester und Orgel): 6. April 1873 (I. Wiener Aufführung); 8. April 1873 

23 «Es ist genug» (Vokalchor): 7. Dez. 1873 (I. Wiener Aufführung) 

24 Kantate Nr. 50 «Nun ist das Heil und die Kraft» (für Doppelchor, Orchester 

und Orgel): 7. Dez. 1873 (I. Wiener Aufführung); 11. Jan. 1874 II 24« 
März 1897 

25 Kantate am Pfingstfeste «O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe» (für Soli, 

Chor, Orchester und Orgel): 10. Jan. 1875 ('• Wiener Aufführung); 28. 
Febr. 1904*) 

26 Kantate «Du Hirte Israel» (für Chor, Orchester und Orgel); 25. Febr. 1877 

(I. Wiener Aufführung mit Orchester und Orgel) ^) 

27 Kantate «Halt im Gedächtnis Jesum Christ» (für Alt- und Tenorsolo, Chor, Or- 

chester und Orgel): 20. Jan. 1878 (I.Wiener Aufführung) 



') I. Auffuhrung in der Nicolaikirchc zu Leipzig 7. April 1724. 

*) I. ungekürzte Aufftihrung in Wien (6 — V4 ^0 ^^^y ™* ^i^^' halbstündigen Pause zwischen den 
beiden Teilen). 

^) I. Aufflihrung in der Thomaskirche zu Leipzig 15. April 1729 während des Nachmittagsgottes- 
dienstes. — L Wiener Auffuhrung 15. April 1862 durch die Singakademie unter Stegmayer. 

*) I. ungekürzte Auffuhrung in Wien — vielleicht überhaupt — (5—10 Uhr, mit einer ^/4 stündigen 
Pause zwischen den beiden Teilen). 

*) L vollständige Aufführung 1853 durch den Rühlschen Verein in Frankfurt am Main. 

*) Mit Benützung der Bearbeitung von Robert Franz. 

') 1. Wiener Aufführung mit Harmonium durch die Singakademie, 14. März 1868. 



(53) 

28 Kantate cHerr, Gott, Dich loben wir» (für Soli, Chor, Orchester und Orgel): lo. 

Nov. 1878 (L Wiener Aufführung) 

29 Weihnachtsoratorium (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1734; in der 

Bearbeitung von Robert Franz): I. u. II. Teil: || 11. Nov. i883 (II. Wiener 
Aufführung)') 

30 Vollständig (nach der Originalpartitur): || 16. April 1889 (I. vollständige 

Wiener Aufführung); 10. Dez. 1895 

31 Kantate cEs ist dir gesagt, Mensch, was gut ist» (für Soli, Chor und Orchester; 

bearbeitet von Robert Franz): || 20. April 1884 (I. Wiener Aufführung) 

32 Motette «Singet dem Herrn ein neues Lied!» 149. Psalm (achtstimmiger Vokal- 

chor): II 6. März 1888 (I. Wiener Aufführung); 7. Dez. 1905^) 

33 Kantate «O Jesu Christ, mein's Lebens Licht» (für Chor und Blasinstrumente, 

um 1737): II 28. März 1889 

34 Motette «Komm, Jesu, komm!» (8 stimmiger Vokalchor): || 23. Febr. 1890 

35 Kantate «Ich hatte viel Bekümmernis» (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 

1714; Bearbeitung von Robert Franz)*): || 11. Jan. 1891 

36 Kantate «Wie schön leuchtet der Morgenstern» (für Chor und Orchester, um 

1740), I. Satz: II 20. Dez. 1891 

37 Kantate «Also hat Gott die Welt geliebt» (für Soli, Chor, Orchester und 

Orgel, 1735): II i3. März 1892 (I. Wiener Aufführung) 

38 Kantate «Der Friede sei mit dir» (für Baßsolo, Chor und Orchester, zw. 1708 

und 1717?): II 20. März 1894 (I.Wiener Aufführung) 

39 Kantate «Wachet auf! ruft uns die Stimme» (für Soli, Chor, Orchester und 

Orgel, 1731): II 5. Febr. 1899 (I. Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

40 Motette «Fürchte dich nicht, ich bin bei dir!» (Doppelchor): || 19. Jan. 1902 

(I. Wiener Aufführung); i3. Dez. 1903 

41 Kantate Nr. 93 «Wer nur den lieben Gott läßt walten» (1728); daraus Duett 

«Er kennt die rechten Freudenstunden» mit Choral (für Sopran- und 
Altsolo mit Unisono-Frauenchor und Orgel): || 21. Jan. 1906 

42 Motette Nr. VI: «Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf» (für 8 stimmigen 

Doppelchor mit Orchester): || 15. Jan. 1908 

Woldemar Bargiel (3. Okt. 1828 — 23. Febr. 1897) 

43 Im Frühling (Frauenchor): || 27, März 1886 

44 Die Libellen (Frauenchor): || 27. März 1886 

Thomas Bateson (? — i63o) 

45 Madrigal «Whither so fast?» (Vokalchor): 15. Jan. 1865 

Ludwig van Beethoven (16. Dez. 1770 — 26. März 1827) 

46 Die Ehre Gottes «Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre» (für Chor arran- 

giert von J. Herbeck 1858): 3o. Jan. 1859; 3. April 1859; 20. Jan. i863; 
23. Okt. i863; i. Mai 1880*); 3. Nov. 1880 || 23. April 1893 

^) I. Wiener AufiiihruDg des I., IL, IV. und VI. Teiles am 20. März 1864 durch die Singakademie 
unter Brahms. 

^) War eine ganz ausgezeichnete AufiPilhrung. 

*) I. Wiener Aufführung durch die Singakademie, 15. November i863. 

*) Mit dem Wiener Männergesangvereine und dem Opernchor. 



(54) 

47 Die Ehre Gottes «Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre» (für Chor, Orchester 

und Orgel arrangiert von J. Herbeck): ii. April 1876; 18. Nov. 1877 || 
22. Juni 1888 (ohne Orgel) 

48 Die Ruinen von Athen (für Soli, Chor und Orchester, 1811)'): 4. März 1860; 

4. Dez. 1870 II 23. Febr. 1890 

49 — Daraus: Marsch und Chor «Schmückt die Altäre!»: 15. April 1866*); 

4. Nov. 1866; 28. Mai 1867; 16. März 1877; 9. Nov. 1879 || 17. Jan. 1897 

50 Derwischchor «Du hast in deines Ärmels Falten»: 28. Mai 1867 

51 Missa solemnis (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, op. i23, 1818— 1823)*): 

17. März 1861; 3o. März 1862; 18. Dez. 1864; 18. Dez. 1870; 6. Dez. 1874; 
II 4. März 1884; 20. April 1886; 10. März 1889; 12. April 1892; 6. April 
1898; 3o. März 1904; 9. Dez. 1906 

52 Meeresstille und glückliche Fahrt (für Chor und Orchester, 1815, Goethe 

gewidmet)*): 28. Febr. 1864; 16. Dez. 1877 || 23. Nov. 1884; 18. Febr. 1906 

53 Musik zu «König Stephan» (für Chor und Orchester, 1811)^): 3. Dez. 1865 

(I. vollständige Wiener Aufführung) 

54 Phantasie op. 80 (für Soli, Chor, Pianoforte und Orchester, 1808)^): 24. März 

1867; 3o. April 1870; 7. Dez. 1873; 16. März 1877 (Klavier: Franz Liszt) 
II 15. Febr. 1891; 15. Jan. 1908 

55 Christus anl Ölberg (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Pianoforte): 

16. April 1867 

56 IX. Symphonie (für Soli, Chor und Orchester)*): 22. März 1868; 17. Dez. 

1870'); 29. Dez. 1872«); II. Mai 1873; 18. Nov. 1877; 6. Jan. 1880 || 
12. April 1885; 24. Nov. 1889; 12. April 1891; 8. Mai 1892; 16. April 
1893; 4. April 1897; 27. und 28. März 1901; 26. und 27. Febr. 1902; 
25. Jan. 1903; 27. März 1903; 10. April 1904; 22. Jan. 1905; 22. März 
1905; 21. Febr. 1906; 23. Febr. 1907; 27, Okt. 1907; 29. Jan. 1908 

57 Chor aus dem Festspiele Die Weihe des Hauses «Wo sich die Pulse jugendlich 

jagen» (Sopran- und Violinsolo, Chor und Orchester, 1822): 23. März 1873 

58 Kantate «Der glorreiche Augenblick», Schlußchor «Es treten hervor» : 17. Dez. 

1876 

59 Festchor mit unterlegtem Text von Weilen: «Vereint durch reinste Herzens- 

triebe»: 19. April 1879 

60 Trauerkantate auf den Tod Josefs II. (für Soli, Chor und Orchester): 

II 23. Nov. 1884 (I. Aufführung) 

') Komponiert für und zuerst aufgeführt bei der Eröffnung des neuen deutschen Theaters in Pest, 
9. Febr. 18 12. 

^) Mit dem Wiener Männergesangvereine. 

^) Erste Aufführung des Kyrie, Credo, Agnus und Dona in Beethovens Akademie im Kärntner tor- 
theater am 7. Mai 1824. Erste vollständige Aufführung Warnsdorf in Böhmen während des Hochamtes 
am 29. Juni i83o; I. vollständige Wiener Aufführung S.April 1845. 

*) I. Aufführung 25. Dez. 18 15 unter Beethovens Leitung; I. Aufführung in den Gesellschaftskon- 
zerten 3. Nov. 1822. 

^) Komponiert für und zuerst aufgeführt in Beethovens Akademie im Theater an der Wien am 
22. Dez. 1808. 

*) Erste Aufführung in Beethovens Akademie im Kärntnertortheater am 7. Mai 1824. 

') Unter Mitwirkung folgender Chorvereine: Singakademie, Männergesangverein, Schubertbund, 
Akademischer Gesangverein und Lehrergesangverein. 

*) Erstes Zusammenwirken des Sing Vereines mit den Philharmonikern. 



(55) 

61 Amplius (für gemischten Chor und Blasorchester eingerichtet von Josef Hell- 

mesberger )un.): || 22. Juni 1888 

Peter Benoit (17. Aug. 1834 — 8. März 1901) 

62 Lucifer (Oratorium für Soli, Chor und Orchester): || 10. Dez. 1899 (I. Wiener 

Aufführung) 



63 Der Hirt «Bin ich im Wald^, schwedisches Volkslied (Vokalchor): 28. Febr. 

1864; 26. März 1865 

Hector Berlioz (n. Dez. i8o3 — 8. März 1869) 

64 Die Kindheit Christi (Geistliche Trilogie für Soli, Chor und Orchester, 1854)'). 

65 Daraus IL Teil, Die Flucht nach Egypten: i3. März 1859 (I.Wiener 

Aufführung); || 9. Jan. 1887 

66 Vollständig: || 2. April 1905 (I. Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

67 Fausts Verdammung (Dramatische Legende für Soli, Chor und Orchester, 

op. 24, 1846)^): 16. Dez. 1866 (unter Leitung des Komponisten; I. Wiener 
Aufführung); || 17. März 1886; 21. Jan. 1894; 25. Nov. 1903 

68 Requiem (für Solo, Chor und 5 Orchester)^): 20. März i883 (I. Wiener Auf- 

führung) II 8. April 1884; 9. März 1890; i3. März 1904 

69 Te Deum (für Chor, Orchester und Orgel): || 14. Dez. 1884 (L Wiener Auf- 

führung) *) 

70 Romeo und Julia (Symphonie mit Soli und Chören, 1839): || 6. Jan. 1895 

71 Benvenuto Cellini (Oper), II. (Karnevals-) Finale: || 20. L 1901 (I. Aufführung 

in den Gesellschaftskonzerten) 

William Boyce (7. Febr. 1710 — 7. Febr. 1779) 

72 Madrigal cO Nanny! wilt thou gang with me^ (Vokalchor): 15. Jan. 1865 

Johannes Brahms (7. Mai i833 — 3. April 1897) 

73 Ein Deutsches Requiem (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1866),*) 

Satz L, IL und III.: i. Dez. 1867 (Manuskript, L Aufführung) 

74 Vollständig: 5. März 1871 (I. Wiener Aufführung, unter Leitung des Kom- 

ponisten); 28. Febr. 1875 || 16. Dez. 1888; 20. März 1894; 11. April 1897; 
25. Okt. 1899 ; 6. Mai 1908 



') I. AuffUhning Paris 10. Dez. 1854. — Aus Versehen ist dieses Werk dreimal in die Numerierung 
einbezogen'^ worden anstatt nur zweimal (11. Teil und vollständig). Dies wurde erst bei der Korrektur 
bemerkt und konnte mit Rücksicht auf die in der Beilage VII enthaltenen Verweisungen, da diese Beilage 
damals schon im Druck vollendet war, nicht mehr geändert werden. Es hat dies aber weiter nichts an 
sich, als daß die Nummer 64 eben überflQssig ist und deshalb in der Beilage VII in den eckigen Klam- 
mem auch nicht vorkommt. 

^ I. Auffuhrung in der Op^ra Comique zu Paris, 6. Dez. 1846. 

*) I. Aufführung im Invalidendom zu Paris, 5. Dez. 1837. 

*) Zuerst aufgeführt zur Eröffnung der I. Pariser Weltausstellung am 3o. April 1855 unter des 
Komponisten Leitung in der Kirche St. Eustache zu Paris von 160 Musikern, 2 gemischten Choren von 
je 100 und einem Kinderchor von 600 Stimmen. 

^) Erste vollständige Aufführung im Dom zu Bremen 1868. 



(56) 

75 Schicksalslied «Ihr wandelt droben im Licht» (für Chor und Orchester, 

op. 54, 1870): 21. Jan. 1872 (I. Aufführung); 19, April 1874; 14. Nov. 
1880 II 8. Dez. i883; 5. Febr. 1893; 11. Dez. 1898; 19. Jan. 1902; 9. Jan. 
1906 

76 Triumphlied «Halleluja! Heil und Preis» (für Bafisolo, 8 stimmigen Chor, 

Orchester und Orgel, 1871 auf den Sieg der deutschen Waffen geschrieben): 

8. Dez. 1872 (I. Wiener Aufführung') || 9. Jan. 1887; 11. Dez. 1898; 
2. April 1905 

77 — Daraus I. Satz: || 10. März 1895 

78 «In stiller Nacht, zur ersten Wacht», Deutsches Volkslied (Vokalchor): 

23. März 1873 (I. Aufführung) || 6. März 1888; 3o. April 1888 

79 «Dort in den Weiden steht ein Haus», Deutsches Volkslied (Vokalchor): 

23. März 1873 (I. Aufführung) 

80 Waldesnacht «Waldesnacht du wunderkühle» (Vokalchor): 8. Nov. 1874; 20. 

März 1875 II 28. Mai 1908 

81 «Dein Herzlein mild» (Vokalchor aus op. 62, 1874): 8. Nov. 1874; 20. März 

1^75» 4* April 1882 || 12. Jan. 1896; 24. März 1897; 28. Mai 1908 

82 Von alten Liebesliedern «Spazieren wollt* ich reiten» (Vokalchor): 8. Nov. 

1874; 20. März 1875 11 8. März 1885; 6. März 1888; 3o. April 1888; 28. 
Mai 1908 

83 Rhapsodie, Fragment aus Goethes Harzreise im Winter (für Altsolo, Männer- 

chor und Orchester, op. 53): 10, Jan. 1875 (I. Aufführung) || 4. April 1886 

84 Der 23. Psalm «Herr, wie lange willst Du mein so gar vergessen?» (für Frauen- 

chor [Orchester] und Orgel): 2. April 1876 (I. Aufführung) || 28. März 
1889 

85 Motette, op. 74 Nr. i «Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen» (Vokal- 

chor aus op. 74): 8. Dez. 1878 (L Aufführung) 

86 «Es geht ein Wehen» (Vokalchor aus op. 62, 1874): 22. Febr. 1880 (I. Auf- 

führung); 4. April 1882 II 12. Jan. 1896; 24. März 1897 

87 Nänie «Auch das Schöne muß sterben» (für Chor und Orchester, op. 82, 

1880*): 6. Jan. 1882 (I.Aufführung) || 18. Jan. 1903 (II. Wiener Aufführung); 

9. Jan. 1907 

88 Der Abend «Senke, strahlender Gott» (Chor mit Klavierbegleitung) : 1 3. Febr. 

i883^); II 3. Mai 1884 
88a (orchestriert von Franz Schalk): || 8. Mai 1905 

89 An die Heimat «Heimat! wunderbar tönendes Wort» (Soloquartett mit Klavier- 

begleitung): i3. Febr. i883*) 

90 Gesang der Parzen «Es fürchte die Götter das Menschengeschlecht!» (6stim- 

miger Chor mit Orchester, op. 89): 18. Febr. i883 (I. Wiener Aufführung) 
II 23. Febr. 1890; 10. Febr. 1901 

91 Abendständchen «Hör, es klingt die Flöte wieder» (6 stimmiger Vokalchor 

aus op. 42, 1868): II 8. März 1885; 7. März 1896 



') Die I. Auffuhrung Oberhaupt war am 5. Juni 1872 in Karlsruhe unter Levi. 
^) Komponiert auf den Tod des Malers Anselm v. Feuerbach (f 4. Jan. 1 880) und dessen Mutter 
gewidmet. 

') I. Auffuhrung durch die Wiener Singakademie am 18. April 1880. 
*) I. Aufführung durch die Wiener Singakademie am 2. Febr. 1877. 



(57) 

92 «Es tönt ein voller Harfenklang» (für Frauenchor, Harfe und Hörn, aus 

op. 17, 1862): II II. Jan. 1891; 12. Jan. 1896; 18. Jan. igoS 

93 Gesang auf Fingal «Wein an den Felsen» (für Frauenchor, Harfe und Hörn, 

aus op. 17, 1862): II II. Jan. 1891; 12. Jan. 1896 

94 Minnelied «Der Holdseligen sonder Wank» (Frauenchor, aus op. 44): || 3. Dez. 

1893; 29. April 1894; 10. April 1904 

95 Der Bräutigam «Von allen Bergen nieder» (Frauenchor, aus op. 44): || 3. Dez. 

1893; 29. April 1894 

96 «O süßer Mai» (Vokalchor, aus op. 93, 1884): || 17. Jan. 1897 

97 «Fahr wohl» (Vokalchor, aus op. 93, 1884): || 17. Jan. 1897; 24. März 1897; 

6. April 1897; 6. Juni 1899 

98 Der Falke «Hebt ein Falke sich empor» (Vokalchor, aus op. 93a, 1884): || 

17. Jan. 1897; 9. Jan. 1907 

99 Nachtwache -(I) «Leise Töne der Brust» (6 stimmiger Vokalchor, aus op. 104, 

1889): II 5. Febr. 1899 (I.Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

100 Beherzigung «Feiger Gedanken bängliches Schwanken» (Vokalchor, aus 

op. 93 a, 1884): II 5. Febr. 1899 (I.Aufführung in den Gesellschaftskon- 
zerten); 19.' Jan. 1902; 10. April 1904; 9. Jan. 1907 

101 Letztes Glück «Leblos gleitet Blatt um Blatt» (6stimmiger Vokalchor, aus 

op. 104, 1888): II 5. Febr. 1899 (I. Aufführung in den Gesellschaftskon- 
zerten); 9. Jan. 1907 

102 Deutsches Volkslied «Die Wollust in den Mayen» (Vokalchor 1864'): || 

5. Febr. 1899 (I. Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

103 Motette op. iio Nr. 2 «Ach arme Welt, du trügest mich» (Vokalchor, aus 

op. 110, 1890): II 12. Nov. 1899 (I. Wiener Aufführung) 

104 Vineta «Aus des Meeres tiefem, tiefem Grunde» (6 stimmiger Vokalchor, aus 

op. 42, 1868): II 19. Jan. 1902 (I. Aufführung in den Gesellschaftskon- 
zerten) 

105 Der Gärtner «W^ohin ich geh' und schaue» (für Frauenchor, Harfe und 

Hörn, aus op. 17, 1862): || 18. Jan. 1903 (I. Aufführung in den Gesell- 
schaftskonzerten) 

106 Nachtwache (II, Es-Dur) «Ruhn sie? rufet das Hörn des Wächters» (6stim- 

miger Vokalchor, aus op. 104, 1888, mit Begleitung von 2 Trompeten 
und Posaunen nach dem Arrangement von Ferdinand Löwe): || 7. Mai 
1903. Im Original: || 9. Jan. 1907 

107 Begräbnisgesang «Nun laßt uns den Leib begraben» (für Chor und Blas- 

instrumente, 1861): II 28. Febr. 1904 (I. Aufführung in den Gesellschafts- 
konzerten) 

108 Ave Maria (Frauenchor mit Orchester): || 28. Febr. 1904 (I. Aufführung in 

den Gesellschaftskonzerten) 

109 Motette «Schaffe in mir, Gott, ein rein' Herz» (5 stimmiger Vokalchor, op. 29, 

Nr. 2): II 21. Jan. 1906 (I. Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

110 Fest- und Gedenksprüche, op. 109 (für Doppelchor a capella): || 6. Mai 

1908; 7. Mai 1908 



') Der Wiener Singakademie gewidmet. 



(58) 

Max Bruch (geb. 6. Jan. i838) 

111 Odysseus (für Soli, Chor und Orchester): i8. April 1875 (I. Wiener Auf- 

führung ') 

112 Das Lied von der Glocke (für Soli, Chor, Orchester und Orgel): || 

14. Febr. 1892 (I. Wiener Aufführung) 

Anton Brückner (4. Sept. 1824 — 11. Okt. 1896) 

113 Te Deum (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1884)*): || 10. Jan. 1886 

(I. Aufführung mit Orchester und Orgel); 22. Jan. 1888; 20. Dez. 1891; 
12. Jan. 1896; II. Febr. 1908; i. März 1907 

114 Der 150. Psalm cHalleluja! Lobet den Herrn in seinem Heiligtum!» (für 

Sopransolo, Chor und Orchester, 1892): || i3. Nov. 1892 (I.Aufführung); 
20. Jan. 1901 

115 Große Messe in F-moU (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1868)»): || 

4. Nov. 1894; 7. März 1903 ; 7. Nov. 1906 

116 Messe in D-moll (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1864)*): || 17. Jan. 

1^97 {}' Wiener Konzertaufführung); 11. Febr. 1900 

Ignaz Brüll (7. Nov. 1846 — 17. Sept. 1907) 

117 Jagdlied «Das Haidekraut blühte, gemäht war die Au^ (Vokalchor, op, 21): 

II 6. Febr. 1907 (I. Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

Antonio Caldara (1670 — 28. Dez. 1736) 

118 Madrigal «Vola il tempo qu'al vento» (4 stimmig für Soli und Chor mit 

Klavierbegleitung): 15. Jan. 1865 

Sethus Calvisius (21. Febr. 1556 — 24. Nov. 16 15) 

119 Weihnachtslied «Josef, lieber Josef mein» (Vokalchor, 6 stimmig, 1587): 

26. Nov. 1871*) 

Carl VI., Römisch-Deutscher Kaiser (i.Okt. 1685 — 20. Okt. 1740) 

120 Miserere (Vokalchor): 28. März 1864 

Luigi Cherubini (14. Sept. 1760 — 15. März 1842) 

121 Schlummerlied «Schlaf, edles Kind» (Frauenchor mit Orchester): 10. März 

1867 

122 Medea: Marsch und Chor € Myrtenbekränzter Göttersohn»: 8. März 1868 



') Gestrichen waren Nr. 5 (Penelopes Traum), (Nausikaa) und das Duett in Nr. 10. 
') Zuerst aufgeführt vom Wiener Akademischen Wagner -Verein am 2. Mai 1885 unter des Kom- 
ponisten Leitung (mit Klavierbegleitung). 

^) I. Aufführung 23. Juni 1872 in der Augustinerkirche in Wien unter des Komponisten Leitung; 

I. KonzertaufifÜhrung durch den Wiener Akademischen Wagnerverein am 23. März 1893. 

*) I. Aufführung Ende November 1864 im Dome zu Linz unter Leitung des Komponisten; 

II. am 6. Dez. 1864 im Rcdoutensaale zu Linz desgleichen. 

') Demnach ist die Angabe in der Festschrift der Wiener Singakademie, daß die I. Wiener Auf- 
führung am 3. Dezember 1876 und durch die Singakademie stattgefunden hatte, zu berichtigen. 



(59) 

123 Requiem C-moll (für Chor und Orchester): 6. April 1873; 8. April 1873; 

16, Febr. 1877 

124 Credo (8 stimmiger Vokalchor); daraus cEt incarnatus» und cCrucifixus»: 
21. Jan. 1906; 6. Febr. 1907 



Peter Cornelius (24. Dez. 1824 — 26. Okt. 1874) 

125 «Jugend, Rausch und Liebe» (6 stimmiger Vokalchor): || 6. Febr. 1907 

(I. Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

Bartolomäus Crasselius 

126 Choral «Dir, Dir, Jehovah, will ich singen» (Vokalchor, Melodie um 1660, 

nach der Bezifferung im Gesangbuche von Freylinghausen 1721, in Stim- 
men gesetzt von Joh. Herbeck, 1859): 3. April 1859; 27. März 1866; 
II. April 1876 

Thomas Crecquillon (?— 1557) 

127 Madrigal «Voyez le tort d'amour» (Vokalchor): 15. Jan. 1865 

Carl Debrois van Bruyck (14. März 1828 — 5. Aug. 1902) 

128 Requiem «Seele, vergiß sie nicht» (für Sopransolo, Chor und Orchester): 

17. Febr. 1861 (I. Aufführung) 

Claude Debussy (geb. 22. Aug. 1862) 

129 «Die Auserkorene» (La damoiselle ^lue) (für Sopransolo, Frauenchor und 

Orchester): || 15. Jan. 1908 (I. Wiener Aufführung) 

Caspar Dietbold 

130 Hirtenlied «Lachet nicht ihr Schäferinnen» (Vokalchor): 5. März 1865 

John Dowland (1562 — 1626) 

131 Madrigal «Süßes Lieb» (Vokalchor 1597): 14. Nov. 1880; 4. April 1882 

Francesco Durante (15. März 1684 — i3. Aug. 1755) 

132 Magnificat in B, I. Satz (Chor mit Streichorchester und Orgel): 27. März 

1866; 5. Mai 1868 

133 Vollständig (für Soli, Chor und Orchester, in der Bearbeitung von Robert 

Franz): || i3. Jan. 1889 

Anton Dvofäk (8. Sept. 1841 — i. Mai 1904) 

134 Stabat mater (für Soli, Chor und Orchester): || 19. Febr. 1888 (I. Wiener 

Konzertaufführung ') 

135 Die heilige Ludmilla (Oratorium, für Soli, Chor und Orchester, 1886)^): 

II 14. Nov. 1897 (I. Wiener Aufführung und I. in deutscher Sprache) 



') I. Wiener Aufföhrung durch die Singakademie am 19. April 1886 in der Schottenkirche. 
^) I. AufHlhrung am Musikfeste zu Leeds, 15. Okt. 1886, unter des Komponisten Leitung. 



(6o) 

136 Requiem (für Soli, Chor, Orchester und Orgel) ^): || 2. März 1901 (I. Wiener 

Aufführung); 17. Nov. 1904 

Johannes Eccard (1553 — i6ii) 

137 «Maria wallt zum Heiligtum» (Vokalchor, 6stimmig, 1598): 3. April 1859 

138 Am Tage der Heimsuchung Maria «Ubers Gebirg Maria geht» (Vokal- 

chor): 10. Nov. 1872; 15. Nov. 1872 

Sir Edward William Elgar (geb. 2. Juni 1857) 

139 Der Traum des Gerontius (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 

op. 38)*): II 16. Nov. 1905 (I. Wiener Aufführung) 

C6sar Pranck (10. Dez. 1822 — 9. Nov. 1890) 

140 Die Seligkeiten {Les Beatitudes^ Geistliche Kantate für Soli, Chor, Orchester 

und Orgel) 4 Abteilungen: || 27. Febr. 1898 (I. Wiener Aufführung) 

Robert Franz (28. Juni 1815 — 24. Okt. 1892) 

141 Der 117. Psalm cLobet den Herrn alle Heiden» (für Doppelchor, vokal): jj 

4. April 1886*) 

Oscar Fried (geb. 1871) 

142 Das trunkene Lied cKommt! kommt! kommt! LaSt uns jetzo wandeln!» 

(für Soli, Chor und Orchester): || 6. März 1905 (I. Wiener Aufführung) 

Robert Fuchs (geb. 15. Febr. 1847) 

143 Elfen und Zwerge cUnterirdisch an den Seen halten Elfen nächtlich Tänze» 

(3 stimmiger Frauenchor mit Orchester): || 18. Jan. 1903 (I. öffentliche Auf- 
führung) *) 

144 Die Lerchen «Es ziehen die Wolken, es wandern die Sterne» (für 8 stim- 

migen Frauenchor und Streichinstrumente): || 6. Febr. 1907 (I.Wiener 
Aufführung) 

145 Die Spielleute «Früh morgens durch die Klüfte, wir blasen Victoria!» (für 

88timmigen Frauenchor mit Streichinstrumenten): || 6. Febr. 1907 (I.Wiener 
Aufführung) 

Niels Wilhelm Gade (22. Febr. 1817 — 21. Dez. 1890) 

146 Erlkönigs Tochter (für Soli, Chor und Orchester): 12. Nov. 1865 

147 Im Herbst «Feldeinwärts flog ein Vögelein» (Chor mit Sopransolo): 28. Mai 

1867 



^) I. AufiFührung am 9. Okt. 1891 auf dem Musikfeste zu Birmingham, für das es komponiert 
worden war, unter Leitung des Komponisten. 

^) I. Aufführung am Musikfeste zu Birmingham 1900. 

^) I. Wiener Auffuhrung durch die Singakademie am 4. Dez. i883. 

*) Ursprünglich mit Klavierbegleitung, und in dieser Gestalt zuerst aufgeführt 1902 bei einer 
privaten Veranstaltung im Bösendorfersaale. Der Chor ist vom Komponisten eigens fQr das obige Kon- 
zert orchestriert worden. 



(6i) 

Jacobus Gallus (3i. Juli 1550 — 24. Juli 1591) 

148 cEcce, quomodo moritur justus» (Vokalchor): 7. Dez. 1873 (I.Wiener 

Aufführung) 

Giovanni Giacomo Gastoldi (1556— 1622) 

149 ßalletto cViver lieto voglio> (Vokalchor): 5. März 1865; i. April 1869 

Wilhelm Gericke (geb. 18. April 1845) 

150 Maiglöckchen, Huldigungschor «Gestern war's die Nachtigall» (Chor mit 

Klavierbegleitung)»): 16. Mai 1881 (I. Aufführung); 27. Nov. 1881 (I. öffent- 
liche Aufführung mit Orchesterbegleitung); || 3. Mai 1884 

151 «Wach auf, du schöne Träumerin» (Männerchor): 16. Mai 1881 ; || 3. Mai 

1884; 23. Nov. 18842); 20. März 1892 

152 «Muntrer Bach, was rauschst du so?»: 18. März 1882* 

Christoph Willibald Gluck (2. Juli 1714— 15. Nov. 1787) 

153 Szene aus Iphigenie in Tauris «Es ist geschehen!» (Sopransolo mit Chor): 

xo. März 1867 

154 Szenen aus Orpheus: 7. März 1872 

155 — Daraus Arie und Chor: 20. März 1892 

Hermann Götz (7. Dez. 1840 — 3. Dez. 1876) 

156 Nänie «Auch das Schöne muß sterben» (für Chor und Orchester): 22. Febr. 

1880 (I. Wiener Aufführung) 

157 Der 137. Psalm «An den Wassern zu Babel» (für Sopransolo, Chor und Or- 

chester): II i3. Jan. 1884 (I. Wiener Aufführung) 

Carl Goldmark (geb. 18. Mai i83o) 

158 Regenlied «Regen, Regen, riesle» (Vokalchor): 21. Jan. 1872 (I.Aufführung); 

9. Jan. 1881 II 7. März 1896 

159 Chor aus der Oper Die Königin von Saba «Heil! der Kön'gin Heil!»: 

II. Jan. 1874 (I. Aufführung) 

160 Frühlingshymne «Von kleinem Anfang, aus Bergesquellen» (für Altsolo, 

Chor und Orchester): 25. Jan. 1874 (I. Aufführung, unter Leitung des 
Komponisten) || 15. Febr. 1891; 6. März 1905 

161 Im Fuschertale, hieraus die Vokalchöre Neue Liebe «Aufgegangen ist die 

Sonne», Wasserfall und Ache «Wasserfall, von der Felsen wand ge- 
schlagen» und Abschied «Tiefe, dunkle Schatten»: 9. Nov. 1879'); 
3. Nov. 1880 
162 Wasserfall und Ache: i3. Febr. i883 



') Dieser Chor ist für die dem Kronprinzenpaare in Laxenburg vom Singvereine dargebrachte 
Serenade komponiert worden. Der Text ist von einem ungenannten Mitgliede des Singvereines ge- 
dichtet worden. 

^ Wr. Gesellschaftsabend. 

') I. Au£Rihrung durch die Wiener Singakademie am 3. Dez. 1876. 



(62) 

163 «Wer sich die Musik erkiest» (Vokalchor): || 3. Dez. iSgS (I.Aufführung); 

29. April 1894; i3. Nov. 1898; 27. Nov. 1898 

164 Der ii3. Psalm «Lobt, Knechte Gottes, lobt den Namen Gottes!» (für Chor 

und Orchester, 1891)'): || i3. Nov. 1898 (I. Wiener Aufführung) ; 27. Nov. 
1898 

Charles Gounod (17. Juni 1818 — 17. Okt. 1893) 

165 Gallia «Seht sie hier!» (Solo, Chor, Orchester und Orgel): 16, Nov. 1878 

Carl P. Q. Grädener (14. Jan. 1812 — 10. Juni i883) 

166 Irrwischsang «Wir hüpfen und schaukeln» (Vokalchor): 8. Dez. 1860 (I.Auf- 

führung); 16. Dez. 1860 

167 Z wiegesang der Elfen «Hört ihr das Flüstern?» (Solostimmen, 6 stimmiger 

Chor und Orchester): 28. Febr. 1864 (I. Aufführung) 

Hermann Grädener (geb. 8. Mai 1844) 

168 Abschied «Was klinget und singet die Straß' herauf?» (Vokalchor): || 12. Nov. 

18992) 

Edvard Grieg (15. Juni 1843 — 4. Sept. 1907) 

169 Szenen aus BJörnsons Olav Trygvason (für Soli, Chor und Orchester): || 

27. Febr. 1898 (I. Wiener Aufführung) 

Georg Friedrich Händel (23. Febr. 1685 — 14. April 1759) 

170 Judas Maccabäus (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1746)^): 

7. Nov. 1858*); i3. Nov. 1864; 5. Nov. 1882 || 10. Febr. 1895 

171 — Daraus: Chor mit unterlegtem Gelegenheitstext: i. Mai 1873^) 

172 Triumphgesang «Seht! er kommt, mit Preis gekrönt»: 11. April 1876 

173 Der Messias (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1741*), in der 

Bearbeitung von W. A. Mozart): 9. Nov. 1862; 2. Febr. 1880 || 18. Febr. 
1894; (in der Bearbeitung von Friedrich Chrysander): 11. April 1900; 
12. Febr. 1908 
174 Daraus: AUeluja: 5. Mai 1868; 5. Jan. 1870 || 7. Mai 1892; 29. April 1894 

175 Ode auf den St. Cäcilientag (für Soli, Chor, Orchester und Orgel 1739): 

8. Nov. i863 (I. Wiener Aufführung); 5. Dez. 1875; || i3. März 1887 

176 Samson (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel), i. u. 2. Abteilung: 

8. Nov. i863') 

177 Israel in Egypten (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1738)*): 

20. Nov. 1870 II 16. Nov. 1890 



') I. Aufftührung in Budapest 1895, ^'^^ ungarischem Text 



I ^) I. Aufführung durch die Wiener Singakademie am 14.. Dez. 1895. 



2' 



*) I. Aufführung London, i. April 1774. 
i *) Die Oigel war durch ein Hannonium ersetzt. 

I *) Singverein, Singakademie, Männergesangverein und Akademischer Gesang\'erein. 

I *) I.Aufführung Dublin, 1 3. April 1742; I. Wiener Aufführung durch van Swieten 1789. 

1 ') I. Wiener Aufführung 16. Okt. 18 14. 

•) I. Aufführung im Haymarket Theater zu London, 4, April 1739. 



(63) 

178 — Daraus: I. Teil: i6. April 1878 

179 Krönungshymnen, Anthems Nr. i «Zadok der Priester» und 4 «Deine Hand 

erstarke» (für Doppelchor und Orchester): 5. Nov. 1871 (I.Wiener Aufführung) 

180 Nr. 16 «Selig ist er» (für Soli, Chor, Orchester und Orgel): || 11. Nov. 

i883 (I. Wiener Aufführung) 

181 Te Deum zur Dettinger Siegesfeier 1743 (für Soli, Chor und Orchester): 

10. Nov. 1872 

182 Saul (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1738): 28. Febr. 1873 

(I. Wiener Aufführung) || 26. Febr. 1885; (in der Bearbeitung von Frie- 
drich Chrysander): 10. Nov. 1901 

183 Alexanderfest oder die Macht der Tonkunst (Ode für Soli, Chor, Or- 

chester und Orgel, 1735 — 1736'): 9. Nov. 1873 || 8. Nov. 1891 

184 Salomo (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel*): 3i. März 1874 

185 Daraus Schlußchor des I. Teiles «Nie trüb' euch ein Unhold»: 19. April 

1874 

186 Der 100. Psalm «Jauchze dem Herrn alle Welt» (für Chor, Orchester und Orgel): 

25. Febr. 1877 (I. Wiener Aufführung) 

187 Trauerhymne (Funeral Anthem) auf den Tod der Königin Karoline «Die 

Wege Zions trauern stumm» (für Chor, Orchester und Orgel, 1737): 8. Dez. 
1878 (I. Wiener Aufführung) 

188 Largo «O Götterspur» (nach einer Arie aus der Oper «Xerxes» bearbeitet 

für Altsolo, Chor, Harfe und Orgel): 4. April 1882 || 3o. April 1888 

189 Jubilate «O frohlocket in dem Herrn alle Welt» (für Soli, Chor, Orchester und 

Orgel, Bearbeitung von Robert Franz): || 11. Dez. 1887 (I.Wiener Auf- 
führung) 

190 Theodora (Oratorium für Soli, Chor und Orchester, 1749^): || 18. Nov. 1888 

(I.Wiener Aufführung) 

191 Josua (Oratorium für Soli, Chor und Orchester, 1747)*): || 10. Nov. 1889 

(I. Wiener Aufführung) 

192 Trauungshymne für die Kronprinzessin Anna (für Soli, Chor, Orchester 

und Orgel, 1734): Chor «Dies ist der Tag»: || 11. Jan. 1891 (I.Wiener 
Aufführung) 

193 Trauungshymne für den Prinzen von Wales (für Soli, Chor, Orchester 

und Orgel, 1736): Chor «Und das ganze Volk ruf aus»: || 11. Jan. 1891 
(I. Wiener Aufführung) 

194 Sieg der Zeit und Wahrheit (Oratorium für Soli, Chor und Orchester, 

1708, umgearbeitet 1737 und 1757), Jagdszene «O wie groß die Freude»: 
II 9. Febr. 1896 

195 Frohsinn, Schwermut und Mäßigung (L'Allegro, il Pensieroso ed il Mo- 

derato; Kantate für Soli, Chor und Orchester, 1740*); Bearbeitung von 
Robert Franz): || 14. Febr. 1897 



I. AuiRihrung London, 19. Febr. 1736; I. Wiener AuflRihrung 1790. 

l. Aufitkhrung in Wien durch die TonkOnstlersozietät 1825. 

I. AuiRihning London, 19. März 1750. 

L Aufitkhrung London, 9. März 1748. 

I. AuflRihning London, 27. Febr. 1740; I.Wiener AuflRlhrung durch die Singakademie, 19. April 1871. 



(64) 

196 Deborah (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1733'), in der 

Bearbeitung von Friedrich Chrysander) *) : || 11. Jan. 1899 (I. Wiener Auf- 
führung) 

197 Herakles (Oratorium für Soli, Chor und Orchester, 1744)^); zum Teil in der 

Bearbeitung von Friedrich Chrysander): || 6. März 1907 (I. Aufführung in 
den Gesellschaftskonzerten) 

Hans Leo Hasler (1564 — S.Juni 1612) 

198 Ein Lied vom Rosengarten c Jungfräulein, soll ich mit Euch geh'n» (5 stim- 

miger Vokalchor, 1596)*): 27. Nov. 1864 (I.Wiener Aufführung) 

199 cNun fanget an» (Vokalchor): 5. Nov. 1876 (I. Wiener Aufführung) ; 4. April 

1882 

Moritz Hauptmann (i3. Okt. 1792 — 3. Jan. i868) 

200 Benedictus: 3o. Mai 1858 

Siegmund v. Hausegger (geb. 16. Aug. 1872) 

201 Requiem «Seele, vergiß sie nicht» (Hebbel) (für 8 stimmigen Chor a capella): 

II 15. Jan. 1908 (I. Wiener Aufführung) 

Michael Haydn (14. Sept. 1737 — 10. Aug. 1806) 

202 «Tenebrae factae sunt» (Vokalchor, DmoU): jj 6. Febr. 1907 (I. Aufführung 

in den Gesellschaftskonzerten) 

Josef Haydn (i. April 1732 — 3i. Mai 1809) 

203 Der Greis «Hin ist all' meine Kraft» (Vokalchor): 5. Dez. 1858 

204 Die Jahreszeiten (Kantate für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1800)^): 

10. Nov. 1861; 2. Dez. 1877; 10. Dez. 1882 jj 24. Febr. 1887; 20. Jan. 
1892; 15. Mai 1892; 9. Jan. 1895; 15. Jan. 1898; 10. März 1906 

205 Daraus: Winzerchor «Juhe! juhe! der Wein ist da»: jj 8. Dez. i883 

3. März 1889; 20. März 1892 

206 Jägerchor «Hört das laute Getön»: || 3. März 1889 

207 Chor der Landleute «Komm, holder Lenz» : jj 20. März 1892 

208 Spinnerlied-Märchen «Ein Mädchen, das auf Ehre hielt»: || 20. März 1892 

209 Die Schöpfung (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1796 — 

1797)^), Chor «Stimmt an die Saiten» : 6. Jan. 1870; 9. Jan. 1870; 24. Jan. 

1877 



') I. Auüiihrung London, 17. März lySS. 

') I. AufRihrung Hamburg, 4. April 1889. 

*) I. Aufführung London, 5. Jan. 1745. 

*) Soll eine Komposition Johann v. Herbecks sein. (Johann Herbeck. Ein Lebensbild. Von 
seinem Sohne Ludwig. Wien, Albert J. Gutmann, 1885, S. 146 und 168.) 

') I. Auffuhrung 24. April 1801 im Palais des Fürsten Schwarzenberg am Mchlmarkt in Wien; 
I. öfTentliche Auffuhrung am 29. Mai 1801. 

*) I. Aufführung 29. April 1798 im Palais des Fürsten Schwarzenberg am Mehlmarkt in Wien; 
L öffentliche Aufführung am 19. März 1799 im Nationaltheater. 



(65) 

210 Vollständig: 15. Nov. 1876; i3. Nov. i88i || 12. Dez. 1889; 8. Jan. 1893; 

12. Dez. 1896; 2. März 1899; 3o. Nov. 1901; 27. März 1908; 29. März 1908 

211 «Non nobis Domine> (Vokalchor): 26. Nov. 1871 (I.Wiener Aufführung) 

212 Österreichische Volkshymne «Gott erhalte» : i. Mai 1873'); i. Mai 1880*) 

II 7. Mai 1892; 19. April 1898 

213 Der Sturm «Hört die Winde furchtbar heulen» (für Chor und Orchester, 

1792): II 8. März 1891 

214 Nelson-Messe: D-moll: jj 21 Febr. 1896 

Johann Ritter v. Herbeck (25. Dez. i83i — 28. Okt. 1877) 

215 Psalm (Unisono mit Orgelbegleitung): 3o. Mai 1858 

216 Hymnus «Sperent in te omnes», (Achtstimmiger Chor mit Orchester, unter 

dem Pseudonym Pertinax erschienen): 3o. Mai 1858; 8. Dez. 1866 

217 In der Fremde, Lied im Volkston «Ich hör' die Bächlein rauschen» (Vokal- 

chor, 1858) 3o. Jan. 1859; 4. April 1882 

218 «O lieber Herre Gott» (Geistliches Lied für Doppelchor, 1858, unter dem 

Pseudonym Melchior Franck in den Singverein gebracht): 26. Jan. 1862 

219 Schönste Griselidis «So schön wie sie ist keine», altfränkisches Volkslied 

(Vokalchor): 29. Nov. i863; 5. Mai 1868 

220 Weihachtslied «Laßt uns das Kindlein wiegen» (6 stimmiger Chor mit klei- 

nem Orchester, 1864): 27. Nov. 1864 (I. Aufführung) 

221 Jägerlied «Es blies ein Jäger wohl in sein Hörn» (Alte Melodie, Vokalchor): 

27. Nov. 1864 (I. Aufführung); 18. Nov. i866; 17. Dez. 1876; 24. Jan. 1877; 
14. Nov. 1880; 16. Mai 1881 

222 Liebesklage «Mein' Jammer muß ich heute klagen», altes deutsches Lied 

(Vokalchor): 17. Dez. 1865 (I. Aufführung) 

223 Jägerglück «Es ritt ein Jäger wohlgemuth», altes deutsches Lied (Vokalchor): 

17. Dez. 1865 (I. Aufführung); 15. April 1866; 5. Mai 1868; 3o. April 
1870; 25. Jan. 1873 II 24. März 1897 

224 Wiennerischer Rueff zur Zeit deä Kriegs und Pestilentz «O gütiger 

Gott», altes deutsches Lied (5 stimmiger Vokalchor): 18. Nov. 1866 (I. Auf- 
führung) 

225 Ein Liebesreihen «Lieblich hat sich gesellet», altes deutsches Lied, 16. Jahr- 

hundert (Vokalchor): 18. Nov. 1866 (I. Aufführung)*); || 6. Febr. 1907 

226 Das Ständchen «Auf die Dächer» (Vokalchor, 1858): 8. Dez. 1866 

227 Wohin mit der FreudM «Ach du klarblauer Himmel» (Vokalchor, 1866): 

8. Dez. 1866 (I. Aufführung); 24. März 1867; 28. Mai 1867; 3. April i868; 
27. März 1870; 3o. Nov. 1872; 2. April 1876; 19. April 1879 || 23. Nov, 
1884;*) 29. April 1894 

228 Morgenlied «Durch schwankende Wipfel» (Wechselchor mit Orchester): 8. Dez. 

i866^) 

') Singverein, Singakademiei Männergesangverein und Akademischer Gesangverein« 
*) Singverein, Männergesangverein und Hofopernchor. 

^) Demnach ist die Angabe in der Festschrift der Wiener Singakademie (S. 5 1), da0 die erste 
Wiener Ausführung am 18. April x88o und durch die Singakademie stattgefunden hätte, zu berichtigen. 
*) Wr. Gesellschaftsabend. 
') Unter Mitwirkung des Wiener Männeigesangvereines. 



(66) 

229 Die Wasserfahrt «Und gleitet nächtlich auf dem Fluß» (Vokalchor, 1858): 

24. März 1867 (L Aufführung) 

230 Liebespein «In dem Lieben steckt Betrüben», Volkslied (Vokalchor, 1867): 

3. Nov. 1867 (I. Aufführung) 

231 Liebeslied «Ich hab' mir Ein's erwählet», Volkslied (Vokalchor, 1867): 

3. Nov. 1867 (I. Aufführung) 

232 Murrays Ermordung «O Hochland und o Südland», schottisches Volkslied 

(Vokalchor): 22. März 1868 (I. Aufführung) 

233 Im Maien «Im Maien singen alle Vögelein», deutsches Volkslied (Vokalchor): 

22. März 1868 (I. Aufführung)'); 27. März 1870; 25. Jan. 1873; 22. Febr. 
1880 

234 Alte Marien-Licanei der Hirten «Heilige Maria» (Chor mit Begleitung 

einer Obo6, 1866): 7. April i868 (I. Aufführung) 

235 Glockentöne «Das Morgen- und das Nachtgeläut*» (Vokalchor, 1872)*): 

14. Nov. 1875 (II. Aufführung); 20. Nov. 1875 

236 Lieb' und Traum «Ubers Bächlein ein Steg» (Vokalchor, 1875): 14, Nov. 

1875 (I. Aufführung); 20. Nov. 1875 

237 Lied und Reigen (für Chor und Orchester, 1872): 11. März 1877 (I.Auf- 

führung); 7. Dez. 1879 II 8. Dez. i883 

238 Abendstimmen «Von den Höhen in's Gelände» (Vokalchor, 1875): 17. März 

1878 (I. Aufführung); 19. April 1879; i3. Febr. i883 

239 In der Fremde «Ich hör' ein Bächlein rauschen» (Vokalchor, 1858): 17. März 

1878 (I. Aufführung); 4. April 1882 

240 Mährlein von den Sternen «Und die Sonne» (Vokalchor, 1858): 17. März 

1878 (I, Aufführung) 

241 Das Fischermädchen «Es zog der Mond durch die Maiennacht» (Vokalchor): 

II 4. April 1886 

Richard Heuberger (geb. 18. Jjni 1850) 

242 Aus dem Liederreigen (für Soli, Chor und Klavier), 9 Nummern: || 28. März 

1889 

Ferdinand Hiller (24. Okt. 181 1 — 10. Mai 1885) 

243 Geistliches Abendlied «Es ist so still» (Vokalchor): 29. Jan. 1860 

244 Loreley (für Sopran- und Tenorsolo, Chor und Orchester): i. Dez. 1861 

(I. Wiener Aufführung) 

245 Die Nacht (Hymne für Soli, Chor und Orchester): 7 März 1869 (I. Wiener 

Aufführung, unter Leitung des Komponisten) 

Camillo Hörn (geb. 29. Dez. 1860) 

246 Mädchenlied «In meinem Garten die Nelken» (Vokalchor, dem Singverein 

gewidmet): || 24. März 1897 (I. Aufführung) 

247 Deutsches Festlied: || 9. April 1904 



') Demnach ist die Angabein der Festschrift der Wiener Singakademie 1858 — 1908 (S. 49), dafi 
die I. Aufführung am 3. April 1875 ^"^ durch die Singakademie stattgefunden hätte, zu berichtigen. 
^) I. Aufführung durch die Wiener Singakademie, 3. April 1875. 



(67) 

Engelbert Humperdinck (geb. i. Sept. 1854) 

248 Die Wallfahrt nach Kevlaar «Am Fenster stand die Mutter» (für Soli, 

Chor und Orchester): || 10. März 1895 (I. Wiener Aufführung) 

Heinrich Isaak (ca. 1440— 1517) 

249 «Innspruck, ich muß dich lassen» (Vokalchor): 19. Jan. 1862; xo. Nov. 1872; 

15. Nov. 1872; 2. April 1876 

Matthias von Kemnat 

250 Altdeutscher Schlachtgesang aus dem 15. Jahrhundert «Mit Gottes Hilf 

sey unser Fahrt» (Männerchor): 2. April i866 

Friedrich Kiel (7. Okt. 182 1 — 14. Sept. 1885) 

251 «Es gibt so bange Zeiten» (für Chor und Orchester): || 23. Nov. 1884 

(I. Wiener Aufführung) 

252 Christus (Oratorium für Soli, Chor und Orchester, 1871 — 1872)'): || i. April 

1896 (I. Wiener Aufführung) 

Bernhard Klein (6. März 1793 — 9. Sept. i832) 

253 Lob- und Danklied «Gott ist und bleibt der König» (Vokalchor): 3. April 

1859 

Hans Kössler (geb. i. Jan. 1853) 

254 Der 46. Psalm «Gott ist unsre Zuversicht und Stärke» (für 8 stimmigen Chor 

und 8 Solostimmen) *) : || 5. Febr. 1893 (I. Öffentliche Aufführung) 

255 Sylvesterglocken «Durch die dämmernde Nacht» (für Soli, Chor und Or- 

chester): II 3. Dez. 1893 (L Wiener Aufführung) 

Eduard Kremser (geb. 10. April i838) 

256 Schneeglöckchen «O Frühlingsweh'n» : 28. März 1874 

257 Weihnachtsspiel, Schlußchor (Frauenchor): jj 19. Dez. 1885 

258 Weihnachtslied (3stimmiger Frauenchor mit Orgel): || 17. Dez. 1887 

Arnold Krug (16. Okt. 1849 — 5. Aug. 1904) 

25g Die Maikönigin «Genaht voll Glast und Sonne» (für Soli^ Frauenchor und 
Orchester): || 9. Jan. 1887 (I. Wiener Aufführung) 

Orlando di Lasso (is32 — 14. Juni 1594) 

260 Lied von der Martinsgans «Audite nova! Der Bauer von Eselskirchen, der 

hatt' eine feiste Gans» : 26. Jan. 1862 

261 «Quam benignus es, o Domine Dens» (5 stimmiger Vokalchor) : || 9. April 

189s 



^) I. Aufführung am 4. April 1874 durch den Sternschen Gesangverein in Berlin. 
') I. Aufföhrung an einem Musikabende des TonkQnstlervereines 1891 durch Mitglieder des Sing- 
vereins unter Franz Köstingers Leitung. 

e* 



(68) 

Jacques Lefebvre (ca. 1455 — 1537) 

262 Chanson «Las! il n'a nul mal» (Vokalchor): 5. März 1865; i. April 1869 

Franz Liszt (22. Okt. 181 1 — 3i. Juli 1886) 

263 Der entfesselte Prometheus, Ouvertüre und Chöre: 26. Febr. 1860 

(I.Wiener Aufführung)*) 

264 Daraus: Schnitterchor «Ährenbekränzte Göttin»: 12. April 1860; 5. Nov. 

1876; 27. Nov. 1881 

265 Die Legende von der heiligen Elisabeth (für Soli, Chor und Orchester): 

4. April 1869 (I.Wiener Aufführung); 11. April 1869; 6. Jan. 1876 

266 — Daraus: Chor der Kreuzfahrer «In's heil'ge Land»: 3o. April 1870 

267 Der i3. Psalm «Herr, wie lange willst Du meiner so gar vergessen!» (für 

Tenorsolo, Chor und Orchester): 4. Dez. 1870 (I.Wiener Aufführung); 
12. Dez. 1880 II 12. Dez. 1886 

268 Christus (Oratorium, 1856 — 1866)*), I. Teil: Weihnachts-Oratorium: 3i. Dez. 

1871 (I. Wiener Aufführung) 
26g Die Seligkeiten: 8. April 1879^) 

270 II. Teil: Nach Epiphania, 5. Stück: Einzug in Jerusalem (Chor mit Or- 
chester): II 9. April 1895 

271 vollständig: || 26. März 1902 

272 Graner Festmesse (für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1856)*): 8. April 

1879 (I. Wiener Konzertaufführung, unter Leitung des Komponisten); 
29. März 1899 

273 Messe in C (für 4 stimmigen Männerchor und Orgel): 23. März 1880 (I.Wiener 

Aufführung, unter Leitung des Komponisten) 

274 Die Glocken des Straäburger Münsters (für Baritonsolo, Chor, Orchester 

und Orgel): 23. März 1880 (I. Wiener Aufführung, unter Leitung des Kom- 
ponisten) 

275 Eine Symphonie zu Dantes «Divina Commedia» (für Orchester mit 

Frauenchor): 12. April 1881 (I.Wiener Aufführung) 

Johann Carl Gottfried Löwe (3o. Nov. 1796 — 20. April 1869) 

276 Ganymed «Wie im Morgenglanze du rings mich anglühst» (Vokalchor): || 

6. Febr. 1907 (I. Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

Antonio Lotti (ca. 1667 — 5. Jan. 1740) 

277 Madrigal «Spirto di Dio»: 26. Jan. 1862 

278 Crucifixus (8 stimmiger Vokalchor): 27. März 1866; 25. Febr. 1877 

') Demnach ist die Angabe in der Festschrift der Wiener Singakademie 1858 — 1908 (S. 48), dafi 
der Chor der Schnitter in Wien zuerst am 29. März 1874 und durch die Singakademie aufgeführt worden 
wäre, zu berichtigen. 

*) I. Aufführung Weimar 29. Mai 1873, unter Leitung des Komponisten. I. Wiener Aufführung 
am 18. Dez. 1896 durch die Osterreichische Leo -Gesellschaft mit der Singakademie unter Leitung Fer- 
dinand Lowes. 

^) Als Offertoriumseinlage der Graner Festmesse. 

*) I. Aufführung bei der Einweihung der Basilika in Gran am 3i. August 1856; L Wiener Auf- 
führung am 22. März 1858. 



(69) 

Louis Xm., König von Prankreich (27. Sept. 1601 — 14. Mai 1648) 

279 Chansonette villanelle «Rosette, pour un peu d*absence» (Vokalchor): 

28. März 1864; 21. März 1865 

Jean Baptiste LuUy (1633 — 22. März 1687) 

280 La Mascarade de Versailles, Rondeau «Soyez fidMe»: 29. März 1871 

Gustav Mahler (geb. 7. Juli 1860) 

281 II. Symphonie, C-moU (für Soli, Chor, Orchester und Orgel): || 9. April 

1899; 24. Nov. 1907 

282 III. Symphonie, D-moU (für großes Orchester, Altsolo, Frauen- und Knaben- 

chor): II 14. Dez. 1904 (I. Wiener Aufiführung); 22. Dez. 1904 

Julius Josef Maier (29. Dez. 1821 — 21. Nov. 1889) 

283 Nachtlied «Der Mond kommt still gegangen» (Vokalchor): 6. Nov. 1859 

(I. Aufführung); 29. Jan. 1860; 3. Dez. 1865 

Pietro Mascagni (geb. 7. Dez. i863) 

284 Chor aus der Oper Iris: || 6. April 1907 (I. Wiener Aufführung) 

Jules £mile Massenet (geb. 12. Mai 1842) 

285 Eva (Mysterium für Soli, Chor und Orchester, 1875): || 9. Febr. 1896 (I.Wiener 

Aufführung) 

Pelix Mendelssohn-Bartholdy (3. Febr. 1809 — 4. Nov. 1847) 

286 Abschied vom Walde «O Täler weit, o Höhen» (Vokalchor): 3o. Jan. 1859; 

3. April 1859; I. Dez. 1861; 5. Mai 1868; 24. Febr. 1872; 5. Nov. 1876; 
24. Jan. 1877; 16. Mai 1881; 18. März 1882 jj 23. April 1893 

287 «Entflieh mit mir» (Vokalchor): i3. März 1859 

288 «Es fiel ein Reif» (Vokalchor): 1 3. März 1859 

289 «Auf ihrem Grab» (Vokalchor): 1 3. März 1859 

290 Motette «Heilig, heilig ist Gott» (Vokalchor, 8 stimmig): 3. April 1859; 

27. März 1866 

291 Frühlingsahnung «O sanfter, süßer Hauch!» (Vokalchor): 6. Nov. 1859; 

29. Jan. 1860; 12. April 1860; 29. Nov. i863; 5. Mai 1868; 12. Nov. 
1870; n. April 1876 

292 Deutschland «Durch tiefe Nacht» (Vokalchor): 6. Nov. 1859 

293 Der 98. Psalm «Singet dem Herrn ein neues Lied» (für 8 stimmigen Chor, 

Orchester und Orgel): 11. Dez. 1859 (I.Wiener Aufführung); 29. Nov. 
i863; 6. Jan. 1882 

294 Ruhetal «Wenn im letzten Abendstrahl» (Vokalchor): 11. Dez. 1859 

295 Hymne «Laß, o Herr» (Altsolo mit Chor): 29. Jan. 1860 

296 Christus (Oratoriumfragment, für Soli, Chor und Orchester), Chor «Wie 

schön leuchtet der Morgenstern» : 4. März 1860 

297 vollständig: 7. Dez. 1862 

298 Rezitative und Chöre: 7. Dez. 1879 



(70) 

299 Elias (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1846)'), Chor «Siehe, 

der Hüter Israels»: 12. April 1860 
300 Chor «Dank sei Dir Gott» und Soloquartett für Frauenstimmen mit Chor 

«Heilig, heilig, heilig ist Gott» : 16. Dez. 1860 

301 vollständig: 12. April 1870 || i3. Dez. 1885; 15. Dez. 1890; 15. Nov. 

1896 

302 Die Nachtigall «Die Nachtigall, sie war entfernt» (Vokalchor): 8. Dez. 1860 

(I. Aufführung); 16. Dez. 1860 

303 Die Waldvögelein «Kommt, laßt uns geh^n spazieren» (Vokalchor): 8. Dez. 

1860 (I. Aufführung); 26. März 1865; 2. April 1876 

304 Lob des Frühlings «Saatengrün, Veilchenduft» (Vokalchor): 21. Dez. 1862 

II 23. April 1893 

305 Lobgesang (Symphonie-Kantate für Soli, Chor, Orchester und Orgel, op. 52, 

1840): 14. Febr. 1864; 14. Nov. 1875 || 18. Febr. 1906 

306 Die erste Walpurgisnacht (für Soli, Chor und Orchester, i83i)*): 12. März 

1865; 5. Jan. 1873 II i3. März 1892; 5. Febr. 1899; 11. April 1902 

307 Die Primel «Liebliche Blume» (Vokalchor): 3. Dez. 1865; 24. März 1867; 

28. Mai 1867; 12. Nov. 1870 II 28. Mai 1908 

308 Der 43. Psalm «Richte mich Gott» (8stimmiger Vokalchor): 25, Febr. 1866; 

7. April 1868; 3o. April 1870 || 11. Jan. 1874; 19. März 1876; 4. April 
1882 II 8. Dez. i883; 6. März 1888; 3o. April 1888 

309 Motette «Mitten wir im Leben sind» (8 stimmiger Vokalchor), I. u. III. Strophe: 

27. März 1866 (I. Wiener Aufführung) 
310 Vollständig: |j 28. März 1889 (I. Wiener Auffuhrung) 

311 Loreley, Opernfragment (1847), Finale: 4. Nov. 1866; 20. März 1875*) || 

i3. Nov. 1892 

312 — Daraus: Ave Maria (Sopransolo mit Frauenchor und Orchester): 21. Febr. 

1869 

313 Der 42. Psalm (op. 42) «Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser» (für 

Sopransolo, Chor, Orchester und Orgel): 29. Nov. 1868; 9. Jan. 1881 || 
12. Nov. 1899 

314 Der 114. Psalm «Da Israel aus Egypten zog» (für 8 stimmigen Chor und 

Orchester): 5. Nov. 1871; 10. Nov. 1878 

315 Im Grünen «Im Grün erwacht der frische Muth» (Vokalchor): 3o. Nov. 

1872 

316 «Verleih uns Frieden gnädiglich» (für Chor, Orchester und Orgel): 

5. Nov. 1876 

317 Paulus (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel, 1835)*): 5. Jan. 1879 

II 20. Nov. 1887; 5. Nov. 1893; 15. Dez. 1897; 23. Febr. 1902 

318 — Daraus die Chöre «Wir preisen selig» und «Mache dich auf»: || 29. April 

1894 



') I. Aufführung am Musikfest zu Birmingham, 26. Aug. 1846; I. Wiener Auffuhrung am 14. Nov. 
1847 '^^ ^^^ Winterreitschule. , 

*) I. Aufführung Berlin, Winter 1832/33; nach der Umarbeitung Leipzig, 2. Febr. 1843; I. Wiener 
fuhrung 14. März 1844. 

^) Orchesterverein und Singverein. 

^) 1. Aufftihrung auf dem Düsseldorfer Musikfeste Pfingsten i836; I. Wiener Aufführung i. März i839 



(71) 

319 Herbstlied «Holder Lenz, du bist dahin!» (Vokalchor): i3. Febr. i883 || 

a3. April 1893 

320 Der 115. Psalm «Nicht unserm Namen, Herr» (für Soli, Chor und Orchester): 

II 23. Febr. 1890 

321 Ave Maria (8 stimmiger Chor mit Orgel und Streichorchester, op. 23, Nr. 2, 

i83o): II 24. März 1897 (I.Wiener Aufführung) 

322 Morgengebet «O wunderbares, tiefes Schweigen» (Vokalchor): || 28. Mai 1908 

323 Lerchengesang «Wie lieblicher Klang, o Lerche, dein Sang!» || 28. Mai 

1908 

Jacob Meyerbeer (5. Sept. 1791 — 2. Mai 1864) 

324 Bufilied «UnlÖschbarer Glanz» (für Baäsolo, 6 stimmigen kleinen Chor und 

Harmonium): 6. März 1864 

325 Musik zu Struensee; Der Aufruhr (Männerchor mit Orchester): 21. Jan. 1872 

Moritz August Landgraf von Hessen-Cassel (25. Mai 1572 — 

14. März 1632) 

326 Geistliches Lied «Nun danket Gott mit Herz und Mund» (Vokalchor): 28. März 

1864 

Thomas Morley (1557 — ca. 1602) 

327 Ballet «My bonny lass she smileth» (Vokalchor): 15. Jan. 1865 

328 Tanzlied «Nun strahlt der Mai» (Vokalchor, 1595): 2. April 1866; i. April 

1869; 14. Nov. 1880 

Wolfgang Amadeus Mozart (27. Jan. 1756 — 5. Dez. 1791) 

329 Musik zu «Thamos, König von Egypten» (1779 — 1780): Chor «Preis 

Dir Gottheit»: 5. Dez. 1858 

330 Chöre «Schon weichet dir, Sonne», «Gottheit, über alle mächtig!» und 

«Wir Kinder des Staubes»: 17. Dez. 1868 

331 Vollständig (mit Ausnahme zweier Zwischenaktsmusiken) : || 15. Febr. 1891 

332 Idomeneo, II. Finale (für Soli, Chor und Orchester): i. März i863 

333 III. Vesper, Nr. 4 «Laudate pueri dominum» (Chor mit Orchester und Orgel, 

1780): 27. März 1866; II. April 1876 

334 — Nr. 5 «Laudate dominum» (Sopransolo mit Chor und Orchester, 1780): 

27. März 1866; s. Mai 1868 

335 A.ve verum (Vokalchor): 15. April 1866 || 4. Jan. 1888; 6. Dez. 1891; 20. März 

1892; 19. April 1896; 7. Jan. 1908 

336 Requiem (für Soli, Chor, Orchester und Orgel): 2. Febr. 1872; 27. März 1877; 

15. Nov. 1877; II i3. Nov. 1885'); 6. Dez. 1891; 12. Nov. 1894; 23. April 
1896; 20. Okt. 1898; 28. Jan. 1906; 7. Jan. 1908 

337 — Hieraus «Lacrymosa»: || 9. Okt. 1907 

338 Offertorium de venerabili sacramento «Venite populi» (für Doppelchor, 

Orchester und Orgel, 1776): 8. Dez. 1872 (I. Aufführung); || 4. Jan. 1885; 
21. Jan. 1906 



*) Mit Männergesangverein und Opernchor. 



(72) 

339 Kantate cDavidde penitente» (für Soli, Chor und Orchester)*): 25. Jan. 1874 
33ga — Daraus die Chöre cPreist den Herrn!» und «Herr der Welt»: || 19* April 1896 

Otto Nicolai (9. Juni 1810 — 11. Mai 1849) 

340 Kirchliche Ouvertüre: || 12. April 1885 

Giovanni Pierluigi Palestrina (ca. 15 14 — 2. Febr. 1594) 

341 Missa «Iste confessor»: 3o. Mai 1858 (mit Einlagen von Hauptmann und 

Herbeck) 

342 «Adoramus te, Christe» (Vokalchor): 19. Jan. 1862; 27. März i863; 27. März 

1866; 5. Mai 1868 

343 Missa: 29. Mai 1864 (mit Einlagen von Grimm, Lotti und Bernabei) 

344 «Stabat mater» (8 stimmiger Vokalchor, zum Konzertvortrage eingerichtet 

von Richard Wagner): 9. März 1879 (I. Wiener Aufführung) || 6. Febr. 1907 

345 Missa Papae Marcelli, Credo (6stimmiger Vokalchor): || 9. April 1895 

346 Missa Assumpta est Maria (für 6 stimmigen Vokalchor), Kyrie und Gloria: 

II 21. Jan. 1906 

Karl Freiherr v. Perfall (29. Jan. 1824 — 14. Jan. 1907) 

347 Dornröschen (für Soli, Chor und Orchester): 21. Dez. 1862 (I. Wiener Auf- 

führung) 

Hans Pfltzner (geb. 5. Mai 1869) 

348 Der Blumen Rache cAuf des Lagers weichen Kissen» (für Frauenchor, Alt- 

solo und Orchester, 1888): || 18. Febr. 1906 (I. Wiener Aufführung) 

Michael Praetorius (15. Febr. 1571 — 15. Febr. 162 1) 

349 Altdeutsches Marienlied (Vokalchor): 21. März 1865 

Jean Philippe Rameau (25. Sept. i683 — 12. Sept. 1764) 

350 Sopransolo mit Chor aus der Oper Castor und Pollux «Hier im Reich der 

Freude»: 26. Jan. 1862; 5. März 1865 

351 Ouvertüre zu NaKs*) (für Chor und Orchester, 1749): || 12, Jan. 1896 

Max Reger (geb. 19. März 1878) 

352 Schweigen «Nun um mich her die Schatten steigen» (6 stimmiger Vokalchor, 

op. 39, Nr. i): II 21. Jan. 1906 (I. Wiener Aufführung) 

Carl Reinecke (geb. 28. Juni 1824) 

353 Frühlingsdrang «Was ist nur für ein Drängen» (Vokalchor): 29. Jan. 1860 

Josef Reiter (geb. 19. Jan. 1862) 

354 Requiem (für Soli, Chor, Orchester und Orgel): || 3o. Jan. 1904 (I. Auffüh- 

rung, Manuskript) 



') I. öffentliche Ausführung durch die Tonkünstlersozietät in Wien, 1785. 

^) I. Wiener Aufführung am 24. März 1879 durch den Wiener Akademischen Wagnerverein. 



(73) 

355 Festhymne (für Chor und Orchester): || 8. Mai 1905 

Gioacchino Antonio Rossini (29. Febr. 1792 — i3. Nov. 1868) 

356 Chor «Ridiamo, cantiamo»: 29. März 1871 

357 Preghiera aus tMose»: 16. Dez. 1871 

Anton V. Rubinstein (28. Nov. 1829 — 20. Nov. 1894) 

358 Gondelfahrt «Horch, Mitternacht vorüber» (Vokalchor): i.Dez. i86i (I.Wiener 

Aufführung) 

359 Der Turm zu Babel (Geistliche Oper) (für Soli, Chor und Orchester): 

20. Febr. 1870 (I. Wiener Aufführung, unter Leitung des Komponisten) 

360 — Daraus: Chor der Semiten, Chor der Hamiten, Chor der Japbetiten: 

20. Jan. 1878 II 2. Dez. 1894 

361 Das verlorene Paradies (Geistliche Oper), Chor «Wie sich alles mit Knospen 

füllt»: 29. März 1871 

362 — vollständig: 26. März 1872 (I. Wiener Aufführung)") 

363 Die erwachte Rose «Die Knospe träumte vom Sonnenschein» (Vokalchor): 

9. Jan. 1881 (L Wiener Aufi'ührung) 

364 Moses (Geistliche Oper für Soli, Chor und Orchester, 1892), III., VI. und 

VII. Bild: II 14. April 1894 i}* Wiener Aufführung, unter Leitung des 
Komponisten) 

Anton Rückauf (i3. März 1855 — 19. Sept. 1903) 

365 «O wie sanft die Quelle» (Chor mit Klavier): || 6. März 1888 (L Auffüh- 

rung); So. April 1888 

366 «Ein schmucker Junge bist du zwar» (Chor mit Klavier) : || 6. März 1888 

(I.Aufführung); 3o. April i888 

367 Chor(?): || 3o. April 1888 

Antonius Scandellus (1517 — 18. Jan. 1580) 

368 Trinklied «Der liebste buhle den ich han» (Vokalchor): 15. Jan. 1865 

Johann Hermann Schein (20. Jan. 1586 — 19. Nov. i63o) 

369 Waldlied «O Sternenäugelein!» (Vokalchor): 15. Jan. 1865 

Heinrich Schenker 

370 Agnes «Rosenzeit, wie schnell vorbei» (Frauenchor): || 28. Febr. 1904(1. Auf- 

führung) 

371 «Im Rosenbusch die Liebe schlief» (Frauenchor): || 28. Febr. 1904(1. Auf- 

führung) 



') Die Angabe in der Festschrift der Wiener Singakademie 1858— 1908 (S. 58), dafi die I.Wiener 
Aufiuhrung am 16. März 1893 und durch die Singakademie stattgefunden hätte, ist demnach zu be- 
richtigen. 



(74) 

Franz Schrecker') 

372 Der 116. Psalm «Das ist mir lieb, dafi der Herr meine Stimme und mein 

Flehen höret» (für 3 stimmigen Frauenchor mit Orchester und Orgel): 
10. Febr. 1901 (L Aufführung in den Gcsellschaftskonzerten) 

Leonhard Schröter (ca. 1540 — ?) 

373 Weihnachtsliedlein cFreut euch, ihr lieben Christen» (Vokalchor, 1587): 

3o. Jan. 1859; 3. April 1859 

Franz Schubert (3i. Jan. 1797 — 19. Nov^ 1828) 

374 Litanei am Feste Allerseelen «Rüh'n in Frieden alle Seelen» (für Vokal- 

chor arrangiert von J. Herbeck): 14. Nov. 1858; 5. Dez. 1858; 12. April 
1860; 20. Jan. i863; 23. Okt. i863; i3. Dez. 1868; 4. Mai 1873; 11. April 
1876; 3o. Okt. 1877 II 26. Okt. 1885; 3o. April 1887; 14. Okt. 1896; 
29. Jan. 1898; 27. März 1900 

375 Hymne an den Unendlichen «Zwischen Himmel und Erd'» (Vokalchor): 

5. Dez. 1858 

376 Pax vobiscum «Der Friede sei mit euch», für Chor arrangiert von J. Herbeck 

(Vokalchor): 3o, Jan. 1859; i. März 1864; 27, März 1866; 5. Mai 1868; 

6. Jan. 1870; 9. Jan. 1870; 24. Febr. 1872; 4. Mai 1873; 20. Febr. 1876 || 
10. April 1891 ; 9. Mai 1892 

377 Mirjams Siegesgesang (für Sopransolo, Chor und Orchester 1828): i3. März 

1859; II 10. Jan. 1886; 15. Jan. 1908 

378 Gebet «Du Urquell aller Güte» (Solo und Chor): 3. April 1859 

379 Gott im Ungewitter «Du Schrecklicher»: 29. Jan. 1860*) 

380 Ständchen «Zögernd, leise» (Altsolo und Frauenchor mit Klavier, 1827): 

8. Dez. 1860; 20. Jan. i863 jj 3i. Jan. 1897 

381 Der vierjährige Posten (Singspiel, 1815), Soldatenlied «Lustig in den Kampf» 

(Männerchor): 8. Dez. 1860 (I. Aufführung) 

382 Der häusliche Krieg (Oper, 1819): i. März. 1861; 22. März 1861 

383 Lazarus, Osterkantate (für Soli, Chor und Orchester, 1820): 27. März i863 

(I. Aufführung); 7. April 1868 

384 Daraus: aus dem I. und II. Teile: 19. Nov. 1882 

385 Gott in der Natur «Groß ist der Herr!» (Frauenchor, 1822): i. März 1864*) 

386 für gemischten Chor eingerichtet von F. Wüllner, Instrumentation von 

H, V. Bülow: 12. April t88i (I. Aufführung in dieser Gestalt) || 3i. Jan. 1897 

387 für Frauenchor, instrumentiert von H. v. Bülow: || 23. Nov. 1884; 23. Nov. 

1884;*) II 25. März 1895 



^) Abiturient der Kompositionsschule des Konservatoriums der G. d. M. 1900 

^) Die Angabe in der Festschrift der Wiener Singakademie 1858— 1908 (S. 55), dafi die erste 
Wiener Aufftkhrung am 16. Dez. 1887 und durch die Singakademie stattgefunden hätte, ist demnach 
zu berichtigen. 

^) Demnach ist die Angabe in der Festschrift der Wiener Singakademie 1858 — 1908 (S. 45), 
dafi dieser Chor in Wien zuerst am 6. März 1869 und durch die Singakademie aufgeführt worden 
wäre, zu berichtigen. 

*) Wr. Gesellschaftsabend. 



(75) 

388 Der Gondelfahrer «Es tanzen Mond und Sterne» (Männerchor): i. März 1864 

389 Musik zu Rosamunde, Hirtenchor cHier auf den Fluren»: 21. März 1865; 

2. April 1866; I. Dez. 1867; 18. Nov. 1871 

390 Geisterchor «In der Tiefe wohnt das Licht»: i. Dez. 1867 

391 Der 23. Psalm «Gott ist mein Hirt» (Frauenchor mit Klavier): 27. März 1866. 

Mit der Instrumentation von Ferdinand Löwe : || 25. März 1895 

392 Ellen's zweiter Gesang «Jäger, ruhe von der Jagd» (Bearbeitung für Sopran- 

solo, Frauenchor und Orchester von J. Brahms): 23. März 1873 (I. Auf- 
führung) 

393 Messe in As-dur, Kyrie und Credo (für Chor und Orchester): 2. März 1874 

(I. Aufiührung, Manuskript) 

394 Liebesbotschaft «Rauschendes Bächlein» (eingerichtet für Chor mit Klavier- 

begleitung von W. Gericke): 16. Mai 1881; 27. Nov. 1881; 18. März 1882 
II 3. Mai 1884 

395 Morgenständchen «Horch', horch, die Lerch' im Ätherblau» (für Chor mit 

Klavierbegleitung eingerichtet von W. Gericke): 16. Mai 1881; 18. März 
1882 II 29. April 1894 

396 Nacht und Träume «Heil'ge Nacht, du sinkest nieder» (für Chor mit Klavier- 

begleitung eingerichtet von W. Gericke): 27. Nov. 188 1 

397 Wiegenlied cWie sich der Äuglein kindlicher Himmel» (für Chor mit Klavier- 

begleitung eingerichtet von W. Gericke): 4. April 1882 

398 Die Sterne cWie blitzen die Sterne so hell durch die Nacht!» (für Chor 

mit Klavierbegleitung eingerichtet von W. Gericke): 4. April 1882 

399 Fierrabras (1822), Marsch und Chor «Zu hohen Ruhmespforten»: |j 19. Febr. 

x888 (I. Aufführung) 

400 Große Messe in Es-dur (für Soli, Chor und Orchester, 1828): || 7. Febr. 1897; 

II. Nov. 1900 (I. Aufführung in den Gesellschaftskonzerten) 

401 Messe in G-dur (für Soli, Chor und Orchester): || 9, Juni 1907 

Heinrich Schütz (8. Okt. 1585 — 6. Nov. 1672) 

402 Motette cEhre sei Dir, Christe» (Vokalchor): 3. April 1859; 26. Jan. 1862 

403 Die sieben Worte des Erlösers (für Soli, Chor, Streichorchester und 

Orgel): || 10. Jan. 1886 

Robert Schumann (18. Juni 1810 — 29. Juni 1856) 

404 Das Hochlandmädchen cNicht Damen tönt» (Vokalchor): 14. Nov. 1858*) 

405 Das Paradies und die Peri (für Soli, Chor und Orchester, 1843)*): 19. Dez. 

1858; 23. Febr. 1862; i3. März 1870 || 15. Jan. 1888; 5. März 1893; 
i3. März 1898 

406 Schön Rothtraut «Wie heißt König Ringangs Töchterlein?» (Vokalchor): 

3. April 1859; ^i- ^^^' 1859; 29. Nov. i863; 25. Febr. 1866; 12. Nov. 
1870; 4. April 1882 II 28. Mai 1908 



') Demnach ist die Angabe in der Festschrift der Wiener Singakademie 1858 — 1908 (S. 45), 
daß diese Komposition in Wien zuerst am 14. März 1868 und durch die Singakademie aufgeführt 
worden wäre, zu berichtigen. 

^ I. Aufführung im Gewandhauskonzert zu Leipzig 4. Dez. 1843; I. Wiener Aufführung i. März 1858. 



(76) 

407 Im Walde cEs zog eine Hochzeit» (Vokalchor): 3. April 1859; 29. Jan. 1860; 

12. März 1865; 5. Mai 1868; 12, Nov. 1870; 20. Febr. 1876 

408 Vier Balladen vom Pagen und der Königstochter (für Soli; Chor und 

Orchester): 6. Nov. 1859 (I. Wiener Aufführung) 

409 Musik zu Manfred (für Soli, Chor und Orchester, 1848)'): 11. Dez. 1859 

(I. Wiener Aufführung); 11. Nov. 1860; 29. Nov. i863; 2. März 1874 || 
9. April 1895; 17. Dez. 1906 

410 Solo mit Chor aus der Oper Genoveva: 29. Jan. 1860 

411 Zigeunerleben «Im Schatten des Waldes» (Chor und Solostimmen): 29. Jan. 

x86o; 12. April 1860; 18. Nov. 1871 

412 Das Schifflein «Ein Schifflein ziehet leise» (Vokalchor): 4. März 1860 

(I.Aufführung); 12. April 1860; 12. März 1865 

413 (Chor mit Sopransolo, Flöte und Waldhorn): || 4. April 1886 

414 Die Nonne «Sie steht am Zellenfenster» (Vokalchor): 4. März 1860 (I. Auf- 

führung); 12. April 1860 

415 Romanze vom Gänsebuben «Helf mir Gott! wie fliegen die Gänse» (Solo- 

quartett mit Chor): 4. März 1860 (I. Aufführung); 12. April 1860; 21. Dez. 
1862; i3. Dez. 1868; 20. Febr. 1876 || 12. Nov. 1899 

416 Der Schmied «Ich hör' meinen Schatz» (Vokalchor): 12. April 1860 (I. Auf- 

führung); 21. Dez. 1862 

417 Der Königssohn (Ballade für Solostimmen und Chor): 8. Dez. 1860 (I. Wie- 

ner Aufführung) 

418 Szenen aus Goethes Faust (für Soli, Chor und Orchester, 1844 — 1853), 

die Chöre «Waldung, sie schwankt heran» und «Gerettet ist das edle 
Glied»: 8. Dez. 1860 (I. Wiener Aufführung) 

419 III. Teil^): 16. Dez. 1860 (I.Wiener Autführung); 29. Nov. 1868 || 7. März 

1896 

420 Vollständig*): 20. Dez, i863 (I. Wiener Aufführung); 14. April 1872; 

i3. März 1881 II 19. Jan. 1890; 16. Nov. 1902 

421 Nachtlied «Quellende, schwellende Nacht» (für Chor und Orchester): 27. März 

i863 (I. Aufführung); 17. März 1878 

422 Lied beim Abschied zu singen «Es ist bestimmt» . (für Chor und Blas- 

instrumente): 28. Febr. 1864 (I. Aufführung) 

423 Der Traum «Im schönsten Garten» (Vokalchor): 25. Febr. 1866; 3o. April 

1870 

424 Sommerlied «Seinen Traum lind wob» (Vokalchor): 24. März 1867 (I. Auf- 

führung) 

425 Der Rose Pilgerfahrt (für Soli, Chor und Orchester): 8. März 1868 (I. Wie- 

ner Aufführung mit Orchester)*) 



') I. AufHührung im Gewandhauskonzert zu Leipzig 24. März 1859; szenisch im Stadtüieater zu 
Leipzig 23. Nov. i863. 

*) I. Aufführung am 29. Aug. 1849 im Gewandhause zu Leipzig, unter Julius Rietz, in einem 
Konzerte zur Feier von Goethe*s 100. Geburtstag. 

^) I. Aufführung am 14. Jan. 1862 im Gürzenich zu Köln, unter Ferdinand Hiller. 

*) I. Wiener AufitÜhrung mit Klavier durch die Singakademie, 15. April 1860. 



(77) 

426 Jäger Wohlgemuth cEs jagt ein Jäger wohlgemuth» (Frauenchor): 21. Febr. 

1869 

427 Des Sängers Fluch (für Soli, Chor und Orchester, 1852): 5. Jan. 1873 

(I. Wiener Aufitihrung)») || 20. April 1884 

428 Festouverture mit Gesang (über das Rhein weinlied), Chor «Bekränzt mit 

Laub*: 20. März 1875*) || 3. März 1889 

429 Talismane «Gottes ist der Orient!» (8stimmiger Vokalchor): x3. Febr. i883 

II 3. Dez. 1893 

430 Neujahrslied (für Soli, Chor und Orchester): jj i3. Jan. 1884 

431 Requiem für Mignon*) (für Chor, mit Soli und Orchester, 1849 — 1850): 
20. Dez. 1891 



Friedrich Sucher (27. Juni 1789 — 26. Aug. 1860) 

432 Loreley «Ich weiß nicht, was soll es bedeuten» (Vokalchor): 24. April 1867*) 

Ludvrig Spohr (5. April 1784 — 22. Okt. 1859) 

433 Frühlingszeit «Wie schön ist doch die Frühlingszeit» (Vokalchor): 1 3. Febr. 

i883 

434 Vesper «Die Abendglocken tönen» (Vokalchor): || 28. März 1889 

Johann Strauß (25. Okt. 1825 — 3. Juni 1899) 

435 Bei uns z'Haus «AUüb'rall in Ostreich tönt der Sang» (Walzer, 1873, bear- 

beitet für gemischten Chor mit Orchesterbegleitung): || 21. Jan. 1900 

436 Das Spitzentuch der Königin (Operette)^). Finale: || 21. Jan. 1900 

Richard Strauß (geb. 11. Juni 1864) 

437 Wanderers Sturmlied «Wen du nicht verlassest, Genius» (für östimmigen 

Chor und Orchester): || i3. Nov. 1892 (I. Wiener Aufführung); 18, Jan. 
X903 

438 Taillefer «Normannenherzog Wilhelm sprach einmal» (Ballade für Soli, Chor 

und Orchester): || 15. Jan. 1905 (I. Wiener Aufführung) 

439 Der Abend «Senke, strahlender Gott» (16 stimmiger Vokalchor, op. 34, Nr. i, 

1897): II 21. Jan. 1906 (I.Wiener Aufführung) 

Edgar Tinel (geb. 27. März 1854) 

440 Franciscus (Oratorium für Soli, Chor, Orchester und Orgel)*): || 10. Nov. 

1895 (I, Wiener Aufführung) 



') Zuerst aufgeführt beim Niederrheinischen Musikfeste zu Aachen 1857. 

^ Orchesterverein und Singverein. 

') I. Auffuhrung Dusseldorf, 21. Nov. 1850; I. Wiener Aufführung durch die Singakademie, 3. März 

i863. 

*) Mitglieder des Singvereines und des Wiener Männergesangvereines. 

') I. Aufführung am i. Okt. 1S80 im Theater an der Wien. 

*) L Aufführung in Deutschland durch den Rührschen Verein in Frankfurt a. M. am 17. Not. 1890. 



(78) 

Giuseppe Verdi (lo. Okt. i8i3 — 27. Jan. 1901) 

441 Requiem (für Soli, Chor und Orchester)'): || 11. Dez. 1892; 25. und 28. April 1901 
442 Daraus: I. Satz, Requiem und Kyrie: || 10. Febr. 1901 

443 Quattro Pezzi Sacri, Ave Maria (Vokalchor), Stabat Mater (Vokalchor mit 

Orchester), Laudi alla vergine Maria (Frauenchor) und Te Deum (Doppel- 
chor mit Orchester): || i3. Nov. 1898 (I.Wiener Aufführung); 27. Nov. 1898 

Tommaso Ludovico da Vittoria (ca. 1540— i6i3) 

444 «Populus meus> (Männerchor): 19. Jan. 1862 

Josef Vockner (18. März 1842 — 11. April 1906) 

445 Das Weltgericht (Oratorium), Chor der Erstandenen, Chor der Seligen und 

Chor der Engel: || 14. Febr. 1897 (I.Aufführung, Manuskript) 

Robert Volkmann (6. April 1815 — 30. Okt. i883) 

446 Gottes Güte «Gott, Deine Güte reicht so weit der Himmel ist» (für Solo- 

quartett, Chor und* Klavierbegleitung): i3. Febr. i883 || 3o. April 1888 

Richard Wagner (22. Mai i8i3— i3. Febr. i883) 

447 Gralsfeier aus cParsifal» (für Soli, Chor und Orchester): || i3. März 1887; 

8. März 1891; 10. Febr. 1901 

448 Chor «Wach auf» mit dem Schlüsse des III. Aktes der «Meistersinger»: || 

9. April 1904; 21. März 1908 

449 Sirenenchor im Bacchanale der Tannhäuser-Ouverture in der Pariser Bear- 

beitung: II 9. Febr. 1908 



Hans Walther (1496 — 24. April 1570) 

450 Osterlied «Jesus Christus unser Heiland» (Vokalchor, 1524): 3. April 1859; 

16. Dez. 1860; II. April 1876 

Carl Maria Freiherr v. Weber (18. Dez. 1786 — 5. Juni 1826) 

451 Musik zu Preciosa, Chor «Im frischen, grünen Wald»: 3o. Jan. 1859 

452 — r Vollständig: i. Dez. 1861 

453 Hymne «In seiner Ordnung schafft der Herr» (für Soli, Chor und Orchester, 

1812): II 21. Nov. 1886 

454 Kampf und Sieg (Kantate für Soli, Chor und Orchester, 1815): || 21. Nov. 

1886 (I. Wiener Aufführung?); 11. April 1902 

Hugo Wolf (i3. März 1860—22. Febr. 1903) 

455 Elfenlied «Bunte Schlangen, zweigeztingt!» (für Sopransolo, Frauenchor und 

Orchester, 1893)*): || 2. Dez. 1894 (I. Wiener Aufiführung); 20. Jan. 1901; 
i3. Dez. 1903 ; 10. April 1904 

^) Komponiert zu Ehren Alessandro Manzonis. I. Auffuhrung 22. Mai 1874 im Dome zu Mailand* 
I.Wiener Aufführung 11. Juni 1875 in der Hofoper unter Leitung des Komponisten. 

^) I. Aufführung in einem Konzerte des Philharmonischen Chores in Berlin unter Siegfried Ochs 
im Januar 1894. 



(79) 

456 Der Feuerreiter, «Sehet ihr am Fensterlein> (Chor mit Orchester, iSgB)'): 

II 2. Dez. 1894 (I. Wiener Aufführung); 20. Jan. igoi; i3. Dez. igoS; 
10. April 1904 

457 Christnacht «Seraphim'sche Heere, schwingt das Goldgeiieder» (für Soli, 

Chor und Orchester, aus dem Nachlasse): || i3. Dez. 1903 (I. Aufführung) 

Philipp Wolfrum (geb. 17. Dez. 1854) 

458 Ein Weihnachts-Mysterium (für Soli, Chor, Orchester und Orgel): jj 

i3. Dez. 1902 (I. Wiener Aufführung) 

Alexander v. Zemlinsky (geb. 4. Okt. 1872) 

459 Frühlinsgsbegräbnis cHorch! vom Hügel welch ein sanfter Klang» (für Soli, 

Chor und Orchester, 1897): jj 11. Febr. 1900 (I. Aufführung, Manuskript, 
unter Leitung des Komponisten) 

Volkslieder 

460 Das Abendglöcklein «Schau wie die Sonne dort sinket», für Chor arrangiert 

von Neithardt (Vokalchor): 3o. Jan. 1859 

461 Noel «Chantons, je vous en prie», altfranzösisches Weihnachtslied für Altsolo, 

Männerchor und Orgel (angeblich von Du Curoy, 1550): 5. März 1865; 
I.April 1869; 4. April 1882 

462 Duncan Grey «.Was wollen die drei Raben dort?» (There were three ravens 

sat on a tree) Schottisches Volkslied, bearbeitet von J. N. Fuchs, deut«cher 
Text von Max Kalbeck (Vokalchor): i3. Febr. i883 

463 Jagdlied «Vom Berge, wo die Tannen steh'n» (The dusky night rides down 

the sky) Schottisches Volkslied, bearbeitet von J. N. Fuchs, deutscher Text 
von Max Kalbeck (Vokalchor): i3. Febr. i883 

464 Der Hirt «Bin ich im Wald», schwedisches Volkslied (Vokalchor): 28. Febr. 

1864 (I. Aufführung); 26. März 1865 

Volkslieder aus der Zeit des Meistersingertums 

I. Vorstufen 

465 Petruslied aus dem 11. Jahrhundert, nach Neumen entziffert: «Unsar throhtin 

(Gott) hat farsalt (verliehen)». Altdeutsch: 19. März 1868 

466 Ottokarlied aus dem i3. Jahrhundert: «Wafin (Wehruf) iemer mere!» (Jam- 

mermähre). Mittelhochdeutsch: 19. März 1868 

467 Drei Fräulein, aus dem 1 3. Jahrhundert: «Eins meien morgens urno» (früh): 

19. März 1868; 3. April 1868; i3. April 1870 

468 Der Mai, aus dem 14. Jahrhundert: «Der meie, der meie, der bringt uns 

bluemlein viel»: 19. März 1868 

469 Der Gutzgauch, aus dem 15. Jahrhundert: «Der gutzgauch auf dem zäune 

saß»: 19. März 1868; 3. April 1868; 1 3. April 1870 



') I. Aufführung in einem Konzerte des Philharmonischen Chores in Berlin unter Siegfried Ochs 
im Januar 1894. 



(8o) 

II. Das zünftige Meistersingertum im x6. Jahrhundert 

Das festliche Schulsingen (Hauptsingen): 

470 Gemeinsames Lied «Singet dem Herrn schönen Gesang»: 19. März 1868 

Die vier gekrönten Töne des meisterlichen Hortes: 

471 I. Der lange Ton Heinrich Müglins: «Genesis am neun und zwanzigsten 

uns bericht»: 19. März 1868 

472 a. Der lange Ton Heinrich Frauenlobs: «Nun aber war ein Brunnen 

daselbst an dem Ort»: 19. März 1868 

473 3. Der lange Ton Ludwig Marners: «Nachdem aber das Werk verriebt»: 

19. März 1868 

474 4. Der lange Ton Bartel Regenbogens: «Nun will ich dir sieben Jahr 

dienen»: 19. März 1868 

Das gleichzeitige Volkslied: 

475 «Von edler art, auch rain und zart»: 19. März 1868; 1 3. April 1870 

476 «Entlaubet ist der Walde»: 19. März 1868 

477 Rosette, französisches Volkslied aus dem 17. Jahrhundert: 3. April 1868 

Varia 

478 Laudistengesang aus dem 14« Jahrhundert «Alla Trinitä beata»,( Vokalchor): 

2. April 1866; I. April 1869 

479 Marienlied «Es ist ein' Ros' entsprungen» aus dem 15. Jahrhundert: i. April 

1869 

480 Männerchor: 19. Febr. 1877 



(8i) 



Beilage IX 

Besetzung der Soli bei den Aufführungen einiger 

größeren Werke 

Bach 

Johannespassion 

22. März 1864 Adele Passy-Cornet, Marianne Bischoff, Gustav Walter, Karl Mayer- 

hofer 

23. > 1869 Helene Magnus, Ernestine Gindele, Gustav Walter, Julius Stock- 

hausen, Dr. Rudolf Panzer, Dr. Emil Kraus 
5. » 1882 Marie Breidenstein, Fides Keller, Gustav Walter, Karl Sommer, 

Eugen Hildach 

24. » 1891 Pia V. Sicherer, Gisela Körner, Gustav \y alter, Felix Forstner, Karl 

Grengg 
19. April 1905 Johanna Dietz, Pauline de Haan-Manifarges, Felix Senius, Gerard 

Zalsman 
14. » 1908 Hermine Bosetti, Ilona Durigo, George Walter, Theodor Hess 

van der Wyck 

Matthäuspassion 

II. April 1865 Marie Wilt, Marianne BischofT, Dr. Gustav Gunz, Dr. Rudolf Panzer 

4. » 1871 Luise Dustmann, Ernestine Gindele, Heinrich Vogl, Dr. Emil 

Kraus 
23. März 1875 Luise Dustmann, Karoline Gomperz-Bettelheim , Gustav Walter, 

Georg Henschel 

5. April 1887 Fanni Koväts, Hermine Spies, Gustav Walter, Eugen Hildach 
I. » 1890 Luise V. Ehrenstein, Rosa Papier, Gustav Walter, Karl Grengg 

14. » 1897 Eleonore v. Bach, Edith Walker, Anton van Rooy, Georg Ritter 
8. » 1903 Agnes Bricht- Pyllemann, Edith Walker, Artur Preuss, Wilhelm 

Fenten 
II. > 1906 Anna Kappel, Pauline de Haan-Manifarges, Jacques Urlus, Gerard 

Zalsman 
27. März 1907 Tilly Cahnbley- Hinken, Marie Philippi, George A. Walter, Louis 

Fröhlich de la Cruz 

Hohe Messe H-moll 

16. April 1867 Adele Passy-Cornet, Gustav Walter 
7. » 1868 Marie Wilt, Anna v. Asten 



(82) 

3i. März 1885 Regine Klein, Rosa Papier, Gustav Walter, Hans v. Rokitansky 

27. > 1888 Minna Walter, Luise Kaulich, Gustav Walter, Ludwig Weiglein 

28. » 1893 Selma Nicklas -Kempner, Eleonore v. Bach, Berta Widermann, 

Gustav Walter, Anton Sistermans 

3. April 1901 Elise Elizza, Edith Walker, Artur Preuss, Rudolf Hallmrich 

i3. Nov. 1907 Tilly Cahnbley-Hinken, Emmy Karvasy-Borchert, Felix Senius; 

Hendrik C. van Oorl 

Weihnachtsoratoriura 

11. Nov. i883 Marie Englisch, Rosa Papier, Hermann Winkelraann, Hans v. Roki- 

tansky 

16. April 1889 Lilli Kienzl, Rosa Neuda-Bernstein, Gustav Walter, Ludwig Weiglein 
10. Dez. 1895 Eleonore v. Bach, Edith Walker, Franz Naval, Dr. Felix Kraus 

Magnificat 

2. Febr. 187 1 Luise Dustmann, Anna v. Angermayer, Ernestine Gindele, E. Pirk, 

Dr. Emil Kraus 
22. Nov. 1885 Selma Nicklas-Kempner, Marie Ulrich-Linde, Beatrix Friedländer, 

Anton Schittenhelm, Hermann Nigg 
15. Jan. 1905 Berta Kiurina, Helene Holeczek, Hermine Kittel, Hubert Leuer, 

Richard Mayr 
6. März 1905 Berta Kiurina, Helene Holeczek, Hermine Kittel, Georg Maikl, 

Richard Mayr 

Beethoven 

Große Messe in D 

17. März 1861 Gabriele Krauä, Amalie Schmiedl, Dr. Gustav Gunz, Dr. Rudolf 

Panzer 
3o. > 1862 Luise Dustmann, Karoline Bettelheim, Josef Erl, Dr. Rudolf 

Panzer 

18. Dez. 1864 Carina, Karoline Bettelheim, Josef Erl, Dr. Rudolf Panzer 

18. » 1870 Marie Wilt, Karoline Gomperz- Bettelheim, Gustav Walter, Hans 

V. Rokitansky 
6. > 1874 Marie Wilt, Karoline Gomperz - Bettelheim, Gustav Walter, Hans 

V. Rokitansky 

4. März 1884 Marie Wilt, Rosa Paumgartner-Papier, Gustav Walter, Hans v. Roki- 

tansky 
20. April 1886 Marie Wilt, Rosa Paumgartner-Papier, Gustav Walter, D. Ney 
10. März 1889 Marie Wilt, Luise Kaulich, Gustav Walter, Ludwig Weiglein 

12. April 1892 Helene Oberbeck, Anna Warnegg, Gustav Walter, Karl Grengg 

6. > 1898 Marie Katzmayr, Charlotte Huhn, Nikolaus Rothmühl, Wilhelm 

Fenten 
3o. März 1904 Berta Förster -Lauterer, Laura Hilgermann, Artur Preuß, Moritz 

Frauscher 
9. Dez. 1906 Emma Bellwidt, Theo Drill-Orridge, Felix Senius, Wilhelm Fenten 



(83) 

Christus am Olberg 
x6. April 1867 Adele Passy-Cornet, Gustav Walter, Meindl 

IX. Symphonie 

22. März 1868 Marie Wilt, Marie Leeder, Gustav Walter, Louis v. Bignio 

17. Dez. 1870 Marie Wilt, Karoline Gomperz- Bettelheim, Leonhard Labatt, 

Dr. C. Schmid 
29. » 1872 Marie Wilt, Karoline Gomperz -Bettelheim, Leonhard Labatt, 

Dr. Emil Kraus 
U.Mai 1873 Marie Wilt, Wilhelmine Tremmel, Gustav Walter, Dr. Emil 

Kraus 

18. Nov. 1877 Marie Wilt, Ernestine Gindele, Gustav Walter, Hans v. Rokitansky 
6. Jan. 1880 Auguste Krauß, Amalie Stahl, Gustav Walter, Karl Mayerhofer 

12. April 1885 Marie Lehmann, Rosa Papier, Hermann Winkelmann, Karl Mayer- 
hofer 

24. Nov. 1889 Lola Beeth, Rosa Papier, Ernest van Dyck, Karl Grengg 

12. April 189 1 Josefine v. Artner, Luise Kaulich, Hermann Winkelmann, Karl 

Grengg ~ 

8. Mai 1892 Josefine v. Artner, Luise Kaulich, Georg Müller, Karl Grengg 
16. April 1893 Josefine v. Artner, Luise Kaulich, Gustav Walter, Josef Ritter 
4. > 1897 Sophie Sedlmair, Edith Walker, Andreas Dippel, Karl Grengg 
27. u. 28. März 190 1 Marie Seyff-Katzmayr, Gisela Körner, Heinrich Zeller, Moritz 

Frauscher 

26. u. 27. Febr. 1902 Marie SeyflF-Katzmayr, Gisela Körner, Robert Kaufmann, 

Moritz Frauscher 

25. Jan. 1903 Marie SeyfiF-Katzmayr, Laura Hilgermann, Franz Pacal, Moritz 

Frauscher 

27. März 1903 Lucie Weidt, Virginie Fournier, Hermann Winkelmann, Moritz 

Frauscher 
10. April 1904 Marie SeyfiF-Katzmayr, Virginie Fournier, Jörn, Moritz Frauscher 
22. Jan. 1905 Elise Elizza, Hermine Kittel, Leuer^ Richard Mayr 

22. März 1905 Jeanette Grumbacher de Jong, Therese Behr, Ludwig Hess, Artur 

van Eweyk 
21. Febr. 1906 Emma Bellwidt, Adrienne v. Kraus -Osborne, Ludwig Hess, Dr. 

Felix V. Kraus 

23. € 1907 Emma Bellwidt, Berta Katzmayr, Felix Senius, Alexander Haydter 
27. Okt. 1907 Elise Elizza, Mme. Charles Cahier, Georg Maikl, Richard Mayr 
29. Jan. 1908 Irma Koboth, Adrienne v. Kraus-Osborne, Julius Boruttau, Dr. Felix 

V. Kraus 

» 

Benoit 

Lucifer 
10. Dez. 1899 Marie Katzmayr, Gisela Körner, Franz Naval, Hermann Gura 



(84) 

Berlioz 

Die Flucht nach Egypten 
i3. MSrz 1859 Josef Erl 
9. Jan. 1887 Gustav Walter 

Fausts Verdammung 

16. Dez. 1866 Karoline Bettelheim, Gustav Walter, Karl Mayerhofer, Hrabanek 

17. März 1886 Rosa Papier, Gustav Walter, Karl Hill, Hermann Nigg 

21. Jan. 1894 Paula Mark, Ernest van Dyck, Eduard Gärtner, Johannes Mes- 

schaert 
25. Nov. 1903 Marcella Pregi, Dr. Raoul Walter, Rudolf Graür, August Markowsky 

Requiem 
20. März i883 ohne Solo 

8. April 1884 ohne Solo 

9. März 1890 Hans Laschek 

Romeo und Julia 
6. Jan. 1895 Luise Kaulich, Ernest van Dyck, Karl Grengg 

Die Kindheit Christi 

2. April 1905 Helene v, Wehrenfennig, Johannes Sembach, Friedrich Weidemann, 

Wilhelm Wissiak, Stephan Gold 

Brahms 

Deutsches Requiem 

1. Dez. 1867 Helene Magnus, Dr. Rudolf Panzer 

5. März 1871 Marie Wilt, Dr. Emil Kraus 
28. Febr. 1875 Marie Wilt, Dr. Emil Kraus 

16. Dez. 1888 Ella Forster, Theodor Reichmann 

20. März 1894 Eleonore v. Bach, Josef Ritter 

II. April 1897 Eleonore v. Bach, Josef Ritter 

25. Okt. 1899 Ellen Brandt-Forster, Leopold Demuth 

6. Mai 1908 Eleonore Baronin Bach, Dr. Felix v. Kraus 

Trjumphlied 

8. Dez. 1872 Amalie Joachim 

9. Jan. 1887 Eduard Gärtner 
II. Dez. 1898 Leopold Demuth 

2. April 1905 Friedrich Weidemann 

Max Bruch 

Odysseus 

18. April 1875 Wilhelmine Tremmel, Anton Schittenhelm, Georg Henschel, Fer- 

dinand Maaä 



(85) 

Das Lied von der Glocke 
14. Febr. 1892 Josefine v. Artner, Gisela Körner, Gustav Walter, Josef Ritter 

Brückner 

Te Deum 

10. Jan. 1886 Marie Ulrich-Linde, Marianne Zips, Richard Erxleben, Franz Graf 
20. Dez. 1891 Friedericke Mayer, Gisela Körner, Anton Schittenhelm, Felix Forstner 
12. Jan. i8g6 Sophie Chotek, Eugenie Hofmann, Andreas Dippel, Eugen Weiß 

1. März 1907 Amalie Löwe, Virginie Fournier, Hermann Winkelmann, Moritz 

Frauscher 

Grofie Messe F-moll 

4. Nov. 1894 Sophie Chotek, Lotte Kusmitsch, Richard Erxleben, Felix Kraus 
7. März 1903 Agnes Bricht-Pyllemann, Gisela Körner, David Miller, Karl Weiker 
7. Nov. 1906 Leonore v. Bach, Berta Katzmayr, Dr. Hans Winkelmann, Nicola ZeC 

Messe in D-moU 

17. Jan. 1897 Sophie Chotek, Gisela Körner, Franz Päcal, Ludwig Drapal 

11. Febr. 1900 Mathilde v. Hochmeister, Gisela Körner, Dr. Josef Meyer, Fer- 

dinand Marian 

Dwofdk. 

Die heilige Ludmilla 
14. Nov. 1897 Marie Wilhelm), Helene Schemmel, Hans Gießen, Wilhelm Hesch 

Requiem 

2. März 1901 Marie Katzmayr, Helene Bratanitsch, Erik Schmedes, Richard Mayr 
17. Nov. 1904 Berta Förster-Lauterer, Helene Schemmel, K. Hadwiger, Wilhelm 

Hesch 

Elgar 

Der Traum des Gerontius 
16. Nov. 1905 Rosa Stwertka, Felix Senius, Richard Mayr 

Franck 

Die Seligkeiten 

27. Febr. 1898 Jenny Kolischer, Rosa Neuda-Bernstein, Andreas Dippel, Anton 

Sistermans 

Goldmark 

Frühlingshymne 
25. Jan. 1874 Karoline Gomperz-Bettelheim 



(86) 

IS» Febr. 1891 Gisela Körner 
6. März 1905 Hermine Kittel 



Grieg 



Olav Trygvason 
27. Febr. 1898 Jenny Kolischer, Rosa Neuda-Bernstein, Karl Musch 

Haendel 

Judas Makkabäus 

7. Nov. 1858 Gabriele Krauä, Anaalie Diamonti; Dr. Gustav Gunz, Carl Mayer- 

hofer, Wenzel Czerny 
i3. » 1864 Marie Wilt, Therese Seehofer, Marie Waldmann, Gustav Walter, 

Dr. Rudolf Panzer 
5. > 1882 Araalie Friedrich -Materna, Mathilde Mayer, Gustav Walter, Hans 

V. Rokitansky 
IG. Febr. 1895 Mary Lederer, Matja v. Niessen, Georg Anthes, Wilhelm Fenten 

Messias 

9. Nov. 1862 Adele Passy-Comet, Karoline Bettelheim, Dr. Karl Olschbaur, Dr. 

Rudolf Panzer 
2. Febr. 1880 Berta v. Dillner, Amalie Stahl, Gustav Walter, Borkowsky 
18. » 1894 Marie Krämer -Widl, Berta Widermann, Karl Dierich, Anton 

Sistermans 

11. April 1900 Luise Reuss-Belce, Charlotte Kusmitsch, Franz Naval, Dr. Felix 

Kraus 

12. Febr. 1908 Leonore v. Bach, Adrienne v. Kraus-Osborne, Felix Senius, Dr. Felix 

V. Kraus 

Ode auf den St. Cäcilientag 

8. Nov. i863 Adele Passy-Cornet, Ludwig Schnorr v. Karolsfeld 
5. Dez. 1875 Marie Wilt, Gustav Walter 

i3. März 1887 Marie Lehmann, Richard Erxleben 

Samson 

8. Nov. i863 Marie Wilt, Karoline Bettelheim, Ludwig Schnorr v. Karolsfeld, Dr. 

Rudolf Panzer 

Israel in Egypten 

20. Nov. 1870 Marie Fillunger, Anna v. Angermayer, Wilhelmine Tremmel, E. Pirk, 

Dr. K. Schmid, Dr. Emil Kraus 
16. April 1878 Marianne Zips, Dr. Karl Olschbaur 

16. Nov. 1890 Josefine v. Artner, Henriette Standthartner, Gisela Körner, Richard 

Erxleben, Franz Neidl, Karl Grengg 



(87) 

Saul 

28. Febr. 1873 Luise Dustmann , Karoline Gomperz- Bettelheim, Gustav Walter, 

Emil Scaria 

26. » 1885 Schmid-Csany, Rosa Papier, Herm. Winkelmann, Franz v. Reichen- 
berg 

IG. Nov. 1901 Rita Kury, Edith Walker, Franz Naval, Moritz Frauscher 

Alexandersfest 

9. Nov. 1873 Marie Wilt, Gustav Walter, Dr. Emil Kraus 

8. » 1891 Anna Hildach, Franz Lützinger, Eugen Hildach 

Salomo 

3i. März 1874 Marie Wilt, Therese Gugler, Karoline Gomperz-Bettelheim, Gustav 

Walter, Ferdinand Maaä 

Theodora 

18. Nov. 1888 Amalie Materna, Rosa Papier, Hermann Winkelmann, Ludwig 

Weiglein 

Josua 

10. Nov. 1889 Leonore Bach, Fanni Tschampa, Rosa Papier, Hermann Winkel- 

mann, Ludwig Weiglein 

L'AUegro, il Pensieroso ed il Moderato 

14. Febr. 1897 Julia Uzielli, Georg Ritter, Ludwig Drapal 

Deborah 

11. Jan. 1899 Marie Katzmayr, Adrienne Osborne, Franz Päcal, Dr. Felix Kraus 

Herakles 

6. März 1907 Leonore v. Bach, Theo Drill-Orridge, Emilie Werner, Felix Senius, 

Dr. Felix v. Kraus, Stephan Gold 

Haydn 

Jahreszeiten 

10. Nov. 1861 Minna v. Leutner, Gustav Walter, Dr. Rudolf Panzer 

2. Dez. 1877 Marie Wilt, Heinrich Vogel, Hans v. Rokitansky 

10. » 1882 Marie Lehmann, Gustav Walter, Hans v. Rokitansky 

24. Febr. 1887 Therese Rothauser, August StoU, Josef Staudigl 

20. Jan. 1892 Henriette Standthartner, Gustav Walter, Josef Staudigl 

9. » 189s Lillian Henschel, Gustav Walter, Anton Sistermans 

15. » 1898 Marie Katzmayr, Raimund v. Zur-Mtihlen, Franz v. Reichenberg 
10. März 1906 Helene Staegemann, Artur Preuß, Dr. Raimund Halatschka 



(88) 

Schöpfung 

15. Nov. 1876 Marie Wilt, Heinrich Vogel, Hans v. Rokitansky 

i3. > 1881 Marie Fillunger, Gustav Walter, Hans v. Rokitansky 

12. Dez* 1889 Klementine Schuch, Gustav Walter, Franz v. Reichenberg 

' 8. Jan. 1893 Eleonore v. Bach, Gustav Walter, Franz v. Reichenberg 

12. Dez. 1896 Johanna Nathan, Anton Schittenhelm, Dr. Felix Kraus 

2. März 1899 Emma Hiller, Franz Naval, Johannes Messchaert 

So. Nov. 1901 Emilie Herzog, Franz Naval, Viktor Klopfer 

27. u. 29. März 1908 Baronin Eleonore v. Bach, Felix Senius, Johannes Messchaert 

Hiller 

Loreley 
I. Dez. 1861 Luise Dustmann, Josef Erl 

Kiel 

Christus 

I. April 1896 Lula Gmeiner, Sophie Chotek, Erik Schmedes, Wilhelm Fenten, 

Ludwig Pfleger 

Liszt 

Heilige Elisabeth 

4. u. II. April 1869 Berta Ehnn, Ernestine Gindele, Louis v. Bignio, Dr. Emil 

Kraus 
6. Jan. 1876 Berta Ehnn, Luise Kaulich, Louis v. Bignio, Heinrich Gaßner 

Graner Festmesse 

8. April 1879 Berta Kauser, Karoline Gomperz-Bettelheim, Gustav Walter, Louis 

V. Bignio, Hans v. Rokitansky 
29. März 1899 Marie Katzmayr, Charlotte Kusmitsch, Franz Naval, Ivan Shukowsky 

Christus 

26. März 1902 Agnes Bricht-Pyllemann, Virginie Fournier, Fritz Feinhals, Ferdinand 

Soeser, Wilhelm Wissiak 

Mahler 

III. Symphonie, D-moll 
14. u. 22. Dez. 1904 Hermine Kittel 

II. Symphonie, C-moll 
24. Nov. 1907 Elise Elizza, Gertrud FÖrstel, Hermine Kittel, Bella Paalen 



(89) 
Massenet 

Eva 
9. Febr. 1896 Fanni Mora, Raimund von Zur-Mühlen, Josef Ritter 

Mendelssohn 

Lobgesang 

14. Febr. 1864 Marie Wilt, Therese Seehofer, Dr. Karl Olschbaur 

14. Nov. 1875 Marianne Lieder, Marie Helimer, Gustav Walter 

18. Febr. 1906 Emma Karvasy-Borchert, Theo Drill-Orridge, Julius Boruttau 

Walpurgisnacht 

12. März 1865 Wilhelmine Ritter, Gustav Walter, Louis v. Bignio, Dr. Rudolf 

Panzer 
5. Jan. 1873 Wilhelmine Tremmel, Gustav Walter, Heinr. Gafiner, Dr. Emil Kraus 
i3. März 1892 Henriette Standthartner, Berta Nagel, Adolf Tomschik, Josef Ritter 
5. Febr. 1899 Eleonore v. Bach, Gisela Körner, Wilhelm Cronberger, Anton 

Sistermans 

Elias 

12. April 1870 Luise Dustmann, Pirk, Dr. Emil Kraus 
i3. Dez. 1885 Fanni Koväts, Gustav Walter, Karl Hill 

15. Dez. 1890 Amalie Materna, Mathilde Mayer, Gustav Walter, Karl Scheide- 

mantel 
15. Nov. 1896 Eleonore v. Bach, Edith Walker, Heinrich Grahl, Johannes Mes- 

schaert 

Paulus 

5. Jan. 1879 Mila Kupfer, Luise Meißlinger, Gustav Walter, Georg Henschel 
20. Nov. 1887 Ella Forster, Rosa Neuda-Bernstein, Gustav Walter, Fritz Plank 

5. Nov. 1893 Olga V. Türk-Rohn, Luise Kaulich, Gustav Walter, Karl Perron 
15. Dez. 1897 Eleonore v. Bach, Rosa Kahlig, Wilhelm Cronberger, Robert Settekorn 
23. Febr. 1902 Eleonore v. Bach, Helene Schemmel, Robert Kaufmann, Leopold 

Demuth 

Christus 
7. Dez. 1862 Johann Zoczek, Dr. Rudolf Panzer, Eduard Panzer 

Mozart 

Davidde penitente 
25. Jan. 1874 Marie Wilt, Karoline Gomperz-Bettelheim, Gustav Walter 

Requiem 

2. Febr. 1872 Marie Wilt, Karoline Gomperz-Bettelheim, Gustav Walter, Hans 

V. Rokitansky 



(90) 

27- MSrz 1877 Anna RQtgers, Karoline Gomperz-Bettelheim, Dr. Wilhelm Stigler, 

Hans V. Rokitansky 
20. Okt. 1898 Sophie Sedlmair, Edith Walker, Franz Naval, Dr. Felix Kraus 
28. Jan. 1906 Lucie Weidt, Theo Drill-Orridge, Felix Senius, Richard Mayr 
7. Jan. 1908 Grete Forst, Hermine Kittel, Leo Slezak, Richard Mayr 

II. Finale aus «Idomeneo» 
I. März i863 Marie Wilt, Marie v. Hilleprandt, Johann Zoczek 

Reiter 

Requiem 
3o. Jan. 1904 Rita Kury, Helene Durigo, Artur Preuss, Josef Staudigl 

Rubinstein 

Der Thurra zu Babel 
20. Febr. 1870 Adams, Dr. Emil Kraus 

Das verlorene Paradies 
26. März 1872 Ida Gaäebner, Gustav Walter, Hans Rokitansky 

Schubert 

Mirjams Siegesgesang 

i3. März 1859 Gabriele Krauö 

18. Jan. 1886 Marie Englisch 
15. Jan. 1808 Gertrude Förstel 

Rosamunde 
I. Dez. 1867 Helene Magnus 

Grofie Messe Es-Dur 

II. Nov. 1900 Mathilde v. Hochmeister, Helene Schemmel, Franz Naval, Dr. Josef 

Mayer, Moritz Frauscher 

Messe in G-Dur 
9. Juni 1907 Lilli Claus-Neuroth, Friedrich Zimmermann^ Emil Nisky 

Schumann 

Paradies und Peri 

19. Dez. 1858 Luise Dustmann, Gabriele Krauä, Gustav Walter, Karl Mayer- 

hofer 



(91) 

23. Febr. 1862 Luise Dustraann, Karoline Gomperz-Bettelheim, Josef Eri, Dr. Ru- 
dolf Panzer 
i3. März 1870 Luise Dustmann, Burenne, Pirk, Dr. Emil Kraus 

15. Jan. 1888 Amalie Materna, Rosa Neuda-Bernstein, Gustav Walter, Gustav 

Schwegler 
5. März 1893 Amalie Materna, Eleonore v. Bach, Gustav Walter, Felix Kraus 
i3. > 1898 Marie Wilhelm), Therese Behr, Wilhelm Cronberger, Eugen Weiß 

Faust 

20. Dez. i863 Louise Dustmann, Dr. Karl Olschbaur, Julius Stockhausen, Dr. 

Rudolf Panzer 
29. Nov. 1868 Marie Wilt, Prihoda, Louis v. Bignio, Dr. Rudolf Panzer 
14. April 1872 Marie Wilt, E. Pirk, Dr. Franz Krückl, Dr. Emil Kraus 
i3. März 1881 Berta Ehnn, Eugen Hildach, Anton Schittenhelm, D. Ney 

19. Jan. 1890 Luise v. Ehrenstein, Anton Schittenhelm, Karl Perron, Franz v. 

Reichenberg 

7. März 1896 Olga v. Türk-Rohn, Gisela Körner, August Körner, Anton Sister- 

mans, Max Edelbacher 

16. Nov. 1902 Ellen Brandt -Forster, Virginie Fournier, Erik Schmedes, Karl 

Scheidemantel, Rudolf Gmür 

Der Rose Pilgerfahrt 

8. März 1868 Helene Magnus, Gustav Walter, Louis v. Bignio 

Des Sängers Fluch 

5. Jan. 1873 Wilhelmine Tremmel, Gustav Walter, Heinrich Gaßner, Dr. Emil 

Kraus 

20. April 1884 Rosa Paumgartner- Papier, Gustav Walter, Karl Sommer, Hans v, 

Rokitansky 

Tinel 

Franziscus 
10. Nov. 1895 Eleonore v. Bach, Nikolaus Rothmühl, Alois Gricnauer 



Verdi 

Requiem 

II. Dez. 1892 Luisa Gilboni, Giuseppina Pasqua, Francesco Marconi, Francesco 

Navarrini 
10. Febr. 1901 Marie Stöller, Helene Holeczek, Dr. Josef Meyer, Robert Biberti 



(92) 

Weber 

Musik zu Preciosa (vollständig) 
I. Dez. 1861 Luise Dustmann 

Wolfrum 

Weih nach tsmysterium 
i3. Dez. 1902 Emma Rückbeil-Hiller, Virginie Fournier, Emil Pinks 



A. V. Böhm: (J 



Tafel IV 



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Josef Forst v. Lobkci 
Anton Graf v. Appoii 
MoriiS Graf v. Dietri<] 
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Stanford, California 



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